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Sie wünschen sich mehr Impulse dafür, wann sich das Reden mit anderen Personen (nicht) lohnt? Wünschen Sie sich Sichtweisen auf das Thema, um sich selbst und Ihre Handlungen zu überprüfen? Auch Ihnen zieht sich der Bauch zusammen, wenn man zu Ihnen sagt: "Wir müssen reden"? In diesem Buch werden unterschiedliche Personenkreise und Alltagssituationen aufgezeigt. Dabei wird darüber nachgedacht, welchen Sinn eine Kommunikation jeweils macht und welche Verhaltensweisen für uns selbst immer am besten sind.
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Michaela Okroy
Wir müssen (nicht) reden
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Widmung
Danksagung
Rechtliche Hinweise
Vorwort
Was wir mit “Reden“ verknüpfen
Wir müssen (nicht) reden – über Politik
Wir müssen (nicht) reden – in der Beziehung
Wir müssen (nicht) reden – mit der/dem “Ex“
Wir müssen (nicht) reden – mit ihrer/seiner “Neuen“
Wir müssen (nicht) reden – mit Frauen
Wir müssen (nicht) reden – mit Männern
Wir müssen (nicht) reden – in der Familie
Wir müssen (nicht) reden – mit der besten Freundin
Wir müssen (nicht) reden – mit den anderen Freunden
Wir müssen (nicht) reden – mit Bekannten und Nachbarn
Wir müssen (nicht) reden – mit dem Chef
Wir müssen (nicht) reden – im Bewerbungsgespräch
Wir müssen (nicht) reden – mit Kollegen
Wir müssen (nicht) reden – bei Behörden
Wir müssen (nicht) reden – beim Einkaufen
Wir müssen (nicht) reden – mit Erzieher/innen, Lehrer/innen, Pädagoginnen/Pädagogen
Wir müssen (nicht) reden – mit Ärzten
Wir müssen (nicht) reden – mit Kunden
Wir müssen (nicht) reden – mit einem schlechten Kundenservice
Wir müssen (nicht) reden – mit vermeintlich wichtigen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit Menschen, von denen wir abhängig sind
Wir müssen (nicht) reden – mit extrem sozialen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit unsozialen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit pedantischen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit unzuverlässigen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit fehlersuchenden Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit distanzlosen und respektlosen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit herablassenden Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit “Sich-zuständig-Fühlern“
Wir müssen (nicht) reden – mit “Sich-angesprochen-Fühlern“
Wir müssen (nicht) reden – mit besser wissenden Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit belehrenden Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit Menschen, die immer schuld sind
Wir müssen (nicht) reden – mit Schuldzuweisern/Umdrehern
Wir müssen (nicht) reden – mit Menschen mit Helfersyndrom
Wir müssen (nicht) reden – mit Menschen, die “Therapiefans“ sind
Wir müssen (nicht) reden – mit “Kleinhaltern“
Wir müssen (nicht) reden – mit “Großmachern“
Wir müssen (nicht) reden – mit beratungsresistenten Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit unreflektierten Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit unglücklichen und/oder depressiven Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit dramatischen und/oder dauerkranken Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit immer glücklichen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit chaotischen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit unangenehmen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit angenehmen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit narzisstischen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit langweiligen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit (über-)ängstlichen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit charakterlosen Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit bildungsresistenten Menschen
Wir müssen (nicht) reden – mit Fahrlehrer/inne/n und TÜV-Prüfer/inne/n
Wir müssen (nicht) reden – in öffentlichen Verkehrsmitteln
Wir müssen (nicht) reden – mit Vermietern
Wir müssen (nicht) reden – mit Schlampen
Wir müssen nicht (reden) – mit Verhütungsmuffeln
Wir müssen (nicht) reden – mit Männerrassistinnen
Wir müssen (nicht) reden – mit Feiglingen
Wir müssen (nicht) reden – mit Portal-Rangern
Wir müssen (nicht) reden – mit Schnorrern
Wir müssen (nicht) reden – mit Nazis
Wir müssen (nicht) reden – mit Gutmenschen
Wir müssen (nicht) reden – mit “besorgten Bürgern“
Wir müssen (nicht) reden – mit Kinderlosen
Wir müssen (nicht) reden – mit wahrnehmungsgestörten Menschen
Wir müssen (nicht) reden – beim Gassigehen
Wir müssen (nicht) reden – mit Tieren
Wir müssen (nicht) reden – mit Pflanzen
Wir müssen (nicht) reden – mit anderen Eltern
Der Blödguckereffekt
Wir müssen (nicht) reden – zu viel reden!?
Wenn sich reden nicht mehr lohnt – oder – Der Kampf gegen die Blödheit und Verdummung
Wenn man nicht mehr reden will
Wollen Frauen tatsächlich mehr reden als Männer?
Hörst du mir überhaupt zu?
Monolog – Dialog
Ideen, die Ihrem Gespräch zum Erfolg verhelfen könnten
Wir müssen (nicht) reden – mit unseren Kindern
Wenn die Kinder mit uns reden müssen
Wir müssen (nicht) reden – mit uns selbst
Wir müssen (nicht) reden – mit unserem inneren Kind
Nachwort
Impressum neobooks
Für LiiLee,
mein Lebenslicht.
Es war eine anstrengende Zeit, in der dieses Buch entstanden ist. Viel Zeit und Energie ist zur Erstellung investiert worden.
Begleitet wurde ich von tollen Menschen. Diesen danke ich an dieser Stelle von ganzem Herzen. Meine Tochter, meine Familie und meine Freunde sind super. Ich danke meinen Mädels für die inhaltlichen Anregungen und viele Lachkrämpfe.
Danke, an euch, dass ihr alle an mich und meine Ideen glaubt.
Danke, auch an Sie. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mein Buch lesen und mich damit unterstützen.
© Michaela Okroy
Dieses Buch oder auch Auszüge daraus dürfen nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung durch die Autorin verwendet oder vervielfältigt werden. Bitte berücksichtigen Sie dies und würdigen Sie auf diese Weise die Zeit, Mühe, Erfahrung und Gedanken, die die Autorin in dieses Werk investiert hat.
Das Cover ist mit Canva gestaltet worden.
Die in diesem Buch enthaltenen Anregungen, Tipps und Impulse können eine professionelle Unterstützung nicht ersetzen. Bitte wenden Sie sich im Bedarfsfall an eine/n Heilpraktiker/in, Ärztin/Arzt, Therapeutin/Therapeuten, Psychologin/Psychologen oder Psychiater/in.
In diesem Buch berichtet die Autorin über eigene und fremde Erfahrungen hinsichtlich der Kommunikation in bestimmten Situationen und mit unterschiedlichen Menschen. Jedoch sollte jede/r Leser/in im Einzelfall selbst entscheiden, ob sie/er die Hinweise der Autorin umzusetzen verantworten mag.
Für mögliche Folgen, die aus der Nichtbeachtung dieser Punkte und Hinweise erfolgen, übernehmen der Verlag und die Autorin keinerlei Haftung.
Der Vorsatz, dieses Buch zu schreiben, hat sehr lange in mir geschlummert. Es spiegelt die Inhalte meiner Gedanken ebenso wieder, wie die vielseitigen Blickpunkte, die sich in den letzten Monaten aus meinen Erfahrungen, Beobachtungen und Gesprächen mit tollen Menschen aufgezeigt haben. In den letzten zwei Jahren habe ich viel an meiner Persönlichkeit gearbeitet. Die Herausforderungen, die ich in anderen Menschen gesehen habe, sind ein wesentlicher Beitrag zu meiner Entwicklung gewesen. Hier hat sich der Bedarf des “Redens“ völlig unterschiedlich dargestellt. Auch die Ergebnisse sind vielseitig.
So kam ich immer wieder bei dem Wort “Reden“ ins Stocken. Wann müssen wir reden? Wann wollen wir reden und wann macht das überhaupt Sinn? Wie unterschiedlich reagieren die Menschen auf die Aufforderung zu reden und was verknüpfen wir damit?
Mit dem Reden ist auch unweigerlich das Zuhören verbunden – zumindest dann, wenn das Gespräch erfolgreich sein soll. Aber es fehlt noch eine wichtige Komponente. Ein Gespräch ohne Reaktion ist ein Monolog. Wir wünschen uns in der Regel aber den Dialog.
In einer Gesellschaft, in der es immer normaler wird, dass wir uns berieseln lassen, scheint es so, dass wir uns immer mehr die persönliche Verbundenheit durch einen regen sprachlichen und emotionalen Austausch auf einer Wellenlänge wünschen. Aus diesem Grund sollten wir gezielt unsere Forderung nach “Reden“ durchsetzen und dabei nicht vergessen, dass auch unser Gegenüber eine eigene Persönlichkeit, einen eigenen Charakter und eigene Wünsche hat – zumindest in den meisten Fällen.
Nun weise ich noch darauf hin, dass in diesem Buch mit Klischees gearbeitet wird und diese auch gern überspitzt werden. Somit ist mein Ziel nicht, immer politisch korrekt zu schreiben. Bitte rufen Sie sich das immer wieder in Erinnerung, wenn Sie empört sein sollten. Aber ein wenig soll dieses Buch auch empören, damit es zum Nachdenken anregen kann. Am liebsten ist es mir natürlich, wenn Sie lachen, denn dies ist ja bekanntlich gesund.
Ich hoffe, dass ich einige interessante Ansätze liefern kann, damit Ihre Gespräche mit Ihrem Gesprächspartner für Sie aufschlussreicher werden. Sehr gern nehme ich auch Ihre Anregungen entgegen und tausche mich mit Ihnen aus. Mein Dank gilt Ihnen, dass Sie mein Buch lesen wollen. Hierbei wünsche ich Ihnen viel Freude und verbleibe
mit besten Grüßen
Michaela Okroy
Das Reden ist in unserer Gesellschaft unglaublich wichtig. Wir wollen kommunizieren, um eine Rückmeldung über uns und unser Verhalten zu bekommen. Gern wollen wir auf diese Weise auch Konflikte lösen und/oder unseren Standpunkt vertreten.
Viele Leute wollen uns auch ihre Meinung “aufdrücken“. Es ist ihnen sehr wichtig, dass wir ihre Sicht auf unser Handeln und Verhalten kennen. Im besten Fall sollen wir uns ihren Wünschen und Erwartungen an uns anpassen – idealerweise ohne Gegenwehr.
Jeder kennt in seinem Leben Leute, die es wahnsinnig gut mit ihm meinen. „Ich mein‘ ja nur…“ oder „Es wäre toll, wenn Du Dir das einmal durch den Kopf gehen lässt…“ sind Sätze, mit denen sie uns zum Umdenken bewegen wollen. Bei vielen Menschen lasse ich mir die wichtigen Botschaften tatsächlich durch den Kopf gehen. Sie gehen zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.
Klar, es gibt Personen, die es aufrichtig gut mit uns meinen. Wenn diese Menschen uns etwas mitteilen, denken wir allerdings zumeist von allein darüber nach, ob an dem Gesagten etwas dran sein könnte. Ist dies der Fall, verstehen wir und setzen um.
Früher gab es einen Satz, den zumeist Frauen ausgesprochen haben. „Schatz, wir müssen reden.“ Das Ergebnis war, dass die Männer überraschenderweise Überstunden leisten mussten oder eine wichtige Verabredung vergessen hatten. Erschreckend ist für mich, dass in der heutigen Gesellschaft auch immer mehr Männer dazu neigen, diesen unrühmlichen Satz innerhalb einer Beziehung einzusetzen. In der Regel fühlen wir uns bei einer solchen Ansprache in die Kindheit zurückversetzt, in der Mutter, Vater, Oma oder Opa unbedingt mit uns reden mussten. Zumeist war dies nicht mit etwas Gutem verbunden.
Möglicherweise ist es auch sehr deutsch, alles besprechen, bereden und klären zu wollen. Spannend zu beobachten ist das bei Kontaktabbrüchen. Während die eine Partei sich einen klärenden Abschied wünscht, kann die andere wortlos verschwinden. Hierbei sollte allerdings berücksichtigt werden, ob die Menschen einfach nur feige sind oder ob sie bereits genug geredet haben.
Unstrittig ist, dass das Reden wichtig ist. Wir können stolz auf jeden Fortschritt sein und sollten unsere Sprache nutzen. Bei der deutschen Sprache ist der Grad zum Rückschritt allerdings sehr schmal. Heute ist schnell der Bildungsstand eines Menschen anhand seines Wortschatzes, seiner Ausdrucksweise und seiner Aussprache erkennbar. Von emotionalem Sprachgebrauch möchte ich zunächst noch einmal gar nicht sprechen.
Wir müssen reden. Soweit ist an dem Satz erst einmal nichts Falsches zu erkennen. Geraten wir durch diese Botschaft aber in Bedrängnis, weil wir plötzlich über heikle Themen und Gefühle reden müssen, erfasst uns der spontane Fluchtinstinkt. Besonders vorsichtig sollten wir aber sein, wenn wir diese Aufforderung aussprechen. Haben wir das Gefühl, emotional oder rational vom Ausgang des Gespräches abhängig zu sein? Haben wir keinen Plan B? Reicht es nicht, wenn wir aus den Handlungen unseres Gesprächspartners lesen und für uns unsere Konsequenzen ableiten? Benötigen wir diese Aufforderung tatsächlich?
Die nachfolgenden Gesprächskonstellationen sollen zeigen, dass weniger in einigen Fällen tatsächlich mehr ist. Wir haben mehr Zeit, wenn wir weniger unnötige Gespräche führen. Wir haben mehr Geld, wenn wir in dieser Zeit auch Geld verdienen können. Wir haben sogar mehr Gesundheit, wenn wir unsere Nerven schonen. Wir haben mehr Erfolge, wenn wir nicht immer versuchen, die Welt oder einzelne Personen zu verändern, zu verbessern oder zu retten. Zudem erkennen wir, dass wir uns von unseren Wunschvorstellungen, die andere erfüllen sollen, verabschieden und mit Volldampf an der Verwirklichung unserer Träume arbeiten sollten.
Außerdem erleben wir weniger Enttäuschungen, weil wir weniger Freunde, dafür aber ehrliche, an unserer Seite haben. Woher kommen wohl die Aussprüche: „Dem kann ich blind vertrauen.“ oder „Wir verstehen uns auch ohne Worte.“? Wahrscheinlich nicht daher, dass die Menschen sich andauernd in die Augen gesehen und totgequatscht haben.
Personen, die wir Jahre lang nicht gesehen haben, können wieder in unser Leben kommen, wenn sie echte Freunde gewesen sind. Es gibt keine Vorwürfe. In diesen Fällen müssen wir nicht reden, sondern wollen es – beide. Diese Menschen erleben wir nicht als anstrengend. Das hingegen sind zumeist Leute, die wir seit Ewigkeiten in unserem Alltag mitschleppen. Es sind die Personen, bei denen wir das Telefon schnell auf lautlos stellen, deren Nachrichten wir nicht lesen, die wir kaum ertragen, denn sie wollen immer reden – am liebsten über sich.
Besonders in Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklungen hinsichtlich der Flüchtlingspolitik und der deutschen Beziehungen zu den USA und Russland empfinde ich es als heikel bis schwierig, eine eigene politische Meinung zu äußern. Wir fühlen uns zurückversetzt in Zeiten, die wir bzw. die älteren Generationen nicht (wieder) erleben wollen.
Betrachten wir die Kommunikation der Politiker mit uns, dem Volk, einmal näher, so wird allerdings schnell deutlich, dass sie psychologisch betroffen machende Floskeln wählen, damit wir so handeln, wie sie es sich in dem Moment wünschen. Man könnte sogar so weit gehen, dies als Manipulation zu betiteln.
Äußern Bürger Bedenken und Ängste hinsichtlich der sich verändernden Kultur im eigenen Land, wird der Begriff “besorgter Bürger“ mit einem lächerlichen Unterton sofort in die “Nazi-Ecke“ verbannt. Schon ist der Deutsche mundtot, denn ein Nazi, das möchte er wirklich nicht sein.
Zugleich trägt ihn aber auch der Wunsch nach mehr Identifikation mit seiner Nationalität. Ist er als Nationalist dann auch ein Nazi? Lässt sich der Begriff vom Rechtsradikalismus abspalten? Ist das überhaupt wichtig?
Ein Schelm, wer nun Böses dabei denkt, dass die Politik erschüttert auf die Ereignisse in Köln und anderen Städten reagiert.
Wann müssen wir dann also über Politik reden? Im Prinzip gar nicht. Mitlaufen konnte der Deutsche schon immer ganz gut. Wenn wir die Frage außer Acht lassen, was überhaupt deutsch ist, wann man wirklich deutsch oder noch deutscher ist und was das Deutschsein überhaupt ausmacht, dann sollte das Reden über Politik immer dann angebracht sein, wenn sich die Bürger nicht ernst genommen oder übergangen fühlen.
Mit Reden meine ich allerdings nicht die Gewalt oder das Unverständnis für Menschen. Wir alle sind Menschen, die scheinbar ge- oder benutzt werden. Das gilt für den Deutschen als solchen, die Nazis, die Flüchtlinge oder wen auch immer.
Ich selbst bezeichne mich als politisch kritisch und möchte mich nicht auf eine Seite schlagen. Fakt ist, dass auch ich Bedenken oder Ängste habe, hinsichtlich der beschleunigten negativen Entwicklungen in unserem Land, das ja bekanntlich Frau Bundeskanzlerin Merkel gehört.
Genau da sehe ich das Problem. Es handelt sich um hausgemachte politische Probleme, an denen nicht einzelne Gruppen die Schuld tragen – außer den wahlberechtigten Deutschen.
Das Reden über politische Themen war noch vor einiger Zeit besser möglich. Inzwischen wird ausgelotet, welche Einstellung das Gegenüber hat. Ich habe schon tolle Szenen erlebt oder erzählt bekommen. Seit wir unter einer inoffiziellen Zensur zu leiden scheinen, die offiziell nicht bestätigt ist, gefühlt aber beim Bürger ankommt, besprechen die Leute ihre Gedanken ohne Smartphone auf öffentlichen Toiletten oder im privaten Bereich.
Sie glauben, dass das Einzelfälle sind? Das beobachte ich nicht so. Aber wenn doch, dann kann es auch eine Frage der Zeit sein, wie lange noch.
Wir Menschen, ob nun deutsch oder nicht, sollten reden – auch über Politik. Es ist wichtig, dass wir den Mut haben, zu unseren Gedanken, Bedürfnissen und Gefühlen – auch Ängsten – zu stehen, kritisch zu sein und uns nicht manipulieren zu lassen. Das kann ein Volk zusammenschweißen und von selbst die Frage beantworten, ob wir stolz auf uns und unser Land sein dürfen. Wir dürfen dazu stehen, dass es Nichts mit Integrationsunwillen von unserer Seite zu tun hat, wenn wir erleben, dass unsere Sprache, Kultur, Religion und Werte untergraben werden. Das Problem sind dabei nicht allein die Menschen, die uns eine Vielfalt bescheren. Das Problem sind vielmehr wir als Deutsche, die zum Teil von einer regelrechten Integrationswut befallen sind.
Warum sollen wir so weit entgegenkommen, bis wir uns lächerlich machen? Chancengleichheit bedeutet nicht das, was wir täglich erleben.
Wenn nun ein Mensch auf die Idee kommen sollte, mich als Volksverhetzerin zu bezeichnen, so ist dieser leider auf dem Holzweg. Ich achte auf die Menschen und ihr jeweiliges Benehmen. Als Mutter eines Kindes, das deutsch-polnischen Eltern entstammt, als Frau, die bei der Partnerwahl nicht die Nationalität als oberstes Kriterium hat, und als Person, die gern mit ihren muslimischen Nachbarn zusammengelebt hat, erlaube ich mir aber das Differenzieren.
Menschen, die unsere Werte und Kultur nicht kennen oder gar achten können, lassen sich schwer oder nur in Einzelfällen integrieren. Und mir persönlich tut es leid, wenn einzelne Personen durch eine Horde Unwilliger Steine in den Weg gelegt bekommen. Aber sie alle haben ihr Zuhause verlassen. Einige wollen verbesserte Bedingungen für sich und ihre Familie. Andere wollen aber auch Krawall machen.
Dies hier ist aber auch mein Zuhause und ich habe keine Lust, es mir zerstören zu lassen. Die Fehler sehe ich hierbei in einer von mir nicht gewählten Politik. Darüber rede ich und noch haben wir die Meinungsfreiheit. Sollte es Ihnen also auch ein Bedürfnis sein, Ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, dann tun Sie dies, denn die Gedanken sind bekanntlich frei. Aber bitte sehen Sie dabei von Gewalt ab.
Das Reden in einer Beziehung ist besonders heikel. Zu Anfang scheint noch alles so einfach und er oder sie ist der oder die ideale/r Partner oder Partnerin. Wir können uns schlichtweg überhaupt nicht vorstellen, dass es jemals zu Komplikationen und heiklen Gesprächen kommen kann.
Allerdings sollten wir alle etwas kritischer mit uns und unserer “besseren Hälfte“ sein.
Ist der andere Mensch wirklich unser Gegenstück? Machen wir zu viele Kompromisse? Wollen wir überhaupt Kompromisse machen?
In diesem Zusammenhang sollten wir uns allerdings auch fragen, ob wir nicht zu hohe Erwartungen an unser Gegenstück haben. Vielleicht gehen wir sogar davon aus, dass die andere Person hohe Erwartungen an uns hat.
Bei Gesprächen mit Paaren habe ich immer wieder herausgefunden, dass die Erwartungen an die Partnerin oder den Partner meist gar nicht sehr hoch sind. Allerdings haben wir selbst häufig Angst vor unserem eigenen Scheitern.
Hinzu kommt eine Partnerwahl, die es dem anderen Part nicht leicht macht, zu uns zu passen. Der Schlüssel liegt in auffallend vielen Fällen in uns selbst. Wir haben eine Wahrnehmung, die durch das Wünschen verzerrt ist. Diese kann die andere Person nicht erahnen und sie meist auch nicht erfüllen, weil sie seinen Vorstellungen von ihm selbst nicht entsprechen.
Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das viele Reden erschöpft und selten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen kann, weil wir – wenn auch unbewusst – unsere/n Partner/in zu einer Veränderung bewegen wollen. Wir tarnen dies, indem wir uns eine Einsicht und freiwillige Veränderung von ihr/ihm wünschen.
Meine beste Freundin und ich haben festgestellt, dass wir nicht in Hollywood sind und die Dinge selbst in die Hand nehmen müssen. Nach schlimmen Beziehungen, aus denen wir übrig geblieben sind und ohne die wir uns nie begegnet wären, beginnen wir damit, uns unsere Wünsche zu erfüllen. Der Fehler ist häufig, dass wir uns selbst nicht kennen und sich viele Bedürfnisse erst entwickeln. Kaum ein Partner wird in der Lage sein, uns auf diesem Weg zu begleiten. Somit nehmen wir uns die Zeit für uns selbst, während unsere männlichen “Hinterlassenschaften“ vor lauter Angst vor dem Alleinsein nichts ändern und Fehler wiederholen.
Gut, aber wann sind wir in einer Beziehung wirklich glücklich? Dazu gehören viele Faktoren, die sich erst nach und nach tatsächlich bemerkbar machen. Am Anfang einer Beziehung sind wir glücklich. Wir genießen die Zeit zusammen, reden uns ein, mit den “Macken“ und Eigenheiten des Partners leben zu können (In einigen Fällen funktioniert das sogar.) und malen uns eine tolle gemeinsame Zukunft aus.
Aber hier warten bereits die ersten Probleme in vielen Beziehungen. Ich selbst war mit Partnern gesegnet, die keine Wünsche, Träume und Ziele formulieren konnten. Hieraus konnte ich schlichtweg keine Gemeinsamkeiten für die Zukunft ermitteln und wurde unglücklich. (Warum ich mich erst später lösen konnte, soll hier zunächst noch nicht thematisiert werden, sondern einige Absätze später.)
Auch bei anderen Paaren kann und konnte ich erkennen, dass die Kompromisse meist nur ein Part eingehen muss oder musste. Entweder ist es dem anderen Beteiligten egal oder er kennt die Wünsche, Ziele, Träume und somit auch Hoffnungen der anderen Person nicht.
Ein guter Freund von mir würde sehr gerne das Land verlassen. Die Möglichkeit bestünde durchaus, weil Verwandtschaft seiner Frau bereits in diesem Land fest etabliert ist. Regelmäßig besuchen sie den Ort der Sehnsucht meines Freundes. Aber seine Frau kann sich nicht vorstellen, diesen Schritt zu gehen. Mein Freund, nennen wir ihn Klaus, möchte mich gerne belehren und auf mich aufpassen, damit ich endlich einen guten Mann finde. Ich möchte aber keinen Mann, der Klaus gefällt, denn er hat eine Frau, die mir zu zurückhaltend ist. Ob Klaus glücklich ist, möchte ich nicht bewerten. Wahrscheinlich hat er eine tolle Frau für sich gefunden. Sie haben ein tolles gemeinsames Kind, meist ein Auto, das ihren Bedürfnissen gerecht wird, und sind auf der Suche nach einem tollen Zuhause, wenn nicht schon gefunden, in Deutschland. Auch wenn die Zukunft nicht vollständig geplant ist, gehe ich vorerst nicht davon aus, dass sich Klaus in dieser Konstellation seinen Lebenstraum erfüllen kann.
Ich, für meinen Teil, hatte einen ungünstigen Männergeschmack. Am Anfang war ich glücklich. Dies hielt aber nie lange vor. Leider habe ich Katastrophen erlebt, wie andere Leute sie aus dem Fernsehen kennen. Aber ich bin inzwischen auch darüber glücklich. Nur durch das, was ich gewagt und erlebt habe, kann ich heute mein Leben genießen – auch dann, wenn es nicht so gut läuft. Der Grund? Es sind mein Leben, mein Risiko und meine Gewissheit, dass ich es versucht habe.
Einmal war ich überheblich. Ich hatte mich von meiner besten Freundin gelöst. Wir haben uns durch die “Männer“ kennengelernt. Sie hat den Bruder meines Ex-Freundes als Lehrobjekt gehabt. Somit ist sie auch ohne Hochzeit im Herzen meine Schwägerin. Ich hatte eine unschöne Trennung hinter mir, für die ich sehr lange gebraucht hatte. Irgendwann hielt ich das nicht mehr aus, dass sie den Bruder meines Ex-Freundes immer noch so viel Leid über sie bringen ließ.
Dachte ich doch, ich wäre jetzt glücklich, weil ich einen neuen Freund hatte und sie würde mich ausnutzen. Dies war allerdings nicht der Fall. Was war passiert?
Nun, einige Umstände hatten dazu geführt. Immer gibt es Leute, die reden und denen man besser kein Gehör schenken sollte. Hinzu kam, dass ich überheblich gewesen bin und ihr nicht ihre Zeit gelassen hatte. Heute haben wir derart viel aufgearbeitet und sind sogar für diese Erfahrung dankbar.
Jetzt kommen wir zu dem Warum. Warum trennen wir uns nicht einfach, wenn wir nicht glücklich sind? Warum trennt sich die beste Freundin nicht, wenn ihr Unglück doch so offensichtlich ist? Warum trennen wir uns oftmals auch dann nicht, wenn von dem Partner eine Gefahr ausgeht, seine Lügen offensichtlich sind, er das Geld verschwinden lässt, wir ihm egal sind, er uns seine Gefühlskälte spüren lässt, mit uns spielt und sich selbst offensichtlich nähersteht?
Also, dass wir alle unsere Partner verändern wollen, daran glaube ich nicht. So was kommt vor, aber ich bleibe grundsätzlich lieber bei mir selbst. Vielmehr kommt nach dem ersten Glück, das auch über Jahre hinweg anhalten kann, nach und nach die Erkenntnis, dass uns nicht alle Eigenheiten des anderen Menschen gefallen. Vielleicht sind die Kompromisse aber auch eher ein Verzicht der einen Person und ein Weitermachen des Partners. Wir nähern uns der Phase des Erwachens und versuchen dennoch oft zu verdrängen, weil wir die schönen Gefühle vom Anfang wieder fühlen wollen.
Erst dann, und nur, wenn wir ehrlich zu uns sind und hart an uns arbeiten, kommen wir langsam der Entscheidung näher, ob wir so leben möchten oder uns lieber wieder unseren Wünschen, Träumen, Hoffnungen und Zielen widmen wollen.
Bis dahin haben wir in den meisten Fällen endlos viel geredet - mit dem Partner, der Freundin und meist auch vielen anderen Menschen. Ab wann das Reden eingestellt werden sollte, bemerken wir dann an unseren Kraftreserven. Das Wichtigste aber ist, dass wir rechtzeitig aufhören und uns mit uns selbst beschäftigen. Unser Körper weist uns darauf hin. Nicht selten brechen Menschen unter ihren Problemen zusammen, haben Schlaf- und/oder Verdauungsstörungen und vieles mehr.
Heute weiß ich wieder, wie toll es ist, wenn wir unsere Träume leben, Ziele formulieren, Hoffnungen haben und auf etwas hinarbeiten. Deswegen bin ich dankbar für jede gescheiterte Beziehung, denn ich durfte daraus lernen. Der Partner sollte immer ein Begleiter sein. Aber ich würde nicht mehr so viel in eine Beziehung hineinprojizieren und immer bei meinen Gefühlen bleiben. Dann hat auch mein Partner eine realistische Chance, zu mir zu passen und wir müssen nicht so furchtbar viel reden – außer wir wollen es.
Das Gespräch mit Ex-Partnern ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Es gibt Fälle, in denen ein freundschaftlicher Umgang möglich ist. Sie sind allerdings nicht die Regel, bedürfen einer ehrlichen Pflege und sind meist auch mit harter Arbeit verbunden.
Gründe, um mit Partnern aus der Vergangenheit zu sprechen, gibt es einige. Aber es gibt auch genügend Gründe, warum man nicht mehr miteinander reden sollte.
Zunächst einmal spielt das Ende der Beziehung eine wesentliche Rolle. War es eine gemeinschaftliche Entscheidung oder sogar Feststellung, dass es gemeinsam nicht mehr funktioniert, man sich vielleicht auch nicht mehr gut tut?
Ist eine der beiden Parteien von dem Ende überrollt worden, so fällt es in der Regel zunächst einmal schwer, ein freundschaftliches Ende zu finden. Und selbst wenn es klappt, wird der freundschaftliche Charakter erst dann wirklich deutlich, wenn einer oder beide neue Partner haben. Hierbei geht es weniger darum, wie die neuen Partner mit den Ex-Partnern zurechtkommen. Vielmehr ist dann die Gefühlslage interessant, die sich bei beiden Ex-Partnern auftut.
Aber selbst dann, wenn das Verhältnis zueinander erst einmal etwas oder sehr leidet, ist es auch nach Jahren möglich, dass sich ein angenehmes Verhältnis entwickelt.
Sinnvoll empfinde ich persönlich ein freundschaftliches Verhältnis zu Ex-Partnern meist dann, wenn Kinder aus der Beziehung hervorgegangen sind. Alles andere könnte das Leben mit einem neuen Partner nur kompliziert machen. Ich meine dann aber nicht, dass andere Ex-Partner ignoriert und gehasst werden sollen. Hier halte ich es so, dass ich dem Ganzen neutral gegenüberstehe – wenn ich den Ex-Partner nicht unerträglich finde.
Bei unschönen Trennungen ist es schwierig, ein neutrales oder sogar freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Wenn miteinander geredet werden will/soll/muss, kommt aufgrund der Emotionen in den wenigsten Fällen etwas Sinnvolles dabei heraus.
Handelt es sich um eine Trennung zwischen zwei Erwachsenen, die frei von beteiligten Kinderseelen ist, kann man im Stillen hassen oder Gleichgültigkeit empfinden. Sind dann aber Kinder im Spiel, benötigen die Erwachsenen sehr viel Selbstbeherrschung und sollten sich auf einen konstruktiven Gesprächsrahmen einigen.
