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Nicht nur die Stuttgarter lieben „ihre Wilhelma“ – der zoologisch-botanische Garten ist auch über die Grenzen des „Ländles“ hinaus ein echter Besuchermagnet. Die Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte Parkanlage beherbergt Schauhäuser mit beeindruckenden Pflanzensammlungen, Habitate mit exotischen Naturräumen sowie Außenanlagen mit markanten Baumgestalten. Begleiten Sie die Autoren auf einem Rundgang durch die faszinierende Botanik der Wilhelma und erfahren Sie alles über Amazonienhaus, Mississippi-Delta & Co. Erleben Sie die Wilhelma zu allen Jahreszeiten und lassen Sie sich von blühenden Kamelien aus der Zeit König Wilhelm I., majestätischen Gurkenmagnolien und riesigen Baumfarnen begeistern!
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2019
Thomas Kölpin (Hrsg.)Björn Schäfer | Micha Sonnenfroh
Mit Fotografienvon Luca Siermann
EINFÜHRUNG
MAURISCHER GARTEN
HISTORISCHE GEWÄCHSHÄUSER
SCHAUHÄUSER
HABITATE
BAUMPERSÖNLICHKEITEN
WILHELMA IM LAUF DER JAHRESZEITEN
BESUCHERINFORMATION
DIE AUTOREN
IMPRESSUM
Die Wilhelma ist ein wahrhaft lebender Organismus. Ihre Entwicklung überspannt inzwischen drei Jahrhunderte, in denen sie zu einem Unikat gereift ist, zu einem einmaligen Dreiklang aus Zoo, botanischem Garten und historischem Kulturerbe mitten in Stuttgart. Aus einem Landschaftspark ist ab dem frühen 19. Jahrhundert über ein königliches Anwesen heute einer der artenreichsten Orte der Welt entstanden: 1200 Tierarten, 8500 Pflanzenarten und -sorten sowie 160 Baumarten im Park erfreuen jedes Jahr rund anderthalb Millionen Besucher. Damit zählt die Institution zu den beliebtesten Attraktionen in Baden-Württemberg.
Immer wieder hat sich dieser Hort der Vielfalt exotischer Fauna, Flora und Architektur neu erfinden müssen, um seinen Fortbestand zu sichern. Die einzigartige Symbiose lässt sich nur verstehen, wenn man zu den Ursprüngen zurückkehrt. Der Anfang ist unmittelbar mit dem Rosensteinpark verknüpft. Dort ließ König Wilhelm I. von Württemberg von 1824 bis 1829 das Schloss Rosenstein erbauen – von Giovanni Salucci als Landhaus im Stile des Klassizismus entworfen. Zeitgleich entstand der einst über 90 Hektar große Park mit mehr als 1600 Bäumen in der Form eines frei zugänglichen englischen Landschaftsparks nach Entwürfen von John Buonarotti Papworth und Johann Wilhelm Bosch.
Durch seine organische Formgebung grenzt er sich bewusst von den streng geometrischen Barockgärten ab. Als englischer Park orientiert er sich an den natürlichen Formen. Ihn prägen geschwungene Wege sowie Sichtachsen innerhalb des Geländes und sogar darüber hinaus. Interessante Blickwinkel entstehen durch Baumstrukturen im Zusammenspiel mit weitläufigen Freiräumen und gehölzbestandenen Parkrändern, die einen in sich geschlossenen Raum ergeben. Die sonst übliche Gestaltung mit Statuen und Wasserelementen kam erst im direkten Umfeld des neu errichteten Schlosses hinzu. Der gute Zustand und seine Größe machen den Rosensteinpark bis heute bedeutungsvoll für den süddeutschen Raum.
Das Schloss war soeben fertiggestellt, als 1829 im umliegenden Park eine Mineralwasserquelle entdeckt wurde. Damit schlug die Geburtsstunde der Wilhelma. Die erste Nutzung des inzwischen staatlich anerkannten Heilwassers im heutigen Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt aus mittlerweile 19 verschiedenen Brunnen geht schon auf die Römer zurück. Trink- und Badekuren verschafften Cannstatt im 19. Jahrhundert solches Renommee, dass sich hier sogar der europäische Hochadel traf. Der Fund auf eigenen Ländereien inspirierte den König zum Bau eines privaten „Badhauses im orientalischen Stil“ samt Orangerie und Gewächshaus in einer – im Gegensatz zum Rosensteinpark – dem Volke nicht zugänglichen Anlage. Doch bei diesem anfangs überschaubaren Plan sollte es nicht bleiben.
