Weltweit sicher unterwegs - Kundri Böhmer-Bauer - E-Book

Weltweit sicher unterwegs E-Book

Kundri Böhmer-Bauer

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Beschreibung

Ein Buch für alle, die beruflich oder privat viel unterwegs sind. Es ist aus der Praxis für die Praxis lebendig geschrieben und gespickt mit Beispielen und Tipps. Die Autorin sensibilisiert für Gefahrenerkennung und vermittelt Wissen zur Gefahrenvermeidung. Ziel ist es, präventiv die mentale und körperliche Sicherheit von Weltreisenden zu erhöhen und sie zu befähigen, Gefahrensituationen zu minimieren bzw. zu vermeiden, ganz egal wo auf dieser Welt. Wen das Buch, abgesehen von den Reisenden, zudem interessieren sollte, und für wen es ebenfalls geschrieben ist, sind die Personalverantwortlichen in den Firmen, die Einsatzleiter*innen, die Inha-ber*innen. Sie alle haben eine Fürsorgepflicht ihren Angestellten gegenüber und dafür zu sorgen, dass diese bestens vorbereitet reisen und wohlbehalten von ihren Auslandseinsätzen zurückkehren. Im Teil I geht es um Vorkehrungen, die in Bezug auf Sicherheit vor Abreisen zu treffen sind. Teil II befasst sich mit Gesundheitsaspekten vor und während der Reisen. Um mögliche Gefahren und den Umgang damit auf Tour geht es ausführlich in Teil III. Im Teil IV steht der Umgang mit der Familie bzw. Partner*innen im Fokus, ein Thema, über das kaum gesprochen wird, das aber bei Reisenden großen Stress verursachen kann und damit sehr wichtig ist. Teil V ist dem Thema Stressvermeidung unterwegs gewidmet und in Teil VI finden sich praktische Checklisten und Literaturhinweise.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 179

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Sei ein Überlebender, keine Zahl in der Statistik.

Courtley 2017

Kundri Böhmer-Bauer

Weltweit sicher unterwegs

Vorbeugen und Gefahren vermeiden

Reisesicherheit für Servicetechniker

und alle anderen Weltreisenden

© 2021 Dr. Kundri Böhmer-Bauer

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-347-11035-9

Hardcover:

978-3-347-11036-6

E-Book:

978-3-347-11037-3

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

SEI EIN ÜBERLEBENDER, KEINE ZAHL IN DER STATISTIK

INHALT

0. EINIGE WORTE VORAB

1. WARUM DAS BUCH UND FÜR WEN?

2. ZUR ÜBERLEBENSPERSÖNLICHKEIT WERDEN

3. FÜRSORGEPFLICHT DER ARBEITGEBER*INNEN

4. SELBSTVERANTWORTUNG DER MITARBEITER*INNEN

5. DAS STEHT DRIN

6. WARUM ICH?

7. AUGENÖFFNER

8. AUSBLICK INTERKULTURELL

TEIL I – VOR DER REISE

1. REISEHINWEISE, SICHERHEITSHINWEISE, REISEWARNUNGEN

2. MERKMALE VON KRISENREGIONEN

2.1. POLITISCHE KONFLIKTE

2.2. WIRTSCHAFTLICHE KONFLIKTE

2.3. UMWELT- UND NATURKATASTROPHEN

3. AUSWÄRTIGES AMT, BOTSCHAFTEN UND KONSULATE

3.1. BOTSCHAFTEN UND KONSULATE

3.1.1. Passverlust

3.1.2. Geldverlust

3.1.3. Gewaltverbrechen

3.1.4. Verhaftung

3.1.5. Krisensituationen und Evakuierung

3.1.6. Vermisst

3.1.7. Todesfall

3.2. ELEFAND – KRISENVORSORGELISTE DES AUSWÄRTIGEN AMTES

4. DOKUMENTE, VERSICHERUNGEN

4.1. DOKUMENTE

4.2. NOTFALLZETTEL MIT NOTFALLNUMMERN

4.3. VERSICHERUNGEN

4.4. RISIKOMANAGEMENT DER FIRMA ODER INSTITUTION

5. WAHRNEHMUNG SCHULEN

5.1. COOPER COLOR CODE

5.2. ABWEHRMITTEL

5.3. BAUCHGEFÜHL

5.4. SELBSTVERTEIDIGUNGSKURSE

6. GEPÄCK ALLGEMEIN

6.1. GEPÄCKLISTE

6.2. GEPÄCKSTÜCKE

6.3. HANDGEPÄCK

7. EIN- UND AUSFUHR

8. SICHER FLIEGEN

8.1. DIE GUTE NACHRICHT

8.2. PLATZWAHL

8.3. FLUGAUSWAHL

8.4. VERHALTEN BEIM FLUG

8.5. SICHERHEIT AM FLUGHAFEN

TEIL II – GESUNDHEIT

1. MEDIZINISCHE VORKEHRUNGEN VOR DER REISE

1.1. IMPFUNGEN

1.2. REISEAPOTHEKE

1.3. REISEN IN CORONA-ZEITEN

2. GESUND BLEIBEN IM AUSLAND

2.1. ESSEN UND TRINKEN

2.2. TIERISCHES

2.2.1. Insekten

2.2.2. Schlangen

2.2.3. Skorpione

2.2.4. Schutz vor weiterem Getier

2.2.5. Achtung Affen

2.3. SONNENSCHUTZ UND VERHALTEN BEI HITZE

2.4. WAS TUN BEI KRANKHEIT?

2.5. TABELLE GESUNDHEITSVORSORGE – ETWAS UNKONVENTIONELL

TEIL III – UNTERWEGS IM LAND

1. AUF DER STRAßE

1.1. TAXIS

1.2. UNTERWEGS IM AUTO

1.3. UNTERWEGS ALS FUßGÄNGER*IN

2. UNTERKÜNFTE VORSICHTSMAßNAHMEN

2.1. HOTELAUSWAHL

2.2. SICHERHEIT IM HOTEL

3. GELD UND WERTSACHEN – DIEBSTAHL VORBEUGEN

4. VERLUST DOKUMENTE BZW. GELD UND NEUBESCHAFFUNG

5. ACHTUNG DATENKLAU

6. SCHLEPPER UND NEPPER

7. BETTLER*INNEN

8. EXPLOSIV – VERHALTEN MÄNNER GEGENÜBER FRAUEN

9. BUSINESS UND PROSTITUTION

10. SICHERHEIT FÜR ALLEIN REISENDE FRAUEN

11. GEWALT VERMEIDEN

11.1. ARTEN VON GEWALT

11.2. ORTE VON GEWALT

11.3. GEWALT – VORBEUGUNG, SCHUTZ UND UMGANG

11.4. DEESKALATION

11.4.1. Die Blickstufe

11.4.2. Die Sprachstufe

11.4.3. Die Körperkontaktstufe

11.4.4. Die Kampfstufe

11.5. ÜBERLEBENSPSYCHOLOGIE

12. VERHALTEN BEI UNIFORMIERTEN UND BEHÖRDEN

13. UMGANG MIT KORRUPTION UND BESTECHUNG

13.1. WO KANN ES KORRUPTION GEBEN

13.2. WARUM ES KORRUPTION GIBT

13.3. UNTERSCHIEDE KORRUPTION UND BESTECHUNG

13.4. UMGANG MIT KORRUPTION

14. GEWALTEREIGNISSE UND KATASTROPHEN

14.1. UNRUHEN IM LAND – WAS TUN?

14.2. VERHALTEN BEI AMOKLAUF

14.3. VERHALTEN BEI TERRORANSCHLÄGEN

14.3.1. Sensibilisierung

14.3.2. Bombenexplosion

14.3.3. Verbarrikadieren

14.4. VERHALTEN BEI ERDBEBEN

15. KIDNAPPING-GEFAHR MINIMIEREN

15.1. UNTERSCHIED KIDNAPPING UND GEISELNAHME

15.2. KIDNAPPING-ARTEN

15.3. KIDNAPPING-PHASEN

15.4. VERHALTEN BEI KIDNAPPING

15.5. WERDE NICHT ZUR ZIELSCHEIBE

15.6. KIDNAPPING VORBEUGEN

15.7. HIJACKING IN SÜDAFRIKA

TEIL IV – UMGANG MIT DEN LIEBEN

1. VOR DER REISE

1.1. SORGEN HINSICHTLICH DER FAMILIE

1.2. ANGST UM DIE BEZIEHUNG

1.3. SORGEN HINSICHTLICH DER GEFÄHRDUNG DES PARTNERS

1.4. KONTRAPRODUKTIVE ÄUßERUNGEN

2. WÄHREND DER REISE

3. NACH DER REISE

TEIL V – UMGANG MIT ÄRGER, STRESS, ANGST UND WUT

1. EMOTIONALE HERAUSFORDERUNGEN

2. UMGANG MIT STRESS

2.1. MÖGLICHE STRESSAUSLÖSER

2.2. MÖGLICHE STRESSSYMPTOME

2.3. ÄRGER- BZW. STRESSABBAU

3. SINNVOLL BESCHÄFTIGEN BEI LEERLAUF

TEIL VI – ANHANG

1. CHECKLISTE GEPÄCK

2. HANDGEPÄCK

3. CHECKLISTE TO DO VOR ABREISE

4. LITERATURAUSWAHL UND LINKS

4.1. LITERATUR ZU REISE UND SICHERHEIT

4.2. LINKS ZU INFOS ÜBER LÄNDER, REISE UND SICHERHEIT

BILDNACHWEISE

AUTORIN

DISCLAIMER

0. Einige Worte vorab

1. Warum das Buch und für wen?

„Wieso bekomme ich das Training erst jetzt? Es hätte mir viel Stress und Ärger erspart, wenn ich das, was wir gelernt haben, früher gewusst hätte!“ Dies ist nur eine von vielen ähnlichen Reaktionen von Auslandsmonteuren, Servicetechnikern und anderen Weltreisenden nach einem Reisesicherheitsseminar. Es sind Menschen, die heute in Lagos, nächste Woche in Riad und die Woche darauf in Teheran, Mumbai oder Acapulco arbeiten, Menschen die für längere Zeit ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlegen und Menschen, die sich generell für Reisen sensibilisieren möchten. Immer wieder kam die Frage: „Kannst du nicht ein Buch darüber schreiben?“ Hier ist es. Es eignet sich für Auslandsmonteure ebenso wie für Journalist*innen, Entwicklungshelfer*innen oder Tourist*innen.

  Wenn es um Geschlechter geht, nutze ich im Text meist das Gender-Sternchen. Wenn das * nicht steht, aufgrund der besseren Lesbarkeit an manchen Stellen, ist es von mir mitgedacht.

Das Buch will beitragen, globalen Nomaden Stress zu ersparen oder zumindest ihren Stress zu reduzieren. Es sensibilisiert für Gefahrenerkennung und vermittelt Wissen zur Gefahrenvermeidung. Ziel ist es, präventiv die mentale und körperliche Sicherheit von Weltreisenden zu erhöhen und sie zu befähigen, Gefahrensituationen zu minimieren bzw. zu vermeiden, ganz egal wo auf dieser Welt.

2. Zur Überlebenspersönlichkeit werden

Warum überleben manche Personen Unfälle oder Anschläge, während andere bei denselben Geschehnissen sterben? Weil es Überlebenspersönlichkeiten gibt. Diese sind laut Füllgrabe (2017) anderen Personen in zwei Punkten überlegen:

■ in der Gefahrenerkennung und der Gefahrenvermeidung

■ in der Bewältigung von Krisen und lebensbedrohlichen Situationen

Und darum geht es in diesem Buch. Denn die Zeiten sind vorbei, in denen man international tätige Mitarbeiter*innen einfach „ins kalte Wasser werfen“ konnte. Der Einwurf „… wir haben früher auch keine Vorbereitung bekommen“ zählt nicht; denn es ist nicht mehr „früher“. Je weiter sich die Schere zwischen Arm und Reich öffnet, desto mehr nimmt Kriminalität weltweit zu. Nicht, weil die Menschen krimineller werden, sondern aus existenzieller Not.

3. Fürsorgepflicht der Arbeitgeber*innen

Wen das Buch, abgesehen von den Reisenden, zudem interessieren sollte, und für wen es ebenfalls geschrieben ist, sind die Personalverantwortlichen in den Firmen, die Einsatzleiter*innen, die Inhaber*innen. Sie alle haben eine Fürsorgepflicht ihren Angestellten gegenüber und dafür zu sorgen, dass diese

■ gut vorbereitet den Arbeitsaufenthalt antreten

■ in fremder Umgebung so sicher wie möglich sind

■ nach dem Arbeitseinsatz gesund und wohlbehalten nach Hause zurückkommen

Mittelfristig sind gute Mitarbeiter*innen nur zu halten, wenn diese das Gefühl haben, man kümmert sich um sie und erfüllt die Sorgfaltspflicht ihnen gegenüber.

4. Selbstverantwortung der Mitarbeiter*innen

Gleichzeitig geht es um die Selbstverantwortung der Mitarbeiter*innen, die auf den folgenden Seiten angeregt werden, alles zu tun, um sich selbst zu schützen, damit sie nicht in gefährliche Situationen geraten.

5. Das steht drin

In Teil I geht es um Vorkehrungen, die in Bezug auf Sicherheit vor Abreisen zu treffen sind. Teil II befasst sich mit Gesundheitsaspekten vor und während der Reisen. Um mögliche Gefahren und den Umgang damit auf Tour geht es in Teil III. In Teil IV steht der Umgang mit der Familie bzw. mit Partner*innen im Fokus, ein Thema, über das kaum gesprochen wird, das aber bei Reisenden großen Stress verursachen kann und damit sehr wichtig ist. Familienangehörige sind nicht immer begeistert, wenn Partner*in, Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter in andere Länder aufbricht, die möglicherweise zu Krisenregionen zählen. Teil V ist dem Thema Stress gewidmet und in Teil VI finden sich Checklisten und Literaturhinweise.

6. Warum ich?

Vor über 20 Jahren hat mich ein Kollege gefragt: „Kannst du nicht Sicherheitstrainings geben, ich habe eine Anfrage.“ Meine spontane Antwort war: „… ganz sicher nicht.“ In der darauffolgenden Nacht fielen mir mehr und mehr Situationen ein, von brenzlig bis lebensgefährlich, die ich im Laufe der Jahre in unterschiedlichsten Ländern erlebt und überstanden hatte, von Bespitzelung über Unfälle bis Kidnapping. Am nächsten Morgen sagte ich meinem Kollegen zu. Seitdem macht es mir riesig Spaß, neben interkulturellen Trainings und Seminaren auch solche zum Thema Sicherheit auf Reisen zu geben. Mein Motto ist „aus der Praxis für die Praxis“.

7. Augenöffner

Ziel des Buches ist es, den Blick der Leser*innen zu schärfen und dadurch ungute Situationen zu vermeiden. Es will Augen öffnen, ohne Angst zu machen. Die Wahrscheinlichkeit entführt zu werden oder im Flugzeug abzustürzen, ist gering. Trotzdem ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Im Ernstfall bleibt keine Zeit mehr für Überlegungen. Absolute Sicherheit gibt es nie und nirgends. Doch wir können durch Sensibilisierung und Awareness-Training Risiken und Gefahren erheblich minimieren und damit unsere Sicherheit maximieren bzw. entscheidend erhöhen.

„Wenn-Dann-Regeln“ gibt es in dem Bereich nicht. Im Buch finden sich Handlungsvorschläge, mit denen ich oder andere gute Erfahrungen gemacht haben, um aus schwierigen Situationen herauszukommen. Die Vorschläge dienen dazu, unsere Handlungsoptionen im Fall des Falles zu erweitern.

Das Buch ist knapp gehalten, es soll, als eine Art Leitfaden komprimiert, die wichtigsten Themen abdecken. Als wichtige Themen definiere ich die, die für meine Trainings- und Seminarteilnehmer*innen bisher am bedeutsamsten waren. Alle, die sich noch tiefer einarbeiten möchten, bitte ich, einen Blick auf die Literaturliste und auf die Internetlinks im Anhang zu werfen oder für Seminare, Trainings, Vorträge oder Coachings mit mir Kontakt aufzunehmen.

8. Ausblick interkulturell

Oft sind meine Trainings zweitägig, einen Tag geht es um Sicherheit, einen um interkulturelle Sensibilisierung. Aus aktuellem Anlass habe ich mich entschlossen, den Sicherheitsteil zuerst zu veröffentlichen. Ein Buch zu interkulturellem Basiswissen folgt.

Dr. Kundri Böhmer-Bauer im März 2021

P.S. Ich freue mich über Anmerkungen und Zusatzinformationen, die ich gerne in die 2. Auflage einarbeite, soweit sie für alle Leser*innen interessant sind: [email protected]

Teil I – Vor der Reise

1. Reisehinweise, Sicherheitshinweise, Reisewarnungen

Vor jeder Reise ist es wichtig, sich zu informieren, wie sicher das Land ist und was im Zielland zu beachten ist. Wenn du einen deutschen Reisepass hast, sind die Informationen des Auswärtigen Amtes (AA) für dich maßgeblich, die wichtigsten Meldungen findest du aktuell und komprimiert auf der Website auswaertiges-amt.de.

  In den Seminaren duzen wir uns meistens, deshalb mache ich das auch im Text.

Je nachdem, wie die Sicherheit in einem Land eingeschätzt wird, stößt du zusätzlich zu den Reisehinweisen auf Sicherheitshinweise und/oder Reisewarnungen bzw. Teilreisewarnungen.

Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts informieren dich über Einreisebestimmungen, Zollvorschriften, strafrechtliche Vorschriften und medizinische Besonderheiten.

Sicherheitshinweise machen dich auf länderspezifische Risiken für Reisende und Deutsche, die im Ausland leben, aufmerksam. Sie werden permanent überprüft und aktualisiert. Je nach Einschätzung der Sicherheitslage können sie die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder ganz auf sie zu verzichten.

Zudem gibt es einen weltweiten Sicherheitshinweis, der für die Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen auf der ganzen Welt sensibilisiert. Dabei wird auf Orte mit Symbolcharakter verwiesen, wie Sehenswürdigkeiten, Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Flughäfen und Flugzeuge, Bahnhöfe und Bahnen, Häfen und Schiffe, Busbahnhöfe und Busse, Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten, eben alle Plätze an denen und Ereignisse bei denen mit Menschenansammlungen zu rechnen ist.

Die Gefahr von Anschlägen unterscheidet sich von Land zu Land. Ausführliche Informationen dazu findest du in den länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen. Zwar ist das Risiko, Opfer eines Anschlages zu werden, im Vergleich zu anderen Risiken, wie in Autounfälle verwickelt zu werden, Krankheiten aufzuschnappen oder Opfer von Kleinkriminellen zu werden, recht niedrig. Trotzdem solltest du dir bei einer Auslandsreise, aber auch in Deutschland, der Gefährdung bewusst sein. Informiere dich vor und während deiner Reise in örtlichen und internationalen Medien über das Tagesgeschehen im Gastland.

  Ich nutze zur Information Google Alerts. Du kannst Begriffe, z. B. Ländernamen, eingeben, und erhältst kostenlos, je nach Wunsch einmal oder mehrmals täglich, aktuelle Veröffentlichungen auf Deutsch und/oder Englisch zu den Begriffen.

google.com/alerts

Reisewarnungen werden vom Auswärtigen Amt veröffentlicht, wenn Reisenden eine konkrete Gefahr für Leib und Leben droht. Bezieht sich diese Warnung nicht auf ein komplettes Land, sondern auf eine oder mehrere Regionen des Landes, werden Teilreisewarnung ausgeschrieben. Deutschen, die in einem betroffenen Land oder einer betroffenen Region leben, wird die Ausreise nahegelegt. Eine Reisewarnung ersetzt den Sicherheitshinweis.

Experten im Auswärtigen Amt und bei den deutschen Auslandsvertretungen erstellen diese Warnungen. Eine Reisewarnung ist jedoch „nur“ eine Warnung, kein Reiseverbot. Du erhältst keine Strafe, wenn du eine Reisewarnung ignorierst. Der Staat kann die Reisefreiheit seiner Bürger und Bürgerinnen nur einschränken, wenn dadurch die innere oder äußere Sicherheit der Bundesrepublik gefährdet wird. Du musst also eigenverantwortlich entscheiden, ob du in ein Land reist oder nicht. Sollte dich der Staat allerdings aus einer Region, für die eine Reisewarnung besteht, herausholen oder befreien müssen, musst du eventuell die Kosten tragen. Außerdem solltest du vor der Reise abklären, ob dein Versicherungsschutz greift, oder der deiner Firma, wenn du dich in ein Land oder eine Region begibst, für die eine Reisewarnung besteht. Denn die Mehrzahl der Reiseversicherungen schließt den Versicherungsschutz für Ziele mit Reisewarnung aus. Trotzdem sind zwei Varianten zu unterscheiden:

■ Befindest du dich bereits im betroffenen Reiseland, wenn die Reisewarnung bekannt gegeben wird, endet der Versicherungsschutz erst 14 Tage nach dieser Bekanntgabe. Kannst du aus Gründen, die du nicht beeinflussen kannst, nicht sofort abreisen, bist du auch über diesen Zeitraum hinaus versichert.

■ Wenn du aber in eine Region reist, für die bereits zum Zeitpunkt deiner Ankunft eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht, bist du nicht versichert.

Fazit: Entscheidend ist, ob eine Reisewarnung bereits bei Einreise besteht oder erst während des Aufenthalts ausgesprochen wird.

  Wenn es für Mitarbeiter*innen um die Frage geht, „… muss ich in dieses Land?“, hängt es davon ab, was im Arbeitsvertrag steht. Gibt es jedoch eine Reisewarnung, kann dich niemand zwingen, dein Leben aufs Spiel zu setzen. In dem Fall kannst du (und solltest du) den Arbeitseinsatz ablehnen. Falls du ein Adrenalin-Junkie bist – ich hatte einige in meinen Seminaren – der trotzdem reisen will, kläre mit der Firma ab, wie du versichert bist und wer dich herausholt, wenn etwas passieren sollte! Ich persönlich rate dir von der Reise ab.

2. Merkmale von Krisenregionen

Als Krisengebiete, Krisenherde oder Krisenregionen gelten Gegenden, in denen folgende Ereignisse ein schwer oder nicht mehr beherrschbares Ausmaß erreicht haben:

■ politische Konflikte

■ wirtschaftliche Konflikte

■ Umwelt- und Naturkatastrophen

Manchmal werden auch ethnische Konflikte oder religiöse Konflikte aufgeführt. Sieht man bei diesen beiden Kategorien genauer hin, entpuppen sie sich meist ebenfalls als (macht-)politisch und/oder wirtschaftlich motiviert.

2.1. Politische Konflikte

Politische Konflikte können unterschiedlichste Gründe haben. Was dich hier interessieren sollte, sind weniger ihre Gründe als vielmehr ihre Auswirkungen auf Reisende. Es kann z. B. durch mangelhafte politische Strukturen zu Unruhen kommen, zu Waffengewalt oder zum Ausbruch von (Bürger-)Kriegen. Instabile Regierungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Demonstrationen und Putschgefahr. Die Regierenden können oft weder die Bevölkerung noch Reisende schützen oder nur in sehr eingeschränktem Maß. Mit instabilen Regierungen einhergehen häufig Korruption, Polizeiherrschaft oder hohe Militärpräsenz, die für Reisende eine zusätzliche Herausforderung darstellen. In Ländern mit politischen Konflikten treffen wir oft zusätzlich auf radikale Gruppierungen, Piraterie und Terrorismus, also auf insgesamt eine hohe Gewaltbereitschaft.

2.2. Wirtschaftliche Konflikte

Wirtschaftliche Konflikte bestehen nicht nur zwischen Staaten, sondern auch zwischen einzelnen Landesregionen oder Bevölkerungsgruppen. Es kann bei diesen Konflikten um Rohstoffe, Wasser, bebaubares Land, Weideflächen oder ungleiche Behandlungen durch die Regierung gehen. Kennzeichen solcher Regionen sind meist große soziale Unterschiede gepaart mit Arbeitslosigkeit, Überbevölkerung, schlechtem Bildungssystem, Hunger und Armut. Diese Gegebenheiten führen zu einer angespannten Atmosphäre innerhalb der betroffenen Bevölkerungsgruppen und können sich zum Pulverfass entwickeln. Wo sich Menschen nicht ernähren können, flüchten sich manche in die Kriminalität, was dich als Reisenden unmittelbar betreffen kann.

2.3. Umwelt- und Naturkatastrophen

Umwelt- und Naturkatastrophen tragen die unterschiedlichsten Gesichter. Sie reichen von Dauerregen und dadurch verursachte Erdrutsche oder Überschwemmungen bis zu Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüchen, Dürren, z. B. verursacht durch Klimawandel oder Heuschrecken. Sie umfassen auch atomar verseuchte Gegenden. Diese Katastrophen können sehr plötzlich auftreten und trotz weltweiter Sicherheitssysteme sind sie nicht immer vorhersehbar.

Wie wir uns auf Krisengebiete vorbereiten und welche Vorsichtsmaßnahmen wir in den Regionen treffen, ist Thema in Teil III des Buches.

3. Auswärtiges Amt, Botschaften und Konsulate

Weltweit gibt es mehr als 220 deutsche Auslandsvertretungen, wie Botschaften, Konsulate und Honorarkonsulate. Letztere werden von ehrenamtlich tätigen Honorarkonsuln geführt. Konsulate sind laut Gesetz verpflichtet, Hilfe zu leisten bzw. beratend zur Verfügung zu stehen. Allerdings sind Umfang und Form der Unterstützung durch internationales Recht und das Recht des Reiselandes eingeschränkt. Deutsche Staatsbürger*innen können im Notfall rund um die Uhr unter +49 30 18170 (Stand 03/2021) das Auswärtige Amt (AA) in Berlin anrufen. Aber auch in vielen Ländern sind die Notfallnummern rund um die Uhr besetzt, suche die entsprechende Nummer auf der Website des Auswärtigen Amtes und schreibe sie dir am besten schon vor deiner Abreise auf deinen Notfallzettel (siehe Seite 29). Für Österreicher*innen ist das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) zuständig; Schweizer*innen wenden sich an das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

  In Nigeria und Tansania habe ich gute Erfahrungen mit der Notfallnummer vor Ort gemacht und auch mit den Anrufbeantwortern. Sie wurden abgehört, ich wurde zurück gerufen, mir wurde geholfen.

3.1. Botschaften und Konsulate

Botschaften vertreten die Regierung ihres Landes, manchmal auch mehrerer Länder. Die Mitarbeiter*innen sind für politische Beziehungen zuständig. Sie übermitteln Nachrichten der Regierung und fördern Wirtschaftsbeziehungen zwischen Heimatland und Botschaftssitz.

Anders Konsulate, sie vertreten einen Staat. Ihnen steht eine Konsul*in vor. Das Aufgabengebiet von Generalkonsulaten und Konsulaten umfasst im Unterschied zu Botschaften vor allem das Rechts- und Konsularwesen, Außenwirtschaftsförderung, kulturelle Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. Solltest du in einer Notsituation sein, wende dich an die Konsularabteilungen der Botschaften oder an Generalkonsulate und Konsulate, je nachdem was in nächster Nähe ist. Die Konsularbeamt*innen erfüllen zudem Aufgaben deutscher Gerichte, Notare und Kommunalbehörden. Sie helfen dir bei Pass- und Visumangelegenheiten und bei Aufenthaltsfragen.

Zu unterscheiden sind die Berufs- von Honorarkonsul*innen. Berufskonsul*innen sind hohe Beamt*innen, die das Konsulat leiten. Sie genießen Amtsimmunität, d.h. sie unterliegen bei Ausübung ihres Amtes nicht der Gerichtsbarkeit des Empfangsstaates. Honorarkonsul*innen sind ehrenamtlich tätige Personen, die Amtshandlungsimmunität genießen. Das bedeutet, die Person ist bei unmittelbaren Amtshandlungen zur Wahrnehmung ihrer konsularischen Aufgaben vor der Gerichtsbarkeit und hoheitlichen Maßnahmen geschützt, aber nur bei diesen.

Honorarkonsul*innen werden ernannt, wenn die Einrichtung einer berufskonsularischen Vertretung zu aufwendig bzw. zu teuer wäre, oder, wenn der Amtsbezirk der zuständigen Auslandsvertretung sehr groß ist und wegen der Zahl der ansässigen oder durchreisenden Deutschen eine örtliche Anlaufstelle sinnvoll ist. Honorarkonsul*innen müssen keine deutschen Staatsbürger*innen sein. Es sind oft Leute mit langjähriger Berufserfahrung im Gastland. Sie haben vielfältige Kontakte, sind mit den örtlichen Verhältnissen vertraut und können deshalb fundierte Hilfe leisten. Sie müssen allerdings nicht permanent anwesend sein und dürfen nicht alle konsularischen Amtshandlungen ausüben. Visumangelegenheiten oder die Beglaubigung von Urkunden liegen nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich, es gibt aber Ausnahmen.

Diese Hilfen bieten Konsulate an:

■ Hilfe bei Passverlust

■ Information bei Geldverlust

■ Unterstützung bei Gewaltverbrechen

■ Betreuung bei Verhaftung

■ Unterstützung in Krisensituationen und bei Evakuierung

■ Unterstützung im Vermissten- und Todesfall

Für folgende Aktionen sind Konsulate nicht zuständig:

■ Ausstellung von Führerscheinersatzpapieren

■ Anwaltliche oder gerichtliche Vertretung

■ Eingriffe in laufende Gerichtsverfahren oder Erteilung von Weisungen an lokale Behörden

■ Begleichung offener Hotel- oder Krankenhausrechnungen und Bußgelder

■ Finanzierung der Fortsetzung der Reise

■ Übernahme der Kosten von Such- und Rettungsaktion und Auslegen von Überführungskosten bei Todesfällen

■ Tätigkeiten von Reisebüros, Krankenkassen oder Banken

Achte darauf, dass relevante Punkte über die Firmenversicherung abgedeckt sind. Manche Weltreisende schließen noch zusätzlich eine private Reiseversicherung ab.

In bestimmten Ländern kannst du auch konsularische Hilfe bei Vertretungen anderer EU-Staaten suchen. Durch die Unionsbürgerschaft haben alle EU-Bürger Anspruch auf konsularischen Schutz jedes anderen Mitgliedstaates (Art. 23 des Vertrags zur Arbeitsweise der Europäischen Union AEUV), falls es im jeweiligen Land keine deutsche Vertretung gibt. Das gilt für akute Notlagen, wie Hilfe bei Todesfällen, schweren Unfällen oder Erkrankungen, Festnahmen oder Haft sowie Gewaltverbrechen. Es kann sein, dass man an eine andere Auslandsvertretung weiterverwiesen wird, je nach Absprachen, wer für die konsularische Betreuung von Deutschen zuständig ist.

3.1.1. Passverlust

Deinen Reisepass brauchst du, um im Hotel einzuchecken, dich bei Polizeikontrollen auszuweisen und für die Ausreise und Rückreise nach Hause. Botschaften, Generalkonsulate, Konsulate und in Ausnahmefällen Honorarkonsulate können einen „Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland“ ausstellen. Mit einer vorhandenen Passkopie geht das deutlich schneller.

Prinzipiell ist auch die Ausstellung eines befristeten vorläufigen Passes möglich. Die dauert jedoch länger als der erwähnte Passersatz, weil die Heimatbehörde kontaktiert werden muss.

Wenn dein Pass weg ist, warum auch immer, rufe bei der zuständigen Auslandsvertretung an, mache einen Termin aus und frage, was du zum Termin für die Ausstellung des Ersatzdokumentes mitbringen musst. Normalerweise brauchst du:

■ Polizeiprotokoll, in dem der Verlust dokumentiert ist

■ zwei aktuelle Passfotos (Checkliste Gepäck siehe Seite 167)

■ ein Antragsformular

■ Verlustanzeige

■ Nachweis deiner Identität durch Personalausweis oder die erwähnte Passkopie

3.1.2. Geldverlust

Konsulate verleihen kein Geld und übernehmen weder deine Rechnungen für ärztliche Behandlung oder Krankenhausaufenthalt, noch die Kosten für eine Weiterreise. Sie helfen, indem sie dich bei Geldverlust über Möglichkeiten schnellen Geldtransfers informieren und sie unterstützen dich, Verwandte oder Freunde zu kontaktieren.

3.1.3. Gewaltverbrechen