Zwei Wüstenratten aus Berlin - Renate Witte - E-Book

Zwei Wüstenratten aus Berlin E-Book

Renate Witte

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Beschreibung

Das sind die Abenteuer zweier City Slickers, die von Berlin direkt in die Mojave-Wüste in Südkalifornien gingen. Tiere, die wir nur aus einem Zoo oder aus Büchern kannten, waren plötzlich unsere Nachbarn. Es brauchte eine gewisse Zeit, um sich an die neue Umgebung und ihren Tieren anzupassen. Das Foto zeigt nur annähernd die Schönheit der Wüstenlandschaft, in der wir lebten.

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EPUB
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Seitenzahl: 49

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Zwei Wüstenratten

aus Berlin

von

Renate Witte

Zwei Wüstenratten aus Berlin

Das ist die Geschichte von zwei Großstadt Menschen aus Berlin, die, ohne es wirklich geplant zu haben, in der kalifornischen Wüste landeten und mit einem völlig neuen Lebensraum fertig werden mussten. Dieser Lebensraum enthielt vor allem Tiere, über die wir bestenfalls in Büchern gelesen hatten. Und so fingen unsere Erlebnisse an. Wir lebten in Berlin, wobei gesagt werden muss, dass ich aus Klein Machnow kam, einem kleinen Ort vor Berlin. Ich kam nicht mit der S-Bahn, oder mit dem Bus, sondern im Kofferraum eines Autos. Ich war wegen meiner politischen Einstellung aus der damaligen DDR geflohen, um der Verhaftung zu entgehen. Mein Lebensgefährte Wulf und späterer Ehemann kam aus West-Berlin. An den Wochenenden gingen wir oft auf dem Kurfürsten Damm, der damaligen Hauptstraße, spazieren. Auf einem dieser Spaziergänge sahen wir eine Frau, die einen süßen Weißen Hund mit spitzen Ohren an der Leine führte. Der Hund hatte es mir angetan und ich wollte unbedingt so ein Tierchen haben. Wir kannten die Hunderasse nicht, aber wir bemühten uns, Informationen über diese zu finden. Eines Tages kam Wulf mit einem Hundebuch, das er in einem Buchgeschäft kaufte. Der Hund war im Buch abgebildet, es war ein Westhighland White Terrier. Nun war ich zufrieden und wir gingen auf Hundesuche. In dieser Zeit gab es in Berlin kaum diese Hunderasse. Wulf las jeden Tag die Tierannoncen in der Zeitung und fand ein Tiergeschäft, das kleine Hunde verkaufte. Er hatte Glück und fand im Schaufenster einen jungen West Highland Terrier und brachte ihn mir als Geschenk. Ich war erschrocken, weil er wie eine kleine weiße Ratte aussah und vollkommen zerzaust war. Ich freute mich aber doch und schloss ihn in mein Herz ein. Ich war sehr gerührt, dass Wulf meinen Wunsch nicht vergessen hatte. Wir gaben ihm den Namen Westi. Wochen später wurde der Kleine krank und wir mussten einen Tierarzt aufsuchen, der feststellte, dass er an Katzenseuche erkrankt war. Wahrscheinlich wurde er im Zoo Geschäft nicht dagegen geimpft. Der Tierarzt versuchte durch Behandlungen das Tierchen zu retten, aber es gelang ihm nicht. Er gab uns den Rat, den Hund mit nach Hause zu nehmen und zu versuchen, ihm frisches Schabefleisch zu füttern. Er hatte ihn praktisch aufgegeben, aber wir noch nicht. Jeden Tag lag ich mit Westi auf der Erde und versuchte, ihm Fleischkrümel zu füttern. Er wurde immer schwächer und wir wickelten ihn in ein Kopfkissen und nahmen ihn mit ins Bett. Mehrere Tage ohne Erfolg. Ich hatte ihn fast aufgegeben, da nahm er eines Nachts ein kleines Stück Fleisch. Wir waren so glücklich, und es ging ihm jeden Tag besser. Er erholte sich nun schnell und wir hatten viele schöne Erlebnisse mit ihm. Vor allen Dingen freundete er sich mit einer Katze an, die einer Familie im Haus gehörte und ihre meiste Zeit auf dem Rasen im Hof verbrachte. Das nächste Problem war, wir mussten ein Kackplätzchen finden mit etwas Rasen und Bäumen. Das war in Berlin im Winter natürlich schwierig. Schliesslich akzeptierte Westi einen Platz am Bahndamm der Wilmersdorfer Straße, ungefähr 15 Minuten von unserer Wohnung entfernt.

Die neue Heimat

Ich war aus Ostdeutschland geflohen und fühlte mich in Berlin nicht sicher. Immer wieder merkte ich, dass die Stasi, die ostdeutsche Geheimpolizei, mich noch über- wachte. Sie wollten wahrscheinlich herausfinden, auf welchem Wege ich geflohen war. Aus diesem Grund wollte ich Berlin verlassen. Ich arbeitete beim Film als Aufnahmeleiter. Nach Beendigung des Filmes hatte ich mich entschlossen, mit Wulf eine Reise nach Amerika zu machen. Wir spielten mit dem Gedanken auszuwandern. Wir flogen nach Kalifornien, wo Wulf einen Bekannten hatte, der in Palmdale, im Antilope Valley nördlich von Los Angeles lebte. Dort sahen wir ein Restaurant, das zum Verkauf angeboten wurde. Kurzentschlossen kauften wir es und gaben ihm den Namen “Edelweiss“.Wir flogen zurück nach Berlin, um unsre Auswanderung vorzubereiten. Im Oktober verließen wir unsere Heimat. Meine Tochter Daniela kam mit uns, um bei der Eröffnung des Restaurants zu helfen. Wir mussten viel daran arbeiten, da es lange nicht bewirtschaftet wurde. Außerdem mussten wir es im deutschen Stil umgestalten. Dabei kam ich unbewusst mit einer schwarzen Spinne in Berührung, die in der Verschalung einer Lampe saß. Einheimische Mitarbeiter, die mir bei der Arbeit im Restaurant halfen, erklärten mir, dass es eine sogenannte „Schwarze Witwe“ war. Ich erfuhr, dass ihr Biss sehr gefährlich ist und Krankheiten auslösen kann. Ich war natürlich sehr erschrocken, und war bei der weiteren Arbeit sehr aufmerksam. Wulf musste zurück nach Berlin, um sein Geschäft zu verkaufen, was aber ein Jahr lang dauerte. So fing ich mit meiner Tochter allein an, das Restaurant zu leiten und wir hatten mit der deutschen Küche großen Erfolg. Als erstes suchten wir uns eine Wohnung, die wir nur zum Schlafen benutzten, denn unser Leben spielte sich im Restaurant ab, wo wir viele Stunden