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Ein Traum auf Rädern – 3600 km in 42 Tage im Sattel 34,5 Tausend Hm 47 Tage gemeinsam Grenzen überwunden – geografische und persönliche mit ganz viel Herz. Ein Reisetagebuch für alle Radfahrer, Abenteurer Tagträumer und alle die schon einmal über den Gegenwind geflucht haben, bei Sonnenauf-und Sonnenuntergängen ins schwärmen geraten und gerne Grenzen überschreiten. Auf 180 Seiten mit 491 Farbfotos wird hier eine besondere Radtour ausführlich beschrieben. Tägliche Karten mit Kilometerangaben, Höhenmetern und Fahrtzeiten. Es wird von den freundlichen und hilfsbereiten Menschen im Balkan berichtet, von Begegnungen mit anderen Radreisenden, Frontex Mitarbeiter und den Begegnungen mit den aggressiven Hunden. Tollen Landschaften des Balkans, der Brücke von Mostar, der Bucht von Kotor, Montenegros unbeschreiblicher Bergwelt mit dem traumhaften Skutari-Sees, Ohridsee, Albaniens Bergwelt, Plitvicer Seen, Dubrovnik, Meteora Klöstern. Athen mit der Akropolis und den Stränden der Peleponnes. Auf dem Weg zum Balkan kamen wir durch Nürnberg, Regensburg, Passau, Maribor und Hallstatt.
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Seitenzahl: 108
Veröffentlichungsjahr: 2026
Wir radeln unseren Traum
Vom Hunsrück nach Athen
42 Tage – 9 Länder – 1000 Erlebnisse
Radreise
Patricia und Engelbert Kaiser
Wir radeln unseren Traum
Engelbert Kaiser
Impressum
Copyright: Engelbert KaiserJahr: 2025
ISBN: 9789403853642
Lektorat/ Korrektorat: EigenkorrekturIllustrationen: Engelbert KaiserCovergestaltung: BookmundoWeitere Mitwirkende: Patricia Kaiser
Verlagsportal: Bookmundo / Mybestseller B.V.Gedruckt in Deutschland
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie (falls zwei Pflichtexemplare an die DNB geschickt werden!).
Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verfassers unzulässig
Wer eine 42-tägige Radtour durch neun Länder plant, braucht vor allem eins: Geduld. Und Nerven. Und eine gewisse Leidenschaft fürs Recherchieren, Umplanen und sich in Bahnportalen verlieren.
Alles begann mit einem Traum: Mit dem E-Bike nach Istanbul – die sagenumwobene Stadt zwischen Orient und Okzident, Ziel zahlloser Reisender, Radfahrer und Tagträumer. Doch spätestens nach dem dritten Kaffee und dem fünften Artikel zum Thema „Akkus im Flugzeug“ wurde klar: Ein E-Bike ist kein Reiserucksack. Die Mitnahme von Akkus im Flugzeug? Verboten. Bahnverbindung von Istanbul zurück nach Deutschland? Gibt es nicht wirklich. Jedenfalls nicht mit vertretbarem Aufwand. Und nicht mit Rad.
Also rückten wir Griechenland ins Zentrum der Planungen. Und das war gut so! Denn was für ein Ziel: Meteora, Athen, der Peloponnes – Namen wie Donnerhall und Sonne satt. Der Weg dorthin? Knapp 3.000 Kilometer, anfangs nur grob abgesteckt. Doch mit der Zeit formte sich aus dem Traum eine Route. Sehenswürdigkeiten rückten ins Blickfeld, Abstecher wurden eingeplant – Passau, Graz, die Plitvicer Seen, Mostar, Ohrid, und natürlich Meteora.
Planung mit Tücken
Ein Highlight sollte auch die Rückfahrt sein – und die wurde zur kleinen logistischen Herausforderung. Dass Fähren keine Fahrradprobleme kennen, wussten wir: Menschen, Fahrräder, alles kein Thema. Die Fährpläne von Patras nach Venedig? Leider erst im März verfügbar, für eine Tour, die im Frühling startet. Also hieß es: Geduld und Nachfragen.
Die eigentliche Nervensache aber: die Bahnreservierung von Venedig nach München. Nur vier Fahrradstellplätze pro Zug – und das bei Zügen, die nur einmal täglich fahren. Ich habe gefühlt jede Verbindung geprüft, telefoniert, nachgehakt. Mal war alles ausgebucht, mal klappte es – schließlich sicherten wir uns einen Platz am Sonntag um 11 Uhr, mit Ankunft um 19 Uhr in München. Eine Nacht dort, dann am Montagmorgen um 8:30 Uhr weiter nach Wittlich, wo unser Auto wartete. Und wir – mit etwas Glück – noch genug Kraft hatten, die Räder ins Auto zu wuchten.
42 Tage auf dem Sattel
Die 42 Tage dieser Reise beziehen sich auf die reinen Radeltage – kein Sonntagsspaziergang, sondern täglich auf dem Sattel, bei Sonne, Wind, manchmal auch Regen. Am 42. Abend: das große Finale – Fähre ab Patras um 23:00 Uhr, vorbei an den Ionischen Inseln, entlang der italienischen Küste. 35 Stunden später: Ankunft in Venedig. Dort begann die Rückkehr in den Alltag. Fast.
Was in den folgenden Kapiteln kommt, ist kein klassischer Reiseführer, sondern ein persönliches Reisetagebuch – für Radfreunde, Abenteurer, Tagträumer und alle, die schon mal bei Gegenwind geflucht haben oder beim Sonnenuntergang am Straßenrand ins Schwärmen geraten sind. Mit Anekdoten, Hundebegegnungen, Cappuccino-Pausen, Höhenmetern, Grenzübertritten und ganz viel Herz.
Wer mit einem E-Bike auf große Reise geht, erlebt vieles – aber garantiert keine einfache Packliste. Bei uns war von Anfang an klar: Das ist keine gemütliche Sonntagstour mit Akkuunterstützung, sondern eine Expedition auf zwei Rädern. Und die beginnt nicht mit dem ersten Tritt in die Pedale – sondern mit Monaten der Vorbereitung.
Denn: Ein E-Bike ist eben kein normales Fahrrad. Es ist ein kleines elektrisches Wunderwerk mit eigenem Kopf, eigenem Ladebedarf und – wie wir schnell feststellen mussten – eigenem Reiserecht.
Reichweite ist nicht alles – das richtige Rad für 3.000 Kilometer und 35.000 Höhenmeter
Unsere E-Bikes mussten mehr können als nur „unterstützen“. Sie mussten zuverlässig sein, robust, geländetauglich, und vor allem: tourentauglich mit Gepäck. Schließlich hatten wir für 42 Radeltage alles dabei: Kleidung für Sonne und Regen, Werkzeug, Ersatzteile, Ladegeräte, Kabel, Adapter – und natürlich die berühmte Tüte Gummibärchen für Notfälle.
Zuverlässigkeit wurde zur Maxime. Kein Schnickschnack, sondern bewährte Technik. Gute Reifen. Starke Bremsen. Eine belastbare Akku-Reichweite – auch bergauf. Und das Wissen, wie man im Notfall alles selbst reparieren kann. Denn auf albanischen Nebenstraßen oder griechischen Ziegenpfaden hilft kein Fahrradladen an der Ecke.
Akkus laden, wo andere schlafen
Eine der wichtigsten Fragen unterwegs lautete jeden Tag: Wo laden wir heute? Man wird kreativ: In Hotels, auf Campingplätzen, beim Kaffee im Straßencafé, an Supermarktsteckdosen, in Fluren, Abstellräumen und manchmal einfach mit freundlicher Nachfrage. Wer mit einem E-Bike reist, lernt den Stromverbrauch neu zu schätzen – und plant Pausen oft nach Ladezyklen statt nach Hunger.
Versicherung, Ersatzteile & andere Sorgen
Ein E-Bike ist nicht nur schwerer, sondern auch teurer. Unser Modell hatte einen Wert von über 4.000 Euro – also sorgten wir vor: Versicherungsschutz, Rahmenschloss mit GPS-Tracker, zusätzliche Sicherungen für die Nacht. Ersatzschlauch, Kette, Kettenschloss, Multi-Tool – alles an Bord. Denn wer in neun Ländern unterwegs ist, kann nicht auf jedes Ersatzteil hoffen.
Und trotzdem bleibt: Ein Restrisiko, das zur Reise dazugehört. Aber auch die Zuversicht: Mit ein bisschen Planung, Technikverständnis und Improvisationstalent lässt sich (fast) alles unterwegs lösen. Und zur Not hilft ein netter Hirte mit Deutschkenntnissen und 75 Jahren Lebenserfahrung – aber das ist eine andere Geschichte...
Was wir dabei hatten
Hier eine kleine Auswahl aus unserem mobilen Fahrradkeller:
•Bremsbeläge – mehrfach vorhanden für alle vier Bremsen
•Spezialwerkzeug zum Wechseln von Belägen und Einstellen der Bremsen
•Zange – für alles, was nicht freiwillig hält oder zu viel Spiel hat
•Kabelbinder – die Retter in jeder Notlage, vom Lampenhalter bis zur Gepäckträgerreparatur
•Panzerband – hält, was sonst nirgends hält (auch mal die Stimmung)
•Ersatzschläuche – Platten sind selten, aber nie ganz ausgeschlossen
•Luftpumpe mit Manometer – weil Druck nicht nur im Leben wichtig ist
•Multitool mit Kettennieter und Inbusschlüsseln – unverzichtbar für die tägliche Schrauberei
•Ersatzkette und Kettenschloss – weil die originale nach 2.000 Kilometern oft schon singt
Flickzeug, Lappen, Öl, Kettenreiniger – die Klassiker jeder Radreise
•Ladegeräte & Adapter – Strom ist unterwegs Gold wert
•GPS-Tracker & Schloss – für das gute Gefühl nachts
Kurzum: Unsere Räder waren nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern rollende Werkstätten.
Um Punkt 10 Uhr war es soweit: Nach langer Planung, Packlisten, Akku-Checks und dem ständigen „haben wir wirklich alles?“ starteten wir endlich zu unserer großen Tour.
Bei bestem Wetter ☀️ rollten wir über meist bekannte Wege hinaus in die Freiheit – heute sollte es bis nach Mainz gehen. Kaum hatten wir das Dorf verlassen, stand plötzlich der Bürgermeister am Straßenrand. Mit einem breiten Grinsen meinte er:
„Eigentlich wollte ich euch noch anrufen, um viel Glück zu wünschen – dann eben so. Gute Fahrt!“
Ein besserer Start war kaum denkbar. Natürlich hielten wir am Ortsausgangsschild: Foto von uns, den Rädern und dem Schild – der offizielle Beweis, dass es jetzt ernst wird 📸.
Kaum klickte die Kamera, rauschten zwei Radfahrer an uns vorbei. Wir erkannten sie nicht sofort – erst am Abend meldeten sie sich über unseren Blog: „Dann waren wir ja die Letzten, die euch gesehen haben!“ Ganz so stimmte das nicht, denn schon im nächsten Dorf begegnete uns ein bekanntes Paar. Auch sie riefen uns lachend zu: „Viel Glück auf eurem Abenteuer!“ – und für einen Moment fühlte sich das Ganze eher nach Abschiedsfest an als nach einer Radtour.
Wenig Betrieb herrschte dann über den schönen Hunsrück 🌲🌳. Ruhe, Waldluft, freie Straßen – perfektes Radlerglück. Doch plötzlich rauschte ein Rennradfahrer an uns vorbei. Zehn Kilometer später, an einer Weggabelung, waren wir wieder vor ihm. Er staunte nicht schlecht:
„Wie seid ihr denn hierhergekommen?“
– „Quer durch den Wald.“
– „Aha… und wo soll’s hingehen?“
– „Bis nach Athen.“
– „Bis nach Athen?? Wie viel Zeit habt ihr denn?“
– „Sechs Wochen.“
– „Na dann, alles Gute!“ – und schon war er wieder im Sprint verschwunden.
Am Rhein änderte sich die Szenerie komplett: Aus der stillen Hunsrückidylle wurde quirliges Rheinpanorama 🏞️, mit Ausflugsdampfern, Spaziergängern und einer Menge Trubel. Am Abend rollten wir schließlich in Mainz ein – müde, glücklich und voller Eindrücke vom allerersten Tag. 🚴♀️🚴🏼♂️
Hitze, Eis und Balkanweisheiten
88 Kilometer, strahlende Sonne und drückende Hitze – heute ging’s raus aus Mainz, hinein in den Odenwald. Ziel: Michelstadt bzw. Erbach. Eine Etappe, die es in sich hatte – aber nicht nur wegen der Temperatur.
Zum Glück spendeten viele schattige Waldstücke unterwegs willkommene Abkühlung. Zwischendurch tragen wir unsere Westen zum Schutz gegen die Sonne. Dazwischen: weite Felder mit Spargel, Salat, Kohl und anderem Gemüse. Der Duft von Erde und Landwirtschaft, die Farben des Sommers. Ein schöner Kontrast zur Stadt.
schöner Kontrast zur Stadt.
Doch das absolute Tageshighlight kam schon kurz nach dem Start: In Ober-Ramstadt fuhren wir direkt an einer Eisdiele vorbei – bei dieser Hitze natürlich keine Frage: anhalten, absteigen, Eisbecher. Während wir unter dem Sonnenschirm löffelten, kamen zwei Männer auf uns zu. Ihre Blicke fielen auf unsere bepackten Räder. Einer fragte:
Wo geht’s denn hin – mit dem ganzen Gepäck?“„Nach Athen – über den Balkan.“
Er lachte, sah auf unsere Räder, dann auf uns – und sagte:
„Ich bin in jungen Jahren auch schon nach Griechenland geradelt. Als ich noch Kraft hatte – da gab’s noch keine E-Bikes. Da habt ihr euch die richtige Reise ausgesucht. Der schöne Balkan!“
Diese Sätze blieben hängen. Sie klangen nach Erfahrung, Wehmut und Anerkennung – und begleiteten uns wie ein stilles Mantra durch viele Ländergrenzen. In Momenten der Anstrengung, beim Blick aufs Meer oder in einer Berghütte dachten wir oft an die Szene in der Eisdiele. Vielleicht war das der erste echte Beweis dafür, dass wir unterwegs waren – und zwar auf einer sehr guten Reise
Zwischen Regen, Raps und Erinnerung
Der dritte Tag begann, wie so viele dieser Reise: mit einem Anstieg. Wir rollten morgens in Erbach los – und sofort ging’s ordentlich bergauf, hinein in den Odenwald. Die Wälder lagen still unter einem grauen Himmel, der bald begann, leichten Nieselregen zu vergießen. Nicht unangenehm – eher wie ein feuchter Begleiter, der einem ins Ohr flüstert: „Du bist unterwegs, und das ist gut so.“
Oben angekommen entdeckten wir eine echte E-Bike-Oase: Eine schicke Ladestation mit Sitzgelegenheit, sogar eine kleine öffentliche Bibliothek – und keine 50 Meter weiter eine liebevoll gestaltete Getränkestation, wie eine Mini-Tankstelle für durstige Radler. Es sind diese kleinen Dinge am Wegesrand, die die Tour besonders machen – weil sie zeigen, dass Radreisende hier willkommen sind.
Der Nieselregen blieb bis zum Mittag, aber wir ließen uns nicht die Laune verderben. Die Route führte über wunderschöne Waldwege, vorbei an sattgrünen Wiesen und leuchtend gelben Rapsfeldern – fast schon wie gemalt.
Bad Mergentheim – schöne Stadt, schwere Stimmung
In Bad Mergentheim schob sich die Sonne durch die Wolken und tauchte die hübsche Stadt in warmes Licht. Eigentlich ein Höhepunkt des Tages – aber unsere Stimmung war gedrückt. Wir wollten hier Manuel besuchen, einen Freund, der an MS erkrankt ist und dort im betreuten Wohnen lebt. Leider ging es ihm an diesem Tag nicht gut, und ein Treffen war nicht möglich.
Das war schade. Wir hatten uns gefreut, hatten ein wenig Hoffnung mitgeradelt. Stattdessen saßen wir eine Weile still am Rand der Altstadt, jeder in Gedanken versunken. Vielleicht ist es auch das, was Reisen ausmacht: Nicht nur Landschaften sehen, sondern Verbindungen spüren – auch wenn sie nicht zustande kommen.
Nebenbei stellten wir fest, dass wir schon einmal in Bad Mergentheim übernachtet hatten – damals auf dem Tauber-Radweg. Und doch: kein Wiedererkennungseffekt. Manchmal sieht man einen Ort neu – mit anderen Augen, anderem Fokus, oder einfach unter anderen Umständen.
Der Tauber entlang nach Creglingen
Der Nachmittag gehörte dann ganz der Tauber. Der Fluss führte uns über sanfte Wege weiter Richtung Creglingen – ein bezauberndes Städtchen am Rand des Taubertals. Rechts und links: Weinberge, kleine Weiler, Fachwerkhöfe. Und wieder Raps, als hätte jemand die Landschaft mit einem gelben Pinsel überzogen.
Eine Etappe voller Kontraste: Auf und Ab, Regen und Sonne, Freude und Nachdenklichkeit. Aber alles gehört dazu – und genau das macht eine Reise zur Reise.
Stadtpark Bad Mergentheim, Fotogruß an Manuel
Frankenflair, Rückenwind und ein langer Ritt
Heute hieß es: Kilometer machen. Fast 100 an der Zahl – eine der längeren Etappen dieser Tour. Früh ging’s los in Creglingen, das Fachwerk noch im d
Wir verlassen Creglingen🚴🏽♀️🚴🏽
