Windfire - Lynn Raven - E-Book

Windfire E-Book

Lynn Raven

4,6
9,99 €

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Beschreibung

Leidenschaft trifft Magie

Las Vegas – inmitten der glitzernden Stadt der Glücksspieler schlägt Jessie sich gerade so durch. Immer knapp bei Kasse, versetzt sie ein kostbares Erbstück. Doch kaum hat der Schmuck den Besitzer gewechselt, poltert ein unberechenbarer Fremder in Jessies Leben: Shane. Und er verlangt genau dieses Amulett von ihr.

Die Begegnung der beiden entfacht ungeahnte Leidenschaft: Feuer trifft auf Wind, Halb-Djinn auf Hexe. Wie echte Gegensätze ziehen sich Jessie und Shane an, stoßen sich ab, und Magie bricht sich Bahn. Schnell wird klar, dass sie gemeinsame Feinde haben. Halb auf der Flucht, halb auf der Suche reisen sie zusammen in die Wüstenstadt Petra, um dort Antworten zu finden – Antworten, die weiter führen als je gedacht.

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Seitenzahl: 463

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Lynn Raven

Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House

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1. Auflage 2015

© 2015 cbt Verlag

in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten

Vignetten von Isabelle Hirtz

Umschlaggestaltung: Carolin Liepins, unter Verwendung eines

Motivs von Arcangel /Ebru Sidar

Lektorat: Katja Theiß

TP · Herstellung: kw

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN: 978-3-641-09346-4V001

www.cbt-buecher.de

Jetlag war die Hölle.

Dummerweise ließen Langstreckenflüge sich bei seinem Job nun mal nicht vermeiden. Aber wenn man ihn für die nächsten zwei Tage nach so einem Flug nicht einfach nur irgendwo einsargen können sollte, brauchte er direkt nach der Landung einen Kaffee. Einen doppelten. Schwarz und heiß. Oder er musste sofort wieder arbeiten. Egal was. Selbst wenn es nur darum ging, sich mit zickigen Models herumzuschlagen. Pausen? Waren tödlich. – Er hatte trotzdem auf den Kaffee am Flughafen verzichtet und direkt ein Taxi hierher genommen. Im Moment standen eine Dusche und ein Bett auf seinem Plan. In dieser Reihenfolge. Er wollte schlafen. Das war alles.

Jenseits der Leuchtreklamen und der Lichter der Kasinos war der Himmel tiefschwarz. Hitze hing in den Straßen. Irgendwie … schwerer als sonst. Sogar für diese Jahreszeit. Zumindest kam es ihm so vor. Und das, wo in den letzten Wochen vierzig Grad im Schatten – manchmal sogar mehr – für ihn ›normal‹ gewesen waren.

Der Taxifahrer hatte es geschafft, sich trotz der Uhrzeit in Rekordgeschwindigkeit durch den Verkehr von Las Vegas zu schlängeln. Sogar das letzte Stück auf dem Strip hatte er … Ein Knall. Übergangslos waren sein Puls und der Adrenalinspiegel jenseits der Höchstmarke … Bis sein Verstand wieder einsetzte. Eine Fehlzündung! Nur eine Fehlzündung.Komm wieder runter, Shane. Kein einzelner Schuss aus dem Hinterhalt, von irgendeinem Scharfschützen auf einem der Dächer ringsum … Er trat zurück, als das Taxi sich in Bewegung setzte und der Fahrer die Zufahrt hinab wieder auf den Strip zuhielt. Seine Finger lagen vollkommen verkrampft um den Griff seiner Reisetasche. Er brauchte eine Sekunde, bis er sie wenigstens so weit lösen konnte, dass er sich nicht mehr selbst die Nägel in die Handfläche bohrte. Die schwarze Schnauze eines Bentleys kam direkt vor ihm zum Stehen. Er wich einen weiteren Schritt zurück.

Marie hatte recht gehabt: Es war Zeit für ihn gewesen, den Nahen Osten zu verlassen. Dieses eine Foto … Erst in ihrem improvisierten Pressezentrum hatte er gesehen, dass er genau in dem Moment abgedrückt hatte, in dem der Schuss Mikael in die Brust getroffen hatte. Dabei war sein eigentliches Motiv ein kleiner Junge gewesen, der mit einem mageren Hundewelpen zwischen dem Schutt einer Bombenexplosion vom Vortag spielte. John hatte in seiner morbiden britischen Art gewitzelt, dass er möglicherweise derselben Kugel den Streifschuss am Arm zu verdanken hatte … Entschieden drehte er sich um und hielt auf die ausladende Treppe mit den flachen Stufen zu. Okay, ja. Dieses eine Foto hatte ihm ein Stück weit den Rest gegeben. Möglicherweise auch, weil er und Mikael in den letzten Wochen ziemlich eng zusammengearbeitet und gemeinsam in mehr als einer brenzligen Situation gesteckt hatten. Die Fotoreportage über einen Rebellenführer dort war noch das gewesen, was einem netten Kaffeekränzchen am nächsten gekommen war. Wahrscheinlich hatte er deshalb auch nicht besonders heftig protestiert, als Marie vorgeschlagen hatte, er sollte Hamid begleiten, wenn der wieder jemanden aus der Stadt heraus und über die Grenze schmuggelte. Shane zog die Tasche mit seiner Ausrüstung höher auf die Schulter. Er hatte Bilder gemacht, für die andere Leute töten würden – um sie unter ihrem Namen zu veröffentlichen. Oder um zu verhindern, dass sie jemals an die Öffentlichkeit kamen.

Sein Flieger nach Hause hatte noch auf der Startbahn gestanden, als er aus den Nachrichten erfahren hatte, dass ihr improvisiertes Pressezentrum bombardiert worden war. Und dass Marie dabei getötet worden war – zusammen mit einigen anderen. Das war ein Schock gewesen. Marie war diejenige gewesen, die bei ihrem ersten Zusammentreffen vor knapp drei Jahren bereit gewesen war, über sein Alter hinwegzusehen, und ihn als Fotografen mitgenommen hatte. Und obwohl er inzwischen einen gewissen Ruf hatte, war sie nach wie vor die Einzige, die ihn noch immer ›Kleiner‹ nannte. – Nein, genannt hatte. Er würde sich daran gewöhnen müssen, von ihr in der Vergangenheit zu denken.

Ein bisschen schwerfällig stieg er die lang gestreckten Stufen aus weißem Marmor hinauf. Und ignorierte die Blicke, die ihm von einigen der Gäste zugeworfen wurden. Eine Frau in einem Abendkleid aus seidig schimmerndem, dunkelblauem Stoff wich ihm aus. Dass sie den Saum nicht raffte, war auch schon alles. Ja, er passte nur bedingt in das Bild hier. Selbst die Touristen, die sich an ihm vorbeidrängten, um einen Blick ins Innere zu erhaschen – und vielleicht sogar den ein oder anderen Dollar zu verspielen –, waren nicht ganz so … staubig wie er.

Nur aus dem Augenwinkel nahm er wahr, wie einer der Jungs vom Parkservice auf ihn zuhielt, um ihm anscheinend den Weg abzuschneiden. Einer der Sicherheitsleute, die rechts und links vom Eingang standen, pfiff ihn mit einem Zischen und einer scharfen Geste zurück. Timothy. Shane hob in einer Mischung aus Frage und Spott eine Braue. Abgesehen von den unzähligen Fältchen, die um Tims Augen erschienen, verbarg die Kuffija sein Grinsen komplett, während er wie genervt den Kopf schüttelte, bevor er ihm zunickte, zwei Finger gegen sein Ohr hob und offenbar seinem Chef meldete, dass er wieder da war.

Shane erwiderte das Grinsen, legte die freie Hand auf die Brust, deutete eine Verbeugung an, salutierte dann spöttisch zu einer der hinter den verschnörkelten Steinornamenten über dem Eingang gut verborgenen Überwachungskameras hinauf und betrat durch den Torbogen aus Marmor und Alabaster die riesige Lobby des Alhambra. Wüstensand, Palmen, auf der rechten Seite eine Oase, deren ›See‹ von einem kleinen Wasserfall gespeist wurde. Säulen aus rotem und weißem Marmor – zwischen denen hauchfeine, bunte Schleier in einer trägen Brise trieben – trugen die Decke; siebzehn Stockwerke über dem Boden. Orientalische Lampen aus poliertem Kupfer hingen an erschreckend dünnen Ketten von oben herab und sorgten für Licht. Fliesenmosaike und edle Teppiche auf dem Boden und an den Wänden. Anstelle von Sesseln und Sofas bestand die Lounge aus Kissen und niedrigen Tischchen aus kostbaren Hölzern und Silber. ›Maurisch‹ ausstaffiertes Hotelpersonal in bauschigen Hosen, hauchdünnen Blusen und Hemden unter aufwendig bestickten, kurzen Westen standen überall und hielten Tabletts mit Obstschalen oder Gläsern mit süßem Tee, die sie den Gästen mit einer kleinen Verbeugung anboten. In dem ein oder anderen weiblichen Bauchnabel konnte man unter dem fast durchsichtigen Stoff einen Edelstein erahnen. Der Geruch von Sandelholz und Gewürzen durchzog die Luft. Steinerne Löwen bewachten den Eingang und die Durchgänge in den hinteren Teil: zu den Restaurants und der Boutiquenstraße, bei der man das Gefühl hatte, in einen Basar geraten zu sein, zu den Pools und Bädern, den persischen Gärten; dem Kasino … Und obwohl alles hell erleuchtet war, lag ein Schatten von Geheimnis und Verborgenem über der ganzen Szenerie, eine Ahnung, die man nicht benennen konnte … Das Alhambra. Der Palast eines Sultans aus alten Zeiten, mit all seinen Sklaven, Dienern und Wächtern. Tausend und eine Nacht, zum Leben erweckt. In absoluter Perfektion. Und dazwischen die Gäste, die in ihrer ›Modernität‹ wie ein Stilbruch wirkten.

Es war kaum zu glauben, dass Nazeem es geschafft hatte, bis zur Eröffnung nichts, aber auch absolut gar nichts hiervon an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Zumindest nicht mehr, als er bewusst hatte durchsickern lassen. Gerade genug, um Las Vegas und den Rest der Welt auf seinen neuen Spielplatz neugierig zu machen. Shane zog den Geldbeutel aus der hinteren Hosentasche und fischte seine Schlüsselkarte heraus. Die Eigentümer des Venetian mussten getobt haben, als sie zum ersten Mal seine Bilder vom Inneren des Alhambra gesehen hatten. Vielleicht hatte auch den ein oder anderen der Schlag getroffen.

Hinter einer weiteren Löwenstatue, zwischen deren Vorderpfoten eine Feuerschale ruhte, bog er nach links ab und hielt auf die Aufzüge zum Seitenflügel zu, ohne sich die Mühe zu machen, am Empfang vorbeizugehen. Er würde später dafür Abbitte leisten. Gena, die Chef-Concierge, runzelte auch prompt die Stirn, als sie ihn bemerkte. Für einen Moment sah es sogar so aus, als würde sie den Gast, mit dem sie gerade sprach, unterbrechen und ihm etwas zurufen wollen, ließ es dann aber doch. Natürlich. Einen solchen Fauxpas würde sie sich niemals erlauben. Es gab ein paar Dinge, die bei Nazeem ein unbedingtes Muss waren, was seine Angestellten betraf. Absolute Professionalität gehörte dazu. Wer ihn beim ersten Gespräch nicht zu hundert Prozent davon überzeugte, wurde erst gar nicht eingestellt. Wer sie irgendwann vermissen ließ, konnte gehen. – Und was auch immer sie von ihm wollte: Es würde Zeit bis morgen haben.

Der kleinste der drei Aufzüge war der einzige, der bis ganz nach oben zu den Penthouse-Suiten und der privaten Dachterrasse mit dem Pool führte. Shane zog die Schlüsselkarte durch den Scanner und drückte auf den UP-Knopf. Die Türen öffneten sich keine zwei Sekunden später nahezu vollkommen lautlos. Spiegel warfen sein Bild zurück. Nicht, dass er nicht gewusst hätte, wie er aussah. Alles an ihm schrie nach einer Dusche. Wenn er den Kopf schüttelte, würde vermutlich immer noch Wüstensand aus seinen Haaren rieseln. Er brauchte einen Haarschnitt. Und zwar einen, dem man nicht ansah, dass er vor einem Handspiegel mit einem Taschenmesser entstanden war. Er trat über die Schwelle und ließ seine Reisetasche auf den schweren, tiefblauen Seidenteppich fallen, zog die Schlüsselkarte diesmal durch den Scanner im Inneren der Kabine – Nazeems Paranoia ließ grüßen – und tippte den Zugangscode zum obersten Stockwerk ein. Mit seiner Ausrüstung war er deutlich vorsichtiger. Auch weil der Streifschuss allmählich unangenehm zu spannen begann. Der Riss in den Jeans, direkt unter dem linken Knie, war ihm noch gar nicht aufgefallen. Die Türen setzten sich wieder in Bewegung, glitten aufeinander zu.

»Shane! Warte!« Die Stimme kannte er nur zu gut. Luther Kensing war der Security-Chef des Alhambra und der Einzige des Sicherheitsteams, der über seinem maßgeschneiderten Anzug keinen Burnus trug. Und im Moment hielt er mit langen, schnellen Schritten auf den Aufzug zu. »Warte! Ich muss mit dir reden!«

Er hätte nur die Hand ausstrecken und die Lichtschranke unterbrechen müssen. Stattdessen schüttelte er den Kopf. Dusche und Bett. Sonst nichts. »Nicht jetzt, Luther! Morgen! Ich komm’ runter …«

»Shane …« Die Türen schlossen sich endgültig. Etwas schlug dumpf von außen dagegen. Vermutlich würde er sich demnächst so einiges anhören müssen. Von Gena und von Luther.

Im dreiundvierzigsten Stock erwartete ihn gedämpftes Licht. Und mindestens ebenso viel Luxus wie unten. Wenn er hier auch etwas weniger … deutlich zur Schau gestellt wurde. ›Tausend und eine Nacht‹ war nur noch eine dezente Andeutung zwischen ›modern‹ und ›amerikanisch‹.

Shane schlang sich den Riemen seiner Fototasche über die Schulter, hob seine übrigen Sachen wieder vom Boden auf und unterdrückte ein Gähnen, während er den Aufzug verließ – und direkt wieder stehen blieb.

CRIMESCENEDONOTCROSS

prangte auf dem gelben Absperrband, das sich vor der Tür der größeren der beiden Suiten kreuzte. Was zum…?

»Deshalb wollte ich mit dir reden!«

Luthers Stimme ließ ihn zusammenzucken. Hatte er tatsächlich so lange auf dieses Band gestarrt? Mit ein paar Sekunden Verspätung wandte er sich zu ihm um. Die Aufzugtüren schlossen sich gerade wieder. In diesem Licht glänzte Luthers kahler Schädel wie poliertes Ebenholz. Shane war selbst nicht unbedingt besonders klein, aber zu Luther musste auch er ein paar Zentimeter aufsehen. Und trotzdem hätte niemand bei diesen scheinbar sanften braunen Augen und dem liebenswürdigen Lächeln vermutet, wie knallhart Luther sein konnte.

»Was ist passiert?« Er nickte zur Tür der Suite hin.

»Laut Las Vegas PD soll dein Bruder vor drei Tagen hier oben mit ein paar Mädchen von der Straße eine Drogenorgie gefeiert und dabei irgendwann zwei davon ermordet haben.« Luther klang, als presste er die Worte zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

»Bitte was?« Das war so absurd, dass es schon wieder lächerlich war. »Nazeem hasst Drogen. Er raucht ja noch nicht mal. Hat er nicht erst vor ein paar Wochen diesen Teenie-Star und seinen Agenten rausgeschmissen, weil dessen ›Cousine‹ gekifft hat? Und … ›Mädchen von der Straße‹? Du meinst Prostituierte?« Er schnaubte. »Mein großer Bruder hat einen ganzen Harem von Frauen, bei denen er nur anrufen muss, und sie lassen mit Freuden alles stehen und liegen. Zwei Drittel davon wohnen in Vegas. Und mindestens die Hälfte davon hat absolut kein Problem damit, eine Orgie zu feiern, solange er nur dabei ist. Und wenn ihm das nicht reicht, kann er die anderen einfliegen lassen.« Entschieden schüttelte er den Kopf. Und vor allem … »Nazeem holt sich keine ›Mädchen von der Straße‹ hier herauf.« Er holte sich niemanden außerhalb der Familie oder seinen engsten Freunde hier herauf. Schon gar keine seiner Frauen. In eine der Suiten des Alhambra vielleicht. Aber nicht hierher. Niemals! »Das ist ausgemachter Blödsinn.«

»Das habe ich dem Detective von der Mordkommission auch gesagt.«

Da war etwas an Luthers Ton … und nicht nur an seinem Ton. »Und was hat Nazeem gesagt?«

Für eine Sekunde presste Luther die Lippen zu einem harten Strich zusammen. »Offiziell? Nichts. Er hat die Aussage verweigert. – Aber ich konnte einen Moment allein mit ihm reden.« Manchmal hatten Beziehungen zur Polizei von Las Vegas ihre Vorteile. Ebenso wie zum FBI, zur CIA und NSA. Luther hatte sie. Zu allen. – Nazeem wusste, wen er einstellte.

»Und?«

»Er sagt, er kann sich an nichts erinnern, was in dieser Nacht passiert ist. Blackout.«

»So besoffen kann er gar nicht gewesen sein.« Sah man mal davon ab, dass sein Bruder normalerweise auch gar keinen Alkohol anrührte. »Warst du seitdem noch mal da drin? Irgendwelche Beweise gegen Nazeem?«

»Meinst du, außer dem Blut an einem Handtuch und den Spuren von Koks auf dem Tisch?« Luther hielt ihn am Arm zurück, als er einen Schritt auf die Tür der Suite zumachen wollte. »Das ist ein Tatort.« Dann nickte er. »Ich hatte noch was gut bei einem alten Freund, der beim CSI arbeitet.« Der Zug um seinen Mund wurde hart. Er ließ ihn wieder los. »Es kommt noch schlimmer: Er ist vor ungefähr achtundvierzig Stunden aus der Zelle verschwunden. Ohne eine Spur zu hinterlassen.«

Unwillkürlich machte Shane einen Schritt zurück. Auch wenn das für Nazeem absolut kein Problem darstellte: Er würde es niemals wirklich tun. »Scheiße.«

»Das kannst du laut sagen.«

Und dabei hatte Luther keine Ahnung, wen Nazeem sich mit einer solchen Aktion zusätzlich zu den Cops auf den Hals hetzte, wenn sie bekannt wurde. »Hast du irgendetwas von ihm gehört? Ist er hier aufgetaucht?«

»Nein. Wie gesagt: Er ist spurlos verschwunden.«

»Und natürlich zur Fahndung ausgeschrieben.«

»Ja.« Luther strich sich mit der Hand über den Schädel. Das, und dass er für einen Augenblick zur Seite sah, pflanzte ein Ziehen in Shanes Magen.

»Was noch?«

Luther räusperte sich. »Dein Vater hatte einen Schlaganfall.«

Shane sog scharf die Luft ein. »Was ist mit meiner Mutter?«

Für den Bruchteil einer Sekunde erschien eine tiefe Falte auf Luthers Stirn. Nur um sofort wieder zu verschwinden. Vielleicht hatte er eine andere Reaktion auf diese Nachricht erwartet. Sehr wahrscheinlich sogar. Oder zumindest erhofft. Allerdings wusste er auch, wie Shane zu seinem Erzeuger stand. Und er war klug genug, sich jeglichen Kommentar zu ihrem Verhältnis zu verbeißen.

»Sie klang ziemlich aufgelöst, als ich heute Morgen mit ihr telefoniert habe.« Natürlich. Obwohl sie inzwischen seit acht Jahren mit ihm verheiratet war, liebte sie ihren Mann noch immer, wie sie es zu Anfang getan haben musste, als sie sich in ihn verliebt hatte. – Dabei hatte er sie nach seiner Geburt einfach sitzen lassen und war erst wieder um Shanes vierzehnten Geburtstag herum aus der Versenkung aufgetaucht. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er auch danach bleiben können, wo der Pfeffer wuchs. Sie waren davor sehr gut ohne ihn klargekommen. Sie hätten keine Villa in den Hills gebraucht. Das Apartment in Arlington Heights hätte es weiter getan. Schließlich hatte seine Mutter nicht schlecht mit ihren Bildern verdient. Und er hatte sich sein Taschengeld durch einen Job im Supermarkt aufgebessert. Alles lief bestens. Stattdessen war sein Erzeuger einfach aufgetaucht, hatte sich in seinem Leben breitgemacht und sich als Über-Vater aufgeführt. ›Tu dies nicht, Sohn. Tu das nicht. Das ist zu gefährlich für dich, Sohn…‹ Er hatte es sogar geschafft, dass Coach Lennox ihn nur eine Woche nach seinem Einzug aus der Eishockeymannschaft geworfen hatte. Nur aus einem Grund: ›Deinem Vater ist das Verletzungsrisiko beim Eishockey zu groß.‹ Selbst das Klettern hatte er ihm verboten. Kurz darauf waren sie in diese Villa in den Hills umgezogen. Damit hatte der Krieg zwischen ihnen erst richtig begonnen. Irgendwann war er ein regelrechter Künstler im Knacken von Haustürschlössern und Lahmlegen von Alarmanlagen geworden, nur um kommen und gehen zu können, wie er wollte und ohne seinem Erzeuger jedes Mal Rechenschaft ablegen zu müssen. Was in der Regel zu einem Streit zwischen ihnen führte. Das Ganze hatte schließlich in miesen Schulnoten und noch mieserer Gesellschaft inklusive diverser Besuche auf Polizeirevieren wegen Schlägereien und Alkoholeskapaden gegipfelt. Alles nur, um seinem Erzeuger zu zeigen, was er von seiner Bevormundung hielt – gar nichts. Letztlich hatte er es mit seinen Noten – und dank Nazeem – gerade so aufs College geschafft. Nur um im letzten Jahr kurz vor dem Abschluss einfach abzubrechen. Und endlich genau das zu tun, was er schon immer hatte tun wollen: Fotografieren. Sie waren wieder aneinandergerasselt, als Shane entschieden hatte, dass Modefotografie nichts für ihn war. Auch wenn man ihn binnen kürzester Zeit als den neuen Shootingstar der Branche gehandelt hatte. Und auch wenn er damit verdammt gut verdiente. Es war nicht dass, was er machen wollte. Wirklich machen wollte. Nicht diese Schöne-heile-Welt-Fotos. Sondern die, die das andere Gesicht dieser Welt und der Menschen zeigten: Krieg. Elend. Leid. Fotos, die denen, die davon betroffen waren, eine Stimme gaben, wenn man ihre Worte schon nicht hören wollte. Solche Bilder machte man normalerweise aber nun mal nicht in den Vorzeigeecken von Los Angeles, New York, Paris oder Berlin. Sie hatten sich im Wohnzimmer der Villa in den Hills gestritten, sich angebrüllt. Das ›Das erlaube ich nicht. Du bist mein Sohn. Du tust, was ich sage.‹ seines Erzeugers hatte das Fass endgültig zum überlaufen gebracht. Er war gegangen und schon zwei Tage später nach Somalia geflogen. Drei Jahre war das jetzt her. Seitdem hatten sie kein Wort mehr miteinander gewechselt. Geschweige denn, sich gesehen. Noch nicht einmal zu Weihnachten oder Thanksgiving war er nach Hause gekommen. Ein Telefonanruf bei seiner Mutter, eine Postkarte, E-Mails. Wenn er ausnahmsweise mal in L. A. war, traf er sich mit ihr zum Essen. Nur mit ihr. Der einzige aus seiner Familie, mit dem er neben seiner Mutter Kontakt hatte, war Nazeem. Nazeem, das schwarze Schaf unter seinen sechs Halbbrüdern. Der nur dreihundert Jahre älter war und ihm damit am nächsten. Dessen Wagen er bei ihrer ersten Begegnung geklaut – und sauber gegen einen Baum gesetzt hatte. Nazeem, der ihm zum Dank ein hübsches Veilchen verpasst und ihn gnadenlos die Rechnung für die Reparatur hatte abstottern lassen. Die Reparatur eines fast nagelneuen Jaguars. Der irgendwann nach einer weiteren Nacht in einer Zelle, auf dem Polizeirevier aufgetaucht war, seine Kaution bezahlt und ihm anschließend auf der Fahrt nach Hause klargemacht hatte, dass ihr gemeinsamer Erzeuger es nicht wert war, sich seinetwegen die eigene Zukunft zu versauen. Und dass er über all seiner Wut und dem Mist, den er deshalb baute, jemanden vergessen hatte: Mom. Die es am allerwenigsten verdiente, dass er ihr wehtat. Nazeem war es auch gewesen, der ein paar Kontakte hatte spielen lassen, damit Shane noch im gleichen Jahr aufs College gehen konnte, obwohl die Anmeldefristen schon seit Wochen vorbei waren. Der ihm nach der Eröffnung des Alhambra beiläufig mitgeteilt hatte, dass die zweite der Penthouse-Suiten für ihn war – nur für den Fall, dass er mal zwischendurch genug von seinem Wohnwagen draußen im Trailerpark am Rand von Las Vegas hatte und ihm der Sinn nach ein bisschen ›Luxus‹ stand. – Und der sich außer einem Grinsen jeden Kommentar verkniffen hatte, als er zwischen seinen Aufträgen immer öfter im Alhambra auftauchte.

Luther räusperte sich. »Dein Dad muss letzte Nacht einfach zusammengebrochen sein. Seitdem ist er offenbar nicht mehr zu sich gekommen.«

Shane schloss die Finger fester um den Riemen seiner Fototasche. Sein Erzeuger konnte keinen Schlaganfall bekommen. Das war nicht möglich. Was auch immer genau passiert war … »Sind sie hier in Vegas?«

»Nein. Er liegt im Cedars Sinai in Los Angeles.« Also waren sie zu Hause gewesen. »Sie weiß nichts von der Sache mit Nazeem.«

»Gut.« Mom würde sich genug Sorgen um ihren Mann machen. Das brauchte sie sich nicht auch noch wegen einem ihrer Stiefsöhne. Wahrscheinlich war sie keine Sekunde von dessen Seite gewichen. Allerdings hatte er nicht vor, sie länger allein zu lassen als unbedingt nötig. Notfalls würde er sich sogar an das Bett seines Erzeugers setzen, wenn ihr das eine Ruhepause verschaffen würde. »Kannst du dafür sorgen, dass mir jemand einen Platz auf dem nächsten Flug nach L. A. bucht? Egal wann. Nur so schnell wie möglich.« Er schaute an sich hinab. So konnte er seiner Mutter auf keinen Fall unter die Augen treten. Selbst wenn es in der Wüste schneien würde. Sie würde sich nur noch mehr Sorgen machen. »Ich gehe duschen und dann …«

Luther warf einen raschen Blick auf seine Armbanduhr. »Du hast zehn Minuten.«

Irritiert sah Shane ihn an. Luther verzog ungeduldig den Mund.

»Wir haben einen Gast, der sich von Travis mit dem Helikopter zum Essen nach L. A. fliegen lassen will. Ich habe ihn angewiesen, sich mit den Startvorbereitungen Zeit zu lassen, als Tim sagte, du wärst hier.« Er drückte den Rufknopf des Aufzugs. »Allerdings denke ich, viel länger können wir ihn nicht mehr hinhalten.« Mit einer knappen Bewegung nickte er zu der zweiten Suite, während die silbrigen Türen auseinanderglitten. »Wenn der Gast etwas wegen der Verzögerung sagt, bist du der Ersatz für den überraschend krank gewordenen Copiloten. Travis weiß Bescheid.«

»Danke. Ich beei- …« Das Brummen seines Handys unterbrach ihn. Mehr aus Reflex zuckte seine Hand zur Hosentasche. Er zerrte es hervor. Keine Nummer auf dem Display, nur ein ›Unbekannter Anrufer‹. Ein kurzer, schneller Blick zu Luther. »Entschuldige …«

Die Augen unwillig schmal, formte der ein nahezu lautloses »Mach hin!« mit den Lippen, bevor er den Aufzug betrat und die Hand nach dem Down-Knopf ausstreckte. Shane nickte, dann hatten sich die Türen schon wieder geschlossen.

Erneut ein Brummen.

»Shane Hayden.« Er zog den Riemen seiner Fototasche höher auf die Schulter und wandte sich den Korridor hinunter, der zweiten Suite zu.

»Ich nehme an, inzwischen weißt du von dem Übel, das deinem ach so hoch geschätzten Vater widerfahren ist, mein kleiner Prinz«, raunte eine Männerstimme.

Abrupt blieb er wieder stehen. »Wer ist da?« Er war keine zwei Meter weit gekommen.

»Es liegt ganz bei dir, ob er sich davon wieder erholen wird, mein kleiner Prinz.« Die Stimme sprach einfach weiter.

»Wer zum Teufel ist da?«

»Auch ein Fürst der Djinn kann sterben. Schwerlich zwar, aber dennoch ist es im Bereich des Möglichen …«

»Wer sind …?«

Die Worte klangen beinah schmeichelnd. »Du kannst es verhindern, mein Prinz.«

Für eine Sekunde schloss Shane die Hand fester um sein Handy. »Was soll das werden? Eine Erpressung? Dann hören Sie mal gut zu, wer auch immer Sie sind: Sie haben Ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Das funktioniert nicht. Nicht bei mir. Halten Sie sich an Roshan oder Rayam oder Fahim oder einen anderen meiner Brüder. Ich bin der Falsche …«

»Willst du deiner wunderschönen, sterblichen Mutter tatsächlich dieses Leid zufügen, mein kleiner Prinz? Ihren geliebten Gemahl zu verlieren? In der Blüte ihres gemeinsamen Lebens? Nachdem er all seine Macht für sie aufgegeben hat, damit sie zusammen sein können? Was wird sie sagen, wenn sie erfährt, dass du ihr dieses Leid hättest ersparen können? Es aber nicht getan hast.«

Shane stieß ein Zischen aus.

Ein leises Lachen.

»Meine Halbbrüder …«

»… sind im Augenblick indisponiert …«

»Indispo- …?«

»Du und kein anderer, mein Prinz.« Die Stimme hatte das Schmeicheln verloren, war schärfer geworden. »Es gibt da eine junge Dame, Jessica DeLaney. In ihrem Besitz befindet sich ein Amulett, das ›Herz des Simurgh‹. Ein Rubin, ungefähr halb so groß wie ein Daumen. Ein goldener Simurgh bildet seine Fassung. Der Pfauenschweif und die Löwenklauen halten ihn nach unten und den Seiten und die Spitzen der Schwingen sind die Öse. Du wirst das Mädchen finden und das ›Herz‹ in deinen Besitz bringen, mein Prinz. Dafür hast du 48 Stunden. Dann sprechen wir uns wieder.« Ein leiser, spöttischer Laut. »Ach ja: Zu niemandem ein Wort, selbstverständlich.« Im nächsten Moment war die Verbindung unterbrochen.

Für eine Sekunde starrte Shane sein Handy an, kämpfte mit dem Reflex, es gegen die Wand zu werfen. Dann biss er die Zähne noch fester zusammen, rief Luthers Nummer in seinen Kontakten auf und wählte sie. Es klingelte zweimal.

»Kensing.«

»Shane hier. Sag Travis, er soll nicht länger auf mich warten. Ich fliege nicht mit nach L. A. Mir … ist was dazwischengekommen.«

Schweigen.

»Luth- …?«

»›Dazwischengekommen‹? Soll das ein Witz sein?« Scharf. Hart. – Und ungläubig.

»Sag’s ihm einfach.«

»Das ist nicht dein Ernst?« Nicht mehr ungläubig – ärgerlich.

»Doch.« Die Kanten des Handys bissen in seine Finger und seine Handfläche.

»Shane, zum Teufel, was …« Er drückte Luther einfach weg, presste die Lippen zu einem harten Strich zusammen. Danke auch, Dad. Nicht nur, dass mich irgendein Irrer deinetwegen erpresst, deinetwegen hält einer meiner Freunde mich jetzt auch noch für ein Riesenarschloch. Herzlichen Dank.

»›Ich Tarzan, du Jane‹, oder was?« Ich hätte nicht auf Amber und Lori hören sollen. »Komm schon, Jesse, der Junge ist doch Zucker.«– »Er schaut schon wieder zu dir her. Jetzt geh endlich zu ihm rüber.«– »Kannst ja die Kanne mitnehmen und ihn fragen, ob er einen Kaffee will, wenn du unbedingt einen Vorwand brauchst…«– »Wann war noch mal dein letztes Date?« Ich verbiss es mir, sie daran zu erinnern, dass dieses besagte ›Date‹ ein einziges Desaster gewesen war. Und, dass es viel zu lange zurücklag. – Ja, o.k. der Typ war … süß. Ach was, ›süß‹. ›Heiß‹ traf es eindeutig besser. Er hatte sich in die Nische ganz links hinten gesetzt, den Blick einmal kurz durchs Innere von wandern lassen und mich dann direkt angesehen. Was mir Feuer in die Wangen getrieben hatte. Und den Magen. Seine Augen wirkten genauso schwarz wie seine Haare. Kurz geschnitten. Fast schon kurz für meinen Geschmack. Etwas, das Paul immer grinsend als ›Fünf-Finger-Frisur‹ bezeichnet hatte: Fünf Finger genügten als Kamm. Nicht dass mein Stiefvater, Ex-Marine, der er gewesen war, jemals über halbe Streichholzlänge gekommen wäre. Selbst nachdem er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war und seine eigene Sicherheitsfirma gegründet hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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