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3 Millionen Leser in Asien vertrauen diesem TCM-Ratgeber Der TCM-Experte Alex Wu zeigt, dass jedes Symptom und jede Beschwerde des Körpers bereits ein Ausdruck von Selbstheilung sind. Der weise Körper weiß am besten, was ihm hilft und was ihm schadet und setzt natürliche Heilungsprozesse in Gang. Der Bestseller aus China liefert anhand von Vergleichen der chinesischen und westlichen Medizin einfache wie absolut nachvollziehbare Erklärungen für Selbstheilungskräfte. Die wichtigste Erkenntnis: Unser Körper verfügt über fünf ureigene Selbstheilungs-Systeme, die einem Anti-Virus-Programm ähneln: das Milzsystem, das Immunsystem, das Lungensystem, das Nieren-Leber-System und das Herzsystem. Wer die dahinterliegenden Mechanismen und Heilfunktionen erkennt, gewinnt ein völlig neues Verständnis vom menschlichen Körper. Alex Wu macht uns auf bestechend einfache Weise das Heilwissen der Traditionellen Chinesischen Medizin wieder zugänglich.
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Seitenzahl: 131
Veröffentlichungsjahr: 2018
Alex Wu
Eine verblüffend einfache Gebrauchsanweisung aus der chinesischen Medizin
Aus dem Englischen von Jochen Lehner
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
Der TCM-Experte Alex Wu zeigt, dass jedes Symptom und jede Beschwerde des Körpers bereits ein Ausdruck von Selbstheilung sind. Der weise Körper weiß am besten, was ihm hilft und was ihm schadet und setzt natürliche Heilungsprozesse in Gang. Der Bestseller aus China liefert anhand von Vergleichen der chinesischen und westlichen Medizin einfache wie absolut nachvollziehbare Erklärungen für Selbstheilungskräfte und vermittelt damit ein völlig neues Verständnis vom menschlichen Körper.
Essenz
Einleitung
Sind Sie bereit für ein Leben von mehr als hundert Jahren?
Traditionelle Chinesische Medizin gestern und heute
Die Geschichte dieses Buches
1. Aus der Sicht eines Produktdesigners
Der westliche und der östliche Ansatz – ein Vergleich am Beispiel der Gicht
Die Energieversorgung des Körpers
2. Körperenergie
Fünf Stufen der Körperenergie
1. Stufe: gesund
2. Stufe: annähernd gesund
3. Stufe: Schein-Gesundheit
4. Stufe: Auszehrung
5. Stufe: völlige Erschöpfung
Aus unserer Betrachtung der [...]
Die banale Erkältung und was die TCM über Kälteschäden sagt
Kälteschädigung und Erkältung – wie die Heilung vor sich geht
Unangenehme Symptome sind nicht unbedingt Krankheitszeichen
Wie man die Körperenergie vermehrt
3. Der menschliche Körper in der chinesischen Medizin
Die Meridiane als Leitbahnen für Körperflüssigkeit
Das Selbstheilungssystem
Wie funktioniert Selbstheilung?
Energie-Management
Das Selbstheilungssystem teilt seine Aufgaben in zwei Bereiche ein: vorbeugende Instandhaltung und Notreparaturen
Die Effektivität der Selbstheilung entspricht dem Energieniveau des Körpers
Das Selbstheilungssystem wendet sich je nach Energiestand und Jahreszeit anderen Organen zu
Das Selbstheilungssystem weiß, in welcher Reihenfolge die Organe zu bearbeiten sind
Gute Fließeigenschaften in den Meridianen sind eine der wichtigsten Bedingungen für ein voll funktionsfähiges Selbstheilungssystem
4. Psoriasis
Psoriasis-Symptome aus neuer Sicht
Die Heilung der Schuppenflechte – ein Beispiel
Haarausfall – meine eigenen Erfahrungen
5. Adipositas – Fettleibigkeit
Herz und Milz als Ursachen für Übergewicht
Was die Milz schwächt
Ernährungsfehler
Gynäkologische Infektionen
Geburtsnachsorge
Eiswasser als Ursache für Übergewicht
Gut kauen
6. Tägliche Massagen
Das Haar kämmen
Rückenmassage
Massage des Herzbeutelmeridians
Weitere hilfreiche Massagen
7. Die Zukunft der chinesischen Medizin
Elektronische Meridiandiagnose
Qigong und Akupunktur
Zusammenfassung und Ausblick
Messung der Körperenergie
Messung der Meridiane
Viele chronische Krankheiten entstehen durch einen falschen Umgang mit dem Körper. Was wir brauchen, sind keine wundersamen Therapien, sondern eine korrekte Gebrauchsanweisung für den menschlichen Körper.
Alex Wu
Basis der TCM ist der Vergleich des menschlichen Körpers mit bekannten Naturphänomenen.
Alex Wu
Vor einiger Zeit habe ich einen dreiundneunzigjährigen Freund im Krankenhaus besucht. Er lag zusammen mit zwei anderen Patienten in einem Zimmer, der eine neunzig, der andere vierundneunzig Jahre alt. Ich staunte. Wenn ich in meiner Kindheit in Tainan, einer Stadt im südlichen Taiwan, an einer Bestattung teilnahm, ging es meist um Leute, die noch keine achtzig waren. Wer damals über siebzig wurde, bekam anerkennende Worte über sein hohes Lebensalter zu hören, während es heute völlig normal ist, dass man achtzig oder neunzig oder noch älter wird. Aber ist das wirklich ein gesegnetes Alter? Wenn ich mir Leute in mittleren Jahren ansehe, finde ich kaum jemanden, der nicht an irgendeiner chronischen Krankheit leidet, sei es hoher Blutdruck, Typ-2-Diabetes, Gicht oder auch etwas weniger Gravierendes wie Gedächtnisschwäche oder Arthritis.
In meiner Altersgruppe scheint es normal zu sein, dass man von irgendwelchen Malaisen geplagt wird. Die Zahlen der Centers for Disease Control and Prevention, einer Bundesbehörde des US-Gesundheitsministeriums, besagen sogar, dass ungefähr die Hälfte der Erwachsenen in den USA – und das wären um die 162 Millionen – an chronischen Beschwerden leidet und jeder vierte Erwachsene zwei oder mehr solcher Beschwerden hat. In den meisten Fällen werden sich diese chronischen Krankheiten mit den Jahren verschlimmern, die Betroffenen werden für den Rest ihres Lebens von Medikamenten abhängig sein. Das können schon mal vierzig bis sechzig Jahre des Ringens mit Krankheiten sein. Ein erschreckender Gedanke.
Im 20. Jahrhundert ist die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit drastisch gestiegen. Um 1900 lag sie in den USA und den meisten entwickelten Ländern für Männer und Frauen bei etwa fünfzig Jahren. Bis 2014 stieg sie in den USA bei Männern auf 77,4 und bei Frauen auf 82,2 Jahre, und in mehr als dreißig Ländern lag sie bei über achtzig Jahren. Besonders erstaunlich: Die Zuwachsrate ist seitdem nicht wesentlich zurückgegangen, weshalb wir davon ausgehen können, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gut möglich, dass die jetzt unter Fünfzigjährigen weit über achtzig oder neunzig Jahre alt werden und die Lebenserwartung dann ebenfalls über neunzig klettert. Über hundert Jahre alt zu werden wird dann keine Seltenheit mehr sein, nicht mehr hohes Ziel, sondern Normalität.
Vor diesem Hintergrund wird es wichtig für uns alle, eine so hohe Lebensqualität sicherzustellen, dass wir die zusätzlichen Jahre dann auch genießen können. Je nach gesundheitlicher Verfassung können die gewonnenen Jahre entweder eine Verlängerung der jugendlichen Frische sein oder den zermürbenden täglichen Kampf um die Aufrechterhaltung des Lebens durch Medikamente und andere Mittel bedeuten.
Nehmen wir etwa jemanden, der von akuter Gicht betroffen ist und ständig Schmerzen leidet, von den Bewegungseinschränkungen ganz zu schweigen. Sich draußen im Freien zu vergnügen wird für diesen Menschen zu einer fernen Erinnerung. Alles, was täglich zu tun ist und bisher mühelos war, wird jetzt zur schmerzhaften Herausforderung. Oder nehmen wir jemanden mit fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes, der sich sehr bewusst ernähren und ständig den Blutzucker kontrollieren muss und dabei auch noch erhebliche Komplikationen zu fürchten hat. Kurz, es ist sehr wichtig, dass wir uns schon in jungen Jahren um gesunde Lebensgewohnheiten bemühen, damit die zusätzlichen Jahre ein Vergnügen werden und wir unser Leben wirklich ausschöpfen können. Wenn wir künftig mit einer hohen Lebenserwartung zu rechnen haben, kann es nicht mehr nur darum gehen, sehr alt zu werden.
Das Renteneintrittsalter liegt heute in den meisten entwickelten Ländern bei zwischen sechzig und fünfundsechzig Jahren, und diese Festlegung stammt aus einer Zeit, als die durchschnittliche Lebenserwartung in diesen Ländern bei etwa siebzig Jahren lag. Das heißt, dass ein fünfundsechzigjähriger Rentner mit durchschnittlich fünf Jahren Ruhestand rechnen konnte, bevor er starb. So stellte man sich in den meisten Gesellschaften den Lebensabend vor. Wenn nun die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Jahre nach dem Renteneintritt zunimmt, muss sich auch unsere Haltung dazu ändern. Es geht ja nicht nur um die Frage, wie ein erfülltes Leben im Rentenalter aussehen soll, ob man in diesen Jahren über genügend Geld verfügt oder einen Partner hat, mit dem man in liebender Zweisamkeit diese Zeit verbringt, sondern der wichtigste Gesichtspunkt wird unsere Gesundheit sein.
Wenn ich mir die älteren Menschen in meiner Umgebung ansehe oder mit ihnen spreche, zeigt sich immer wieder, dass die ältesten unter ihnen nicht unbedingt ihr Leben lang gesund waren. Im Gegenteil, viele haben chronische Krankheiten, die schon vor Jahrzehnten festgestellt wurden und die sie seither zur Einnahme von Medikamenten zwingen. Ich sehe darin eine der vielen anerkennenswerten Leistungen der modernen Medizin: dass Menschen trotz gravierender Krankheiten sehr alt werden können. Das ist zweifellos eine Errungenschaft, aber nicht unbedingt erstrebenswert, wenn man es mehr auf Lebensqualität als auf die Zahl der Jahre anlegt.
Wenn wir uns also unsere Gesundheit und Jugendlichkeit so lange wie möglich erhalten wollen, sollten wir uns mit Methoden der generellen Verbesserung unserer Gesundheit befassen. Dabei wird es mehr um Vorbeugung gehen als um die Bekämpfung bereits aufgetretener Symptome mit Medikamenten. Wenn wir rechtzeitig umdenken und eine gesunde Lebensweise wählen, ist es gar nicht so schwierig, die Alterung zu verlangsamen und chronische Krankheiten zu vermeiden.
Schon in meiner Jugend in Taiwan faszinierte mich die Geschichte von König Midas, der alles, was er berührte, in Gold zu verwandeln vermochte. Jahrhundertelang mühten sich die Naturkundigen, diesen Mythos Realität werden zu lassen. Die Alchemisten waren darauf aus, unedle Metalle in Gold zu verwandeln, und das wurde im Mittelalter zur treibenden Kraft für die Entwicklung der Naturwissenschaften. Im fernen Osten jedoch nahm die wissenschaftliche Forschung eine andere Richtung: Den Kaisern Chinas ging es weniger um Reichtum als um ewiges Leben, ewige Jugend.
Was sich daraus entwickelte, kennen wir heute als Traditionelle chinesische Medizin oder TCM. Kern der TCM ist eine Philosophie, in welcher der menschliche Körper mit einem Universum verglichen wird. Yin und Yang sowie die fünf Elemente sind die beherrschenden Prinzipien dieses Universums. Diese uralte chinesische Philosophie wurde im Westen erst im Laufe des vorigen Jahrhunderts bekannt, doch da ihr eine naturwissenschaftliche Basis nach abendländischem Verständnis fehlt, wurde sie im Westen und sogar in China von vielen als pseudowissenschaftlich abqualifiziert.
Mit dem Aufkommen des Internets sind Grundkenntnisse in Informationstechnologie unter gebildeten Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Wenn wir die alten TCM-Theorien von dieser Warte aus noch einmal neu betrachten, können wir sie auf neue und tiefere Art verstehen. Die Lehre von Yin und Yang und die Theorie der fünf Elemente waren, vereinfachend gesagt, Beschreibungen komplexer Systeme in einer Zeit, in der wissenschaftliche Instrumente und Datenverarbeitung noch unbekannt waren.
Basis der TCM ist der Vergleich des menschlichen Körpers mit bekannten Naturphänomenen. In der Entstehungszeit der TCM gab es die Möglichkeit noch nicht, ein komplexes System zu entwickeln, das den menschlichen Körper zu repräsentieren vermochte. So entstand stattdessen die Fünf-Elemente-Lehre. Die Beziehungen zwischen diesen fünf Elementen – Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – waren damals Gemeingut, und es lag nahe, diese Beziehungen zur Beschreibung des menschlichen Körpers zu nutzen. Mit den technischen Kenntnissen und dem Systemverständnis unserer Zeit können wir heute anders vorgehen und brauchen uns nicht mehr an die eher primitiven alten Methoden zu halten. Die Lehren der TCM lassen sich in eine moderne Terminologie kleiden, die für Menschen unserer Zeit leichter zugänglich ist. Und darum geht es in diesem Buch: solch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.
Nach Jahren des Studiums der chinesischen Medizin kam ich zu dem Schluss, dass der Niedergang unserer Körperenergie (Blut und Qi, dazu mehr im 2. Kapitel) mit dem falschen Gebrauch unseres Körpers zusammenhängt, insbesondere mit falschem Schlafverhalten, falscher Lebensweise, falscher Ernährung und falschem Umgang mit Krankheiten. Mangel an Körperenergie oder Lebenskraft führt zu chronischen Krankheiten aller Art.
Schon immer hofften Menschen mit chronischen Krankheiten auf den Tag, an dem endlich eine Wunderkur für ihre Beschwerden entdeckt wird. Das ist keine sehr realistische Hoffnung. Wir können jedoch die Energie unseres Körpers durch eine gesunde Lebensweise und zutreffende Gesundheitsregeln auffrischen. Mehr Körperenergie sorgt für bessere Selbstheilungs- und Regenerationskräfte, und die sind unsere besten Mittel gegen chronische Krankheiten.
Die Traditionelle Chinesische Medizin blickt auf eine Jahrtausende umspannende Geschichte zurück. Sie umfasst eine komplexe Pflanzenheilkunde, die Akupunktur und eine ganze Reihe von Anwendungen im Bereich der Massagetechniken. Die meisten TCM-Theorien sind jedoch aus antiken chinesischen Schriften abgeleitet und deshalb schwer für Menschen zu übersetzen, die die Sprache nicht beherrschen. Selbst Menschen, die fließend Chinesisch sprechen, erfassen die volle Bedeutung nur mit Mühe.
Ich bin einen ziemlich ungewöhnlichen Weg zur TCM gegangen. In meinen jüngeren Jahren habe ich als Maschinenbau- und Computer-Ingenieur gearbeitet. Es folgten viele Jahre als Anlageberater und dann als Manager eines multinationalen Unternehmens. Und so erfolgreich ich in diesem Metier auch war, die Arbeit erwies sich auf die Dauer als ermüdend, und der ständige Druck untergrub meine Gesundheit. Schon mit achtundvierzig Jahren plagte ich mich mit allerlei chronischen Beschwerden wie starkem Haarausfall, allergischem Schnupfen und hartnäckiger Schlaflosigkeit. Das alles war nicht lebensbedrohend, schränkte aber die Lebensqualität ein und gab mir Anlass, um meine langfristige gesundheitliche Verfassung zu bangen. Ich versuchte es zuerst mit der modernen Medizin, musste aber feststellen, dass man hier eher die Symptome behandelt und diese Methoden nicht auf die Heilung meiner Gesundheitsstörungen abzielten.
Als man mir mitteilte, ich würde für den Rest meines Lebens Medikamente nehmen müssen, war ich außer mir. Zum Glück lernte ich in dieser Zeit eine TCM-Praktizierende und Massagetherapeutin in Schanghai kennen. Während der Behandlungen erläuterte sie mir die Grundzüge der TCM. Und der Behandlungserfolg öffnete mir die Augen für das Heilungspotenzial der TCM bei besonders beschwerlichen chronischen Leiden. Ich habe etliche Jahre dem Studium der chinesischen Medizin gewidmet, und aus dem Tagebuch, das ich dabei führte, wurde schließlich die erste Fassung dieses Buches.
2002 schloss ich die chinesische Fassung dieser »Gebrauchsanweisung« für den menschlichen Körper ab. Ich hatte nicht vor, sie als Buch zu veröffentlichen, sie blieb eine Textdatei unter vielen anderen auf meinem Computer. Meine besten Freunde wussten von meinem Interesse an der TCM und wollten immer wieder mal meine Meinung zu ihren eigenen Gesundheitsproblemen hören. Die waren meist chronischer Art, und anstatt nun die ganze Diskussion immer wieder neu aufzurollen, schickte ich ihnen einfach das Manuskript, das ich auf dem Computer hatte, und forderte sie auf, sich über meine Ideen Gedanken zu machen. Irgendwann fragte mich einer dieser Freunde, ob er es an Freunde weitergeben dürfe. Ich war sofort einverstanden, schließlich hatte ich es verfasst, um meine Vorstellungen mitzuteilen.
Ich dachte längst nicht mehr daran, dass mein Buch online weitergereicht wurde, bis ich 2005 mit einer neuen Bekannten Visitenkarten tauschte und sie sich beim Blick auf meinen Namen freudig überrascht zeigte. Sie war Inhaberin eines Restaurants und sagte, sie lese gerade mein Buch. Damit wusste ich erst einmal nichts anzufangen, ich hatte ja noch kein Buch veröffentlicht. Mein einziges »Buch« befand sich in Gestalt einer Datei auf meinem Computer. Sie zog einen gut gefüllten Ordner aus ihrer Handtasche – auf dem Umschlag standen der Titel meines Buches und mein Name. Nach beidem startete ich am Abend daheim eine Online-Suche und stellte fest, dass mein Buch auf Hunderten chinesischer Websites zum Download bereitstand. Wie sich weiterhin herausstellte, gehörte es zu den am häufigsten heruntergeladenen E-Books des Jahres.
Es dauerte dann nicht mehr lange, bis mehrere Verlage bei mir vorsprachen. Mein Buch erschien Mitte 2005 in Taiwan und 2006 in China. Wegen seiner Online-Popularität verkaufte es sich vom Fleck weg sehr gut und erreichte schon 2007 die Eine-Million-Marke, ein neuer Rekord für Gesundheitsbücher in China. Normalerweise unterbinden die Verlage bei veröffentlichten Büchern aus Sorge vor finanziellen Einbußen die kostenlose Online-Verbreitung, aber meins blieb auch weiterhin online verfügbar. Der Erfolg machte es im chinesischen Verlagswesen zu einem viel beachteten Beispiel für unkonventionelles Marketing.
Nach überwältigend positiven Reaktionen der chinesischen Leserschaft erschien gegen Ende 2007 die koreanische Fassung und 2009 die japanische. Viele Menschen haben es durch das Verständnis der Grundbegriffe und der Anwendung der Methoden zu einem gesünderen Leben gebracht. Ich hoffe, das Buch wird bald in viele weitere Sprachen übersetzt, sodass noch mehr Menschen gesundheitlich davon profitieren.
Unser körpereigenes Selbstheilungssystem funktioniert ähnlich wie ein Virenscanner.
Alex Wu
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Als mein Buch auf Chinesisch erschien, befragten mich etliche meiner Freunde wegen des Titels. »Gebrauchsanleitung« oder »Gebrauchsanweisung« ist im Titel von Büchern über eine gesunde Lebensweise durchaus üblich. Im Laufe meines Studiums der chinesischen Medizin bekam ich den Eindruck, dass sie den menschlichen Körper mit den Augen eines Produktdesigners betrachtet. Da die Gebrauchsanleitung für gewöhnlich vom Entwickler eines Produktes verfasst wird, kam ich zu dem Schluss, dass der Begriff im Titel erscheinen sollte. Wenn man die Ursachen chronischer Krankheiten aus dieser Perspektive betrachtet und analysiert, ergeben sich oft neue mögliche Ursachen und daraus wieder neue Lösungen, die sonst schwer zu finden gewesen wären.
Mit Anfang zwanzig war ich Forschungs- und Entwicklungsingenieur. Wenn ich irgendein Produkt fertigungsreif gemacht hatte, musste eine Gebrauchsanweisung verfasst werden. Und da ich es entwickelt hatte, gehörte ich sicher zu den wenigen, die dazu in der Lage waren. Als ich zum ersten Mal Kanon des Gelben Kaisers über Innere Medizin
