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Ist es unser aller Geburtsrecht, in lustvoller Hingabe zu gebären und geboren zu werden? Oder glaubst du noch, dass Geburt generell schmerzhaft, leidvoll und gefährlich ist, - nur weil sie von den meisten Frauen so erlebt wird? Geburt im Vertrauen gleicht einem meditativen Liebesspiel im Einklang mit der weiblichen Urkraft. Doch welche Voraussetzungen sollten im Innen und Außen geschaffen sein, damit es zu so einem Erleben kommen kann? Die Autorin entschied sich nach intensiver Vorbereitung dazu, ihr erstes Kind alleine und ohne medizinische Begleitung zur Welt zu bringen. Was sie zu diesem Schritt bewog und wie sich ursprüngliches Wissen über natürliche Geburt in ihr entfachte, erfährst du in diesem Buch. Es verhilft dir, dich selbst zur Geburtsgöttin zu initiieren und alte Paradigmen der 'leidenden Gebärenden' zu sprengen. 'Die Wellen der Hingabe' eröffnet dir den Gedankenraum für eine lustvolle Geburt in Verschmelzung mit deiner Körperweisheit und den kosmischen Kräften.
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Seitenzahl: 338
Veröffentlichungsjahr: 2021
Für wen dieses Buch geschrieben ist
Über dieses Buch
Einleitung
Zurück zur geschützten Geburt
Inkarnation aus Sternenstaub
In Ruhe und Frieden gebären – ein Ding der Unmöglichkeit?
Vermeidung von unnötigen Schwangerschafts- und Geburtsinterventionen
Seelisch-mentale Störungsanfälligkeit der Säugetiermenschen
Ekstase, Lust und Schmerz unter der Geburt
Die Wunschgeburt meiner Tochter Cielo
Erschaffung unseres heiligen Geburtsraumes
Mein Weg – Seelenkommunikation und die Illusion der körperlichen Begrenzung
Über körperliche Grenzen hinaus
Bitte, liebe Engel, wenn es euch geben sollte, so helft mir!
Nichts ist mehr wie vorher, die heile Welt zerbricht
Die letzte Hoffnung – Reise zum Heiler João de Deus
Der Geist des Kombuchapilzes und der kollektive Steingeist
Geistige Heilung meiner Schilddrüse
Der Ruf, dem ich folgen musste
Vom Opfer zum Schöpfer
Erschaffe alles, was du dir zu erträumen wagst
Selbstheilung einer Querschnittslähmung durch Gedankenkraft
Sprengung der Grenze des Vorstellbaren
Erschaffung meiner eigenen Realität
Geburt als spirituelle Initiation
Ekstatische Rückverbindung unter der Geburt
Vom siebten Himmel in die Hölle – CIELOS Geburt
Rückkehr der Tempelgeburten
Andere kraftvolle und ermutigende Erfahrungsberichte
Danksagung
Quellen der Inspiration: Bücher und DVDs
»Ursprüngliches Gebären wird möglich, wenn die Hingabe an die intuitive Gebärkraft, die jedem weiblichen Geschöpf innewohnt, erlaubt wird. Dass wir eine Anleitung dazu benötigen und den Prozess durch Kontrolle und Dirigieren unterbrechen müssen, ist ein gefährlicher Trugschluss. Er erzeugt viel Leid und Interventionen.
Eröffnen wir stattdessen einen achtsamen und geborgenen Raum, wo sich der intime sexuelle Akt würdevoll entfalten darf, ist der Weg zum schmerzarmen und ekstatischen, ja sogar transzendenten Geburtserlebnis geebnet.«
Nina Divinananda
Dieses Buch ist vor allem für Frauen, deren Partner(innen) und deren Geburtsbegleiter geschrieben, die sich auf die erste oder eine erneute Geburt vorbereiten wollen. Definitiv ist dieses Buch geeignet für Frauen, die einen längerfristigen Kinderwunsch haben und sich immer mehr mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt auf positive Weise verbinden wollen. Kurz vor der Geburt kann es dir wichtige Inspirationen und Hinweise geben. Es kann dich vor Dingen bewahren, die du vielleicht nicht möchtest oder dir wünschst, obwohl dir diese Wünsche vorher noch gar nicht bewusst waren. Natürlich ist dieses Buch auch an alle Gynäkologen, Hebammen und Doulas gerichtet, die biologische und psychologische Zusammenhänge der Geburt besser verstehen möchten und den spirituell-sinnlichen Aspekt der Geburt in ihr Realitätsfeld lassen wollen.
Mein erstes Buch über Schwangerschaft und Geburt habe ich bereits 10 Jahre, bevor ich schwanger wurde, gelesen. Ich habe wohl gespürt, dass dieses Thema einmal unendlich wichtig für mich sein wird. Aber für welche Frau, die Kinder möchte, sollte dieses Thema eigentlich nicht unendlich wichtig sein? Denn Geburt ist einer der verletzlichsten Momente, in die man sich in seinem Leben begibt. Eine Geburt kann wie eine Initiation in die weibliche Urkraft, in die heilige Weiblichkeit erlebt werden. Wenn man das möchte, ist es ein längerfristiger Pfad, auf den man sich schon jahrelang zuvor begeben kann. Auf diesem Pfad geht es um ein echtes Erwachsenwerden, ein »in – sich - erwach(s) en«, auch wenn man schon lange volljährig ist. Es geht darum, selbstbestimmt zu erfühlen, was man braucht, statt die Verantwortung abzugeben – also klar für sich einzustehen. Der Pfad zu unserer weiblichen Urkraft beinhaltet das völlige Loslassen und Vertrauen, sich fallen zu lassen in das rezeptive Nicht-Wissen-Können. Die Vorbereitung auf eine Geburt und der Moment selbst sind dafür ein enormes Übungsfeld, vorausgesetzt, man möchte diese Chance für sich nutzen. Genau, wie man Sex rein körperlich erleben kann, kann man ihn auch emotional tantrisch und sogar als übersinnliche Erfahrung erleben. Also komplett abgespalten oder komplett hingebungsvoll verbunden. Man kann Geburt, genau wie Sex, als transzendente Verschmelzung mit dem Universum unter Auflösung des Egos erleben, wo nur das Hier und Jetzt existiert.
Denn Geburt ist ein sexueller Akt, und doch wird er in unserer Gesellschaft nicht als solcher behandelt. Geburt selbst gleicht einer Grenzerfahrung wie die Anwendung von psychedelischen Heilpflanzen. Wenn man verdrängte Themen lange zuvor nicht anschauen mochte, werden sie einem im Moment des Geburtsprozesses unter die Nase gerieben – ob man wollte oder nicht, muss man sich ihnen stellen.
Der Verlauf einer Geburt hängt maßgeblich mit deiner seelischen Konstitution zusammen, denn der Körper reagiert unmittelbar auf deine seelisch-mentalen Regungen und schwingt mit ihnen. Also liegt es an dir, in die Eigenverantwortung zu gehen, bereits vor dem Geburtsereignis. Wenn man nämlich diese Selbstermächtigung bereits lange vor dem Gebären übt, hat man es zum eintreffenden Zeitpunkt viel leichter.
Auf seine innere Stimme zu hören und ihr zu folgen, wird uns in der Regelschule nicht beigebracht, da diese meistens immer noch auf dem System des Gehorsams und des Nicht-Hinterfragens und Abarbeitens von auferlegten Pflichten basiert. Also sei sanft mit dir selbst, wenn du vorher nichts davon erfahren hast, was es wirklich für eine optimale Geburtsvorbereitung braucht. Woher sollst du es auch wissen, wenn du es nicht gelehrt wurdest? In einem klassischen Arbeitsverhältnis geht es ebenfalls oft nicht viel darum, selbst hineinzuspüren, was man selbst braucht, sondern um Gehorsam. Gehorsam und Folgsamkeit können auch mit guten Gefühlen verbunden sein. Dass man sich sicher und geborgen fühlt zum Beispiel, weil man klar weiß, wo sein Platz und seine Aufgabe liegen. Bei Ameisen und Bienenvölkern kann man dieses faszinierende Phänomen beobachten, und in vielen Kontexten ist Gehorsam sinnvoll und produktiv. Man kann auch viel Sympathie und Vertrauen jemandem gegenüber empfinden, dem gegenüber man gehorsam ist. Sich Autoritäten unterzuordnen, die man mag, kann also Freude machen. Ich selbst war zum Beispiel kein Rebell in der Schule und habe die allermeisten Lehrer respektiert und gemocht. So bin ich auch immer gut durchgekommen im Leben, da ich folgsam das getan habe, was von mir erwartet wurde. Nur, die Rechnung geht unter der Geburt nur schwer auf und man sollte von Lebenssituation zu Lebenssituation entscheiden, wo Gehorsam Sinn macht und wo nicht. Es ist wichtig hinzuschauen, wie wir geprägt wurden von klein auf. Wir haben gelernt, dass wir, wenn wir den Regeln der Gesellschaft nicht folgen, rausfliegen. Aus der Schule, vom Arbeitsplatz … Aber als werdende Mutter bist du letztendlich nur dir selbst und deinem Baby etwas schuldig, niemandem anders. Doch natürlich wird dieses Muster bei der Schwangerschaftsvorsorge und Geburt dann auch weitergeführt, wenn wir nie gelernt haben, eigenständig zu hinterfragen. Dann wird einfach dem Experten vertraut statt seinem eigenen Körpergefühl und man hintergeht sich selbst. Generell ist es völlig okay, einem Experten zu vertrauen, zum Beispiel einer Hebamme oder einem Gynäkologen. Doch nicht bedingungslos jedem, nur weil er einen Titel oder Approbation vorzuweisen hat. Durch die vielen Geburtsberichte, die Frauen mit mir geteilt haben, konnte ich beobachten: Wenn die Verantwortung in der Schwangerschaft und unter der Geburt zu 100 % abgegeben wird, entsteht oft Leid. Wenn alles gut gegangen ist, ist man dann bloß »an die Richtigen geraten«?
Geburt ist kein Zufallsprodukt von Glück und Pech bzw. Schicksal. Einen riesigen Prozentsatz deiner Wunschgeburt kannst du selbst initiieren. Dies kannst du tun, indem du dich selbst initiierst, hinzuschauen, was du in dein Leben lässt und was du draußen haben möchtest.
Dieses Buch ist für dich bestimmt, wenn du generell sensibler für deine eigene Stimme werden möchtest und dir selbst treu werden willst – und alte Wunden heilen möchtest, wo du nicht treu zu dir warst – wenn du mutiger werden willst und spüren willst, wer du wirklich bist. Sich selbst treu sein bedeutet, in die Selbstliebe zu gehen und auf sein Herz zu hören. Es bedeutet auch danach zu handeln, wenn es sehr kontrovers und dir selbst unverständlich ist, was dein Herz dir sagt. Wenn wir es schaffen, in Selbstliebe und Selbstachtung zu kommen, können wir besonders für uns sorgen und werden besonders liebevoll umsorgt. Nichts ist ein Zufallsprodukt, da unsere innere Haltung unsere äußere Realität widerspiegelt. Wie innen so außen, so lautet das Spiegel- oder Resonanzgesetz.
Dieses Buch ist auch für dich bestimmt, wenn du niemals Mutter werden möchtest oder kannst. Wobei es auch zahlreiche Mütter gibt, denen man prophezeit hat, sie seien unfruchtbar, und dann wurden sie trotzdem mehrfach Mütter gesunder Kinder.
Anhand meiner Geschichte kannst du am Beispiel einer selbstbestimmten Geburt erfahren, wie man sich selbst treu bleibt, obwohl im Außen andere Regeln herrschen. Und ja. Wenn Trauer deswegen hochkommt, weil du es so nicht erleben konntest, lass sie da sein und durchfließen, damit du dich von ihr reinigst.
Dieses Buch ist kein direkter Ratgeber, sondern eher eine Inspiration, dich anhand meines Beispiels mit deinen eigenen Themen zu verbinden. Ich möchte dich darin unterstützen zu spüren, wo du bereits in Selbstliebe und Eigenermächtigung handelst und wo nicht – auch unabhängig von Schwangerschaft und Geburt. Dadurch, dass ich dich auch an meinen mentalen und spirituellen Grenzerfahrungen, jenseits Geburt und Schwangerschaft, teilhaben lasse, kannst du eigene Erkenntnisse für dein Leben gewinnen und innere Heilprozesse in Gang setzen. Egal, ob du weiblich, männlich, transgender, jung oder alt bist, du wirst etwas für dich oder andere mitnehmen können. Denn das heilige Weibliche gilt es in jedem von uns zu aktivieren, es ist nicht geschlechtsspezifisch einzuordnen. Das heilige Weibliche gibt den Kampf nach der ewigen Kontrolle auf, alles einordnen und kategorisieren, verändern und manipulieren zu wollen. Es ist der Mut, sich Kräften anzuvertrauen, die außerhalb von uns liegen und durch uns durchpulsieren, wenn wir sie hineinlassen. Das heilige Weibliche wählt weise und empfängt schließlich mit aller Entschlossenheit, indem es sich aus der Tiefe des Herzens hingibt. Alle aufkommenden Schatten, die diesen Prozess verhindern, gilt es vorher oder währenddessen mutig abzustreifen. Das heilige Weibliche schaut dem Feind genau ins Auge, bis tief in die Iris, und spürt diese Begegnung bis in jedes noch so feine Äderchen. So wird der Feind davonlaufen, der meist nur in ihrem Inneren existiert hat und sich deswegen im Außen präsentiert hat.
Wenn du bereits Mutter bist, muss dir bewusst sein, dass du durch meine Erzählungen mit deinen schmerzhaften Erinnerungen rückverbunden werden kannst, die du unter der Geburt deiner Kinder erlebt hast. Doch gerade wenn du noch einmal ein Kind zur Welt bringen möchtest, ist es von großer Wichtigkeit, dich diesen Gefühlen zu stellen, damit du in der Zukunft ein heiles Geburtserlebnis manifestieren kannst und sich schmerzhafte Erlebnisse nicht wiederholen. Wenn du dich in großem Schmerz, Bedauern, Traurigkeit oder Groll darüber befindest, was dir und deinem Kind unter der Geburt passiert ist – und kein Kind mehr zur Welt bringen willst oder kannst –, möchte ich dich dazu ermutigen, trotzdem weiterzulesen, auch wenn es weh tut. Vielleicht möchtest du dir therapeutische Unterstützung zur Seite holen, entweder bei mir oder bei anderen Therapeuten, die auf dieses Thema spezialisiert sind.
Wenn du deine eigenen Themen heilst, werden sie von deinen Töchtern und Söhnen nicht wiederholt werden müssen. Ja, und ich sage bewusst auch Söhne, denn sie sind es, die lernen dürfen, ihre Frau als Geburtsgöttin wahrzunehmen. Denn sie muss sich nur darin wiedererkennen und die Illusion des Unvermögens ablegen. Allein diese Wahrnehmungsveränderung kann einen tiefen Shift in deiner Frau, Tochter bzw. Enkelin auslösen (Enkelin im Bauch oder Enkelin, die gerade ein Baby zur Welt bringt). Gib den zukünftigen Vätern oder PartnerInnen also auch die Chance, sich in die Bedürfnisse einer Gebärenden hineinversetzen zu können und sie nicht per se als armes, leidendes Opfer zu sehen.
Im Verlauf des Buches zeige ich dir, wie du die Vergangenheit erneuern kannst, denn dein Gehirn kennt keinen Unterschied zwischen »wirklich« Erlebtem und Imaginiertem. Du kannst im Kapitel meiner eigenen Kaiserschnittgeburt lesen, wie traumatische Erfahrungen dauerhaft repariert werden können, um nur eine Methode zu nennen, die wirklich funktioniert. Wenn du glaubst, es ist nutzlos, diesen Schmerz anzuschauen, denn es ist ja sowieso passiert … es ist nun mal Vergangenheit … was soll das schon bewirken …, dann möchte ich dich ermutigen. Du kannst auch mit überwundenen traumatischen Geburtserlebnissen zu einer stolzen Göttin erblühen und später sogar andere Frauen darin unterstützen, dasselbe zu erleben. Lass es zu. Es liegt an dir und deinem tiefen Wunsch dahinter, dies wirklich zu erreichen, aber auch deinem Mut, dich unangenehmen Gefühlen zu stellen. Die Heilung unserer Herzen und dessen Themen brauchen manchmal Zeit – und manchmal können die schlimmsten jahrelang anhaftenden Gefühle in Sekundenschnelle verschwinden. Ich habe es so oft an mir selbst erlebt und möchte dir Mut machen, dass es Möglichkeiten der Heilung gibt, die öfters viel einfacher sind, als du glaubst. Ich möchte hier nur einige geniale Methoden der energetischen Psychotherapie nennen, wie EFT (Emotional Freedom Technique®), Tapas Akupressur Technik ®, EMDR®-Traumlösung (Augenbewegungsmethode), Healing Code ® und etliche andere energetische Heilmethoden.
Meine Mutter zum Beispiel hat ihre eigene Trauer darüber, dass sie mich mit Kaiserschnitt gebären musste, in dem Sinne aufgearbeitet, dass sie mich in meinem Wunsch zu einer freien Geburt unterstützt hat. Auch wenn du nicht mehr die Möglichkeit hast, ein eigenes reales schönes Geburtserlebnis zu erfahren, kannst du es erreichen, dich mit diesem Buch selbst heilen und anderen Frauen und Paaren die Möglichkeit bieten, dieses Buch zu lesen, indem du es ihnen weiterempfiehlst. So kann das kollektive Feld für eine gesunde Geburtskultur gestärkt werden und zukünftig friedliche glückliche Kinder mit einem gesunden Urvertrauen zur Welt kommen. Im Sinne unserer Kinder der »neuen Erde«, die vom ersten Lebenstag in Licht, Liebe und Geborgenheit eingehüllt sind. Ich danke für dein Sein und dein Dich-Einlassen in die Tiefen deiner Seele und dein Mitwirken auf energetischer Ebene für dieses Heilfeld für alle Frauen und Babys dieser Erde.
Dieses Buch nimmt dich mit auf eine Reise. Auf meine Reise. Sie beschreibt die fließenden Grenzen zwischen Himmel und Erde, Leben und Tod und warum wir uns davor nicht fürchten müssen. Wenn wir der Angst vor dem Sterben und den nicht-körperlichen Ebenen mutig ins Auge geschaut haben, dann können dort nur noch Liebe, tiefste Glückseligkeit und Geborgenheit auf uns warten. Doch dieses Tor gilt es zu durchschreiten, ehe wir körperlich sterben, damit wir wirklich ins Leben treten können. Tatsächlich erfahren wir dann, dass alles immer schon Bewusstsein-Seele war und immer bleiben wird. Dies stärkt das Vertrauen in den allumfassenden, unendlichen Kosmos, der wir sind und der uns umgibt.
Ein Kind zu gebären kann eine ganz besonders kraftvolle Initiation sein, also eine Möglichkeit zu einem enormen spirituellen Wachstum, wenn wir uns ihr mutig stellen. Denn wir wollen um alles in der Welt, dass wir und das Baby die Geburt heil überstehen. Und so möchten wir all die Vorbereitung dazu auftun, die uns möglich ist. Was es dazu braucht, ist ein Urvertrauen in den Prozess, sich den kosmischen Kräften und deiner Körperweisheit zu übergeben. Doch wie kommt man dorthin? Du musst einfach nur loslassen … Das ist sehr einfach gesagt, aber nicht leicht getan. Es gehört so viel dazu, loslassen zu können und vollends zu vertrauen. Mein Weg war es zu lernen, meiner inneren Stimme treu zuzuhören, trotz aller Gegensätze im Außen, mich tiefgründig mit neutralem Informationsmaterial zu versorgen und dieses zu studieren, meine Ängste und nicht förderlichen Glaubenssätze zu erkennen und durch neue zu ersetzen.
Unter der Geburt ist es besonders wichtig, sich in den Prozess hineinbegeben zu können, ohne die rationale Gehirnhälfte anzuschalten. So ist es sehr förderlich, sich schon vor der Geburt oder sogar in der Babyplanung schon mit deinem Wasserelement, deiner eigenen Sinnlichkeit zu verbinden. Denn die ursprüngliche Geburt ist nichts anderes als ein sinnliches Hingeben in ein Liebesspiel mit den Wellen deiner weiblichen Urkraft.
Wenn dich dieser Satz erschreckt oder du dich überhaupt nicht mit ihm identifizieren kannst, dann kannst du daran messen, wie weit dein Mentalkörper noch vom ursprünglichen Gebären entfernt ist. Aber mache dir keine Vorwürfe. Es wurde uns nicht beigebracht und auch nicht vorgelebt. Die Frauen, die ekstatische oder sinnliche und schöne Geburten hatten, berichten nicht sonderlich darüber. Unsere Großmütter waren meistens zu prüde, es uns zu erzählen, wenn es passierte. Horrorgeschichten hingegen gab man gerne weiter. Genauso wie wir Empathie und Mitmenschlichkeit oder friedliche und positive Kommunikation nicht als Schulfach hatten, wurden wir auch nichts über Loslassen und Sinnlichkeit gelehrt.
Nun hältst du dieses Buch in den Händen und ich hoffe sehr, dass du dadurch dazu inspiriert wirst, diesen Anteilen wieder Aufmerksamkeit zu schenken. Als Geschenk an dich und dein Baby. Für eine sichere Geburt. Und im allerschönsten Fall als Einweihung in höhere Ebenen deines Bewusstseins. Auch hoffe ich, dass dieses Buch dir LUST auf die Geburt macht, erlebt in Eigenregie, ob mit oder ohne Geburtsbegleiter. Es soll dich ermutigen, an DICH zu glauben und DIR zu vertrauen, dass DU weißt, was für dich und dein Baby richtig ist. Es soll dich animieren, zu träumen, zu lächeln, dir vorzustellen, was alles Schönes möglich sein kann bei deiner Geburt. Möge es dich vor Fehlentscheidungen bewahren, die dies verhindern könnten.
Der Aufbau dieses Buches folgt keiner gewöhnlichen Struktur, wie du es vielleicht von anderen Autoren gewohnt bist. Als ich mal jemandem erzählt habe, dass ich ein Buch schreiben würde, fragte er mich, ob ich denn wüsste, wie man schreibt. Ich entgegnete, dass ich vielleicht froh darüber sein kann, keine literarisch-schriftstellerische Ausbildung zu haben – und meine Leser auch. Denn dieses Buch folgt keiner logisch vorgegebenen Struktur und du wirst es vielleicht gerade deswegen brillant finden. Genauso brillant wird die Erfahrung einer Geburt auch, wenn du dich von dem Gedanken verabschiedest, mit dem Kopf erfassen zu müssen, wie man gebärt. Oder dass du jemanden dazu bräuchtest, der es dir erklärt oder gar eine Struktur von Geburt vorgeben will. Vielleicht findest du Aufbau und Inhalt dieses Buches verwirrend, weil du es von klein auf gewohnt bist, die uns vorgegebenen Strukturen von außen als Wahrheit anzunehmen. Dies würde mich nicht verwundern, weil es den gewöhnlichen Rahmen sprengt, den du gewohnt bist.
Unter der Geburt kann es für dich und dein Kind gefährlich werden, fest etablierte Strukturen nicht zu hinterfragen oder sie blind anzunehmen, dich ständig anzupassen, um niemandem auf den Schlips zu treten. Denn du solltest die heilige Inszenierung deiner Geburt selbst bestimmen und jeder, der dich in seine eingekastelten Vorstellungen pressen möchte, wie du dich zu verhalten hast oder handeln solltest, sollte von deiner inneren Wölfin weggefletscht werden. Lass nicht zu, dass sie dir den tiefsten Ausdruck deiner eigenen Essenz und dein Urvertrauen rauben, das du schon immer tief in dir drin spürst oder dir aufgebaut hast. Du musst nichts dazulernen. Du musst verlernen, dass du denkst, du müsstest dazulernen, statt deiner inneren Stimme zu lauschen und danach zu handeln.
Früher kam ich oft aus dem Fluss, wenn mir Menschen erklären wollten, wie ich etwas angeblich am besten mache. Es war meistens nicht mein Weg und so fühlte ich mich falsch und kam mir minderwertig vor. Ich dachte, dass sie alle wüssten, wie der Hase läuft – nur ich nicht. Und so behielt ich meine Art und Weise zu denken für mich, ich glaubte, ich wäre halt anders – und somit allein. Doch später begriff ich, dass nur allein ich selbst meine Art und Weise erspüren kann, die sich für mich richtig anfühlt, damit etwas genial wurde. Und ich Menschen bräuchte, die man heute Coaches und eben nicht Berater/Ratgeber oder Lehrer nennt. Wenn mir jemand ein Schema vorgab, wurde es nie etwas richtig Gutes. Ich bin nicht linear, ich bin spiralförmig, fließend, aus dem Moment heraus inspiriert – und das ist das, was wirklich Sinn für mich macht. Irgendwann habe ich beobachtet, dass Künstler genau dies tun. Ich möchte dich dazu inspirieren, genau diesen Künstler in dir zu etablieren – für jede Lebenslage – und nicht nur, wenn du bald Mutter wirst und dich auf die Geburt vorbereiten willst. Du denkst eben nicht falsch, wenn du deiner inneren Stimme folgst, auch wenn sie so konträr zu dem Allgemeingültigen ist. Du bist du, einzigartig und brillant, wenn du dich traust, hinzuspüren, hinzuhören, hinzufühlen – und vor allem danach wie eine mutige Kriegerin zu handeln und für dich einzustehen. Wie oft habe ich dich gespürt, oh Essenz, doch dich im nächsten Moment vergessen! Wie oft musste ich im Nachhinein teuer dafür bezahlen, so gehandelt zu haben, wie man es halt macht, aus Harmoniesucht.
Im Geburtsprozess sind das Fließen- und Loslassen überlebenswichtig, aber auch die Reaktivierung deiner Wolfsfrau, die sich und ihre Jungen zu schützen und zu verteidigen weiß. Deshalb macht es gerade in dieser Lebensphase der (geplanten) Schwangerschaft Sinn, sich ernsthaft damit zu beschäftigen, genau dorthin zu kommen. Doch auch in der Sexualität, bei der Arbeit, in Beziehungen, einfach überall macht es Sinn, sich der Intuition und Inspiration des Momentes hinzugeben und dem Logischen Einhalt zu gebieten. Nur so kannst du dich für innere Räume der Ekstase, Urinstinkte und Hingabe öffnen und dich so in dein eigenes Licht gebären. Uns wird so viel erzählt, wie etwas zu laufen hat oder angeblich laufen wird. Lausche gut in dich hinein, ob es nur ihre limitierenden Glaubenssätze sind, die da schreien und behaupten: Du kannst ja eh nicht über dich hinauswachsen und du sollst auch gar nicht über dich hinauswachsen, denn sonst spiegelst du mir mein eigenes Gefühl der Unzulänglichkeit.
Das Schlimmste, was man sich aneignen kann, ist, es so zu machen wie die anderen, ohne es zu hinterfragen. Es ist natürlich leicht, einem vorgefertigten Muster der Experten zu folgen. Das gibt vermeintlichen Halt und Sicherheit. Doch wenn du dich selbst nicht als Expertin siehst oder etablierst, kann es enttäuschen, verbittern, traumatisieren oder gefährlich enden, zumindest unter der Geburt.
Um dies schon bei meiner ersten Geburt zu vermeiden, habe ich mich den vorgefertigten Begebenheiten unserer normalen Geburtskultur entgegengestellt, was ein sehr anstrengender Prozess war, da mir der unmittelbare Kontakt zu Vorbildern fehlte. Nun schreibe ich dieses Buch mit dem Anspruch, dass ich mindestens ein Herz da draußen berühren will, am liebsten deins, dass du in die Selbstliebe, Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung gehst, statt später zu leiden.
Ich glaube zutiefst, dass wir nur lieben können, wenn wir gelernt haben, bei uns selbst zu sein und uns selbst Respekt zu zollen. Wenn du den Inspirationen meines Buches folgst, ist dies also auch ein Weg, deine Liebesfähigkeit zu erhöhen. Wenn ich dich durch mein Buch dazu ermutige, deine wahren Bedürfnisse zu erspüren und ihnen mutig zu folgen und sie zu verteidigen, ist meine Mission erfüllt. Und vor allem, wenn dein Baby dadurch in Frieden geboren wird und es durch diese Prägung im Leben so viel leichter haben wird.
Auch wenn du vielleicht manchmal durch meine Zeilen an deine Grenzen stößt und über mich fluchst, mich als verantwortungslos, verrückt oder naiv beschimpfen willst – da genau liegt dein Wachstumspotential. Wenn du mit dem Finger auf mich zeigst und über mich urteilst, dann stößt du an deine Grenzen und begegnest tatsächlich dir selbst – und genau da möchte ich dich haben. Wenn das mit dir passiert, lege dich in den Schoß der großen gütigen kosmischen Mutter. Atme, schluchze, tobe, bespucke sie vor Wut, Trauer, Neid, Hass oder danke ihr, dass sie dich hält, in diesem Moment der großen Orientierungslosigkeit, Unsicherheit oder Enttäuschung.
Mein Leben verläuft seit meinem 20. Lebensjahr, sagen wir … ungewöhnlich. Das, was ich erlebe und erlebt habe, entzieht sich oft dem Greifbaren. Es bewegt sich in der Ebene zwischen Himmel und Erde, Leben und Tod. Den Anderswelten, den beseelten Welten. Deswegen glaube ich, dass es wichtig ist, dies mit dir zu teilen, eben weil es so ungewöhnlich ist. Im Alltag schweige ich oft, teile mich mit diesen Dingen nicht mit, außer ich werde direkt darauf angesprochen. Das Medium Buch erlaubt es mir, dass viele, viele Menschen auf der Erde durch meine Erlebnisse inspiriert werden können. Du musst nicht solch extreme Wege gehen wie ich. Doch ich glaube, es braucht friedliche System- und Regelbrecher, damit sich ein Gleichgewicht einstellen kann, wo etwas gründlich aus den Fugen geraten ist. Wenn einer anfängt, trauen sich die anderen, die gleiche Richtung einzuschlagen. Vielen Anklagen habe ich mich bereits unterziehen müssen und Ängste um mein Kind aushalten müssen. Doch das ist wohl der Preis, den ich für mich und letztlich für uns alle zahle.
Ich habe letztens etwas geträumt. Ich träumte es für dich … für uns alle …
»Ich bin erfüllt von der klaren Gewissheit, dass die Art, wie wir gebären und in diese Welt geboren werden, das Potential unserer irdischen Erfahrung bestimmt.«
Chris Griscom, Autorin von »Meergeboren – Geburt als spirituelle Einweihung«
Die Rückeroberung des heiligen Raumes. Der Traum
Wir hatten uns diese Reise so lange herbeigesehnt. Es geht zu einem heiligen, stillen Vulkan, der starke Energien und heilige Kräfte besitzen soll. Wir kommen endlich an, bezahlen die Eintrittskarten und erhalten eine Videoeinführung und erfahren alles über die Topografie und geologischen Fakten. Also eher langweilig. Wann könnten wir endlich zum stillen Vulkan, ihn fühlen und spüren und nicht nur erdenken? Stattdessen bekamen wir offenbart, dass heute leider Werktag ist und die Tore nur an Wochenenden geöffnet werden. Wir sind geschockt und konsterniert. Wie bitte? Wir haben so eine lange Reise angetreten und jetzt sollen wir so abgespeist werden? Die Menge wehrt sich und gewährt sich einfach selbst Eintritt. Die Tore werden aufgebrochen. Der Wärter weiß nicht, was er sagen soll, und steht nur hilflos mit offenem Munde da.
Alle stehen nun am Krater, der voll mit türkisblauem Wasser ist, das Glitzern und die Nuancen gleichen einem Märchenland, doch es ist real. Auf einmal springt der Erste hinein und dann der Nächste, bis eine Menschenmasse sich einem ekstatischen Bad hingibt. Ich stehe am Rand. »Aber das darf man doch nicht!«, ruft es aus mir heraus. Sobald ich dies ausgesprochen habe, gleite ich sanft hinein, weil die Menge von hinten presst. Ich sage wieder: »… aber das dürfen wir doch nicht.« Ich stehe verkrampft und unsicher im Wasser und beobachte das Spektakel. Von hinten flüstert mir plötzlich eine weise Großmutter ins Ohr. Ich kann sie nicht sehen, nur ihre Wärme und Zuversicht spüren. »Es wird schon richtig sein, dass Sie jetzt hier aus Versehen hineingeglitten sind.« Ich spüre das Lächeln in ihren Worten und lasse los.
Geburt ist ein natürlicher Prozess wie das Atmen oder das Saugen eines Kindes an der Brust der Mutter. Es ist von der Natur so vorgesehen und wird ganz intuitiv ausgeführt, ohne dass es einer Erklärung oder Anleitung bedarf. Alle Säugetiere, zu denen die Spezies Mensch auch gehört, führen, ohne vorher zu wissen, wie es geht, intuitiv einen Geburtsprozess aus. Die Hormone zur Austreibung des Säuglings werden auf ganz natürliche Weise produziert. Wann es so weit ist und wie lange es dauern wird, entscheidet der kosmische Fluss, und das gebärende Tier gibt sich dem Geburtsprozess hin. Es ist präsent im Fluss der Hingabe, ohne zu wissen, was Hingabe überhaupt bedeutet.
Wenn dieser Prozess aber durch äußere Störung unterbrochen wird, hat auch die tierische Mutter Probleme, ihre Kinder komplikationsfrei zu gebären. Der natürliche Fluss der Geburtshormone wird unterbrochen, da ihr System nun Flucht- und Kampf-Hormone und keine Geborgenheits- und Wohlfühlhormone mehr ausschüttet. Das größte Problem in unserer modernen Gebärkultur ist, dass menschlichen Säugetier-Frauen die Chance verwehrt wird, ungestört zu gebären.
Die Hingabe und das Vertrauen an den göttlichen Fluss unter der Geburt lösen heutzutage viele Ängste aus. Aber warum ist das so? Eigentlich sollte es ja das Schönste der Welt sein. Da wir Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft denken, meinen wir, Unglück am besten verhindern zu können, indem wir uns vom kosmischen Fluss abschneiden, planen und uns mit wissenschaftlicher Wissensanhäufung über mögliche Gefahren absichern. Wir versuchen, Regeln und Sicherheitssysteme aufzustellen, die uns vor Unglück, Leid und Katastrophen schützen sollen. In industrialisierten Ländern hat man sich ein Hochsicherheitssystem eingerichtet. Der Fokus liegt auf der Vermeidung von Leid, um die Angst vor Kontrollverlust nicht spüren zu müssen. In der Geburtsmedizin hat auch ein patriarchalischer Einfluss dazu geführt, dass Frauen heutzutage glauben, sie könnten ihrer Körperweisheit weniger vertrauen als einem Studierten im weißen Kittel, der auf Monitoren über ihr Schicksal entscheidet.
In der modernen Geburtskultur ist zu beobachten, dass der Einsatz von Experten uns vor herannahendem Unglück befreien soll. In keinster Weise wird mehr davon ausgegangen, dass die Gebärende selbst die Expertin sei, in Zusammenarbeit mit dem Kind und den kosmischen Kräften. Es ist schlichtweg normal geworden, sich in fremder Umgebung ohne Geborgenheit aufzuhalten. Dies ist, rein biologisch gesehen, völlig widersinnig, und Säugetiere würden so niemals handeln.
Nun ist es jedoch seit etwas mehr als 100 Jahren so, dass uns Frauen eingeredet wird, wir würden unser Kind in Gefahr bringen, wenn wir nicht im Krankenhaus gebären oder ohne medizinische Assistenz. Dadurch wird uns vermittelt, dass wir grundsätzlich kein Vertrauen in den Prozess haben dürften, so dass unser Körpernotfallsystem schon im Vorhinein Alarm schlägt. Durch zusätzlichen psychischen Druck des Krankenhauspersonals, das nach Wirtschaftlichkeit agieren muss, kommt es mittlerweile fast standardmäßig zu Interventionen.
Durch Angst und Sorge wird Schmerz erzeugt, denn Geburt ist nicht grundsätzlich schmerzhaft, sondern nur der falsche Umgang damit führt dazu. Der Glaubenssatz, eine Geburt sei per se schmerzhaft, ist so fest verankert, dass sich viele Frauen über diese Aussage meinerseits empören. Denn natürlich löst es ein Gefühl des Nichtgenügens bei ihnen aus. Das Gefühl, es nicht gut genug gemacht zu haben. Durch den falschen Umgang mit Geburt wird in Frauen das Gefühl des Versagens und der Unzulänglichkeit implantiert. Eine Entwicklung, die sehr bedauernswert ist. Künstliche Schmerzlinderung ist dann vonnöten, wenn Angst, Sorge und Unbehagen Schmerz erzeugen. Die biologischen Zusammenhänge werden in diesem Buch noch detailliert erläutert. Die gegebenen Medikamente haben die oft gefährlichen, als übergriffig empfundenen Notfalleingriffe zur Folge, welche viele Frauen und Neugeborene oft traumatisiert zurücklassen. So wird die vermeintliche Bestätigung permanent reproduziert, dass die Erde ein ungeschützter, unsicherer und kalter Ort sei. Die große Lüge, die dieses Konstrukt aufrechterhält, ist die empfundene Dankbarkeit der Patientinnen, dass Ärzte ihr Leben gerettet haben und dass sie oder ihr Baby ohne sie nicht mehr am Leben wären. Wie es jedoch im Vorhinein erst dazu kommen konnte, dass sich die Situation als katastrophal oder eingriffswürdig entwickeln konnte, ist den allermeisten unklar. Denn es braucht ganz andere Umstände, damit Geburt gelingen kann. Hierbei soll erwähnt sein, dass es viele Frauen gibt, die einwandfrei im Krankenhaus gebären, was an ihrer mentalen Einstellung zur Geburt liegt. Manchen ist es sogar möglich, im Krankenhaus eine ekstatische bis orgastische Geburt zu erleben. Alles ist möglich. Die Mehrheit der Frauen gebärt sicher und fließend, eben weil sie den Ärzten so vertrauen und ihre Verantwortung komplett abgeben und sich so dem Prozess hingeben können. Dies ist also kein Plädoyer gegen eine Krankenhausgeburt oder für eine Hausgeburt.
Doch Geburt kann mehr. Es ist eben nicht nur die Geburt eines Fleischbrockens, der irgendwann irgendwie rausmuss, ob mit Bauchschnitt, Zange oder auf natürlichem Wege. Darüber liegt eine der wichtigsten spirituell-geistigen Initiationen, die eine Frau erleben kann, die in einer Krankenhausumgebung schwer möglich ist, von vielen Frauen aber auch schlichtweg nicht gewünscht ist. Oder ist es nicht gewünscht, weil sie sich dieses unbändigen Potentials gar nicht bewusst sind?
Die Rückverbindung mit der Art des Gebärens, wie es Jahrmillionen vonstattenging und in so genannten unterentwickelten Ländern oder indigenen Stämmen noch praktiziert wird, ist es, was es zu erreichen gilt. Was wäre, wenn du alles, was du über Geburt zu wissen glaubst, niemals erfahren hättest?
Da in unseren Breitengraden so viel von schmerzhaften und leidvollen Geburten berichtet wird und die modernen Umgangsmethoden diese provozieren, ist das Wissen darum, wie man ins Vertrauen kommt und im Vertrauen bleibt, im letzten Jahrhundert weitgehend verloren gegangen. Modernen Frauen wird das Wissen lediglich vorenthalten, wie eine natürliche Geburt funktionieren kann. Noch nicht einmal die Ärzte wissen es und der egomanische Gedanke, unentbehrlich zu sein, ist stärker.
Durch den Eingriff der Männerwelt in die Gebärkultur wurde die Frau als Gebärmaschine betrachtet, die rationalisiert und standardisiert werden kann. Es wurde komplett ignoriert, dass Gebären ein intuitiv-meditativer Prozess ist, der nur in einer Geborgenheits- und Wohlfühlatmosphäre die Chance hat, sich friedlich und komplikationsfrei zu entfalten. Die Lüge Nr. 1 ist, dass seelisch und körperlich gesunde, wohlgenährte Frauen auf eine medizinische Geburtshilfe angewiesen seien. Diese Lüge und die daraus produzierte Angstmaschinerie werden dazu benutzt, um die Urkraft der Frauen zu dominieren und wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen. Man hat uns aberkannt, uns intuitiv hingeben zu dürfen und uns dem Fluss der Natur anzuvertrauen. Doch wir sind dazu geboren, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben und zu fließen wie das Wasser. Sich den Strömungen anzuvertrauen.
Die moderne Gebärende spürt, sie ist vom Fluss abgeschnitten, doch im tiefen Inneren kennt sie das Fließen ihrer eigenen Essenz. Sie findet jedoch keinen Ausweg. Denn keiner um sie herum zeigt ihr mehr, wie es geht, sich der Trance zu überlassen. Sie wird im Kopf, im Denken gehalten, unter Anleitung, was zu welchem Zeitpunkt zu tun ist. Zum Beispiel, wie sie sich wann bewegen soll, wie sie wann zu atmen hat oder wann sie zu pressen hat. Ihr wird impliziert, dass sie selbst dazu nicht in der Lage ist, dies zu erfühlen. Ein Gefühl, das Traurigkeit auslöst, klein und ohnmächtig macht – und hält.
Glücklicherweise gibt es immer mehr Geburtshelfer, die den Prozess der Hingabe und das Vertrauen in die eigene Gebärkraft wieder fördern. Die Begleitperson, die sich von Herzen für dich freut, dass du es aus eigenen Kräften und mit Anbindung an deine eigene innere Körpergeistweisheit schaffst, ist bereits in ihrem eigenen Inneren mit diesem Potential rückverbunden. Sie hat es bereits geschafft, mit ihrer eigenen Strahlkraft wieder eins zu werden, statt sich angstvoll möglichen Gefahren zuzuwenden. Sie hat es geschafft, ihren Ängsten mutig ins Gesicht zu blicken und zu sagen: »Ja, ich sehe dich, Angst, und nun wende ich mich wieder dem Fluss der göttlichen Urmutter zu.« Sie hat es begriffen, wiederzuerkennen, dass sie in sich komplett ist und das Wissen und die Weisheit nur in ihr selbst zu finden sind und nirgendwo außerhalb ihrer selbst.
Die größte Verwirrung wird in uns hervorgerufen, wenn wir uns gerade im Flow befinden, also in der Verschmelzung mit dem Kosmos, und uns jemand dabei unterbricht. Wenn wir uns in diesem Zustand befinden und plötzlich erklärt bekommen, wie es besser geht, gerät unser System komplett aus den Fugen. Dies passiert schon in frühster Kindheit, wo wir uns durch Hingabe in den Moment ständig im Fluss befinden und in Verschmelzung mit purster Freude am Dasein, am Entdecken, am Erleben. Zum Beispiel spielen wir vergnügt mit einem Ball, doch dann kommt Papa und zeigt uns, wie Ballspielen richtig oder besser geht. Innerlich erstarrt etwas in uns und wir sind zutiefst verunsichert über die Richtigkeit unserer eigenen Essenz. Wir zweifeln die volle Funktion unserer selbst an und trennen uns so schnell vom göttlichen Quell. Wir machen die Erfahrung, es müsse noch etwas hinzukommen oder verbessert werden, weil wir selbst nicht ausreichen. Und das wird uns sogar von Menschen vermittelt, die uns lieb haben und es gut mit uns meinen, denn sie sind selbst Opfer geworden der Trennung von ihrer eigenen Göttlichkeit.
Schon früh gibt es Lehrer und Experten, die dir sagen, wie du in allem besser werden kannst, und unser ganzes Gesellschaftssystem basiert darauf. Du spürst: Irgendwas in mir ist traurig, irgendwas ist anscheinend falsch mit mir. Die größte Falle hier ist, denen Glauben zu schenken, die nicht mit sich selbst und ihrer göttlichen Essenz in Kontakt sind. Tatsächlich ist das Gefühl, nicht komplett zu sein, das Gefühl des Besserwerdenwollens oder Besserwerdenmüssens immer eine Wegbewegung von deinem tiefsten Glück. Du befindest dich so ständig in der trügerischen Gewissheit, dass dir selbst noch etwas hinzugefügt oder repariert werden muss. Als Gebärende musst du nicht versuchen, es »gut« zu machen. Dann kommt das Gleiche dabei heraus, wie wenn wir Sex »gut« machen wollen. Nämlich Performancedruck – das Gegenteil von Flow. Auch die Ärzte müssen nicht versuchen, es gut zu machen. Dem Prozess muss einfach erlaubt werden, geschehen zu dürfen. Dann kann nicht nur eine komplikationslose Geburt geschehen, sondern Magie, Einheit mit dem Kosmos und tiefstes Glück und Ekstase entstehen.
Liebe Leserin, lieber Leser.
Die Geburt meines ersten und bis jetzt einzigen Kindes hat mich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben. Tatsächlich ist das Leben ein einziger Geburtsprozess, dem es sich hinzugeben gilt. Und alles, was du in deiner Schwangerschaft an Ängsten und Blockaden zu überwinden schaffst, wenn du dir deiner weiblichen Urkraft und göttlichen Schöpferkraft bewusst wirst, wird sich folglich auf dein ganzes Leben auswirken. Die Vorbereitung auf eine Geburt ist nur ein hervorragender Katalysator dafür. Vielleicht hast du schon einmal geboren, wirst noch gebären oder bist körperlich nicht in der Lage, Kinder zur Welt zu bringen. Egal, wo du dich gerade befindest, dieses Buch wird dir Inspiration bringen, wieder eins zu werden in Hingabe an die dir innenwohnende kosmische Urkraft.
Es ist jetzt der Moment für dich gekommen, dich wieder zurückzubesinnen, wie es war, als du dich noch als vollständig und selbstverständlich mächtig gesehen hast. An die Zeit, als du noch nicht in der Lage warst, kognitiv die Lüge aufgetischt zu bekommen, mit dir wäre etwas falsch. Es ist nun der Zeitpunkt für dich gekommen, um aus dieser Illusion aufzuwachen, auf der alles Leid basiert. Du hältst jetzt dieses Buch in den Händen, um aufzuwachen und dich selbst und so automatisch alle Generationen vor dir und nach dir von diesem Glauben zu befreien. Du hältst jetzt dieses Buch in den Händen, weil deine Seele bereit war, mit den Aussagen dieses Buches zu resonieren. Das bedeutet, deine Seele ist bereit, sich zu befreien vom illusionären Zustand des Mangels, und bereit dazu, sich wieder in sich zu komplettieren.
Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit meiner wundervollen Mutter und Seelengefährtin Marlis Martha Luise Struch entstanden, die 2018 in die körperlosen Welten übergegangen ist. Ich empfinde Hochachtung und tiefe Dankbarkeit für ihren Mut, mich darin zu bestärken, meiner Intuition zu folgen und unser Familienkind ohne medizinische Assistenz zu Hause zur Welt zu bringen. Sie selbst hat es zutiefst betrauert, dass sie mich 1981 nicht auf natürlichem Wege gebären konnte und dass ich als geplanter Kaiserschnitt zur Welt kam, lediglich wegen einer Steißlage. Man weiß heutzutage, dass eine Steißlage keine Falschlage ist, sondern eine Anderslage, bei der es nur einiger Erfahrung bedarf, sie auf dem natürlichen Wege durchzuführen. Durch diesen Kaiserschnitt ist ein Trauma in mir entstanden, das mir jedoch während meiner Schwangerschaft zu bearbeiten gelang.
Mein tiefes Herzensanliegen und meine Vision ist es, dass alle werdenden Mütter dieser Welt wieder zum Ursprung des Gebärens zurückgeführt werden und Babys zukünftig in heiliger, geschützter, respektvoller und zeremonieller Atmosphäre zur Welt kommen können. Vor allem wünsche ich mir, dass durch meinen Beitrag die Interventions- und Kaiserschnittrate reduziert wird und dass Schwangere sich selbst dazu ermächtigen, in Eigenverantwortung zu gehen – ja, den Mut aufzubringen, für sich selbst zu fühlen, was richtig für sie ist, statt sich der Hörigkeit und dem Angstfeld zu überlassen. Gerade in Zeiten des Hebammenmangels in Deutschland ist es wichtig, dass Frauen aus sich selbst heraus wieder gestärkt werden in dem Wissen, dass sie niemanden dazu brauchen, ein Baby erfolgreich zur Welt zu bringen, vorausgesetzt, sie sind körperlich und seelisch gesund. Dass sie es unter bestimmten Voraussetzungen schaffen können, sich dem Geburtsprozess wirklich hinzugeben. Mein Wunsch ist es, dass grundlegende Missverständnisse über das Thema Geburt aus dem Weg geräumt werden und die Bereitschaft sich erhöht, eigene Themen und Glaubenssätze zu bearbeiten, bevor das Kind zur Welt kommt. Denn so können meiner Meinung nach vor allem Komplikationen vermieden werden, denn der Körper reagiert direkt auf negative Emotionen, was im Krankenhausalltag oft ausgeblendet wird. Ich wünsche mir sehnlichst, dass Schwangere ihren Geburtsprozess zukünftig feiern, ja, darauf hinfiebern, statt ihn zu fürchten. Mögen alle Kinder in Frieden und Freude geboren werden, so dass unsere Erdenbürger genau mit diesen primären Gefühlen ins Leben treten und dieser »limbic imprint«, also der tiefe Eindruck im limbischen Gefühlssystem sendet, dass diese Erde ein vertrauensvoller, geschützter und liebevoller Raum ist, in dem man sich geborgen und geliebt fühlt. Denn das braucht es für die neue Erde.
Von Herzen und in Liebe
Nina Divinananda
Schlangenbad, Georgenborn, Februar 2020
»Man kann einer Frau nicht aktiv dazu verhelfen, zu gebären.
Das Ziel ist es, sie nicht unötig dabei zu stören.«
Michael Odent, Gynäkologe
Cielo Laeticia´s erster Lebenstag
»Wo bin ich?«, fragt mich mein Baby. Zum ersten Mal hatte ich den Impuls, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Die Wochen zuvor hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass seine Seele anwesend war. Jetzt, in der 13. Woche, hatte es sich anscheinend dazu entschieden in den kleinen Embryo, der sich physisch bereits in mir formte, auch seelisch zu inkarnieren. Ich wusste, die erste Begegnung mit meinem Kind konnte bereits im Mutterleib stattfinden und es war uns möglich, uns bereits jetzt anzunähern und kennenzulernen. Berührungsängste überkamen mich. Wie wird diese neue Seele wohl sein, die nun zu mir gekommen ist und mit der ich ab jetzt mein ganzes Leben verbringen werde? Es fühlte sich noch befremdlich an, dass wir beide nun ein Schicksal teilen und einen gemeinsamen Weg gehen würden.
