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Mit der richtigen Ernährung die Lebensqualität verbessern Wer die Diagnose "Arthrose" erhält, weiß, dass diese nicht über Nacht wieder verschwindet, sondern langer Begleiter bleiben wird. Der Ratgeber erläutert, was bei Arthrose im Körper passiert und beleuchtet, wie Essen und Trinken damit zusammenhängen. Was können Betroffene tun, um die Symptome zu lindern? Das Autorenteam stärkt die eigene Handlungskompetenz, gibt alltagstaugliche Anreize und liefert mit dem Rezeptteil viele Ernährungstipps. - Arthrose: Arten, Stadien und Diagnostik - Zusammenspiel von Übergewicht und Arthrose: Vom Kalorienbedarf bis zur Gewichtskurve - Ernährung: Von Mikro- und Makronährstoffen, Serotoninspiegel, Vitamin D und Calcium - Selbst kochen: Saisonale Rezepte und Ernährungstipps, die sich schnell und einfach umsetzen lassen
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Seitenzahl: 165
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Lars Selig, Kristin Quaas
Wie ernähre ich mich bei Arthrose?
ISBN Print: 978-3-86336-172-3
ISBN E-Book: 978-3-86336-336-9
1. Auflage, Mai 2023
© Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung der Verbraucherzentrale NRW. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Das Buch darf ohne Genehmigung der Verbraucherzentrale NRW auch nicht mit (Werbe-)Aufklebern o. Ä. versehen werden. Die Verwendung des Buchs durch Dritte darf nicht zu absatzfördernden Zwecken geschehen oder den Eindruck einer Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW erwecken.
Herausgeber
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.
Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Telefon 02 11/38 09 – 555
Fax 02 11/38 09 – 235
www.verbraucherzentrale.nrw
Text
Kristin Quaas (Kapitel 7 und Rezeptteil) Lars Selig (Kapitel 1–6: Infoteil)
Koordination
Wibke Westerfeld
Lektorat
Christina Seitz, Düsseldorf
www.christina-seitz.de
Fachliche Beratung
Angela Clausen, Nicole Schlaeger
Layout und Satz
two-up, Düsseldorf
www.two-up.de
Gestaltungskonzept
Lichten Kommunikation und Gestaltung, Hamburg
www.lichten.com
Umschlaggestaltung
Ute Lübbeke, Köln
www.lnt-design.de
Redaktionsschluss: Juni 2023
Bildnachweis
UmschlagfotoRamilF (iStock)
Innen
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Seiten 132, 135, 138, 149, 150, 160, 166 und 171: Daniel Gebauer, www.gebauerfotografie.de
Seiten 147, 153, 156, 158, 172 und 174: Christian Hacker
Zu diesem Buch
Die wichtigsten Fragen und Antworten
Die Gelenkerkrankung Arthrose
Arthrose-Arten
Das Gelenk und der Gelenkknorpel
Arthrose in Zahlen
Arthrosestadien und Diagnostik
Ursachen und Risikofaktoren
Behandlungsmöglichkeiten
Nicht alle Kilos wiegen schwer?
BMI – ist das wichtig?
Ihr Kalorienbedarf
Ihr Flüssigkeitsbedarf
Ihre Gewichtskurve
Ein perfektes Zielgewicht mit ...
Wissen zu jedem Bissen
Makronährstoffe
Mikronährstoffe
Die 10 Regeln einer gesundheitsfördernden Ernährung
Wie viele Mahlzeiten am Tag sind für mich gut?
Was soll ich trinken, und wie viel?
Ernährung bei Arthrose
Antientzündliche Ernährung bei Arthrose
Der Einfluss des Serotoninspiegels bei Arthrose
Fasten bei Arthrose
Glutenfreie Ernährung bei Arthrose
Vitamin D
Calciumaufnahme bei Arthrose
Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose
Genussvoll leben
Lebensmittel genießen
Bewegung und Sport als Mehrwert erleben
Mit Entspannung und Schlaf Stress ausgleichen
Den ersten Schritt machen: Motivation für neue Essgewohnheiten finden
Motive für die Lebensmittelauswahl
Essenszubereitung leichtgemacht
Ihre Lebensmittelauswahl
Die Vorbereitung läuft …
Planung
Einen Wochenplan zusammenstellen
Beispiele für Wochenpläne
Rezepte
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Süßes
Anhang
Adressen
Wichtige Adressen und Links
„Die Ernährung ist der einzige wesentliche Bestimmungsfaktor der Gesundheit, der völlig Ihrer eigenen Kontrolle untersteht. Über das, was in Ihren Mund und Ihren Magen kommt, haben Sie selber das letzte Wort. Die übrigen Determinanten Ihrer Gesundheit können Sie nicht immer in der Hand haben, etwa die Qualität der Luft, die Sie atmen, den Lärm, dem Sie ausgesetzt sind, oder das emotionelle Klima Ihrer Umgebung, doch darüber, was Sie essen, können Sie selber entscheiden.“
Dr. Andrew Weil
Wer die Diagnose „Arthrose“ erhält, weiß, dass sie nicht über Nacht wieder verschwindet, sondern langer Begleiter bleiben wird. Der Ratgeber erläutert die gesundheitlichen und medizinischen Zusammenhänge und beleuchtet, was Ihre Ernährungsauswahl damit zu tun hat, ob Arthrose auftritt, bleibt oder wieder verschwindet. Sie haben es selbst in der Hand: Das Autorenteam möchte Ihre eigenen Handlungskompetenzen stärken: Mit alltagstauglichen Anreizen und mit einer Vielzahl von Ernährungstipps und Rezepten. Alle Handlungsvorschläge und Ideen sind leicht umsetzbar, auch für ein kleineres Budget machbar und kosten nicht viel Zeit.
Aber eins vorweg: Sie sind nicht allein, egal wie Ihr aktuelles Wohlbefinden ist! Arthrose ist keineswegs ausschließlich eine Folge negativer oder sogenannter westlicher Lebensstileinflüsse. Arthrose gibt es, seit es Menschen auf der Erde gibt. Einer der ersten belegten Arthrosepatienten war „Ötzi – der Mann aus dem Eis“. Bei Skelettuntersuchungen wurden bei Ötzi an mehreren Gelenken Arthrosen festgestellt. Außerdem beschrieb vor über zwei Jahrtausenden schon Hippokrates von Kos den „Schaden des Gelenks“, auch Hildegard von Bingen im Mittelalter hat sich damit beschäftigt. Toll ist, dass die Wissenschaft seither immer mehr herausgefunden hat und Sie dadurch selbst Einfluss auf Ihren Körper nehmen können.
Arthrosebedingte Beschwerden und die damit verbundenen Probleme im Alltag sind jeweils individuell. Daher werden Sie auch immer individuelle Hilfestellungen benötigen: zum Umgang mit eingeschränkten und schmerzenden Bewegungen und zur Linderung von Schmerzen. Dieser Ratgeber stellt Ihnen eine Vielzahl an Angeboten vor, begonnen bei Fachliteratur über Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu Erfahrungsberichten in sozialen Medien. So soll dieser Ratgeber Ihnen dabei helfen, Ihren Körper bestmöglich zu unterstützen. Wir möchten Sie befähigen, Ihren ganz persönlichen gesundheitsfördernden Alltag zu gestalten. Sehen Sie dieses Buch nicht als Diätratgeber an, sondern betrachten Sie es als eine Erweiterung Ihrer Fertigkeiten. Allerdings kann dieses Buch keine ärztliche Beratung und keine individualisierte Ernährungsberatung ersetzen!
Wenn Sie eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie wissen, dass der Begriff „Ernährungsberater“ gesetzlich nicht geschützt ist. Wählen Sie eine Ernährungsberatung aus, so vergewissern Sie sich vorher, dass Ihre Beraterin oder Ihr Berater einen anerkannten Abschluss hat als
Diätassistent/-in
Oecotrophologe/Oecotrophologin
Ernährungswissenschaftler/-in oder in einem fachverwandten Studiengang mit entsprechenden DGE-Zulassungskriterien
Ernährungsmediziner/-in mit gültigem Fortbildungsnachweis gemäß Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer.
Bei einer Ernährungsberatung mit anerkannter Qualifikation können Sie über eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung Ihre Kosten zu Teilen oder in Gänze bei den Krankenkassen in Rechnung stellen. Diese ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung zur Ernährungsberatung kann zum Beispiel Ihre hausärztliche Praxis ausstellen.
Auch Ernährungsfachkräfte sind zur Aus-, Fort- und Weiterbildung verpflichtet. Entsprechende Qualifizierungen könnten sein:
Ernährungsberater/-in DGE, Ernährungsmedizinische Berater/-in DGE
VDD-Fortbildungszertifikat
Zertifikat Ernährungsberater/-in VDOE
VFED-Zertifizierung
QUETEB-Registrierung
Ernährungsberater UGB
Ernährungsmediziner/-in (BDEM/DGEM)
Ein weiteres Qualitätsmerkmal einer anerkannten qualifizierten Ernährungsberatung ist die Verpflichtung zur Produktneutralität. Es werden keine Produkte verkauft oder beworben, beziehungsweise dürfen bestimmte Marken, Produkte oder Programme nicht nur eines Herstellers genannt oder gezeigt werden. Eine Ernährungsberatung soll Sie darin unterstützen, Ihre Entscheidungsfähigkeit und Handlungskompetenzen zu verbessern, damit Sie eine nachhaltige Erleichterung Ihrer Arthrosebeschwerden durch eine Umstellung Ihrer individuellen Ernährungsweise und Ihres Ernährungsverhaltens erfahren.
Dieser Ratgeber soll Ihnen als Einstieg dienen, um das große Thema Arthrose besser zu verstehen, und Ihnen mehr Selbstbestimmung und Wissen im Hinblick auf eine arthrosegerechte Ernährungsweise vermitteln.
Wer mit der Diagnose Arthrose konfrontiert wird, steht vor vielen Fragen, auch hinsichtlich der Ernährung: Sechs wichtige Fragen und Antworten haben wir hier knapp zusammengefasst – jeweils mit Seitenangabe, die zu den ausführlichen Erläuterungen im Buch führen.
Alle Fragen stammen aus der Beratungspraxis unseres Autorenteams, sie wurden ihnen schon viele Male gestellt. Profitieren auch Sie von dieser Beratungskompetenz. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem Ratgeber eine gute Hilfestellung zu den vielen Fragen rund um die Ernährung bei Arthrose geben können.www.verbraucherzentrale.de/
Übergewicht ist eine der Hauptursachen von Arthrose. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 kg/m² steigt das Risiko deutlich an, dass sich Arthrosebeschwerden entwickeln. Allerdings ist nicht der BMI allein ausschlaggebend. Auch das Verhältnis zwischen Taille und Hüfte sollte zur besseren Einschätzung des Krankheitswerts mit berücksichtigt werden. In jedem Fall ist allerdings eine Gewichtsabnahme sinnvoll: Wenn Sie weniger wiegen, werden auch weniger entzündungsfördernde Hormone, die sogenannten Adipokine, ausgeschüttet, die bei Übergewicht vermehrt vorkommen.
→ Seite 27 ff.
Jede Ernährungsweise hat Einfluss auf den Gesundheitszustand des Körpers, wenn auch Ernährung allein Arthrose nicht heilen kann. Eine ausgewogene und pflanzenbetonte Ernährung mit der Beachtung und Vermeidung entzündungsfördernder Lebensmittel und dem Einsatz entzündungshemmender Lebensmittel, beispielsweise durch Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, können dafür sorgen, dass sich Ihre Arthrosebeschwerden verringern. Um sich gesund und vielseitig zu ernähren, sind das Wissen um Nahrung und Nährstoffe als Handwerkszeug entscheidend. Einseitige Ernährungsweisen, nur noch Super-Food oder strenge Diäten sollen häufig wundersame Heilung herbeiführen. Tatsächlich gibt es keine Garantie für solche Versprechen, im Gegenteil: Je vielseitiger und unverarbeiteter Ihre Nahrung ist, desto besser.
→ Seite 45 ff.
Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung, jeder einzelne Schritt ist besser als kein Schritt. So verschieden die Ausprägung und das Beschwerdebild der Arthrose ist, so vielfältig sind auch die Empfehlungen zur geeigneten Bewegung. Holen Sie unbedingt ärztlichen oder auch physiotherapeutischen Rat zu Ihren Aktivitäten und den bestehenden Beschwerden ein. Jeder Mensch empfindet jedes Arthrosestadium ganz unterschiedlich. Wichtig ist, dass Sie die Freude an Ihren sportlichen Aktivitäten als langfristiges Ziel im Auge behalten und damit lösungsorientiert in Bewegung bleiben, ohne die Arthrose zu verschlimmern.
→ Seite 89 ff.
Neben Physiotherapie, Ergotherapie und begleitender Schmerztherapie sind Bandagen und Orthesen ein wichtiger Bestandteil im Konzept der langfristigen Arthrosebehandlung. Bandagen fördern nachweislich die Muskelansteuerung und unterstützen somit auch Ihre Gelenksicherheit, ohne einen Muskelabbau hervorzurufen – dies ist ein Mythos.
Zusätzlich bewirken Bandagen einen sogenannten Wechseldruck, der die lokale Durchblutung verbessert und eventuell vorhandene Schwellungen reduzieren kann. Dies kann Ihnen im Alltag helfen, Schmerzen zu lindern und Ihre Mobilität zurückzugewinnen.
→ Seite 24 ff.
Fleisch kann zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Allerdings sind zu viel Fleisch und vor allem zu viele Fleischerzeugnisse wie Wurstwaren nicht empfehlenswert. Die entzündungsfördernde Arachidonsäure, die am Arthrosegeschehen stark beteiligt ist, findet sich vorrangig in Fleisch und daraus hergestellten Fleischwaren. Dies gilt es im Speiseplan zu beachten, und das gelingt durch genussvollen und bewussten Einsatz von Fleisch. Sehen Sie Fleisch als „Luxus-Genuss“ an. Gestalten Sie nach und nach fleischfreie Mahlzeiten und später auch fleischfreie Tage oder Wochen.
→ Seite 77 ff.
Eine Operation kommt meist erst infrage, wenn die konservativen Maßnahmen zu keinem Behandlungserfolg mehr führen und Sie durch die Schmerzen zu große Einschränkungen haben. Welche Operationsmethode für Ihre Form der Arthrose richtig ist, wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erläutern. Wichtig ist, dass trotz einer Operation weiterhin der Lebensstil und auch das Ernährungsverhalten angepasst werden, um bestmögliche Behandlungserfolge zu erzielen. Zusätzlich kann Ihnen eine zweite ärztliche Meinung Sicherheit geben.
→ Seite 27
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch viele Faktoren beeinflusst und ausgelöst werden kann. Die krankhaften Veränderungen der Gelenkstrukturen äußern sich vor allem im fortgeschrittenen Stadium durch Schmerzen und Funktionsstörungen. Die Ernährung ist als wichtiger Therapiebestandteil ebenso bedeutsam wie die medikamentöse, physikalische und die chirurgische Therapie.
Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung und kann jedes Gelenk betreffen. Sie ist durch die Zerstörung des Gelenkknorpels und der Schädigung angrenzender Strukturen wie Knochen, Muskeln, Kapseln und Bänder charakterisiert. Dadurch erleben Sie in der Folge Bewegungseinbußen, die Ihren Alltag behindern und einschränken. Bei fortschreitender Krankheit verstärken sich im Laufe der Jahre die Beschwerden. Das betroffene Gelenk weist Knochenveränderungen auf, durch den Verlust oder die Zerstörung des Gelenkknorpels reiben die Gelenkflächen der Knochen ohne Schutz schmerzhaft aufeinander. Die Folge sind starke Schmerzen und immer wieder auftretende Entzündungen.
Damit gehört die Arthrose zu dem sogenannten „rheumatischen Formenkreis“. Dazu zählen alle entzündlichen Gelenkerkrankungen, er schließt also rheumatoide Arthritis, Gicht und Fibromyalgie mit ein.
Die verschiedenen Arten der Arthrose werden dahin gehend unterschieden, an welchem Gelenk sie auftreten. Dies hier sind die häufigsten:
Unter Gonarthrose lassen sich alle alterungs- und belastungsbedingten Veränderungen des Kniegelenks sammeln. Ursächlich zu erwähnen sind außerdem genetische und stoffwechselrelevante Faktoren. Es handelt sich um eine Schädigung des Gelenkknorpels, die der Körper nicht eigenständig regenerieren kann. Die Diagnose kann mit oder ohne Schmerzen oder Funktionseinschränkungen einhergehen.
Coxarthrose bezeichnet degenerative Veränderungen am Hüftgelenk. Das Hüftgelenk schmerzt, wenn der Knorpel beschädigt ist und damit die Hüftgelenkpfanne am Becken und der Hüftkopf am Oberschenkelknochen nicht mehr ausreichend vor Druck geschützt werden.
Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich die Arthrose des Daumensattelgelenks. Typische Schmerzen treten dabei häufig handgelenksnah am Daumenballen auf. Ursache für die Häufigkeit ist der große Bewegungsradius in Bezug auf die Größe des Gelenks. Häufig wiederkehrende Belastung unter hohem Kraftaufwand, genetische und hormonelle Ursachen zählen hier zu den Hauptrisikofaktoren. Schmerzen und Kraftverlust können hier die Folgen des Verschleißes sein.
Die Spondylarthrose ist ebenfalls eine Verschleißerscheinung der Gelenkknorpel, lokalisiert an den kleinen Wirbelgelenken der Wirbelsäule. Die Spondylarthrose tritt in den häufigsten Fällen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.
Neben den hier aufgezählten Gelenken kann Arthrose auch andere Gelenke betreffen, wie beispielsweise Schulter- oder Sprunggelenk. Sind mehrere Gelenke betroffen, spricht man von einer Polyarthrose.
Gelenke sind die Verbindungselemente zwischen den Knochen. Der Aufbau des Gelenks dient einem großen Bewegungsradius, als Auffang- und Abschwächpolster starker Druck- und Zugkräfte und der Übertragung jeglicher Krafteinwirkungen auf andere Skelettteile. Der Gelenkknorpel reduziert die [17]Reibung in den Gelenken und schützt Sie somit. Die Dicke eines durchschnittlichen Gelenkknorpels beträgt circa 2 bis 3 Millimeter. Damit der Knorpel versorgt ist und seiner Funktion nachkommen kann, benötigt er regelmäßige Bewegung, da Knorpel nicht durch Blutgefäße versorgt werden.
Wird ein Gelenk durch Verletzungen oder anhaltende Überbelastung geschädigt, versucht der Körper mühevoll, die Schäden zu reparieren. Durch den Reparaturversuch kann es zu einem Wachstum anderer Gewebearten kommen (beispielsweise sogenannte Osteophyten). Diese Osteophyten sind ein Grund dafür, dass das Gelenk nicht mehr reibungslos funktioniert. Alle beteiligten Gelenkbestandteile werden durch diese Veränderungen beeinflusst, bis hin zu Ihrem ganzen Körper. Sie spüren Schmerz und hören das Gelenk „knirschen“.
Unter der erwachsenen Weltbevölkerung gilt Arthrose als häufigste Gelenkerkrankung. 60 Prozent der Arthrosen betreffen die Knie. An Arthrose erkranken bis zu 10 Prozent der 30- [19]bis 40-Jährigen und bis zu 40 Prozent der 60- bis 70-jährigen. 2015 wurden in Deutschland über 206.800 Patientinnen und Patienten wegen Knie- oder Hüftarthrose stationär in Einrichtungen behandelt. Das entspricht 12 Prozent aller Behandlungsfälle. Die Hälfte der Behandelten waren 70 Jahre oder älter.
→ TippEinfache Sprache
Weitere Informationen zur Arthroseerkrankung in einfacher Sprache finden Sie unter
https://gesund.bund.de/arthrose.
Die Stadien der Arthrose können auf unterschiedlichste Weisen bestimmt werden. Bei einer beginnenden Arthrose werden Sie eher sporadisch Schmerzen oder Beschwerden empfinden. Wenn Sie nichts unternehmen, können Ihre Beschwerden im Verlauf stärker werden und beschwerdefreie Phasen kürzer.
Die Diagnostik, also eine Untersuchung in einer hausärztlichen oder fachärztlichen Praxis dient dem eindeutigen Nachweis für eine Arthrose beziehungsweise soll ausschließen, dass Sie an Arthrose leiden. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto besser können ein eventuelles Fortschreiten verhindert und vorhandene Symptome behandelt werden. Der sogenannte Goldstandard sind hierbei bildgebende Verfahren, an dieser Stelle ist es die Röntgendiagnostik. Im Anschluss werden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt das weitere Vorgehen überlegen und planen.
Röntgendiagnostisch wird die Arthrose in verschiedene Stadien unterteilt. Wie der Grad Ihrer Arthroseerkrankung beurteilt wird, richtet sich nach den sichtbaren Veränderungen des Gelenkspalts und der Gelenkinnenhaut, den freien Gelenkteilchen und der Osteophyten, also eventuellen Knochenauswüchsen.
Zusätzlich sollten zur Diagnosesicherung alle Ihre personenbezogenen Daten (Alter, Geschlecht, Beruf, Hobby etc. …), Symptome, Risikofaktoren sowie Sicht- und Tastbefunde hinzugezogen werden.
Wenn es darum geht, sich für eine Therapie zu entscheiden, ist es wichtig, alle aufgezählten Merkmale und Diagnostikstandards zu berücksichtigen.
Vereinfacht lassen sich die unterschiedlichen Stadien der Arthroseerkrankung im Überblick so darstellen:
Stadium 1: Knorpelerweichung
Stadium 2: Oberflächlicher Knorpelschaden mit sichtbaren Schäden
Stadium 3: Tief liegender Knorpelschaden
Stadium 4: Knorpel bis zum Knochen abgenutzt, Knochen liegt frei
Weitere bildgebende Verfahren wie MRT (Kernspintomografie) oder CT (Computertomografie) sollten nur hinzugezogen werden, wenn Unklarheiten zwischen dem Röntgenbefund und den orthopädischen Untersuchungen bestehen oder weitere Instabilitäten vermutet werden (wie etwa Meniskuszeichen, Kreuzbandinstabilität).
Osteoporose ist, anders als Arthrose, keine Gelenks-, sondern eine Knochenerkrankung, die ebenfalls vorwiegend im höheren Alter auftritt. Gute Vorbeugung ist hier ebenso wichtig wie bei der Arthrose.
Die Knochen sind ein Organsystem im menschlichen Körper. Sie werden vorwiegend unter dem Aspekt der Ermöglichung von Stehen, Gehen und Laufen wahrgenommen und sind ein energieintensives System. Knochen wachsen in der Kindheit und Jugend, danach erfolgt während des menschlichen Lebens ein ständiger Umbau. Osteoporose wird charakterisiert durch eine niedrige Knochenmasse, eine Zerstörung der Mikroarchitektur des Knochens mit der Folge eines erhöhten Risikos für Frakturen (Knochenbrüche). Osteoporose kann mithilfe der Knochendichtemessung diagnostiziert werden. Die Prävalenz, also die Verbreitung der Osteoporose in Deutschland ist mit 6–7 Millionen Betroffenen groß. Aus ihr resultieren etwas weniger als eine Million osteoporosetypischer Frakturen pro Jahr.
Da die Knochen eine Speicherfunktion wichtiger Mineralien innehaben, stellt sich eine längerfristige Unterversorgung als weiterer Risikofaktor für die Osteoporose dar. Für die Knochengesundheit ist deshalb die normgerechte Versorgung mit Calciumund Vitamin Dunabdingbar, genauso wie es auch für die Ernährung bei Arthrose bereits beschrieben ist. In der Therapie einer Osteoporose sind sowohl medikamentöse (Vitamin-D-Supplementierung) als auch ernährungstherapeutische Ansätze verankert.
Positiv wirkende Substanzen
Vitamin K: Vitamin K ist nicht nur für die Blutgerinnung notwendig, es spielt auch bei der Knochendichte und der Qualität der Knochen eine wichtige Rolle. Eine optimale Versorgung führt zu stabilen Knochen. Zu den an Vitamin K reichen Lebensmitteln gehört grünblättriges Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Weißkohl und Kopfsalat. Auch durch Pflanzenöle können Sie Vitamin K aufnehmen. Haferflocken, Kartoffeln, Tomaten, Spargel und auch Milchprodukte enthalten ebenfalls Vitamin K und zeigen daher wieder einmal auf, wie notwendig eine abwechslungsreiche Ernährung ist.
Negativ wirkende Substanzen
Kaffee: Der Konsum von großen Mengen Koffein erhöht die Ausscheidung von Calcium über den Urin, zudem werden Blutgefäße verengt. Dies führt zur Minderversorgung der Knochen durch Calcium.
Phosphathaltige Lebensmittel: Fast Food, Fertiggerichte, Limonaden, Schmelzkäse, Wurstwaren und Fischkonserven haben einen hohen Phosphatgehalt, der die Calciumaufnahme behindert. Daher sollten diese Lebensmittel eher gemieden werden.
Alkohol: Auf die Knochendichte wirkt sich Alkoholkonsum stets negativ aus. Die Osteoblasten, das sind Knochenzellen, die für den Aufbau und die Regeneration von Knochensubstanz verantwortlich sind, werden durch Alkohol direkt beeinträchtigt, da der Alkohol die Enzyme hemmt, die die Knochenmatrix bilden. Bei anhaltendem Konsum stellen sich die Blutgefäße eng, Calcium kann nicht ausreichend in die Knochen eingeschleust werden. Somit nimmt die Knochendichte ab.
Nikotin: Rauchen wirkt direkt hemmend auf die Aktivität der Osteoblasten, während vermehrt Proteine gebildet werden, die zu einer vermehrten Tätigkeit von Osteoklasten führen, den Zellen, die für den Abbau und die Resorption von Knochensubstanz sorgen.
Oxalsäuren: Oxalsäuren aus Mangold, Spinat, Rhabarber, Rote Bete, Petersilie, Sauerampfer, der Sternfrucht, schwarzem Tee oder Kaffee können Calcium binden und aus dem Körper über die Verdauung ausführen. Daher sollten nach dem Verzehr oxalsäurehaltiger Lebensmittel immer mit deutlich zeitlichem Abstand Milchprodukte zugeführt werden.
Je älter Sie sind, desto eher werden Sie unter Arthrose leiden, denn ein hohes Lebensalter ist Hauptrisikofaktor für eine Arthrose.
Einen weiteren Risikofaktor bringen viele Menschen schon von klein auf mit: Gelenkfehlstellungen wie die sogenannten O-Beine oder X-Beine spielen eine große Rolle bei der Entstehung der Erkrankung. Auch Verletzungen der Gelenkekönnen sie begünstigen, ebenso wie berufliche oder sportliche Überbelastungen. Auch traumatische Faktoren, wie beispielsweise nach einem Unfall, können eine Arthrose mit verursachen.
Übergewichtund Adipositas sind neben dem Alter als Hauptrisikofaktoren zu benennen. Zum einen sind die Gelenke durch mehr Gewicht überlastet und damit stärker [22]
