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Im Leben übernehmen wir ständig Rollen. Und wie auf der Bühne füllen wir auch die eigene Rolle als Chefeinkäufer oder Teammitglied sehr individuell aus. Genauso ist es, wenn wir uns vor eine Gruppe stellen und etwas präsentieren. Doch es ist im Leben wie auf der Bühne oder im Film: Manche Interpretation kommt gut an, manche weniger. Mit diesem Buch wird der Leser Schritt für Schritt herausfinden, wie er seinen individuellen Weg findet, um souverän und überzeugend aufzutreten. Er wird herausfinden, wie er den Inhalt dramaturgisch mitreißend aufbauen kann und welche Mittel ihm zur Verfügung stehen, um inhaltlich und persönlich Funken zu schlagen. Viele konkrete Anregungen aus der Schauspielerei sowie aus der Film- und Theaterpraxis helfen, die riesige Chance, die darin liegt, auf eine Bühne zu treten und zu reden und zu präsentieren, für sich gewinnbringend zu nutzen.
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Seitenzahl: 302
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Liebe Leserin, lieber Leser,
im Film »Der Club der toten Dichter« fordert Robin Williams als Lehrer John Keating seinen Schüler Todd Anderson – den jungen Ethan Hawke – auf, ein eigenes Gedicht aufzusagen. Er könne das nicht, sagt Todd. Robin Williams spielt aber einen begnadeten Pädagogen, der nicht locker lässt und Todd schließlich dazu ermutigt, ein Gedicht vorzutragen, das sein Talent zeigt und seine Mitschüler beeindruckt. Wünschen wir uns nicht alle so einen großartigen Geburtshelfer, der uns unterstützt, die eigene Begabung zu entdecken, die eigene Kreativität zu spüren, die eigene Individualität zu entfalten? Wünschen wir uns nicht einen Begleiter, der unser »Ich kann das nicht« in ein »Ich kann es doch« überführt? Damit alle sehen können, was wir tief im Inneren auch schon gespürt haben: Wir machen das gut.
Mit diesem Buch werden Sie Schritt für Schritt herausfinden, wo Ihr individueller Weg entlangführt, um souverän und überzeugend vor Gruppen zu reden und mitreißende Präsentationen und Vorträge zu halten. Hilfreich zur Seite stehen Ihnen in allen Kapiteln die Größen der Schauspielerei wie Johnny Depp und Al Pacino, Michelle Pfeiffer und Gert Voss, Gert Fröbe und Meryl Streep, Sean Penn und noch einige andere mehr. Mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen eröffnen sie Ihnen Wege für Ihr eigenes souveränes und selbstbestimmtes Auftreten.
Ich war selber Schauspieler, bevor ich Regisseur geworden bin. Seit über 20 Jahren arbeite ich am Theater und habe mittlerweile über 40 Aufführungen an verschiedenen Theatern inszeniert. Seit 2007 gebe ich dieses Wissen und diese Erfahrung als Trainer und Coach in meiner Arbeit mit Führungskräften weiter. Menschen kommen zu mir ins Seminar, um professionelles Reden und Präsentieren zu erlernen, oder sie kommen mit einem Vortrag oder einer Präsentation ins Coaching, weil sie merken, dass sie für den letzten Schliff den geübten Blick des Regisseurs brauchen.
Aus diesen vielen Begegnungen entstand der Gedanke, dieses Buch für Sie zu schreiben. Denn immer wieder wurde die Frage an mich herangetragen, wie man für die Präsentationsaufgaben von Berufstätigen die Arbeit im Theater zugänglich machen könnte – von der ersten Begegnung mit dem Stoff bis zum Auftritt in der Premiere. Dieses Buch ist die Antwort darauf.
Wir folgen dabei chronologisch den Arbeitsschritten, die Sie auf dem Weg zu einer professionellen Präsentation durchlaufen, von der ersten Aufregung über den Aufbau einer Präsentation bis zum direkten Kontakt mit unseren Zuhörern. Einige Arbeitsschritte werden für Sie nur kleine, andere dafür umso größere Herausforderungen darstellen. Wenn Sie das Buch einmal gelesen haben, können Sie es anschließend gut als Nachschlagewerk benutzen.
Im ersten Kapitel zeige ich denjenigen, die Schüchternheit, Selbstzweifel, Redeangst und Rotwerden kennen, einen Weg, damit umzugehen. Selbst unter den größten Schauspielern gibt es einige, die davon geplagt waren. Wie haben die das in den Griff gekriegt?
Das zweite Kapitel ist Ihrer Rolle als Präsentierendem/Präsentierender gewidmet. Dabei klären wir, wie Sie Aufgabe und Erwartung unter einen Hut kriegen. Hierzu stelle ich Ihnen in Kapitel 3 einen Fragebogen zur Verfügung, mit dem Sie Ihr Selbstbewusstsein steigern werden.
Im vierten Kapitel geht es um die Grundlage jeder spannenden Präsentation – die Dramaturgie. Wie baut man eigentlich einen Vortrag oder eine Präsentation professionell auf? Wie entsteht Spannung? Wie fesselt man seine Zuhörer? Wie binden Sie sie vom Anfang bis zum Ende? Wie erreichen Sie es, dass sich die Zuhörer auch nach einigen Tagen noch an Ihre Inhalte erinnern?
Im fünften Kapitel sind wir bei Sprache und Rhetorik. Sie kriegen eine Menge rhetorischer Mittel an die Hand, um in Ihren nächsten Vorträgen und Präsentationen inhaltlich und persönlich Funken zu schlagen. Hier verbirgt sich der Zauberkasten wirksamen Redens.
Im sechsten Kapitel vermittle ich Ihnen, was die Arbeit eines Regisseurs ausmacht und wie Sie selbst Ihr eigener Regisseur werden. Hier beschäftigen wir uns auch mit dem Einsatz von Power Point. Anschließend werden Sie wissen, warum es so viele langweilige Präsentationen gibt und wie Sie es besser machen können.
Im siebten Kapitel gehen wir dann Hand in Hand mit den großen Schauspielern. Alle haben einmal angefangen, alle brauchten eine Ausbildung, alle hatten anfangs Fragen, die sie Schritt für Schritt beantwortet haben. In diesem Kapitel mache ich entscheidende Punkte einer Schauspielausbildung anhand des Themas Körpersprache für Sie zugänglich. Sie werden eine Menge Tipps und Geschichten finden, aus denen Sie viele Anregungen für sich selber ableiten können.
Schließlich geht es im achten Kapitel auf die »Bühne« und in den Kontakt mit Ihrem Publikum. Denn alles, was wir tun, soll schließlich gehört, verstanden und behalten werden. Wie Sie den Kontakt mit Ihren Zuhörern immer weiter stärken und ausbauen können, erfahren Sie hier. Damit sind Sie gut vorbereitet auf Ihre nächste Präsentation.
Ich benutze im Buch abwechselnd mal die männliche und mal die weibliche Form. Zur besseren Lesbarkeit benutze ich meist nur eine, manchmal auch beide Formen. Doch gemeint ist immer sowohl der als auch die Präsentierende.
In diesem Buch können Sie sich abgucken, welche Wege Schauspieler gehen, um ihre Wirkung und ihr Selbstbewusstsein immer weiter zu steigern. Und Sie finden auch viele Beispiele und Geschichten aus dem Berufsleben »normaler« Menschen auf dem Weg zu einem eigenen Vortrag. So brauchen Sie nicht Robin Williams als wohlgesonnenen Lehrer an Ihrer Seite – Sie werden Ihr eigener Geburtshelfer auf dem Weg zu Ihrer professionell aufgebauten, mitreißend vorgetragenen Präsentation.
Viel Spaß und Anregung wünscht Ihnen
Peter Lüder
»Wenn ich in der Schule etwas vortragen sollte, versteckte ich mich hinter meinen Klassenkameraden.«
Gert Voss, größter Theaterschauspieler Europas (*1941)
Alev war um die 40, als sie in einem meiner Seminare saß. Sie hatte große Angst davor, vor einer Gruppe zu stehen und zu reden und war deshalb dieser Situation immer aus dem Weg gegangen. In meinem Seminar begann sie dann allerdings, mutig und aufrichtig mit ihren Ängsten zu kämpfen. Doch schon während der Übungen der ersten beiden Tage kam sie immer wieder nah an ihre Grenzen. Sie wollte abbrechen und nur noch zusehen, entschied sich letztlich jedoch weiterzumachen.
Schließlich kam der dritte Tag. Jeder Teilnehmer hatte während der zwei ersten Seminartage einen Vortrag entwickelt. Am dritten Tag war nun die Aufgabe klar: Dieser Vortrag sollte allein und vor allen gehalten werden.
Als Alev an der Reihe war, stand sie mutig auf. Doch schon auf dem Weg von ihrem Platz nach vorn spürte man ihre ständig wachsende Aufregung. Als sie vorn stand, war es fast Panik. Doch sie fing an, indem sie den Titel ihres Vortrags anschrieb: »Zwischen Integration und Assimilierung«. Ich dachte sofort: »Oje, schon im Titel zwei Fremdwörter. Hoffentlich bleibt nicht alles völlig abstrakt.«
Sie begann zu erzählen, wie sie als 19-jährige Frau aus der Türkei nach Deutschland kam. Während ihres Studiums entschloss sie sich, sich voll zu assimilieren. Sie wollte eine Deutsche werden. Doch trotz aller Anstrengung blieb sie für Deutsche immer die Türkin. Ihre Tragik lag aber darin, dass sie angefangen hatte, ihre türkischen Wurzeln zu kappen und so für die Türken zu einer Deutschen wurde.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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