zartbitter: Satiresplitter - Joe Fass - E-Book

zartbitter: Satiresplitter E-Book

Joe Fass

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Beschreibung

Entstanden für’s Radio, jetzt als Buch: Die beliebten Satire-Splitter zur Lage der Nation. Joe Faß´ satirischer Blick auf die Welt und ihren Irrsinn. Bekannt von radio leinehertz 106.5. Für’s Radio gemacht hier nun „verbucht“ SatireSplitter: 90-Sekunden-Schlaglichter auf Zeitgeschehen und Ereignisse, Vor- und Nachsichten zur globalen Lage der Nation.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 96

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Joe Faß

zartbitter: SatireSplitter

Verlag Ille & Riemer Leipzig – Weissenfels

Mit Humor für Gerechtigkeit

Umschlaggestaltung, Satz und Layout: Mattes Kleyboldt Titelfoto: © by-studio - Fotolia.com

1. Auflage 2017

ISBN: 978-3-95420-023-8

Alle Rechte vorbehalten

Inhalt

90-Sekunden-Satiren

Crashkurs Satiresplitter

Crashkurs

Mini-Splitter. Vor- und Nachsichten

Splitter-Gewitter

Poeten-Geheimnis / Loblied auf die Schokolade

Globales. Deutsche kauft deutsche Zitronen

Europa

Lachnummer „Maut“

Obergrenz-debil

Ozonloch-Verdichtung

Postfaktisch

Der Goldblonde und die große Dame

Abgasfrei

Türkische Hunde

Geld trainiert die Welt

Carsten und Utz – Aufregung im Sandkasten

Deutsche Bank – leidenschaftlich

Bremer Landesbank

Schlüsselfrage: falsch verschlüsselt?

Resozialisierung und Toleranz

Hoeneß’ Be-Stoiberung

Diese neuen, lockeren Manager?

Der Goldblonde und die Bosse

„Vorstandsbezüge“

Die Millionärs-Formel

Schwarzfahrer – Schwarzgeld

Reichtum ... D-Mark versteckt sich

Ballermänner & Couch-Sport

Wenn die Ballerei vorbei ist

Fußball ohne Emotion

Schröder über 96

Isländischer Zauber(-Fußball)

Denk-Sport

Obama und 96

Hannover: Mehr als Leibniz, Keks & 96

Leibniz + Kekse

Hannover-Highlight: die MuseumsCard (1)

Ausverkauft: MuseumsCard (2)

Hannover hebt nicht ab

Erst kommt das Fressen ...? Süße Säfte / dicke Kinder

Cappuccino mit Kakaopulver

Ei, Ei, Ei... produktive deutsche Hennen

Joghurt: kaufen und wegschmeißen

Stracciatella, Nuss und Schoko

Dicke Kinder schwimmen nicht

Süße Säfte ... geht’s noch? (1)

Süßer Saft und Statistik-Opfer (2)

Süßer Saft macht blöd (3)

Niedersachsen-Schweine

Selbsterfahrung: Es ist wahr, es ist wahr ...

Carpe diem – und ganz locker bleiben

Versendet: Paket-Drama

Eine Welt voller Gerüche

Hotdogs

Pokémon GO

Zeig mir deine Teeküche

Wahl-Anschlag

Yogi

Wahrheit(s)Glaube. Luther, Papst & Social Bots

Vorschlag für Dschihadisten und Nazis

Bekenntnis zur kompromisslosen Intoleranz

MdB Petra Hinz

Social Bots

Social Bots als Geldmaschinen

Luther und der Papst

Ohhh-stern – was für ein Fest?

Gerüttelt oder geschüttelt? Wörter, Worte, Staben- Spiele

Poli... – was?

Portemanteau-Worte

Popo-push-up

Prokrastinieren

Rot. Du Farbe der Liebe ...?

Die Unaussprechlichen

Görüsürüz

Schüttel-Toastbrot

Hirn oder Verstand?

Frösche – Prinzen – Präsidenten

Coole Frösche, heiße Prinzen und Präsidenten

Staff of the greatest Project of the World

Präsidenten-Darsteller

Des Größten kleine Geografie

Vom Buchhalter zum Prinzen?

Guter Rat für LebensArt

Arbeitsziele

Frauen – Arbeit – Lohn

Waffenkauf: Alles muss raus!

Lesen

Handy aus. Knutschen!

Keller-Geschenke

Von Genüssen, Küssen und Ergüssen

Männerschnupfen

Headhunter für die SPD

Sanifair

Eine Sekunde mehr

Zum Autor

Danksagung

90-Sekunden-Satiren Zuerst im Radio – nun „verbucht“

Kurz-Satiren im Radio zu produzieren, war ein Versuch.

Seit nunmehr einem Jahr gehen die SatireSplitter jede Woche viermal auf Sendung.

Eine Splitter-Auswahl präsentiert dieses Buch.

„Zartbittere SatireSplitter“ sollen Sie/Euch unterhalten, erheitern, an- und aufregen, inspirieren.

Mal süß, mal bitter,

mal zart, mal grob.

Von mir aus kann’s losgehen.

Viel Vergnügen.

Joe Faß

PS: Um direkt ein schönes Wort ins Spiel zu bringen: Postskriptum (PS) – ein Anhang an einen Text. Dieses Buch enthält nicht zu unterschätzende Anhänge und Fußnoten. Kleingedrucktes mit satirischer Note.

PPS: Im Radio duzen wir uns mit den Hörern. Persönliche Ansprache ist üblich bei Radio Leinehertz. Habe das im Buch so beibehalten. Wenn du mir also schreiben willst, bleiben wir von mir aus gerne beim DU: [email protected]

PPPS: Radio Leinehertz ist zu empfangen auf UKW 106.5 – im Großraum Hannover. Weltweit im Internet. Die Satiresplitter laufen zurzeit immer dienstags und mittwochs um 8:10 Uhr und 16:40 Uhr. Als Podcast sind die Sendungen nach-zuhören. Mehr zum Radio: www.leinehertz.net oder auf Facebook.

PPPPS: Ziemlich sicher hat sich in diesem Buch ein ungebetener Gast eingenistet: der Fehlerteufel. Manchmal ist er sehr kreativ. Oft aber treibt er ein verwirrendes Spiel mit den Staben. Schreib mir, wenn du ihm begegnest und er dich irritiert. So machen wir ihm gemeinsam den Garaus.

Crashkurs SatireSplitter

Crashkurs: Satire

Geht Satire in 90 Sekunden? –

90 Sekunden – mit Toleranz* nach oben und unten – steht mir für einen Radio-Satiresplitter zur Verfügung. Anfangs hab ich gedacht, das klappt nie. Nach etwas Übung, kann ich sagen: Machbar.

Und wenn einem auf der Straße wahre Glückstreffer begegnen, geht’s noch schneller.

Neulich hab ich an einer Fahrschule diese Werbezeile gelesen – im Ernst.

An einer Fahrschule!

Groß und schlicht und kurz stand dort:

Crashkurs in 14 Tagen!

Na denn, fahrt vorsichtig.

Mini-Splitter: Vor- und Nachsichten *

Zuhören.

Nicht nur wir Radiomacher beobachten eine gefährliche gesellschaftliche Entwicklung: Das Zuhören nimmt immer mehr ab und das Abhören immer mehr zu. – Wenn das so weiter geht, verlieren die Einschaltquoten an Bedeutung. Wer künftig wichtig genommen werden will, der wirbt mit den Abhör-Quoten.

Quoten.

Den Einschaltquoten nach gehört die Sendung „Bauer sucht Frau“ mit zu den erfolgreichsten. Aber für den Fall des Falles hier ein Reform-Vorschlag:

Wenn endlich alle Bauern Frauen haben. Wenn kein Schwein sich mehr für die reale Landwirtschaft interessiert. Wenn dann die Einschaltquoten sinken, empfehle ich den Weg zurück zu den Wurzeln.

Als Titel-Vorschlag für die reformierte Sendung: Bauer sucht Sau!

Fußball. (Insider-Meldung)

Das Magazin 11 Freunde meldete in seinem Live-Ticker: Theophilus Anobaah wechselt zu Hannover 96.

Jetzt werden viele sagen: Häh? Nie gehört! Zur Erklärung: Hannover 96 ist ein Fußballteam aus Niedersachsen.

Kekse.

Die neueste Keks-Studie – kein Scherz, die gibt es wirklich – hat ergeben, dass die Zunahme des Konsums von Keksen in Sitzungen keinen Einfluss auf die Ergebnis-Qualität der Sitzungen hat.

Überraschend, oder!?

Eine ältere – aber immer noch erschütternde – Meldung aus:

Katar. Fußball-WM.

Ein echtes Drama. Erste Alters-Sehschwäche diagnostiziert. Beim Kaiser.

Was ist geschehen? – Kaiser Franz Beckenbauer hat bisher noch keinen illegalen Arbeiter in Katar gesehen. Da muss man doch fragen:

Ja, wo guckt der denn? Was sieht der noch?

Das gibt Anlass für Sorgen um ein Folge-Problem. Herrschafts-Zeiten, was kümmern uns die Inder in Katar?! – Es droht ein Drama in der Kaiser-Familie. Im weltweiten Netz der gewollten und nicht gewollten Beckenbauer-Kinder herrscht bereits helle Aufregung über die Frage:

Wird uns der Papa noch erkennen?

Splitter-Gewitter

Satiresplitter in eigener Sache: Weltweit im Netz als Livestream unter Radio Leinehertz 106.5. Dienstags und mittwochs immer um 8:10 und 16:40 Uhr. Oder jederzeit als Podcast.

Merk-Gedicht:

Wenn’s morgens gewittert, Und im Radio splittert, Wenn’s richtig kracht, Das Hertz erwacht. Das Leinehertz ganz ohne Schmerz. Dann wird das Aufsteh’n wunderschön. Kein trister Tag ist mehr zu seh’n. Wenn’s dann auch noch so weiter geht, am Mittagshimmel Sonne steht, dann wirst du nachmittags verwöhnt, wenn Leinehertz mit Splittern dröhnt.

Um dies’ Vergnügen dir zu gönnen, Sollst morgens du nicht zu lang pennen. Sollst spätestens um acht Uhr zehn Auf Radio und Wecker seh’n. Sogar, wenn du’s verpasst; versteht sich Gibt’s Splitter nochmal: sechzehn-vierzich.

In diesem Sinne: Allseits frohes Erwachen und versplittert euch nicht.

Poeten-Geheimnis Oder: Loblied auf die Schokolade*

Wenn du vor leerem Blatte sitzt Und sich der Reim nicht recht zuspitzt, dann greife zur geheimen Lade. Die Schoko- in der Schub-. Nichts drin? Sehr schade.

Denn dich macht Süße und Kakao erfinderisch und mächtig schlau. Auf dass dann Staben sich ergießen. Gedanken-Blitze wieder sprießen.

Gibst nicht den zweifelnden Poeten Schießt zielbewusst mit Vers-Raketen. Das Blatt füllt sich mit Geistesblitzen Und edelsten Satire-Spitzen.

Es ist kein Wunder aus dem Geiste. Es ist Kakao, der dieses speiste. Drum hier Verrat geheimster Gaben: Poeten Schokolade haben.

Globales Deutsche kauft deutsche Zitronen

Deutsche, kauft deutsche Zitronen!

Der Zustand Europas – eine Katastrophe? Das Denken in Deutschland über Europa – nur noch von Enttäuschung getrieben?

Beschwörungen reichen nicht, um dem Goldblonden auf der anderen Seite des Teiches etwas entgegen zu setzen. Einigung ist angesagt, dringender denn je.

Als Satiriker habe ich keine Handlungsanleitung für ein einiges Europa zu bieten, nur eine Beschreibung des kläglichen Zustands und eine dicke Portion Hoffnung. – Als ich nach Worten suchte, erinnerte ich mich an diesen Text Tucholskys. Vor 85 Jahren – als es das heutige Gebilde EU noch nicht gab, geben konnte, – beschrieb er „sein“ zerstrittenes Europa. Ein Beleg seiner Fähigkeit zu scharfer Analyse, zeitlos-bissiger Kritik und Weitsicht. – Ich wollte nicht versuchen, es treffender zu formulieren.

Europa

Am Rhein, da wächst ein süffiger Wein – der darf aber nicht nach England hinein – Buy British! In Wien gibt es herrliche Torten und Kuchen, die haben in Schweden nichts zu suchen – Köp svenska varor! In Italien verfaulen die Apfelsinen – lasst die deutsche Landwirtschaft verdienen! Deutsche, kauft deutsche Zitronen! Und auf jedem Quadratkilometer Raum träumt einer seinen völkischen Traum, Und leise flüstert der Wind durch die Bäume . . . Räume sind Schäume.

Da liegt Europa. Wie sieht es aus? Wie ein bunt angestrichnes Irrenhaus. Die Nationen schuften auf Rekord: Export! Export! Die andern! Die andern sollen kaufen! Die andern sollen die Weine saufen! Die andern sollen die Schiffe heuern! Die andern sollen die Kohlen verfeuern! Wir? Zollhaus, Grenzpfahl und Einfuhrschein: wir lassen nicht das geringste herein. Wir nicht. Wir haben ein Ideal: Wir hungern. Aber streng national

Fahnen und Hymnen an allen Ecken Europa? Europa soll doch verrecken! Und wenn alles der Pleite entgegentreibt: dass nur die Nation erhalten bleibt! Menschen braucht es nicht mehr zu geben! England! Polen! Italien muss leben! Der Staat frisst uns auf. Ein Gespenst. Ein Begriff Der Staat, das ist ein Ding mit’m Pfiff. Das Ding ragt auf bis zu den Sternen – von dem kann noch die Kirche was lernen. Jeder soll kaufen. Niemand kann kaufen. Es rauchen die völkischen Scheiterhaufen. Es lodern die völkischen Opferfeuer: Der Sinn des Lebens ist die Steuer! Der Himmel sei unser Konkursverwalter! Die Neuzeit tanzt als Mittelalter.

Die Nation ist das achte Sakrament –! Gott segne diesen Kontinent.

Quelle: Aus: Kurt Tucholsky / Theobald Tiger, Die Weltbühne, 28. Jahrgang 1932 (12.01.1932), Nr. 2, Seite 73, Herausgeber: Carl von Ossietzky; Schreibweise aktualisiert.

Nochmal Tucholsky zu Europa:

Zwischenstaatlich organisiert sind in Europa nur das Verbrechen und der Kapitalismus.

Quelle: Kurt Tucholsky / Ignaz Wrobel, Werke 1907-1935. Der Fall Röttcher, in: Die Weltbühne, 29.11.1927, Nr. 48.

Lachnummer „Maut“

Die beste Realsatire der letzten Jahre ist die deutsche Maut.

Ich hatte die Realisierung der Maut für genauso unwahrscheinlich gehalten wie einen Wahlsieg Donald Trumps.

So kann man sich irren.

Da müssen wir uns in ganz Europa lächerlich machen, nur weil aus Bayern einer aus landes-personalpolitischen Gründen nach Berlin abgeschoben werden musste. Mit einer Aufgabe, die unmöglich erschien und eigentlich auch gar nicht zur Lösung gedacht war. Der Sinn der Maut bestand darin, den Dobrindt aus Bayern los zu werden.

Der einzige, der das nicht kapierte, war der Dobrindt selbst und hat sich in der Folge akribisch und ernsthaft über Jahre damit auseinander gesetzt und ganz Europa genervt.

Nun ist der liebe Alexander stolz wie Bolle, ganz Europa ist entsetzt, der bürokratische Aufwand ist garantiert höher als sein Nutzen. Das sag ich jetzt mal frech voraus. Einige europäische Länder werden klagen und damit ist gesichert, dass wir mit der peinlichen Nummer im Gespräch bleiben. Und der Seehofer ist auch mal wieder blamiert und muss nun noch eine verrücktere Aufgabe suchen, mit dessen Scheitern er den Dobrindt endlich los wird.

Eins aber bleibt. Das muss ich neidlos anerkennen. Dobrindt gebührt ein Spitzenplatz in der Satire-Champions-League.

Allerdings kriegt er dafür keinen Preis. Ganz im Gegenteil: Wir müssen einen hohen Preis bezahlen.

Obergrenz-debil

Diese versöderten Schlaumeier aus Bayern müssen mir mal erklären, was denn eigentlich passieren soll, wenn irgendeine Obergrenze – völlig egal wie hoch – real eingeführt wird.