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Wasser des Lebens nennen die Schotten ihr Nationalgetränk, das nicht nur ein Symbol der Gastfreundschaft sondern die Essenz allen gesellschaftlichen Lebens ist. Diesem besonderen Tropfen widmet sich das Whisky-Büchlein mit vielen wissenswerten und unterhaltsamen Informationen rund um die jahrhundertealten Traditionen des Whiskys oder auch Whiskeys, wie ihn die Amerikaner oder Iren nennen. Dazu detaillierte Beschreibungen von empfehlenswerten Whiskysorten wie schottischem Aberfeldy, irischem Tullamore Dew oder amerikanischem Jim Beam. Ein Büchlein für Einsteiger, erschienen in unserer Minibibliothek, die im Westentaschenformat auf 128 Seiten kurzweilig über die verschiedensten Themen informiert.
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Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Es dauert sehr lange,ein Kenner zu werden –aber es ist einewirklich schöne Zeit.
Lutz Hoffmann,Whisky-Händler aus Leipzig
vonTom Schmidt
ISBN 978-3-89798-460-8
eISBN 978-3-89798-611-4
© BuchVerlag für die Frau GmbH, Leipzig 2014
Fachliche Beratung: Lutz Hoffmann (www.wein-whisky-leipzig.de)
Fotos: Josephine Zänker (Titelfoto, S. 2), Jens Kobstädt, Leipzig (S. 7, 11, 21, 41, 68/69, 101, 107), Verlagsarchiv
Einband, Typografie, Satz: Catharina Ende, Leipzig
www.buchverlag-fuer-die-Frau.de
Whisky oder Whiskey?
Kurze Geschichte
Die Sorten und Herstellungsverfahren
Nicht nur auf das Wasser kommt es an
Pur oder auf Eis?
Ein kleiner Überblick von A-Z
Oft wird die Frage der Schreibweise, also mit oder ohne das „e“, zu einer Glaubensfrage stilisiert. Gehen Sie völlig entspannt an das Thema heran, es handelt sich lediglich um unterschiedliche Schreibweisen in den verschiedenen Ländern. So lassen die Schotten, Engländer und Kanadier das „e“ weg und schreiben Whisky.
Die Iren und Amerikaner dagegen setzen einen Buchstaben mehr ein und nennen es Whiskey, wobei die Aussprache immer gleich ist. Halten wir es doch in diesem Buch so, wie es auch die Länder tun: mit „e“, wenn der Whiskey aus Irland oder Amerika kommt, ansonsten eben ohne.
Eilean Donan Castle/Schottland
Beide Formen haben ihren Ursprung in den Begriffen „uisge beatha“ (gälisch) und „aqua vitae“ (lateinisch). Diese Worte bedeuten schlicht „Wasser des Lebens“.
Ein schöner Begriff für ein so edles Getränk, finden Sie nicht auch?
Das Prinzip des Alkoholbrennens und der Destillation wurde vermutlich bereits um 3000 vor Christus von den Chinesen und Arabern erfunden und für die Herstellung von Parfum genutzt. Etwa im 6. Jahrhundert tauchte das Verfahren dann bei irischen Mönchen auf, die sowohl vergorene Fruchttränke als auch Getreidebiere herstellten und anfingen, diese zu brennen. Der dadurch gewonnene Alkohol wurde als Heil- und Stärkungsmittel eingesetzt und sollte Krankheiten heilen und ein langes Leben bescheren. Das „Wasser des Lebens“ war also eher eine Medizin als ein Genussmittel. Höchstwahrscheinlich hat der Whiskey seinen Ursprung in Irland, auch wenn die Schotten gerne für sich in Anspruch nehmen, die Erfinder zu sein.
Nach Schottland kamen die Kenntnisse der Herstellung wohl erst mit Beginn der Christianisierung durch irische Mönche etwa ab dem 9. Jahrhundert. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass bereits vorher Bauern ihr überschüssiges Getreide zu Alkohol brannten.
Das methodische Vorgehen und klare Anweisungen zum Brennen und Destillieren wurden jedoch erst durch die Mönche eingebracht. Nach der Auflösung vieler Klöster im 16. Jahrhundert verbreitete sich das Wissen sehr schnell auch außerhalb des Klerus und führte zur Gründung gewerbsmäßiger Brennereien.
Isle of Lewis
Da das Brennen mit hohen Steuern belegt war, breitete sich das illegale Schwarzbrennen aus, das in Schottland mehr als die Hälfte der gesamten Whisky-Produktion ausmachte.
Erst 1824 gelang es, die Herstellung und Besteuerung einheitlich zu regeln, Glenlivet wurde die erste lizenzierte schottische Destillerie. Irische, später auch schottische Auswanderer brachten ihr Wissen um die Whiskeyherstellung mit nach Amerika, vor allem in die von ihnen bevorzugten Staaten Pennsylvania, Maryland und Virginia. Da die Amerikaner ihren Whiskey mit „e“ schreiben, dominierten als „Entwicklungshelfer“ doch eher die Iren. Besonders in Virginia übernahmen die Farmen den Maisanbau von den Indianern und brannten daraus einen Whiskey, der heute unter der Bezeichnung Bourbon bekannt ist.
Die älteste registrierte Destillerie in den USA wurde 1866 von Jack Daniel in Tennessee gegründet und besteht bekanntlich noch heute.
Die älteste bekannte Brennerei der Welt ist die 1608 lizenzierte Old Bushmills Distillery in Irland.
Für Kanada wird als Gründungsdatum der ersten Destillerie meist das Jahr 1668 angegeben.
Malt Whisky entsteht in einem aufwändigen Herstellungsverfahren in verschiedenen Stufen. Ausschlaggebend für das Endprodukt und seine Qualität sind die Art des zum Brennen verwendeten Getreides, dessen Vorbereitung, das Wasser, die Art der Destilliervorrichtung, die Geschwindigkeit und die Anzahl der Destilliervorgänge.
Zum Brennen werden die Pot Stills benutzt, kupferne Brennblasen. In ihnen wird der sogenannte „wash“, die vergorene Maische, erhitzt. Der Alkohol verdampft und steigt im Inneren auf, wird in einem wassergekühlten Rohr abgekühlt, dadurch wieder verflüssigt und in einem Behälter aufgefangen. Dieses Verfahren ist recht aufwändig, da immer nur eine bestimmte Menge destilliert werden kann, dann muss neuer wash eingefüllt werden. Die Scotch und Irish Malts werden noch immer nach dieser Methode gebrannt.
Glengoyne-Whiskybrennerei, Killearn
Etwa um 1830 wurden die Coffey oder Patent Stills erfunden. Mit diesen Brennblasen ist ein permanenter Betrieb ohne Unterbrechungen möglich, weshalb der Vorgang auch als kontinuierliches Brennen bezeichnet wird. Grain Whiskys und die meisten irischen Whiskeys werden so hergestellt.
