15,99 €
Ein Buch zum Nachdenken und Schmunzeln – Unterhaltsame Gespräche zwischen Hund und Herrchen über die Kunst, ein gutes Leben zu führen Carsten Leinhäuser (katholischer Priester) und sein bester Freund Phil (40-Kilo-Hund) sind nahezu täglich im Gespräch über das, was sie neben ausgiebigen Gassigängen beschäftigt. Die beiden unterhalten sich etwa über das Glück, in einer lebendigen Demokratie leben zu dürfen oder darüber, wie ein gelingendes Miteinander aussehen könnte. Sie tauschen sich aus über die Frage, wie wir mit Hass, Fakenews und einer ungewissen Zukunft umgehen könnten. Eben über Gott und die Welt: Leckerlies, wahre Freundschaft und die große Frage nach dem Sinn des Lebens. »Ach, Phil«, schnaufe ich. »Hast du nicht 'ne Lösung für mich? Irgendein einfaches Rezept, das mir hilft, mit all dem klarzukommen?« Carsten »Sorry, Bruder, einfache Rezepte sind gerade aus. Alles, was ich dir anbieten kann, ist 'ne Runde durch den Wald, wenn's mal wieder zu laut im Kopf ist. Könnte zumindest beim Sortieren der Gedanken helfen …« Phil Eine kurzweilige Lektüre und ein perfektes Geschenk, nicht nur für Tierliebhaber.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 239
Veröffentlichungsjahr: 2025
Carsten Leinhäuser
Gespräche mit Phil über Gott und die Welt
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
Frag doch mal den Hund
Carsten (katholischer Priester) und sein bester Freund Phil (40-Kilo-Hund) sind nahezu täglich im Gespräch über das, was sie neben ausgiebigen Gassigängen beschäftigt. Die beiden unterhalten sich etwa über das Glück, in einer lebendigen Demokratie leben zu dürfen, oder darüber, wie ein gelingendes Miteinander aussehen könnte. Sie tauschen sich aus über die Frage, wie wir mit Hass, Fake News und einer ungewissen Zukunft umgehen könnten. Eben über Gott und die Welt: Leckerlis, wahre Freundschaft und die große Frage nach dem Sinn des Lebens.
»Ach, Phil«, schnaufe ich. »Hast du nicht ’ne Lösung für mich? Irgendein einfaches Rezept, das mir hilft, mit alldem klarzukommen?«
Carsten
»Sorry, Bruder, einfache Rezepte sind gerade aus. Alles, was ich dir anbieten kann, ist ’ne Runde durch den Wald, wenn’s mal wieder zu laut im Kopf ist. Könnte zumindest beim Sortieren der Gedanken helfen …«
Phil
Weitere Informationen finden Sie unter: www.bene-verlag.de
Hallo, hi, grüß Gott, moin und wuff
Momente jagen
Küssen verboten?
Sprachlos
Vier Gänge
Gemeinsam mutig
Happy Hour
Der ultimative Super-Duper-Mega-Eintopf
Lecker
Segensbusiness
Auf Jagd
Atemlos durch die Nacht
Fastnacht
Schrubbeldienstag und Aschermittwoch
Der größte Schatz
Außerirdisch
DIE Predigt
Der Pumuckl-Paragraf
Schietwetter
Mixtape
Vom Entmisten und Dübeln
Schwachstelle
Maria und die vier Tanten
Es brennt
Das Stöckchen, über das wir springen
Populistischer Fingerhut
#christinnengegenrechts
Ja. Das ist Kunst.
Social Dogwork
So laut im Kopf
Krieg ist sch…
Seht, ich mache alles neu
Unglaublich und verrückt
Knochen
Waldpredigten
Unter Campern
Kuchen, Kaffee, Bücher
Knuffige Sakramente
Krankensalbung
Die Kirche erschnüffeln
Warum eigentlich?
Kleine Pause
Lass uns bleiben
Unscharf
De Slufter und der Nebel
Prototyp
Viele Pfeifen. (K)eine Melodie.
Selbst zerlegt
Schwedische Priesterinnen
Sanierungsbedarf
Wie gut ist gut genug?
Hemdfrage
Espresso
Erwischt
Zweitakt-Romantik
Der Kumpel vom Jesus
Keinen Meter weiter
Da ist der Wurm drin
Dicke Backen
Ice Ice Baby
Endlich am Meer
(K)ein Urlaub
Dachschaden
Leuchtturm
Die Postfrau und das System
Ein ganz normaler Gottesdienst
Ein Wünderchen
Keine halben Sachen
Glatteis
Allerseelen
St. Martin
Sing-along
Besinnliche Adventszeit
Friedenslicht
Advent
Der braucht kein Krönchen
Weihnachten
Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll
Ein neues Jahr
Licht. Farben.
Ein besonderes Krönchen
Der weiße Geist des Llandovery-Forest
Zum Schluss
© Carsten Leinhäuser
Falls wir uns noch nicht kennen: Ich bin Phil. Ein äußerst attraktiver schwarzbefellter Hund mit coolen weißen Pfoten. Meine Hobbys sind Schnüffeln, Wandern, Essen, Schlafen und: superkluge kritische Fragen zu stellen. Seit ein paar Jahren wohne ich im katholischen Pfarrhaus in Winnweiler in der Nordpfalz. Weil mir die Wohnung zu groß ist, lebe ich in einer lustigen kleinen WG mit Mona und Carsten. Mona ist Sozialarbeiterin, Carsten katholischer Pfarrer. Weil er sich um mehrere Gemeinden kümmern muss und alle Hände voll zu tun hat, unterstütze ich ihn hier und da; selbstverständlich ehrenamtlich.
Manche Leute im Ort sagen, Carsten wäre mein »Herrchen«. Wir haben uns aber darauf geeinigt, diesen Begriff eher zu vermeiden. Denn in Wahrheit sind wir ziemlich beste Freunde. Und die brauchen keine Rangordnung, oder? Außerdem können beste Freunde über alles reden und diskutieren. Glaubt mir: Wenn wir das tun, geht’s ans Eingemachte!
Da sind zum Beispiel diese ganzen Kirchendinge, mit denen Carsten sich beschäftigt. Superspannend! Und den Jesus – den find ich absolut spitze! Wobei ich sagen muss: Manchmal versteh ich euren Verein mit seinen seltsamen Traditionen und Gesetzen nicht. Wär’s nicht einfacher, wenn ihr Christ*innen Jesus endlich mal ernst nehmen würdet?
Überhaupt seid ihr Menschen irgendwie komisch. Ihr lebt auf so ’nem wunderbaren Planeten. Statt abzuhängen und miteinander zu chillen, macht ihr euch gegenseitig das Leben schwer und fallt immer wieder auf neue Rechte und machtgierige Deppen rein. Aber wisst ihr, was? Ich mag euch trotzdem! Deshalb stelle ich auch so viele kritische Fragen.
Ab und an ist Carsten etwas genervt, wenn ich nicht lockerlasse. Ich glaub aber, dass er sich in Wahrheit darüber freut, dass ich ihn zum Nachdenken bringe. Wir quatschen über Gott und die Welt. Und wir versuchen, an Gott und an die Menschheit zu glauben. Dabei merken wir, dass das gar nicht so einfach ist. Nicht immer finden wir auf die Fragen, die wir haben, eine Antwort.
Am Ende geht es vielleicht auch gar nicht um eine »perfekte Antwort«, sondern einfach nur darum, dass wir gemeinsam durch dick und dünn gehen. Dass wir neugierig bleiben, unsere Sehnsucht miteinander teilen und hin und wieder spüren, dass da etwas ist, was viel größer ist als all unsere Fragen und unsere Sehnsucht …
Geh gerne mit uns auf die Reise, diskutiere manches selbst mit deinen ziemlich besten Freunden und leg deine eigenen Fragen dazu.
Ich wünsch dir viel Spaß beim Lesen.
Dein Phil
© Carsten Leinhäuser
Nachdem die Temperaturen die letzten Tage ordentlich gefallen sind, ist es heute endlich so weit. Es schneit und wir freuen uns darüber – Regen und Matsch gab’s in letzter Zeit mehr als genug. Die Gassirunde wird uns durch eine weiß gepuderte und knackekalte Winterlandschaft führen. Am Wanderparkplatz angekommen, öffne ich den Kofferraum des silberfarbenen Kombis. Der schwarze Hund sitzt erwartungsvoll da und hält die Nase in die Luft, schnuppert erst mal. Schaut nach links, dann nach rechts. Schnuppert erneut und wartet ab.
»Okay«, sage ich mit einem Lächeln in Phils Richtung.
Mit einem Satz hüpft der Hund aus dem Auto, rennt zum nächsten Busch und hebt das Hinterbein. Ist immer so, bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit. Erst mal ein Statement abgeben, zeigen, dass man da ist, und die Öffentlichkeit informieren. Macht man so, gehört zum guten Ton.
Plötzlich bleibt Phil wie angewurzelt stehen und hebt den Blick gen Himmel. Dicke weiße Schneeflocken schweben herab und bleiben auf seinem Fell liegen. Eine Flocke landet auf seiner Nase. Ein schielender Blick zeigt, dass ihn das Teil zu kitzeln scheint. Phil niest und schüttelt sich, dann blickt er umher. Seine Muskeln spannen sich. Der Hund legt den Turbogang ein und prescht mit voller Geschwindigkeit drauflos: »Paaaaaartyyyyy«, jubelt der allradfähige Mischling und rast wie ein wild gewordener Blitz auf die Wiese. Kurz sieht es aus, als würde er sich gleich überschlagen, so wild und ungezähmt fliegt er durch die Gegend. Ich unterdrücke den Gedanken, ihn zu mir zu rufen. Ohnehin hätte ich keine Chance. Das Tier ist dermaßen vollgepumpt mit Adrenalin und Lebensfreude, dass es nicht auf mich hören würde. Also lasse ich Phil machen: Schneeflocken jagen, jubeln, hüpfen, rennen und rasen.
Kurz darauf ziehen wir weiter. Mit einem fetten Grinsen in den Lefzen trottet Phil neben mir her und hechelt wie ein Marathonläufer kurz vor dem Zieleinlauf. »Na? Alles okay bei dir?«, frage ich ihn.
»Klaro. Läuft.«
»Pass auf, dass du nicht über deine Zunge stolperst. Die hängt ja fast auf dem Boden.«
Phil verdreht die Augen. »Das muss so sein. Immerhin habe ich eben drölfundzwanzigtausend Schneeflocken gefangen, während du nur blöd in der Gegend herumgestanden bist.«
»Schon gut, Kleiner. Aber dir ist schon aufgefallen, dass sich Schneeflocken nicht fangen lassen?«
»Alter, wem sagst du das?! Jedes Mal, wenn ich eine erwischt habe, war sie gleich wieder weg. Einfach so, wie verhext. … Hey, warum grinst du so blöd?«
Ich bemühe mich um einen ernsthaften Gesichtsausdruck und erkläre meinem Weggefährten, dass Schnee im Allgemeinen ganz gerne schmilzt, wenn er auf warmen Hundezungen landet.
»Immer?«
»Ja. Immer. Das liegt an den Aggregatzuständen von Wasser. Unter null Grad …«
»Klugsch…«
»Ist ja gut.«
Während wir den Berg hinaufgehen, bleibt Phil immer wieder stehen und streckt seine Zunge heraus. Irritiert beobachtet er, wie Schneeflocken darauf landen und gleich wieder schmelzen.
»Irgendwie schade«, stellt er schließlich fest.
»Was ist schade?«
»Na, dass die hübschen Flocken sofort wieder weggehen, wenn man sie mal kurz festhalten will.«
Ich zucke mit den Schultern. »So ist das halt. Sie sind da – aber wenn du sie einfangen willst, schmelzen sie.«
»Hmmm.« Der schwarze Hund steht da und grübelt.
»Über was denkst du nach?«
»Darüber, dass das mit den Schneeflocken so wie mit uns beiden ist.«
»Wie mit uns beiden?« Ich stehe da und warte auf eine Antwort, betrachte die zu Boden sinkenden Flocken.
Phil überlegt kurz. »Wenn wir beide etwas Schönes erleben, dann würde ich das manchmal gerne festhalten. Weil’s sich einfach so gut anfühlt in mir drin. Aber das klappt nicht. Jedes Mal, wenn ich’s versuche, ist es gleich wieder weg.«
Wir ziehen weiter. Der Hund geht vor mir her und hinterlässt Pfotenabdrücke auf der ansonsten unberührten Schneedecke. Nur hin und wieder sind da noch andere Spuren, die wir kreuzen. Ein Vogel, ein Reh, ein Hase. Phil bleibt dann meistens kurz stehen und wittert.
Oben auf dem Hügel angekommen, machen wir eine Pause. Bei gutem Wetter kann man von hier aus bis nach Winnweiler sehen. Heute aber nicht. Der Horizont verschwindet im Grauweiß der tief hängenden Wolkendecke.
»Du, Carsten?«
»Ja, Phil?«
»Warum kann ich die schönen Momente nicht festhalten?«
»Je schöner es ist, desto schneller ist es oft auch wieder vorbei. Schöne Momente sind wie Schneeflocken – wunderbar, aber vergänglich. Du kannst nur einen Augenblick lang staunen und die Schönheit des Augenblicks bewundern.«
Wehmütig schaut der kleine Hund in die Ferne, gerade so, als würde er sich an all die schönen Momente erinnern, die wir bisher miteinander erlebt haben. Als er nach einer gefühlten Ewigkeit seinen Blick zu mir wendet, lächelt er. »Du, Carsten, vielleicht kann ich die Schneeflocken nicht festhalten. Aber ich kann mit ihnen spielen, Spaß damit haben. Oder?«
»Ja. Das geht.«
»Na dann …« Phil rennt los und ruft: »Jetzt komm doch. Lass uns Momente jagen!«
»Momenteeee«, jubele ich und renne ihm nach.
Phil liebt. Er liebt das Leben. Er liebt es, Party zu machen. Er liebt ausgiebige Abenteuer. Er liebt Leckerlis aller Art. Er liebt Menschen. Und wenn Phil etwas liebt, dann richtig!
Seinen Standpunkt verdeutlicht er dann unter Einsatz seiner gesamten Körpermasse. Beispielsweise wenn er das Meer sieht, das er richtig gern mag. Dann fliegen 40 Kilo Hund wie ein geölter Blitz über Stock und Stein. Das schwarze Fellbüschel wälzt sich voller Freude im feinen Strandsand. Phil düst mit wehenden Lefzen los und macht eine Arschbombe ins Wasser. Das Problem ist: Wenn Phil menschlichen oder tierischen Freund*innen begegnet, liebt er haargenau auf die gleiche Art und Weise: Er sieht dich, erkennt dich – und noch bevor du mit der Wimper zucken kannst, ist er bereits im Anflug. In diesem Moment solltest du sehr standhaft sein. Denn der kleine Vierbeiner hat nur ein einziges Ziel: Er will dich küssen – und das mit vollem Körpereinsatz.
Wenn du bereit bist für eine große Portion Hundeliebe, wirst du auf deine Kosten kommen. Garantiert. Denn Phil ist ein verdammt guter Küsser. Okay, möglicherweise brauchst du danach ein Handtuch, um dein Gesicht vom Hundesabber zu befreien. Aber hey: Das gehört zu einem intensiv-romantischen Hundeknutscher einfach dazu.
»Jetzt komm endlich zum Punkt«, unterbricht Phil mein Geschreibsel. »Ich seh da nirgendwo ein Problem. Sei doch froh, dass du ’nen netten Hund hast, der lieber mit Menschen kuschelt, als sie zu verbellen!«
»Bin ich ja, Kleiner. Absolut. Die Sache ist nur die: Unter Umständen wäre es angebracht, nicht gleich jeden abzuknutschen und anzusabbern, den du ansatzweise nett findest.«
»Wieso nicht?«
»Weil wir Menschen uns auch nicht ständig küssen. Ist so ein Nähe-und-Distanz-Ding.«
»Ist mir auch schon aufgefallen. Warum eigentlich nicht? Wenn ihr euch doch mögt …«
»Weil wir da schon ein bisschen unterscheiden. Den einen geben wir die Hand, andere umarmen wir zur Begrüßung. Nur die allerliebsten Menschen werden geküsst.«
»Ganz schön geizig«, kommentiert der Vierbeiner.
»Wieso geizig?«
»Na, wenn ihr Liebe in euch drin habt, könnt ihr die doch auch verschenken. Ich hab mal gehört, dass Liebe sich vermehrt, wenn man sie teilt. Wäre das nicht ein Ansatz zur Lösung eurer Weltprobleme? Stell dir mal vor, ihr müsstet die ganzen durchgeknallten Diktatoren und Oligarchen nur ausgiebig knutschen – und schwups, wären sie liebevoll und lammfromm.«
»Ich glaub, bei den meisten wird das nix bringen. Auch, wenn die echt Nachholbedarf in Sachen Liebe und Menschlichkeit haben.«
»Schade. War so eine Idee …«
Ich schiebe die Bilder von sich knutschenden Politikern à la Gorbi und Honecker aus meinem Kopf und blicke den Hund an. »Jetzt hast du mich schön vom Thema abgelenkt.«
»Welches Thema?«
»Na, du und deine Knutschattacken.«
»Was ist damit?«
»Du solltest die etwas zurückschrauben.«
»Wieso?«
»Na, weil nicht jeder Mensch gleich von dir abgeschlabbert werden muss.«
»Menno.«
»Wie wär’s denn«, schlage ich vor, »wenn du stattdessen Pfötchen geben würdest?«
»Und dann küssen?«
»Nein. Küssen verboten! Meinetwegen noch ’nen Nasenstupser auf die Hand – aber nur bei Menschen, die du gut kennst. Geküsst werden ab sofort nur noch Lieblingsmenschen und allerbeste Hundefreunde.«
Der schwarze Hund verzieht das Gesicht. Offensichtlich trifft meine Ansage nicht ganz seine Vorstellungen.
»Wenn’s unbedingt sein muss. Dann versuch ich das halt.«
»Versprochen?«
»Versprochen. Aber garantieren kann ich nix. Du weißt doch: Ich bin voller Liebe!«, sagt der Hund und zieht seine Zunge einmal quer über mein Gesicht.
»Danke.«
»Gern geschehen.«
© Carsten Leinhäuser
Eine feuchte Hundenase stupst mich von der Seite an.
»Ich muss mal.«
»Dringend?«
»Fünf Minuten. Dann wird’s eng.«
»Moment. Will nur noch schnell die Mail an Denise fertig schreiben.«
Zehn Minuten später stupst die Hundenase erneut. Diesmal kräftiger.
»Alter. Gleich ist Land unter.«
»Ups.«
Mit schuldbewusstem Blick schließe ich den Laptop und gehe mit Phil in den Garten. Wie ein Blitz schießt er durch die Tür, rennt zum nächsten Busch und erleichtert sich.
»Du immer mit deinem ›Gleich bin ich fertig‹. Das war wirklich in letzter Sekunde!«, schimpft er. Und das mit Recht.
»Zum Glück kannst du sprechen und sagen, was du willst«, sage ich. »Stell dir mal vor, du könntest das nicht. Wär ganz schön kompliziert.«
Phil kichert leise. »Manchmal hast du echt alberne Gedanken. Hunde, die nicht reden können …« Lachend schüttelt er den Kopf und leckt an einem Grashalm. Dann hält er inne und überlegt. »Lass uns ein Experiment machen: Einen Tag lang tu ich so, als wär ich sprachlos. Ich sag kein Wort.« »Und dann?« »Dann schauen wir mal, wie das läuft.«
»Deal!«
»Wuff.«
Wir trotten zurück ins Pfarrbüro. Der Hund setzt sich auf seine Decke und starrt in meine Richtung.
»Was?«
Keine Antwort. Nur zwei große Augen. Phil steht auf, läuft Richtung Tür. Schaut mich wieder an.
»Was ist denn?«
Keine Antwort. Ich stehe auf und folge dem Hund in die Küche. Er steht vor dem Kühlschrank und sabbert.
»Okay. Das hab ich verstanden«, stelle ich fest, öffne die Kühlschranktür, hole den Käse heraus, dann ein Messer aus der Küchenschublade und gebe Phil zwei Scheiben Gouda.
»Mit einem Happs sind die im Hund«, kommentiere ich.
Phil schluckt die Köstlichkeit herunter, läuft zu seinem Wassernapf und bleibt dort grummelnd stehen. Kein Wasser drin. Ich fülle nach.
Auch bei der anschließenden Runde durch den Wald kommen wir wortlos aus. Mit seinem Verhalten zeigt Phil, wie es ihm gerade geht. Als er mit stehender Bürste an einer Kreuzung die Nase schnuppernd in die Luft hält, stelle ich mich neben ihn. Er wittert Wildschweine und hat Respekt. Den intensiven Geruch nehme auch ich wahr. Riecht ein bisschen wie Maggi.
»Komm«, sage ich, dann ziehen wir weiter. Phil bleibt dicht neben mir und sein aufgestelltes Fell legt sich nach einigen Augenblicken.
Am Abend auf der Couch freue ich mich auf eine neue Folge SOKO Wismar. Der schwarze Hund stellt sich ins Bild und legt seinen Kopf neben mir auf die Couch. Fragende Augen zeigen mir, dass er gerne mitschauen möchte. Phil liebt Krimis. Ich nicke. Keine zwei Sekunden später liegt der 40-Kilo-Fellbrocken auf meinen Beinen. Weitere zehn Minuten später ertönt lautes Hundeschnarchen, das hin und wieder von einem unhörbaren, jedoch deutlich riechbaren Pups begleitet wird, der mir die Tränen in die Augen treibt. Dem Hund geht’s offensichtlich gut.
Am nächsten Morgen klingelt um 6:30 Uhr der Wecker. Für Phil das Startzeichen. Er verlässt seine Decke, hüpft ins Bett und legt sich zu mir. Ein paar Minuten Kuscheln für den Start in den Tag müssen einfach sein.
»Und? Was meinste?«, will er wissen. »Experiment geglückt?«
»Ich denk schon«, antworte ich. »Wir beide sind auch ohne zu reden ganz gut klargekommen.«
»Hast du was anderes erwartet?«, fragt Phil. »Echte Freunde brauchen keine Worte. Die verstehen sich auch so.«
Phil streckt sich, dreht sich um und lallt im Halbschlaf: »Jetzt lass uns noch ’nen Moment chillen.«
»Gute Idee«, erwidere ich gähnend. »Und dann mach ich mir ’nen schön heißen Kaffee und dir ein leckeres Frühstück.« Die freudig wedelnde Hunderute zeigt mir, dass auch scheinbar schlafende Hunde recht gut hören können.
Mein erstes Auto: ein schwarzer Fiat Panda Fire CLX. Name: Moses, Gewicht: ca. 700 kg, 34PS. Hat mir gereicht, war knuffig und süß, hat manchmal ein wenig geruckelt. Der Wagen hatte ein etwas schräges Eigenleben und hier und da ein paar Macken, ab und an auch Fehlzündungen. Und die Bremse war (trotz allerlei Reparaturversuchen) nur bedingt vertrauenswürdig. Aber: vier Gänge!
Mein erster Hund: ein schwarzer Labrador-griechisches-Dorf-Mischling. Name: Phil. Gewicht: etwa 40 kg; 1HS (Hundestärke) – reicht voll und ganz. Ist auch knuffig und süß, ruckelt manchmal etwas. Und auch er hat ein etwas schräges Eigenleben und hier und da ein paar Macken – ab und an auch Fehlzündungen. Die Bremse funktioniert (nach viel Training) meistens recht zufriedenstellend. Vier Gänge.
Mit meinem ersten Auto und meinem ersten Hund verknüpfe ich wunderbare Erinnerungen an Reisen und Abenteuer. Beide haben mich immer wieder zum Lachen und zum Weinen gebracht.
Den kleinen Moses habe ich irgendwann abgegeben. Als Student waren mir der Unterhalt und all die Reparaturen dann doch etwas zu teuer. Den kleinen Phil geb ich nicht mehr her. Obwohl der Unterhalt und die Betriebskosten sich doch spürbar auf die Haushaltskasse auswirken.
Wie Moses hat auch Phil vier Gänge. Damit kommt er ganz gut durch den Alltag. Mit Hingabe und einen großen Teil des Tages ist Phil im Leerlauf: Er liegt auf seiner Decke oder auf der Couch rum, streckt alle viere weit von sich und schnarcht vor sich hin.
Gang 1 »Kuscheln«: Befindet sich der 40-Kilo-Brocken in diesem Gang, sucht er bewusst körperliche Nähe, der Begriff »Distanz« ist ein Fremdwort für ihn. Je nach Lust und Laune legt Phil mal seinen Kopf in deinen Schoß oder lässt sich gleich komplett auf dich fallen. Sehr gerne schmiegt er sein Hinterteil an dich, damit du es ausgiebig kraulst und streichelst.
Gang 2 »Schnüffeln«: In diesem Gang befindet Phil sich die meiste Zeit, wenn wir gemeinsam unterwegs sind. Beim Spazierengehen und Wandern hängt die Nase auf dem Boden. Jeder Busch, jeder Ast, jedes Dingens wird genau beschnüffelt und inspiziert.
Gang 3 »Mahlzeit«: Erstaunlicherweise scheint dieser Gang die meiste Zeit über irgendwie eingelegt zu sein. Obwohl ich bereits mehrfach im Handbuch nachgelesen habe, lässt sich Gang drei nicht wirklich rausnehmen. Keine Ahnung, ob das vom Hersteller so vorgesehen war. Tatsache bleibt: Der Hund ist immer bereit zu knabbern, zu kauen, zu knuspern.
Gang 4 »Attacke«: Diesen Gang nennen wir auch den Party-Gang. Oft legt Phil ihn recht unvermittelt ein. Dann dreht der Motor auf und der Hund rast mit dem Ruf »Attacke!« auf dich zu. Regelmäßig arten die Fahrten in Gang vier in wilde Raufereien zwischen Hund und Herrchen aus. Gerne legt Phil diesen Gang auch beim Spielen mit Artgenossen ein. Dass fremde Menschen tabu sind, üben wir noch.
Alles in allem muss ich sagen: Gute Wahl getroffen. Wir passen zueinander und erleben hoffentlich noch viele gemeinsame Abenteuer.
Es ist wieder so weit: Der Hund steht neben dem Schreibtischstuhl und versucht verzweifelt, auf meinen Schoß zu klettern. Als es ihm endlich gelingt, sitzt er da und schmiegt sich fest an mich.
»Entschuldigen Sie bitte, Herr Hund«, stöhne ich. »Ich kann weder atmen noch komme ich an meinen Computer dran …«
Phil beugt sich zur Tastatur runter und tippt mit der feuchten Nase »Is mir egal« in die Mail, die ich an meinen Chef schicken will. Ich schaffe es gerade noch, das Gerät zuzuklappen, bevor er auf »Senden« klicken kann.
»Sach mal, Phil. Du kannst doch nicht in meinen Mails rumschnüffeln! Und außerdem ist Hundesabber auf der Tastatur gar nicht sooo prickelnd.«
»Ich will doch nur helfen«, versucht sich der Vierbeiner mit bemüht lässigem Tonfall zu rechtfertigen. Das mit der Lässigkeit will ihm jedoch nicht so recht gelingen. Seine Ohren sind nach hinten gezogen und angelegt; die Augen weit geöffnet. Das Tier züngelt nervös.
»Ach, Hase, hast du wieder Angst vorm Sturm draußen?«
»Ich hab keine Angst. Niemals nicht!«, behauptet der zitternde Hund. Und sagt dann doch: »Kannst du mich bitte festhalten?«
»Ja klar«, antworte ich, umarme das Riesentier und streichle ihm sanft durchs Fell.
Vor ein paar Monaten ist beim Zubettgehen das Schlafzimmerfenster nach einem heftigen Windstoß zugeknallt. Seitdem hat Phil furchtbare Angst, wenn es draußen stürmt und irgendwelche Fenster klappern. Die bisher einzige Lösung, die hilft: alle Fenster schließen und kuscheln. Viel Nähe, Geduld und Liebe …
»Hey, Kleiner. Ist voll in Ordnung, ab und an Angst zu haben. Ich hab manchmal auch Angst.«
»Du hast Angst?«, fragt Phil mit ungläubigem Blick.
»Hin und wieder. Ist nicht schön, gehört aber zum Leben dazu.«
»Angst ist doof.«
»Jepp. Saudoof.«
»Kann man da nix machen?«, will Phil wissen.
»Kann man schon, zum Beispiel gemeinsam mutig sein.«
»Gemeinsam mutig sein? Wie geht das?«
»Na ja, indem man sich jemanden sucht, dem man vertraut. Mit dem kann man dann einfach zusammen aufstehen und losgehen. Zu zweit ist man stärker als die Angst.«
Phil braucht ein paar Momente, um zu überlegen. Dann entspannt er sich und schaut mir in die Augen. »Du, Carsten?«
»Ja, Phil?«
»Ich vertrau dir.«
»Und ich vertraue dir. Was meinst du, kleiner Hund? Sollen wir gemeinsam mutig sein?«
»Wir können es ja mal probieren. Zumindest ein bisschen.«
»Lass mich schnell die Wanderschuhe anziehen. Und dann gehen wir zusammen raus an die frische Luft.«
»Okay«, antwortet Phil, entlässt einen kleinen Pups in die Freiheit und hüpft von meinem Schoß.
»Danke schön«, sage ich und halte mir die Nase zu.
»Kein Ding. Bin immer für dich da, wenn du mal Angst hast.«
»Phihiiil«, rufe ich mit säuselnder Stimme.
Der Hund hüpft von der Couch und trapst gemütlich Richtung Büro. »Was’n los? Hab gerade so gut gepennt«, sagt er gähnend und streckt sich ausgiebig.
»Lust auf ’nen Besuch beim Tierarzt?«
Schlagartig richten sich Ohren und Rute auf. Der Vierbeiner hüpft vor Freude in die Luft und beginnt, wild mit dem Po zu wackeln. »It’s Paaaartytiiiime«, grölt er und kann es kaum erwarten, dass ich meine Schuhe anziehe und mit ihm rausgehe.
»Jetzt gib schon Gas«, drängelt Phil während der kurzen Fahrt aus dem Kofferraum.
»Geht nicht schneller. Ist ein Wohngebiet.«
»Dann mach halt das Blaulicht an! Ist schließlich ein Notfall.«
»Wir haben kein Blaulicht. Außerdem geht’s nur zur Impfung. Das ist kein Notfall.«
»Behauptest du …«
»Behaupte ich.«
Fünf Minuten vor Öffnung kommen wir bei der Tierarztpraxis an. Vor der Tür warten bereits zwei weitere Hunde und eine Katze. Man begrüßt sich freundlich und checkt die Lage. »Alles klar bei euch, Jungs?«, fragt Phil seine Kumpels. »Geht so«, murmelt der eine. »Alter, du bist ganz schön groß«, antwortet der andere. »Lasst mich bloß in Ruhe«, schaltet sich die Katze aus ihrer Box dazwischen. »Schnauze«, pöbeln die drei Jungs zurück.
Die Tür öffnet sich. Phil kann es kaum abwarten. Wie ein ausgewachsener Wasserbüffel zieht er an der Leine. Dabei gibt er hohe Pieps- und Jammerlaute von sich, als wäre er ein Teenager in der schlimmsten Phase des Stimmbruchs. »Jetzt mach dich mal locker«, versuche ich ihn zu beruhigen. »Aber ich will zur Frau Pfeiffer und zum Doc«, hechelt das schwarze Riesenbaby.
Endlich sieht er seine Freundin, die hinter dem Empfangstresen hervorschaut und ihn freundlich begrüßt: »Hey, Phil. Auch mal wieder hier?«
»Moin, schöne Frau. Würde ja öfters kommen, wenn Herrchen es erlauben würde«, schäkert das haarige Wesen. Mit einem Satz steht er direkt am roten Tresen und strahlt mit seinem schönsten Hundelächeln: »Na, heut schon was vor?«
»Ja. Muss arbeiten. Ganz schön was los.«
»Hab ich schon bemerkt. Haste noch ’n Keks für mich, bevor ich zum Doc rübergehe? Wir flirten dann später weiter.«
»Sicher«, antwortet Frau Pfeiffer und schiebt ihm gleich zwei Kekse zu.
Nach einer kurzen Wartezeit ziehen wir rüber ins Behandlungszimmer. Phil hüpft auf den Edelstahltisch und begrüßt seinen Freund.
»Fieber? Erbrechen? Krank?«, fragt mich der Tierarzt.
»Nee, Doc«, antwortet Phil. »Nur ein paar Spritzen für die Impfung. Hau rein, den Stoff.«
Ich verdrehe die Augen. Gleichzeitig bin ich etwas eifersüchtig, dass der verrückte Hund so locker ist. Was spitze Nadeln angeht, bin ich eindeutig der größere Schisser. Ohne zu zucken, lässt Phil sich in den Hintern stechen – und hüpft gleich darauf freudig auf den Boden, denn er weiß, was jetzt kommt.
»Hier. Den hast du dir verdient«, sagt Herr Pfeiffer und reicht Phil lächelnd einen Keks.
»Danke«, schmatzt die Hundeschnauze.
Zum Abschied noch ein kurzer Talk am roten Tresen, natürlich inklusive Keks, dann trotten wir zwei in Richtung Auto.
»Carsten. Wir müssen einfach öfter hierherkommen. Es gibt doch fast nix Besseres als den roten Hundetresen von den Pfeiffers. Da ist immer Happy Hour.«
»Dir ist schon klar, dass das kein Pub ist, sondern eine Praxis?«
»Ach, wenn schon. Manche Orte sind halt einfach cool. Egal, wie sie heißen.«
»Sag mal. Warum hast du eben im Bad so albern rumgekichert?«
Der hochwürdigste Herr Hund liegt standesgemäß auf seinem Thron, sprich, auf meinem Bett, als ich frisch geduscht das Schlafzimmer betrete.
»Ach. Mir ist beim Zähneputzen eingefallen, was ich heute Nacht geträumt habe. Da musste ich halt ein bisschen lachen.«
»Und? Was haste geträumt?«
»Das willst du nicht wirklich wissen.«
»Aber klar doch.«
»Ich hab geträumt, dass ich den Super-Duper-Mega-Eintopf erfunden habe.«
»Den was?«
»Na, den ultimativen Super-Duper-Mega-Eintopf.«
Phil verdreht die Augen. »Aha. Klingt höchst spannend. Was war denn da drin, in deinem Dingens-Eintopf?«
»Halt dich fest: ein Eintopf mit Schmorbraten drin, dunkler Soße und jeder Menge Gemüse.«
»Okay. Aber da fehlt mir irgendwie der Super-Duper-Faktor.«
»Ich bin ja noch nicht fertig. Da war noch viel mehr drin: Nudeln, Kartoffeln, Reis, Obst, Fisch …«
»War da auch Käse drin?«, will der Vierbeiner wissen.
»Jede Menge: Emmentaler, Parmesan, Mozzarella, Gorgonzola …«
»Und Leber?«
»Klar. Da war auch Leber drin.«
»Eierlikör? Maggi? Hähnchenschenkel? Frisch gemähtes Gras und Erdbeeren?«
»Selbstverständlich. Da war ALLES drin. Sogar Kaiserschmarren und Tiramisu!«
»Boah!«
Der schwarze Hund sitzt hellwach im Bett, lange Sabberfäden fließen aus seinen Lefzen, tropfen langsam auf die Decke und bilden eine stattliche Pfütze an der Stelle, an der üblicherweise meine Füße liegen.
»Wärst du so freundlich, in dein eigenes Bett zu gehen?«, ermahne ich Phil, der brav gehorcht und auf dem Weg zur Hundedecke eine feuchte Sabberspur auf dem Holzboden hinterlässt.
»Das mit dem Eintopf ist der Hammer. Das musst du unbedingt kochen!«, fordert der Hund mich auf.
»Ich weiß nicht …«
»Alter. Denk doch mal nach! Der ultimative Super-Duper-Mega-Eintopf ist ein Gericht, mit dem du alle glücklich machst. Da ist für jeden was dabei. Das musst du dir patentieren lassen. Wenn du das auf den Markt bringst, werden wir berühmt. Und reich. Die Leute werden das so was von feiern!«
Ich gönne dem Hund, ein paar Sekunden lang in seiner Fantasie zu schwelgen. Er strahlt bis über beide Ohren.
»Weißt du, Phil«, sage ich schließlich, »ich befürchte, es bleibt beim Traum vom ultimativen Super-Duper-Mega-Eintopf.«
»Warum?«
»Na. Ich vermute, dass ein Eintopf mit Schmorfleisch, Eierlikör, Leber, Fisch, Kaiserschmarren und Maggi nur eine recht kleine Gruppe erreichen wird. Die einen mögen dies nicht, die anderen das nicht … Und am Ende wollen es nur wenige essen.«
Verständnislos schüttelt der Hund seinen Kopf. »Menschen …«
»Vielleicht wollte mir der Traum etwas ganz anderes sagen.«
»Was denn?«
»Dass ich mir ein Rezept wünschen würde, mit dem ich es allen recht machen könnte.«
Fragende Blicke treffen mich aus Richtung der Hundedecke.
»Schau mal. Es ist doch so: Ich kann mich noch so viel anstrengen, noch so viele Ideen haben und versuchen, den Leuten entgegenzukommen. Aber egal, was ich mache: Irgendjemand hat immer etwas zu meckern. Am Ende ist es immer falsch, was ich mache. Oder es ist nicht genug.«
»Was hat das mit dem Kochen zu tun?«
