Your Deadly Dreams - Kerstin Schwarz - E-Book

Your Deadly Dreams E-Book

Kerstin Schwarz

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Beschreibung

Von düsteren Ritualen an Halloween, bis hin zu blankem Horror während einer Zugfahrt. Spüre die Paranoia, die durch ein schlechtes Gewissen entstehen kann und die Traurigkeit einer verlorenen Seele. Erfahre die schreckliche Wahrheit über den Verbleib des Weihnachtsmannes und eine etwas andere Geschichte von Blutkäppchen und ihrer Großmutter. All diese und noch weitere Kurzgeschichten befinden sind in dem ersten Band von "Your Deadly Dreams", inklusive zwei bisher noch nicht veröffentlichten Geschichten.

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Seitenzahl: 84

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Kerstin Schwarz YOUR DEADLY DREAMSvol. 1

Eine Sammlung von Kurzgeschichten

Impressum

Text: Copyright (c) 2001-2012 by Kerstin D. Schwarz (alias Merci) Umschlagmotiv und -gestaltung: Copyright (c) Kerstin D. Schwarz

Verlag:

Kerstin Schwarz

c/o autorenglück.de

Franz-Mehring-Str. 15

01237 Dresden

[email protected] // www.kerstin-schwarz.com

Druck und Herstellung:epubli, ein Service der Neopubli GmbH, Berlin www.epubli.de

ISBN 978-3-7375-9801-9

In stillen Gedenkenan alle meinetiefgründigen Momente

Darkness over the World

My heart is dark, my soul is darkermy life is out of control.Now, it’s too late to stop itso, I have to go out in the dark.Go out to find my salvation.I bring the darkness over the landand over the world.I bring death and spoil.I am the lady of darkness.The darkness is my lordand I pray my lord.

____________________

© 2001

Halloween - Liebe oder Rache

Heute Nacht war es so weit. Heute Nacht war die Nacht der Nächte, es war Halloween! Endlich hatte das Warten ein Ende. So lange hatte ich schon gewartet, aber jetzt war es so weit. Der 31. Oktober, der Tag der Untoten und Geister. Heute Nacht würden sie zurückkommen, denn ich wollte sie zurückbringen. Ich ganz allein! Die ganze Welt würde mein Werk bewundern, meinen Ruhm miterleben und mich vergöttern, denn ich konnte die Toten auferstehen lassen.

So weit mein Plan. Dieser stand schon sehr lange fest. Eigentlich wollte ich nur einen Verstorbenen zurückbringen, Jeremy, meinen Geliebten. Viel zu früh hatte er aus seinem Leben scheiden müssen und heute Nacht sollte er seine zweite Chance bekommen.

Ich hoffte so sehr, dass mein Plan auch funktionieren würde. So, wie ich es mir immer erträumt hatte. Oft hatte ich davon geträumt, wie es wohl gewesen wäre, wenn damals alles anders abgelaufen wäre. Wären wir jetzt noch zusammen, wenn wir nicht immer gestritten hätten? Wären wir dann glücklich geworden?

Doch in letzter Zeit kam immer häufiger die Frage auf, ob wir überhaupt jemals glücklich gewesen waren. Oder verschloss ich nur die Augen vor den schrecklichen Momenten, in denen Jeremy ausgeholt hatte, um mich zu schlagen. Wie oft hatte er mich geschlagen, weil ihm etwas nicht gepasst hatte? Aber ich hatte ihm auch immer widersprechen müssen. War es mir überhaupt gestattet gewesen? Hätte ich ihm denn meine Meinung oder meine Bedenken nicht sagen sollen?

Von Anfang an hatte ich gewusst, dass Jeremy ein Schläger war. Es war eine schlechte Idee gewesen, ihm zu sagen, dass er nicht alles durch Gewalt erreichen konnte. Damals hatte ich nicht geglaubt, dass er auch mich schlagen würde. Hatte ich doch gedacht, dass er mich über alles lieben würde. Was hatten mir seine Worte und Beteuerungen genutzt? Was hatte es mir gebracht, wenn er mich geschlagen und dabei gesagt hatte, dass es ihm leid täte? Zu jedem Faustschlag hatte ich ein ‚Ich liebe dich’ zu hören bekommen. Doch das hatte es nur schlimmer gemacht, denn ich hatte ihn wirklich über alles geliebt und wehrlos seine Schläge hingenommen. Aber das Schlimmste an der Sache war, ich hatte niemals aufgehört, ihn zu lieben. Selbst bis heute nicht!

Ich hätte es nicht tun dürfen! Würde Jeremy mir verzeihen oder es zumindest verstehen können, warum ich es getan hatte. Ich wusste es nicht, aber ich hatte jede Nacht dafür gebetet. Jede Nacht, in der ich wach gelegen hatte und vor Schmerzen nicht schlafen konnte. Mein Körper, der von blauen Flecken übersät war, hatte sehr geschmerzt. Doch noch viel schlimmer waren die Schmerzen in meinem Herzen und in meiner Seele gewesen. Diese Schmerzen waren auch dafür verantwortlich, dass ich ihn nicht vergessen konnte. Die Erinnerungen schmerzten so sehr, obwohl ich ihn noch immer liebte.

Im Nachhinein betrachtet war es eine tödliche Liebe gewesen. Doch ich hatte es nicht wahrhaben wollen. Erst viel zu spät hatte ich es bemerkt. Aber hätte ich es denn ändern oder verhindern können? Konnte ich es überhaupt wieder gutmachen oder würde ich alles noch schlimmer machen? Ich war mir der Gefahr bewusst. Unterzeichnete ich hiermit vielleicht mein eigenes Todesurteil? Alles Fragen, auf die ich keine Antwort hatte. Ungewissheit umgab mich und erste Zweifel nagten an mir. Ich hielt es nicht mehr aus! Zum Glück dauerte es nicht mehr lange.

Die Turmuhr schlug laut und deutlich. -Eins-Ich hielt den Atem an und lauschte den imposanten Schlägen. -Zwei-Ich war hellwach und voll konzentriert. -Drei-Es war das einzige, was ich hören konnte. -Vier-Ich richtete mich nach ihnen. -Fünf-Es war wie eine alte Tradition! -Sechs-Aus alter Zeit, von früher noch. -Sieben-Als die Welt noch wunderbar gewesen war. -Acht-Als ich meinen Geliebten noch nicht gekannt hatte. -Neun-Manchmal wünschte ich sogar, ich hätte ihn niemals kennengelernt. -Zehn-Zehn Schläge, mehr waren es diesmal nicht. Noch zwei Stunden bis Mitternacht!

Ich wusste nicht, ob ich mich freuen sollte oder lieber doch nicht. Ich wartete schon so lange auf diesen Moment. Doch wenn ich ehrlich war, beschlich mich langsam ein ungutes Gefühl. War es mein Gewissen oder einfach nur die Angst vor dem Unbekannten? Wie würde die Welt morgen aussehen? Würde es morgen überhaupt noch eine Welt geben? Was würde heute Nacht geschehen? Konnte ich mir mein Glück zurückholen oder würde ich erneut das Unglück heraufbeschwören? Liebe oder Rache? Glück oder Unglück? Leben oder Tod?

Ich hoffte, nicht in mein eigenes Verderben zu rennen. Oder hatte es mich schon längst eingeholt? Hatte ich mir schon selbst mein eigenes Grab geschaufelt? Diese Bedenken zerfraßen mich von innen heraus. Was sollte ich nur tun? Konnte ich überhaupt noch etwas tun oder war es schon zu spät? War es wieder einmal zu spät, um den Lauf der Dinge noch ändern zu können?

Damals hatte ich das Unheil nicht abwenden können. Würde ich es dieses Mal können? Hatte ich in der ganzen Zeit überhaupt etwas dazugelernt oder war alles nur ein Spiel? Als Zeitvertreib hatte ich mir ein sehr gefährliches Hobby ausgesucht. Immer wieder hatte ich mich gefragt, ob es überhaupt richtig gewesen war, diesen Weg einzuschlagen. Vielleicht war es der nächste große Fehler in meinem Leben gewesen, sich mit Schwarzer Magie zu beschäftigen und diese Künste zu erlernen. Ich würde es wohl herausfinden müssen! Aber es war damals der einzige Weg gewesen, den ich gesehen hatte. Mein Beten und Bitten hatte versagt! Ich konnte die Zeit nicht zurückdrehen und meine Tat ungeschehen machen. Gott hatte mir meinen Geliebten nicht zurückgebracht. Würde Luzifer es tun? Vielleicht brachte er mich auch zu ihm.

Bald schon würde ich es wissen! Mehr als Abwarten konnte ich nicht. Zum Glück war es bald vorbei. Der Schleier meiner Ungewissheit würde sich lüften und mir die Wahrheit zeigen. Liebe oder Rache? Glück oder Unglück? Leben oder Tod?

Ich schaute auf und blickte zu seinem Bild! Das Bild, das mich immer wieder an meine Schuld erinnern sollte, denn ich durfte sie nicht vergessen. Genauso wenig wie meine Tat. Es war meine Schuld gewesen, da war ich mir ganz sicher. Ich hatte Jeremy immer wieder die Gründe geliefert, mich zu schlagen, denn ich hatte einfach meinen Mund nicht halten können und ständig Widerworte gegeben. Es war falsch gewesen, mich zu beklagen. Das war es doch, oder nicht?

Im Laufe der Jahre hatte sich sein Verhalten verändert und die Probleme auf seiner Arbeit waren noch dazugekommen. In dieser schweren Zeit war es noch viel schlimmer geworden. Jeremy hatte alles an mir ausgelassen und ich hatte es hingenommen. Es war schon fast zur Gewohnheit geworden. Für ihn, wie auch für mich. Für ihn war es die Gewohnheit gewesen, mich zu schlagen und für mich, die Gewohnheit geschlagen zu werden. Es hatte zu meinem Leben gehört und die Schläge waren von Tag zu Tag häufiger geworden. Am Ende hatte ich einen Teil meines Lebens verloren. Den Teil meiner Selbstachtung und Würde! Leider musste ich gestehen, dass ich diesen damals nicht einmal vermisst hatte. War das mein Leben gewesen? Die Schläge und die Schmerzen? Die Schreie, die Nacht für Nacht ungehört im Wald verklungen waren? Die Gewalt und die Brutalität? Die Angst und das Leid? War das alles gewesen, was mein Leben ausgemacht hatte?

Was war dann heute aus meinem Leben geworden? Die satanischen Rituale und Schwarze Magie? Dabei war es doch mein größter Wunsch gewesen, ein glückliches Leben zu führen. Was hatte ich denn nur falsch gemacht?

Und wieder verweilte mein Blick auf seinem Bild. Die Uhr schlug wieder. -Eins-Wieso war Jeremy nur immer so brutal zu mir gewesen? -Zwei-Er war doch so gut aussehend gewesen. Seine helle und zarte Haut. -Drei-Sein welliges Haar war besonders hinreißend gewesen. -Vier-So schöne schwarze Locken, die ihm manchmal sanft in die Augen gefallen waren. -Fünf-Dann dachte ich an seinen Mund und seine warmen Lippen. -Sechs-Er hatte so gut geküsst. Leidenschaftlich, aber auch gierig. -Sieben-Und seine Augen! Geheimnisvoll hatten sie seine finstere Seele verborgen. -Acht-Man hatte in diesen Augen eintauchen und sich darin verlieren können. -Neun-Doch hatte man nichts außer tiefster Finsternis gefunden. -Zehn-Oh ja, er war geheimnisvoll und böse gewesen! Aber ich hatte ihn so sehr geliebt. Ich liebte ihn immer noch! -Elf-Nur noch eine Stunde, bis er wieder bei mir sein würde. Bis wir wieder zusammen und vereint waren. Liebe oder Rache? Glück oder Unglück? Leben oder Tod?

Noch immer sah ich die Geschehnisse seiner Todesnacht vor mir. Ich hatte diese Nacht immer wieder in meinen Träumen erlebt, aus denen ich schweißgebadet erwacht war. Hoffentlich würde es damit vorbei sein, sobald wir wieder vereint waren. Ich konnte diese schrecklichen Bilder nicht mehr sehen. Dabei gewesen zu sein, war für mich schon schlimm genug gewesen. Aber es immer wieder zu erleben, hielt ich wirklich nicht mehr aus.

Die Bilder dieses Grauens hatten sich in meinem Gedächtnis festgesetzt und sich tief in meine Seele eingebrannt. Ich sah sie immer vor mir, sogar wenn ich wach war. Das Blut und das ganze Elend. Ich hatte das ganze Blut bis heute nicht vollständig wegwaschen können. Egal wie oft ich den Boden geschrubbt hatte, ich konnte das Blut immer noch sehen. Es war überall!

Es war bereits späte Nacht gewesen, als mein Geliebter nach Hause gekommen war. Mir war schon vorher klar gewesen, dass er wieder