Wenn der Teppich fliegen könnte ... - Mathias Bluemlein - E-Book

Wenn der Teppich fliegen könnte ... E-Book

Mathias Bluemlein

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Beschreibung

Wenn der Teppich fliegen könnte, würden wir uns diesem Luftikus wohl anvertrauen? An manchen Tagen scheint es uns, als wäre unser Leben in ein Geflecht aus unsichtbaren Fäden eingesponnen. An anderen wiederum hängt es buchstäblich am seidenen Faden. Tatsächlich sind wir jeden Tag dabei, ein ebenso fantastisches wie fadenscheiniges Gespinst herzustellen: Die Realität und unser aller Leben ist ein unendlich verwobenes Gebilde aus Gegebenheiten, Verbindungen, Möglichkeiten, Entscheidungen, Tätigkeiten, Widrigkeiten, Abhängigkeiten und deren individueller Betrachtung und Erfahrung. Ihnen allen gemeinsam ist das Mysterium, dass alles ebenso gut auch ganz anders sein könnte, wenn ... ja, wenn was? Als zweite Edition von "365-Wenn.de" eröffnet "Wenn der Teppich fliegen könnte..." weitere 365 "Wenn"-Betrachtungen aus 1001 Tag: zum Innehalten, zum Abheben, zum Neudenken, zum Durchstarten, zum Freischweben. Denn das Leben gleicht dem Abenteuer, sich einem fliegenden Teppich anzuvertrauen. Es ist eine fantastische Geschichte, die jeden Tag neu erzählt wird. Von uns allen, und von jedem Menschen anders. Manchmal märchenhaft, manchmal lustig, manchmal traurig, manchmal nachdenklich, manchmal irritierend, manchmal ermutigend, oftmals überraschend ... aber immer einzigartig und lebendig!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 47

Veröffentlichungsjahr: 2017

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„Wenn es einen Moment gibtim Leben,den man viel zu oft verpasst,dann ist es dasJetzt.“

Diese leider oft zutreffende und ebenso ernüchternde Erkenntnis ist allen aufgeweckten Leserinnen und Lesern gewidmet, die sich nicht von den trügerischen Betrachtungen vergangener wie künftiger Konjunktive ablenken lassen.

Willkommen in der faktischen Realität der Gegenwart!

Dankesnote

an das Leben, das mich täglich Neues lehrt, sowie an die wenigen Menschen, denen ich meine guten Erfahrungen verdanke, und die einen Abschnitt ihrer Lebenszeit mit mir geteilt haben, sei es nun freiwillig, zufällig oder vielleicht auch notgedrungen.

Fast ebenso großen Dank hingegen widme ich all' jenen, die mein Urteilsvermögen, meine Kritikfähigkeit und meine Widerstandskraft durch ihre Ignoranz, ihre Gier, ihre Beschränktheit und ihre selbstverschuldete Denkbehinderung geschärft und gestärkt haben. Weiter so!

Und selbstverständlich stehe ich in der Schuld aller geistigen Vorväter und -mütter: Vorbilder und Vordenker, deren Gedankengut den fruchtbaren Humus bildet, auf dem meine eigenen bescheidenen Ambitionen, Denkversuche und -ergebnisse in fröhlichem Wildwuchs vor sich hinwuchern.

Meine persönliche Buchempfehlung 2017:

„Der fliegende Teppich“ von Gert Scobel hat mich zum Titel wie auch zum einleitenden Vorwort dieser zweiten „365-wenn“-Edition inspiriert: Danke, Herr Scobel, für dieses wichtige und erhellende Werk!

Mathias Bluemlein, im Juli 2017

Wenn der Teppich fliegen könnte...

...würde man sich diesem Luftikus wohl anvertrauen? Im Märchen klingt das fantastisch: Ein profaner Teppich, der einen durch die Lüfte trägt, wohin immer man nur will. Im echten Leben würden sich wohl nur besonders Wagemutige auf das Abenteuer einlassen, ein solch schwankes Luftgefährt zu benutzen. Denn ein Teppich ist nicht viel mehr als ein, wenn auch kunstfertig hergestelltes, Gebilde aus weichen und zerstörbaren Fäden. Ein zartes Gewebe der Fantasie, wenn man so will, umso mehr, wenn es auch noch fliegen können soll.

Aber so ist es mit allen Produkten der menschlichen Erfindungskraft, seien sie nun erzählerischer oder konkreter Natur:

Wenn man viele lose Enden miteinander verknüpft, hat man am Ende vielleicht eine faszinierende Geschichte, ein schönes Märchen oder einen wunderbaren Teppich, um sich daran zu erfreuen. Oder ein kräftiges Seil, um sich daran aufzuknüpfen. Oder ein tragfähiges Netz, das einen auffängt, wenn man fällt. Aber wenn man schon in der Luft hängt, dann doch lieber auf einem fliegenden Teppich, so wie in dem Märchen aus 1001 Nacht, oder?

Das Leben ist eine Geschichte, die jeden Tag neu erzählt wird. Von uns allen, und von jedem Menschen anders. Dafür finden sich in dieser zweiten Edition 365 neue „Wenns“ aus 1001 Tagen ausgewählt: zum Innehalten, zum Abheben, zum Neudenken, zum Durchstarten, zum Freischweben.

Denn jeder Gedanke, jede Idee, jeder Erzählfaden, jede Faser kann unser Leben fundamental verändern - und sei es nur kraft der tagträumenden Fantasie, die uns manchmal beflügelt.

Carpet Diem: Der Teppich des Tages

Carpe Diem: Pflücke den Tag! So lautet der uralte Appell an das Leben. Denn dieses unser Leben ist eine Frucht, die uns jeden Tag neu zuwächst.

Und jeder neue Tag ist gewoben aus dem zarten Gespinst unserer Erfahrungs- und Erwartungsmuster. Carpet Diem: Der Teppich des Tages. Er ist so einzigartig wie jedes Individuum, das ihn erlebt, gestaltet und wahrnimmt. Wenn wir uns darauf einlassen, und das tun wir jeden Tag neu, trägt uns dieses Gespinst durch die Zeit und über so manche Unebenheit hinweg. Manchmal hat man sogar tatsächlich das Gefühl zu schweben, fast, als ob wir auf einem fliegenden Teppich durch unser Leben gleiten würden.

Das wichtigste Kunststück dabei ist, unterdessen die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Soll heißen: Pflücke den Tag und vertraue dem kunstvollen Gewebe von Inspiration und Imagination.

Nicht aber: Zerpflücke den Teppich, denn ansonsten fasert er auf, und dann trägt er nicht mehr, und noch weniger kann er je fliegen.

Also lasst uns einen tragfähigen Teppich knüpfen, lasst uns das Wagnis eingehen, uns ihm anzuvertrauen, auf dass er uns hinaustrage in die Lüfte, über den Horizont, jenseits der Begrenzungen und Beschwenisse des Alltags: jeden neuen Tag ins unbekannte Weite.

Was wir vom Elefanten lernen können

In den Siebzigern des letzten Jahrhunderts gab es eine recht populäre französische Filmkomödie mit dem verwirrenden deutschen Filmtitel: „Ein Elefant irrt sich gewaltig“. Dieser Titel mutet umso seltsamer an, als in dem Film kein einziger Dickhäuter auftaucht.

Im Original hieß der Film: „Un éléfant, ça trompe énormément“, zu übersetzen mit:

„Ein Elefant trompetet gewaltig“, sinngemäß etwa:

„Da macht einer enorm viel Wind“, was in Bezug auf den Film schon eher passt. Bei der Übersetzung ins ins Deutsche wurde offenbar das reflexive Verb „se tromper“ (sich irren) verwechselt mit „trompeten“, und offensichtlich das Demonstrativpronomen „ça“ (dieser/jener/welcher) fälschlich mit dem Reflexivpronomen „se“ (sich) gleichgesetzt. Ergebnis: der völlig sinnfrei übersetzte deutsche Titel, s.o.

Doch was hat diese alte Kamelle mit dieser neuen Edition hier zu tun? Aus meiner Sicht genau dies:

„Es irrt der Mensch, solang er strebt“, so spricht der Herrgott persönlich in Goethes Faust.

Mathias Claudius hingegen lässt im Kapitel 29 seines Wandsbeker Boten folgendes verlauten:

„Die Herren Menschen könnten von dem Elefanten etwas lernen...“

Ich teile diese Ansicht über dieses so sensible wie mächtig archaische Lebewesen (den Elefanten, nicht den „Herren Mensch“, noch weniger den Herrenmenschen): Nicht von ungefähr ist der Elefant auch ein Symbol für Kraft, für Sympathie, für Stärke, für Sensibilität, für Empathie, für Glück, für Weisheit, für Lebensfreude, für Treue, für Hoffnung, für ein legendäres Gedächtnis, für ein langes Leben. Der Elefant ist eine beeindruckende Projektionsfläche für die Sehnsüchte und Schwächen unserer menschlichen Existenz. In seine markante, manchmal bestürzend melancholische Physiognomie und in seine dicke runzlige Elefantenhaut sind die Furchen unseres irdischen Daseins eingeschrieben. Wie beim Menschen bildet ein funktionierender Sozialverband seine Existenzgrundlage, und das Individuum wandelt mit ähnlich langer Lebenszeit auf diesem geschundenen Planeten.