Wein Decoded - Michael Roth - E-Book

Wein Decoded E-Book

Michael Roth

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Beschreibung

[Einleitung] Der Kellner lächelt verschwörerisch, empfiehlt den "Geheimtipp". Aber können Sie objektiv beurteilen, ob der Wein wirklich gut ist und der verlangte Preis fair? Für die meisten zählt nur: schmeckt er oder nicht. Doch mit Unsicherheit souverän umzugehen, ist eine Kunst, die dieses Buch Ihnen lehrt. [Kerninhalt] Dieses Buch ist Ihr nüchterner Kompass. Keine poetischen Umschreibungen von Aromen, sondern eine klare und einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gelassenheit und Souveränität, die Sie ohne Vorwissen sofort anwenden können. Lernen Sie, Wein zu "lesen", seine Qualität zu entschlüsseln und Preis und Leistung präzise zu entkoppeln. [Was Sie lernen werden] Sie erhalten: Die BLIK-Formel zur Qualitätsbewertung (Balance, Länge, Intensität, Komplexität). Den schnellen Preis-Leistungs-Index für den Handel und das Restaurant. Klare Indizien, um Trinkreife, Rebsorten und Herkunft zu entschlüsseln. [Wer profitiert vom Buch?] Für alle, die Wein verlässlich und nachvollziehbar beurteilen möchten - vom neugierigen Einsteiger bis zum erfahrenen Hobby-Verkoster.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

WIDMUNG & DANKSAGUNG

ÜBER MICH

VORWORT

1 DIE WEINBESCHREIBUNG

2 WEINQUALITÄT

3 TRINKREIFE

4 HERKUNFT

5 REBSORTEN

6 UMGANG MIT WEIN

7 WEINBEREITUNG

8 CHEAT-CARD

9 GLOSSAR

WIDMUNG & DANKSAGUNG

Meiner Frau Birgit und meinen Töchtern Sophie und Sarah Victoria – danke für Liebe, Geduld und Inspiration .

Meinen Eltern Ingrid und Günter sowie meinen Schwiegereltern Karl und Brigitta danke ich für vorgelebtes Vertrauen, Rückhalt und gemeinsame Lebensfreude.

Und unserer Weinrunde: für ungezählte Abende, ehrliche Diskussionen und die Freude am gemeinsamen Entdecken.

ÜBER MICH

Ich bin Michael Roth, 1978 in Mödling (Österreich) geboren. Im Brotberuf IT-Manager; privat Weinakademiker (seit Oktober 2025). Was mit frühen Eindrücken bei Weinfesten in der Thermenregion begann, entwickelte sich zu einer dauerhaften Liebe.

Früh prägten mich Weinkosttage, offene Kellertüren und Gespräche mit Winzerinnen und Winzern; Ab etwa 2010 habe ich meine Kenntnisse systematisch vertieft: zunächst durch zahlreiche Seminare, anschließend die Ausbildung an der Weinakademie Österreich – vom Basis- über die Aufbauseminare bis hin zum Weinakademiker Diploma.

Heute moderiere ich mehrmals jährlich Verkostungen im privaten und gelegentlich auch im externen Rahmen. Die Vorbereitung umfasst sensorische Beschreibung, Hintergrundinformationen zu Regionen, Terroir, Stilistik und Vinifikation sowie eine klare, begründete Qualitätsbeurteilung. Dabei ist mir wichtig, Theorie greifbar zu machen und Zugänge zu schaffen, die auch außerhalb klassischer Fachkreise bestehen.

Für die kommenden Jahre verfolge ich das Ziel, fundiertes Weinwissen praxisnah, präzise und mit Freude zu vermitteln – mein Motto: „Wein gemeinsam erleben. Freude und Wissen teilen.”

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen – und mindestens ebenso viel beim Entdecken besonderer Schätze im Glas.

Michael Roth, Weinakademiker

VORWORT

Woran lässt sich ein guter Wein nun erkennen?

Stellen wir uns die Szene vor: Sie sitzen mir ihren Lieben im Restaurant. Der Kellner lächelt verschwörerisch. „Das ist unser Geheimtipp“, sagt er und kippt Ihnen einen Schluck ins Glas. Er schwärmt von „schöner Mineralität“, „limitiertem Kontingent“ und „großartigen Bewertungen“. Der Tisch nickt, alle wollen „den guten“ kosten.

Die Spannung steigt. Jetzt liegt es an Ihnen! Das Glas dankbar abnicken, oder das vermeintliche „Weinwunder“ gegen etwas Tatsächliches tauschen? Viele können nur sagen, ob ihnen der Wein schmeckt. Aber wie beurteilt man möglichst objektiv, ob der für den Glasinhalt verlangte Preis fair ist?

Dieses Buch hilft Ihnen, eine fundierte Antwort in dieser Situation zu geben. Kein Gedichtband über Pfirsicharomen oder Veilchenduft, sondern eine einfache Anleitung für Gelassenheit und Souveränität in dieser Situation.

Sie benötigen dafür kein großes Vorwissen - nur die Bereitschaft, kurz genauer hinzuschauen, hineinzuriechen und den Wein bewusst zu verkosten. Entscheidend ist eine klare Reihenfolge. Genau die bekommen Sie hier: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispielen. Im Restaurant oder Handel entscheiden Sie am Ende über Geld. Deshalb fließt die Preis-Leistungs-Bewertung gleich mit ein, nicht erst hinterher.

Zurück ins Restaurant…

Das Glas steht vor Ihnen, kühl beschlagen. Sie geben sich 30 Sekunden.

Sehen. Ist der Wein klar? Wie wirkt die Farbe (Farbtiefe, Farbton, Wasserrand)? Perlage beim Schaumwein: fein oder grob?

Riechen. Riecht es sauber? Wie kräftig ist der Duft – zurückhaltend oder deutlich? Wirkt er frisch oder müde? Welche und wie viele Aromen können Sie wahrnehmen?

Schmecken. Restsüße? Stützt die Säure? Ist Alkohol gut eingebunden oder brennt er? Beim Roten: Tannin feinkörnig oder grob und unreif? Wie lang bleibt der Geschmack – Sie zählen im Kopf mit.

Beurteilen. Stimmt die Harmonie (nichts sticht negativ heraus)? Hat der Wein Ausdruck (keine verwaschene Frucht)? Kommen neue Seiten hervor, wenn Sie nach ein paar Minuten erneut probieren? Das ist Qualität, die man sehen, riechen, schmecken kann – ohne Etikett, ohne große Worte.

Apropos Preis-Leistung:

Einen Restaurant-Markup (Aufschlag) gibt’s natürlich immer. Das ist auch Okay. Entscheidend ist Fairness: Stimmt das Verhältnis Leistung im Glas zu Preis auf der Karte?

Typische Richtwerte im Restaurant:

Flasche: grob ×2,5 bis ×4 auf den EK (variiert stark nach Konzept, Miete, Service, Lager-/Bruchrisiko).

By the glass (glasweise): oft so kalkuliert, dass 1 Glas ~ halber bis ganzer EK der Flasche ist (das Lokal hat die Flasche nach 1–2 Gläsern „herinnen“).

Warum so hoch?

Miete, Löhne, Glasbruch, Lagerbindung, Energiekosten, Gläser/Polieren, Servicezeit, Risiko von Fehlkäufen – all das steckt im Aufschlag, nicht nur im Wein im Glas.

Zwei kurze Fragen an Service/Sommelier entlarven viel:

„Seit wann ist die Flasche offen (glasweise)?“

„Was hat heute das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu meinem Gericht?“

Klare, konkrete Antworten sind ein gutes Zeichen. Ausweichendes Gerede ist es nicht. Im Glas zählt letztlich die Substanz: kurze Länge, verwaschene Frucht, schwächelnder Körper, oder müder Eindruck → keine „Geheimtipprede“ der Welt macht daraus einen fair bepreisten Wein.

Der Kellner lächelt immer noch. Diesmal lächeln Sie entspannt zurück – und prüfen ruhig: Balance? Länge? Intensität? Vielschichtigkeit? Passt das, passt oft auch der Preis. Passt es nicht, wählen Sie klüger. Genau dafür ist dieses Buch geschrieben.

Für welche Zielgruppen ist dieses Buch gedacht?

Dieses Buch richtet sich an alle, die Wein verlässlich und nachvollziehbar beurteilen möchten – auch ohne Vorwissen. Wenn Sie im Restaurant rasch erkennen wollen, was im Glas ist und ob der Preis passt, sind Sie hier richtig.

Einsteigerinnen und Einsteiger erhalten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Hobby-Verkosterinnen und -Verkoster sowie Weinrunden lernen, Eindrücke präzise und vergleichbar zu formulieren. Fortgeschrittene nutzen das Buch als Nachschlagewerk oder zum Auffrischen ihres Wissens.

Auch Schaumwein-Liebhaberinnen und -Liebhaber profitieren, weil Perlage, Textur und Stil sicher einzuordnen sind. Kurz: Wenn Sie schnell, nüchtern und reproduzierbar zu einem Qualitätsurteil kommen möchten, ist dieses Buch für Sie.

Welche Inhalte versuche ich zu transportieren?

Neben der reinen Qualitätsbeurteilung lernen Sie, die Trinkreife fundiert einzuschätzen: Sie ordnen ein, ob ein Wein jetzt am besten schmeckt, mit der Zeit gewinnt oder bereits abbaut – auf Basis von Säure, Tannin, Konzentration, Abgang und dem Entwicklungsstadium im Glas.

Darüber hinaus erkennen Sie typische Signale für Rebsorten (z.B. aromatische Prägung, Säureprofil, Tanninstruktur, mögliche Holzwirkung) und Herkünfte: Sie lesen Klima-Hinweise (kühl vs. warm), Stilistik (alte vs. neue Welt) und weitere Indizien, die zu einer plausiblen Herkunfts-Einordnung führen.

So entsteht neben dem Qualitätsurteil ein robustes Bild aus Trinkreife, Sortencharakter und Herkunft – nachvollziehbar und reproduzierbar.

Und jetzt geht es los. Legen Sie den Flaschenöffner bereit.