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YOGA
WARUM YOGA FÜR MICH SO WICHTIG IST
UNTERWEGS ZU MIR
TAGEBUCHNOTIZEN LADAKH
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YOGA
WARUM YOGA FÜR MICH SO WICHTIG IST
Warum schreibe ich ein Yogabuch - warum noch eines, in Anbetracht der Vielzahl der zu dem Thema veröffentlichten Werke? Denn Yoga hilft nur, wenn man es praktiziert, nicht beim Lesen.
Warum ist Yoga für mich so wichtig? Warum empfehle ich Yoga?
Wo liegt der Vorteil gegenüber anderen Bewegungs-, Atmungs-, Kräftigungsoder Dehnungsmethoden? Welches ist die eigentliche Motivation für die Ausübung? Diese Fragen werden mir oft gestellt.
Yoga ist mehr
Hierzulande wird in erster Linie der körperliche Aspekt des Yoga geschätzt.
Für mich ist jedoch von großer Bedeutung, dass Körper und Seele durch Konzentration, Kontemplation und Meditation in Verbindung mit den Übungen in Einklang gebracht werden können sowie der philosophische Hintergrund.
Ich habe nach all den Jahren des Praktizierens ein paar Grundregeln erkannt, über die in vielen anderen Büchern hinweggegangen wird. Es geht mir um bewusstes Üben - die EINE Übungsfolge zu perfektionieren, mit den Bewegungen und der dazugehörigen, im richtigen Rhythmus erfolgenden Ein- und Ausatmung. Die positive Bilanz: mein Weiterkommen, mein Voranschreiten, das seit Jahren gesund sein, trotz der größeren Belastungen, trotz zunehmender Hektik, trotz häufigerer Reisen, trotz geringerer Zeit.
Vorbereitung für den Sport
Vor zwei Jahren hatte ich beim Skilaufen einen gefährlichen Zusammenstoß mit einem Snowboarder. Der Unfall war so heftig, dass die Bindung von den Skiern gerissen wurde und ich die Piste hinunterstürzte. Und dabei ist mir überhaupt nichts passiert - das habe ich sicher den Dehnungs- und Streckübungen aus dem Sonnengruß zu verdanken. Yoga ist also ein guter Weg, um seinen Körper von innen heraus zu stärken, dabei flexibel und geschmeidig zu werden und so beweglich zu sein wie ein Kind, das sich nicht verletzt, wenn es stürzt.
Ich möchte mehr Einblick in das Menschsein gewinnen. Yoga mit seinen philosophischen Aspekten hilft mir, auch mehr über mich zu erfahren.
Meine Fragen: »Wie bekomme ich Energie, wie kann ich sie halten, was raubt sie mir, welche anerzogenen Muster passen nicht zu mir und wie kann ich mich von ihnen befreien, um mein eigenes Leben zu leben«, werden hier beantwortet. Yoga fördert Offenheit und die Flexibilität des Geistes.
Meine Reise nach Indien
Um mehr über Yoga zu erfahren und in der Hoffnung, im Himalaya einen YogaLehrer zu finden, mit dem ich von morgens bis abends praktizieren könnte, bin ich nach Ladakh gefahren. Die Tatsache, dass im April/Mai noch keine Lehrer da sind - sie kommen erst zur Haupttouristenzeit ab Juni - hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. So habe ich die Zeit genutzt und mich mehr mit der Philosophie, vor allem der der Dzogchen-Übungen, auseinandergesetzt. Um die Lehre so zu verinnerlichen, dass der Körper sie auch annimmt und nicht auswendig lernt, sondern immer mehr umsetzen kann im eigenen Leben. In meinem Tagebuch auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr darüber.
Da Yoga eine so grundlegende Bedeutung für mein Leben gewonnen hat, möchte ich diese wichtige Erfahrung an andere weitergeben. Ich wünsche mir, dass ich Sie, meine Leser, mit meiner Begeisterung anstecken und motivieren kann, Ihrem Leben möglicherweise eine ganz neue Richtung zu geben, sowohl in körperlicher wie auch in seelischer Hinsicht. Ich hoffe, dass mir das gelingt.
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UNTERWEGS ZU MIR
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TAGEBUCHNOTIZEN LADAKH
Ladakh, eingebettet zwischen Pakistan und China in einer kargen Hochge - birgslandschaft, wird auch »Kleines Tibet« genannt. Leh, seine malerische Hauptstadt, liegt am Oberlauf des Indus, 3580 m hoch.
Donnerstag, 3 Mai 07 Lele Ladakh
Leh. Gestern war Vollmond, nein vorgestern, am 2. Mai. Hier in Leh gab es heute eine Zeremonie, um den Geburtstag Buddhas zu feiern. Mönche, alte wie junge, verschiedene Volksgruppen in ihrer traditionellen Tracht und eine Schulklasse nahmen an der endlos scheinenden Prozession teil. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um auf dem Gut von Leh, auf welchem sich eine alte Gompa, tibetisch für Kloster, befindet, mit den Mönchen zu feiern.
Eine bemerkenswert lange Prozession zu Ehren des Gebur tstags von Buddha.
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Mein Führer Issy und ich waren danach bei einer Tibeterin namens Tashi zum Mittagessen. Anschließend sind wir aufgebrochen zu einem weit entfernten Kloster, dem Kloster Kastang. Es liegt wunderschön auf 4200 Metern Höhe und befindet sich am Ende eines Tals, beschützt von einem Bergrücken. Einige Einheimische, die das Kloster besuchen, sind zu sehen, ebenso Handwerker, die die Stufen des Klosters erneuern.
Ich fühle mich nicht wohl hier. Die jungen Mönche schauen unzufrieden und distanziert, eher wie junge, hartgesottene, abgebrühte Einwohner. Kein Platz, kein Ort, der mir für eine Reise ins Innere geeignet zu sein scheint.
So sind wir relativ schnell aufgebrochen - nachdem ich vorher noch einen Mönch gebeten habe, für eine Freundin um deren Gesundheit zu beten - und zum nächsten Kloster gefahren. Zum Kloster Trakthok.
Es war schon geschlossen, man hatte aber Zugang zu einem Innenhof. Trakthok ist ein altes Kloster, welches direkt in den Berg integriert ist.
Ursprünglich war es eine Höhle, in der vor Jahrhunderten ein Mönch meditierte und um die herum später das Kloster gebaut wurde. Wir haben Glück, denn Issy sieht von einem Ausblick aus einen jungen Mönch, den er darum bittet, das Kloster kurz besuchen zu dürfen. Dieser ist so freundlich und zeigt uns eine der Höhlen, ausgestattet mit alten Buddhastatuen und Darstellungen von Buddhaerscheinungen, schwerlich erkennbar, weil sie schon stark vergilbt sind. Trotz des kalten Bodens herrscht hier eine Atmosphäre, die zum Aufenthalt einlädt. Um zur Ruhe zu kommen, in sich zu gehen und um mehr über sich zu erfahren.
Leh, Ladakh, das Haus, in dem die Nonnen ausgebildet werden und in dem sie leben.
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Hierhin zogen sich buddhistische Mönche zur Meditation zurück.
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Bei Thangkas oder Thankas handelt es sich um Rollbilder mit religiösen Malereien des tantrischen Buddhismus. Sie dienen zur Meditation. Dargestellt werden oft Beschützergottheiten, Buddha oder Mandala-Symbole.
In der Mitte ist der Gang frei, und rechts und links sind kleine, für diese Region typische Tischchen. Dahinter hängen Thangkas und liegen Kissen und Teppiche, auf welchen sich die Mönche während ihrer Meditationen und Gebete niederlassen. Hier könnte ich bleiben.
Auf dem Weg zurück nach Leh passieren wir ein weiteres Kloster, in dem »Samsara« gedreht wurde. Samsara ist der erste Kinofilm aus Ladakh. Es geht darin um einen Mönch, der sein Kloster verlässt, sich verliebt und eine Entscheidung für sein künftiges Leben treffen muss - für klösterliche Enthaltsamkeit oder eine weltliche Liebe.
Der Tag war ziemlich anstrengend. Trotz eines immensen Wasserkonsums fühle ich mich nicht ganz wohl. Nach dem
eISBN : 978-3-894-80469-5
Leseprobe
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