Work-Life-Balance - Heike M. Cobaugh - E-Book

Work-Life-Balance E-Book

Heike M. Cobaugh

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Beschreibung

Viele Berufstätige haben zwar gute Jobs, arbeiten hart und viel, sind gesellschaftlich erfolgreich - doch wirklich zufrieden oder gar glücklich sind sie nicht. Berufs- und Privatleben halten sich nicht das Gleichgewicht. "Work-Life-Balance" hilft, das zu entdecken, was glücklich und zufrieden macht: Beruflicher Erfolg, persönliche Zufriedenheit, privates Glück. Jeder Mensch hat seinen persönlichen Balance-Point. Mit diesem Buch können Sie ihn finden - und alles ist im Lot! Mit wenigen Minuten täglicher Aufmerksamkeit erkennen Sie Ihre Ungleichgewichte und können Ihr Leben zuverlässig in Balance bringen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 268

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Heike M. Cobaugh, Susanne Schwerdtfeger

Work-Life-Balance

Heike M. CobaughSusanne Schwerdtfeger

Work-Life-Balance

So bringen Sie Ihr Leben(wieder) ins Gleichgewicht

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der DeutschenNationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

[email protected]

Nachdruck 2013

© 2005 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlaggestaltung: Münchner Verlagsgruppe GmbH

Satz: J. Echter, Redline GmbH

Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN Print 978-3-86882-318-9

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86415-369-3

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86415-834-6

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unterwww.muenchner-verlagsgruppe.de

eBook by ePubMATIC.com

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Aus dem Gleichgewicht geraten

Was werden Sie mit 60 Jahren von sich sagen?

Disbalance tut weh

Leben im Gleichgewicht

Wo ist die Disbalance?

No rules, just right

2. Arbeit und Beruf: zu viel Arbeit, zu wenig Leben

Balancing im Betrieb

Do it yourself

Was ist zu viel Arbeit?

Wofür arbeiten Sie?

Das Aha-Erlebnis der Arbeit

Bekommen Sie, was Ihnen wichtig ist?

Setzen Sie Prioritäten

Passen Sie die Arbeit Ihren Prioritäten an

Erarbeiten Sie sich Freiräume: die Wünsche-werden-wahr-Methode

Arbeit und umfassendes Gleichgewicht

Die Preistabelle

Den Job ausbalancieren

Balancing-Hemmnisse

Die Angst, anzuecken

Die Angst, draußen zu stehen

Berufsbalancing ist Verhandlungssache

Karriereschaden

Die erste Verunsicherung

Statusverlust

Umgehen mit Rückfällen

Mut zum eigenen Leben

Stehen Sie dazu

Was es bringt

3. Die sozialen Kontakte: Welche und wie viele brauchen Sie?

Der Deprivationstest: Kommen Sie ganz ohne aus?

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Es schmerzt eben doch

Warum lassen wir es so weit kommen?

Disbalance-Analyse: Haben Sie noch ausreichend sozialen Kontakt?

Hindernisse für das soziale Gleichgewicht

Kein schlechtes Gewissen

Die Organisation der sozialen Kontakte

Netzwerkpflege

Die Kosten der sozialen Verarmung

Pflichtveranstaltungen

„Für die sozialen Kontakte ist meine Frau zuständig“

Ist Monokultur eine Gefahr?

Worst Case

Was es bringt

4. Emotionale Bindungen: Qualität statt Quantität

Heftige Störungen daheim

Haben Singles emotionale Bindungen?

Familien- und Beziehungsflucht

Quality Time

Muss das alles sein?

Das Rollenproblem: Beruflich sind Sie wer, wer sind Sie privat?

Das ewige Schuldgefühl: Ich bin nicht gut genug

Hart im Büro, weich zu Hause

Im Beruf die große Vorgesetzte, daheim das brave Mädchen

Sprachlosigkeit

Was macht Ihr Sexualleben?

Zurück zu den Singles

Emotionale Autonomie

Keine Zeit?

5. Intellektuelle Entwicklung: Feed your mind!

Geistig unterernährt?

Geistige Nahrung innerhalb und außerhalb des Jobs

Einwände

Wann und wie oft füttern?

Mit wem umgeben Sie sich?

Fernsehen zählt nicht

Was es bringt

Das Stiefkind der Moderne

Die tägliche Stunde

6. Das körperliche Gleichgewicht: gesund und fit

Wo zwickt’s?

Alles, was gut ist, schmeckt nicht

Gesunde Ernährung

Gesunde Bewegung

Stressabbau

Sorgen, Ärger, Ängste

7. Die innere Ordnung: Werte und Spiritualität

Die innere Leere

Werte und Disbalance

Lernen Sie Ihre Werte kennen

Die große Revision

Wertekonflikte lösen

Spiritualität

Spiritualität im Alltag

Nachwort

Anmerkungen

Um das Arbeiten mit diesem Buch für Sie möglichst einfach und effizient zu gestalten, haben wir wichtige Textpassagen mit folgenden Icons gekennzeichnet:

Achtung, wichtig

Aufgabe, Übung

Das sollten Sie auf jeden Fall vermeiden

Beispiel

Tipp

Vorwort

Unser Leben ist aus dem Gleichgewicht geraten.

Die meisten Menschen arbeiten immer mehr, immer länger, immer härter, fangen immer mehr Freizeitaktivitäten an, schaffen sich immer mehr und bessere Autos, Mountainbikes, Hifi-Anlagen an, machen immer exotischere Urlaube – doch werden sie dabei auch immer zufriedener oder glücklicher? Nein – im Gegenteil.

In ganz Westeuropa herrscht seit einiger Zeit die kollektive Unzufriedenheit, ja Sorge über das Leben und darüber, in welch unerfreuliche Richtung es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Wohin wir auch blicken, herrscht rastlose Hektik. Die Tage sind zum Bersten mit Verpflichtungen gefüllt. Es gibt keine Zeiten der Entspannung mehr. Im Gegenteil, gerade die so genannte Freizeit ist oft fast ebenso stressig wie die Arbeit selbst: Fitnessstudio, quengelnde und fordernde Familie, Aktivurlaub, Adventure Sports …

Unter dem Druck einer hektischen Umwelt entwickeln viele Menschen seltsame Wünsche: „Endlich mal wieder ein gutes Buch lesen – ohne schlechtes Gewissen!“ – „Einfach mal für eine halbe Stunde die Beine baumeln lassen.“ So simpel diese Wünsche erscheinen, so unerfüllbar sind sie in dieser verrückten Zeit geworden. Das schlechte Gewissen ist unser ständiger Begleiter: Wenn wir tatsächlich einmal ein gutes Buch lesen, haben wir sofort ein schlechtes Gewissen, weil wir doch eigentlich … tun müssten. Wenn wir endlich einmal für zehn Minuten die Beine baumeln lassen, können wir es nicht genießen, weil wir doch eigentlich …

Egal, was wir tun, wir sollten eigentlich etwas anderes tun. Wir haben eine große Sehnsucht nach Ruhe – doch das schlechte Gewissen ist größer! Wir hetzen 16 Stunden am Tag gleichzeitig einem halben Dutzend Aufgaben hinterher. Körper, Geist, Seele, Familie oder Beziehung bleiben dabei auf der Strecke. Da ist offensichtlich etwas aus dem Gleichgewicht geraten: Wir geben so viel und bekommen so wenig dafür. Kein Wunder, dass sich so mancher vom Leben betrogen fühlt.

Dabei ist es nicht nur so, dass wir viel geben und wenig dafür bekommen. Nein, es ist schlimmer: Je mehr wir geben, desto weniger scheinen wir zu bekommen! Unser Leben ist nicht nur aus dem Gleichgewicht. Die Disbalance ist auch noch dynamisch: Sie verschärft sich von Jahr zu Jahr. Eine wahre Höllenmaschine.

Eine Höllenmaschine, von der wir nicht herunterkommen. Wie denn, wenn der Chef, die Familie, der Partner, die Kollegen, Kunden, Mitarbeiter … ständig etwas von uns wollen! Wir machen das alles doch nicht freiwillig! Wir sind mehr oder minder dazu gezwungen! Das macht alles nur noch schlimmer. Nicht nur, dass das Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Nein, wir scheinen auch noch völlig die Kontrolle über unser Leben verloren zu haben und nur noch auf die Wünsche und Anforderungen anderer zu reagieren. Dieses Gefühl des Kontrollverlusts über das eigene Leben belastet. Wir fühlen uns, zu Recht, fremdgesteuert. Wir reagieren nur noch auf Druck von außen. Wir leben nicht wirklich; wir werden gelebt. Aber was soll man machen? So sind die Zeiten eben! Damit müssen wir alle leben.

Irrtum. Damit muss niemand leben. Natürlich ist der Druck von allen Seiten groß, doch von diesem Druck können wir uns befreien. Natürlich haben wir kaum noch Kontrolle über unser eigenes Leben, doch wir können die Kontrolle wiedererlangen. Natürlich ist unser Leben arg aus der Balance geraten, doch wir können es wieder ins Gleichgewicht bringen. Nichts anderes bedeutet Balancing, von dem dieses Buch handelt.

Wie bringen Sie Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht? Gibt es ein Geheimrezept? Nein, es gibt etwas viel Besseres: einen inneren Glückspunkt. Jeder hat ihn, auch Sie. Jeder hat ihn schon gespürt, auch Sie. Es sind diese seltenen Momente der vollkommenen Glückseligkeit, des stillen Glücks, der tiefen Erfüllung oder einfach der Zufriedenheit mit sich und der Welt. Für jeden Menschen fühlt sich dieser innere Glückspunkt anders an – aber jeder Mensch weiß ganz genau, wie er sich anfühlt. Diese Momente sind selten. Warum? Weil sie eher zufällig auftreten – wenn alles „zusammenpasst“.

Diese Glücksmomente, diese Augenblicke tiefer Zufriedenheit sind jedoch kein Zufall und kein Schicksal. Sie hängen keineswegs von einer glücklichen Wendung der Verhältnisse ab. Wir können sie beeinflussen, steuern, aus eigener Kraft selbst erreichen. Nicht nur einmal im Quartal. Nicht nur einmal im Monat. Sondern täglich. Jeder Mensch hat ein Recht darauf. Balancing verhilft Ihnen zu Ihrem Recht. Balancing ist keine trockene Theorie, sondern tausendfach in der Praxis erprobt. Wenn Menschen in unseren Seminaren oder Coachings sozusagen „balancen“, dann:

• wissen sie danach, was im Leben wirklich wichtig für sie ist;

• wissen sie danach, wie viel sie wovon brauchen, um zufrieden oder glücklich mit ihrem Leben zu sein;

• eliminieren oder reduzieren sie Burn-out-Beschwerden oder beugen ihnen erfolgreich vor;

• wissen sie besser, was Erfolg für sie bedeutet;

• führen sie endlich ein ausgewogenes Leben;

• bringen Sie Beruf und Familie, Persönliches und Beziehung endlich unter einen Hut;

• können sie mehr Verantwortung für ihre seelische Gesundheit übernehmen;

• steigt ihre Lebensqualität beträchtlich;

• steigt ihre körperliche, geistige und seelische Fitness.

Ihr Leben ist eben so, wie es sein soll: (wieder) im Gleichgewicht. Und dasselbe können Sie erreichen, wenn Sie dieses Buch lesen und damit arbeiten.

1

AUS DEM GLEICHGEWICHT GERATEN

Was werden Sie mit 60 Jahren von sich sagen?

Einer unserer Coaching-Klienten sagt über sich: „Ich bin 58 Jahre, Bereichsleiter in einem deutschen Konzern, aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig pensioniert, nach 30 Jahren Ehe kürzlich geschieden. Am Ende stehe ich vor einem angeblich erfolgreichen Leben. Eine Frage sei erlaubt: Wo in meinem Leben lag die verpasste Gelegenheit, der Zeitpunkt, an dem ich mit Zufriedenheit und wirtschaftlicher Sicherheit dem Erfolgsstreben hätte widerstehen können und müssen?“

Das ist eine gute Frage, wenn nicht die Frage überhaupt. Wann hätte er das Ruder herumreißen und die Disbalance korrigieren sollen? Dahinter steht die Frage: Wann ist es genug? Wann müssen wir aus dem endlosen Konkurrenzkampf aussteigen, um am Ende nicht persönlich Bankrott zu gehen? Was werden Sie mit 60 von sich sagen? An welcher Stelle in Ihrem Leben werden Sie angelangt sein – wenn Sie den Weg weiterverfolgen, den Sie jetzt gerade gehen? Eine beunruhigende Frage.

Stellen Sie sich vor, Sie würden mit 60 Jahren auf Ihr Leben zurückschauen – eine leichte geistige Übung. Wie wäre Ihr Leben verlaufen, wenn es ein glückliches, zufriedenes, erfülltes Leben gewesen wäre? Was hätte dieses Leben vorzuzeigen? Wenn Sie möchten, notieren Sie es kurz:

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Erreichen Sie diese Ziele? Sind Sie auf diesem Weg? Offensichtlich nicht ganz – sonst hätten Sie nicht zu diesem Buch gegriffen.

Disbalance tut weh

Dass wir nicht auf dem rechten Weg sind, haben wir alle schon bemerkt. Wir fühlen uns betrogen: Wir geben so viel – und was bekommen wir dafür? Ein Leben, das viel zu stressig, hektisch und Kraft raubend ist, um es Leben zu nennen. Ein von Ängsten geplagtes Leben. Angst um den Arbeitsplatz, um die finanzielle Sicherheit im Alter, um die Zukunft unserer Kinder, um gesunde Nahrung, Angst, das bisschen sauer erworbenen Wohlstand zu verlieren.

Der Körper macht nicht mehr mit. Es gehört heute fast schon zum guten Ton, eine stressbedingte Krankheit zu haben: Magen- oder Rückenprobleme, Schlafstörungen, Verspannungen, Stresskopfschmerz …

Sieht so ein modernes Leben aus? Nein, so sieht ein aus dem Gleichgewicht geratenes Leben aus. Das ist ein bedeutsamer Unterschied:

Wenn modernes Leben stressig wäre, könnten wir nichts dagegen tun (außer aussteigen). Da unser Leben aber lediglich aus dem Gleichgewicht geraten ist, können wir es wieder ins Gleichgewicht bringen.

Wann immer unser Leben aus der Balance gerät, treten die auf Seite 16 geschilderten Symptome und persönlichen Störungen auf. Disbalance tut weh.

Leben im Gleichgewicht

Die Waage des Lebens hängt offensichtlich schief. Der Preis unserer hektischen Zeit? Das ist der Irrtum, dem viele unterliegen. Tatsächlich kann man auch heute noch ausgeglichen, erfolgreich und zufrieden leben. Die Disbalance des Lebens ist reparabel und vermeidbar. Auch heute noch kann jeder ein Leben im Gleichgewicht aus beruflichem Erfolg, persönlicher Zufriedenheit und privatem Glück führen. Aber: Dieses Gleichgewicht stellt sich nicht von selbst ein. Wer darauf wartet, dass die Zeiten sich ändern, dass es endlich mehr Kindertagesstätten, weniger überfordernde Chefs, verständnisvollere Kollegen oder vernünftige Kunden gibt, der wartet, bis er schwarz ist.

Vom Abwarten kommt nichts ins Gleichgewicht

Das Gleichgewicht muss man suchen und das eigene Leben aktiv wieder ins Lot bringen. Das ist Arbeit, das kommt nicht von allein. Das haben Sie bereits bemerkt. Schließlich sind Sie schon aktiv geworden. Sie haben zum Buch gegriffen. Das Schöne daran: Es braucht nicht viel, um das eigene Leben ins Gleichgewicht zu bringen. Man braucht kein Studium, keinen dreistelligen IQ, kein Vermögen, keinen Sitz im Vorstand und keine stundenlangen Seelenspaziergänge dazu. Man braucht überhaupt keine besonderen Fähigkeiten dafür. Man muss es lediglich tun. So gesehen ist das Leben gerecht: Jeder kann ein Leben im Gleichgewicht führen.

Wie das geht, zeigt das Buch für die sechs wesentlichen Lebensbereiche, die wieder ins Lot gebracht werden müssen. Es sind nur sechs, nicht mehr. Wenn diese sechs Sektoren aufeinander abgestimmt sind, ist unser Leben im Gleichgewicht und wir erleben diese Glücksmomente, die wir so schätzen. Diese sechs Sektoren sind noch nicht einmal neu. Wir kennen sie alle. Wir bekommen sie lediglich bislang nicht unter einen Hut. Es sind:

• Arbeit und Beruf (s. Kapitel 2): Wir arbeiten zu viel, leben zu wenig.

• Die sozialen Kontakte (s. Kapitel 3): Weil wir in Sektor 1 zu viel tun, verarmen wir sozial.

• Emotionale Bindungen (s. Kapitel 4): Familie und Beziehung bleiben auf der Strecke.

• Intellektuelle Entwicklung (s. Kapitel 5): Wir tun so viel für andere – doch dabei verarmt der eigene Geist. Feed your mind!

• Die körperliche Gesundheit (s. Kapitel 6): Muss dazu noch etwas gesagt werden?

• Spiritualität (s. Kapitel 7): Es muss doch noch mehr geben! Gibt es. Finden Sie es.

Wo ist die Disbalance?

Sie fühlen sich unzufrieden? Sie haben das Gefühl, Ihr Leben sei aus der Balance? Bevor wir es wieder ins Lot rücken, sollten wir feststellen, was überhaupt aus dem Lot geraten ist.

Stellen Sie sich einen Hochseilartisten vor, der auf einem Seil balanciert. Er hat eine Balancierstange in den Händen. Während der Artist balanciert, hängt der Zirkusclown an das linke Ende der Stange einen 40 Kilo schweren Kartoffelsack. Was passiert? Der Artist gerät aus der Balance, weil die Gewichte nicht mehr gleichmäßig verteilt sind.

Das Leben ist etwas komplizierter als eine Hochseilnummer. Wir haben sechs Gewichte, die wir ausbalancieren müssen. Deshalb stimmt der alte Spruch „Berufliches und Privates unter einen Hut bringen“ nicht wirklich: Es sind eben nicht nur zwei Dinge, die man unter einen Hut bringen müsste. Dann wäre das Ganze nicht so schwer.

Wo ist in Ihrer Balancenummer das Ungleichgewicht? Stellen Sie sich die sechs Lebensbereiche vor. Das fällt Ihnen leichter, wenn Sie es mit bildhafter Unterstützung (s. Grafik, Seite 20) machen.

Zeichnen Sie die sechs Radsegmente ein (wie Tortenstücke in einer Torte), deren Namen rechts neben dem Rad stehen. Was bekommt den größten Teil der Radinnenfläche? Jener Lebensbereich, der aktuell am wichtigsten für Sie ist. Dann kommt der Zweitwichtigste und so weiter. Kleiner Hinweis: Verteilen Sie die Radsegmente nach der aktuellen Wichtigkeit, nicht nach der gewünschten. Also so, wie Ihr Leben derzeit ist, nicht, wie es eigentlich sein sollte. Nehmen Sie am besten dafür einen Bleistift, weil man oft beim ersten Mal die richtigen Proportionen nicht erwischt.

Das Rad der Work-Life-Balance (WLB)

Finden Sie das Rad so in Ordnung, harmonisch aufgeteilt? Sicher nicht. Sonst hätten Sie nicht zu diesem Buch gegriffen. Die Größenverteilung der „Tortenstücke“ wird Ihnen nicht gefallen. Da sind Stücke dabei, die viel zu groß sind. Andere sind zu klein. Gerade deshalb ist das Leben aus dem Gleichgewicht – das Rad läuft quasi unrund. Wenn es das Rad eines Autos wäre, müsste man es zum Auswuchten in die Werkstatt geben. Sie können nun jenen Radbereich auswählen, der Sie am stärksten nach unten zieht, und sofort in dieses Kapitel springen. Sie können aber auch das Buch ganz normal von vorn bis hinten lesen, weil im Grunde – das haben Sie sicher schon bemerkt – alle Lebensbereiche irgendwie zusammenhängen.

No rules, just right

Wie sähe denn die Verteilung der Segmente innerhalb des WLB-Rades aus, wenn Ihr Leben im Gleichgewicht wäre? Zeichnen Sie die Verteilung ruhig einmal auf ein Blatt. Merken Sie etwas? Allein die bloße Vorstellung von einem Leben in Balance bringt Sie Ihrem inneren Glückspunkt näher.

Wie muss denn das WLB-Rad aussehen, wenn ein Leben im Gleichgewicht ist? Diese Frage wird bei Seminaren häufig gestellt. Sie ist verständlich, wenn auch die Antwort anders ausfällt, als die meisten erwarten: Es gibt kein Musterleben.

Man kann also nicht sagen: „50 Prozent Arbeit, 20 Prozent soziale Kontakte, 15 Prozent Familie … und Sie werden garantiert glücklich!“ Einige Menschen finden das enttäuschend: „Och, es gibt kein Patentrezept!“ Die meisten finden das jedoch ausgesprochen gut: „Keine Regeln? Dann kann ich also ganz allein bestimmen, was gut für mich ist?“ Exakt.

Jeder Mensch hat seinen eigenen inneren Glückspunkt

Jeder hat seine eigene Balance. Das Gleichgewicht eines Menschen unterscheidet sich von dem jedes anderen Menschen. Die Balancepunkte sind so unterschiedlich und unverwechselbar wie Fingerabdrücke. Einer erreicht diesen Glückspunkt mit zwölf Stunden Arbeit am Tag, ein anderer mit sechs Stunden – und beide sind glücklich dabei! Warum? Weil es nicht darum geht, vorgeschriebene Radsegmentgrößen einzuhalten, sondern exakt jene Segmentgrößen zu finden, bei denen Sie Ihren inneren Glückspunkt erreichen. Genau das machen wir in den folgenden sechs Kapiteln. Wir suchen für jeden der sechs Sektoren Ihren persönlichen Glückspunkt.

2

ARBEIT UND BERUF: ZU VIEL ARBEIT, ZU WENIG LEBEN

Balancing im Betrieb

Work-Life-Balancing-Programme gibt es schon seit etlichen Jahren in vielen US-Unternehmen, seit wenigen Jahren auch in einigen deutschen. Nicht alle tragen das modische Label „Work-Life-Balance“, doch alle unterstützen den Ausgleich zwischen der Arbeit und dem Rest vom Leben. Diese Programme stehen seit einiger Zeit verstärkt in der öffentlichen Diskussion. Die Zeit (Ausgabe 46/2001) nennt einige deutsche Unternehmen, die Balancing-Programme anbieten:

Bei BMW gibt es über 350 verschiedene Arbeitszeitkonzepte, darunter auch 1.100 Telearbeitsplätze (Home Offices), die übrigens zu 70 Prozent von Männern genutzt werden. Zirka 200 Mitarbeiter jährlich nutzen das Sabbatical, im Schnitt 2,5 Monate lang (superlanger Urlaub sozusagen).

VW beteiligt sich an der „Work-Life-Balance-Initiative“ des Bundesfamilienministeriums, das Vätern mehr Spielräume bei der Arbeitszeitgestaltung einräumt.

Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit erhielt in 2001 den Preis der Hertie-Stiftung für sein vorbildliches Programm zur Betreuung der Kinder von Mitarbeitern während der Schulferien.

„Boxenstopp“

Bei Porsche in Zuffenhausen läuft seit 2001 das Programm „Boxenstopp“, bei dem sich Mitarbeiter in der Elzthal-Klinik im Schwarzwald durchchecken und sich auf Vordermann bringen lassen können.

Das heißt: Viele Firmen unterstützen bereits aktiv die Work-Life-Balance. Ihre Firma vielleicht auch? Wenn Sie nicht sicher sind: Fragen Sie Ihren zuständigen Personalreferenten.

Der freut sich darüber. Denn diese Programme sind nicht immer so präsent, dass man sie auf den ersten Blick sieht. Ist die Antwort „Nein“, dann wiederholen Sie diese Nachfrage einmal im Quartal und bitten Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen, das ebenfalls zu tun. Spätestens nach zirka einem Jahr haben Sie das Programm damit in Gang gesetzt. Und kommen Sie nicht mit der Ausrede: „Unsere Geschäftsführung lässt sowieso nicht mit sich reden!“ Das mag für goldgepresste Büroklammern gelten. Für Work-Life-Balance (WLB) gilt das nicht, weil das zurzeit ein so genanntes Buzzword ist. Will heißen: WLB ist „in“. Manager und Unternehmen können sich mit einer WLB-Initiative profilieren. Also werden Sie vorstellig. Wenn Sie clever sind, bieten Sie sich gleich als Projektleiter für das WLB-Projekt an.

Do it yourself

Selbstbewusste Mitarbeiter und Führungskräfte auf allen Hierarchieebenen warten in der Regel nicht, bis ihr Unternehmen eine WLB-Initiative startet. Sie ergreifen selbst die Initiative.

Horst Schlegel zum Beispiel, ein Entwicklungsingenieur bei einem Investitionsgüter-Hersteller nahe Ulm, betrieb Balancing, lange bevor das Wort erfunden wurde. Er sagte schon vor 20 Jahren zu seinem Chef: „Ich werde künftig vier Tage pro Woche im Büro sein. Den fünften arbeite ich zu Hause. Ich brauche einen Tag, an dem nicht alle fünf Sekunden die Tür aufgeht und einer etwas von mir will. Wenn Sie möchten, dass ich meine Projekte termingerecht abliefere, sagen Sie Ja.“ Sein Chef sagte Ja und steht 20 Jahre später noch immer zu seinem Wort.

Dieses Beispiel zeigt nicht nur, dass Work-Life-Balance keine unverhoffte Kollektivbeglückung ist, sondern in erster Linie Sache jedes Einzelnen. Es zeigt auch, warum so viele gut geführte Unternehmen Balancing-Programme anbieten. Nicht, weil die Arbeitgeber es so gut mit ihren Mitarbeitern meinten, sondern weil sie früher als jede Gewerkschaft erkannt haben, dass die heutige Hektik ihnen ihr Humankapital kaputtmacht. Maschinen müssen gepflegt werden, damit sie laufen, also warum nicht auch Menschen? Schließlich sind Maschinen leichter zu ersetzen als Menschen.

Falls Sie sich zurzeit mit dem Gedanken tragen, Ihren Job zu wechseln, nehmen Sie ins Anforderungsprofil für Ihren neuen Arbeitgeber auch die Work-Life-Kompetenz auf. Selbst wenn das Unternehmen nichts in dieser Richtung bieten kann, es macht bei der Bewerbung einen guten Eindruck, zu wissen, was man will.

In Firmen ohne WLB-Programm ist Work-Life-Balance oft nur eine Frage von „Trau-dich!“

Schlagen Sie Ihrem Vorgesetzten Ihre konkreten WLB-Wünsche vor. Trauen Sie sich. Er wird nicht zu allen Vorschlägen Nein sagen können. Tut er’s doch, können Sie in einen anderen Unternehmensbereich wechseln. Oft sind die WLB-Angebote in anderen Bereichen besser. Schauen Sie sich um. Wer sucht, der findet.

Was ist zu viel Arbeit?

Woher wusste Horst Schlegel, dass er künftig nur noch vier Tage am Arbeitsplatz sein möchte? Woher wusste er, dass er gerade mit vier Tagen seine Balance, seinen inneren Glückspunkt finden würde? Keine leicht Frage.

Die meisten Leute haben heute das Gefühl: „Ich arbeite zu viel!“ Stress, Hektik und Leistungsdruck bestimmen unseren Alltag. Fast jeder leidet heute unter (mindestens) einem Stresssymptom: Magenprobleme, Kreuzschmerzen, zu viel Rauchen, Essen, Trinken, Tablettenschlucken, Übergewicht, Hautprobleme, Kopfweh … Jeder würde deshalb gern weniger arbeiten. Manche von uns sagen das bereits seit Jahren – aber sie tun’s nicht. Sie arbeiten immer noch nicht weniger. Warum? Weil die meisten von uns überhaupt nicht wissen, wie viel „weniger“ ist.

Wie viel ist „weniger“?

Das heißt, wir wissen nicht, wo im Sektor Arbeit unser innerer Glückspunkt liegt. Ganz deutlich erkennt man dieses Fehlen des Zielpunktes an Äußerungen wie: „Wenn ich weniger arbeiten würde – was fange ich denn mit der vielen Freizeit an?“ Das bedeutet, es ist überhaupt nichts da, mit dem die Waage wieder ins Gleichgewicht kommt, wenn auf der einen Waagschale etwas weggenommen wird: Auf der anderen Waagschale ist nämlich nichts. Eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass offensichtlich etwas im Ungleichgewicht ist. Der Ausgleich fehlt!

Wir arbeiten oft zu viel, weil wir nicht wissen, was wir von unserer Arbeit erwarten – außer Geld natürlich

Wer das Gefühl hat, zu viel zu arbeiten, sollte zuerst einmal herausfinden: Was bedeutet „zu viel“? Was wäre denn die richtige Menge Arbeit? Wenn Sie diese Frage zu beantworten versuchen, werden Sie schnell feststellen, dass Sie nicht wissen, womit Sie Ihre Arbeit messen sollen. In Stunden offensichtlich nicht. Denn kein Mensch weiß, ob er seinen inneren Glückspunkt bei vier, sechs, acht oder 20 Stunden erreicht. Warum nicht? Weil man nicht wegen der Stunden arbeitet, sondern wegen etwas anderem. Und genau von diesem anderen müssen wir genug bekommen, wenn es sich lohnen soll zu arbeiten. Und nun der Clou: Die meisten von uns wissen nicht (mehr), was dieses andere ist.

Wir arbeiten rein gefühlsmäßig mehr als nötig – nötig wofür? Dieses Wofür sollten wir zuerst herausfinden. Dann können wir auch sagen, wie viel wir arbeiten sollten, um dieses Wofür zu erreichen.

Wofür arbeiten Sie?

Sie arbeiten natürlich für das, was Ihnen wichtig ist. Doch was ist das? Kreuzen Sie an; selbstverständlich mit Mehrfachnennungen. Was mir in Bezug auf meine Arbeit wichtig ist:

• Wirtschaftliche Sicherheit

• Sicherer Arbeitsplatz

• Erfolgserlebnisse

• Status, Position, Prestige, Macht, Einfluss, Ansehen

• Interessante Leute kennen lernen

• Austausch unter gleich Gesinnten

• Mit kompetenten Leuten zusammenarbeiten

• Ich möchte einfach nur in Ruhe meine Arbeit machen.

• Ich möchte meine Arbeit so gewissenhaft machen, wie ich mir das vorstelle.

• Sie soll mir einen bestimmten Lebensstil ermöglichen.

• Ich möchte an technischen Neuerungen mitarbeiten.

• Gelegenheit zur Selbstverwirklichung

• Meine Arbeit soll mit meinen Werten übereinstimmen.

• Spaß

• Anerkennung von Vorgesetzten, Kunden, Mitarbeitern, der Gesellschaft, dem Freundeskreis

• Meine Arbeit soll Sinn machen.

• Sie soll mir Gelegenheit geben, mich für Menschen und Gesellschaft nützlich zu machen.

• Durch meine Arbeit soll die Welt ein bisschen besser werden.

• Sie sollte mir genügend Zeit für meine Familie lassen.

• Karriere

• Ich möchte meine Ideen einbringen können.

• Was ist Ihnen außerdem besonders wichtig?

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Das Aha-Erlebnis der Arbeit

Wenn unsere Teilnehmer im Coaching oder Seminar die obige Checkliste durchgehen, haben sie immer ein Aha-Erlebnis. Viele sehen zum ersten Mal in ihrem Leben schwarz auf weiß, was ihnen wirklich wichtig ist an ihrer Arbeit. Das ist durchaus paradox. Da arbeitet man zehn, 20, 30 Jahre lang und erfährt nun plötzlich, was einem eigentlich wichtig daran ist! Bezeichnenderweise besteht so lange auch die Disbalance. Denn das eine hängt ursächlich mit dem anderen zusammen.

Warum kommt dieses Aha-Erlebnis erst jetzt? Sind wir zu dumm, um zu wissen, was uns wichtig ist bei der Arbeit? Nein, wir hatten dafür lediglich nie Zeit. Genauer: Wir haben uns nie die Zeit genommen, darüber nachzudenken. Vielleicht auch, weil wir Angst vor den Ergebnissen hatten. Denn oft vermuten wir tief im Innern (nicht ganz ohne Grund, schließlich spüren wir die Disbalance), dass unsere Arbeit uns nicht wirklich das gibt, was wichtig für uns ist. Selbst wenn dies bei der Checkliste herausgekommen sein sollte: keine Panik. Dass Ihr Job nicht so toll ist, wie Sie vermutet haben, oder ebenso unergiebig, wie Sie befürchtet hatten, heißt noch lange nicht, dass Sie ihn hinwerfen sollen!

Sie sind nicht dabei, Ihren Job mies zu machen. Sie sind vielmehr dabei, wieder mehr Kontrolle über Ihr Leben zu bekommen.

Und das beginnt damit, dass Sie erfahren, was Ihnen eigentlich wichtig an der Arbeit ist. Was fangen Sie mit dieser Erfahrung an? Sie stellen eine Frage dazu.

Bekommen Sie, was Ihnen wichtig ist?

Sie haben eben in der Checkliste einige Punkte angekreuzt. Eben das, was für Sie wichtig bei der Arbeit ist. Frage: Was Sie angekreuzt haben – gibt Ihnen Ihre Arbeit das überhaupt? Gibt sie es Ihnen in ausreichendem Maße?

Wenn wir ehrlich sind, stellen viele von uns fest: nein. Logisch, denn sonst gäbe es keine Disbalance. Nehmen wir an, Ihnen sei X ganz wichtig bei der Arbeit. Sie bekommen aber Y oder nur ein halbes X. Exakt das gibt uns das Gefühl, dass unser Leben arbeitsmäßig aus dem Lot ist. Das Ungleichgewicht lautet: viel Arbeit – wenig X!

Jeder Frustration wohnt eine Lösung inne

Für die meisten ist dies eine ernüchternde bis frustrierende Erkenntnis: Sie bekommen nicht das von der Arbeit, was sie sich eigentlich davon erwarten. Bei manchen bricht nach dieser Erkenntnis eine Welt zusammen. Im Seminar und beim Coaching kann man den Erkennenden emotional auffangen. Wenn keiner in der Nähe ist: Machen Sie’s selbst. Fangen Sie sich auf! Das geht. Bleiben Sie nicht zu lange in der Frustration hängen.

Wenn Ihnen Ihre Arbeit nicht genug gibt, holen Sie sich’s eben. Sie haben dazu zwei Möglichkeiten:

• Sie werfen den Job hin, wenn absolut keine Aussicht auf X besteht (natürlich erst, nachdem Sie sich nach einem neuen Job mit mehr X umgesehen haben).

• Sie verändern Ihre Arbeit so lange, bis sie mehr X hergibt. Geht das überhaupt? Sicher, das geht mit jeder Arbeit. Ganz einfach dadurch, dass Sie Prioritäten setzen.

Setzen Sie Prioritäten

Was wollen Sie in Zukunft von Ihrer Arbeit, damit Sie sich dabei im Gleichgewicht fühlen? Die Antwort ist einfach: Das, was Sie in der Checkliste zuvor angekreuzt haben. Sicher haben Sie nicht nur das zitierte X, also einen Wunsch, sondern mehrere Wünsche angekreuzt. Allein diese Vielfalt verwirrt die meisten von uns. Sie sind überrascht von dem, was sie von ihrer Arbeit erwarten, und überrascht, dass es so viele, teils recht unterschiedliche und manchmal auch widersprüchliche Dinge sind. Das ist verwirrend. Das stiftet nicht die Klarheit, die wir brauchen, um wieder Kontrolle über unser Leben zu bekommen. Also schaffen wir diese Klarheit.

Priorisieren Sie die Wünsche an Ihre Arbeit

Stellen Sie sich die Frage: Was ist am allerwichtigsten für mich? Worauf würde ich in Zukunft auf keinen Fall verzichten wollen? Es gibt eine innere Reihenfolge der Dinge, die fühlbar ist, wenn wir ihr einige Minuten nachspüren. Schreiben Sie Ziffern neben Ihre Wünsche in der Checkliste. Benutzen Sie zunächst dafür einen Bleistift, weil beim Priorisieren die Schwerpunkte einige Male wechseln können, bis sie emotional passen. Diese Reihenfolge muss in fünf Jahren nicht mehr dieselbe sein. Die Prioritäten ändern sich, weil und wenn wir uns ändern. Also nehmen Sie diese Prioritätenliste ruhig einmal im Jahr zur Hand und überprüfen Sie sie. Damit haben Sie bereits Ihre erste prophylaktische Balancing-Maßnahme kennen gelernt:

So vermeiden Sie Disbalancen: Schauen Sie sich regelmäßig die Prioritätenliste Ihrer Arbeit an. Stimmt sie noch? Was hat sich geändert? Was also müssen Sie an Ihrer Arbeit ändern?

Unsere Arbeit ist wie eine Hose, von der man sich nicht trennen möchte. Wenn sie nicht mehr passt, machen wir sie passend. Sie sollten Ihre Prioritätenliste immer dann überprüfen, wenn Ihre Lebenssituation sich ändert. Denn dann ändern sich Prioritäten oft mit. Noch ein Tipp: Wenn Sie Ihre Prioritäten festgelegt haben, legen Sie die Liste beiseite und gehen Sie essen oder überschlafen Sie sie. Danach kann es nämlich sein, dass Sie einige der Prioritäten umstellen. Sie sehen daran auch, warum unser Leben so oft aus dem Lot ist: Wir kennen unsere Prioritäten viel zu wenig. Deshalb verstoßen wir ständig ungewollt gegen sie. Wir kennen sie so wenig, dass wir viele Anläufe brauchen, um sie endlich herauszufinden.

Weil einige Menschen uns das oft fragen: Bei der Priorisierung gibt es kein Falsch oder Richtig. Niemand kann also sagen: „Der Sinn einer Arbeit muss an erster Stelle stehen – sonst kann man kein ausgeglichenes Leben führen.“ Das ist das Schöne am Balancing: Jeder Mensch hat seine eigenen Prioritäten.

Sie können also die Prioritäten zweier Menschen nicht vergleichen und sagen: „Seine sind besser, ihre sind schlechter.“ Mancher sagt: „Natürlich muss meine Arbeit einen Sinn machen – sonst wäre das alles ja sinnlos!“ Der andere sagt: „Wozu? Meine Arbeit muss keinen Sinn machen. Hauptsache, ich werde so gut bezahlt, dass ich mir das leisten kann, was ich mir im Leben leisten möchte.“ Wer hat Recht? Beide. Jeder sucht in der Arbeit, was ihm gut tut, was ihn zum inneren Glückspunkt führt. Wo genau dieser Glückspunkt liegt, ist egal. Hauptsache, Sie erreichen ihn.

Prioritäten geben dem Leben eine Richtung, eine Orientierung, eine Klarheit und damit Motivation. Prioritäten sagen: Richte dich nach uns, und dein Leben wird ausgeglichen sein.

Unser Leben ist nicht deshalb so oft aus dem Gleis, weil die Welt so hektisch ist (sie ist es), sondern weil wir uns so oft ungewollt gegen unsere eigenen Prioritäten verhalten.

Verletzte Prioritäten verursachen Disbalance

Wir sagen Ja, wenn wir Nein sagen sollten, weil wir nicht wissen, was wir eigentlich wollen – und leiden darunter. Sie kennen nun Ihre beruflichen Prioritäten. Was fangen Sie damit an? Sie passen Ihre Arbeit Ihren Prioritäten an. Richtig: Die meisten Menschen machen es genau andersherum. Daher kommen die Disbalancen im Sektor Arbeit.

Passen Sie die Arbeit Ihren Prioritäten an

Kaum haben sie ihre Prioritäten aufgestellt, ist vielen Menschen sofort klar, was sie an ihrer Arbeit, ihrem Job, ihren Aufgaben und Verpflichtungen ändern sollten, um zufriedener zu sein, um sich aufs persönliche Gleichgewicht zuzubewegen. Das ist das Schöne an Prioritäten: Sie zeigen, was nötig ist.

Jede Arbeit bietet genügend Freiräume, um mehr von dem zu bekommen, was Sie sich von der Arbeit wünschen. Sie brauchen diese Freiräume nur zu entdecken und zu nutzen. Wenn Sie zum Beispiel unter der Sinnlosigkeit der Arbeitshektik leiden, dann suchen Sie aktiv nach Aufgaben, Tätigkeiten und Projekten bei Ihrer Arbeit, die noch Sinn bieten. Wenn es keine oder nicht ausreichend davon gibt, schaffen Sie selbst welche. Es gibt immer Freiräume. Nutzen Sie sie.

Stefanie ist Kundenberaterin im Innendienst eines großen deutschen Unternehmens. Sie hasst es, ihre Kunden unter Zeitdruck und ständigen Störungen der Alltagshektik abfertigen zu müssen. Seit sie die Checkliste (s. Seite 27) ausgefüllt hat, weiß sie auch, warum: Ungestörte Kundengespräche sind für sie wesentlich zur Erreichung ihrer Arbeitsbalance. Also beginnt sie, besonders guten Kunden Termine für ausführliche Gespräche an ruhigen Wochentagen und nach Feierabend anzubieten. Manchmal kommt sie dafür auch extra am Samstag ins Büro. Weil die Kunden ebenfalls meist sehr hektisch sind, klappt die Terminverlegung nur in drei von zehn Fällen. Doch Stefanie reicht das schon: „Diese drei guten Gespräche pro Woche geben mir, was ich von meiner Arbeit erwarte. Außerdem habe ich ja erst damit begonnen, mir meine Arbeit passend zu machen. Bis in einem halben Jahr habe ich die Quote sicher gesteigert.“

Manchmal sind die Freiräume nicht ausreichend: Sie möchten noch mehr X von Ihrer Arbeit, wissen aber nicht, wie. Manche sagen dann: „Mein Job bietet eben nicht ausreichend …“ Das ist genau so, als wenn Sie sagen würden: „Mein Auto springt nicht an – ab auf den Schrottplatz damit.“ Sie machen es sich zu einfach.

Von nichts kommt nichts. Wie erarbeiten Sie sich mehr Freiräume, damit Sie mehr X in Ihrem Job bekommen?

Erarbeiten Sie sich Freiräume: die Wünsche-werden-wahr-Methode