WOW MOM - Lisa Harmann - E-Book
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WOW MOM E-Book

Lisa Harmann

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Beschreibung

Von den Macherinnen des größten Elternblogs Deutschlands - Stadt Land Mama - kommt jetzt das Must-have-Buch für alle Frauen mit Kindern. Authentisch, wertschätzend und hoch identifikatorisch beschreiben die beiden Mama-Bloggerinnen Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim was es braucht, damit Mütter im Familientrubel nicht untergehen und sich zwischen Fürsorge und Loslassen selbst verlieren. Denn irgendwann kommt er, der Tag, an dem wir als Mutter denken: Huch, mich gibt's ja auch noch! Wo bin ich eigentlich geblieben in all der Zeit mit den Kindern? Wer will ich sein, was tut mir gut? Wie lassen sich altes Ich und neues Ich zu einem glücklichen Ganzen zusammenfügen? Da schlummert doch noch mehr in uns! Eine große Chance, uns wieder auf uns und unsere individuellen Bedürfnisse zurückzubesinnen. Ganz ohne schlechtes Gewissen! Dieses Buch soll ein Wegweiser sein – zurück zu uns selbst. Zu der Person, die wir waren – und, ja, auch immer noch sind. Mit Gastbeiträgen von Ildikó von Kürthy, Herbert Renz-Polster, Jasmin Gerat, Laura Karasek, Teresa Bücker, Stefanie Stahl und vielen mehr. Illustrationen von Kera Till.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 268

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Lisa Harmann | Katharina Nachtsheim

WOW MOM

Der Mama-Mutmacher für mehr Ich in all dem Wir

FISCHER E-Books

Inhalt

[Widmung][Motto]VorwortKleiner Zwischenruf der Autorinnen zu BeginnWow, bin ich überraschtWow, bin ich selbstkritischWow, bin ich gefordertWow, bin ich neugierigWow, bin ich erschöpftWow, bin ich enttäuschtWow, bin ich liebevollWow, bin ich zerrissenWow, bin ich gereiztWow, bin ich starkWow, bin ich sehnsüchtigWow, bin ich angekommenThe Making-ofDankUnsere GastautorInnen, ExpertInnen und InterviewpartnerInnen

Für uns alle

Zwei Dinge, die wir am meisten lieben:

1. Zeit mit unseren Kindern

2. Zeit ohne unsere Kinder

Vorwort

… and NOW, MOM …! Jetzt bist du wieder dran!

Wow, dein Mutterwerden ist das wohl Faszinierendste, das du je erlebt hast. Und bislang hast du dich ganz gut durch die Gefühlsachterbahn gewurschtelt, die so ein Leben als Familie mit sich bringt.

 

Nun sind da plötzlich wieder Lücken, die sich in deinem Alltag auftun … Zeit für dieses Buch etwa. Raum für dich.

 

Endlich kannst du mal wieder machen, was du willst. Aber, huch, was ist das eigentlich? Was tut dir wirklich gut, was brauchst du auf dem Weg zurück zu dir selbst? Wie geht es dir eigentlich in all dem Wir?

 

In den letzten Jahren hattest du vermutlich nicht viel Zeit, dich oft und ausgiebig um deine eigenen Bedürfnisse zu kümmern, und auch heute sind die Zeitfenster vielleicht noch klein. Aber sie sind da – und wollen genutzt und mit Leben gefüllt werden.

 

Das Auftauchen aus der Baby- und Kleinkindphase lässt dich frische Luft schnuppern. Alte Leidenschaften leben wieder auf, und neue kommen hinzu. Jetzt ist die Zeit, die besten Seiten deiner Welt als Mutter mit den besten Seiten deines Lebens als Frau zu verknüpfen. 

 

Wir freuen uns, dir zusammen mit großartigen GastautorInnen und ExpertInnen mit WOW MOM in dieser besonderen Phase zur Seite zu stehen, dich zum Lachen und Nachdenken zu bringen und dir Mut zu machen – für deinen ganz eigenen, künftigen Weg. Und der beginnt genau … jetzt.

 

Schön, dass du da bist!

 

Lisa und Katharina

 

 

 

PS Dieses Buch entstand gefühlt an acht Freitagen im Mai. Ein Wunder, dass ihr es jetzt in der Hand halten könnt.

Kleiner Zwischenruf der Autorinnen zu Beginn

Vielleicht hast du schon unser erstes Buch gelesen: »Wow Mom – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind«. Vielleicht kennst du unseren Blog »Stadt Land Mama«, möglicherweise bist du aber auch durch Zufall an dieses Werk geraten. Wie dem auch sei.

 

Ein Buch für Mütter zu schreiben, in dem es um mehr Ich in all dem Wir geht, war uns schon lange ein Bedürfnis. Denn wenn wir eines in unserer Mutterschaft gelernt haben, dann, dass wir als Frauen nicht untergehen dürfen in all der Liebe und Fürsorge zu unseren Kleinen. Wir wollten dieses Buch unbedingt und waren voller Motivation und Ideen.

 

Dann kam Corona.

 

Draußen stand alles still – und drinnen tobte bei uns das Leben. 24 Stunden, rund um die Uhr, alle immer zusammen. Wir mussten, wie viele andere Eltern, zwischen Homekitaing, Homeofficing und Homeschooling über unsere Grenzen gehen. Weniger Ich in all dem Wir war im Grunde nie. Oder sagen wir: Seit der Babyphase nicht mehr.

 

Sollten wir in dieser Zeit wirklich ein Buch über mehr Freiheiten schreiben, fragten wir uns? Wann, wenn nicht jetzt, antwortete der Verlag. Ein Mutmacher für all jene von uns, die da draußen verzweifeln und sich jetzt endlich mal ein bisschen Freiheit zurückholen wollen. Oder vielleicht nur einen kleinen Stups für eine Mini-Auszeit brauchen.

 

Ja, jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, sahen wir ein. Gerade jetzt. Denn nie war es wichtiger, uns selbst und unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen. Möge dieses Buch ein guter Beginn für deine Zeit werden. Wir freuen uns, dich hiermit ein Stückchen auf deinem Weg begleiten zu dürfen. Für mehr Ich in all dem Wir! 

Wow, bin ich überrascht

 

Von Lisa

Schwimm dich frei! Vom Weg zurück zu dir selbst

Das Leben mit Kindern ist so unvorhersehbar wie ein gutes Drehbuch. Immer wieder bringt es uns zum Staunen, lässt uns mitfiebern und uns auch öfter mal vor Spannung die Decke über den Kopf ziehen. Täglich wollen wir wissen, wie es weitergeht! Was für eine emotionale Achterbahn dieses Ding namens Leben doch ist! Gerade als Familie passieren einfach immer wieder Dinge, mit denen wir so niemals gerechnet hätten …

 

Bevor ich Kinder bekam, dachte ich, ich könnte schwimmen. Ich hielt mich brustschwimmend in einem Pool über Wasser. Klar kam da auch mal einer mit ’ner Arschbombe rein, und es schwappte und spritzte. Aber die Farbe des Wassers, der Geruch nach Chlor, das schützende Dach über dem Kopf, das blieb alles gleich und war verlässlich. Ich fühlte mich sicher.

 

Dann wurde ich Mutter.

 

Aus meinem kleinen übersichtlichen Pool wurde ein tosendes Meer. Nichts war mehr planbar, jeder Tag – ach was, jede Schwimmbewegung! – eine neue Überraschung.

 

Ich musste mich erst mal an die Wellen gewöhnen, an die verschiedenen Wetterlagen, an die sich dauernd ändernden Gezeiten. An Regen und Sonne von oben, an Stromschnellen und die Tiefe von unten. An Sand, Salz und Algen, von Fischen ganz zu schweigen. Und klar geriet ich auch mal unter Wasser. Ruderte wild wie ein Hund, war unendlich erschöpft und brauchte Hilfe. Bitte nicht noch eine Welle jetzt! Nicht noch ein Sturm! Man reiche mir eine Luftmatratze, damit ich mich kurz in der wärmenden Sonne ausruhen und wieder zu Kräften kommen kann!

 

Puh. Und wie viel schöner so ein ruhiges Sonnenbad ist, wenn es nicht mehr der Normalzustand ist! Was für ein Genuss.

 

Alles, auch unsere Gefühlswelt, ist so viel intensiver geworden. So facettenreich und unvergleichlich. Und gleichzeitig so kräftezehrend und unvorhersehbar. Denn als Mütter schalten wir ja nie ganz ab. Selbst in den Ruhephasen auf der pinken Luftmatratze nicht. Da ist immer noch der Hintergedanke, dass einen doch hinterrücks wieder jemand von der Matte ziehen und ins kalte Wasser stoßen könnte. Permanent in Habachtstellung, um reaktionsfähig zu bleiben. Für uns und unsere Lieben.

 

Irgendwann stellen wir uns auf all die Unwägbarkeiten ein. Begreifen das wilde Meer mit seinen Chancen und lernen neben dem Brustschwimmen auch noch Kraulen, Schmetterlings- und Rückenschwimmen, perfektionieren unsere Tauchgänge und wissen irgendwann sogar, wie mit einem Schnorchel umzugehen ist, der uns in den ganz intensiven Phasen mit Luft versorgen kann.

 

Aber wir lernen auch, die Ruhephasen als solche zu nutzen, uns einfach mal auf dem Salzwasser treiben zu lassen, wenn es sich ergibt. Genießen. Und danach vielleicht sogar mal ganz bewusst unterzutauchen und nicht wieder ins Strampeln geraten, sondern die Augen öffnen und die bunten Fische da unten betrachten, die von uns bislang unbekannten Welten erzählen.

 

Klar, da ist auch Dunkelheit, da sind Korallen, an denen wir uns verletzen können. Aber wir können nach einiger Zeit darauf vertrauen, schwimmend den Weg an Land zu finden. Wir lernen jeden Tag dazu. Wir gewinnen Technik und Selbstbewusstsein, was uns aber nicht hindert, trotzdem ab und an zu zweifeln. An uns und unseren Schwimmkünsten. Wir entwickeln Muskeln und Ausdauer, auch wenn sie manchmal zu schwinden drohen. Wir werden mutig und dafür belohnt.

 

Aus dem anfänglichen Paddeln sind regelmäßige Schwimmzüge geworden. Mal ruhig, mal energischer. Mal vergleichen wir uns mit denen, die sich von einer Motoryacht übers Wasser fahren lassen, mal mit denen, die früher Leistungsschwimmer waren. Und dann lassen wir das lieber wieder sein, weil wir nun mal alle mit anderen Voraussetzungen in unser Leben und unsere Mutterschaft starten. Und weil es nicht um besser oder schlechter geht, sondern um das, was wir aus unseren jeweiligen Möglichkeiten machen. Und vielleicht ziehen wir jemanden mit, der nicht mal eine Luftmatratze hat?

 

Und dann werden die Kinder größer und schwimmen selbst mal in die eine oder andere Richtung. Und du lässt sie ziehen und vertraust und paddelst weiter, vielleicht wie verrückt, um endlich mal wieder dir selbst zu beweisen, was du noch draufhast. Vielleicht aber auch ganz langsam, um die Ruhe zu genießen und dich dann wieder ganz auf sie zu freuen. Anfangs war es vielleicht noch ungewohnt, aber jetzt kannst du die Momente ohne die Kinder im Blickfeld viel besser genießen.

»In raising my children I have lost my mind

but found my soul.«

Lisa T. Sheperd

Du schaust einfach mal wieder in den Himmel, huch, hast du da lang nicht mehr hingeschaut! Wow, was du alles übersehen hast, während du selbst in dieses neue Abenteuer aufbrachst und gleichzeitig andere kleine Menschen, deine Kinder, mit über Wasser hieltest.

 

Ist das nicht wunderwunderschön? Dieses Wieder-Auftauchen, dieses Wieder-Genießen, dieses Wissen, all das erlebt zu haben und weiter zu erleben und trotzdem wieder Momente für dich zu haben?

 

Und so aufregend diese Jahre auch sind, so möchtest du auf keinen Fall wieder zurück in deinen langweiligen Pool. Also einen Tag vielleicht noch mal, ohne sich um irgendwas und irgendjemanden zu kümmern. Aber für immer? Never.

 

Nein, dafür ist unser Leben viel zu vielfältig, bunt und überraschend geworden. Mit nichts in der Welt wollen wir das mehr tauschen. Und den nächsten Sturm? Den möge der Wettergott bitte wegpusten. Und wenn er doch kommt? Dann halten wir den auch noch aus. Schließlich haben wir Kräfte, von denen wir niemals gedacht hätten, dass wir sie entwickeln könnten. Und wer weiß, was dieser Sturm wieder für Neuigkeiten in unser Leben spült. Langweilig wird es hier jedenfalls nicht mehr – so viel ist gewiss.

Falls ihr mich sucht … Ich befinde mich im Wandel.

Julia Scharnowski: Wie uns unser Mamasein überrascht …

… das erzählt uns Dreifachmutter und »From Mom to Wow«-Coach Julia Scharnowski in diesem kleinen Mutmacher.

 

Mama sein ist ganz besonders. Ganz besonders anstrengend. Das fängt schon in der Schwangerschaft an. Spätestens bei der Geburt, wenn wenige Pfunde Mensch plötzlich dein Leben auf den Kopf stellen. 

 

Mama sein ist ganz besonders. Ganz besonders nervenaufreibend, wenn du irgendwann feststellst, dass dein Kind so ganz anders ist, als du es dir vielleicht immer vorgestellt hast, und dass du eine ganz andere Mutter bist, als du kinderlos immer dachtest. 

 

Mama sein ist ganz besonders. Ganz besonders Furcht einflößend. Vor allem wenn du feststellst, dass dein Kind wunde Punkte in dir berührt oder voll Karacho in welche hineinspringt, von denen du nicht einmal wusstest, dass du sie hast. 

 

Mama sein ist ganz besonders. Eben auch ganz besonders schön, weil wir eine Liebe, eine Faszination und Begeisterung erleben, die unvergleichlich ist. Weil wir Dinge über unsere Seelen und Fähigkeiten erfahren, die uns sonst vielleicht für immer verborgen geblieben wären. 

 

Was macht für dich dein Mamasein besonders?

In eigener Sache:

Dieses Buch wurde von zwei Frauen geschrieben, die jeweils drei Kinder haben und in einer Partnerschaft leben. Und während ihre Männer Vollzeit angestellt sind, arbeiten sie als Selbständige von zu Hause. Einige Texte mögen also Spuren von Mutter-Vater-Kind oder recht klassischen Rollenverteilungen enthalten. Uns ist es aber wichtig zu betonen, dass wir als Mütter zwar nicht alle im selben Boot sitzen, wohl aber im gleichen Gewässer unterwegs sind. Manche winken uns von ihrem Segelboot zu, andere von ihrem Surfbrett oder Floß, auf dem sie sich aus eigener Kraft voranpaddeln. Einige haben viele Kinder, andere eins. Egal, ob Zwillinge, Jungs, Mädchen oder mit Behinderung geborene Kinder, wir stehen alle vor anderen Herausforderungen. Ob alleinerziehend oder in einer Partnerschaft. Ob in homo- oder heterosexuellen Beziehungen. Ob mit selbst geborenen oder adoptierten Kindern. Ob mit angeschlagener Gesundheit oder fit wie ein Turnschuh … Das Leben ist bunt, und wir schauen den Menschen nur vor die Stirn. Wir sehen ihre Rucksäcke, wissen aber nicht, wie viel sie darin wirklich schleppen. Deswegen lasst uns einander die Hand reichen, statt noch am Rucksack zu ziehen. Lasst uns nicht kritisch beäugen, sondern neugierig auf andere Lebensmodelle schauen. Lasst uns mal einen Nachmittag auf der Yacht verbringen und mal einen auf Surfbrett oder Floß und dann zurück auf unser eigenes Gefährt klettern, das uns eine Heimat geworden ist.

Blanke Nerven und das große Glück

Von der Überraschung, wie ambivalent Muttergefühle sein können. Und dass sie so friedlich nebeneinander existieren können …

 

Mich nervt, wenn ich schon vor dem ersten Kaffee irgendwelche lebenswichtigen Kuscheltiere, Sonnenbrillen oder Kugelschreiber suchen muss.

Mich nervt, wenn im Badezimmer eine ganze Flasche klebriger Apfelschorle ausgekippt wird (Was macht die Schorle im Bad?).

Mich nervt, wenn ich mir beim Kochen mehr Mühe gebe als sonst und es deswegen niemand mag.

Mich nervt, wenn alle Türen immer geknallt werden.

Mich nervt, wenn ich alles fünfmal sagen muss, alles fünfmal sagen muss, alles fünfmal sagen muss, alles fünfmal sagen muss, alles fünfmal sagen muss.

Mich nervt, wenn sie ihre Klamotten einfach dahin werfen, wo sie sie ausziehen.

Mich nervt, wenn nichts an der Stelle stehen bleibt, an der es eigentlich stehen soll.

Mich nervt, wenn ich meine Ruhe nicht haben kann, wenn ich sie gerade brauche.

Mich nervt, wenn sie sich so viel streiten.

Mich nervt, wenn ich das Gefühl habe, für nichts genug Zeit zu haben.

Mich nervt, wenn ich sie so sehr liebe, dass die Angst um sie mich aufzufressen droht.

Mir platzt manchmal die Hutschnur wegen solcher Alltagskleinigkeiten. Für einen Moment. Und sobald ich meine Verzweiflung in den Gesamtkontext einordne, zerspringt sie wie eine Seifenblase. Weil sie zu dem gehört, was mein ganzes Glück ausmacht. Dem Leben mit meinen Kindern!

Das ich liebe, weil das ganze Haus so lebendig ist.

Das ich liebe, weil meine Kinder mir so viel beibringen.

Das ich liebe, weil kein Tag dem anderen gleicht.

Das ich liebe, weil alles so viel Sinn macht.

Das ich liebe, weil jede Situation so spannende Wendungen nehmen kann.

Das ich liebe, weil nichts schöner ist als dieses warme Kinderbein, das sich nachts an mich schmiegt.

Das ich liebe, weil der Geruch auf den Haaren so unvergleichlich ist.

Das ich liebe, weil ich über nichts und niemanden so glücklich lachen kann.

Das ich liebe, weil diese jungen Menschen mir die vertrautesten im Leben sind.

Das ich liebe, weil sie mich so bedingungslos lieben wie ich sie, selbst wenn sie »doofe Mama« sagen.

Das ich liebe, weil sie mich manchmal im Alltag verzweifeln lassen und mir im nächsten Moment aufzeigen, dass nichts mehr zählt als ihr Wohlergehen.

Ich bin manchmal genervt. Und ich liebe es.

 

Erstes Kind isst Dreck. Sofort zum Kinderarzt!

Zweites Kind isst Dreck. Eltern waschen ihm den Mund aus.

Drittes Kind isst Dreck. Eltern fragen sich, ob es noch nötig ist, Mittagessen zu kochen.

Viertes Kind … Wir haben ein viertes Kind?!

Wofür ich meiner Mama dankbar bin …

Wie erinnern sich Erwachsene an ihre Mutter? Wir haben Stadt Land Mama-Leserinnen gefragt … Überraschung: Es bleiben vor allem die tollen Momente in Erinnerung! Und glaubt uns, die haben bestimmt auch mal geschimpft oder haben Tränchen in ihr Kissen geweint, wenn sie verzweifelten … es lohnt sich also alles.

 

Bei uns war die Treppe immer der Begegnungsort, wenn uns etwas bedrückte. Dann haben meine Mama und ich uns auf die oberste Stufe gesetzt und dort alles besprochen. Danach haben wir uns in den Arm genommen und sind gemeinsam runtergegangen …

Katharina

Ich bewundere meine Mutter, dass sie nie schlecht über meinen Vater gesprochen hat und während der Trennung immer fair und offen geblieben ist. Sie hat unterstützt, dass ich immer ein gutes Verhältnis mit meinem Vater hatte.

Christiane

Meine Mutter hat mir immer das Gefühl gegeben, dass alles möglich ist, wenn man es nur anpackt. Meine Mutter ist eine totale Macherin, das finde ich toll.

Eilika

Ich hatte furchtbare Gothic-Phasen mit schwarzem Lippenstift und schwarzen Klamotten. Die Leute mobbten mich deswegen, sogar die Lehrer – meine Mama hat immer wie eine Löwin hinter mir gestanden und sich, wenn nötig, mit jedem angelegt!

Meryem

Meine Mama hat meinen ersten Liebeskummer sehr ernst genommen und nie belächelt. Ich habe mich da sehr verstanden und gehalten gefühlt. Ich weiß noch, dass ich zwei Tage nicht zur Schule musste. Am dritten fuhr sie mich dann vors Schultor. Ich saß heulend im Auto, sie legte die Hand auf meine Schulter und sagte: »Du schaffst das.« Und ich schaffte es.

Froya

Meine Mama hat mir die Liebe zum Kochen beigebracht. Sie sagt heute noch, als Kind kam ich von der Schule nach Hause und hab direkt in die Töpfe geguckt.

Julia

Mit 15 wollte ich die eine Seite meiner Haare abrasieren und ein Hundehalsband mit Nieten tragen. Meine Mama hat es mir gekauft und mir die Haare abrasiert. Ihr hat es nicht gefallen, aber ich fühlte mich von ihr sehr unterstützt und akzeptiert. Danke, Mami!

Rosa

Ich denke immer wieder daran, wie liebevoll sie mich gesund gepflegt hat, wenn ich krank war. Oder wenn ich abends nicht schlafen konnte, durfte ich oft noch lange bei ihr sein, damit ich nicht frustriert im Bett liegen musste. Heute weiß ich, wie anstrengend das teilweise gewesen sein muss.

Christiane

Luisa Herrling: »Wenn die Hose nicht passt, ist die Hose falsch, nicht du«

Warum quetschen wir uns in Sachen Mutterschaft eigentlich so oft in viel zu enge Jeans, wo wir doch auch viel gemütlichere Hosen tragen könnten …? Wie viel leichter wir es haben könnten, erklärt uns Coach Luisa Herrling von Mama Time Out.

 

Luisa, du vergleichst Mutterschaft mit deiner Lieblingsjeans – was meinst du damit? 

Ja, Mutterschaft und die Lieblingsjeans haben doch meist eins gemeinsam: Wir können nicht ohne sie, zwängen uns einfach nur irgendwie in sie rein, werden den ganzen Tag von ihr gezwickt und kommen am Ende nicht mehr raus. 

 

Und sind wir mal ehrlich: Wie bei der Lieblingsjeans versuchen wir doch auch in der Mutterschaft viel zu oft, eine »gute Figur« zu machen. In Wahrheit wird uns heute immer noch irgendein ideales Mutterbild suggeriert, an welches wir uns möglichst halten sollen, obwohl es vielleicht überhaupt nicht zu uns passt. Und in meiner Arbeit mit Müttern ist es immer wieder genau dieser Punkt, der sie unglücklich und unzufrieden macht und die Hauptursache für ihre Überlastung darstellt.

Um in diesem Bild zu bleiben: Was sollten wir Mütter anziehen, wenn wir uns mal wieder total zerrissen und fertig fühlen?

Genau, wir sollten auf die Lieblingsjeans, die zwar den Knackpo macht, aber eigentlich nur unangenehm zwickt, verzichten. Mütter dürfen sich gerne von den idealisierten Rollenbildern, die eigentlich nicht zu ihnen passen, verabschieden und stattdessen die bequeme Strumpfhose mit den Laufmaschen, die geliebte Lederhose mit den Nieten, die viel zu kurze Hotpants oder einfach nur die ausgeleierten Leggins anziehen, wenn sie sich wohler darin fühlen.

Christian Hanne: »Wir wollen unser altes Leben zurück. Manchmal«

Hier singt uns Autor Christian Hanne seine ganz eigene Version des Songs: I have a dream. Wer braucht schon Babysitter für Konzertbesuche, wenn er dieses Stück hier frei Haus geliefert bekommt …

 

Es gibt diese langen, anstrengenden Tage. An denen sich die Kinder ununterbrochen in die Haare bekommen, auch nach längerer Diskussion im Supermarkt nicht einsehen, dass wir ihnen nicht die Plastikschrott-Zeitschrift kaufen, und sie nach dem Zubettbringen immer wieder aufstehen, weil sie Durst haben oder uns einen dicken Popel zeigen müssen. Wenn wir dann vollkommen erschöpft auf dem Sofa liegen, kann uns schon mal der Gedanke kommen, dass unser früheres, kinderloses Leben auch so seine Vorzüge hatte. Dann schlafen wir ein und fangen an zu träumen.

 

Wir haben einen Traum! Einen Traum von einer sauberen Wohnung. Einer Wohnung, in der alles aufgeräumt ist, die Wände keine Abdrücke von Kinderhänden zieren, das Sofa unbefleckt ist und der Boden nicht mit Filzstiften bekritzelt wurde. Eine Wohnung, in der sich nicht die Wäscheberge türmen und in der unter dem Tisch nicht mehr Essen liegt als darauf. 

 

Wir haben einen Traum, in dem wir tatsächlich Feierabend haben. Wir hetzen nach der Arbeit nicht zur Kita oder zur Schule, nicht zur Verabredung, zur Musikschule oder zum Handball-Training. Wir müssen uns nicht um Hausaufgaben kümmern, nicht in Endlosschleife »Lotti Karotti« spielen. Wir gehen nach Hause, essen entspannt zu Abend und schauen anschließend gemütlich »Avengers: Endgame«. Nicht nur zehn Minuten, bevor wir ermattet von den Anstrengungen des Tages einschlafen. 

 

Wir haben einen Traum, in dem wir sonntags bis zehn, elf oder – ganz verrückt – zwölf Uhr im Bett bleiben. Dann verbringen wir einen faulen Gammeltag mit Zocken, Lesen und Serien-Bingen. Und wenn wir schon bei Bett sind:

 

Wir haben einen Traum von ungestörtem Sex. Von Blümchen-Sex, von wildem Sex, von Kamasutra, von Tantra-Massagen, von Cunnilingus und Fellatio. Zu jeder Zeit, wann immer wir wollen und ohne die Kinder vorher übers Wochenende zu den Großeltern bringen zu müssen.

 

Wir haben einen Traum, in dem wir Stille genießen. Wir können einen ruhigen Gedanken denken, Zeitung lesen oder ein paar Überweisungen tätigen. 

 

Wir haben einen Traum, in dem wir uns keine Sorgen machen müssen. Keine Sorgen, ob das Kind gesund bleibt, keine Sorgen, wie wir es auf der Arbeit erklären, wenn wir mal wieder früher losmüssen, weil die Kita schließt, keine Sorgen, wie wir das Geld für die teure Klassenreise aufbringen.

 

Wir haben einen Traum, in dem wir abends ausgehen. Einfach so. Ohne unser halbes Monatsgehalt für einen Babysitter zu bezahlen und ständig am Handy zu kontrollieren, ob zu Hause alles in Ordnung ist.

 

Wir haben einen Traum, in dem Schule einfach etwas ist, das zehn oder mehr Jahre hinter uns liegt. Wir ärgern uns nicht täglich mit den Hausaufgaben der Kinder rum, es gibt keine nervigen Elternabende, und wir müssen keine Angst haben, zum Elternsprecher oder zur Elternsprecherin gewählt zu werden.

 

Wir haben einen Traum! Einen Traum, in dem wir Erwachsenendinge machen können. In Restaurants gehen, die weiße Tischdecken haben zum Beispiel. Oder ins Theater und uns Lars Eidinger in »Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch« anschauen oder irgendein anderes Stück, bei dem wir nicht verstehen, was uns Autor, Regisseur und Darsteller damit sagen wollen.

 

Wenn wir schließlich aus unserem Traum erwachen, gehen wir ins Kinderzimmer und betrachten unsere schlafenden Kinder. Und da kommt die Erkenntnis: Vielleicht sind wir es manchmal überdrüssig, Eltern zu sein, und wir müssen einige Zeit auf vieles verzichten. Aber eines Tages ist die Zeit gekommen, und wir werden all das aus unseren Träumen wieder machen. Wie überraschend und schön ist das eigentlich?! 

Von Katharina

Ein Foto und seine Geschichte

»Also eins ist ja wohl klar: Meine Kinder bekommen später nicht nur Kinderessen. Sie werden alles probieren, und ich werde darauf achten, dass sie sich gesund ernähren. Wenn wir essen gehen, werden meine Kinder nicht durchs Restaurant rennen und andere Gäste und Kellner nerven. Sie bleiben schön am Tisch sitzen, malen ein bisschen, und wir Eltern können uns unterhalten. Das jedenfalls dachte ich vor vielen Jahren, kinderlos und mit Nerven aus Stahl. 

 

Dieses Foto entstand an einem Sonntagmittag, wir waren mit unseren beiden Kindern aus der Stadtwohnung ins Berliner Umland geflüchtet und wollten uns einen schönen Tag machen. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, weshalb der lange Spaziergang wesentlich kürzer als gedacht ausfiel. Die Kinder waren knatschig, wir genervt und alle bald durchgefroren. Also steuerten wir das nächste Lokal an und bestellten Schnitzel, Pommes und Ketchup. Soulfood. Der Sohn wurde gar nicht erst ins Kinderstühlchen gesetzt, sondern lutschte seine Pommes glücklich auf meinem Schoß und schmierte später die fettigen Finger an mir ab. Wir Eltern sprachen nur Sätze wie »Vorsicht, gleich fällt das Glas um« und »Ob die hier einen Wickeltisch haben?« 

 

Und trotzdem sehe ich, dass ich auf dem Foto lächle. Weil wir als Familie zusammen waren. Weil der Ausflug nun doch noch ein schönes Ende fand, weil die Kellner gar nicht genervt waren, als meine Tochter dann auf Erkundungstour durchs Restaurant ging. 

 

Immer wieder überrascht uns das Leben und alles kommt ganz anders, als wir uns das ausgemalt haben. Wir sind erstaunt, was für ein Akt so ein Essengehen mit Kindern auch mal werden kann, und überrascht, dass es aber eben trotzdem klappt. Ja, obwohl wir dafür all unsere ach so guten Vorsätze über Bord werfen müssen, wenn uns die Realität einholt. Ist es nicht der Kracher, wie flexibel wir in unserem Denken und Handeln als Eltern werden? Wenn mich eins am Mutterwerden überrascht hat, dann ist es wohl das. Denn Schnitzel und Pommes schmecken halt auch einfach zu gut, um ewig darauf zu verzichten …«

Wow, bin ich selbstkritisch

 

Von Katharina

»Wir schaffen jeden Tag so viel mehr, als wir vermasseln«

Eigentlich sollten wir vor Selbstbewusstsein nur so strotzen. Wir haben Leben geschenkt (!), und jeden Abend liegt es satt und ruhig atmend vor uns im Bett. Das allein ist eine solche Meisterleistung, dass wir uns täglich auf die Schulter klopfen sollten. Aber auf der anderen Schulter sitzt halt leider manchmal noch so eine Stimme, die flüstert, dass wir das jawohl alles nicht ganz so doll draufhaben. Dass andere das doch viel besser machen. Dass wir es halt einfach nicht können. Muss das denn sein?

 

Der Traum kommt einmal im Vierteljahr. Ich sitze an meinem Schreibtisch im Büro, vor mir eine Tasse dampfender Kaffee. Draußen scheint die Sonne, ich bin gut gelaunt. Ich gucke hoch, weil plötzlich neben meinem Tisch der Chef steht. Er reißt die Kabel aus meinem Computer, zieht mir die Tastatur unter meinen Händen weg. »Was soll das denn?«, frage ich empört.

 

Mein Chef legt mir die Hand auf die Schulter, sein Blick ist mitleidig. »Tut mir leid, aber wir haben leider festgestellt, dass du ja gar nicht für diesen Job qualifiziert bist«, sagt er. Ich bin total geschockt. Was hat er da eben gesagt? Ich habe eine gute Ausbildung, bin fleißig und motiviert, reiße mir seit Jahren in diesem Beruf den A**** auf. »Das ist ja wohl nicht dein Ernst«, erwidere ich fassungslos. 

 

Mein Einwand interessiert keinen. Die Sekretärin stellt mir einen Karton hin und sagt: »Für dein persönliches Zeug. Räum das alles schnell ein, du musst jetzt gehen.« Und was mache ich? Statt rumzuschreien und zu protestieren, packe ich meine Sachen ein und denke: »Ist da was dran? Kann ich echt nichts?« 

 

An dieser Stelle wache ich immer auf. Ich weiß also nicht, ob ich an der Tür noch wutentbrannt »Ihr könnt mich alle mal« schreie – ich befürchte aber, dass ich das nicht tue. Denn die Angst, dass mein Einsatz nicht reicht, alle anderen es besser machen, die begleitet mich oft. 

 

Ich weiß, ich bin nicht alleine mit diesen Gedanken. Ehrlich gesagt, schlagen sich fast alle meine Freundinnen mit Selbstzweifeln rum. Meine Freundin N. zum Beispiel arbeitet als Oberärztin in Berlin. Regelmäßig träumt sie davon, dass sie ihr Lateinabitur nicht bestanden hat und deshalb eigentlich gar nicht Medizin hätte studieren dürfen. Oder P., eine echt erfolgreiche Marketing-Expertin, kriegt immer wieder Magengeschwüre, weil sie fürchtet, dass sie in wichtigen Meetings die Fragen nicht beantworten kann. 

 

It’s ok not to be ok.

 

Natürlich zweifeln wir nicht nur beruflich an uns. Wir schütteln über die Wäscheberge im Keller den Kopf, die wir wieder mal nicht weggeschafft haben. Wir kneifen uns vor dem Spiegel in die Oberschenkel und schwören den Kohlenhydraten diesmal wirklich für immer ab. 

 

Bringt das Kind ein schlechtes Zeugnis nach Hause, haben wir wahrscheinlich einfach zu wenig mit ihm geübt. Redet der übellaunige Vorschüler stundenlang nicht mit uns, stimmt wohl die Mutter-Kind-Bindung nicht. Warum sind andere Mütter eigentlich so viel geduldiger und bringen immer Selbstgebackenes mit? Scheint es nur so, oder kriegen alle anderen dieses Mama-Ding besser hin als ich?

 

Eigentlich ist Selbstkritik an sich ja nicht verkehrt. Nein, es ist sogar gut, sich regelmäßig zu hinterfragen. Macht mich dieser Job noch glücklich? Wo könnte ich mehr Einsatz bringen? Und wie kann ich Kräfte sparen? Diese Fragen können uns persönlich und beruflich weiterbringen, wenn wir sie ohne diesen zerfleischenden Unterton stellen. Denn das führt letztlich dazu, dass wir uns kaum noch etwas zutrauen, aus Angst zu scheitern. 

 

Vor einiger Zeit stellte ich fest, dass mein berufliches Selbstvertrauen tatsächlich stark gelitten hatte. Sobald ich einen neuen Auftrag annahm, malte ich mir schon mit klopfendem Herzen aus, dass ich diesen nicht zufriedenstellend ausführen könnte. Eines Tages flatterte eine Mail in mein Postfach, ich sollte einen Vortrag halten zum Thema Mutterschaft und Arbeitsleben. Im Publikum würden einige bekannte Gesichter sitzen, TV-Sternchen, Social-Media-Größen und Blogkolleginnen. Ich fragte mich: Was sollte ich denen denn Neues erzählen? Hatten die nicht eh schon mehr drauf als ich? 

 

Ich wollte das alles absagen, bekam Magenschmerzen. Und doch wusste ich, dass »Raus aus der Komfortzone« der einzige Weg ist, um die Selbstzweifel zu überwinden. Denn was, wenn alles ganz gut läuft? Wenn es Spaß macht und ich positives Feedback bekomme? Wenn ich nicht kneife und mich hinter dem Laptop verstecke, sondern meinen Ängsten frech ins Gesicht lache? 

 

Ich habe den Vortrag gehalten. Am Morgen konnte ich kaum etwas essen, war schrecklich nervös. Doch schon wenige Sekunden nach Beginn der Veranstaltung spürte ich: »Meine Ängste waren unbegründet.« Weil ich nämlich was kann. Ich kann was. Das so zu sagen, fällt den meisten Frauen schwer. Versucht es mal! Das ist so ungewohnt. Weil wir nicht eingebildet und arrogant wirken wollen. Aber es ist einfach so: Ich kann was. Wir können was! Alle! Wir sind nicht perfekt, aber wer ist das schon? Und wäre das nicht auch gähnend langweilig?

 

Es ist nicht schlimm, wenn wir mal einen Fehler machen, wenn wir uns mal verhaspeln, den Faden verlieren. Was schlimm ist: Wenn wir es aus Angst nicht mal versuchen, wenn wir uns kleinmachen oder uns ständig vergleichen. »Sei du selbst. Alle anderen sind bereits vergeben«, hat Oscar Wilde gesagt. Und wir selbst – das sind wir mit all unseren Stärken und Schwächen. 

 

Wenn wir uns mehr zutrauen, mehr an uns glauben und uns auch mehr loben für das, was wir können und tun, bringt uns das ein riesiges Stück weiter. Denn eins ist sicher, und das gilt für uns alle: Wir schaffen jeden Tag so viel mehr, als was wir vermasseln. 

 

Ich habe jetzt genau das richtige Alter. Ich muss nur noch rauskriegen, wofür.

Fragen, die ich mir stellen kann:

Ist mir die aufgeräumte Wohnung für mich wichtig oder für die anderen? (Nachfrage: Fühle ich mich eigentlich wohl im Chaos und räume erst panisch auf, wenn sich Gäste ankündigen?)

Ist mir die Schminke und modische Kleidung für mich wichtig oder für die anderen? (Nachfrage: Style ich mich an einem gammeligen Samstag auf der Couch ganz ohne Termine?)

Sind mir gehorsame, angepasste Kinder für mich wichtig oder für die anderen? (Nachfrage: Bin ich selbst eher ein autoritätshöriger Mensch oder liebe ich eher die freie Entfaltung?)

Lasst uns versuchen, die Antworten auf diese Fragen nicht zu bewerten, sondern hinzunehmen und uns selbst damit einfach besser kennenzulernen. Wenn ich weiß, dass mir Ordnung gar nicht so wichtig ist, kann ich auch besser dazu stehen. Wenn ich zufrieden bin mit meinem Äußeren mit oder ohne Schminke, dann strahle ich das auch aus. Wenn ich Freigeister liebe und meine Kinder darin ermutige, kann ich vielleicht auch besser zu Naserümpfern stehen, die mich für eine antiautoritäre Schlapperzieherin halten.

 

Manchmal müssen wir uns selbst einfach die eigenen Prioritäten bewusst machen, um diese dann auch selbstbewusst nach außen tragen zu können. So sind wir, und so seid ihr. Und so sind wir alle unterschiedlich.

Alina Stiehm: Mag ich mich selbst?

Die Mutterschaft verändert uns alle. Einige Frauen zweifeln plötzlich an ihren Fähigkeiten, weil alles nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hatten. Andere wachsen erst durch die Mutterschaft über sich hinaus, weil sie sich nie zuvor so stark gefühlt und geliebt gefühlt haben. Alina Stiehm vom Blog »Liebling, ich blogge jetzt« hat zwei Kinder – und genau das erlebt.

 

»Früher hasste ich mich. Erst die Kinder haben mir gezeigt, wie wertvoll ich bin. Sie haben mein Selbstbewusstsein beflügelt, denn bevor sie zur Welt kamen und meine Figur ruinierten, war ich mit mir selbst nie im Reinen.

 

Es wäre so einfach zu behaupten, die Schwangerschaften mit den damit verbundenen Strapazen seien an allem schuld.

 

Die Wahrheit ist aber: Ich habe mich und meinen Körper nie gemocht.