Weil du es ihm wert bist - Max Lucado - E-Book

Weil du es ihm wert bist E-Book

Max Lucado

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Beschreibung

Was hat das Kreuz mit unserem Leben zu tun? Jesu Tod war nicht nur qualvoll und erniedrigend, sondern drückte auch Gottes große Liebe zu den Menschen aus. Bestsellerautor Max Lucado erklärt, was die einzelnen Schritte Jesu auf seinem Weg ans Kreuz für uns bedeuten, und zeigt, wie sie uns frei machen können. Der Bestseller als Neuauflage.

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Seitenzahl: 155

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Beliebtheit




MAX LUCADO

Weil dues ihmwertbist

DIE DREIZEHN GESCHENKEDES KREUZES FüR DICH

Aus dem Amerikanischen vonHerta Martinache

SCM Hänssler ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

ISBN 978-3-7751-5881-7 (E-Book)

ISBN 978-3-7751-5849-7 (lieferbare Buchausgabe)

© 2018 SCM Hänssler in der SCM Verlagsgruppe GmbH

Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scm-haenssler.de; E-Mail: [email protected]

Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse

folgender Ausgabe entnommen:

BasisBibel. Das Neue Testament, © 2010 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

(www.basisbibel.de) (BB)

Weiter wurde verwendet:

Lutherbibel, revidiert 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Umschlaggestaltung: Kathrin Spiegelberg, Weil im Schönbuch

Titelbild: Christian Koepenick, stocksy.com

Satz: Christoph Möller, Hattingen

Für dich, Jesus Christus, weil du die Nägel gewählt hast.

Inhalt

Über den Autor

1 – Das hast du für mich getan?

2 – »Ich werde deine dunklen Seiten tragen« Gottes Verheißung im Speichel des Soldaten

3 – »Ich liebte euch so sehr, dass ich einer von euch wurde«Gottes Verheißung in der Dornenkrone

4 – »Ich vergebe dir«Gottes Verheißung in den Nägeln

5 – »Ich werde in eurer Sprache zu euch sprechen«Gottes Verheißung durch das Zeichen, das Schild mit der Aufschrift

6 – »Ich lasse euch die Wahl«Gottes Verheißung durch die zwei Kreuze

7 – »Ich werde euch nicht fallen lassen«Gottes Verheißung in dem Weg

8 – »Ich werde dir mein Kleid geben«Gottes Verheißung in dem Gewand

9 – »Ich lade dich in meine Gegenwart ein«Gottes Verheißung in dem zerfetzten Fleisch

10 – »Ich verstehe deinen Schmerz«Gottes Verheißung in dem mit Wein getränkten Schwamm

11 – »Ich habe dich erlöst und werde dich bewahren«Gottes Verheißung in Blut und Wasser

12 – »Ich werde dich ewig lieben«Gottes Verheißung im Kreuz

13 – »Ich kann deine Tragödie in Triumph verwandeln«Gottes Verheißung in den Totengewändern

14 – »Ich habe den Sieg errungen«Gottes Verheißung in dem leeren Grab

15 – Was wollen Sie am Kreuz zurücklassen?

Letzte Worte

Anmerkungen

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

Über den Autor

MAX LUCADO war Pastor der Oak Hills Church in San Antonio, Texas. Er ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und Verfasser vieler Bestseller. Die Zeitschrift Christianity Today zählt ihn zu den bekanntesten christlichen Autoren unserer Zeit.

Dank

Ich klatsche. Da Bücher nicht mit Lautsprechern ausgestattet sind, können Sie mich nicht hören. Aber glauben Sie mir, die folgenden Personen erhalten von mir donnernden Applaus und tosende Beifallsstürme:

Liz Heaney und Karen Hill, meine Herausgeber. Ihr hattet schon immer die Gabe, mir zur rechten Zeit einen Stups zu geben, aber dieses Mal stellte sich eine von euch hinter mich und schob, während die andere vor mir stand und zog. Mein innerer Schweinehund kann wirklich sehr schwerfällig sein. Ich danke euch dafür, dass ihr dieses Projekt den Berg hinaufgezogen habt.

Dr. Roy B. Zuck vom Theologischen Seminar Dallas. Ihr Fachwissen war mir eine wertvolle Hilfe.

Carol Bartley und Laura Kendall. Danke für eure gewissenhafte Bearbeitung des Manuskripts.

Die Mitarbeiter von Word Publishing. Es ist mir eine Ehre, zu euch zu gehören.

Die Mitglieder und Mitarbeiter von Oak Hills Church of Christ. Meine Sonntage verbringe ich am liebsten mit euch.

Ein besonderer Dank geht an Buddy Cook vom Golfklub Texas und die Golfakademie La Cantera.

Steve und Cheryl Green. Im Wörterbuch steht die Definition von Freundschaft, doch ihr erfüllt dieses Wort mit Leben. Danke für alles, was ihr tut.

Ich danke dem russischen Christen, der an einem Sonntag vor einigen Jahren ein Kreuz auf meinen Schreibtisch legte. Nachdem er zum Glauben an Jesus gefunden hatte, drängte es ihn, wie ich den beigelegten Zeilen entnahm, die Nägel aus einer alten verfallenen Kirche in Russland zu sammeln. Aus diesen Nägeln fertigte er ein Kreuz. Um das Kreuz wand er eine Krone aus Stacheldraht. Dieses eindrucksvolle Werk hängt in meinem Büro an der Wand – und Sie finden es auf dem Einband dieses Buches abgebildet. Ich danke diesem Mann, dessen Namen ich nicht weiß, aber dessen Herz ich umso besser kenne.

Meine Töchter Jenna, Andrea und Sara. Während ich dieses Buch schrieb, wart ihr besonders geduldig mit mir. Danke! Heute Abend werde ich zeitig nach Hause kommen.

Meine Frau Denalyn. Meine Liebe für dich endet an dem Tag, an dem Gottes Liebe für dich endet.

Sie, mein Leser. Wenn Sie aufgrund dieser armseligen Zeilen etwas von der Wahrheit über Gott erkennen, dann hat sich die Mühe für uns beide gelohnt.

Und du, Jesus. Wir alle erheben uns und klatschen dir am lautesten Beifall. Es ist eine Sache, diese Geschichte zu schreiben und zu lesen. Doch es ist etwas ganz anderes, sie zu leben. Und genau das hast du getan.

Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten;

in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat indem Geliebten.

In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, …

Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte,

um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.

In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach

dem Ratschluss seines Willens.

EPHESER 1,4-7; 9-11

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

1: Das hast du für mich getan?

Die Gabe Gottes aber ist das ewigeLeben in Christus Jesus, unserm Herrn.

RÖMER 6,23B

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

2. KORINTHER 9,15

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,

der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung

Jesu Christi von den Toten,

zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,

die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar

werde zu der letzten Zeit.

1. PETRUS 1,3-5

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine

Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.

Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das

Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

JAKOBUS 1,17-18

Er verdient unser Mitleid. Lacht nicht, wenn ihr ihn seht. Spottet nicht. Wendet euch nicht ab und schüttelt nicht den Kopf. Führt ihn einfach freundlich zur nächsten Bank und helft ihm, Platz zu nehmen.

Habt Mitleid mit dem Mann. Er ist so verschreckt, so ratlos. Er ist wie ein Reh, das sich in den Straßen einer Millionenstadt verirrt hat, wie Tarzan im Dschungel der Großstadt. Er ist ein gestrandeter Wal, der sich fragt, wie er hierher gekommen ist und wie er von hier wieder wegkommt.

Wer ist dieses hilflose Wesen, dieses bleiche Waisenkind? Er ist – bitte nehmen Sie voll Hochachtung den Hut ab – der Mann in der Damenabteilung, der nach einem Geschenk Ausschau hält.

Vielleicht ist bald Weihnachten oder ihr Geburtstag oder der Hochzeitstag. Was immer auch der Anlass sein mag, er kam aus seinem Versteck heraus. Er verließ die ihm vertraute Umgebung der Sportgeschäfte, Supermärkte, Computer und Fernsehabteilungen und wagte sich in die unbekannte Welt der Damenwäsche. Er ist leicht zu erkennen. Bewegungslos steht er zwischen den Ladentischen. Hätte er nicht Schweißflecken unter den Armen, könnte man ihn für eine Schaufensterpuppe halten.

Aber das ist er nicht. Er ist ein Mann in einer Frauenwelt, und er hat noch nie so viel Unterwäsche gesehen. Im Warenhaus, in dem er seine eigene Wäsche kauft, ist alles eingepackt und passt in ein einziges Regal. Aber hier umgibt ihn ein Meer von Spitzen. Sein Vater warnte ihn vor Orten wie diesem. Auf dem Schild stand in großen Buchstaben »Damenunterwäsche«, und er wusste, dass er diese Abteilung eigentlich meiden sollte.

Langsam bewegt er sich vorwärts, aber er weiß nicht, wohin er gehen soll. Verstehen Sie, nicht jeder Mann wurde für einen solchen Augenblick so gut vorbereitet wie ich. Mein Vater betrachtete die Herausforderung, für Frauen einzukaufen, als einen Einführungsritus, inmitten all der Höschen, Büstenhalter und Schleifchen. Er brachte meinem Bruder und mir bei, wie man beim Einkaufen überlebt. Ich erinnere mich an den Tag, an dem er sich mit uns hinsetzte und uns zwei Worte beibrachte. Wenn man in einem fremden Land zurechtkommen will, muss man die Sprache beherrschen, und mein Vater lehrte uns die Sprache der Damenabteilung.

»Die Zeit wird kommen«, verkündete er feierlich, »wenn eine Verkäuferin euch ihre Hilfe anbietet. Atmet in diesem Augenblick tief durch und sagt Estée Lauder.« Jahrelang, bei jeder Gelegenheit, zu der man Geschenke bekommt, erhielt meine Mutter drei Geschenke von den drei Männern ihres Lebens: Estée Lauder, Estée Lauder und Estée Lauder.

Meine Furcht vor der Damenabteilung war verschwunden. Aber dann lernte ich Denalyn kennen. Denalyn mag Estée Lauder nicht. Obwohl ich ihr sagte, dass sie mich damit an meine Mutter erinnert, änderte sie ihre Meinung nicht. Seither sitze ich in der Klemme.

Ich hatte beschlossen, ihr dieses Jahr zu ihrem Geburtstag ein Kleid zu kaufen. Als die Verkäuferin mich nach Denalyns Größe fragte, sagte ich, dass ich das nicht wisse. Ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß, dass ich meinen Arm um sie legen kann und dass ihre Hand wunderbar in meine passt. Aber ihre Kleidergröße? Ich habe nie danach gefragt. Es gibt Fragen, die man als Mann einfach nicht stellt.

Die Verkäuferin wollte mir behilflich sein. »Wie ist sie im Vergleich zu mir?« Nun, man hat mir beigebracht, zu Frauen höflich zu sein, aber ich konnte diese Frage nicht beantworten und gleichzeitig höflich sein. Es gab nur eine einzige Antwort: »Sie ist schlanker.«

Ich starrte auf den Boden und suchte fieberhaft nach einer Antwort. Immerhin schreibe ich Bücher. Ich musste doch die richtigen Worte finden.

Sollte ich direkt sein: »Sie ist dünner als Sie.« Oder schmeichelhaft: »Sie sind fraulicher als sie.« Vielleicht würde sie eine Anspielung verstehen: »Ich hörte, dass Ihr Betrieb verschlankt wird.«

Schließlich schluckte ich und sagte das Einzige, das mir einfiel: »Estée Lauder?«

Sie wies mir den Weg in die Parfümabteilung, doch ich hatte eine bessere Idee: Ich würde es mit einem Portemonnaie versuchen. Ich dachte, das wäre einfach. Was könnte bei der Auswahl eines Utensils, in dem man Kreditkarten und Geld aufbewahrt, kompliziert sein? Ich benutze schon seit acht Jahren denselben Geldbeutel. Was für Schwierigkeiten würde es beim Kauf eines Portemonnaies schon geben?

Wie naiv ich doch bin. Wenn Sie einem Verkäufer in der Männerabteilung sagen, dass Sie eine Brieftasche wollen, werden Sie zu einem kleinen Verkaufstisch in der Nähe der Kasse geführt. Ihre einzige Entscheidung ist braun oder schwarz. Wenn Sie eine Verkäuferin in der Damenabteilung nach einem Portemonnaie fragen, werden Sie in einen Raum geleitet, einen Raum voller Regale. Regale mit Portemonnaies. Portemonnaies mit Preisschildern, kleinen, aber beeindruckenden Preisschildern …, Preisen, die so beeindruckend sind, dass man nach dem Kauf eigentlich kein Portemonnaie mehr braucht …

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als die Verkäuferin mir einige Fragen stellte, Fragen, auf die ich keine Antwort wusste. »Was würde denn Ihrer Frau gefallen?« Meinem verwirrten Blick entnahm sie, dass ich keinen blassen Schimmer hatte. Also begann sie, alles aufzuzählen, was in ihrer Abteilung zu haben war: »Handtasche? Schultertasche? Handschuhtasche? Rucksack? Umhängetasche? Kleingeldbörse?«

Vor dieser Auswahl wurde mir ganz schwindlig. Ich musste mich hinsetzen und hatte das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden. Das brachte sie jedoch nicht zum Schweigen. Sie lehnte sich über mich und schnurrte herunter: »Geldtasche? Einkaufstasche? Brieftasche? Büchermappe?«

»Häääh?«, war meine Antwort. Anscheinend kam sie sich veralbert vor, denn plötzlich begann sie, mich in einer fremden Sprache zu beschimpfen. Ich verstand zwar nicht alles, was sie sagte, verließ aber fluchtartig den Raum. Beim Hinausgehen zahlte ich es ihr mit gleicher Münze heim. »Estée Lauder!«, rief ich, während ich rannte, so schnell ich konnte.

Ja, was tun wir nicht alles, um den Menschen, die wir lieben, ein Geschenk zu machen.

Aber die ganzen Mühen nehmen wir doch gern auf uns, oder? Wir würden es wieder tun. Und wir tun es tatsächlich wieder. Jedes Jahr zu Weihnachten und zu jedem Geburtstag begeben wir uns auf fremdes Gebiet. Erwachsene betreten Spielzeugläden und Väter die Teenager-Abteilung. Ehefrauen schauen sich in der Jagdabteilung um und Ehemänner bei den Handtaschen.

Wir gehen nicht nur an ungewohnte Orte, wir tun auch seltsame Dinge. Um Mitternacht bauen wir Fahrräder zusammen. Wir verstecken die neuen Reifen unter der Treppe. Ich hörte von einem Mann, der einen Kinosaal mietete, damit er und seine Frau an ihrem Hochzeitstag ihren Hochzeitsfilm anschauen konnten.

Und wir tun es immer wieder. Wenn wir all das Unangenehme hinter uns gebracht haben, genießen wir die größte Freude im Leben – ein Geschenk zu machen. Wir zeigen uns von unserer besten Seite, wenn wir anderen etwas geben. Tatsächlich sind wir dann am meisten Gott ähnlich, wenn wir anderen ein Geschenk machen. Haben Sie sich schon gefragt, warum Gott so viel gibt? Wir könnten mit viel weniger auskommen. Er hätte die Welt flach und grau machen können; wir hätten nicht einmal den Unterschied gemerkt, wir wüssten es ja nicht anders. Aber er tat es nicht.

Den Sonnenaufgang malte er orange,

den Himmel färbte er blau.

Und wenn du gerne siehst, wie Schäfchen am Himmel

sich tummeln,

dann musst du nur nach oben schauen.

Musste er den Schwanz des Eichhörnchens buschig machen?

Musste er dafür sorgen, dass die Vögel singen?

Und dass Küken so lustig trippeln

oder dass der Donner so majestätisch grollt?

Warum gab er der Blume Duft? Warum den Speisen Geschmack? Könnte es sein,

dass er sich über den erstaunten Ausdruck

in unserm Gesicht freut?

Wenn wir schon Geschenke machen, um unsere Liebe zu zeigen, wie viel mehr tut Gott das? Wenn wir – trotz unserer Schwächen und unserer Habgier – gerne Geschenke machen, wie viel mehr hat Gott, der rein und vollkommen ist, Freude daran, uns zu beschenken! Jesus fragte: »Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!« (Mt 7,11)

Gottes Gaben werfen Licht auf Gottes Herz, Gottes gutes und großmütiges Herz. Jakobus, der Bruder Jesu, sagt uns: »Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.« (Jak 1,17) Jede Gabe ist ein Beweis von Gottes Liebe, aber keine Gabe zeigt seine Liebe besser als die Gaben des Kreuzes. Wir bekamen diese Geschenke nicht in Papier eingewickelt, sondern in Leiden verpackt, nicht unter einem Baum, sondern am Kreuz, nicht mit Bändern umhüllt, sondern mit Blut bespritzt.

Die Gaben des Kreuzes.

Über die Gabe des Kreuzes selbst wurde schon viel gesagt, aber wie steht es mit den anderen Gaben? Was ist mit den Nägeln und der Dornenkrone? Was mit den Kleidern, die die Soldaten genommen haben? Die Kleidung für die Beerdigung? Haben Sie sich Zeit genommen, diese Geschenke auszupacken?

Er musste sie nicht geben, das wissen Sie. Das Einzige, das für unsere Rettung erforderlich war, war das Vergießen seines Blutes. Aber er tat mehr, so viel mehr. Betrachten Sie einmal aufmerksam den Schauplatz des Kreuzes, und was finden Sie?

Einen mit Wein getränkten Schwamm.

Ein Schild mit einer Aufschrift.

Zwei Kreuze neben Christus.

Göttliche Geschenke, die auf diesen Moment, auf den Bruchteil der Sekunde abzielen, in dem Ihr Gesicht sich aufhellt, in dem Ihre Augen vor Staunen sich weit öffnen und Gott Sie flüstern hört:

»Das hast du für mich getan?«

Die Krone des Schmerzes,

die dein gütiges Gesicht zerschnitt,

drei Bolzen, die Fleisch und Holz durchbohren,

um dich an deinem Platz festzunageln.

Ich verstehe, dass Blut notwendig war.

Bereitwillig nehme ich dein Opfer an.

Aber der bittere Schwamm, der spitze Speer,

der Speichel in deinem Gesicht?

Musste es ein Kreuz sein?

Gab es keinen angenehmeren Tod,

als sechs Stunden lang zwischen Leben und Tod zu hängen

nach dem Kuss eines Verräters?

»Oh, Vater«, sprichst du,

innerlich ruhig über das, was kommt,

»entschuldige meine Frage, aber ich möchte wirklich wissen:

Hast du das für mich getan?«

Wagen wir es, so zu beten? Wagen wir es, solche Gedanken zu denken? Kann es sein, dass der Hügel des Kreuzes voller Geschenke Gottes ist? Betrachten wir sie! Packen wir diese Gaben der Barmherzigkeit aus, als ob es das erste Mal wäre. Und wenn Sie diese Gaben in die Hand nehmen – wenn Sie das Holz des Kreuzes fühlen, wenn Sie die Windungen der Dornenkrone nachfahren und die Spitze des Speeres betasten –, dann halten Sie inne und lauschen. Vielleicht hören Sie ihn flüstern:

»Ich habe es für dich getan.«

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

2: »Ich werde deine dunklen Seiten tragen«: Gottes Verheißung im Speichel des Soldaten

Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben im Grund ihres Herzens. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.

PSALM 36,2

Die Eitelkeit ist so tief im Herzen des Menschen verankert, dass … diejenigen, die missbilligend darüber schreiben, die Ehre

beanspruchen, gut geschrieben zu haben; und diejenigen, die das Geschriebene gelesen haben, wollen geehrt sein, weil sie es gelesen haben.

BLAISE PASCAL

Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?

JEREMIA 17,9

Sünde im christlichen Sinne ist der Riss, der das ganze Sein durchzieht.

EMIL BRUNNER

Ach, wo kommt doch das böse Ding her, dass alle Welt so voll Falschheit ist?

SIRACH 37,3

Was wäre mit dem Biest geschehen, wenn die Schöne nicht gekommen wäre?

Sie kennen die Geschichte. Einst war sein Gesicht hübsch und sein Palast behaglich. Doch das war vor dem Fluch, bevor die Schatten auf das Schloss und auf das Herz des Prinzen fielen. Und als die Finsternis hereinbrach, ging es auch mit ihm bergab. Er lebte zurückgezogen in seinem Schloss, mit einer schleimigen Schnauze, vorstehenden Zähnen und seiner schlechten Laune.

Aber all das änderte sich, als das Mädchen kam. Ich frage mich, was mit dem Biest geschehen wäre, wenn das Mädchen nicht gekommen wäre.