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Paarberatung und -therapie mit Älteren - ist das etwas Besonderes? Ja, denn von der Indikation ("Lohnt sich das noch?") bis zur Durchführung ("Blick ins Elternschlafzimmer") stellt diese Arbeit eine Herausforderung dar: Man begegnet dabei mehr oder weniger bewusst den eigenen Eltern und Großeltern mit Gefahren für die eigene Professionalität. Dank der gestiegenen Lebenserwartung wächst der Bedarf an Paarberatung und -therapie Älterer. Es ist also an der Zeit, sich mit den Besonderheiten vertraut zu machen. Dieses Buch ist dabei eine große Hilfe, denn die Autorin geht ausführlich auf die Thematik ein und gibt anhand von Fallbeispielen praxisnah Einblick in die Paartherapie mit Älteren.
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Seitenzahl: 136
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Lindauer Beiträge zur Psychotherapie und Psychosomatik Herausgegeben von Michael Ermann
U. T. Egle/B. Zentgraf: Psychosomatische Schmerztherapie (2014)
M. Ermann: Herz und Seele (2005)
M. Ermann: Träume und Träumen (2005/2014)
M. Ermann: Freud und die Psychoanalyse (2008)
M. Ermann: Psychoanalyse in den Jahren nach Freud (2009/2012)
M. Ermann: Psychoanalyse heute (2010/2012)
M. Ermann: Angst und Angststörungen (2012)
M. Ermann: Der Andere in der Psychoanalyse (2014)
U. Gast/P. Wabnitz: Dissoziative Störungen erkennen und behandeln (2014)
R. Gross: Der Psychotherapeut im Film (2012)
O. F. Kernberg: Hass, Wut, Gewalt und Narzissmus (2012)
J. Körner: Abwehr und Persönlichkeit (2013)
R. Kreische: Paarbeziehungen und Paartherapie (2012)
W. Machleidt: Migration, Kultur und psychische Gesundheit (2013)
L. Reddemann: Kontexte von Achtsamkeit in der Psychotherapie (2011)
A. Riehl-Emde: Wenn alte Liebe doch mal rostet (2014)
U. Streeck: Gestik und die therapeutische Beziehung (2009)
R. T. Vogel: Existenzielle Themen in der Psychotherapie (2013)
L. Wurmser: Scham und der böse Blick (2011/2014)
H. Znoj: Trauer und Trauerbewältigung (2012)
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Dieses Buch stellt eine grundlegend überarbeitete und erweiterte Fassung der Vorlesungen dar, die die Autorin zum gleichen Thema im Rahmen der Lindauer Psychotherapiewochen 2013 gehalten hat. Unter www.auditorium-netzwerk.de ist eine Übersicht aller Aufnahmen der Lindauer Psychotherapiewochen einzusehen, die unter [email protected] angefordert werden kann.
1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-024275-3
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-024276-0
epub: ISBN 978-3-17-024277-7
mobi: ISBN 978-3-17-024278-4
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Vorwort
Einführung
Erste Vorlesung
Sprechstunde für Paare im höheren Lebensalter
Äußerer Rahmen/Setting/Finanzierung
Welche Anliegen führen ältere Paare in Beratung und Therapie?
Gemeinsam alt werden, ein historisch neues Phänomen
Beispiel 1: Überlistung zum Paargespräch
Aktueller Forschungsstand/Indikation
Zweite Vorlesung
Balance von Nähe und Distanz im Ruhestand
Beispiel 2: Nähe-Distanz-Probleme im Ruhestand
Erstgespräch
Zum weiteren Therapieverlauf
Allgemeines paartherapeutisches Konzept
Entwicklungsaufgaben im Lebenszyklus
Arbeit an Alltagsstrukturen/dysfunktionaler Lebensorganisation
Beziehungsmuster/Umgang mit Ambivalenzen und Polaritäten
Unerledigtes aus der Paargeschichte und den Herkunftsfamilien
Zum therapeutischen Dreieck
Entwicklungsfördernde Kontextfaktoren
Dritte Vorlesung
Belastung durch unbewältigte Ereignisse aus der Vergangenheit
Beispiel 3: Wie Versöhnung gelingen kann
Beispiel 4: Wie Versöhnung misslingen kann
Verzeihen – Versöhnen – Vergeben
Worin unterscheidet sich die Paartherapie für ältere von der für jüngere Paare?
Voreinstellungen von Psychotherapeuten gegenüber älteren Menschen
Voreinstellungen älterer Menschen gegenüber jüngeren Psychotherapeuten
Was die Psychotherapie mit Älteren erleichtern kann
Vierte Vorlesung
Alternde Körper
Beispiel 5: Krankheit und Machtkampf
Erstgespräch und Vorgeschichte
Therapieverlauf
Fazit
Beispiel 6: Eheliches Burnout und die Unauflösbarkeit der Bindung
Erstgespräch mit einem »Burnout-Paar«
Kommentar zum Erstgespräch und weiterer Verlauf
Paartherapeutisches Konzept: Altersbezogene Modifikationen
Fünfte Vorlesung
Sexualität, Erotik, Liebe – schwierige Themen in der Langzeit-Ehe?
Empirische Befunde zu Sexualität im Alter/in Langzeitbeziehungen
Sexualberatung und -therapie
Beispiel 7: Körpererleben und Sexualität
Drei typische »Verläufe« der gemeinsamen Sexualität
Liebe im Alter
Schlusswort: Die Herausforderung annehmen
Literatur
Stichwortverzeichnis
Personenverzeichnis
Dieses Buch entstand nach einer Reihe von fünf Vorlesungen bei den Lindauer Psychotherapiewochen im Jahre 2013. Die Vorlesungen standen unter dem Titel »Wenn alte Liebe doch mal rostet … Beratung und Therapie – warum nicht auch für ältere Paare?« und gaben anhand von Therapieprotokollen und Videoausschnitten aus Therapiesitzungen praxisnah Einblick in die Paartherapie mit Älteren.
Dementsprechend ist auch das vorliegende Buch sehr praxisnah gestaltet: Leserinnen und Leser können durch die Lektüre einen Eindruck gewinnen von typischen Konflikten, aber auch von existentiellen Herausforderungen älterer Paare, von deren Kampf um Selbstbehauptung und Anerkennung und von deren Ringen um eine liebevolle oder zumindest lebenswerte Paarbeziehung. Und sie werden von gelingender Weiterentwicklung lesen, aber auch von Stagnation – und von der therapeutischen Aufgabe, bisweilen Unveränderliches zu akzeptieren und mitzutragen.
Das Spektrum der Paarbeziehungen älterer Paare ist breit und vielfältig. Vielen Paaren gelingt es, über Jahrzehnte hinweg zusammenzubleiben. Dies ist vermutlich das größere Wunder als die Tatsache, dass heutzutage etwa ein Drittel der Ehen geschieden wird. Die Arbeit mit älteren Paaren ist interessant: Lange Beziehungsgeschichten können faszinieren, die Schicksale älterer Paare können in Therapeuten nicht nur Hilflosigkeit auslösen, sondern auch Mut machen für das eigene Älterwerden. Davon wird dieses Buch etwas vermitteln und die Neugier auf ältere Paare und ihre Paarbeziehungen wecken. Hinzukommt: Der Bedarf an Paartherapie für Ältere steigt und die klinische Erfahrung zeigt, dass sich die Arbeit lohnt.
Heidelberg, im Januar 2014 Astrid Riehl-Emde
Der Bedarf an Beratung und Psychotherapie älterer Menschen wächst und wird in Zukunft noch weiter wachsen. Dies nicht nur, weil der Anteil der über 60-Jährigen in unserer Gesellschaft zunimmt, sondern auch weil immer mehr Menschen älter und alt werden, die bereits in jüngeren Jahren Erfahrungen mit Psychotherapie gemacht haben und diese auch im Alter beanspruchen werden. Obwohl wir in der Arbeit mit älteren Paaren keine grundlegend anderen therapeutischen Methoden benötigen als in der Arbeit mit Jüngeren, weist die Psychotherapie mit älteren Menschen einige Besonderheiten auf. Diese betreffen beispielsweise den Umgang mit den oftmals langen Beziehungsgeschichten und der begrenzten Lebensperspektive der Paare; bei der Durchführung sind Modifikationen in der Gesprächsführung zu berücksichtigen und es stellt sich die Notwendigkeit, zeitgeschichtlich zu denken.
Auch wenn Menschen nicht erst ab dem 60. Lebensjahr altern, beginnt »das Alter« gemäß einer Übereinkunft innerhalb der Alterswissenschaften mit 60 Jahren. Anstelle der statisch wirkenden Bezeichnung »Alter« wird heute die Bezeichnung »Altern« vorgezogen, um den Prozess des Altwerdens, die Lebenslauf- und Entwicklungsperspektive zu betonen. Tabelle 1 zeigt die gebräuchlichen Bezeichnungen für die Altersphasen ab dem 60. Lebensjahr. Dabei sind die Bezeichnungen für das dritte und vierte Lebensalter – »Ältere« und »Alte« – grammatikalisch nicht korrekt: Denn die Älteren sind jünger als die Alten, obwohl »älter« die Steigerungsform von »alt« darstellt. Für die Jahre ab etwa 45 bis 60 gibt es die bildhafte Bezeichnung »Grenzland«1: Man ist nicht mehr jung, aber auch noch nicht richtig alt.
Tab. 1: Wann beginnt das Alter?
Lebensjahr Bezeichnung
Worin unterscheidet sich die Paartherapie für ältere von der für jüngere Paare? Worin liegen die Schwierigkeiten im Kontakt zwischen oft jüngeren Fachpersonen und älteren Paaren? Worin besteht das Faszinierende der Vielfältigkeit jahrzehntelanger Beziehungen? In dieser Vorlesungsreihe wird Paartherapie für Ältere praxisnah vermittelt. Die bereits genannten Themen werden in den folgenden fünf Vorlesungen behandelt, wobei die Anliegen der Paare, die inzwischen unsere Sprechstunde für Ältere aufgesucht haben, wie ein roter Faden durch die Reihe führen.
1 Tudor-Sandahl P (2003)
Die Sprechstunde für Paare im höheren Lebensalter ist ein Angebot des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, eine Einrichtung des Psychosozialen Zentrums am Universitätsklinikum Heidelberg. Das Angebot richtet sich an Paare, von denen mindestens einer der Partner 60 Jahre oder älter ist. Abbildung 1 zeigt den Flyer, mit dem für die Sprechstunde geworben wird.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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