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Angebot und Nachfrage, Rezession und Inflation sind Begriffe, die täglich und nicht nur im Wirtschaftsteil der Tageszeitung auftauchen. Aber was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Und was versteht man unter Makro- und Mikroökonomie? Welche Faktoren führen zu einer Inflation, warum gibt es Rezessionen und, last but not least, warum lieben Ökonomen freie Märkte und Konkurrenz? Sean Masaki Flynn gibt die Antworten auf diese Fragen und bringt Ihnen damit die Grundzüge der Wirtschaft näher.
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Seitenzahl: 726
Veröffentlichungsjahr: 2022
Wirtschaft für Dummies
Die Ökonomik untersucht, wie Menschen Ressourcen auf alternative Verwendungszwecke verteilen. Der Grund, warum Menschen eine Wahl treffen müssen, ist die Knappheit, die Tatsache, dass wir nicht genügend Ressourcen haben, um alle unsere Bedürfnisse zu befriedigen.
Die Mikroökonomik untersucht – auf Marktwirtschaften bezogen – das maximierende Verhalten einzelner Personen und Unternehmen. Ökonomen nehmen an, dass Menschen versuchen, ihren Nutzen oder ihr Glück zu maximieren, während Unternehmen handeln, um ihre Gewinne zu maximieren.
Die Makroökonomik untersucht nationale Wirtschaften insgesamt. Sie konzentriert sich auf das wirtschaftliche Wachstum sowie auf die Frage, wie Rezessionen verhindert und abgeschwächt werden können.
Eine Branche besteht aus allen Unternehmen, die ähnliche oder identische Produkte herstellen. Die Marktstruktur einer Branche hängt von der Anzahl der Unternehmen in der Branche und der Art ihres Wettbewerbs ab. Die Interaktion von Unternehmen kann in folgende grundlegende Marktformen eingeteilt werden:
Vollkommener Wettbewerb liegt in einer Branche vor, wenn zahlreiche kleine Unternehmen miteinander konkurrieren. Unternehmen in einer wettbewerbsstarken Branche produzieren die sozial optimale Produktionsmenge zum möglichen Minimum der Kosten pro Einheit.Ein Monopol liegt vor, wenn ein Unternehmen in seiner Branche keine Wettbewerber hat. Es reduziert den Output, um seine Preise und Gewinne zu steigern. Dadurch produziert es weniger als die sozial optimale Produktionsmenge, und es produziert – mit Ausnahme sogenannter natürlicher Monopole (mit günstigeren Kostenstrukturen) – zu höheren Kosten als konkurrierende Unternehmen.Ein Oligopol liegt vor, wenn es in einer Branche nur wenige Unternehmen gibt. Falls sie sich absprechen, reduzieren sie den Output und treiben die Gewinne wie im Monopol hoch. Doch wegen der starken Anreize, Absprachen zu hintergehen, konkurrieren oligopolistische Unternehmen letztlich häufig doch miteinander.Monopolistischer Wettbewerb liegt vor, wenn viele Unternehmen mit etwas unterschiedlichen Produkten konkurrieren. So bieten etwa Restaurants verschiedenartige Speisen an verschiedenen Standorten an. Die Produktionskosten liegen höher als bei einer vollkommenen Konkurrenz, aber die Gesellschaft profitiert tendenziell von der Produktdifferenzierung.Käufer und Verkäufer interagieren auf Märkten. Der Marktgleichgewichtspreis P* und die Gleichgewichtsmenge Q* werden durch den Punkt bestimmt, an dem sich die Nachfragekurve D (Nachfrage) des Käufers und die Angebotskurve S (Angebot) des Verkäufers schneiden. An diesem Punkt ist die Nachfragemenge der Käufer gleich der Angebotsmenge der Verkäufer.
Wenn keine externen Effekte (Kosten oder Nutzen, die auf Marktteilnehmer fallen, die an einer Aktivität nicht direkt beteiligt sind) wirken, ist die Marktgleichgewichtsmenge Q* zugleich auch die sozial optimale Produktionsmenge. Für jede Einheit von 0 bis zu Q* liegt die Nachfragekurve über der Angebotskurve, was bedeutet, dass Konsumenten bereit sind, mehr für diese Einheiten zu bezahlen, als es kostet, diese zu produzieren. Es bringt Vorteile, diese Einheiten zu produzieren und dann zu konsumieren.
Es müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, bevor ein vollkommener Wettbewerb und freie Märkte unbehindert funktionieren und die sozial optimale Produktionsmenge erzeugen können. Zu den häufigeren Problemen zählen:
Externe Effekte, die durch unvollständige oder nicht vorhandene Eigentumsrechte verursacht werden: Ohne volle und umfassende Eigentumsrechte können Märkte nicht alle wirtschaftlichen Kosten berücksichtigen.Asymmetrische Information: Wenn ein Käufer oder Verkäufer über private Informationen verfügt, die ihm bei Verhandlungen einen Vorteil verschaffen, ist die Gegenpartei möglicherweise misstrauisch, ob sie sich auf einen für beide akzeptablen Preis einigen können. Der Markt bricht eventuell zusammen, sodass gar kein Handel zustande kommt.Öffentliche Güter: Einige Güter müssen vom Staat oder von Philanthropen zur Verfügung gestellt werden. Private Unternehmen können durch die Produktion dieser Güter kein Geld verdienen, weil es nicht möglich ist, diejenigen von der Nutzung dieser Produkte auszuschließen, die nicht bereit sind, dafür zu zahlen.Monopolmacht: Ein Monopol liegt vor, wenn ein Unternehmen die Preise anheben und den Output einschränken kann, um seinen Gewinn zu steigern. Sowohl Monopole (Unternehmen, die die einzigen Anbieter in ihren Branchen sind) als auch Kartelle (Branchen mit wenigen Unternehmen, die Absprachen treffen) können über Monopolmacht verfügen. Monopole und Kartelle produzieren üblicherweise weniger als den sozial optimalen Output und – mit Ausnahme der natürlichen Monopole – zu höheren Kosten als Wettbewerbsunternehmen.Die Makroökonomik untersucht ganze Volkswirtschaften und konzentriert sich auf das wirtschaftliche Wachstum und die Verhinderung oder Abschwächung von Rezessionen. Mit ihrer Finanz- und Geldpolitik wollen Regierungen Rezessionen bekämpfen und das wirtschaftliche Wachstum anregen.
Ökonomen verwenden unter anderem das Bruttoinlandsprodukt (BIP), um das Wohlergehen einer Wirtschaft zu messen. Das BIP misst auf der Endverarbeitungsebene den Wert aller Güter und Dienste, die innerhalb einer gegebenen Zeitspanne (normalerweise ein Quartal oder Jahr) in einer Wirtschaft produziert worden sind.
Bezogen auf das BIP gibt es eine Rezession dann, wenn das BIP fällt. Ein Aufschwung hingegen findet statt, wenn das BIP steigt. Mitunter beziehen sich die Definitionen von Rezession und Aufschwung auch auf die Veränderung der Wachstumsraten zum Beispiel des BIP.
Die Arbeitslosenquote misst den Anteil der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte, die keine Arbeitsplätze finden können (beziehungsweise arbeitslos gemeldet sind), an der Gesamtzahl aller (abhängig) Erwerbstätigen zuzüglich der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote steigt während einer Rezession und nimmt während eines Aufschwungs ab.
Rezessionen können wirtschaftspolitisch – neben ordnungspolitischen Maßnahmen – vor allem mit zwei Maßnahmenbündeln bekämpft werden:
Mit einer expansiven Geldpolitik kann die Geldmenge ausgeweitet werden, um die Zinssätze zu senken. Niedrigere Zinssätze verbilligen die Kredite für Autos, Eigenheime und Investitionsgüter, was bedeutet, dass die kreditfinanzierten Konsumausgaben von Haushalten und die Investitionsausgaben von Unternehmen tendenziell steigen.Mit einer expansiven Fiskalpolitik können die staatlichen Ausgaben für Güter und Dienste gesteigert und/oder die Steuern gesenkt werden, um die Wirtschaft anzuregen. Die staatlichen Ausgaben steigern die wirtschaftliche Aktivität direkt, während Steuersenkungen die Ausgaben der privaten Haushalte erhöhen sollen, indem sie den Haushalten ein größeres verfügbares Einkommen überlassen.Wirtschaft für Dummies
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
4. Auflage 2022
©2022 Wiley-VCH GmbH, Boschstraße 12, 69469 Weinheim, Germany
Original English language edition Ecomomics for Dummies © 2018 by Wiley Publishing, Inc. All rights reserved including the right of reproduction in whole or in part in any form. This translation published by arrangement with John Wiley and Sons, Inc.
Copyright der englischsprachigen Originalausgabe Ecomomics for Dummies © 2018 by Wiley Publishing, Inc. Alle Rechte vorbehalten inklusive des Rechtes auf Reproduktion im Ganzen oder in Teilen und in jeglicher Form. Diese Übersetzung wird mit Genehmigung von John Wiley and Sons, Inc. publiziert.
Wiley, the Wiley logo, Für Dummies, the Dummies Man logo, and related trademarks and trade dress are trademarks or registered trademarks of John Wiley & Sons, Inc. and/or its affiliates, in the United States and other countries. Used by permission.
Wiley, die Bezeichnung »Für Dummies«, das Dummies-Mann-Logo und darauf bezogene Gestaltungen sind Marken oder eingetragene Marken von John Wiley & Sons, Inc., USA, Deutschland und in anderen Ländern.
Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.
Print ISBN: 978-3-527-71945-7ePub ISBN: 978-3-527-83752-6
Coverfoto: © Hurca!/stock.adobe.comKorrektur: Petra Heubach-Erdmann
Sean Flynn ist Assistenzprofessor für Ökonomik am Scripps College in Claremont, Kalifornien und regelmäßiger Kommentator im Rundfunk und im Fernsehen. Er erwarb seinen BA an der University of Southern California und seinen Ph. D. in Ökonomik an der University of California, Berkeley, wo er seine Dissertation bei dem Nobelpreisträger George Akerlof fertigstellte. Sean Flynn zählt zu den führenden Wirtschaftslehrern Amerikas. Mit Campbell McConnell und Stanley Brue ist er Mitautor eines Lehrbuchbestsellers für Wirtschaft: Economics: Principles, Problems, and Policies (McGraw-Hill).
Sean Flynns Forschung konzentriert sich auf das oft rätselhafte und scheinbar irrationale Verhalten von Kapitalanlegern an der Börse; er hat aber auch diverse andere Themen untersucht – beispielsweise die Faktoren, die das Trinkgeldgeben in Restaurants beeinflussen, oder die Frage, warum sich ein Großteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer auf bestimmte Branchen konzentriert. Außerdem zählt er zu den führenden Experten für geschlossene Investmentfonds. Seine große Leidenschaft ist der japanische Kampfsport Aikido, den er seit mehr als einem Jahrzehnt Hunderten von Schülern beigebracht hat. Auf diesem Gebiet hat er nationale Meisterschaften gewonnen und fünf seiner Schüler zum Gewinn US-nationaler Aikido-Meisterschaften geführt.
Dr. Bernd Nolte studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Hohenheim, Houston/Texas und Toulouse. Heute ist er Partner und Geschäftsführer der 4P Consulting. Er wurde mehrfach ausgezeichnet (unter anderem mit dem Jahreswissenschaftspreis des Verbandes der Metallindustrie und mit dem TOP 100-Preis) und lehrt »Economics« sowie »Competition Strategies and Marketing« an der Steinbeis University Berlin, an der Hochschule St. Gallen und an der SAP University.
PD Dr. Jürgen Faik hat Volkswirtschaftslehre und Soziologie studiert und lehrt aktuell als Privatdozent für Gerontologie an der Universität Vechta. Außerdem war er Lehrbeauftragter für Volkswirtschaftslehre und Statistik an der Universität Lüneburg, der Hochschule Darmstadt und der Fachhochschule Frankfurt am Main.
Cover
Titelblatt
Impressum
Über den Autor
Einführung
Über dieses Buch
Konventionen in diesem Buch
Was Sie nicht lesen müssen
Törichte Annahmen über den Leser
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden
Wie es weitergeht
Teil I: VWL – die Wissenschaft vom Umgang mit der Knappheit
Kapitel 1: Was untersucht die Wirtschaftswissenschaft?
Ein kurzer Blick auf die Wirtschaftsgeschichte
Die Wirtschaftswissenschaft als Wissenschaft von der Knappheit begründen
Makroökonomik und Mikroökonomik trennen
Verstehen, wie Wirtschaftswissenschaftler Modelle und Grafiken verwenden
Kapitel 2: Kekse oder Eis? Konsumentenentscheidungen nachvollziehen
Das menschliche Verhalten mit einem Entscheidungsmodell darstellen
Persönliches Glück als Ziel
Man kann nicht alles haben: Beschränkungen
Die endgültige Entscheidung treffen
Die Beschränkungen und Mängel des ökonomischen Entscheidungsmodells
Kapitel 3: Die richtigen Güter auf die beste Weise produzieren, um das menschliche Glück zu maximieren
An die Grenzen stoßen: Feststellen, was produziert werden kann
Was produziert werden sollte
Technik und Innovationen anregen
Teil II: Mikroökonomik – die Wissenschaft vom Verhalten der Konsumenten und Unternehmen
Kapitel 4: Angebot und Nachfrage leicht gemacht
Die Nachfrage verstehen
Das Angebot verstehen
Wie Angebot und Nachfrage zusammenspielen
Preiskontrollen: Hindernisse für die Bildung des Marktgleichgewichts schaffen
Kapitel 5: Homo oeconomicus: Der Konsument, der Nutzen maximiert
Der Name des Spiels: Beschränkte Optimierung
Einen gemeinsamen Nenner als Maß des Glücks finden: Nutzen
Mehr bringt weniger: Abnehmender Grenznutzen
Bei einem begrenzten Budget zwischen vielen Optionen wählen
Nachfragekurven aus dem abnehmenden Grenznutzen ableiten
Kapitel 6: Der Kern des Kapitalismus: Das gewinnmaximierende Unternehmen
Gewinnmaximierung: Das Ziel eines Unternehmens
Im Angesicht des Wettbewerbs
Die Kostenstruktur eines Unternehmens analysieren
Grenzerlöse und Grenzkosten vergleichen
Das Geschäft aufgeben: Wenn nichts zu produzieren die beste Lösung ist
Kapitel 7: Warum Ökonomen freie Märkte und Wettbewerb lieben
Freie Wettbewerbsmärkte: Gewährleisten, dass der Nutzen die Kosten übersteigt
Wenn freie Märkte ihre Freiheit verlieren: Mit Wohlfahrtsverlusten umgehen
Kennzeichen des vollkommenen Wettbewerbs: Keine Extragewinne und geringstmögliche Kosten
Kapitel 8: Monopole: Wie schlecht würden Sie sich verhalten, wenn Sie keinen Wettbewerb hätten?
Eine Analyse gewinnmaximierender Monopole
Monopolunternehmen mit Wettbewerbsunternehmen vergleichen
Beispiele für »gute« Monopole
Monopole regulieren
Kapitel 9: Oligopol und monopolistischer Wettbewerb: »Mittlere« Marktformen
Konkurrieren oder Absprachen treffen
Das Modell des Gefangenendilemmas
Oligopole regulieren
Eine hybride Marktform: Monopolistischer Wettbewerb
Teil III: Mikroökonomik – die Anwendung der Theorien
Kapitel 10: Eigentumsrecht
Märkten ermöglichen, sozial optimale Ergebnisse hervorzubringen
Externe Effekte: Kosten und Nutzen anderer aufgrund unserer Aktionen
Das Dilemma des Gemeineigentums
Kapitel 11: Marktversagen: Asymmetrische Information und öffentliche Güter
Das Problem asymmetrischer Informationen
Öffentliche Güter zur Verfügung stellen
Kapitel 12: Den Finger am Puls der Kosten des Gesundheitssystems
Eine Definition der Gesundheitsökonomie und der Gesundheitsfinanzen
Die Einschränkungen der Krankenversicherung erkennen
Gesundheitsfürsorge im internationalen Vergleich
Überhöhte Nachfrage: Die Problematik einer (scheinbar) kostenlosen oder verbilligten Gesundheitsfürsorge
Die Geheimnisse von Singapur untersuchen
Kapitel 13: Verhaltensökonomie: Menschen besser verstehen
Wozu ist die Verhaltensökonomie gut?
Neoklassische Wirtschaftswissenschaften und Verhaltensökonomie – ein Traumpaar?
Auf dem Prüfstand: Unser erstaunlich effizientes, aber auch fehleranfälliges Gehirn
Teil IV: Makroökonomik – die Wissenschaft vom wirtschaftlichen Wachstum und der Stabilität
Kapitel 14: Die Makroökonomik messen: Wie Wirtschaftswissenschaftler über alles Buch führen
Mit dem BIP Buch über die Wirtschaft führen
Die BIP-Gleichung
Den Einfluss des internationalen Handels auf die Wirtschaft verstehen
Kapitel 15: Inflationsfrustration: Warum mehr Geld nicht immer nützlich ist
Eine Inflation kaufen: Die Risiken von zu viel Geld
Inflation messen: Preisindizes
Der Preis der Zukunft: Nominale und reale Zinssätze
Kapitel 16: Warum es zu Rezessionen kommt
Untersuchung des Konjunkturzyklus
Nach dem Vollbeschäftigungsoutput streben
Rückkehr zu Y
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: Die natürliche Folge von Preisanpassungen
Auf wirtschaftliche Schocks reagieren: Kurzfristige und langfristige Auswirkungen
Auf dem Weg in die Rezession: Durch starre Preise gefesselt
Gleichgewicht bei starren Preisen erreichen: Das Modell von Keynes
Kapitel 17: Rezessionen mit Geld- und Fiskalpolitik bekämpfen
Die Nachfrage anregen, um Rezessionen zu beenden
Inflation erzeugen: Das Risiko einer Überstimulation
Die Fiskalpolitik verstehen
Die Geldpolitik analysieren
Kapitel 18: Die Ursprünge und Auswirkungen der Finanzkrise verstehen
Verstehen, wie sich schuldengespeiste Blasen entwickeln
Zuschauen, wie die Blase platzt
Nach der Krise: Warten auf die Erholung
Teil V: Der Top-Ten-Teil
Kapitel 19: Zehn verführerische wirtschaftliche Trugschlüsse
Der Irrglaube der Arbeitsmenge
Die Welt hat ein Überbevölkerungsproblem
Der Trugschluss, zeitliche Folgen mit Kausalbeziehungen zu verwechseln
Protektionismus ist die beste Lösung bei ausländischer Konkurrenz
Der Trugschluss der Verallgemeinerung
Was wert ist, getan zu werden, sollte 100-prozentig getan werden
Freie Märkte sind gefährlich instabil
Niedrige ausländische Löhne bedeuten, dass die reichen Länder nicht konkurrieren können
Steuersätze beeinflussen die Arbeitsanstrengung nicht
Vergessen, dass auch die Politik unbeabsichtigte Folgen haben kann
Kapitel 20: Zehn wirtschaftliche Ideen, die Ihnen lieb und teuer sein sollten
Der Gesellschaft geht es besser, wenn die Menschen ihre eigenen Interessen verfolgen
Freie Märkte erfordern Regulation
Wirtschaftliches Wachstum hängt von Innovationen ab
Freiheit und Demokratie machen uns reicher
Bildung steigert den Lebensstandard
Der Schutz des Rechts am geistigen Eigentum fördert Innovationen
Alle Umweltprobleme werden durch schwache Eigentumsrechte verursacht
Internationaler Handel ist nützlich
Öffentliche Güter durch den Staat bereitstellen
Inflation zu verhindern ist relativ einfach
Kapitel 21: Zehn Methoden, sich über wirtschaftliche Fragen zu informieren
Die Wirtschaftspresse nutzen
Blogs mit Wirtschaftsthemen
Positionspapiere von Thinktanks studieren
Die neuesten Forschungsergebnisse zur Kenntnis nehmen
Erfahren, was es heißt, ein Unternehmer zu sein
Mit allen Beteiligten reden
Das Steuersystem analysieren
Das Budget der eigenen Stadt untersuchen
Positionspapiere der Regierungen lesen
Daten abrufen
Glossar
Abbildungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis
End User License Agreement
Kapitel 1
Tabelle 1.1: Gallonen Orangensaft, die Konsumenten kaufen wollen
Tabelle 1.2: Gallonen Orangensaft, die Konsumenten kaufen wollen, nachdem sie den...
Kapitel 3
Tabelle 3.1: Abnehmende Erträge beim Apfelpflücken
Tabelle 3.2: Outputs an Äpfeln und Apfelsinen, wenn die Zuordnung der Arbeit geän...
Kapitel 5
Tabelle 5.1: Den Nutzenpreis für Pizza bestimmen
Tabelle 5.2: Den Nutzenpreis für Bier bestimmen
Tabelle 5.3: Wie ich jeden Euro meines Budgets optimal ausgebe
Tabelle 5.4: Wie ich mein Budget optimal ausgebe, wenn Pizza 2 Euro pro Stück kos...
Kapitel 6
Tabelle 6.1: Die Kostenstruktur der LemonAid Corporation
Kapitel 8
Tabelle 8.1: Preis und Grenzerlös für verschiedene Produktionsmengen der Nachfrag...
Kapitel 12
Tabelle 12.1: Drei wichtige Gesundheitsindikatoren (Quelle: World Health Statisti...
Kapitel 14
Tabelle 14.1: Produktivität von Lisa und Jannik pro Tag
Kapitel 15
Tabelle 15.1: Der Studentenpreisindex
Kapitel 16
Tabelle 16.1: Die Weltwirtschaftskrise und US-Rezessionen seit 1960 (Quelle: NBER...
Kapitel 1
Abbildung 1.1: Die Nachfrage nach Orangensaft grafisch darstellen
Kapitel 3
Abbildung 3.1: Die Transformationskurve für die Daten aus Tabelle 3.2
Abbildung 3.2: Eine technologisch ausgewogene Verschiebung der Transformationskur...
Abbildung 3.3: Eine technologisch verzerrte Verlagerung der Transformationskurve ...
Kapitel 4
Abbildung 4.1: Nachfragekurven sind abwärtsgeneigt, weil bei sinkenden Preisen me...
Abbildung 4.2: Eine Steigerung der Nachfrage verschiebt die Nachfragekurve von D ...
Abbildung 4.3: Zwei Nachfragekurven für Pekannüsse
Abbildung 4.4: Zwei extreme Fälle der Nachfrageelastizität
Abbildung 4.5: Angebotskurven sind wegen der steigenden Produktionskosten aufwärt...
Abbildung 4.6: Höhere Produktionskosten verschieben die Angebotskurve.
Abbildung 4.7: Extreme Angebotskurven
Abbildung 4.8: Marktgleichgewichtspreis und -menge stellen sich an dem Punkt ein,...
Abbildung 4.9: Überangebot
Abbildung 4.10: Übernachfrage
Abbildung 4.11: Eine Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts
Abbildung 4.12: Eine vertikale Verschiebung der Angebotskurve
Abbildung 4.13: Ein Höchstpreis
Abbildung 4.14: Ein Mindestpreis
Kapitel 5
Abbildung 5.1: Mein Gesamtnutzen, wenn ich immer mehr Pizza esse
Abbildung 5.2: Der Grenznutzen jedes Stücks Pizza
Abbildung 5.3: Meine Nachfragekurve für Pizzastücke
Abbildung 5.4: Meine Nachfragekurve für Bier verschiebt sich nach rechts, wenn de...
Kapitel 6
Abbildung 6.1: Die durchschnittlichen variablen Kosten (DVK), die durchschnittlic...
Abbildung 6.2: Die DVK-, DTK- und GK-Kurven der LemonAid Corporation
Abbildung 6.3: Die optimale Produktionsmenge q
*
des Unternehmens liegt beim S...
Abbildung 6.4: Ein Unternehmen macht Gewinn.
Abbildung 6.5: Ein Unternehmen, das Verlust erleidet
Abbildung 6.6: Ein Unternehmen erleidet einen so hohen Verlust, dass es selbst se...
Kapitel 7
Abbildung 7.1: Kosten und Nutzen mit Angebots- und Nachfragekurven vergleichen
Abbildung 7.2: Die Nachfragekurve für ein Gut, das in diskreten Einheiten verkauf...
Abbildung 7.3: Konsumentenrente für ein diskretes Gut
Abbildung 7.4: Konsumentenrente für ein teilbares Gut
Abbildung 7.5: Produzentenrente für ein teilbares Gut
Abbildung 7.6: Die Gesamtwohlfahrt ist die Summe der Konsumentenrente (vertikal g...
Abbildung 7.7: Reduzierte Gesamtwohlfahrt aufgrund eines Höchstpreises
Abbildung 7.8: Eine Steuer von 1 Euro pro Pfund Rindfleisch verschiebt die Angebo...
Abbildung 7.9: Der Wohlfahrtsverlust, den eine Steuer auf Rindfleisch von 1 Euro ...
Abbildung 7.10: Die Nachfrage- und Angebotskurven der Branche (links) bestimmen e...
Abbildung 7.11: Marktzugänge steigern das Angebot der Branche, drücken den Preis ...
Abbildung 7.12: Letztlich drücken Marktzugänge die Preise so weit, dass die Gewin...
Abbildung 7.13: Niedrige Marktpreise führen zu Verlusten und Marktaustritten von ...
Kapitel 8
Abbildung 8.1: Die GE-Kurve eines Monopolisten verläuft bei einer geradlinigen Na...
Abbildung 8.2: Ein Monopolist produziert die Menge in dem Punkt, in dem seine GK-...
Abbildung 8.3: Ein Monopolist mit schwacher Nachfrage kann einen Verlust erzielen...
Abbildung 8.4: Wenn ein Monopolist und ein Wettbewerbsunternehmen dieselbe Kosten...
Abbildung 8.5: Einen Monopolisten mit durchschnittlichen Grenzkosten über den Pre...
Kapitel 9
Abbildung 9.1: Die Payoff-Matrix mit der jeweiligen Dauer des Gefängnisaufenthalt...
Abbildung 9.2: Die dominante Strategie im Gefangenendilemma ändert sich, wenn ein...
Abbildung 9.3: Ein Unternehmen in einem monopolistischen Wettbewerb erzielt einen...
Abbildung 9.4: Ein Unternehmen in einem monopolistischen Wettbewerb macht null Zu...
Kapitel 10
Abbildung 10.1: Bei vollen und umfassenden Eigentumsrechten ist die produzierte M...
Abbildung 10.2: Der Markt erzeugt eine Überproduktion eines Gutes, das einen nega...
Abbildung 10.3: Der Markt erzeugt eine Unterproduktion eines Gutes, das einen pos...
Kapitel 14
Abbildung 14.1: Das einfache Diagramm des Wirtschaftskreislaufs
Abbildung 14.2: Das ausführlichere Diagramm des Wirtschaftskreislaufs
Kapitel 15
Abbildung 15.1: Verbraucherpreisindex der USA, 1983 bis 2015
Kapitel 16
Abbildung 16.1: Der Konjunkturzyklus
Abbildung 16.2: Ein Modell einer Makroökonomie
Abbildung 16.3: Ein negativer Schock für die aggregierte Nachfragekurve
Abbildung 16.4: Die kurzfristige aggregierte Angebotskurve
Abbildung 16.5: Kurzfristige und langfristige Reaktionen auf einen negativen Nach...
Abbildung 16.6: Die Kurve der geplanten Ausgaben
Abbildung 16.7: Das Gleichgewicht
im Modell von Keynes
Abbildung 16.8: Wie Lagerbestandsanpassungen den Output zurück nach
bewegen
Abbildung 16.9: Steigende Staatsausgaben steigern den Gleichgewichtsoutput von
1
n...
Kapitel 17
Abbildung 17.1: Der Einfluss eines negativen Nachfrageschocks auf die Wirtschaft
Abbildung 17.2: Die Ergebnisse der gesteigerten aggregierten Nachfrage
Abbildung 17.3: Der Gleichgewichtszinssatz wird durch den Schnittpunkt der Geldna...
Abbildung 17.4: Die Steigerung der Geldmenge senkt den nominalen Gleichgewichtszi...
Abbildung 17.5: Das Ergebnis einer Steigerung der Geldmenge hängt von den Inflati...
Abbildung 17.6: Ein Beispiel für eine Stagflation
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Titelblatt
Impressum
Über den Autor
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Fangen Sie an zu lesen
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Abbildungsverzeichnis
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Die Wirtschaftswissenschaft befasst sich mit dem grundlegenden Problem, wie Menschen ihr Glück in einer Welt erreichen können, die voller Beschränkungen ist. Es gibt niemals genug Zeit oder Geld, um alles zu tun, was man tun will. Und bestimmte Dinge sind immer noch unmöglich, weil die erforderlichen technischen Verfahren noch nicht entwickelt wurden. Aber Menschen sind erfinderisch: Sie entwickeln und erfinden immer neue Dinge. Sie gehen von dem aus, was sie haben und was sie damit machen können, und unternehmen Schritte, um sicherzustellen, dass sie, wenn sie schon nicht alles haben können, doch wenigstens so viel wie möglich bekommen.
Entscheiden ist ein grundlegender Bestandteil unseres alltäglichen Lebens. Die Wissenschaft, die studiert, wie Menschen entscheiden – die Wirtschaftswissenschaft –, ist unerlässlich, wenn man Menschen sowohl als Einzelpersonen als auch als Mitglieder größerer Organisationen wirklich verstehen will. Doch leider wurde die Wirtschaftswissenschaft normalerweise so schlecht erklärt, dass die meisten sie entweder als unverständliches Kauderwelsch übergangen oder aber in falscher Ehrfurcht bestaunt haben – denn was schwer zu verstehen ist, muss wichtig sein, nicht wahr?
Ich habe dieses Buch geschrieben, damit Sie die Wirtschaftswissenschaft schnell und leicht als das begreifen können, was sie ist: eine ernst zu nehmende Wissenschaft, die ein ernst zu nehmendes Thema studiert und die einige ernst zu nehmende, brauchbare Methoden entwickelt hat, um menschliches Verhalten in der (sehr ernst zu nehmenden) realen Welt zu erklären. Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie Menschen, Ihre Regierung, internationale Beziehungen, das Wirtschaftsleben und sogar Umweltprobleme wie die globale Erwärmung oder Artensterben viel besser verstehen. Die Wirtschaftswissenschaft berührt fast alle Lebensbereiche, sodass Sie aus diesem Buch einen riesigen Nutzen ziehen können.
In diesem Buch finden Sie die wichtigsten ökonomischen Theorien, Hypothesen und Entdeckungen. Dabei verzichte ich auf obskure Details, überholte Beispiele oder komplizierte mathematische Beweise. Unter anderem werden folgende Themen behandelt:
wie die Regierung Rezessionen und Arbeitslosigkeit mit ihrer Geld- und Finanzpolitik bekämpft
wie und warum internationaler Handel gut für uns ist
warum unzureichend konstruierte Eigentumsrechte für Umweltprobleme wie die globale Erwärmung, Umweltverschmutzung und das Artensterben verantwortlich sind
wie Gewinne Unternehmen dazu bringen, die Güter und Dienste zu produzieren, die wir für selbstverständlich halten
warum konkurrierende Unternehmen für die Gesellschaft fast immer besser sind als Monopole
wie die Zentralbank gleichzeitig die Geldmenge, die Zinssätze und die Inflation kontrollieren kann
warum eine Regierungspolitik mit Preiskontrollen und Subventionen normalerweise viel mehr Schaden anrichtet als Nutzen stiftet
wie das einfache Modell von Angebot und Nachfrage die Preise für alles und jedes erklären kann – angefangen von Comics bis hin zu Operationen am offenen Herzen
Sie können die Kapitel in beliebiger Reihenfolge lesen; das heißt, Sie können sofort zu den Themen springen, über die Sie etwas wissen wollen, ohne vorher viel zu lesen, was Sie weniger interessiert.
Wirtschaftswissenschaftler lieben den Wettbewerb; deshalb sollten Sie nicht überrascht sein, dass es innerhalb der Wirtschaftswissenschaft viele konkurrierende Ansichten und Paradigmen gibt. Tatsächlich lernen wir nur durch eine lebhafte Debatte und eine sorgfältige Analyse der vorliegenden Daten besser zu verstehen, wie die Welt funktioniert. In diesem Buch habe ich versucht, Modeansichten oder Ideen zu vermeiden, die zu tief greifenden Meinungsverschiedenheiten führen. Dieses Buch enthält Kerngedanken und -begriffe, die nach Meinung der meisten Wirtschaftswissenschaftler richtig und wichtig sind.
Die Wirtschaftswissenschaften enthalten zwei Dinge, die für Sie möglicherweise weniger attraktiv sind: Fachbegriffe und Algebra. Um die Verwirrung möglichst gering zu halten, werde ich, wenn ich einen neuen Terminus einführe, diesen kursiv darstellen und danach eine leicht verständliche Definition geben. Algebraische Elemente (also Namen für Variablen oder Teile einer Formel) werden ebenfalls kursiv dargestellt, um sie besser vom Rest des Textes abzuheben. Beispielsweise steht I für Investition und wird wie folgt in einem Satz verwendet: Meiner Meinung nach ist I zu groß.
Ich versuche, so wenig Gleichungen wie möglich zu verwenden, aber manchmal helfen sie, Sachverhalte zu klären. In solchen Fällen muss ich manchmal mehrere Gleichungen nacheinander benutzen. Um deutlich zu machen, auf welche Gleichung ich mich im Text beziehe, habe ich die Gleichungen nummeriert. Ein Beispiel:
Schließlich werden in allen … für Dummies-Büchern die folgenden Konventionen verwendet, um den Text konsistent und leicht verständlich darzustellen:
Webadressen werden in
dieser Schriftart
dargestellt.
Die nummerierten Schritte von Aktionsfolgen werden
fett
hervorgehoben.
… für Dummies-Bücher sollen Ihnen vor allem einen schnellen Zugang zu den wesentlichen Punkten eines Themas verschaffen, damit Sie sich nicht durch einen Wust von Geschichten, Fakten und Anekdoten zum Kern der Sache durchwühlen müssen. Andererseits können Geschichten, Fakten und Anekdoten manchmal sowohl lustig als auch erhellend sein. Doch selbst das soll nicht bedeuten, dass Sie sie unbedingt lesen müssen. Deswegen habe ich alles, was Sie getrost überlesen können, klar gekennzeichnet. Es handelt sich um Informationen, die zwar interessant und themenbezogen, aber für das Verständnis des Gesamtthemas nicht erforderlich sind:
Text in Einschüben:
Die Einschübe sind grau unterlegte Kästen mit interessanten Geschichten und Beobachtungen, die Sie aber nicht unbedingt kennen müssen.
Alles, was mit einem Vorsicht-Technik-Symbol gekennzeichnet ist:
Diese Informationen sind interessant, aber nicht unbedingt notwendig, um das jeweilige Thema zu verstehen.
Natürlich möchte ich gerne glauben, dass Sie alles lesen werden, was ich geschrieben habe; doch keine Bange, ich werde es nie erfahren.
Ich habe beim Schreiben dieses Buches einige Dinge über Sie angenommen:
Sie sind intelligent und wachsam und wollen wissen, wie die Welt funktioniert.
Sie gehen noch zur Schule oder zur Uni und wollen Ihren Lehrstoff ergänzen, oder Sie sind ein Weltbürger und haben erkannt, dass Ihnen solide Grundkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften helfen können, zentrale wirtschaftliche, politische und soziale Konfliktthemen wie Unternehmensgewinne, Arbeitslosigkeit, Armut und Umweltzerstörung zu verstehen.
Sie möchten zwar mehr über Wirtschaftswissenschaften lernen, aber Sie sind in Ihrem Leben auch sonst schon ausgelastet. Deswegen möchten Sie die wesentlichen Fakten kennenlernen, ohne sie in einem Haufen von Kleinigkeiten suchen zu müssen.
Sie lassen sich von Zahlen, Fakten und Grafiken nicht einschüchtern. Tatsächlich schätzen Sie diese, weil Sie lieber Beweise sehen, als Aussagen gläubig zu übernehmen, nur, weil sie irgendein Gescheiterle mit einem Doktortitel von sich gegeben hat.
Sie möchten nicht nur das
Was
, sondern auch das
Warum
lernen. Das heißt, Sie wollen wissen, warum Dinge passieren und wie sie funktionieren, anstatt nur Fakten auswendig zu lernen.
Dieses Buch besteht aus fünf Teilen, die das Material verständlicher und leichter zugänglich machen. Teil I behandelt die großen Begriffe, mit denen Wirtschaftswissenschaftler die Welt betrachten. Die Teile II bis IV folgen der traditionellen Aufteilung der Volkswirtschaftslehre (VWL) in zwei große Teilgebiete: Mikroökonomik beschäftigt sich mit einzelnen Menschen, Unternehmen und Branchen innerhalb einer Wirtschaft. Makroökonomik behandelt Probleme, die die Wirtschaft als Ganzes betreffen – beispielsweise Rezessionen oder der internationale Handel. Teil V ist der Top-Ten-Teil; er enthält einige Top-Ten-Listen mit manchmal amüsanten, aber immer wissenswerten Informationen.
Zentrales Thema der Wirtschaftswissenschaften ist der Umgang des Menschen mit der Knappheit. Es gibt nie genug Zeit, und es gibt nur einen endlichen Vorrat an natürlichen Ressourcen wie Öl oder Eisenerz. Folglich müssen sich die Menschen intelligent verhalten, um das Beste aus ihrem Leben zu machen – indem sie klug darüber entscheiden, wie die gegebenen begrenzten Ressourcen eingesetzt werden sollen. Teil I erklärt, wie Menschen mit Knappheit umgehen und welche Kompromisse ihnen durch die Knappheit aufgezwungen werden. Der restliche Teil der Wirtschaftswissenschaften untersucht einfach nur, welche Kompromisse aufgrund der Knappheit in spezielleren Situationen eingegangen werden müssen.
Die Mikroökonomik konzentriert sich auf das Verhalten einzelner Menschen und Unternehmen. Sie studiert, welche Motive ihrem Verhalten zugrunde liegen und wie sie sich verhalten, um ihre Ziele unter den gegebenen Beschränkungen zu erreichen. In diesem Teil erfahren Sie, was Unternehmen dazu veranlasst, einen Output (Sammelbegriff für hergestellte Dinge) zu produzieren, wie Käufer und Verkäufer auf Märkten miteinander umgehen, um diesen Output zu allokieren (verteilen), und wie Märkte zusammenbrechen und sich irrational verhalten können, wenn sie nicht richtig verwaltet werden. Sie erfahren, wie die Entscheidungen der Konsumenten, welche Güter und Dienste sie in welchen Mengen kaufen sollten, von ihrem Wunsch abhängen, ihre Befriedigung oder ihren Nutzen zu maximieren, den sie mit ihrem begrenzten Budget erzielen können. Außerdem lernen Sie Angebot und Nachfrage, Wettbewerb, Monopole und die »unsichtbare Hand« von Adam Smith kennen.
Dieser Teil enthält drei Kapitel, in denen ich Ihnen zeige, wie die Theorie der Mikroökonomik viele wirtschaftliche Verhaltensweisen in der Wirklichkeit erklären kann. Unter anderem erfahren Sie, warum die Gesundheitsfürsorge so teuer ist, warum es so schwierig ist, qualitativ akzeptable Gebrauchtwagen zu finden, und wie einige einfache Änderungen der Definition und Durchsetzung der Eigentumsrechte über Überleben oder Aussterben vieler Tierarten, ganzer Regenwälder oder anderer Ökosysteme entscheiden können.
Die Makroökonomik betrachtet die Wirtschaft insgesamt, und zwar auf nationaler und auf internationaler Ebene. Sie behandelt die Entscheidungen, die Länder im Hinblick auf ihr wirtschaftliches Wachstum, ihre wirtschaftliche Entwicklung und über die beste Verwaltung ihrer Wirtschaft treffen müssen, um Rezessionen zu vermeiden. Sie untersucht auch die Not, die durch Arbeitslosigkeit oder Inflation verursacht wird. In diesem Teil lernen Sie die Geld- und Finanzpolitik, die Zentralbank, die Auswirkungen der Besteuerung auf die Wirtschaft und den internationalen Handel und die Handelspolitik kennen.
Jedes … für Dummies-Buch endet mit Top-Ten-Listen, die zugleich hilfreich und amüsant sind. In diesem Teil lernen Sie zehn ökonomische Konzepte kennen, die Sie schätzen sollten, sowie zehn falsche ökonomische Behauptungen, die Sie wahrscheinlich immer wieder in den Medien und von Politikern zu lesen und zu hören bekommen. Außerdem nenne ich Ihnen zehn Methoden, wie Sie Ihr wirtschaftswissenschaftliches Wissen vertiefen können. All diese Informationen sollen Ihnen helfen, das Wirtschaftsgeschehen besser zu beurteilen.
Um dieses Buch leichter lesbar und gefälliger zu machen, finden Sie am Rand einige Symbole, die Ihnen helfen sollen, Schlüsselgedanken und Informationen zu finden.
Dieses Symbol weist Sie auf einen wirklich grundlegenden wirtschaftlichen Begriff oder eine wichtige Tatsache hin. Es erspart Ihnen die Zeit und Mühe, den Text mit einem Textmarker hervorzuheben.
Die Wirtschaftswissenschaften enthalten zahlreiche Theorien, und manchmal ist es hilfreich, diese Theorien an der Wirklichkeit zu messen, um zu sehen, wie sie tatsächlich funktionieren. Dieses Symbol weist Sie auf ein hilfreiches Beispiel mit einer Praxisanwendung hin.
Dieses Symbol sagt Ihnen, dass die zugehörigen Begriffe und Informationen etwas technischer oder mathematischer als andere Abschnitte des Buches sind. Diese Informationen können interessant und informativ sein, aber ich habe das Buch so konzipiert, dass Sie diese Abschnitte nicht verstehen müssen, um das betreffende Thema insgesamt zu begreifen. Sie können diesen Text bedenkenlos überspringen.
Dieses Symbol weist Sie auf Zeit- und Energiesparer hin. Ich habe mit diesem Symbol Dinge gekennzeichnet, die Sie tun oder über die Sie nachdenken können, um sich Mühe zu ersparen.
Dieses Symbol weist auf problematische Bereiche der Ökonomik hin, die Sie kennen sollten. Achten Sie auf so gekennzeichnete Passagen, um mögliche Stolpersteine zu erkennen.
Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie an einer beliebigen Stelle einsteigen und verstehen können, was Sie lesen.
Die Teile des Buches sind voneinander unabhängig, sodass Sie beispielsweise alles über Mikroökonomik lesen können, ohne sich mit der Makroökonomik befassen zu müssen. Inhaltsverzeichnis und Stichwortverzeichnis helfen Ihnen, leicht auf spezielle Themen zuzugreifen. Doch wenn Sie nicht wissen, wo Sie beginnen sollen, hält Sie nichts davon ab, das Buch ganz altmodisch von Anfang an zu lesen. Am Anfang anzufangen war noch nie verkehrt …
Teil I
IN DIESEM TEIL …
Die Wirtschaftswissenschaft untersucht, wie Menschen mit Knappheit und der unentrinnbaren Tatsache umgehen, dass unsere Bedürfnisse normalerweise die Mittel übersteigen, die uns zur Befriedigung dieser Bedürfnisse zur Verfügung stehen. Die Tatsache, dass dem Leben Grenzen gesetzt sind, mag auf den ersten Blick nicht wie eine tragfähige Basis für eine ganze Sozialwissenschaft aussehen, aber alle Regierungsentscheidungen, alle Geschäftsentscheidungen und ein großer Teil Ihrer persönlichen Entscheidungen laufen letzten Endes darauf hinaus, zu entscheiden, wie aus begrenzten Ressourcen das meiste herausgeholt werden kann. Folglich ist die Wirtschaftswissenschaft, wie ich in diesem Teil erklären werde, für fast alle Aspekte des Lebens grundlegend.
Kapitel 1
IN DIESEM KAPITEL
Ein kurzer Blick auf die WirtschaftsgeschichteWie Menschen mit Knappheit umgehenMakroökonomik und MikroökonomikGrafiken und Modelle, die Wirtschaftswissenschaftler gerne anwendenDie Wirtschaftswissenschaft ist die Wissenschaft, die untersucht, wie Menschen und Gesellschaften Entscheidungen treffen, um das Beste aus ihren begrenzten Ressourcen zu machen. Und weil jedes Land, jedes Unternehmen und jeder Mensch Beschränkungen und Grenzen unterworfen ist, durchdringen wirtschaftliche Überlegungen praktisch das ganze Leben. Beispielsweise könnten Sie gerade etwas anderes tun, als dieses Buch zu lesen. Sie könnten Ihr Fitnessprogramm absolvieren, ins Kino gehen oder mit einem Freund reden. Der einzige Grund, warum Sie dieses Buch lesen sollten, liegt darin, dass dies für Sie die bestmögliche Verwendung Ihrer sehr begrenzten Zeit ist.
Aus derselben Überlegung heraus sollten Sie hoffen, dass das Papier und die Druckfarbe, mit denen dieses Buch hergestellt worden ist, bestmöglich eingesetzt worden sind und dass jeder Steuer-Euro, den Ihre Regierung ausgibt, auf die bestmögliche Weise ausgegeben wird.
Die Wirtschaftswissenschaft dringt zum Kern dieser Fragen vor und analysiert das Verhalten von Einzelpersonen und Unternehmen sowie von sozialen und politischen Institutionen, um festzustellen, wie gut sie die begrenzten Ressourcen der Menschheit in die Güter und Dienste umwandeln, die die menschlichen Bedürfnisse und Lebensnotwendigkeiten am besten befriedigen.
Um die heutige wirtschaftliche Situation besser zu verstehen und herauszufinden, welche Politik und institutionellen Änderungen die größten Verbesserungen bringen könnten, müssen Sie einen Blick zurück in der Wirtschaftsgeschichte werfen, um zu erfahren, wie die Menschheit dorthin gekommen ist, wo sie heute steht. Bitte bleiben Sie dran: Ich weiß, dass viele von Ihnen Geschichtsunterricht hassen, und werde dieses Thema so schmerzlos wie möglich behandeln.
Den größten Teil der menschlichen Geschichte war der Lebensstandard ziemlich niedrig, und die meisten Menschen führten ein kurzes und recht schmerzvolles Leben in Armut. Die folgenden Tatsachen galten bis vor wenigen Jahrhunderten:
Die Lebenserwartung
bei der Geburt betrug etwa 25 Jahre.
Mehr als 30 Prozent aller Neugeborenen erreichten nicht ihren fünften Geburtstag.
Das Risiko einer Frau, bei einer Geburt zu sterben, betrug 1:10.
Die meisten Menschen machten persönliche Erfahrungen mit schrecklichen Krankheiten und/oder Hunger.
Der Lebensstandard
einer Generation war nicht höher als derjenige vorangegangener Generationen. Abgesehen vom Adel lebten alle Menschen jahrhundertelang am oder nahe am Existenzminimum.
Doch in den vergangenen 250 Jahren änderte sich einiges. Zum ersten Mal in der Geschichte fanden oder erfanden die Leute Mittel und Wege, um die Elektrizität, Motoren, komplizierte Maschinen, Computer, Rundfunk und Fernsehen, die Biotechnologie, die Agrarwissenschaft, Antibiotika, die Luftfahrt und zahlreiche andere technische Verfahren zu nutzen. Jedes dieser Verfahren hat es uns ermöglicht, mehr aus den begrenzten Mengen an Luft, Wasser, Land und Meer zu machen, die uns auf diesem Planeten Erde gegeben sind. (Allerdings hat dieses Produktivitätswachstum auch die Fragen der Umweltverschmutzung beziehungsweise diejenigen nach der Endlichkeit natürlicher Ressourcen verstärkt in die Diskussion gebracht.)
Das Ergebnis war eine Explosion des Lebensstandards und ein Ansteigen der Lebenserwartung auf heute weltweit gut über 60 Jahre. Viele können sich heutzutage viel bessere Häuser, Wohnungen, Kleidung und Nahrung leisten, als man sich vor wenigen Hundert Jahren überhaupt vorstellen konnte.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Ein großer Teil der Welt lebt immer noch in bedrückender Armut, und selbst die reichsten Nationen müssen sich mit dringlichen wirtschaftlichen Problemen wie der Arbeitslosigkeit auseinandersetzen und Wege finden, um Arbeiter aus sterbenden Industriezweigen in Wachstumsbranchen umzusiedeln. Doch die Tatsache bleibt, dass die moderne Welt viel reicher ist als die Welt in früheren Zeiten; und in der heutigen Zeit haben wir in den meisten Nationen ein stetiges wirtschaftliches Wachstum. Dies bedeutet, dass ihr Lebensstandard von Jahr zu Jahr zunimmt.
Der offensichtliche Grund für einen höheren und weiter zunehmenden Lebensstandard liegt darin, dass in jüngerer Zeit zahlreiche neue technische Verfahren entwickelt wurden und werden. Aber wenn Sie etwas tiefer graben, müssen Sie sich fragen, warum sich eine technologisch innovative Gesellschaft nicht bereits früher entwickelt hat.
Die alten Griechen erfanden eine einfache Dampfmaschine und den mit Münzen betriebenen Verkaufsautomaten. Sie entwickelten sogar die Grundidee, die dem programmierbaren Computer zugrunde liegt. Aber es kam bei ihnen niemals zu einer industriellen Revolution, und sie fanden keinen Weg zu einer Verstetigung wirtschaftlichen Wachstums. Obwohl es in jeder menschlichen Gesellschaft immer wieder wirklich intelligente Menschen gegeben hat, dauerte es bis zum späten 18. Jahrhundert, bis in England die industrielle Revolution begann und sich der Lebensstandard in vielen Ländern beträchtlich erhöhte und dann Jahr für Jahr weiter zunahm.
Damit stellt sich die Frage, warum sich im späten 18. Jahrhundert das wirtschaftliche Wachstum so radikal änderte. Die kurze Antwort lautet, dass folgende Faktoren zusammentrafen:
Demokratie: Weil es viel mehr »normale« Menschen als Adlige gab, bedeutete die Einführung der Demokratie, dass Regierungen zum ersten Mal die Interessen des größeren Teils der Gesellschaft repräsentierten. Eine Hauptfolge davon war die Einführung einer Regierungspolitik, die nicht dem Adel, sondern den Händlern und Produzenten zugutekam.Unternehmenmit beschränkter Haftung: Bei dieser Unternehmensstruktur konnten Investoren nur den Betrag ihrer Investition verlieren und nicht für Schulden haftbar gemacht werden, die das Unternehmen nicht bezahlen konnte. Die Beschränkung der Haftung reduzierte das Risiko einer Investition in Unternehmen beträchtlich und führte folglich zu sehr viel mehr Investitionen.Patentrechtezum Schutz der Erfinder: Vor der Einführung von Patenten mussten Erfinder normalerweise mit ansehen, wie ihre Ideen gestohlen wurden, bevor sie damit Geld verdienen konnten. Dadurch, dass Patente den Erfindern das exklusive Recht einräumen, ihre Erfindungen zu vermarkten und zu verkaufen, schufen sie einen finanziellen Anreiz, zahlreiche Erfindungen zu produzieren. Tatsächlich sah die Welt, nachdem Patente geschaffen worden waren, ihre ersten hauptberuflichen Erfinder – Menschen, die ihren Lebensunterhalt damit verdienten, Dinge zu erfinden.AllgemeineVerbreitung von Lese- und Schreibfähigkeiten und eine bessere Ausbildung: Ohne hoch qualifizierte Erfinder werden keine neuen Produkte erfunden. Und ohne eine ausgebildete Arbeitnehmerschaft ist keine Massenproduktion dieser Produkte möglich. Folglich ebnete die Entscheidung vieler Nationen, eine Schul- und Berufsausbildung zur Pflicht zu machen, den Weg für ein schnelles und stetiges wirtschaftliches Wachstum.Diverse institutionelle Regelungen und politische Entscheidungen wie diese haben uns eine Welt des Wachstums und einen in der Weltgeschichte noch nie da gewesenen Überfluss gebracht, sodass heutzutage – um einen prägnanten Effekt der Überflussgesellschaft darzulegen – in vielen Ländern Fettleibigkeit das größte Gesundheitsproblem ist.
Die Herausforderung der weiteren Entwicklung besteht darin, mit den begrenzten Ressourcen dieser Welt noch mehr menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Die Herausforderung muss gemeistert werden, weil in der Welt noch zahlreiche Probleme wie etwa Kindersterblichkeit, Kinderarbeit, Unterernährung, endemische Krankheiten, Analphabetentum und Arbeitslosigkeit existieren, die durch einen höheren Lebensstandard und eine größere Wirtschaftskraft beseitigt oder gemildert werden könnten.
Einige Probleme wie beispielsweise die bedrückende Armut können dadurch beseitigt werden, dass bestimmte Rahmenbedingungen (wie sozialpolitische Programme des Staates), die nachweislich in den reicheren Nationen bereits zu einem höheren Lebensstandard geführt haben, auch in den ärmeren Nationen eingeführt werden. Außerdem können Entwicklungsländer von den Fehlern lernen, die früher von den bereits entwickelten Ländern gemacht wurden, als diese ihren Lebensstandard gesteigert haben, nämlich wie man Wirtschaftswachstum fördern kann, ohne die Umwelt (allzu sehr) zu verschmutzen, ohne zum Artensterben (maßgeblich) beizutragen und ohne die Ressourcen (nachhaltig) zu erschöpfen.
Folglich gibt es zwei zusammenhängende und sehr gute Gründe für Sie, dieses Buch zu lesen und etwas über die Wirtschaftswissenschaften zu lernen:
Erstens: Sie werden entdecken, wie moderne Wirtschaften funktionieren. Dadurch werden Sie nicht nur verstehen, wie sie den Lebensstandard so stark angehoben haben, sondern auch, wo sie verbessert werden müssen.Zweitens: Dadurch, dass Sie lernen, die grundlegenden wirtschaftlichen Prinzipien zu verstehen, werden Sie selbst beurteilen können, was von den wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu halten ist, die von Politikern und anderen propagiert werden. Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie gute von schlechten Vorschlägen viel besser unterscheiden können.Knappheit ist das grundlegende und unvermeidliche Phänomen, das eine Wissenschaft von der Wirtschaft erforderlich macht. Es gibt nicht annähernd genügend Zeit oder Mittel, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, sodass die Menschen entscheiden müssen, was sie produzieren und konsumieren wollen, damit sie, wenn sie schon nicht alles bekommen können, unter den gegebenen Umständen so viel wie möglich erhalten. Ohne Knappheit an Zeit, Knappheit an Ressourcen, Knappheit an Informationen, Knappheit an konsumierbaren Gütern und Knappheit an Frieden und Wohlwollen auf der Erde würde es uns an nichts fehlen. Kapitel 2 behandelt eingehend die Knappheit und die Kompromisse, die wegen der Knappheit eingegangen werden müssen.
Wirtschaftswissenschaftler analysieren das Verhalten von Menschen, wenn diese entscheiden, wie sie ihr Glück in einer Welt der Knappheit am besten optimieren können. Es wird sich zeigen, dass dieser Prozess eng mit einem Phänomen verbunden ist, das als Ertragsgesetz oder Gesetz von den abnehmenden Grenzerträgen bezeichnet wird. Dieses Gesetz beschreibt, dass jede zusätzliche Einheit einer Ressource, die in einem Produktionsprozess eingesetzt wird, einen fortlaufenden Rückgang der damit verbundenen zusätzlichen Erträge (sogenannte Grenzerträge) zur Folge hat.
Abnehmenden Grenzerträgen kann man wie der Knappheit nicht entrinnen. In Kapitel 3 erkläre ich, wie Menschen sehr intelligent mit diesem Phänomen umgehen, um aus den begrenzten Ressourcen das Beste zu machen.
Die Unterteilung dieses Buches folgt der klassischen Gliederung der Volkswirtschaftslehre in zwei große Teilgebiete: Makroökonomik und Mikroökonomik.
Die
Mikroökonomik
konzentriert sich auf einzelne Menschen und Unternehmen. Sie erklärt, wie sich einzelne Personen verhalten, wenn sie entscheiden müssen, ob und wie sie ihr Geld ausgeben oder sparen wollen. Und sie erklärt, wie sich auf Gewinnmaximierung bedachte Unternehmen einzeln und als Konkurrenten anderer Unternehmen auf Märkten verhalten.
Die
Makroökonomik
betrachtet die Wirtschaft als ein organisches Ganzes und konzentriert sich auf wirtschaftsweit relevante Faktoren wie Zinssätze, Inflation und Arbeitslosigkeit. Außerdem studiert sie das wirtschaftliche Wachstum und untersucht, wie Regierungen versuchen, den Schaden zu begrenzen, der durch Rezessionen verursacht wird.
Sowohl die Mikroökonomik als auch die Makroökonomik gehen von einigen grundlegenden Prinzipien wie der Knappheit und der abnehmenden Erträge aus. Deshalb werde ich im Rest von Teil I zunächst diese Grundlagen erklären, bevor ich in Teil II und Teil III die Mikroökonomik und in Teil IV die Makroökonomik beschreibe. Aber zunächst gebe ich Ihnen einen Überblick über die Mikroökonomik und die Makroökonomik.
Die Mikroökonomik beschäftigt sich mit den grundlegenden ökonomischen Einheiten, Elementen oder Akteuren des Wirtschaftsgeschehens: Einzelpersonen und Unternehmen. Ich gehe näher auf die Mikroaspekte der Wirtschaft ein: Angebot und Nachfrage, Wettbewerb, Eigentumsrechte, Probleme mit Märkten und die wirtschaftlichen Probleme des Gesundheitswesens. Die nachfolgenden Betrachtungen beziehen sich auf den Handel mit Sachgütern und Dienstleistungen, das heißt auf Gütermärkte. Nicht ausdrücklich betrachtet werden die Märkte mit Produktionsfaktoren, die sogenannten Faktormärkte.
In einer modernen Wirtschaft produzieren und konsumieren Einzelpersonen und Unternehmen die jeweiligen Güter und tauschen diese auf Märkten. Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise und Produktionsmengen auf diesen Märkten. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf Märkten bestimmt, was hergestellt und zu welchen Preisen angeboten wird. (Einzelheiten dazu finden Sie in Kapitel 4.)
In einer individualistischen Betrachtungsweise entscheiden Einzelpersonen, wie sie mit begrenztem Einkommen das größtmögliche Glück erzielen. Zu diesem Zweck bewerten sie zunächst den Nutzen oder die Befriedigung, die sie sich von den verschiedenen Optionen versprechen. Dann wägen sie gegen diesen Nutzen die mit jeder Option verbundenen Kosten ab, um die Option auszuwählen, die ihnen bei ihrem begrenzten Einkommen den größtmöglichen Nutzen liefert. Diese Entscheidungen bilden die Basis für die Nachfragekurven, die die Preise und Produktionsmengen auf Märkten beeinflussen. (Entscheidungen und Nachfragekurven werden in Kapitel 5 behandelt.)
Analog dazu bilden die gewinnmaximierenden Entscheidungen von Unternehmen die Angebotskurven. Jedes Unternehmen entscheidet, was und wie viel es produziert, indem es Kosten und Gewinne vergleicht. Eine Outputeinheit wird nur dann produziert, wenn sie den Gewinn ihres Herstellers erhöht. Insbesondere wird ein Unternehmen eine Einheit nur produzieren, wenn der Gewinn aus dem Verkauf dieser Einheit die Kosten für die Produktion dieser Einheit übersteigt. Dieses Verhalten ist die Grundlage für den Anstieg der Angebotskurven und beeinflusst die Preise und Produktionsmengen auf den Märkten. (Einzelheiten dazu finden Sie in Kapitel 6.)
Vielleicht betrachten Sie gewinnmaximierende Unternehmen nicht mit Wohlwollen, aber die Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler sieht sie positiv – jedenfalls solange sie in ihren Branchen miteinander konkurrieren. Der Grund dafür ist, dass Unternehmen, die gezwungen sind zu konkurrieren, zwei Bedingungen erfüllen müssen:
Sie sind
allokationseffizient
, das heißt, dass sie die Güter und Dienste produzieren, die die Konsumenten am dringendsten konsumieren wollen.
Sie sind
produktionseffizient
, das heißt, dass sie diese Güter und Dienste zu den geringstmöglichen Kosten produzieren.
Allokations- und Produktionseffizienz von konkurrierenden Unternehmen bilden die Basis der berühmten unsichtbaren Hand von Adam Smith – der Vorstellung, dass die Gier von Unternehmen, die durch den Wettbewerb angetrieben werden, dazu führt, dass sie sich gesellschaftlich gesehen optimal verhalten, als würden sie durch eine unsichtbare Hand dahin gehend geleitet, für die Gesellschaft positive Dinge zu tun. Diese Vorstellung und viele weitere Vorteile des Wettbewerbs werden in Kapitel 7 eingehend behandelt.
Leider werden nicht alle Unternehmen durch den Wettbewerb eingeschränkt; dies führt dazu, dass sich Unternehmen nicht gesellschaftlich optimal verhalten. Den extremsten Fall stellt das Monopol dar: eine Situation, in der es in einer Branche nur ein Unternehmen gibt, was bedeutet, dass es absolut keinen Wettbewerb gibt. Monopole verhalten sich in der Regel – das heißt abgesehen vom Spezialfall natürlicher Monopole – sehr negativ: Sie beschränken die Produktionsmengen, um die Preise und Gewinne in die Höhe zu treiben. Diese für den Konsumenten schmerzlichen Aktionen werden zeitlich unbegrenzt fortgesetzt, falls nicht die Regierung Schritte unternimmt, um das Verhalten des Unternehmens zu regulieren.
Ein weniger extremer Fall fehlenden Wettbewerbs ist das Oligopol: eine Situation, in der in einer Branche nur einige wenige Unternehmen existieren. In solchen Situationen treffen Unternehmen oft Absprachen, um nicht miteinander zu konkurrieren und so höhere Preise halten und größere Gewinne erzielen zu können, es kann aber auch passieren, dass sie auf solchen Märkten sehr heftig um die Kunden kämpfen. Doch für solche Unternehmen ist es oft schwierig, ihre Absprachen einzuhalten. Das führt dann dazu, dass oligopolistische Unternehmen letztlich doch miteinander konkurrieren, obwohl sie sich, so gut es geht, bemühen, diese Konkurrenz zu vermeiden. Deshalb ist es hier nicht immer erforderlich, dass die Regierung regulierend eingreift. (Mehr über Monopole und Oligopole erfahren Sie in den Kapiteln 8 und 9.)
Märkte und Wettbewerb können nur dann zuverlässig sozial vorteilhafte Ergebnisse bringen, wenn die Gesellschaft ein brauchbares System von Eigentumsrechten einführt. Ein Eigentumsrecht räumt einer Person das ausschließliche Recht ein, über den Einsatz einer produktiven Ressource zu entscheiden. So kann etwa eine Person, die das Eigentumsrecht an einem Grundstück besitzt, bestimmen, ob es für die Landwirtschaft, für einen Vergnügungspark oder für einen Naturschutzpark genutzt werden soll. Fast alle Umweltverschmutzungsprobleme sowie alle Fälle von Artensterben sind die direkte Folge unzureichend konstruierter Eigentumsrechte, die Anreize schaffen, nachteilige Dinge zu tun. Wirtschaftswissenschaftler nehmen dieses Problem sehr ernst und haben ihr Bestes getan, um die Eigentumsrechte zu reformieren und so die Umweltverschmutzung zu verringern und das Artensterben zu beenden. Ich behandele diese Fragen in Kapitel 10 ausführlich. An dieser Stelle ist aber auch darauf hinzuweisen, dass die Existenz privater Eigentumsrechte in einem marktwirtschaftlichen System typischerweise zu bestimmten Vermachtungen führt, die sich zum Beispiel in einer sehr ungleichen personellen Einkommens- und Vermögensverteilung zeigen.
Monopole, Oligopole und unzureichend konstruierte Eigentumsrechte führen zu einem Zustand, den Wirtschaftswissenschaftler als Marktversagen bezeichnen – Situationen, in denen Märkte gesellschaftlich nicht optimale Ergebnisse hervorbringen. Zwei andere häufige Ursachen von Marktversagen sind asymmetrische Information und öffentliche Güter:
Asymmetrische Information
liegt vor, wenn entweder der Käufer oder der Verkäufer mehr über die Qualität des verhandelten Gutes weiß als die Gegenpartei. Weil dadurch eine Partei im Vorteil ist und Misstrauen geweckt wird, kommen möglicherweise potenziell vorteilhafte wirtschaftliche Transaktionen nicht zustande.
Öffentliche Güter
sind Güter oder Dienste, deren Leistungen nicht auf einen bestimmten Empfänger beschränkt werden können. Das bedeutet: Wenn Sie das Gut oder den Dienst für eine Person erstellen oder leisten, kommt sein Nutzen auch anderen Personen zugute. (Denken Sie beispielsweise an ein Feuerwerk.) Das Problem ist, dass die meisten versuchen, den Nutzen zu ziehen, ohne dafür zu bezahlen.
Ich behandele den möglichen Umgang mit diesen beiden Situationen in Kapitel 11.
Fast jeder macht sich ernsthaft Sorgen um eine erschwingliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung, die durch ein öffentliches Gesundheitssystem, eine betriebliche Krankenversicherung oder durch private Gesundheitsvorsorge zur Verfügung gestellt wird. Jedes dieser Systeme bietet unterschiedliche Anreize, die seine Effizienz, Nutzung und Kosten – oft der eigentlichen Absicht entgegengesetzt – beeinflussen. In Kapitel 12 erfahren Sie Näheres über die Anreize, Vorschriften und Richtlinien, die bestimmen, wie sowohl der Leistungsumfang als auch die Bezahlbarkeit unter ökonomischen Gesichtspunkten verbessert werden können. (Ein anderes interessantes Beispiel ist in diesem Zusammenhang das Feld der Alterssicherung. Aus Platzgründen muss indes in diesem Buch eine Behandlung dieses Themas unterbleiben.)
Die Makroökonomik untersucht die Wirtschaft als ein einheitliches Ganzes. Mit der Makroökonomik muss man sich beschäftigen, weil bestimmte Faktoren wie beispielsweise Zinssätze oder die Steuerpolitik Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben. Außerdem sind alle Menschen und Unternehmen von einer Rezession oder einem Aufschwung betroffen. In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über die Makroökonomik.
Wirtschaftswissenschaftler messen – neben anderen Gesamteinkommenskonzepten wie dem Bruttonationaleinkommen oder dem Volkseinkommen – das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum, normalerweise einem Quartal oder einem Jahr. Wenn man nicht messen kann, wie es der Wirtschaft geht, kann man auch nicht beurteilen, ob die Maßnahmen der Regierung, um die Wirtschaft zu verbessern, tatsächlich helfen oder schaden. (Näheres zum BIP erfahren Sie in Kapitel 14.)
Die Inflationsrate misst, wie sich das Preisniveau – also der Durchschnitt aller Preise – in der Wirtschaft im Zeitablauf ändert. Dieses Thema, das in Kapitel 15 eingehend behandelt wird, ist so wichtig, weil hohe Inflationsraten normalerweise mit riesigen wirtschaftlichen Problemen einschließlich tiefer Rezessionen und der Zahlungsunfähigkeit ganzer Länder verbunden sind. Es ist auch deshalb wichtig, die Inflation zu untersuchen, weil letztlich eine schlechte Regierungspolitik schuld an hohen Inflationsraten ist. Das bedeutet, dass Regierungen die Verantwortung dafür tragen, dass Inflationen entstehen können.
Internationaler Handel findet statt, wenn Konsumenten, Unternehmen oder Regierungen Produkte oder Ressourcen kaufen, die in anderen Ländern hergestellt wurden. Weil importierte Güter oft mit einheimischen Gütern konkurrieren, ist der internationale Handel Gegenstand endloser politischer Kontroversen und Versuche, Importzölle oder Importquoten einzuführen, um ausländische Güter fernzuhalten und so den einheimischen Produzenten das Leben zu erleichtern.
Solche Dispute werden durch Befürchtungen verstärkt, dass die fremden Produkte unter unfairen Arbeitsbedingungen hergestellt worden sein könnten, dass die ausländischen Produzenten von ihren Regierungen subventioniert worden sein könnten und dass die Wechselkurse von fremden Regierungen manipuliert worden sein könnten, um den eigenen Unternehmen Preisvorteile vor Unternehmen in anderen Ländern zu verschaffen. In Kapitel 14 erkläre ich, wie Ökonomen diese und andere Probleme einer globalisierten Wirtschaft analysieren.
Eine Rezession tritt, vereinfacht gesagt, dann ein, wenn die Gesamtmenge der Güter und Dienstleistungen abnimmt, die in einer Wirtschaft produziert werden. Rezessionen sind aus zwei Gründen schmerzhaft:
Weniger Produktion bedeutet weniger Konsum.Viele Arbeitnehmer verlieren ihren Arbeitsplatz, weil die Unternehmen weniger Mitarbeiter benötigen, um die geringere Menge von Gütern zu produzieren.Rezessionen dauern an, weil gewisse institutionelle Faktoren (wie Mindestlöhne als Kostenfaktor für die Unternehmen) in der Wirtschaft es schwer machen, dass die Preise fallen. Wenn die Preise schnell und leicht fallen könnten, würden sich Rezessionen schnell selbst auflösen. Aber weil die Preise nicht schnell und leicht fallen können, mussten Wirtschaftswissenschaftler politische Instrumente entwickeln, um der Wirtschaft zu helfen, Rezessionen so schnell wie möglich zu überwinden.
Den größten Beitrag zur Entwicklung von politischen Instrumenten zur Bekämpfung von Rezessionen leistete der englische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes, der 1936 das erste makroökonomische Buch über die Bekämpfung von Rezessionen schrieb. In Kapitel 16 lernen Sie sein Wirtschaftsmodell kennen und erfahren, wie es ausdrücklich berücksichtigt, dass Preise nicht schnell und leicht fallen können, um eine Rezession zu überwinden. Deshalb ist es bestens dazu geeignet, die beiden wesentlichen Instrumente zu erklären, die helfen können, eine Rezession zu überwinden.
Diese beiden Instrumente sind die Geldpolitik und die Fiskalpolitik, die ich in Kapitel 17 eingehend behandele:
Die Geldpolitik arbeitet mit Änderungen der Geldmenge und der Zinsen, um so die wirtschaftliche Aktivität anzuregen. Wenn beispielsweise die Zinssätze fallen, leihen sich die Konsumenten gegebenenfalls mehr Geld, um sich Güter wie Häuser und Autos zu kaufen. Außerdem werden eventuell dadurch mehr private Investitionen durch die Unternehmen durchgeführt. Dadurch wird die wirtschaftliche Aktivität angeregt und die Wirtschaft beschleunigt.Die Fiskalpolitik bezieht sich auf Maßnahmen der Regierung, bei denen die öffentlichen Ausgaben gesteigert und/oder niedrigere Steuersätze verwendet werden, um zur Bekämpfung von Rezessionen beizutragen. Wenn die Regierung beispielsweise mehr Güter und Dienste kauft, nimmt die wirtschaftliche Aktivität zu. Analog dazu haben die Konsumenten ein höheres Einkommen nach Steuern, wenn die Regierung die Steuersätze senkt. Wenn die Konsumenten dieses zusätzlich verfügbare Einkommen ausgeben, wird die wirtschaftliche Aktivität ebenfalls gesteigert.In den ersten Jahrzehnten, in denen Keynes’ Ideen zur Bekämpfung von Rezessionen in die Praxis umgesetzt wurden, schienen sie wirklich gut zu funktionieren. Doch in den 1970er-Jahren wurden sie weniger erfolgreich eingesetzt, und es zeigte sich, dass die Geld- und Fiskalpolitik zwar mächtige Instrumente zur Bekämpfung von Rezessionen waren, aber auch ihre Grenzen hatten. Daher beschreibe ich in Kapitel 17 auch, wie und warum Geld- und Fiskalpolitik nur beschränkt wirksam sind. Schlüsselbegriff sind die sogenannten rationalen Erwartungen (beziehungsweise allgemeiner: adaptive Erwartungen im Sinne des Lernens aus Verhaltensfehlern). Dieser Begriff erklärt, wie rational denkende Menschen ihr Verhalten als Reaktion auf politische Maßnahmen sehr oft in einer Weise ändern, die die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zunichtemacht. Diesen Begriff müssen Sie verstehen, wenn Sie sich eine Meinung über aktuelle wirtschaftspolitische Maßnahmen und Streitfragen bilden wollen.
