Was dich wirklich weiterbringt - Teymur Schafi-Neya - E-Book

Was dich wirklich weiterbringt E-Book

Teymur Schafi-Neya

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Beschreibung

Dem Leben einen Sinn geben! Viele Menschen erleben gerade in der heutigen Zeit den Druck, äußeren Erwartungen gerecht werden zu müssen, mitspielen zu müssen nach den Regeln und Anforderungen der Gesellschaft. Im Alter von 34 Jahren fand das angepasste Leben des Autors sein Ende beim Anblick einer weißen Tasse mit schwarzem Kaffee. Seine ambitionierten Ziele, vor allem im beruflichen Bereich, führten zur totalen Erschöpfung und dem körperlichen Zusammenbruch. Seine Nahtoderfahrung sollte sein ganzes Leben verändern, und plötzlich schien all das, was sein Leben vorher ausgemacht hatte, nicht mehr so wichtig zu sein. Alles, was nun noch zählte, war die Suche nach den Antworten auf die essenziellen Fragen des Lebens: Warum bin ich hier, wer bin ich und was ist der Sinn des Lebens? Der erfolgreiche Unternehmensberater verbindet Spiritualität und Beruf. Er lässt uns an seiner Sinnsuche teilhaben und führt den Leser dabei zu tiefgründigen Einsichten, die es jedem ermöglichen, über seine begrenzte Sicht hinauszuwachsen, um kraftvoll zu agieren, ohne sich körperlich und geistig zu verbrauchen.

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EPUB

Seitenzahl: 153

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Teymur Schafi-Neya

Was dich wirklich weiterbringt

Neue Wege für ein sinnhaftes Leben

Laufe nicht der Vergangenheit nach,

und verliere dich nicht in der Zukunft.

Die Vergangenheit ist nicht mehr.

Die Zukunft ist noch nicht gekommen.

Das Leben ist hier und jetzt.

Buddhistische Weisheit

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Von Verstehen und Einsicht – ein Leben im Einklang

Ausschnitt einer Lebensgeschichte

Alles ist im Wandel

Die Welt, in der wir leben

Die Bühne unseres Lebens

Ich – Welt – Universum – ???

Vom Denken und Fühlen – ein Leben in Gefühlen

Das Alphabet

Fluss der Gedanken

Bewusstes Denken

Fühlend einsehen

Vom Denker und Beobachter – ein Leben in Freiheit

Alles ist ein Spiel

Der Ich-Macher

Meine wahre Natur

Ich habe die Wahl

Von Zeit und Ewigkeit– ein Leben frei von Leid und Schmerz

Vom Augenblick

Tanz der Emotionen

Zeit ist eine Illusion

Leid und Schmerz begegnen

Von Formen, Körper und Raum – ein Leben in ewigem Frieden

Alles ist Schwingung

Nicht dies, nicht das

Friede jenseits aller Form

Wir sind mehr als unser Körper

Von Lärm und Stille – ein Leben aus der unendlichen Kraft der Gegenwart

Stille – das Tor zum Sein

Wahre Liebe – von der Sehnsucht nach sich selbst

Wahre Freiheit

Die Quelle unendlicher Kraft

Vom Tun und Sein – “dein” Leben im Fluss

Weder dies noch das sind dein

Der Weg ist das Ziel

Es ist, wie es ist

Schöpfung aus dem Nichts

Dein Wille geschehe

Gesetz der Anziehung

Kreatives Schaffen

Gemeinsam gestalten

Zukunft gestalten

Geistige Werkstatt

Über den Autor

Einleitung

Jeder Mensch hat seine individuelle Lebensgeschichte. Sie ist unsere Biographie und macht uns einzigartig auf dieser Welt. Meine Biographie ist grundsätzlich sehr einfach. Es gibt ein Leben vor meinem Zusammenbruch und ein Leben danach. Seitdem ist mir bewusst: Das Einzige, was wirklich zählt, ist der Augenblick im Hier und Jetzt.

Im Alter von 34 Jahren fand mein Leben davor sein Ende beim Anblick einer weißen Tasse mit schwarzem Kaffee. An den Kollaps kann ich mich nicht erinnern. Ich bin im Frühstücksraum des Hotels wohl von meinem Stuhl aufgestanden, zusammengebrochen, mit dem Gesicht auf die Marmorplatte des Nebentisches gefallen und dann auf dem harten Boden aufgeschlagen. Mein Körper hat sich einige Zeit krampfartig geschüttelt und gewunden. Doch all dies entzog sich meiner bewussten Wahrnehmung.

Als mein Bewusstsein zurückkehrte, meine Augen sich öffneten, war es ein vollkommen ungewohntes Schauen. Dieser Augenblick sollte mein ganzes Leben, meine Sicht auf das Leben verändern. Dieser Augenblick war der Beginn meines Lebens danach. Wer bin ich? Wer schaute, wenn der, der im Leben davor so viel gedacht und gezweifelt hatte, wie tot erschien? Gibt es wohl noch einen anderen in uns als uns selbst? Wenn ja, wer ist das? Wieso habe ich ihn vorher nicht bemerkt?

Plötzlich schien all das, was vorher mein Leben ausgemacht hatte, nicht mehr so wichtig zu sein. Was hatte meine Biographie für einen (Erkenntnis-) Wert, wenn sie keine Antworten auf diese essenziellen Fragen geben konnte? All die Ereignisse der Vergangenheit lösten sich auf in dieser Orientierungslosigkeit im Moment meines Erwachens. Alles drehte sich nur noch um ein Verstehenwollen des Augenblicks dieses tiefen Bewusstseinswandels, der mein “Leben danach” einleiten sollte.

Zurückblickend erscheint mir diese Zeit davor wie eine Phase aus einem anderen Leben. Es kommt mir fremd vor. Wie war es überhaupt möglich, so lange existieren zu können, ohne gewusst zu haben, wer ich wirklich bin? All die Ängste, zu versagen, nicht zu genügen. Dieser Druck, äußeren Erwartungen gerecht werden zu müssen. Ängste, die sich zu Depressionen verdichteten. Mitspielen zu müssen nach den Regeln und Anforderungen der Gesellschaft. Das Streben nach materieller Sicherheit, einhergehend mit tiefen Existenzängsten davor, dass das Geplante doch nicht so eintreten könnte wie erhofft. All die Wichtigkeit, die einer klaren und geordneten Biographie beigemessen wurde. Alles war am Ende nur noch auf die Erfüllung vieler Wünsche und Erwartungen ausgerichtet gewesen.

Heute erkenne ich klar: Ich hatte mich dabei verloren. Ich war untergegangen im tiefen Sumpf meines Unwissens um die Wahrhaftigkeit des Lebens. Ich war tot und dachte, ich lebe. Was für ein unermesslicher Betrug an meiner Seele!

Das Leben danach begann im Zustand geistigen und körperlichen Erschöpftseins. Nichts wollte mehr so gelingen wie im Leben davor. All die Schaffenskraft war plötzlich gewichen. Wo davor jeder Tag ohne Hingabe an das berufliche Streben als ein Tag des (materiellen) Verlustes erschienen war, so war nun jeder Tag, an dem berufliche Betätigung möglich war, ein Tag des Gewinns. Ich lernte zwangsläufig, erst einmal so viel zu verdienen, wie ich zum Leben benötigte, und wurde in meinem materiellen Anspruchsdenken sehr bescheiden. Die vielen restlichen Tage des Monats nutzte ich rückblickend tatsächlich gewinnbringend. Sie brachten mir wahren Wohlstand und Reichtum – jedoch nicht von dieser Welt.

Ich dachte viel über die Sinnhaftigkeit meines Daseins nach und begab mich auf eine spirituelle Suche, die zehn Jahre dauern sollte. Das Studium des Lebens führte mich durch so viel philosophische, poetische, wissenschaftliche, metaphysische, esoterische und sonstige Literatur sowie heilige Schriften aller Himmelsrichtungen, dass ich deren Fülle und Ausmaß heute kaum mehr umfassen kann. Es war wie eine Sucht, eine tiefe Sehnsucht, ich war getrieben von meinem unbändigen Wunsch, die Antworten auf die essenziellen Fragen des Lebens zu finden.

Selige Freude und tiefe Dankbarkeit erfüllen mich, wenn ich mich an all die Menschen erinnere, die mir in dieser Phase des Suchens begegnet sind und die mit ihrem beispielhaften Leben in dieser Welt zeigen, dass es möglich ist, wahrhaftig zu leben und sich von aller Zwanghaftigkeit zu befreien.

Im Leben davor war ich unbewusst und unwissend gewesen, wie gefangen in einer schwarzen Dunstwolke, durch die kein Lichtstrahl drang. Ein Blitz hatte diese unbewusste Unwissenheit mit seinem Licht urplötzlich erhellt und mir meinen Zustand der Befangenheit und Zwanghaftigkeit bewusst gemacht. Da war er nun, dieser Berg von Leid und Schmerz, all die verborgenen und unbewussten Muster und Prägungen, die mich gefangen gehalten haben.

Das Leben danach ist in gewisser Weise bewusster. Immer wieder verfange ich mich zwar von Zeit zu Zeit in den Schleiern von Unwissenheit und Unbewusstheit, doch etwas ist anders als zuvor. Eine Kraft durchströmt mich seitdem, die im Laufe der Zeit immer stärker wurde. Mal mehr, mal weniger. Ich erinnere mich, dass ich wenige Jahre nach meinem Zusammenbruch ein Vibrieren am Ende meiner Wirbelsäule spürte. Ich lag in meinem Bett, kurz vor dem Einschlafen. Das Vibrieren dauerte lange und war sehr intensiv. Ich ließ es in tiefem Vertrauen einfach zu. Ein anderes Mal schoss eine Energie, wieder kurz vor dem Einschlafen, durch meine Fußsohlen und meinen ganzen Körper hindurch und trat am Scheitelpunkt meines Kopfes wieder aus. Die Geschwindigkeit, mit der die Energie durch meinen Körper schoss, wurde immer schneller, rasend, bis ich mich aus Furcht erhob und sogleich tiefe Ruhe eintrat.

Diese Form von Energie schlummert in jedem von uns. In Unwissenheit gefangen, ruht sie alten Überlieferungen nach aufgerollt wie eine Schlange in uns. Sie wird im Westen Heiliger Geist genannt und in der östlichen Philosophie auch als Kundalini bezeichnet. Es sei darauf hingewiesen, dass eine unbedachte und “unprofessionelle” Erweckung dieser außerordentlich hohen Bewusstseinskraft, die in einigen Fällen schon spontan eintrat, auch Schaden anrichten kann. Diese Bewusstseinskraft ermöglicht es uns, über unser geistig begrenztes Menschsein hinauszuwachsen.

Der menschliche Geist ist ein Mysterium. Er ist das große Geheimnis des Lebens, das paradoxerweise niemals über den Verstand gelüftet werden kann. Dazu braucht es unsere Demut und Hingabe. Das ist absoluter Glaube daran, dass wir mehr sind, als wir mit dem Verstand glauben zu sein. Das ist der Schlüssel zum Geheimnis. Geöffnet wird uns durch Seine Gnade. Wir erkennen, wir haben nicht wahrhaftig gelebt. Wir waren tot und dürfen nun wieder eintreten in unser hiesiges Dasein – in einem wahren Bewusstsein, wie neu geboren.

Wir haben es in unserem Leben also mit zwei Dimensionen zu tun. Zum einen gibt es die relative Welt. Dies ist die Welt, die wir durch unsere Sinne erfahren. Unwissend sind wir in der Illusion gefangen, dass das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen, real ist. Die andere Dimension ist die absolute Welt. Es ist der formlose Raum, das Nichts, aus dem alles entsteht. Aus diesem Raum sind wir als (Geist-) Körper hervorgegangen. Unser Geist hat so den Zustand begrenzten Formbewusstseins angenommen. Dieses begrenzte Bewusstsein ist niemals in der Lage, das Absolute verstehen zu können. Wir müssen dazu im Bewusstsein über unseren Verstand hinauswachsen.

Jenseits der Begrenztheit unseres Geistes strahlt das ewige Licht. Es war schon immer in uns und ist das Licht der Ewigkeit und Unendlichkeit. Dieses Licht macht uns unsere Unwissenheit bewusst und befreit uns von der Identifikation mit Leid und Schmerz. Ich bin immer wieder gefangen in dieser Identifikation, in der Illusion, die all dies als Wirklichkeit akzeptiert. Das Licht scheint jedoch immer stärker. Immer mehr erhellt es meine wahre Natur. Wir dürfen sein. Wir dürfen so sein, wie wir wirklich sind. Es ist so befreiend. Und am Ende so einfach.

Worte und Begriffe sind Formausdruck. Sie sind relativ und sehr nützlich zur Beschreibung, und vor allem sind sie Grundlage für unser schöpferisches Hineingestalten in diese Welt. Unser wahres Wesen erschließt sich uns jedoch nicht über Worte und Gedanken. Nur über das Fühlen. Daher sind bestimmte Begriffe in diesem Buch kursiv gedruckt, quasi als Hinweis auf die tiefe Gefühlserfahrung und damit höhere Erkenntnis der Bedeutung hinter dem Begriff. Es ist eine Erkenntnis, die höher einzuordnen ist als die Verstandesebene, als reines Denken.

Ich empfehle, bei diesen Begriffen einen Moment kontemplativ im Fühlen zu verweilen und die wahre Essenz dieser tiefen Erfahrung zu erfassen und damit mehr und mehr Raum in sich selbst zu spüren und zuzulassen. Das ist eine Form spirituellen Übens von Stille und sehr wertvoll, um über den begrenzten Geist hinauszuwachsen.

Der Begriff “Gott” wird seit Jahrtausenden vielfältig verwendet. Ich habe ihn daher nur einmal in einem Zitat aufgeführt. Seiner Unbeschreiblichkeit versuche ich dadurch gerecht zu werden, dass dem Leser über einen neutralen Begriff in kursiver Schrift und die Beschäftigung damit die Erfahrung und die Erkenntnis ermöglicht werden sollen, dass Gott in uns ist.

“Gott lebt in dir als Du.” Dies ist eine Weisheit der östlichen Philosophie, die mich tief ergriffen hat. Aus diesem höheren Bewusstsein des “Ich bin” heraus ist wahrer und dauerhafter Wandel zu Frieden auf dieser Welt möglich. Wir wachsen auch über jedes weltliche Glaubenskonzept hinaus. Die Wahrheit liegt in uns. Das ist eine Erfahrung. Du musst es nicht glauben.

Den Leser spreche ich in der Du-Form an, weil ich damit einen unbefangeneren Zugang zu seiner Welt ermöglichen möchte. Es geht um dich in diesem Leben. Am Ende sind es immer wieder wir selbst. Aus uns kommt das wahre Geben, das uns letztendlich von aller Zwanghaftigkeit befreit.

An einigen Stellen verweise ich ohne Namensnennung und indirekt auf Quellen aus Überlieferungen alter philosophischer Traditionen, sogenannte Schriften. Dies soll zum Ausdruck bringen, dass letztendlich alle wahren Philosophien und Weltanschauungen auf das Gleiche hindeuten, nämlich auf die Bewusstseinserfahrung “Du bist Das”. “Das” ist somit die Erfahrung, dass Gott in dir lebt, als Du. Keiner philosophischen Richtung auf dieser Welt soll in diesem Buch daher ein Privileg oder gar ein Absolutheitsanspruch auf universelles Wissen zugesprochen werden. “Ich bin Das” ist am Ende eine tiefe persönliche Erfahrung des Menschseins. Und darin sind wir alle gleich auf dieser Welt.

Während meiner spirituellen Suche habe ich viel Verstandeswissen ansammeln dürfen. Die Bewusstseinskraft der Autoren hat mich zu meiner wahren Natur getragen. Alle diese Quellen haben zu meiner Inspiration und spirituellen Entwicklung beigetragen. Es geht jedoch weniger um Verstandeswissen und die Erfahrungen anderer Menschen. Es geht um uns selbst und um unsere persönlichen Erfahrungen. Es ist der eigene individuelle Ausdruck von Wahrheit und Erkenntnis, durch den wir uns entwickeln ins Bewusstsein universellen Eins-Seins.

Dieses Buch ist in einem tiefen kreativen Prozess des Zulassens durch mich geflossen. Ich habe es lediglich aufgeschrieben, aus einem inneren Impuls heraus. Während dieses zweiein-halbwöchigen Prozesses war ich eingetaucht in mich, in den Raum jenseits meiner Sinneswelt. In diese Welt möchte ich dich einladen.

Von Verstehen und Einsicht – ein Leben im Einklang

Ausschnitt einer Lebensgeschichte

14. Dezember 1998, ca. 7:15 Uhr an einem wunderschönen wolkenlosen Tag. Ich war als Unternehmensberater – in der Mitte meiner Dreißiger – für einen meiner Kunden, ein internationales Softwareunternehmen, in Italien, genauer in Turin. Ein ganz normaler Arbeitstag. Es sollte zu Kooperationsverhandlungen weiter nach Padua gehen. Im Frühstücksraum wartete ich auf die Leiterin Controlling und eine Mitarbeiterin der Turiner Niederlassung, um dann möglichst früh loszufahren. Ich saß an einem typisch italienischen Tisch mit Marmorplatte, eine weiße Tasse mit schwarzem Kaffee vor mir. Das ist das letzte Bild, an das ich mich erinnern kann, bevor mein Bewusstsein mich verließ.

Aufgewacht bin ich auf dem Rücken liegend. Etwas war anders als sonst. Als mein Bewusstsein zurückkehrte und meine Augen sich öffneten, gab es keine Wahrnehmung mehr von Zeit oder Raum. Kein Gedanke war da, der mir einen Ich-Bezug oder eine Identität hätte geben können. Keine Emotion regte sich. Es war ein völlig ungewohntes Schauen in den Augenblick.

Dieser Augenblick sollte mein ganzes Leben, meine Sicht auf das Leben verändern. Wer bin ich? Wer schaute? Was ist geschehen? Diese und viele andere Fragen nach dem Sinn des Lebens und meines Daseins in dieser Welt kamen mit den ersten aufsteigenden Gedanken auf und sollten mich die nächsten Jahre beschäftigt halten. Als ich versuchte, meinen Körper bewusst wahrzunehmen, empfand ich kopfabwärts nur einen dunklen schwarzen Raum. Wie etwas von mir Abgeschnittenes, etwas Fremdes. Ein Krankenwagen brachte mich in die Notaufnahme des größten Turiner Krankenhauses, und auf dem Weg dorthin verlor ich zeitweise erneut das Bewusstsein.

Mein Körper war energetisch ausgelaugt und leer, obwohl ich mich am frühen Morgen und auch die Wochen und Monate davor ausgeruht und kräftig gefühlt hatte. Es sollte lange dauern, mehrere Jahre, bis ich die ursprüngliche Kraft zurückerlangte. Organisch war ich gesund. Ich hatte viel Glück, so relativ unversehrt einen Hinweis zu bekommen, an meinem Leben und vor allen Dingen an meiner Einstellung zum Leben grundlegend etwas zu ändern.

Meine Erfahrung im ersten Augenblick nach meinem Zusammenbruch war der Beginn eines drastischen und tiefen Bewusstseinswandels, in dem ich mich auch heute noch befinde. Das Leben ist ein wundervolles Geschenk und eine einmalige Chance für wirkliche persönliche Entwicklung und Wachstum – für eine Entwicklung zu wahrer Freiheit und tiefer innerer Zufriedenheit, zu wahrer Liebe und Gemeinschaft, wenn wir sie nur zulassen.

Es gibt Augenblicke,

die dein gesamtes Leben verändern.

Alles ist im Wandel

Die Formen und die Ereignisse des Augenblicks sind vergänglich. Alles im Außen – in dieser Welt – unterliegt dem ewigen Prozess des Wandels.

Das ist eine Gesetzmäßigkeit, der sich niemand entziehen kann. Auch der Körper unterliegt dem Prozess des Wandels. Auch er ist vergänglich, und eines Tages wird das Bewusstsein endgültig aus meinem Körper treten, so wie aus jedem anderen auch. Der Körper zerfällt in seine Bestandteile – wie wohl irgendwann alle Formen auf dieser Welt. Nichts nehmen wir mit aus der Welt der Formen.

Formen dienen uns, solange wir auf diesem Planeten verweilen. Es geht in jedem Augenblick darum, bewusst in diese Welt zu schauen. Achtsam für ihre Gesetze zu sein. Im Einklang mit ihr zu leben und sie nicht zu beherrschen. Nichts hier draußen lässt sich wirklich beherrschen, denn alles unterliegt gnadenlos dem Wandel. Auch die eigenen Ziele lassen sich nicht beherrschen.

Der Planet, auf dem wir leben, und das Universum haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Diese zu verstehen und mit ihnen zu leben, ist essenziell für das Leben des Einzelnen und das der Gemeinschaft erst wirklich lebenswert. Erst wenn unser Leben mit den Gesetzen der Natur und des Universums im Einklang ist, kommen wir zu unserer wahren Natur, zu dem wirklichen Sinn unseres Daseins.

Nur die wahrhaftige Gegenwärtigkeit im Augenblick, im Urgrund unseres Seins, gibt uns die Kraft und die Klarheit, den scheinbaren Widerständen dieser Welt “ins Auge zu schauen”, für Lösungen offen zu sein, nicht im Problemdenken festzusitzen, sondern spontan und angemessen zu handeln, wo es nötig ist.

Was in dieser Welt immer gleich bleibt, ist,

dass sich alles ständig wandelt.

Die Welt, in der wir leben

Wir sind nicht nur von dieser Welt.

Die Welt da draußen ist der Ort, in dem wir uns erfahren, der Ort, in den wir uns “hineingestalten”. Die Erde bietet eine unvorstellbare Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Ihre Landschaften sind vielfältig und abwechslungsreich. Leben und “leblose” Materie bilden eine Komposition von unbeschreiblicher Schönheit. Alles scheint aus sich heraus aufeinander abgestimmt. Nichts ist unkontrolliert chaotisch, obwohl plötzlich ausbrechende Naturgewalten uns das manchmal glauben machen, sondern alles folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten, die die Frage nach dem Sinn des Lebens, unseres Daseins auf diesem Planeten rechtfertigen.

Als Menschen unterscheiden wir uns von allen anderen Lebewesen im Wesentlichen dadurch, dass wir mittels unseres Sprachvermögens Zukunft und damit die Welt und die Qualität des Zusammenlebens aller Lebewesen auf diesem Planeten gestalten können – in weitaus größerem Maße, als dies für andere hochentwickelte Lebewesen der Fall ist. Wir sind quasi die Schöpfer unserer eigenen Zukunft. Wir haben stets die Wahl und können die Qualität unseres Handelns in dieser Welt bestimmen. Damit kommt uns eine besondere Verantwortung zu – für uns selbst und für die Welt, in der wir leben.

Die Welt ist ein Ort der Gemeinschaft, und nur über ein gerechtes und faires Miteinander wird der Planet Erde – diese wundervolle Welt – seine einzigartige Schönheit erhalten können. Wir sind aufgefordert, uns der Evolution und damit auch dem Wandel des Bewusstseins hinzugeben, uns zu wahrer Größe zu entwickeln.

Jeder Mensch ist einzigartig, und jeder von uns hat das Potenzial, seine wahre Natur, seine wahre innere Schönheit und Vollkommenheit schöpferisch zum Ausdruck zu bringen und sich damit harmonisch in die Symphonie der Welt einzufügen. Es geht darum, von einer derzeit weltweit vorherrschenden Ich-Bezogenheit in eine Du-Beziehung und damit in eine Gemeinschaftsbeziehung zu treten, in der jeder mit Respekt und Würde behandelt wird, in der sich keiner über den anderen stellt.

Wir sind nur auf der Durchreise.

Wir sind nicht mehr als ein Gast in einem

Spiel auf der Bühne “unseres” Lebens.

Die Bühne unseres Lebens

Das bewusstseinsverändernde Ereignis vom 14. Dezember 1998 teilt die Chronologie meiner Lebensgeschichte in zwei Phasen: in mein Leben davor und mein Leben danach. Die Phase davor zeichnet sich rückblickend – vom geistigen, spirituellen Standpunkt aus – eher durch eine unbewusste Lebensführung aus. Ein Leben, in dem alles irgendwie zu funktionieren schien. Höhen und Tiefen wurden als “normale” Zustände – als Schicksal – hingenommen. Es gab keinen Anlass, wirkliche Grundsatzfragen an das Dasein zu stellen.