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Kann wirklich Weihnachten sein - ohne Jesus? In “Weihnachten ohne Jesus? - Den Grund für Weihnachten neu entdecken“ geht es um eine Rückbesinnung auf den Ursprung und Inhalt des Weihnachtsfests. Warum feiern wir eigentlich Weihnachten? Worum geht es dabei wirklich? Und vor allem: Wie können wir die Hauptperson, das "Geburtstagskind" mit einbeziehen? Ja, noch wichtiger, wie können wir eine persönliche Beziehung zu Jesus finden? 2. aktualisierte und erweiterte Auflage
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Seitenzahl: 88
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Im Gedenken an meine Mutter Johanna Schmidt.Ihr Glaube an Jesus Christus hat ihr in der Zeit schwerer Erkrankung Halt und Kraft gegeben – und ihr geholfen diese Welt loszulassen – in der Hoffnung auf eine bessere Welt, in der Gott jede Träne von ihren Augen abwischen wird, in der es weder Tod, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz geben wird (Offenbarung 21,4).
Herzlich danken möchte ich Martha, der besten Ehefrau, sowie meiner Tante, Elisabeth Flaig, die das Manuskript gelesen und korrigiert haben.
Anwesenheit unerwünscht?
Die Vorbereitung des Kommens Jesu
Die Ankündigung der Geburt Jesu
Der Lobpreis der Maria
Die Weihnachtsgeschichte
Zweifel an Jesus?
Literaturempfehlungen
Als Kind habe ich sehr gerne Weihnachten gefeiert. Ich glaube, Weihnachten war – außer meinem Geburtstag – der Tag im Jahr, den ich mir am sehnlichsten herbei gewünscht habe.
Da ich den größten Teil meiner Kindheit als Einzelkind aufgewachsen bin (mein Schwesterherz wurde erst geboren, als ich schon fast vierzehn Jahre alt war), habe ich besonders die Feier des Heiligen Abends bei meinen Großeltern sehr genossen. Mit dabei waren auch die jüngeren Brüder meiner Mutter, die für mich nicht so sehr Onkel, sondern eher wie große Brüder waren. Ich genoss das Zusammensein als "Großfamilie", und freute mich natürlich besonders auf und über die Geschenke!
Aufgrund der Weihnachtskrippe, die jedes Jahr in der Dorfkirche aufgebaut wurde, wusste ich, dass Weihnachten mit Jesus zu tun hatte. Aber noch war mir nicht bewusst, was das Kommen Jesu mit mir zu tun hatte, außer, dass die Geschenke, die ich an Weihnachten erhielt, in irgendeiner Beziehung dazu standen. Erst im Alter von fast einundzwanzig Jahren wurde mir klar, was das Kommen Jesu für mich persönlich bedeutete. Ich verstand auf einmal, warum Jesus selbst sagte: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 3,16). Er selbst war Gottes großes Geschenk und Liebesbeweis an eine Welt, die ihm den Rücken gekehrt hatte!
Das Verstehen dieser Bedeutung von Jesu Kommen hat mein Leben seither völlig umgekrempelt. Ich verstand nicht nur, dass Gott auch mich ganz persönlich meint, sondern auch, dass dies Auswirkungen auf meine Art zu leben hat. Und so kam es, dass Gott anfing, mich Wege zu führen, die ich mir nie selbst ausgesucht hätte, und die ich auch nie für möglich gehalten hätte. Dadurch wurde mein Leben sehr bereichert, insbesondere durch meine Arbeit als Missionar mit Indianern im peruanischen Urwald.1
Im Rückblick auf meine Kindheitserinnerungen wird mir aber auch bewusst, dass Jesus, trotz aller Feierlichkeit und menschlicher Wärme, die mit dem Fest verbunden waren, und trotz traditionellem Gottesdienstbesuch, damals leider nicht im Mittelpunkt stand.
Inzwischen sind über dreißig Jahre vergangen und es hat sich so manches verändert, auch in unserer Gesellschaft. Wir erleben die Weiterentwicklung des ehemals christlichen Abendlandes zu einem Kontinent, der versucht sein christliches Erbe abzustreifen2. Gleichzeitig mit dem Ablegen christlicher Werte und der Relativierung der Gebote der Bibel zerstören wir die Fundamente, auf denen unsere Gesellschaft einst aufgebaut wurde. Wer einmal in einem Land gelebt hat, in dem diese Werte nicht so tief verankert sind wie in dem unsrigen, und dabei erlebt hat, welche Auswirkungen das hat (z.B. Korruption, Missachtung von Menschenleben), wird dankbar für die Grundlagen des christlichen Glaubens, die insbesondere durch die Reformation in Nordeuropa gelegt wurden. Ich habe den Eindruck, dass viele, die sich in neuerer Zeit gegen das Christentum wenden und es gerne hinter sich lassen würden, entweder nicht wissen, oder sogar bewusst ignorieren, dass sie dabei sind, den Ast, auf dem sie sitzen, selbst abzusägen!
Erstaunlich ist aber, dass man trotz dieser Entwicklungen weiter Weihnachten feiert. – Und zwar immer "perfekter"3 und ausgiebiger.
Als wir vor ein paar Jahren wieder von Peru nach Deutschland zurückgekehrt sind, war es recht befremdend zu sehen, dass viele Supermarktketten schon Mitte September Weihnachtsleckereien anbieten. Wer weiß, vielleicht gibt es diese Sachen ja bald schon pünktlich zu den Sommerferien? – Wäre doch was, Urlaub am Strand in Spanien mit Spekulatius und Marzipan? – Na, vielleicht sollte ich diesen Gedanken hier besser nicht äußern. Womöglich motiviert das den Einzelhandel zu neuen Versuchen, das Sommerloch mit ersten Weihnachtsangeboten zu stopfen? Als ich Mitte Oktober in einem Geschäft bereits Weihnachtsdekoration zum Verkauf sah, da hab´ ich mich schon mehr als gewundert…
Vor vielen Jahren fiel mir ein Gedicht in die Hände. Darin heißt es: „Süßer die Kassen nie klingen, als zur Weihnachtszeit“. Weihnachten ist zum wichtigsten Event des Einzelhandels geworden4. So wird dieses Fest bis zum Exzess kommerzialisiert.
Es gibt aber etwas weit Schlimmeres als die überhand nehmende Kommerzialisierung des Weihnachtsfests. Die Hauptperson, auf die dieses Fest zurückgeht, kommt dabei gar nicht mehr vor! Entweder tritt an die Stelle von Jesus das Christkind (da besteht zumindest noch ein begrifflicher Zusammenhang, Christus wurde als Kind geboren), oder Jesus wird durch den Weihnachtsmann ersetzt. Gleichzeitig ändert man nach englischem bzw. amerikanischem Vorbild "Christmas" (Weihnachten) in "X-mas"5.
Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie es fast eine ganze Nation, oder fast die ganze westliche Welt schafft, ein Fest immer ausgiebiger zu feiern (was den Konsum betrifft) und es gleichzeitig immer mehr seines Inhalts zu berauben6.
Was nun? Sollte man das Fest gar nicht mehr feiern und Weihnachten einfach "ausfallen" zu lassen? Wer weiß, vielleicht würde es einem bei dem Versuch ja wirklich so gehen, wie dem Ehepaar Krank in John Grishams Roman "Das Fest"? Darin beschreibt er mit viel Witz und Ironie die Auswüchse des Weihnachtsrummels, stellt aber gleichzeitig die psychologischen Zwänge dar, die es dem Einzelnen fast unmöglich machen, sich dem Ganzen zu entziehen.
Nun, ich möchte uns Weihnachten nicht madig machen. Ich bin auch nicht für eine Abschaffung des Fests. Außerdem genieße ich selber gerne Weihnachtsgebäck, Glühwein und eine gemütliche Atmosphäre mit Kerzen und Christbaum. – Aber es gibt einen Punkt, der mich nicht nur gewaltig stört, sondern auch sehr traurig macht:
Stellen Sie sich vor, die ganze Welt würde Ihren Geburtstag feiern! Wäre das nicht genial und eine große Ehre? Da ist nur ein Haken: Sie, als Hauptperson, werden weder dazu eingeladen, noch ist ihre Anwesenheit erwünscht. Wäre das nicht krass? Wie würden Sie sich fühlen? Sicherlich nicht geehrt! Es wäre wie ein Schlag ins Gesicht. Es wäre eine Beleidigung und Entehrung Ihrer Person. Nun, genau dies geschieht Jahr für Jahr! Daher frage ich: Kann wirklich Weihnachten sein – ohne Jesus?
Auf den folgenden Seiten dieses Buches möchte ich nicht weiter auf die Exzesse eingehen, die mit dem Weihnachtsfest verbunden sind. Sie sind uns zu Genüge bekannt. Es geht mir vielmehr um eine Rückbesinnung auf den Ursprung und Inhalt des Festes. Warum feiern wir eigentlich Weihnachten? Worum geht es wirklich bei diesem Fest? Und vor allem: Wie können wir die Hauptperson, das "Geburtstagskind"7 mit einbeziehen? Ja, noch wichtiger, wie können wir eine persönliche Beziehung zu Jesus finden?
Daher wird es in den folgenden Kapiteln um die Person Jesu gehen. Dazu habe ich verschiedene Advents- und Weihnachtsbotschaften, die ich in den vergangenen Jahren weitergegeben habe, bearbeitet und für die Buchform aufbereitet. Den Redestil habe ich dabei aber bewusst beibehalten. Ich möchte Sie, liebe Leserinnen und Leser, gerne direkt mit diesen Botschaften ansprechen.
Am Ende des Buches habe ich hilfreiche Literaturhinweise zusammengestellt. Dabei handelt es sich sowohl um Bücher als auch um nützliche Internet-Adressen, die Ihnen in Glaubensfragen weiterhelfen können.
1 In meinem Buch “Begegnungen in Peru. Urwaldindianer auf dem Weg ins 21. Jahrhundert“ berichte ich davon. Weitere Infos: www.begegnungen-in-peru.de.tf
2 Siehe auch den interessanten Artikel von Hellmuth Karasek: "Weihnachten ohne Jesus gibt es nicht". In einem Kindergarten in Bozen durften keine Weihnachtslieder mehr gesungen werden, in denen Jesus vorkommt. In England versenden manche Firmen keine "Weihnachtsgrüße" mehr, sondern neutrale "Briefe zur Jahreszeit". http://www.welt.de/print-welt/article704506/Weihnachten_ohne_Jesus_gibt_es_nicht.html
3 Gibt man unter Google "das perfekte Weihnachtsfest" ein, dann wird man v'ele Seiten zu diesem Thema finden. Jesus kommt darin aber so gut wie (fast) nicht vor.
4 Gemäß einer Umfrage des Stern aus dem Jahr 2007 „gibt jeder verte Deutsche zwischen 200 und 500 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Ein weiteres Viertel investiert zwischen 100 und 200 Euro. Ganz glücklich ist der Einzelhandel trotzdem nicht.“ http://www.stern.de/wirtschaft/familie/stern-umfrage-zu-weihnachten-wieviel-zahlen-die-deutschen-fuer-geschenke-605693.html
5 Der Verein Deutsche Sprache (VDS) wählte X-mas als „das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres 2008 in Deutschland“. Es stehe ihrer Meinung nach in Deutschland im Gegensatz zu allem, was man mit Weihnachten verbindet: „Gemütlichkeit, deutsche Weihnachtstraditionen, Romantik, Christlichkeit“. http://de.wikipedia.org/wiki/X-mas
6 „Die Frauenzeitschrift Lisa startete eine Umfrage unter 496 Leuten zwischen 20 und 49 Jahren, wonach nur noch sechs Prozent der Befragten den Ursprung des Festes für wichtig erachten.“ http://www.soulsaver.de/index.php?dom=default&pid=472&page=1
7 Der wahre Geburtstag von Jesus ist unbekannt. Das Datum wird uns in der Bibel nicht berichtet.
Dem Weihnachtsfest geht die Adventszeit voraus. Ja, die Adventszeit führt uns direkt auf Weihnachten zu. Doch warum feiern wir eigentlich Advent? Warum kommen wir nicht gleich zur Sache?
Bedeutet Advent, dass wir jede Woche eben eine weitere Kerze am Adventskranz anzünden und uns auf diese Weise schon mal gefühlsmäßig auf Weihnachten einstimmen?
Oder ist Advent die "heilige Zeit des Einzelhandels", die ihm die Möglichkeit bietet, nochmals einen guten Umsatz zum Abschluss des Jahres zu machen?
Advent kommt vom lateinischen "Adventus Domini" und bedeutet "Ankunft des Herrn". Es geht also um das Kommen Jesu. Der Advent soll uns an das Kommen Jesu erinnern und auf das Kommen Jesu vorbereiten.
Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann bemerken wir, das dieses Kommen Jesu nicht ein spontaner Einfall Gottes war, sondern dass es von langer Hand vorbereitet wurde. In der Bibel, insbesondere im Alten Testament, finden wir viele Spuren, die auf Jesu Kommen vorbereiten und es ankündigen. In diesem Kapitel werden wir einige dieser Spuren etwas verfolgen. Das Alte Testament ist durchdrungen von der Erwartung und Hoffnung auf den Messias. Je mehr ich das Alte Testament studiere, desto begeisterter und faszinierter bin ich, wie Gott sein Kommen vorbereitet und angekündigt hat. Vor allem der Prophet Jesaja bietet dabei eine riesige Fundgrube. Jesaja enthält mehr Prophetien über Jesus als das restliche Alte Testament zusammen! Daher kann Jesaja zurecht als der "Evangelist" des Alten Testaments bezeichnet werden.
