Weiße Nacht - Åsa Larsson - E-Book
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Beschreibung

Mord in der Mittsommernacht: Eine Pastorin wird tot in der Kirche nahe Kiruna aufgefunden. Sie wurde erschlagen und dann unter der Kirchenorgel aufgehängt. Verdächtige gibt es viele – denn ihr radikales Engagement für Frauen in Not war vielen Männern ein Dorn im Auge. Ein ausreichendes Motiv für ein grausames Verbrechen? Die Anwältin Rebecka Martinsson reist aus beruflichen Gründen in ihre Heimatstadt und wird schneller in den Fall hineingezogen, als ihr lieb ist …

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:475


ÅSA LARSSON

WEISSE NACHT

ROMAN

Aus dem Schwedischenvon Gabriele Haefs

C. Bertelsmann

Die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel »Det blod som spillts« bei Albert Bonniers Förlag, Stockholm.

3. Auflage

Copyright © 2004 by Åsa Larsson

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2006beim C. Bertelsmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Satz: Uhl+Massopust, Aalen

ISBN 978-3-641-12646-9www.bertelsmann-verlag.de

Denn siehe, der Herr wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Einwohner des Landes über sie, dass das Land wird offenbaren ihr Blut und nicht weiter verhehlen, die darin erwürgt sind.

Jesaja 26:21

Dass euer Bund mit dem Tode los werde und euer Vertrag in der Hölle nicht bestehe. Und wenn eine Flut dahergeht, wird sie euch zertreten; sobald sie dahergeht, wird sie euch wegnehmen.

Kommt sie des Morgens, so geschieht’s des Morgens; also auch, sie komme des Tags oder des Nachts. Denn allein die Anfechtung lehrt aufs Wort merken.

Jesaja, 28:18-19

Freitag, 21. Juni

ICH LIEGE SEITLICH auf dem Küchensofa. Kann einfach nicht schlafen. Jetzt, mitten im Sommer, sind die Nächte blassblau und lassen mir keine Ruhe. Bald wird die Wanduhr über mir einmal schlagen. In der Stille wird das Ticken des Pendels immer lauter. Zerhackt jeglichen Sinn. Jeglichen Versuch, vernünftig zu denken. Auf dem Tisch liegt der Brief dieser Frau.

Ganz stillliegen, sage ich mir. Jetzt liegst du still und schläfst.

Ich muss an Traja denken, eine Pointerhündin, die ich als Kind hatte. Traja fand niemals Ruhe, sie wanderte durch die Küche wie ein unseliger Geist, und ihre Krallen scharrten über den lackierten Holzboden. In den ersten Monaten musste sie im Haus in einem Käfig schlafen, damit sie nicht immer herumlief. Die Befehle »sitz«, »Platz«, »bleib« füllten die ganze Zeit das Haus.

Jetzt ist es genauso. In meiner Brust liegt ein Hund auf der Lauer, der bei jedem Ticken der Uhr aufspringen will. Es ist aber nicht Traja, die da in meiner Brust auf dem Sprung liegt. Traja wollte nur herumwandern. Diese Hündin hier wendet den Kopf von mir ab, wenn ich versuche, sie anzusehen. Und sie hegt lauter böse Absichten.

Ich will versuchen zu schlafen. Irgendwer müsste mich einschließen. Ich müsste einen Käfig in der Küche aufstellen.

Ich stehe auf und schaue aus dem Fenster. Es ist Viertel nach eins und hell wie bei Tag. Die Schatten der alten Kiefer an der Grundstücksgrenze ziehen sich zum Haus hin. Ich finde, sie sehen aus wie Arme. Wie Hände, die sich aus ihren unruhigen Gräbern strecken und nach mir greifen. Der Brief liegt auf dem Küchentisch.

Ich bin im Keller. Es ist fünf nach halb zwei. Die Hündin, die nicht Traja ist, ist auf den Beinen. Sie springt in den Außenbezirken meines Verstandes hin und her. Ich versuche, sie zu rufen. Will ihr nicht in ihre zertrampelten Spuren folgen. Mein Kopf ist von innen blank. Die Hand macht sich an der Wand zu schaffen. An allerlei Gegenständen. Was soll ich damit? Hammer. Brecheisen. Kette. Noch ein Hammer.

Meine Hände legen alles in den Kofferraum. Es ist wie ein Puzzlespiel. Ich kann nicht erkennen, was es darstellt. Ich setze mich ins Auto und warte. Ich denke an die Frau und den Brief. Sie ist schuld. Sie hat mich aus meinem Verstand verjagt.

Ich fahre los. Im Armaturenbrett gibt es eine Uhr. Eckige Striche ohne Sinn. Die Straße führt in die Zeit hinaus. Die Hände halten das Lenkrad so fest, dass die Finger schmerzen. Wenn ich mich jetzt totfahre, müssen sie das Lenkrad absägen und mich damit begraben. Aber ich werde mich nicht totfahren.

Ich halte hundert Meter vom Ufer entfernt, wo ihr Boot liegt. Ich gehe zum Fluss hinunter. Er liegt blank und still da und wartet. Die Sonne tanzt auf den Kräuseln, die eine Bachforelle beim Larvenfressen hinterlassen hat. Die Mücken sammeln sich um mich. Landen neben meinen Augen und in meinem Nacken und saugen mein Blut. Mir ist das egal. Ein Geräusch lässt mich herumfahren. Da ist sie. Sie steht nur zehn Meter von mir entfernt.

Ihr Mund öffnet sich und formt Wörter. Aber ich höre nichts. Meine Ohren sind verriegelt. Sie kneift die Augen zusammen. Verärgerung flammt darin auf. Ich mache zwei unschlüssige Schritte vorwärts. Ich weiß noch nicht, was ich will. Ich halte mich außerhalb von Sinn und Verstand auf.

Jetzt entdeckt sie das Brecheisen in meiner Hand. Meine Hand, die den Stahl umklammert, wird weiß. Und plötzlich ist die Hündin wieder da. Riesengroß. Die Pfoten sehen aus wie Hufe. Das Fell sträubt sich vom Nacken bis zum Schwanz. Sie entblößt ihre Eckzähne. Sie wird zuerst mich mit Haut und Haaren verschlingen. Und dann die Frau.

Ich habe sie erreicht. Wie verhext starrt sie das Brecheisen in meiner Hand an, und deshalb trifft der erste Schlag sie dicht über der Schläfe. Ich knie neben ihr und schmiege die Wange an ihren Mund. Ein warmer Hauch an der Haut. Ich bin noch nicht fertig mit ihr. Die Hündin springt wie wahnsinnig alles an, was sich ihr in den Weg stellt. Die Krallen reißen tiefe Furchen in den Boden. Ich wüte. Ich tobe in den Randbereichen des Wahnsinns.

Und jetzt mache ich den letzten Schritt.

DIE KÜSTERIN PIA SVONNI steht im Garten ihres Reihenhauses und raucht. Normalerweise hält sie die Zigarette damenhaft zwischen Zeige- und Mittelfinger. Aber jetzt klemmt die Zigarette zwischen Daumen und Zeige- und Mittelfinger. Das ist ein riesengroßer Unterschied. Es geht auf Mittsommer zu, daran liegt es. Dann gerät man eben außer sich. Will nicht schlafen. Braucht auch nicht zu schlafen. Die Nacht flüstert und lockt und zieht, und man muss einfach nach draußen.

Die Feen des Waldes ziehen neue Schuhe aus allerweichster Birkenrinde an. Es ist die reinste Prinzessinnenkür. Sie verstecken sich und tanzen und schwänzeln auf den Wiesen herum, obwohl ja ein Auto vorbeikommen kann. Sie zertanzen ihre Schuhe, während die Wichtel sich zwischen den Bäumen verstecken und mit großen Augen zusehen.

Pia Svonni drückt die Zigarette in dem umgedrehten Blumentopf aus, der als Aschenbecher dient, und lässt die Kippe im Loch verschwinden. Plötzlich hat sie Lust, mit dem Rad zur Kirche von Jukkasjärvi zu fahren. Am nächsten Tag soll dort eine Trauung stattfinden. Sie hat schon geputzt und alles vorbereitet, aber jetzt möchte sie noch einen großen Blumenstrauß für den Altar pflücken. Sie will über die Wiese hinter dem Friedhof wandern. Dort wachsen Trollblumen, Butterblumen und purpurrote Mittsommerblumen in Wolken aus weißem Wiesenkerbel. Und am Wegesrand wispert das Vergissmeinnicht. Sie steckt ihr Telefon in die Tasche und zieht ihre Turnschuhe an.

Die Mitternachtssonne leuchtet über dem Grundstück. Das milde Licht fällt durch den Zaun, und die langen Schatten der Latten lassen die Rasenfläche aussehen wie einen selbst gewebten Flickenteppich mit gelbgrünen und dunkelgrünen Streifen. Eine Drosselbande tobt in einer Birke herum.

Der Weg nach Jukkasjärvi führt die ganze Zeit bergab. Pia strampelt und schaltet. Sie erreicht ein lebensgefährliches Tempo. Und trägt keinen Helm. Ihre Haare wehen im Wind. Sie kommt sich vor wie mit vier Jahren, als sie auf den alten Reifen im Hof auf- und absprang, bis sie das Gefühl hatte, sich jeden Moment überschlagen zu können.

Sie fährt durch Kauppinnen, wo einige Pferde sie von der Koppel aus anglotzen. Als sie die Brücke über den Torneälv überquert, sieht sie zwei kleine Jungen mitten im Fluss mit Fliegen fischen.

Die Straße führt am Fluss entlang. Pia kommt am Tourismuszentrum und am Gasthaus vorbei, an dem alten Konsumladen und dem scheußlichen Bürgerhaus. An den silbrigen Holzwänden des Heimatmuseums und den weißen Dunstschleiern über der Wiese hinter dem Holzzaun.

Ganz am Ende der Stadt, am Ende der Straße, steht die falunrote Holzkirche. Die Dachsparren riechen frisch geteert.

Der Glockenturm ist an den Zaun angebaut. Um die Kirche zu betreten, muss man den Turm durchqueren und über einen Weg aus Steinplatten zur Kirchentreppe gehen.

Die eine der blauen Türen des Glockenturms steht weit offen. Pia steigt von ihrem Rad und lehnt es an den Zaun.

Hier müsste doch geschlossen sein, denkt sie und geht langsam auf die Tür zu.

Etwas raschelt in den kleinen Birken auf der rechten Seite des Weges, der zum Pfarrhaus führt. Ihr Herz hämmert, und sie bleibt stehen und horcht. Es war nur ein kurzes Rascheln. Sicher ein Eichhörnchen oder eine Wühlmaus.

Auch die hintere Tür des Glockenturms steht offen. Sie kann durch den Turm hindurchblicken. Die Kirchentür ist ebenfalls geöffnet.

Jetzt hämmert ihr Herz wirklich. Es kommt vor, dass Sune den Glockenturm vergisst, wenn er am Abend vor Mittsommer gefeiert hat. Aber nicht die Kirchentür. Sie muss an die Jugendlichen denken, die die Fensterscheiben der Kirche in der Stadt eingeschlagen und brennende Lumpen hineingeworfen haben. Das ist zwei Jahre her. Was mag hier geschehen sein? Sie sieht immer neue Bilder vor sich. Das Altarbild besprayt und bepinkelt. Lange Messerkratzer auf den frisch angestrichenen Kirchenbänken. Vermutlich sind sie durch ein Fenster eingestiegen und haben dann von innen die Tür geöffnet.

Sie bewegt sich auf die Kirchentür zu. Geht langsam. Lauscht aufmerksam in alle Richtungen. Wie konnte es nur so weit kommen? Jungen, die doch an Mädchen denken und ihre Mopeds frisieren sollten. Wie konnten sie zu Kirchenanzündern und Schwulenklatschern werden?

Als sie den Laubengang hinter sich gebracht hat, bleibt sie stehen. Steht unter der Empore, die so niedrig ist, dass höher gewachsene Menschen den Kopf einziehen müssen. Es ist still und dunkel in der Kirche, aber alles scheint in Ordnung zu sein. Christus, der Prediger Laestadius und das Lappenmädchen Maria, durch das Laestadius erst zum Prediger wurde, leuchten unbesudelt vom Altarbild. Und doch lässt irgendetwas sie zögern. Etwas, das nicht so ist, wie es sein sollte.

Unter dem Kirchenboden liegen sechsundachtzig Tote. Meistens denkt sie nicht an sie. Sie ruhen in Frieden in ihren Gräbern. Aber jetzt spürt sie, wie die Unruhe der Toten durch den Boden aufsteigt und sie wie Nadeln in die Fußsohlen sticht.

Was ist los mit euch, denkt sie.

Der Mittelgang der Kirche ist mit einem roten Teppich bedeckt. Dort, wo die Empore endet und das Dach sich öffnet, liegt etwas auf dem Teppich. Sie bückt sich.

Ein Stein, denkt sie zuerst. Ein kleiner weißer Stein.

Sie hebt ihn mit Daumen und Zeigefinger hoch und geht zur Sakristei weiter.

Aber die Tür zur Sakristei ist abgeschlossen, und sie macht kehrt, um wieder durch den Mittelgang zu gehen.

Als sie den Altar erreicht hat, sieht sie den unteren Teil der Orgel. Er ist fast vollständig von einer Absperrung aus Holz verdeckt, die sich zwei Drittel der Deckenhöhe hoch quer durch das Kirchenschiff zieht. Aber den unteren Teil der Orgel sieht sie. Und sie sieht zwei Füße, die von der Empore herunterhängen.

Ihr erster, sekundenschneller Gedanke ist, dass jemand sich in die Kirche geschlichen und dort erhängt hat. Und genau in dieser ersten Sekunde wird sie wütend. Findet es rücksichtslos. Danach denkt sie gar nichts mehr. Rennt durch den Mittelgang, vorbei an der Holzsperre, und dann sieht sie den Leichnam, der vor den Orgelpfeifen und dem samischen Sonnensymbol hängt.

Der Leichnam hängt an einem Strick, nein, es ist kein Strick, es ist eine Kette. Eine lange Eisenkette.

Und jetzt sieht sie die dunklen Flecken auf dem Teppich, dort, wo der Stein gelegen hat.

Blut. Kann das Blut sein? Sie bückt sich.

Und dann begreift sie. Der kleine Stein, den sie zwischen Daumen und Zeigefinger hält, ist kein Stein. Sondern ein Stück eines Zahns.

Sie richtet sich mit einem Ruck auf. Ihre Finger lassen den weißen Zahn fallen, werfen ihn fast weg.

Die Hand zieht das Telefon aus der Tasche, wählt eins, eins, zwei.

Da meldet sich am anderen Ende ein Typ, der entsetzlich jung klingt. Während sie seine Fragen beantwortet, reißt sie an der Tür zur Empore. Die ist verschlossen.

»Die ist verschlossen«, sagt sie zu ihm. »Ich kann nicht nach oben gehen.«

Sie stürzt zurück in die Sakristei. Kein Schlüssel für die Empore. Kann sie die Tür aufbrechen? Womit?

Der Junge am anderen Ende der Leitung verlangt ihre Aufmerksamkeit. Er bittet sie, draußen zu warten. Hilfe sei unterwegs, verspricht er.

»Es ist Mildred«, ruft sie. »Die, die hier hängt, ist Mildred Nilsson. Die Pastorin hier. Gott, wie sie aussieht!«

»Sind Sie jetzt draußen?«, fragt der Junge. »Ist irgendwer in der Nähe?«

Der Junge am Telefon schickt sie hinaus auf die Kirchentreppe. Sie sagt ihm, dass dort kein Mensch zu sehen ist.

»Nicht auflegen«, sagt er. »Bleiben Sie dran. Hilfe ist unterwegs. Gehen Sie nicht wieder in die Kirche.«

»Darf ich eine rauchen?«

Das darf sie. Sie darf auch für einen Moment das Telefon weglegen.

Pia setzt sich auf die Kirchentreppe, neben das Telefon. Raucht und registriert, wie ruhig und gelassen sie doch ist. Aber die Zigarette will nicht richtig brennen. Am Ende sieht sie, dass sie sie am Filter angezündet hat. Nach sieben Minuten hört sie in der Ferne das Martinshorn.

Sie haben sie fertig gemacht, denkt sie.

Und jetzt fangen ihre Hände an zu zittern. Die Zigarette fällt zu Boden.

Diese Teufel. Sie haben sie fertig gemacht.

Freitag, 1. September

REBECKA MARTINSSON VERLIESS das Wassertaxi und schaute zum alten Herrenhaus Lidö hoch: die Nachmittagssonne auf der hellgelben Fassade mit den weißen Schnitzereien. Jede Menge Menschen auf der riesigen Rasenfläche. Lachmöwen, die über ihrem Kopf herumjagten. Eifrig und nervig.

Wie bringt ihr das über euch, dachte sie.

Sie gab dem Fahrer zu viel Trinkgeld. Als Ausgleich dafür, dass sie während der Fahrt auf seine Gesprächsversuche nur einsilbig geantwortet hatte.

»Ach, jetzt gibt’s also ein großes Fest«, sagte er und nickte zum Hotel hoch.

Ihre gesamte Anwaltskanzlei war dort oben angetreten. Fast zweihundert Personen wimmelten umher. Unterhielten sich in Grüppchen. Trennten sich von einer Gruppe und wanderten weiter. Händeschütteln und Wangenküssen. Eine Reihe großer Grills war aufgestellt worden. Personen in Weiß tischten auf einer mit Leinen bedeckten langen Tafel das Büfett auf. Sie liefen zwischen der Hotelküche und dem Tisch hin und her wie weiße Mäuse mit albern hohen Kochmützen.

»Ja«, antwortete Rebecka und zog die Tasche aus Krokoleder über ihre Schulter. »Aber man hat schon Schlimmeres überlebt.«

Der Fahrer lachte und jagte los, dass die Gischt nur so aufspritzte. Eine schwarze Katze sprang lautlos vom Steg und verschwand im hohen Gras.

Rebecka ging los. Die Insel sah nach dem Sommer müde aus. Zertrampelt, ausgetrocknet und erschöpft.

Hier sind sie gewandert, dachte sie. Alle kinderreichen Familien mit Picknickdecken, alle beschwipsten eleganten Bootsmenschen.

Das Gras war brüchig und gelb. Die Bäume wirkten staubig und durstig. Sie konnte sich vorstellen, wie es im Wald aussah. Unter Blaubeersträuchern und Farnwedeln lagen massenhaft Flaschen, Dosen, benutzte Kondome und menschliche Fäkalien.

Der Weg hinauf zum Hotel war hart wie Beton. Wie der geborstene Rücken einer Urzeitechse. Sie selbst war ebenfalls eine Echse. Frisch gelandet mit ihrem eigenen Raumschiff. Gewandet in ein Menschenkostüm, war sie unterwegs zu ihrer Feuertaufe. Und sollte menschliches Verhalten imitieren. Sich die Umstehenden ansehen und sich ungefähr genauso benehmen. Hoffen, dass ihre Verkleidung nicht am Hals auseinander fiel.

Jetzt hatte sie die Rasenfläche fast erreicht.

Na los, sagte sie sich. Du schaffst das.

Nachdem sie diese Männer in Kiruna getötet hatte, hatte sie ihre Arbeit in der Kanzlei Meijer & Ditzinger ganz normal wieder aufgenommen. Alles ging gut – hatte sie gedacht. Aber in Wirklichkeit war es die Hölle gewesen. Sie hatte nicht an Blut und Leichen gedacht. Wenn sie sich jetzt an die Zeit vor ihrer Krankschreibung zurückerinnerte, konnte sie nicht einmal sagen, ob sie überhaupt gedacht hatte. Sie hatte geglaubt zu arbeiten. Aber am Ende hatte sie nur noch Papiere von einem Stapel auf den anderen gelegt. Natürlich hatte sie schlecht geschlafen. Und war irgendwie abwesend gewesen. Sie hatte manchmal ewig gebraucht, um sich morgens zurechtzumachen und zur Arbeit zu fahren. Die Katastrophe hatte sie von hinten eingeholt. Sie bemerkte sie erst, als sie schon über sie hereingebrochen war. Es war eigentlich ein einfacher Fall gewesen. Der Mandant hatte die Kündigungsfrist eines Mietvertrages in Frage gestellt. Und Rebecka hatte eine absolut unmögliche Antwort gegeben. Trotz des Ordners mit allen Verträgen vor der Nase, aber sie hatte nicht erfasst, was dort stand. Der Mandant, ein französischer Postversand, hatte die Kanzlei auf Schadensersatz verklagt.

Sie wusste noch, wie Måns Wenngren, ihr Chef, sie angesehen hatte. Blutrot im Gesicht, hinter seinem Schreibtisch. Sie hatte kündigen wollen, aber damit war er nicht einverstanden gewesen.

»Das würde einen ungeheuer schlechten Eindruck von unserer Kanzlei erwecken«, hatte er gesagt. »Alle würden glauben, wir hätten dir die Kündigung nahe gelegt. Dass wir eine Mitarbeiterin im Stich lassen, weil sie psychi…weil es ihr nicht gut geht.«

An diesem Nachmittag war sie aus der Kanzlei gewankt. Und als sie im Herbstdunkel auf der Birger Jarlsgata stand, im Licht der vorüberjagenden Luxuskarossen und der geschmackvoll eingerichteten Schaufenster und der Gaststätten unten am Stureplan, war sie von dem starken Gefühl überwältigt worden, dass sie nie wieder zu Meijer & Ditzinger zurückkehren könnte. Sie hatte das Gefühl gehabt, sich so weit wie überhaupt nur möglich von der Kanzlei entfernen zu wollen. Aber so war es nicht gekommen.

Sie wurde krankgeschrieben. Zuerst immer für eine Woche. Danach monatsweise. Der Arzt hatte ihr geraten zu tun, worauf sie Lust hatte. Wenn es bei ihrer Arbeit etwas gab, das ihr zusagte, dann sollte sie sich damit beschäftigen.

Die Kanzlei hatte nach der Mordserie in Kiruna sehr viele neue Aufträge bekommen. Rebeckas Name und Bild waren den Zeitungen zwar vorenthalten worden, aber die Kanzlei war dort immer wieder genannt worden. Und das hatte Früchte getragen. Interessenten erkundigten sich bei der Kanzlei und wollten von »der Frau, die da oben in Kiruna war«, vertreten werden. Sie erhielten die Standardantwort, dass man ihnen einen erfahreneren Strafrechtsexperten anbieten, diese Frau aber als Assistentin dabei sein könne. Auf diese Weise hatten sie bei den großen Prozessen, denen das Interesse der Medien galt, einen Fuß in der Tür. In dieser Zeit gab es zwei Gruppenvergewaltigungen, einen Raubmord und eine Bestechungsaffäre.

Die Teilhaber schlugen vor, dass sie auch während ihrer Krankschreibung bei den Verhandlungen anwesend sein solle. Es handele sich ja nicht um viele Termine. Und es sei nur gut für sie, den Kontakt zur Arbeit nicht zu verlieren. Sie brauche sich auch nicht vorzubereiten. Sondern nur dabei zu sein. Aber nur, wenn sie wolle, natürlich.

Sie hatte sich darauf eingelassen, weil sie nicht glaubte, irgendeine Wahl zu haben. Sie hatte die Kanzlei blamiert, hatte ihr eine Schadensersatzklage beschert und einen Mandanten vergrault. Es war unmöglich, nein zu sagen. Sie stand in der Schuld der Kanzlei, und deshalb lächelte sie.

An den Tagen, an denen sie mit ins Gericht musste, kam sie immerhin aus dem Bett. Normalerweise waren es die Angeklagten, die die ersten Blicke von Jury und Richter auf sich zogen, aber jetzt war Rebecka die große Attraktion im Zirkus. Sie starrte die Tischplatte an und ließ die anderen glotzen. Verbrecher, Geschworene, Staatsanwalt, Richter. Sie konnte ihre Gedanken fast hören: Ach, das ist sie also…

Jetzt hatte sie die Rasenfläche vor dem Herrenhaus erreicht. Hier war das Gras plötzlich grün und frisch. Sicher hatten sie in diesem Dürresommer wie besessen gesprengt. Die letzten Heckenrosen des Jahres sandten einen Duft aus, der der Abendbrise zum Land hin folgte. Die Luft war angenehm warm. Die jüngeren Frauen trugen ärmellose Leinenkleider. Die etwas älteren versteckten ihre Oberarme in dünnen Baumwolljacken von Iblues und Max Mara. Die Männer hatten die Schlipse zu Hause gelassen. Sie liefen in ihren Hosen von Grant mit Drinks für die Damen hin und her. Warfen einen Blick auf die Glutbetten der Grills und plauderten leutselig mit dem Küchenpersonal.

Rebecka hielt in der Menge Ausschau. Keine Maria Taube. Kein Måns Wenngren.

Und da kam einer der Teilhaber auf sie zu, Erik Rydén. Sofort das Lächeln aufgesetzt.

»Ist sie das?«

Petra Wilhelmsson sah Rebecka Martinsson den Weg zum Herrenhaus hochkommen. Petra war neu in der Kanzlei. Sie lehnte am Geländer vor dem Eingang. Auf ihrer einen Seite stand Johan Grill, ebenfalls frisch eingestellt, auf ihrer anderen Krister Ahlberg, Strafrechtsexperte und Mitte dreißig.

»Ja, das ist sie«, bestätigte Krister Ahlberg. »Die kanzleieigene kleine Modesty Blaise.«

Er leerte sein Glas und stellte es mit einem kleinen Knall auf das Geländer. Petra schüttelte langsam den Kopf.

»Dass sie wirklich einen Menschen getötet hat«, sagte sie.

»Drei sogar«, sagte Krister.

»Himmel, da krieg ich doch eine Gänsehaut. Seht nur!«, sagte Petra und hielt ihren Arm hoch.

Krister Ahlberg und Johan Grill musterten ihn aufmerksam. Er war schmal und braun. Überaus feiner Flaum war von der Sommersonne fast weiß gebleicht worden.

»Also, nicht weil sie eine Frau ist«, erklärte Petra, »aber sie sieht nicht aus wie der Typ, der…«

»Das ist sie ja auch nicht. Sie hatte am Ende einen psychischen Zusammenbruch. Und sie schafft die Arbeit nicht. Sitzt manchmal bei den medienwirksamen Verhandlungen mit im Gericht. Und man selbst macht die Arbeit und sitzt im Büro am Telefon parat, falls etwas sein sollte. Sie dagegen ist ein Promi.«

»Ein Promi?«, fragte Johan Grill. »Aber ihr Name ist doch wohl nie genannt worden?«

»Nein, aber unter den Juristen kennen sie doch alle. Das juristische Schweden ist so klein, das wirst du auch bald lernen.«

Krister Ahlberg zeigte mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand einen Zentimeter. Er sah, dass Petras Glas leer war, und spielte mit dem Gedanken, ihr das Nachfüllen anzubieten. Aber dann müsste er Petra mit Johan allein lassen.

»Gott«, sagte Petra, »was mag es wohl für ein Gefühl sein, einen Menschen zu töten?«

»Ich werde euch vorstellen«, sagte Krister. »Wir arbeiten nicht in derselben Abteilung, aber wir haben zusammen einen Kurs für Handelsrecht gemacht. Wir müssen nur warten, bis Erik Rydén sie aus seinen Armen gelassen hat.«

Erik Rydén umarmte Rebecka und hieß sie willkommen. Er war ein untersetzter Mann, der durch seine Gastgeberpflichten leicht ins Schwitzen geriet. Sein Körper dampfte wie ein Ameisenhaufen im August. Ein Dunst aus Chanel Pour Monsieur und Alkohol. Ihre rechte Hand klopfte ihm etliche Male den Rücken.

»Schön, dass du kommen konntest«, sagte er mit seinem allerbreitesten Lächeln.

Er nahm ihre Tasche und gab ihr im Gegenzug ein Glas Sekt und einen Zimmerschlüssel. Rebecka musterte den Schlüsselanhänger. Es war ein weißrotes Stück Holz, das mit einem Seemannsknoten an dem Schlüssel befestigt war.

Wenn die Gäste zu viel intus haben und er ihnen ins Wasser fällt, dachte sie.

Sie wechselten einige Gemeinplätze. Was für schönes Wetter. Für dich bestellt, Rebecka. Sie lachte, fragte, wie es laufe. Ja, erst vorige Woche hatte Erik einen großen Mandanten aus der Biotech-Branche an Land gezogen. Und sie wollten eine Fusion mit einer Firma in den USA in die Wege leiten, also hatten sie alle Hände voll zu tun. Sie hörte zu und lächelte. Dann traf noch ein Nachzügler ein, und Erik war wieder mit seinen Gastgeberpflichten beschäftigt.

Ein Kollege aus der Strafrechtsabteilung kam auf sie zu. Er begrüßte sie wie eine alte Bekannte. Sie durchforstete fieberhaft ihr Gedächtnis nach seinem Namen, aber der war wie weggeweht. Er hatte zwei Neueingestellte im Schlepptau, eine Frau und einen Mann. Der Mann hatte eine blonde Mähne, die ein extrem braunes Gesicht umrahmte, wie man es nur vom Segeln bekommt. Er war ein wenig klein geraten und hatte breite Schultern. Viereckiges vorgeschobenes Kinn, und aus dem hochgekrempelten teuren Pullover ragten zwei muskulöse Unterarme heraus.

Wie ein gestylter Popeye, dachte sie.

Die Frau war ebenfalls blond. In ihrer Mähne hatte sie eine teure Sonnenbrille festgesteckt. Lachgrübchen in den Wangen. Eine Jacke, die zu ihrem kurzärmligen Oberteil passte, hing über Popeyes Arm. Sie reichten einander die Hand. Die Frau zwitscherte wie eine Amsel. Sie hieß Petra. Popeye hieß Johan und hatte einen vornehmen Nachnamen, den sich Rebecka aber nicht merken konnte. So war es seit dem vergangenen Jahr bei ihr. Früher hatte sie im Kopf Fächer gehabt, in die sie diese Informationen einsortieren konnte. Jetzt gab es keine Fächer mehr. Alles fiel wild durcheinander, und das meiste fiel daneben. Sie lächelte und drückte die Hände der anderen gerade herzlich genug. Fragte, für wen in der Kanzlei sie arbeiteten. Wie es ihnen gefalle. Was ihre Spezialgebiete seien und wo sie ihr Referendariat gemacht hätten. Niemand stellte ihr irgendeine Frage.

Sie wanderte weiter zwischen den Gruppen umher. Alle hielten den Zollstock in der Tasche bereit. Maßen einander. Verglichen sich mit dem Gegenüber. Gehalt. Wohnung. Name. Wen man kannte. Was man während des Sommers gemacht hatte. Jemand baute ein Haus in Nacka. Ein anderer suchte eine größere Wohnung, jetzt, wo das zweite Kind da war, am liebsten auf der richtigen Seite von Östermalm.

»Ich bin ein Wrack«, rief der Häuslebauer mit glücklichem Lächeln.

Ein frischgebackener Single wandte sich Rebecka zu.

»Im Mai war ich in deiner Heimat«, sagte er. »Bin zwischen Abisko und Kebnekaise Ski gelaufen, man musste um drei Uhr nachts aufstehen, um den Harsch zu nutzen. Tagsüber war der Schnee so weich, dass man einsank. Und dann konnte man nur im Liegestuhl sitzen und die Frühlingssonne genießen.«

Plötzlich war die Stimmung gedrückt. Musste er ihre Heimat erwähnen? Kiruna drängte sich wie ein Gespenst zwischen sie. Alle zählten plötzlich die Namen von tausend anderen Orten auf, die sie besucht hatten. Italien, Toskana, Eltern in Jönköping und Legoland, aber Kiruna wollte nicht verschwinden. Rebecka ging weiter, und alle atmeten erleichtert auf.

Die älteren Juristen waren in ihren Sommerhäusern an der Westküste, in Schonen oder auf den Schäreninseln gewesen. Arne Eklöf hatte seine Mutter verloren und erzählte Rebecka ganz offen, dass er den Sommer mit Erbstreitereien verbracht hatte.

»Ja, Mist«, sagte er. »Wenn Gott der Herr den Tod bringt, bringt der Teufel die Erben. Willst du?«

Er nickte zu ihrem Glas hinüber. Sie lehnte dankend ab. Er sah sie fast wütend an. Als habe sie sich weitere Vertraulichkeiten verbeten. Vermutlich hatte sie das ja auch. Er stapfte zum Tisch mit den Getränken. Rebecka blieb stehen und sah hinter ihm her. Es war anstrengend, mit Leuten zu reden, aber es war ein Albtraum, allein mit einem leeren Glas hier zu stehen. Wie eine armselige Topfblume, die nicht einmal um Wasser bitten kann.

Ich kann auf die Toilette gehen, dachte sie und schaute auf die Uhr. Und da kann ich sieben Minuten bleiben, wenn es keine Schlange gibt. Drei, wenn draußen jemand wartet.

Sie schaute sich nach einer Stelle um, wo sie ihr Glas abstellen konnte. In diesem Moment trat Maria Taube neben sie. Sie hielt ihr eine kleine Schüssel mit Waldorfsalat hin.

»Iss«, sagte sie. »Man kriegt ja Angst, wenn man dich sieht.«

Rebecka nahm den Salat. Die Erinnerungen an das Frühjahr jagten durch ihren Kopf, wenn sie Maria ansah.

Scharfe Frühlingssonne vor Rebeckas verschmutztem Fenster. Aber die hat die Jalousien heruntergelassen. Mitten in der Woche, an einem Werktagsvormittag, kommt Maria zu Besuch. Nachher fragt Rebecka sich, wieso sie überhaupt die Tür aufgemacht hat. Sie hätte sich unter ihrer Decke verstecken sollen.

Aber egal. Sie geht zur Wohnungstür. Hat das Klingeln eigentlich kaum registriert. Wie abwesend öffnet sie das Sicherheitsschloss. Dann dreht sie das Schloss mit der linken Hand um, während die Rechte die Klinke nach unten drückt. Ihr Kopf ist ausgeschaltet. Genau wie dann, wenn man sich vor der offenen Kühlschranktür ertappt und sich fragt, was man denn überhaupt in der Küche will.

Später denkt sie, dass vielleicht irgendwo in ihr ein kluges kleines Wesen steckt. Ein Mädchen in roten Gummistiefeln und Schwimmweste. Die einzige Überlebende. Und dass dieses kleine Mädchen die leichten, raschen Absätze erkannt hat.

Das Mädchen sagt zu Rebeckas Händen und Füßen: »Psst, das ist Maria. Sagt ihr nichts. Bringt sie nur zum Aufstehen, und sorgt dafür, dass sie die Tür aufmacht.«

Maria und Rebecka sitzen in der Küche. Sie trinken Kaffee, Gebäck gibt es nicht. Maria sagt nicht viel. Die Stapel aus schmutzigem Geschirr in der Spüle, die Haufen von Post und Reklame und Zeitungen auf dem Dielenboden, die zerknitterten und schmutzigen Kleidungsstücke, die sie am Leib hat, verraten genug.

Und mittendrin fangen Rebeckas Hände an zu zittern. Sie muss die Kaffeetasse auf den Tisch stellen. Ihre Hände flattern ziellos umher wie zwei Hühner ohne Kopf.

»Keinen Kaffee mehr für mich«, versucht sie zu scherzen.

Sie lacht auf, aber das Lachen wird zu einem tonlosen Lärm.

Maria schaut ihr in die Augen. Rebecka bildet sich ein, dass Maria weiß, dass Rebecka manchmal auf dem Balkon steht und auf den harten Asphalt hinunterschaut. Und dass sie manchmal nicht einmal in den Laden gehen kann. Sondern von dem leben muss, was sie in der Wohnung hat. Tee und Essiggurken.

»Ich bin keine Psychologin«, sagt Maria, »aber ich weiß, dass alles schlimmer wird, wenn man nicht isst und schläft. Und du musst dich morgens anziehen und aus dem Haus gehen.«

Rebecka versteckt die Hände unter dem Küchentisch.

»Du meinst wohl, ich bin verrückt geworden.«

»Aber meine Liebe, in meiner Familie wimmelt es nur so von Frauen mit Nervenproblemen. Sie fallen in Ohnmacht, haben panische Angst und sind die totalen Hypochonderinnen. Und meine Tante, hab ich schon mal von der erzählt? Heute sitzt sie in der Psychiatrie und kann sich nicht mal alleine anziehen. Und am nächsten Tag eröffnet sie einen Montessori-Kindergarten. Ich kenn mich da aus.«

Am nächsten Tag bietet ein Sozius, Torsten Karlsson, Rebecka seine Kate an. Maria hat für Torsten in der Abteilung für Handelsrecht gearbeitet, ehe sie zu Rebecka und Måns Wenngren übergewechselt ist.

»Du tust mir einen Gefallen«, sagt Torsten. »Dann brauche ich mir keine Sorgen wegen Einbrechern zu machen und muss nur zum Gießen hinfahren. Eigentlich sollte ich die Bude ja verkaufen. Aber auch das macht so verdammt viele Scherereien.«

Sie hätte natürlich ablehnen müssen. Das lag doch auf der Hand. Aber dieses Mädchen in den roten Gummistiefeln hatte schon ja gesagt, ehe Rebecka auch nur den Mund aufmachen konnte.

BRAV ASS REBECKA ihren Waldorfsalat. Sie fing mit der halben Walnuss an. Kaum hatte sie die im Mund, da wurde sie auch schon so groß wie eine Pflaume. Sie kaute und kaute. Bereitete sich auf das Schlucken vor. Maria musterte sie.

»Wie geht es dir?«, fragte sie.

Rebecka lächelte. Ihre Zunge fühlte sich steif an.

»Ich habe wirklich keine Ahnung.«

»Aber es ist okay, heute Abend hier zu sein?«

Rebecka zuckte mit den Schultern.

Nein, dachte sie. Aber was soll man machen? Man zwingt sich. Sonst sitzt man bald irgendwo in einer Bude, verfolgt von den Behörden, voller Angst vor Menschen, mit Stromallergie und jeder Menge Katzen, die das Haus voll kacken.

»Ich weiß nicht«, sagte sie. »Ich habe das Gefühl, dass die Leute mich anstarren, wenn ich in eine andere Richtung blicke. Sie reden über mich, wenn ich nicht dabei bin. Verstehst du? Und sie scheinen voller Panik ›Tennis, anyone‹ zu fragen, sowie ich mich nähere.«

»So ist das eben«, lachte Maria. »Du bist doch die kanzleieigene Modesty Blaise. Und jetzt haust du draußen in Torstens Kate und wirst immer isolierter und verschrobener. Natürlich reden sie über dich.«

Rebecka lachte.

»Danke, jetzt fühle ich mich gleich besser.«

»Ich habe gesehen, dass du mit Johan Grill und Petra Wilhelmsson geredet hast. Was hältst du von der Ranschmeißnummer? Sie ist sicher ungeheuer sympathisch, aber ich kann keine Leute leiden, die den Hintern zwischen den Schulterblättern haben. Mein Hinterteil ist wie ein Teenie. Es hat sich sozusagen von mir frei gemacht und will auf eigenen Füßen stehen.«

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