Yoga & Juliet - Julia Hofgartner - E-Book

Yoga & Juliet E-Book

Julia Hofgartner

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Beschreibung

Yoga als Weg zu Dir selbst

Hast Du Deine Träume immer zurückgestellt, weil Du sie für unrealistisch hältst? Hast Du verlernt, auf Dein Herz zu hören, weil Du nur Deinem Verstand traust? Hast Du nicht gewagt, Deine Träume zu verwirklichen und Deinen Weg zu gehen?
Mir ging es wie Dir. Ich war in meinem Job nicht glücklich, ich funktionierte nur noch. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Dann entdeckte ich Yoga - und allmählich änderte sich etwas in mir. Ich kündigte, reiste ans Ende der Welt und machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Mit Yoga habe ich meinen Weg gefunden.

Setze Dich mit Deinem Inneren auseinander. Gib Dich nicht mit einem Leben zufrieden, das bloß ok, aber nicht spannend und wunderbar ist. Entwickle Energie und Mut, überwinde Deine Ängste. Träume nicht nur davon, sondern lass Deine Träume Wirklichkeit werden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 183

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Yoga & Juliet

Lebe deine Träume und finde deinen Weg mit 8 Vinyasa Yoga Flows

Julia Hofgartner

1. Auflage 2019

Über mich

Mein Leben ist wohl das Sinnbild ungeplanter und überraschender Ereignisse. Diverse Anfänge, einige (auch gescheiterte) Versuche und ein paar Stolpersteine haben mich auf MEINEN Weg gebracht, meinen RICHTIGEN Weg.

I am the one with the messy hair, the dirty feet and the wild sparkle in my eyes.

In Anlehnung an Wild Woman Sistherhood

Geboren und aufgewachsen bin ich im kleinen und beschaulichen Graz. Nach dem Studium zog ich nach Wien, um dort zu arbeiten und zu leben. Wien war nie mein Plan. So wie der Umzug nach Wien ist in meinem Leben – zum Glück – ziemlich wenig nach den Plänen verlaufen, die ich früher für mich geschmiedet habe. Denn sonst wäre ich jetzt Anwältin, verheiratet, hätte ein Haus und würde mein erstes Kind erwarten. Der Gedanke daran lässt mich ein bisschen erschaudern, aber vor allem auch schmunzeln.

Wie du dir denken kannst, kam alles anders, sonst würdest du jetzt nicht mein Yogabuch in den Händen halten. Und auch dieser Gedanke lässt mich schmunzeln, denn bereits als Kind habe ich insgeheim davon geträumt, irgendwann einmal ein Buch zu schreiben, habe stundenlang in meinem Zimmer am Schreibtisch gesessen und Geschichten geschrieben.

Jetzt bin ich 30 – (ehemalige) Juristin, Social Media Consultant, Freelancer, Yogalehrerin, Coach, Bloggerin und nun eben auch Autorin. Mein Lieblingslied von Meredith Brooks beschreibt es wohl ganz gut: »I am a little bit of everything« – so war es irgendwie schon immer, so wird es auch in Zukunft sein und so liebe ich es.

Alles ist einfach passiert, alles kam anders, als ich dachte, und alles kam besser. Serendipity – meine ganz persönliche glückliche Fügung.

Auch über Yoga bin ich einfach so gestolpert und es wurde mit der Zeit zu meiner Lebenseinstellung. Mittlerweile habe ich sogar das Glück, es als Yogalehrerin, -bloggerin und -autorin meinen Beruf nennen zu dürfen.

Ich bin glücklich, habe auf der einen Seite das Gefühl, angekommen, und auf der anderen Seite das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Widerspricht sich das? Ich finde nicht, denn das ganze Leben ist eine Reise und sobald ein Ziel erreicht ist, werden andere Träume zu neuen Zielen. Deshalb ist es vielleicht besser zu sagen, dass ich das Gefühl habe, auf dem für mich richtigen Weg angekommen zu sein.

Pläne mache ich zwar immer noch, aber eher kurzfristig. Ich weiß nicht, wo mein Weg genau hingehen wird, und will es auch gar nicht wissen. Denn gerade das ist es, was das Abenteuer Leben so spannend macht. Alles, was ich weiß, ist, dass es der richtige Weg ist, ich ihn beschreite und das auch in Zukunft machen werde. Das reicht!

Ein paar Facts über mich

Ich liebe das Wasser und vor allem das Meer. Am glücklichsten bin ich, sobald ich meine Zehen ins kühle Nass stecken kann, egal ob beim Tauchen, Surfen oder einfach nur bei einem Spaziergang am Strand. Ich bin wahnsinnig tierlieb, breche bei jedem Babytier, das ich sehe, in Entzückungsschreie aus und würde gern alle Tiere auf der Welt retten. Mein Spirit-Animal ist übrigens der Fischotter.

Ich habe eine idealistische Ader, die sich lange Zeit unter meiner Oberfläche versteckt hielt, aber mittlerweile immer stärker zum Vorschein kommt. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich die Veränderung sein muss, die ich in der Welt sehen möchte.

Ich liebe Hitze, die Tropen, Palmen und Kokosnüsse. Mein Zuhause weit weg von zu Hause habe ich auf Bali gefunden. Ich leide unter akutem Fernweh und starker Wanderlust. Beides kollidiert mit meinem ebenso ausgeprägten Familiensinn und dem Bedürfnis nach einem sicheren und gemütlichen Zuhause.

Ich gebe nach außen stets vor, strukturiert und geordnet zu sein, und liebe To-do-Listen. In Wahrheit bin ich aber ein kleiner Chaot. Das bemerkt man spätestens, wenn man meinen Schrank aufmacht oder das Chaos auf meinem Computer sieht. Ich habe für mich den Begriff »digitaler Messie« erfunden.

Ich liebe die Natur, sie erdet mich, macht mich ruhig und hilft mir immer wieder dabei, mir die wesentlichen Dinge im Leben in Erinnerung zu rufen.

Ich möchte immer die Welt zerreißen, am liebsten alles sofort machen und erledigen. Aber auch wenn alles erledigt ist, ist keine Ruhe, denn dann warten schon die nächsten Ideen darauf, in die Tat umgesetzt zu werden. Ich werde aber so gut wie nie müde dabei, denn ich tue das, was ich liebe und wofür ich brenne, und dafür ist meine Energie nahezu grenzenlos.

Da ich meinen Weg und meinen Ort auf der Welt gefunden habe, möchte ich die Art und Weise, wie ich dort hingekommen bin, und das, was ich dabei gelernt habe, mit dir und der Welt teilen. Denn ich möchte, dass auch andere den für sich richtigen Weg finden, und hoffe, dass ich durch das Erzählen meiner Geschichte und Erfahrungen vielleicht ein bisschen dazu beitragen kann. Ich möchte dir mit meinem Weg ein kleines Stück Inspiration bei der Suche nach dem deinigen sein, und wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja sogar einmal.

Wenn du mehr über mich erfahren, mit mir gemeinsam Yoga machen oder auf ein Retreat von mir fahren willst, schau gerne auf meiner Webseite und meinen Social-Media-Kanälen vorbei:

www.yogaandjuliet.com, www.juliahofgartner.com

Instagram: @yogaandjuliet

Facebook: yogaandjuliet

Youtube: https://www.youtube.com/c/YogaandJuliet

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Teil I Mit Yoga den Weg (zu sich selbst) finden

1 Meine Geschichte

1.1 Gefangen im Hamsterrad fern des eigenen Weges

1.2 Menschen, die ihren Weg nicht kennen

1.3 Menschen, die ihren Weg nicht gehen

1.4 Wie ich meinen Weg entdeckte

1.5 Was ist dein Weg?

2 Was ist Yoga? Und wie soll Yoga helfen, den Weg zu finden?

2.1 Was ist Yoga?

2.2 Warum Yoga und wie es hilft, den Weg zu finden

2.3 Yogaarten

2.3.1 Ashtanga

2.3.2 Bikram

2.3.3 Hatha

2.3.4 Yin

2.3.5 Vinyasa

2.4 Yogaphilosophie

2.4.1 Yamas & Niyamas

2.4.2 Asanas

2.4.3 Pranayama

2.4.4 Pratyahara

2.4.5 Dharna

2.4.6 Dhyana

2.4.7 Samadhi

Teil II Wie finde ich meinen Weg?

3 Wie stärke ich mein Bauchgefühl?

3.1 Das zweite Gehirn in unserem Bauch

3.2 Yoga zur Stärkung des Bauchgefühls

3.3 Herabschauender Hund

3.4 Dreibeiniger Hund

3.5 Liegestütz-Twist

3.6 Hoher Ausfallschritt mit Twist

3.7 Pyramide

3.8 Gedrehtes Dreieck

3.9 Stuhl

3.10 Halber Drehsitz

3.11 Boot

4 Wie höre ich auf mein Herz?

4.1 Die zentrale Rolle des Herzens

4.2 Yoga zur Aktivierung deines Herzens

4.3 Yoga-Schneidersitz

4.4 Simple Seated Twist

4.5 Katze-Kuh

4.6 Herabschauender Hund

4.7 Dreibeiniger Hund mit offener Hüfte

4.8 Wild Thing »You’re a Rockstar, Baby«

4.9 Niedriger Ausfallschritt mit Rückbeuge

4.10 Sphinx

4.11 Bogen

4.12 Kamel

4.13 Halbes Kamel

4.14 Schulterbrücke – Rad

5 Wie stärke ich meine Intuition?

5.1 Was ist Intuition genau?

5.2 Yoga zur Stärkung deiner Intuition

5.3 Wechselatmung

5.4 Stehende Vorwärtsbeuge

5.5 Hand-zum-Fuß-Haltung

5.6 Adler

5.7 Delfin

5.8 Kopfstand

Teil III Wie schaffe ich es, meinen Weg zu gehen?

6 Wie gewinne ich mehr Mut, Stärke und Selbstbewusstsein?

6.1 Mut – was ist das eigentlich genau?

6.2 Herabschauender Hund

6.3 Dreibeiniger Hund

6.4 Knie-zur-Stirn-Haltung

6.5 Krieger 1

6.6 Krieger 2

6.7 Tanzender Krieger

6.8 Seitlicher Winkel

6.9 Hoher Ausfallschritt

6.10 Krieger 3

6.11 Yogi-Hocke

6.12 Gebundene Yogi-Hocke

6.13 Krähe

7 Wie gewinne ich mehr Energie und stärke meinen Antrieb?

7.1 Es gibt viele Gründe für zu wenig Energie

7.2 Berghaltung

7.3 Vorbeuge

7.4 Halbe Vorbeuge

7.5 Yogabrettstellung

7.6 Stockhaltung

7.7 Heraufschauender Hund

7.8 Herabschauender Hund

7.9 Welle in das Brett

7.10 Heuschrecke

7.11 Frosch

7.12 Herabschauender Hund

7.13 Eidechse

7.14 Taube

7.15 Meerjungfrau

7.16 Schiefe Ebene

7.17 Fisch

8 Wie räume ich Angst als Hindernis aus dem Weg?

8.1 Meine Flugangst

8.2 Die Angst darf mitfahren, aber nicht steuern

8.3 Katze-Kuh

8.4 Gestreckte Welpenhaltung

8.5 Herabschauender Hund

8.6 Niedriger Ausfallschritt mit Rückbeuge

8.7 Halber Spagat – Spagat

8.8 Kopf-zum-Knie-Stellung

8.9 Gedrehte Kopf-zum-Knie-Stellung

8.10 Schmetterling »Spread your wings«

8.11 Schildkröte

8.12 Reiher

8.13 Schulterbrücke

8.14 Schulterstand

8.15 Pflug

9 Wie treffe ich Entscheidungen und erreiche Ziele?

9.1 Durchhaltevermögen und Fokus

9.2 Die Kraft des Universums & The Law of Attraction

9.3 Herabschauender Hund

9.4 Dreibeiniger Hund

9.5  Hoher Ausfallschritt

9.6 Knie-zur-Brust-Stellung

9.7 Einbeiniger Stuhl

9.8 Baum

9.9 Stehende Beinstreckung

9.10 Tänzer

9.11 Stehender Spagat

9.12 Krieger 3

10 Wie werde ich achtsamer und lebe mehr im Jetzt?

10.1 Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

10.1.1 Kleine Achtsamkeitsübungen für den Alltag

10.2 Yoga für mehr Achtsamkeit

10.3 Herabschauender Hund

10.4 Krieger 2

10.5 Halbmond

10.6 Göttinnenstellung

10.7 Vorbeuge im weiten Spreiz

10.8 Seitlicher Ausfallschritt

10.9 Seitstütz

10.10 Happy Baby

10.11 Krokodil

10.12 Totenstellung

11 Mein persönlicher Yogaweg

11.1 Träume erkennen und verwirklichen

12 Danksagung

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Mit Yoga den Weg (zu sich selbst) finden

1 Meine Geschichte

2 Was ist Yoga? Und wie soll Yoga helfen, den Weg zu finden?

Den eigenen Weg zu finden und zu gehen ist nicht immer einfach, aber essenziell, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Yoga kann dabei eine große Unterstützung sein. Wie? Das erfährst du in diesem Buch.

1 Meine Geschichte

Kennst du deinen Weg und traust dich nicht, ihn zu gehen, oder bist du noch auf der Suche? Ich kannte meinen lange nicht und bin erst über Umwege und mithilfe von Yoga darauf gestoßen.

1.1 Gefangen im Hamsterrad fern des eigenen Weges

Stell dir deinen morgendlichen Weg zur Arbeit vor. Nachdem du dich in Windeseile zu Hause fertig gemacht hast und noch schnell einen Kaffee runterstürzt, weil du beim Wecker ein paar Mal zu oft auf »Snooze« gedrückt hast, hetzt du in die Arbeit. Draußen ist es noch dunkel, es ist Winter und ziemlich kalt. Du verdeckst dein halbes Gesicht hinter einem Schal, dein Blick ist entweder auf den Boden oder auf dein Smartphone, das du in der Hand hältst, gerichtet, die Mundwinkel dabei nach unten gezogen.

Wahrscheinlich nimmst du gar keine Notiz von den Menschen, die um dich herum gerade genau in derselben Situation sind. Alle eilen zur Arbeit, die einigen von euch keinen Spaß macht. Hamsterrad – tagein, tagaus. Freudige Gesichter und Lächeln auf den Lippen – Fehlanzeige. Stattdessen nach unten gezogene Mundwinkel und griesgrämige Blicke. Ferngesteuert wie Roboter, in Gedanken schon längst beim Feierabendbier oder in einer Hängematte im Paradies.

Die meisten Menschen befinden sich auf einem Weg, der nicht der ihre ist, und trotzdem verfolgen sie ihn stur, ohne nach einem neuen Ausschau zu halten. Glücklich sind sie dabei nicht. Im Gegenteil. Unzufriedenheit ist ihr täglicher Begleiter. Jeden Tag freuen sie sich nur darauf, am Abend wieder aufs gemütliche Sofa zu fallen, Jammern und Beschweren sind fixer Bestandteil der täglichen Konversationen, genauso wie das Erzählen von Träumen und Plänen für die in weiter Ferne stehende Pensionierung. Träume und Pläne, die vermutlich nie in die Tat umgesetzt werden.

Ich teile diese Menschen in zwei Kategorien:

Menschen, die ihren Weg nicht kennen und nicht wissen, was sie stattdessen tun sollen, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen, und

Menschen, die ihren Weg zwar insgeheim kennen, sich aber aus verschiedensten Gründen nicht trauen, ihn auch zu gehen.

1.2 Menschen, die ihren Weg nicht kennen

Ich bin in der »Generation Y« aufgewachsen. So wird die Generation genannt, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde. Die meisten von uns hatten eine gut behütete Kindheit, in der es uns an nichts gefehlt hat. Wir wurden von unseren Eltern umsorgt und verhätschelt. Denn viele von ihnen hatten es als Kind nicht ganz so gut und wollten es bei uns anders machen. Wir wurden gelobt und gefördert. Uns wurde gesagt, wir seien etwas Besonderes. Einzigartig. Uns wurde gesagt, wir können alles werden, was wir wollen. Nur, was wollen wir eigentlich?

Die Möglichkeiten waren noch nie so vielfältig wie in der heutigen Zeit. Wir können uns die Schule, das Studium und den Beruf völlig frei aussuchen. In vielen Fällen herrscht nicht einmal finanzieller Druck. Mama und Papa geben uns schon noch das nötige Kleingeld, bis wir wissen, was wir vom Leben wollen. Wir sind gut ausgebildet, verfügen oft über einen Hochschulabschluss und sind mit dem Internet groß geworden.

An die Stelle, an der vormals Status und Prestige standen, sind Werte wie Selbstverwirklichung, Freiheit, Freunde und Familie gerückt.

»Why?« Wir fragen, wir suchen, wir wollen uns möglichst viele Optionen offenhalten. Ja nicht festlegen. Folglich kennen wir auch häufig unseren Weg nicht. Wir irren ziellos im Kreis umher in der Hoffnung, den richtigen Weg vielleicht irgendwo zu entdecken, gehen währenddessen aber einen Weg, der angeblich der richtige für uns sein soll. Einen Weg, den entweder unsere Eltern für uns ausgesucht haben, der durch unser Studium vorprogrammiert ist oder der der Norm unserer Gesellschaft entspricht. Nur glücklich sind wir dabei nicht.

1.3 Menschen, die ihren Weg nicht gehen

Dann gibt es die Menschen, die zwar insgeheim genau wissen, wo sie hinwollen, es aber einfach nicht machen. Sie träumen entweder davon oder verschieben alles auf später. »Wenn XY eintritt, dann mach ich es endlich« ist ihr Lieblingssatz, den sie sich oder anderen gerne vorbeten. Doch XY tritt nicht ein oder XY tritt zwar ein, aber wenn es endlich so weit ist, haben sie schon längst eine andere Ausrede parat, die sie davon abhält, das Leben, das sie sich wünschen, auch zu führen, den Weg, von dem sie träumen, zu gehen. Diese Menschen spüren die Lust, etwas Neues zu wagen. Wenn da nicht diese ganzen Verpflichtungen wären. Der gewohnte Rhythmus, der Alltag. Die Angst vor den Konsequenzen.

Die Stimme im Kopf ist aber lauter als der Wunsch. »Wieso bildest du dir ein, das machen zu wollen?«, »Was werden deine Freunde, Arbeitskollegen und Familie denken?«, »Du hast doch schon alles, sei doch damit zufrieden.« Die Stimme übertönt den Wunsch und löscht den Mut, Neues zu versuchen. Es werden 100 Gründe gefunden, etwas nicht zu tun, aber kein einziger, es doch zu versuchen. Neidisch blicken sie auf die Menschen in ihrem Umfeld, die ganz gezielt ihren Weg beschreiten. »Wie schaffen die das nur?«, »Woher nehmen sie den Mut und die Kraft?«, »Ich könnte das nie!«

Diese Menschen bleiben in ihrer Komfortzone. Ein bequemer Ort, aber kein Ort des Wachstums, der Weiterentwicklung und des Fortschritts.

1.4 Wie ich meinen Weg entdeckte

Ich habe Jura studiert und mehrere Jahre in Anwaltskanzleien als angehende Konzipientin (angehende Anwältin) gearbeitet. Glücklich war ich dabei nicht, aber eine bessere Idee hatte ich auch nicht.

Ich bin der Inbegriff der Generation Y. Auch mir wurde als Kind immer gesagt, ich könne alles werden, was ich nur wollte. So großartig das war, so überfordert war ich mit der Entscheidungsvielfalt. Wollte ich Lehrerin, Ärztin, Anwältin, Fotografin oder Schriftstellerin werden? Ich wusste es nicht.

Da ich bis zu dem Moment, in dem es Zeit fürs Inskribieren war, nicht wusste, was ich studieren sollte, hatte ich quasi die Wahl zwischen BWL und Jus. Die beiden Studienrichtungen, die man studiert, wenn man nicht weiß, wo es hingehen soll. Da ich mit Zahlen nicht so gut kann, fiel meine Wahl auf Jus. Ich studierte vor mich hin, ohne je Leidenschaft oder brennendes Interesse dafür zu empfinden. Mangels Wissens darüber, welchen Weg ich sonst einschlagen sollte, und aus Bequemlichkeit blieb ich dabei.

Nach dem Studium war es Zeit für den Ernst des Lebens. Die Laufbahn der Anwältin war vorgegeben und so begann ich, in einer Anwaltskanzlei in Wien zu arbeiten. Nachdem die anfängliche Euphorie über den ersten richtigen Job verflogen war, war ich schnell in einem Trott. Den ganzen Tag wartete ich auf den Feierabend. Die ganze Woche wartete ich auf das Wochenende. Das ganze Jahr wartete ich auf meinen Urlaub. Ich arbeitete noch in zwei weiteren Kanzleien, in denen die Situation auch nicht besser wurde. Ich existierte. Mein Leben war okay. Mehr aber auch nicht.

In der zweiten Kanzlei wurde ich nach 1½ Jahren völlig überraschend von meinem Chef gekündigt. Ich hatte ihn in meine Pläne eingeweiht, sechs Monate später die Anwaltsprüfung zu machen, und wollte gemeinsam mit ihm eine passende Lösung finden. In Österreich braucht man mindestens einen Monat frei, um für diese umfassende Prüfung zu lernen. Deshalb wollte ich klären, ob ein unbezahlter Urlaub oder aber eine Auflösung des Dienstverhältnisses nach den sechs Monaten infrage kommt.

Meine Bemühungen, meinem Chef die Planung im Vorfeld zu erleichtern, wurden mir schließlich selbst zum Verhängnis. Er kündigte mir umgehend. Zum Zeitpunkt der Kündigung fehlte mir allerdings die für die Prüfung erforderliche Berufspraxis, weshalb ich gezwungen war, mir für die nächsten sechs Monate einen neuen Job in einer anderen Kanzlei zu suchen. Die Kündigung traf mich sehr und war ein schwerer Schock. Ich konnte nicht verstehen, wie mein vorausschauendes Denken und mein Versuch, für meinen Chef und mich die beste Lösung zu finden, am Ende gegen mich verwendet werden konnten.

Diese Kaltherzigkeit und Gleichgültigkeit, mit denen mir begegnet wurde, erschütterten zu diesem Zeitpunkt mein Weltbild. Im Nachhinein war die Kündigung das Beste, was mir passieren konnte. Durch sie begann ich das erste Mal darüber nachzudenken, ob die berufliche Laufbahn, die ich eingeschlagen hatte, auch tatsächlich die richtige für mich war. Ich begann darüber nachzudenken, ob ich ein Leben führen wollte, das okay war, oder ob ich mir nicht doch mehr vom Leben erhoffte.

Kurz nach der Kündigung verbrachte ich gemeinsam mit meinem Freund einen zweiwöchigen Urlaub in Thailand. In diesen zwei Wochen fühlte ich mich das erste Mal seit langer Zeit frei, unbeschwert und glücklich. Dieses Gefühl wollte ich wieder und in meinem Kopf entstand die Idee, für längere Zeit mit dem Rucksack durch Südostasien zu reisen. Auch nachdem ich in einer neuen Kanzlei begonnen hatte, ließ mich die Idee nicht mehr los und ich entschied mich dazu, ein halbes Jahr Geld anzusparen, danach zu kündigen und mein immer größer werdendes Hirngespinst Realität werden zu lassen.

In dieser Zeit begann ich auch verstärkt damit, Yoga zu praktizieren. Zunächst sah ich es als reines körperliches Workout, um in Form zu bleiben. Aber schon nach wenigen Einheiten bemerkte ich, dass sich dabei auch etwas in mir tat. Mein Alltag erfüllte mich nicht, aber die eine Stunde auf der Matte war wie eine Flucht in eine andere Welt, in der ich mich das erste Mal mit meinem Inneren auseinandersetzte und ganz bei mir war.

In den Yogastunden erlebte ich wahnsinnig intensive Momente und wusste schon bald, dass ich mehr davon wollte. Im Zuge meiner Reiseplanungen stieß ich auf einen Erfahrungsbericht über ein Yoga-Teacher-Training in Thailand. Ähnlich wie bei meiner Entscheidung zur Reise ließ mich auch dieser Gedanke nicht mehr los. Vor allem in den Yogastunden, die ich besuchte, drehten sich meine Gedanken nur noch um dieses Training. Mein Verstand erklärte mich für dumm. Ich hörte zunächst auf ihn und verwarf die Idee. Als sie mich aber einfach nicht mehr loslassen wollte, meldete ich mich kurzerhand für ein Yoga-Teacher-Training auf Bali an.

Die Reise und das Yoga-Teacher-Training waren eine intensive Erfahrung, die beste Entscheidung, die ich bisher in meinem Leben getroffen hatte, und die ersten Schritte auf einem neuen Weg. Auf MEINEM Weg.

Zu keinem Zeitpunkt habe ich es bereut, meinen relativ sicheren Job in einer Anwaltskanzlei an den Nagel gehängt zu haben, um ans andere Ende der Welt zu fliegen und eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen.

Nach meiner Rückkehr beschloss ich, diesen neu entdeckten Weg auch in Zukunft nicht zu verlassen. Ich beschloss, jede Idee, die mich eine Zeit lang nicht loslässt, in die Tat umzusetzen. Nicht zu träumen und zu warten, sondern zu machen. Nicht das Leben an mir vorbeiziehen zu lassen, sondern es zu leben. Nicht mehr Teil dieses Hamsterrades zu werden. Nicht das Leben zu führen, das den gesellschaftlichen Konventionen entspricht, sondern das, das mir gefällt. Nicht ein Leben zu führen, das bloß okay ist, sondern eines, das wild, frei, spannend und wunderbar ist. Nicht mehr auf einem Weg zu bleiben, der mir nicht gefällt, nur weil ich nicht sicher bin, welchen Weg ich stattdessen nehmen soll, sondern einfach einen anderen auszuprobieren. Denn genau dabei kann es dir passieren, dass du einen Weg entdeckst, von dem du nie gedacht hättest, dass es der deine ist, der sich aber aus dem Nichts heraus einfach richtig anfühlt. So wie es bei mir war.

1.5 Was ist dein Weg?

Hast du dich vielleicht schon in meinen Worten wiedergefunden? Ich vermute, dass du dieses Buch in den Händen hältst, weil du deinen Weg entweder noch nicht gefunden hast oder dir nicht sicher bist, wie du es bewerkstelligen sollst, deine Träume auch tatsächlich Realität werden zu lassen.

Eines gleich vorweg: Ich kann dir nicht garantieren, dass du deinen Weg sofort findest, wenn du alle Asanas in diesem Buch regelmäßig praktizierst. Ich möchte dir in diesem Buch aber meine Erlebnisse schildern, dir erzählen, wie Yoga mir dabei geholfen hat, meinen Weg zu finden, dir eine Hilfestellung geben, wie es auch dir dabei eine Unterstützung sein kann, und dich durch meinen Weg vielleicht ein kleines bisschen auf deinem inspirieren. Let’s go!

2 Was ist Yoga? Und wie soll Yoga helfen, den Weg zu finden?

Yoga kann dir auf der Suche nach deinem Weg und bei der Beschreitung desselben eine Hilfe sein. Das glaubst du nicht? Keine Angst, das tat ich zuerst auch nicht, ich wurde aber sehr bald eines Besseren belehrt.

2.1 Was ist Yoga?