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Jetzt wird das Heilfasten revolutioniert
Beim Heilfasten nach der Wunderleicht-Methode® werden Sie staunen, wie leicht Fasten sein kann. Vorbei sind Fastenkrisen, vorbei das magere Fastenbrechen mit einem Apfel; Sie müssen keinen Urlaub einplanen und auch die vielen Fragezeichen zum Thema »Was esse ich nach dem Fasten?« sind passé. Genießen Sie das Fastenhoch beim Wunderleicht-Reset.
Aus drei Programmen wählen was gerade passt
Sie werden Bäume ausreißen vor lauter Energie!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 205
Veröffentlichungsjahr: 2020
Mabon Wunder, Dr. med. Lulit Wunder
1. Auflage 2020
50 Abbildungen
haben Sie selbst schon den einen oder anderen Fastenversuch hinter sich? Oder haben Sie es bis jetzt noch nicht probiert – vielleicht weil Sie der Gedanke, worauf Sie beim Fasten alles verzichten müssten, irgendwie doch ein wenig abschreckt?
Dann verraten wir Ihnen ein Geheimnis: Heilfasten hat in Wahrheit gar nichts mit Hungern zu tun! Und es geht leichter, als Sie jetzt vielleicht noch glauben.
Woran liegt es, dass heute immer mehr Menschen regelmäßig fasten – sich also ganz bewusst dafür entscheiden, eine Zeit lang auf Nahrung zu verzichten? Die Gründe dafür sind gewiss vielfältig, aber eines haben all diese Menschen gemeinsam: Sie wollen sich selbst damit etwas Gutes tun.
Das Motiv des Fastens zieht sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit. Ganz gleich, ob gesundheitliche oder auch religiöse Motive dahinterstehen – die positive Wirkung ist unbestritten. Denn Fasten hat eine erstaunliche Wirkung auf den gesamten Organismus. Es ist ein immer modernes ernährungstherapeutisches Werkzeug mit ungeahntem Heilpotenzial. Gäbe es ein Medikament, das so wirkungsvoll wäre wie das Heilfasten, würde es die gesamte medizinische Welt revolutionieren.
Wenn Sie dieses Werkzeug beherrschen, betreten Sie eine neue Welt mit ungeahnten Möglichkeiten. Es ist die Methode schlechthin für ein nachhaltiges Gewichts- und Stoffwechselmanagement mit beinahe grenzenloser Anti-Aging-Kapazität. So, als ob Sie den Reset-Knopf in Ihrem Körper drücken! Hört sich das nicht fantastisch an? Ist es auch!
Womit wir in der Praxis Wunder mit großer Begeisterung arbeiten, ist die Idee, das Heilfasten in der heutigen Zeit noch besser zu machen und damit diese wunderbare Technik ins 21. Jahrhundert zu bringen. Mit diesem Buch werden Sie zu Mitwissern. Sie erkennen die versteckten biologischen Zusammenhänge und lernen Ihren Stoffwechsel besser zu verstehen.
Und mehr noch, in unseren Wunderleicht-Fasten-Resets finden Sie gleich drei detaillierte Anleitungen, wie Sie selbst dieses Wissen zu Ihrem persönlichen Nutzen anwenden.
Je nachdem, was Sie erreichen wollen und wie es zu Ihrem Lebensalltag passt, wenden Sie die unterschiedlichen Reset-Programme an oder kombinieren diese auch:
Reset 1: Intervallfasten, das ist die Kunst der richtigen Essenspausen. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.
Reset 2: Auch unser Kurzzeitfasten lässt sich unkompliziert durchführen und ist dabei erstaunlich effektiv.
Reset 3: Das große 30-Tage-Programm beinhaltet eine intensive Heilfastenwoche. Sie erzielen fantastische Gesundheitseffekte – und das, während Sie fit Ihren Arbeitsalltag meistern.
Dieses Buch ist als Praxis-Buch gedacht. Es soll Ihnen eine hilfreiche und sichere Basis schaffen und das mühsame Lernen aus eigenen Irrtümern und Fehlschlägen möglichst ersparen. Es vereint die Erkenntnisse aus der modernen wissenschaftlichen Forschung und unserer jahrzehntelangen Arbeit mit Tausenden von Patienten. Denn auch praktische medizinische Erfahrung ist Evidenz - in mancher Hinsicht sogar die wertvollste.
Die Geschichten rund um unsere Buchhelden Clara und Alexander sind typische Beispiele, wie wir sie jeden Tag in unserer medizinischen Arbeit erfahren. Sie sind direkt aus dem Leben gegriffen. Mit einem kleinen Augenzwinkern illustrieren sie, wie es sich im Alltag zeigt, wenn stoffwechselmäßig etwas aus dem Ruder zu laufen beginnt. Vielleicht kommt Ihnen selbst das eine oder andere davon ja bekannt vor …?!
Sind Sie bereit, den Reset-Knopf in Ihrem Körper zu drücken? Es ist uns eine Freude, Sie mit unserer Wunderleicht-Methode dabei zu begleiten!
Graz, im Frühjahr 2020
Dr. med. Lulit Wunder und Dipl.-Ing. Mabon Wunder BSc
Titelei
Liebe Leserin, lieber Leser,
Brauchen Sie einen Fasten-Reset?
Wie geht es Ihrem Bauch?
Wenn Essen krank macht
Gute Versorgung – schlechte Entsorgung
Was unsere Bauchform verrät
Sturm im Bauch
Gas-Gär-Bauch
Fäulnis-Bauch
Auch der Dickdarm hat zu kämpfen
Warum haben wir oft Verdauungsprobleme?
Rückenschmerzen und Haltungsprobleme
Selbst die Atmung hängt mit dem Darm zusammen
Säure-Basen-Haushalt – oft in Schieflage
Was besagt der pH-Wert?
Warum wir übersäuert sind
Säurelastige Ernährung
Stress, Unbewältigtes
Zu viele Medikamente
Wunderwerk Homöostase
SOS-Notprogramm des Körpers
Plan B
Die legendären Schlacken
Raubbau an unseren Mineralstoffen
Ist Ihr Stoffwechsel in Balance?
Die (Müll-)Deponien unseres Körpers
Fasten: das verborgene Programm des Körpers
Wir spielen meist nur die A-Seite
Ernährung von innen
Autophagie: die Müllabfuhr der Zelle
Wovon sich der Körper beim Fasten ernährt
Wunderteilchen Ketonkörper
Faszinierende Körperintelligenz
Fasten ist der große Reset für den Körper
Fasten bremst Entzündungen
Wunderleicht-Fasten:Drei Reset-Programme für Ihren Neustart
Die Reset-Programme stellen sich vor
Wie und wie lange sollte man fasten?
Fasteneinstieg: Mehrere Wege führen ans Ziel
Reset 1: Intervallfasten-Reset über 14–18 Stunden
Reset 1: So geht Intervallfasten
Reset 1: Essenspausen verlängern – aus 3 mach 2
Essen Sie nicht weniger – essen Sie weniger oft
Reset 1: So könnte Ihr 16:8-Intervallfasten aussehen
Erfolgskriterium: Keine »leeren« Kalorien essen
Engpass Verdauung
Reset 2: Kurzzeitfasten – der 24–48-Stunden-Reset
Weil die Gewohnheit irgendwann zum Hindernis wird
Reset 2: So könnte Ihr 24–48-Stunden-Reset aussehen
Reset 2: Kickstart Darm
Der zweite Fastentag
Säurepuffer: Basenmischung einnehmen
Abschied von der Zigarette
Das Bauchfett schmilzt dahin
Reset 3: Das Wunderleicht-30-Tage-Heilfasten-Programm
Keinesfalls nur für Übergewichtige
Reset 3: Der Körper produziert wieder Stammzellen
Was passiert nach Tag 7?
Reset 3: Die sechs Erfolgsschlüssel
Ausscheidung zum Quadrat
Der Fastenkrise keine Chance
Auch Ihre Seele fastet mit
Reset 3: So gelingt das 30-Tage-Programm
Das richtige Mindset zuerst
Vitale Fastenverpflegung
Fastensäfte: Vitalstoffe pur
Die tägliche Gemüsebrühe
Darmentleerung mittels salinischer Abführmittel
Mit Basenpulver die Säureflut abpuffern
Heiltees helfen
Der angenehme Leberwickel
Die Leberwickel-Siesta
Kein Fasten ohne Einlauf
Wie der Einlauf spielend gelingt
Optional: Schwermetallausleitung
Optional: Leberstärkung
Reset 3: Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung
Tag 1 und 2 sind Entlastungstage
So könnten Ihre Entlastungstage aussehen
Tag 3–9: Ihre intensiven Heilfastentage
So könnten Ihre Fastentage aussehen
Ein wenig Wellness gefällig?
Anregende Bürstenmassage
Zurück in den Ur-Ozean – das Basenbad
Tag 10–30: Ihre köstliche Aufbauphase
Fastenbrechen: der erste Aufbautag
Die Mahlzeiten in der Aufbauphase
Frühstück
Mittagessen
Abendessen
Intervallfasten in der Aufbauphase
Die goldenen Regeln der Aufbauphase
Regel 1: tierisches Eiweiß reduzieren
Regel 2: Weizen meiden
Regel 3: Hefe weglassen
Regel 4: völliger Zuckerverzicht
Regel 5: Vom Kaffee entliebt
Regel 6: keinen Alkohol
Regel 7: Vorsicht bei Rohkost
Regel 8: Und was ist mit Salz?
Mahl-Zeit!
So könnten Ihre Aufbautage aussehen
Unsere Darmflora: Lieben Sie Ihre Darmbakterien?
Nach dem großen Reset
FAQs: Die 20 meistgestellten Fragen
Darf ich überhaupt fasten?
Ist der Einlauf unbedingt nötig?
Was tun, wenn das Darmpassagepulver nicht wirkt?
Warum soll ich keine pflanzlichen Abführmittel einsetzen?
Darf ich meine Nahrungsergänzungen weiternehmen?
Was mache ich bei Kopfschmerzen?
Was tun bei Schwindel und Kreislaufproblemen?
Ich fühle mich ständig müde – wie kommt das?
Darf bzw. soll ich meine Medikamente weiter nehmen?
Welche Körperhygieneprodukte darf ich verwenden?
Darf ich zusätzliche Tees trinken?
Muss ich eigentlich Säfte trinken?
Muss ich täglich Basenbrühe essen?
Darf ich auch mittags Brühe essen?
Ist das Saftfasten mit Wasser-/Nullfasten vergleichbar?
Wieso ist mir kälter als sonst?
Verliere ich nicht zu sehr an Muskelmasse?
Leidet meine Darmflora unter den vielen Einläufen?
Soll ich im Anschluss ein Probiotikum einnehmen?
Kann ich statt der Wunder-Produkte auch andere nehmen?
Ich vertrage Hülsenfrüchte schlecht, was tun?
Rezepte für Ihren Wunderleicht-Reset
Frühstück
Mittagessen
Abendessen
Einkaufsliste für Ihren Fasten-Reset
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
»Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!« Schopenhauers Weisheit ist zeitlos. Doch was bedeuten diese Worte konkret für uns?
Was können wir heute für unser Leben erwarten? 84,2 Jahre für die Frauen und 79,5 Jahre für die Männer. Das ist unsere statistische Lebenszeit. So alt werden Menschen heute offiziell in Westeuropa, zwischen den einzelnen Ländern gibt es da nur geringe Unterschiede.
Doch woran sterben wir denn nun eigentlich? Ein kleines Gedankenspiel: Denken Sie jetzt einmal an all die Menschen, die Bedeutung in Ihrem Leben haben oder hatten. Starten Sie mit jenen, die Ihnen am nächsten stehen: all Ihre Lieben, die Familie, der Freundes- und Bekanntenkreis, die Arbeitskollegen … erweitern Sie so lange, bis Sie bei etwa 100 angekommen sind. Nun stellen Sie sich vor, Sie sind mit diesen Menschen zusammen in einem großen Raum und feiern.
Rein statistisch betrachtet, werden 26 von ihnen an Krebs sterben und ganze 43 an Herz- und Kreislauferkrankungen. Bei 5 Personen wird eine Stoffwechselerkrankung, wie Diabetes, tödlich enden. Vier von ihnen werden eine Erkrankung der Verdauungsorgane nicht überleben.
Es mag makaber erscheinen, das so zu berechnen und aufzuschreiben. Doch das ist unsere Realität. Aber wir nennen Ihnen diese zugegeben harten Fakten nicht ohne Grund. Denn: Auf all diese Zahlen haben wir persönlich und direkt Einfluss!
Alle Krankheiten, die wir Ihnen eben genannt haben, haben nämlich etwas gemeinsam. Sie sind samt und sonders, zumindest zu einem erheblichen Teil, ernährungsbedingt. Um es auf den Punkt zu bringen: 78 von 100 Menschen sterben heute an Ursachen, die wir über die Art und Weise, wie wir essen, verändern könnten. Also mehr als drei Viertel.
Natürlich ist diese Erkenntnis keine Neuentdeckung. Wir finden entsprechendes Heilwissen aus allen Medizintraditionen überliefert. Was, wie und wie viel wir essen, beeinflusst alle Bereiche unserer Gesundheit. Doch interessanterweise ist diese Selbstverständlichkeit in den letzten 100 Jahren in unserer Gesellschaft verloren gegangen. Stellen Sie sich nur einmal vor, wir würden als Gesellschaft diesen einen Faktor unter Kontrolle bekommen. Das könnte einen Großteil unserer Krankeneinrichtungen überflüssig machen. Das erscheint Ihnen fantastisch und unrealistisch? Im gesellschaftlichen Zusammenhang mag dies vielleicht nicht mehr als ein Gedankenspiel sein. Aber was bedeutet das alles für Sie persönlich? Demnach hat die Mehrzahl aller Beschwerden, die Sie jemals hatten oder haben werden, damit zu tun, wie Sie mit diesem Bereich Ihres Lebens umgehen.
Und mit hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich tatsächlich viel mehr der Beschwerden und Symptome, die Ihnen vielleicht gerade zu schaffen machen, von Ihnen selbst unmittelbar beeinflussen. Allein dadurch, wie, was, wann und wie oft Sie essen. Denn ab dem Zeitpunkt, an dem Sie damit beginnen, in Ihrem Alltag überdurchschnittlich gute Entscheidungen für sich und Ihren Körper zu treffen, definiert eben nicht mehr die Durchschnittsnorm Ihr gesundheitliches Schicksal.
Clara
Der Blick zurück
Irgendwie ist es schon frustrierend«, bringt es Claras Freundin Johanna auf den Punkt: »Ab einem gewissen Alter bleibt figurbewussten Frauen doch eigentlich nur noch Salat als Option!« Clara seufzt zustimmend und nimmt noch einen Schluck Tee. Sie weiß nur allzu gut, was Johanna meint.
»Weißt du noch, wir beide in der Studienzeit: Niemals hätten wir uns gedacht, dass dies so ein großes Thema für uns sein könnte – unvorstellbar! Da haben wir doch überhaupt nicht darauf geachtet, was wir essen! Klar, Sport haben wir damals viel mehr gemacht. Das hat sicher auch mitgeholfen, auch wenn es uns gar nicht so bewusst war. Die Hauptsache war für uns doch der Spaß daran! Aber naja, damals war eben doch noch mehr Freiraum für solche Dinge, oder?
Mit der Zeit ändert sich das dann so allmählich, ohne dass du es bemerkst. Alles dreht sich plötzlich um die Familie. Und im Job geht es ja schließlich auch nicht immer nur locker zu. Bei dem ganzen Stress rundherum, da ist dann der ständige Kampf mit den Pfunden oft einfach zu viel. Da lässt man schon einmal ›Fünfe gerade‹ sein nach einem langen Tag oder gönnt sich zwischendurch einmal eine kleine Belohnung. Aber das rächt sich halt eben immer …«
»Ach, jetzt bist du aber zu streng mit dir!«, wirft Johanna ein. »Überleg doch mal, ich erinnere mich noch genau, wie du dich ins Zeug gelegt hast mit der gesunden Ernährung, als deine beiden Kinder so ins Schulalter gekommen sind. Die sollten ja gesund aufwachsen, mit möglichst wenig Chemie im Essen und genug Vitalstoffen. Da hast du doch Bücher über gesunde Ernährung geradezu verschlungen …
30 Tonnen – das ist das Gewicht von neun Elefanten. Solch eine Menge an Nahrung schleusen wir im Laufe unseres Lebens durch unseren Verdauungstrakt. 30 Tonnen Nahrung marschieren – buchstäblich – durch uns hindurch im Laufe dieser Zeit. Und die Problematik in unseren Körpern ist im Grunde dieselbe, die wir aktuell auch im Außen, in unserer Umwelt, ganz heftig erleben: Die Versorgung ist reichlich, aber die Entsorgung ist mangelhaft. Da hapert es oft. In der Umwelt landet dann alles irgendwann auf einer Mülldeponie. Und wie ist das jetzt bei uns? Gibt es da vielleicht auch innere Mülldeponien?
Ist es nicht faszinierend, wie unterschiedlich Bäuche aussehen können …? Hier lohnt sich auch ein genauerer Blick. Denn da geht es um viel mehr als die bloße Ästhetik. Die Bauchform verrät viel über den Zustand Ihrer Verdauung und damit indirekt auch über Ihre Gesundheit. Denn ein dicker Bauch hat nämlich nicht immer mit übermäßiger Fetteinlagerung zu tun. Die meisten dicken Bäuche sind vor allem überfüllt, gebläht, gereizt und entzündet. Und solch ein Zustand wirkt sich auf die gesamte Körperhaltung aus. Die folgende ▶ Abbildung soll das schematisch verdeutlichen.
Die Figur ganz links zeigt uns eine gesunde Bauchform. So ist die Silhouette eines Menschen, der seine Nahrung optimal aufnehmen und verstoffwechseln kann. Alle anderen Figuren haben mehr oder minder ausgeprägte Verdauungsprobleme. Ein entsprechend geschultes Auge kann durchaus schon allein an den spezifischen Veränderungen erkennen, wo das Problem liegt, wo etwas schon einige Zeit aus dem Ruder gelaufen sein muss.
Verdauungsstörungen resultieren in typischen Bauchformen. (Die Abbildung orientiert sich an der Darstellung von F.X. Mayr, der diese Zusammenhänge treffend skizzierte.)
Wie zum Beispiel beim sogenannten Gas-Gär-Bauch auch (die beiden rechten Figuren). Dieser entsteht, wenn zu viele oder auch die falschen Kohlenhydrate in unserer Nahrung sind. Ein Übermaß an Obst, Süßigkeiten oder Getreide, meist noch verstärkt durch die Hefe im Brot, in der Pizza oder auch im Bier. Die Verdauung ist damit überfordert und es beginnt im oberen Teil des Darms zu gären. Dies passiert im Dünndarm, jenem zentralen Darmabschnitt in der Mitte unseres Körpers, in dem die eigentliche Nährstoffaufnahme passiert.
Die entstehenden Gase blähen die Darmschlingen auf und drängen den Darm höher nach oben. Die Folge: Der Oberbauch wölbt sich vor. Bleibt dieser Zustand bestehen, wird diese Vorwölbung im Laufe der Zeit immer größer und fester. Anfangs bemerkt man noch nicht so viel außer den Blähungen und dem Völlegefühl; es drückt eben immer wieder einmal nach dem Essen, wie etwa nach dem Abendessen mit viel frischem Brot. Das Endresultat, also die Maximalausprägung, kennen wir aus der F.X. Mayr-Medizin unter dem Begriff »Großtrommelträgerhaltung«. Der Volksmund sagt bei den Männern auch Bierbauch dazu und hat damit vollkommen Recht, denn was ist drinnen im Bier? Mit Hefe vergorene Kohlenhydrate – eine für den gereizten Bauch explosive Kombination. Frauen umschreiben das anders. Sie kommen zu uns in die Praxis und sagen: »Mein Bauch sieht oft aus wie im siebten Monat schwanger.«
Es gibt noch eine zweite klassische Ausprägung unter den Bauchformen: den Fäulnis-Bauch. Dieser entsteht ebenfalls durch Fehlverdauungsprozesse, diesmal jedoch durch mangelhafte Eiweißaufspaltung. Hervorgerufen wird dieser Zustand meist durch anteilsmäßig zu viel (meist tierischem) Eiweiß im Essen.
Fäulnis entsteht, der schwere Darminhalt bleibt liegen und schiebt die Darmschlingen nach unten. Die Form des Bauches ist hier also ganz anders: Die Vorwölbung bildet sich in diesem Fall im unteren Teil, denn die vergrößerten Darmteile brauchen mehr Platz im Becken. Doch hier gibt es bald eine natürliche Sperre: Die Beckenknochen können sich nicht ausdehnen wie der Oberbauch. Um genügend Raum für den Darm zu schaffen, wird das Becken nach hinten gekippt: Das ist dann die sogenannte »Entenhaltung«. Diese Variante sehen wir viel häufiger bei Frauen aufgrund der anatomisch größeren Beweglichkeit des weiblichen Beckens.
Fäulnisgase sind ziemlich giftig, sie verursachen schnell einmal Entzündungen und damit Schmerzen. Und je stärker die Entzündung ist, desto spitzer wird der Bauch. Das frustriert auch schlanke Menschen, bei denen die Figur prinzipiell passt und eben nur der Bauch hervorsteht.
All diese vom Idealbild abweichenden Bauchformen hängen damit zusammen, wie der Verdauungsapparat auf das reagiert, was wir ihm zuführen. Kann er alles verarbeiten und abtransportieren? Oder bleiben da buchstäblich Dinge liegen, die eigentlich gar nicht mehr hineingehören?!
Clara
Sie probiert es mit Rohkost
Vor 12 Jahren hatte Clara ihre Ernährung umgestellt: weg mit dem raffinierten Zucker und den Weizenprodukten. Rohkost war angesagt, am besten zwei Drittel pro Tag! Anfangs war es schon ein wenig schwierig gewesen mit der Familie – aber sie haben sich daran gewöhnt, dass Clara fast nur noch »gesunde Leckereien« auftischte: Obst statt Kuchen, zum Frühstück gab es Smoothies und statt Süßigkeiten Trockenfrüchte. Und die positiven Veränderungen waren wirklich deutlich zu spüren. Clara brauchte weniger Schlaf und der tägliche Durchhänger nach dem Mittagessen war wie weggeblasen. Sie fühlte sich frischer und leichter und genoss die Komplimente, die sie dafür bekam. »Und hast du eigentlich gewusst, wie lecker Rohkost-Törtchen schmecken können? Ich schwöre dir, da merkst du gar nicht, dass du etwas Gesundes isst«, schwärmte sie damals Johanna vor.
Doch nach einem Jahr war es mit dem Hochgefühl dann ziemlich vorbei. Clara hielt zwar ihr Gewicht, aber der Bauch war immer öfter gereizt und gebläht. Sie war frustriert und verzweifelt: »Egal, was ich esse, dem Körper passt es einfach nicht. Dabei esse ich doch so bewusst! Gesundes Obst und Gemüse und sonst nur Vollkornprodukte. Ich scheine gar nichts mehr zu vertragen. Mir kommen schon manchmal Zweifel, ob das wirklich so gesund für mich ist. Immer öfter hab ich Lust auf die Dinge, die die anderen essen. Besonders auf Fleisch – dabei hatte ich mir geschworen, nie wieder welches zu essen!
Nichts geht mehr
Bei Clara wurde eine Fructoseintoleranz festgestellt und sie hörte daraufhin auf, so viel Rohkost zu essen. »Was blieb mir denn anderes übrig, die Befunde in der Klinik waren eindeutig. Und mein Darm ist ja jetzt wirklich nicht mehr so gereizt, seit ich das viele Obst weglasse. Aber irgendwie fehlt jetzt der ganze Schwung. Es bewegt sich nichts mehr. Und das auch noch buchstäblich«, meint sie mit schwarzem Humor beim Kaffee mit Johanna. »Der Darm streikt. Meine Verdauung spielt nicht mehr mit. Da geht nicht mehr so viel raus, wie es sollte, ich spür das einfach. Die Koloskopie-Untersuchung vor zwei Monaten hat einen ›verlängerten Darm‹ ergeben. Das würde die Beschwerden erklären, hat mir der Arzt gesagt. Aber ich hab doch früher gar nichts davon bemerkt!
Vereinfacht ausgedrückt, sind der Dünndarm für die Aufnahme der Nährstoffe und der Dickdarm für die Entsorgung des »Restmülls« zuständig. Wenn nun ständig zu viel oder die falsche Nahrung im Verdauungstrakt landet, bekommt allmählich auch unser Dickdarm ein Problem.
In Illustrationen wird der Dickdarm immer so dargestellt, dass er wie ein umgekehrtes U den Dünndarm einrahmt. So lehrbuchmäßig sieht die Realität aber leider meist nicht aus. Immer häufiger lesen wir die Diagnose »verlängerter Darm« auf Koloskopiebefunden, die unsere Patienten mitbringen. Aber, wie kann sich denn der Darm verlängern?
Wird über längere Zeit nicht gut verdaut, wirkt sich das letztlich auch auf den Darmtonus, also die natürliche Muskelspannung in der Darmwand aus. Diese verändert sich und der Darm wird schlaffer. Die Muskeln in der Darmwand arbeiten nur noch eingeschränkt. Die natürliche Beweglichkeit – also die Peristaltik des Darms – funktioniert dann nicht mehr richtig. Es wird zu wenig weitertransportiert: Der Darm verstopft.
Bei Menschen mit chronischer Verstopfung wächst der Dickdarm mit der Zeit in die Länge, um das ständig erhöhte Volumen aufnehmen zu können. Man könnte auch sagen, er leiert aus. Irgendwo muss der ganze Darminhalt ja schließlich gelagert werden. Solche Veränderungen erkennen Sie übrigens nicht an der Form Ihres Bauches. Denn diese wird viel mehr durch den Dünndarm als durch den Dickdarm bestimmt.
Wie können Sie nun für sich Rückschlüsse ziehen, ob Ihr Dickdarm Unterstützung benötigt? Der häufigste Indikator dafür sind unvollständige Stuhlentleerungen. Unsere Patienten beschreiben das dann oft mit dem Gefühl, dass da »eigentlich mehr drinnen ist, als rausgeht«. Regelmäßiger Stuhlgang allein bedeutet also noch nicht, dass mit Ihrem Verdauungsapparat alles in Ordnung ist. Möglicherweise ist da trotzdem eine verdeckte Verstopfung im Spiel.
Doch warum kämpfen heute so viele mit Verdauungsproblemen? Das hat es doch früher so nicht gegeben! Ja, genau so ist es auch. So finden wir auch die Antwort darauf beim Blick in die Vergangenheit. Unsere Ernährung hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Doch unser Körper ist noch genauso beschaffen wie der unserer Vorfahren vor Tausenden von Jahren. Die meisten von uns essen zu oft, zu viel – und besonders wichtig: das Falsche. Mit vielen unserer heutigen hoch verarbeiteten, mit allen möglichen Zusatzstoffen versetzten Lebensmitteln kann unser Organismus nicht wirklich umgehen. Er kann sie nicht vollständig verstoffwechseln und entsprechend auch nicht sauber ausscheiden.
Unser Körper muss dann auf ein Notprogramm umschalten: Er neutralisiert die unverdaulichen und nicht verwertbaren, also belastenden und eigentlich giftigen Stoffe auf die für ihn bestmögliche Weise. Das heißt, er lagert diese erst mal an Orten ab, an denen sie nicht akut bedrohlich für ihn sind. Er schafft aus der Not heraus Depots. Und je häufiger dies geschieht, desto mehr sammelt sich im Laufe der Zeit an. Unser Körper hat nämlich noch kein ergänzendes Programm, mit dem er diese vielen, un-natürlichen und – evolutionsmäßig gesehen zu neuen – Stoffe wieder losbekommt. Es überfordert ihn ganz einfach.
Das alles spüren wir nicht in unseren Zwanzigern und die meisten von uns auch noch nicht in den Dreißigern. Da kann der Organismus noch vieles kompensieren. Aber mit zunehmenden Jahren schleichen sich dann allmählich diese kleineren und größeren, lästigen Unpässlichkeiten ein. Die sind zwar noch kein Anlass zu großer Sorge, aber sie machen das Leben beschwerlicher – und lassen uns vielleicht manchmal schon ein wenig zu »alt aussehen«.
Clara
Jetzt hat sie es auch noch im Rücken
Beim Ausräumen des Geschirrspülers fährt Clara plötzlich wie aus dem Nichts ein scharfer Schmerz durch den Körper. Ihr bleibt kurz die Luft weg und sie kann sich nicht mehr richtig aufrichten. Da bleibt wohl keine Wahl – ab in die Klinik.
»Noch mal glimpflich abgelaufen«, sagt ihr der Arzt bei der Abschlussvisite. »Die Wirbelsäule hat sich wieder stabilisiert. Doch Ihre Knochendichte hat bereits deutlich abgenommen, sagen mir die Befunde. Nehmen Sie zusätzlich Kalzium ein und trainieren Sie auch regelmäßig Ihre Rückenmuskeln, um stabil zu bleiben. Ach ja, das Cholesterin ist bei Ihnen auch schon im oberen Bereich, aber das ist altersentsprechend noch in der Norm.«
Unmut steigt in Clara hoch. »›Altersentsprechend‹, was soll das denn jetzt? Ich bin doch keine alte Frau!
Immens viele Menschen sind von chronischen Rückenschmerzen und Nackenverspannungen betroffen. Doch wer denkt schon daran, dass diese Beschwerden mit Verdauungsproblemen zu tun haben könnten?
Gar nicht so selten sind hartnäckige, therapieresistente Rückenschmerzen ein Indikator für einen maroden Dickdarm. Abgesehen von den Folgen für den Stoffwechsel wirkt sich nämlich solch ein Gär- oder Fäulnis-Bauch auch direkt auf die Körperhaltung aus.
Schauen wir uns dazu so einen klassischen Gärbauch doch noch einmal an. Das vermehrte Volumen hängt wie ein Zusatzgewicht von vorne an der Wirbelsäule und führt zu einer einseitigen Belastung. Darüber hinaus benötigt so ein überfüllter, aufgeblähter Darm auch mehr Platz, als im Bauchraum natürlicherweise gegeben ist. Die Wirbelsäule muss sich also buchstäblich verbiegen. Einerseits, um mehr Raum zu schaffen und andererseits, um das ungünstig verteilte Gewicht irgendwie auszubalancieren. Bei der nicht weniger häufigen typischen »Entenhaltung« erkennt man die Verbiegung der Wirbelsäule ganz direkt. Das Becken ist extrem nach hinten gekippt, um vorne Platz für den vergrößerten Darm zu schaffen.
Verspannungen und Schmerzen sind in beiden Fällen programmiert. Massage und Physiotherapie bringen dann wohl Erleichterung, aber eben nur kurzfristig. Denn die Ausgangssituation bleibt dabei unbehandelt – und damit unverändert.
Verdauungsstörungen können zu Fehlhaltungen und Rückenschmerzen führen.
Die vorhergehende ▶ Abbildung veranschaulicht Ihnen die anatomische Beziehung zwischen Bauchvolumen und Wirbelsäulenhaltung. Ähnliche Schaubilder sieht man häufig auch in Praxen für Physiotherapie, wo die gleichen Verbiegungen der Wirbelsäule dargestellt werden. Was dort aber so gut wie immer fehlt, ist die Darstellung der dazugehörigen Bäuche, die erklären könnte, wo nur allzu oft die eigentliche Ursache des Problems liegt.
Wir beobachten regelmäßig, dass sich nach einem Fasten-Reset oder im Zuge einer Ernährungstherapie mit entsprechender Darmsanierung der Darmzustand deutlich zu verändern beginnt. Der Darm wird wieder beweglicher und vitaler, der Lymphstau löst sich auf und die natürliche, symmetrische Bauchform zeigt sich wieder. Und bildet jenes Bauchrelief, das wir eigentlich haben sollten.
