Was rauscht da - Gudrun Großbach - E-Book

Was rauscht da E-Book

Gudrun Großbach

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Beschreibung

Du weißt längst, was mit dir los ist. Du hast Podcasts gehört, Bücher gelesen, mit Freunden geredet. Du kennst die Begriffe. Du kennst deine Muster. Und trotzdem läuft vieles weiter wie immer. Dieses Buch erklärt nichts. Es gibt keinen Rat. Es stellt keine Fragen. Es erzählt nur, wie es aussieht. Von Menschen, die sich Geschichten über sich selbst erzählen, die sich absolut wahr anfühlen. Vom Alltag, der genauso weiterläuft. Von dem, was man sieht, wenn man einfach daneben sitzt. Dreißig kurze Geschichten. Kein Zeigefinger. Nur der Moment, in dem du denkst: das kenne ich.

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Seitenzahl: 56

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Was rauscht da

Gudrun Großbach

1. Edition, 2026

© 2026 All rights reserved.

Buchbeschreibung

Du weißt längst, was mit dir los ist.

Du hast Podcasts gehört, Bücher gelesen, mit Freunden geredet. Du kennst die Begriffe. Du kennst deine Muster. Und trotzdem läuft vieles weiter wie immer.

Dieses Buch erklärt nichts. Es gibt keinen Rat. Es stellt keine Fragen.

Es erzählt nur, wie es aussieht. Von Menschen, die sich Geschichten über sich selbst erzählen, die sich absolut wahr anfühlen. Vom Alltag, der genauso weiterläuft. Von dem, was man sieht, wenn man einfach daneben sitzt.

Dreißig kurze Geschichten. Kein Zeigefinger. Nur der Moment, in dem du denkst: das kenne ich.

Inhaltsverzeichnis

Buchbeschreibung1

Block 1: Was ich über mich weiß6

Wenig (Ich bin jemand, der nicht viel braucht.)

6

Erreichbar (Ich bin jemand, der immer für andere da ist.)

9

Sicherheitsabstand (Ich bin jemand, der keine Angst hat.)

12

Freundlich (Ich bin jemand, der nicht wütend wird.)

15

Unentschlossen (Ich bin jemand, der weiß, was er will.)

18

Gut (Ich bin jemand, dem es gut geht.)

20

Block 2: Was ich über andere weiß22

Einschätzung (Ich bin jemand, der Menschen gut einschätzen kann.)

22

Vertrauen (Ich bin jemand, dem andere vertrauen.)

25

Eindruck (Ich bin jemand, der weiß, wie andere ihn sehen.)

27

Gespräch (Ich bin jemand, der kommunizieren kann.)

31

Block 3: Was ich über Beziehungen weiß35

Kein Problem (Ich bin jemand, dem Grenzen nichts ausmachen.)

35

Los (Ich bin jemand, der loslassen kann.)

40

Gleichgewicht (Ich bin jemand, der in Beziehungen gibt, ohne zu nehmen.)

42

Allein (Ich bin jemand, der allein klarkommt.)

47

Block 4: Was ich über meinen Kopf weiß51

Nachdenken (Ich bin jemand, der nicht grübelt.)

51

Jetzt (Ich bin jemand, der im Moment lebt.)

56

Routine (Ich bin jemand, der gut für sich sorgt.)

59

Tragend (Ich bin jemand, der stark ist.)

62

Block 5: Was ich über Arbeit und Leistung weiß65

Funktioniert (Ich bin jemand, der funktioniert.)

65

Nebensache (Ich bin jemand, dem Arbeit nicht viel ausmacht.)

70

Grenze (Ich bin jemand, der weiß, wo seine Grenzen sind.)

72

Block 6: Was ich über meinen Körper weiß76

Robust (Ich bin jemand, der robust ist.)

76

Schläft gut (Ich bin jemand, der gut schläft.)

81

Signal (Ich bin jemand, dessen Körper nicht lügt.)

84

Block 7: Was ich über meine Herkunft weiß89

Woanders (Ich bin jemand, der seiner Herkunft entkommen ist.)

89

Anders (Ich bin jemand, der seiner Familie nicht ähnlich ist.)

95

Block 8: Was zwischen den Ichs liegt99

Erwachsen (Ich bin jemand, der erwachsen ist.)

99

Gleich geblieben (Ich bin jemand, der sich nicht verändert hat.)

104

Im Mittelpunkt (Ich bin jemand, dem Aufmerksamkeit unangenehm ist.)

107

Weiß ich (Ich bin jemand, der weiß, wer er ist.)

111

Nachklang115

Vorwort

Dreißig Jahre Praxis hinterlassen Spuren.

Nicht in Diagnosen oder Theorien. Sondern in Sätzen. Immer dieselben Sätze, von immer anderen Menschen. Ich brauche nicht viel. Mir geht es gut. Ich bin nicht so wie meine Familie. Ich weiß, wer ich bin.

Diese Sätze sind keine Lügen. Sie sind Geschichten, die jemand irgendwann über sich angefangen hat zu erzählen, und die so lange erzählt wurden, bis sie sich wahr anfühlten. Das Gehirn arbeitet so. Es erfindet Geschichten, um Ordnung zu schaffen, um weiterzumachen.

Was zwischen diesen Geschichten und dem wirklichen Leben liegt, ist das, was da rauscht.

Dieses Buch erklärt das nicht. Es zeigt es nur. Wer sich erkennt, erkennt sich. Wer jemanden erkennt, erkennt vielleicht auch sich.

Gudrun Großbach

Block 1: Was ich über mich weiß

Wenig (Ich bin jemand, der nicht viel braucht.)

Sie nimmt immer den Platz, den die anderen übrig lassen.

Am Tisch setzt sie sich zuletzt. Im Restaurant bestellt sie das, was einfach ist. Wenn jemand fragt, was sie sich wünscht, sagt sie: Ach, mir ist das egal. Und das stimmt. Oder es fühlt sich so an.

Clara ist nicht bescheiden. Sie hält sich nicht zurück. Sie braucht einfach wenig. Das hat sie früh gelernt, über sich. Es gehört zu ihr wie die Art, wie sie geht, etwas nach innen gedreht, die Schultern leicht vorgezogen, als wolle sie nicht zu viel Platz einnehmen.

An diesem Abend sitzt sie bei Jonas. Er hat gekocht, was er immer kocht, wenn er unter Druck steht: Pasta, zu viel Salz, zu wenig Zeit. Sie isst und sagt, es schmeckt gut. Es schmeckt nach Salz.

Schön, dass du so unkompliziert bist, sagt er irgendwann. Nicht zu ihr, eher in den Raum hinein, während er den Topf abwäscht. Sie nickt. Stellt das Glas ab.

Später liegt sie neben ihm und schaut an die Decke. Er schläft schnell, das tut er immer. Sie denkt an nichts Bestimmtes. Oder an vieles, das sie nicht sortiert. Irgendwann schläft sie auch.

Am nächsten Morgen ruft ihre Schwester an. Die Schwester braucht viel, das ist die Geschichte, die die Familie über sie erzählt. Sie meldet sich laut, weint offen, lässt keinen Platz für andere. Clara hört zu. Gibt Ratschläge, die präzise sind und ungebeten. Die Schwester sagt: Du weißt immer, was zu tun ist. Das ist kein Kompliment, aber es klingt wie eines.

Clara legt auf und steht am Fenster. Unten geht jemand mit einem großen Hund. Der Hund zieht, der Mensch lässt sich ziehen. Sie schaut zu, bis die beiden um die Ecke verschwunden sind. Dann macht sie Kaffee.

Im Büro gibt es Kuchen, weil jemand Geburtstag hat. Clara nimmt ein kleines Stück. Ihr Kollege Markus nimmt zwei und sagt lachend: Ich hab kein Schamgefühl. Alle lachen. Clara auch.

Sie isst ihr Stück am Schreibtisch. Es ist Zitrone, was sie nicht mag. Sie hat nicht hingeschaut, als sie genommen hat.

Abends schreibt Jonas: Magst du morgen kommen? Sie schreibt: Klar.

Dann legt sie das Handy hin und sitzt eine Weile in der Stille ihrer Wohnung. Die Wohnung ist ordentlich. Nicht weil sie ordentlich sein muss, sondern weil wenig darin ist. Wenig, das Platz einnimmt.

Sie denkt: Ich bin gut darin, mit wenig auszukommen.

Sie geht ans Fenster. Die Straße ist leer.

Das Licht geht aus. Sie schläft.

Erreichbar (Ich bin jemand, der immer für andere da ist.)

Das Telefon klingelt um 22:47 Uhr. Sie sieht den Namen, legt das Buch weg, nimmt ab.