Zyklus-Yoga - Silja Sperling - E-Book

Zyklus-Yoga E-Book

Silja Sperling

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Beschreibung

Hormone natürlich regulieren mit Yoga

Ist das Hormonsystem im Ungleichgewicht, fühlt sich Frau nicht wohl. Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen – viele Frauen leiden unter zyklusbedingten Beschwerden oder die ersehnte Schwangerschaft lässt auf sich warten. Kommt dir das irgendwie bekannt vor und du suchst nach einer natürlichen Alternative?

Mit diesem speziellen Yogaprogramm und einem achtsamen Lebensstil kannst du deine Hormondrüsen intensiv aktivieren und ausgleichen, PMS, Stimmungsschwankungen und PCO lindern und deine Fruchtbarkeit positiv beeinflussen.

Dream Team: Entdecke alles über Hormone und die Zyklen der Weiblichkeit.

Einfach umsetzbar: Bewährte Yogaübungen, Visualisierungen, Meditationen und Atemtechniken sorgen für einen harmonischen Zyklus und steigern deinen Energielevel.

Natürlich gesund: Gezielte Yoga-Flows kombiniert mit wichtigen Tipps unterstützen bei Menstruationsbeschwerden, PMS, PCO und bei Kinderwunsch.

 

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 177

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Zyklus-Yoga

Asanas für die Hormon-Balance. Menstruationsbeschwerden, Kinderwunsch, PMS, PCOSUnter Mitarbeit von Karolin Lankreijer

Silja Sperling, Ulrike Zander, Karolin Lankreijer

1. Auflage 2021

80 Abbildungen

Mit Zyklus-Yoga gegen hormonelle Beschwerden

Leidest du unter Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, Hautproblemen, Einschlafstörungen oder irgendwelchen anderen hormonellen Beschwerden? Oder hast du einen Kinderwunsch und es will noch nicht klappen? Dann ist dieses Buch genau richtig für dich, egal in welcher Lebensphase du dich gerade befindest.

Die Grundlage für die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Frau ist u. a. ein harmonischer Zyklus. Die Weiblichkeit ist durch Pubertät, Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre, aber auch durch die monatlichen Menstruationszyklen ganz besonders geprägt von stetigen Wandlungsphasen.

Hormonelle Ungleichgewichte zeigen sich zum Beispiel durch Menstruationsbeschwerden, Stimmungsschwankungen, unerfüllten Kinderwunsch oder PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) und geben uns so Hinweise auf körperliche oder seelische Themen, die angeschaut werden wollen. Wenn wir nicht gut zuhören, werden diese Themen immer lauter und größer, bis sie nicht mehr zu ignorieren sind. Aber hormonelle Beschwerden müssen und sollten nicht einfach ertragen werden, sondern du kannst ganz aktiv etwas dagegen tun: Durch einen achtsamen Lebensstil in Kombination mit gezielten Yogaübungen lassen sich durchaus positive Veränderungen bewirken. Du kannst dieses Buch allerdings auch ohne Beschwerden für dich nutzen, um deine Weiblichkeit, Vitalität und Fruchtbarkeit zu unterstützen.

Was hat uns zum Hormon-Yoga geführt?

Seit ihrer Jugend plagte Silja sich mit sehr belastenden prämenstruellen Symptomen (depressiven Verstimmungen, Erschöpfung und starken Regelschmerzen) herum, die ihre Lebensqualität bis zu zwei Wochen pro Monat erheblich beeinträchtigten. Die Ärzte konnten ihr dabei nicht wirklich helfen. Daher probierte sie alle erdenklichen alternativen Heilmethoden aus, kam aber erst durch eine konsequent regelmäßige Hormon-Yoga-Übungspraxis zu einem wirklich positiven Ergebnis und konnte ihre Beschwerden um bis zu 70 Prozent lindern. Zudem fühlte sie sich insgesamt ausgeglichener und energiereicher; die Haare gewannen an Glanz und die Haut wurde reiner. Das Ergebnis war für sie so überzeugend, dass sie diese Yogaform unbedingt weitergeben wollte. Ein paar Jahre später lernte sie zusätzlich die heilende Wirkung der Pawanmuktasana-Serie und die Tibetische Hormongymnastik kennen und sehr zu schätzen.

Ulrike kam ohne akute Beschwerden vorwiegend aus Neugierde zum Hormon-Yoga. Aber auch sie hatte in der Vergangenheit mit starken hormonellen Ungleichgewichten zu tun, angefangen mit einem weitgehend willkürlichen Zyklus, der sehr spät eingesetzt hatte und erst nach ihrer dritten Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit regelmäßig wurde. Drei Jahre nach der Geburt ihres ersten Kindes wurden bei ihr Zysten in den Eierstöcken festgestellt; die darauffolgende Hormonbehandlung ließ die Zysten verschwinden, aber brachte ihre Hormone zunächst völlig aus dem Gleichgewicht. Hormon-Yoga hätte ihr sicher damals schon helfen können, denn auch ohne aktuelle Beschwerden verbessert regelmäßiges Üben von Hormon-Yoga und Tibetischer Hormongymnastik ihr Wohlbefinden und verschafft ihr gute Laune.

Zwei Frauen, zwei unterschiedliche Geschichten individueller Hormon-Dysbalancen. Im Sommer 2014 kreuzten sich die Wege von Ulrike und Silja »zufällig« bei einer Hormon-Yoga-Therapie-Ausbildung von Dinah Rodrigues. Die inzwischen über 90 Jahre alte Dame hat das Konzept der Hormon-Yoga-Therapie zu Beginn der 1990er Jahre entwickelt und weltweit bekannt gemacht. ▶ [1]

Wir waren damals schon ausgebildete Yogalehrerinnen und hatten eine langjährige Yogapraxis. Seitdem geben wir Hormon-Yoga-Workshops und Personal-Trainings und treffen jedes Mal auf ganz unterschiedliche Frauen, die alle ihre eigenen, hormonellen Ungleichgewichten entspringenden Beschwerden und unterschiedliche körperliche, private und auch zeitliche Voraussetzungen mitbringen. Von diesen Unterrichtserfahrungen und unserer eigenen Übungspraxis haben wir uns inspirieren lassen und ein effektives, schnell zu erlernendes System entwickelt. Die Übungen sind leicht durchführbar und wurden »Yoga für die Hormon-Balance« getauft.

Wir kombinieren spezifische Atem- und Energielenkungstechniken (angelehnt an Dinah Rodrigues’ »Hormon-Yoga-Therapie«) mit verschiedenen Yogahaltungen, der Tibetischen Hormongymnastik (von Olga Orlova) und den Makko-Ho-Meridian-Dehnübungen (von Shizuto Masunaga) sowie Yoga Nidra (von Satyananda Saraswati). Dabei wird die Energie im Körper gezielt zum Fließen gebracht, was alle Hormondrüsen sowie das Verdauungssystem anregt.

Unser Ziel ist es, konkrete Übungsanleitungen zu geben, kombiniert mit Hintergrundwissen und Ernährungstipps auf einer ganzheitlichen Grundlage. Denn bei Yoga geht es immer um Verbindung und Ganzheit. Wir möchten dich dazu anregen, in deinen Körper hineinzuspüren: Dein Körper ist weise und macht dich mit seinen Symptomen darauf aufmerksam, an welcher Stelle er mehr Balance braucht.

Unser Leben als Frau ist eng mit dem weiblichen Zyklus verbunden. Je mehr wir lernen, die unterschiedlichen Phasen unseres Zyklus zu verstehen und anzunehmen, desto besser können wir körperlich und seelisch im Einklang sein. Das gilt auch für einschneidende Ereignisse in unserem Leben als Frau: Schwangerschaft und Wechseljahre. Besonders dann ist Annehmen und in gewissem Sinne auch »Geschehen-Lassen« wichtig – und unser Körper zeigt uns genau, was er braucht.

Letztlich geht es aber um das Sein: Frau-Sein, Weiblichkeit, um die urweibliche Kraft, die uns unser ganzes Leben lang begleitet, auch jenseits der Wechseljahre. Lassen wir uns darauf ein, unserem Körper richtig zuzuhören.

Wie ist dieses Buch aufgebaut?

Im ersten Teil geht es um ein bisschen Theorie. Kurz und knapp, in vereinfachter Form stellen wir das in Wirklichkeit sehr komplexe Zusammenspiel der Hormone dar und erklären, was passiert, wenn es nicht mehr so funktioniert, wie es soll. Ein allgemeiner Störfaktor kann dabei sehr mächtig sein: Stress. Deshalb widmen wir ihm ein eigenes Kapitel und zeigen Möglichkeiten auf, mit ihm umzugehen und ihn bestmöglich zu bewältigen. Auch der weibliche Zyklus wird in diesem Teil beschrieben. Wobei es uns wichtig ist, über das rein medizinisch-biologische Wissen hinauszugehen und diese Phasen auch aus der Perspektive der Gefühle, der inneren Wahrnehmung und in gewisser Hinsicht auch der Spiritualität zu behandeln.

Der zweite Teil ist der Kern dieses Buches: Hier geht es um die Praxis. Du bekommst genaue Anleitungen für die Asanas, die in den spezifischen Übungsreihen im dritten Teil des Buches vorkommen. Damit du die Erfolge deiner Übungspraxis überprüfen kannst, haben wir einen detaillierten Fragebogen zu Beschwerdebildern und allgemeinem Wohlbefinden und einen ▶ Übungskalender beigefügt. Beide können dich bei deiner Praxis systematisch und motivierend begleiten.

Im dritten Teil geben wir dann allgemeine Anregungen für die hormonelle Balance und gehen auf einzelne Beschwerdebilder ein. Dazu zeigen wir dir jeweils eine Übungsreihe, die dabei besonders effektiv sein kann. Außerdem findest du Empfehlungen zu Lebensstil, Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln, zum Beispiel aus Ayurveda und Kräuterheilkunde.

Wie kannst du dieses Buch nutzen?

Das Buch kann chronologisch gelesen werden. So machst du dich zunächst mit dem theoretischen Basiswissen vertraut, bevor du zum praktischen Übungsteil übergehst. Am Ende erhältst du noch Infos zu den einzelnen Beschwerden.

Oder du springst gleich zu den Yogasequenzen und beginnst direkt mit der Praxis. Die Übungsreihen sind so konzipiert und jede einzelne Übung so detailliert erklärt, dass du diese auch ohne Kenntnis des ersten Teils effektiv üben kannst. Falls dennoch Fragen zu Begriffen und Zusammenhängen aufkommen, hast du die Möglichkeit, einfach zurückzublättern und nachzulesen.

Zur Vertiefung deiner Übungspraxis empfehlen wir dir, begleitend zum Buch unsere Übungsreihen als Video und die Endentspannungen als MP3 unter www.hormonyoga-hamburg.de zu erwerben und herunterzuladen oder unsere Workshops zu besuchen.

Karolin Langkreijer danken wir für ihre Mitarbeit an den Kapiteln »Die Hormondrüsen«, »Die Zyklen der Frau« und »Hormonell regulierende Pflanzen«.

Und nun wünschen wir dir ein angenehmes Leseerlebnis und viel Spaß und Erfolg beim Üben!

Silja Sperling und Ulrike Zander

Gut zu wissen

Dieses Buch ist in erster Linie informativ, es soll aufzeigen, wie du für dich selbst sorgen und deinen Hormonhaushalt in Balance bringen kannst. Es ersetzt in keinem Fall eine ärztliche Diagnose und Therapie. Die Anwendung der Tipps und Methoden sowie das Praktizieren der Übungsreihen geschehen in eigener Verantwortung.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Mit Zyklus-Yoga gegen hormonelle Beschwerden

Was hat uns zum Hormon-Yoga geführt?

Wie ist dieses Buch aufgebaut?

Wie kannst du dieses Buch nutzen?

Hormone und Zyklen – wie hängt das zusammen?

Was du über Hormone wissen solltest

Die Hormondrüsen (Karolin Langkreijer)

Der Hypothalamus

Die Hypophyse

Die Schilddrüse

Die Thymusdrüse

Die Bauchspeicheldrüse

Die Eierstöcke

Die Nebennieren

Stress und Hormone

Vom Umgang mit Stress

Die Zyklen der Frau (Karolin Langkreijer)

Der monatliche Zyklus (unter Mitarbeit von Silja Sperling)

Follikelphase

Eisprung

Prämenstruelle Phase

Menstruation

Der weibliche Zyklus auf das Leben gesehen

Die Pubertät

Die fruchtbaren Jahre

Die Wechseljahre

Yoga für die hormonelle Balance

Grundlagen des Hormon-Balance-Yoga

Yoga-Basics

Asanas

Pranayama

Nadis

Ida Nadi

Pingala Nadi

Sushumna Nadi

Chakras

Muladhara Chakra (Wurzelchakra)

Swadhistana Chakra (Sakralchakra)

Manipura Chakra (Solarplexuschakra)

Anahata Chakra (Herzchakra)

Vishuddi Chakra (Kehlchakra)

Ajna Chakra (Drittes Auge)

Sahasrara Chakra (Kronenchakra)

Wobei kann Hormon-Balance-Yoga helfen?

Wann und wie oft ist es sinnvoll zu üben?

Techniken und Übungen

Techniken des Hormon-Balance-Yoga

Atemtechniken

Siegreicher Atem

Aktivierende Bauchatmung

Energielenkung

Übungen des Hormon-Balance-Yoga

Übungen für das Gleichgewicht

Stehende Palme

Sich wiegende Palme

Übungen für die Eierstöcke

Katze – Kuh

Kindhaltung mit Fäusten an den Leisten

Offene Kindhaltung

Windentferner

Hocke

Diamantsitz

Weiter Ausfallschritt

Weiter Ausfallschritt mit abgesetztem Knie

Taube (Variante)

Pyramide (Variante)

Halber Sattel

Drehsitz

Liegender Schmetterling

Mahlen

Gallenblasenmeridian-Dehnung

Lebermeridian-Dehnung

Übungen für Nebennieren und Bauchspeicheldrüse

Verdauungsfeuer anregen

Bauchkontraktion im Stehen

Allgemeine Wirbelsäulendrehung

Dynamischer Twist im Liegen

Sphinx (Yin-Yoga-Variante)

Taillendrehung

Übungen für die Thymusdrüse

Sitzende Vorbeuge

Kleine Kobra/Kobra

Sich streckende Kobra (sanfte und vollständige Variante)

Übungen für Gesicht und Haare

Stehende Vorbeuge

Streckung und Öffnung der Beine in Rückenlage

Kreisen der Beine

Übungen für die Schilddrüse

Schulterbrücke

Kinnverschluss

Bogen

Skydiver

Umkehrhaltung: halber Schulterstand

Fisch

Legs up the Wall

Übungen für die Hypophyse und die Zirbeldrüse

Umkehrhaltung: Pflug

Haltung der psychischen Vereinigung (sanfte Variante)

Atemübungen

Bauchatmung im Liegen

Schädelleuchten

Wechselatmung

Bienensummen

Meditation

Hormondrüsen- und Chakra-Meditation

Yoga Nidra für die Hormondrüsen

Vorbereitung

Kreisen der Wahrnehmung

Wahrnehmung von Gefühlen

Innerer Raum

Visualisierung

Innerer Raum

Ende

So unterstützt du deine Hormon-Balance

Allgemeine Tipps

Ernährungstipps

Essenzielle Fettsäuren

Frisches Gemüse und Obst

Nüsse, Kerne und Samen

Fermentierte Lebensmittel

Superfoods

Genug trinken

Vollkornprodukte

Auf den Salzkonsum achten

Koffein

Alkohol

Zucker

Entgiftung

Stressreduktion

Bewegung

Aromatherapie

Hormonell regulierende Pflanzen (Karolin Lankreijer)

Angelikawurzel

Brennnessel

Eisenkraut

Frauenmantel

Melisse

Mönchspfeffer

Schachtelhalm

Schafgarbe

Storchschnabel

Prämenstruelle Symptome/Depressive Verstimmungen

Tipps gegen depressive Verstimmungen

Nahrungsmittel

Gewürze

Nahrungsergänzungsmittel

Gute Teekombination

Körper- oder Aromaöle

Menstruationsschmerzen

Tipps gegen Regelschmerzen

Nahrungsmittel

Gewürze

Nahrungsergänzungsmittel

Hilfreiche Tees

Körper- oder Aroma-Öle

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Tipps bei PCOS

Nahrungsmittel

Gewürze

Nahrungsergänzungsmittel

Süßholzwurzel – gute Hilfe gegen PCOS

Körper- oder Aroma-Öle

Kinderwunsch

Tipps bei Kinderwunsch

Nahrungsmittel

Gewürze

Nahrungsergänzungsmittel und Heilpflanzen

Tees für die Fruchtbarkeit

Körper- oder Aroma-Öle

Service

Literatur

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Hormone und Zyklen – wie hängt das zusammen?

Wenn wir uns wohlfühlen, sind unsere Hormone im Gleichgewicht. Bei großen hormonellen Umstellungen wie in der Pubertät, aber auch während der Wechseljahre muss sich der Körper neu sortieren. Was passiert da genau?

Was du über Hormone wissen solltest

Das Wort »Hormon« kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie »antreiben«. Gemeint ist hiermit, dass die Hormone verschiedene Reaktionen und Stoffwechselfunktionen im Körper anregen und deren Arbeit »antreiben«.

Gehirn, Nervensystem und Hormone arbeiten eng als Team miteinander. Waren die Erkenntnisse dieser engen Zusammenarbeit bis vor einigen Jahren noch eher im spirituellen Bereich angesiedelt, finden sie heute u. a. in der Hirnforschung Anerkennung. Inzwischen gibt es Forschungsarbeiten über die Wirkmechanismen alter spiritueller Praktiken und Körperübungen.

Wir schlagen in diesem Buch eine Brücke zwischen Yoga, westlicher Medizin und Frauengesundheit. Dieses Wissen kannst du nutzen, um deine Gesundheit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Außerdem kannst du viele Beschwerden, bevor sie sich zu Krankheiten entwickeln, lindern. Durch regelmäßiges Üben können sie sogar ganz verschwinden.

Grundsätzlich wichtig für die Gesundheit sind gutes, gesundes und ausgewogenes Essen und Trinken, Bewegung im Allgemeinen und ein gesundes soziales Umfeld. Gerät einer dieser Faktoren aus dem Lot, hat dies Auswirkungen auf die Lebensqualität und kann im schlimmsten Fall zu Beschwerden und später zu Krankheiten führen. So können auch geringe hormonelle Schwankungen langfristig das komplette Hormonsystem stören. Anders als allgemeine sportliche Betätigung wirkt unser Zyklus-Yoga direkt auf die Hormondrüsen des Körpers. Durch spezielle Kompression und Dehnung der Drüsen in Verbindung mit einer massierenden Bauchatmung und einer gezielten Energielenkungstechnik wird Energie im Körper zum Fließen gebracht und die Ausschüttung der Hormone harmonisiert.

Die Hormondrüsen (Karolin Langkreijer)

Hormondrüsen sind endokrine Drüsen, d. h., sie sondern die produzierten Hormone direkt ins Blut ab. Über das Blut werden so Informationen an Organe und Körperteile gesendet, um dort wichtige Lebensprozesse einzuleiten. Welche Hormondrüsen gibt es, wo befinden sie sich und welches sind ihre Aufgaben? Damit wollen wir uns im Folgenden beschäftigen. ▶ [2]

Der Hypothalamus

Das Wort »Hypothalamus« kommt aus dem Griechischen und bedeutet »unter dem Thalamus«. Der Hypothalamus ist allen Hormondrüsen übergeordnet, er repräsentiert das Sahasrara Chakra oder Kronenchakra.

Der Thalamus wird als Sehhügel bezeichnet. Er ist das Koordinationszentrum für unsere Empfindungen, zum Beispiel Schmerz, Temperatur, Gleichgewicht, Geschmacksempfinden, aber auch deren Ausdruck auf der Gefühlsebene wie das Empfinden von Lust oder auch Unlust. Aus diesem Grund wird er auch »Tor des Bewusstseins« genannt.

Am Thalamus hängt der Hypothalamus, zu dessen Aufgaben die Regulierung unseres Fett- und Wasserhaushalts sowie unser Wärmeausgleich gehören. Im Hypothalamus werden aber vor allem Hormone gebildet, die andere im Körper sitzende Drüsen anregen oder auch hemmen, ihre organspezifischen Hormone auszuschütten (Releasing- und Inhibiting-Hormone). Damit das alles reibungslos abläuft, müssen die Drüsen gut miteinander verbunden sein und permanent miteinander kommunizieren. Hierfür ist der Hypothalamus die oberste Kontrollinstanz.

Die Hypophyse

Die Hypophyse symbolisiert das Ajna Chakra oder das Dritte Auge. Sie sitzt direkt unter dem Hypothalamus und ist mit ihm über den Hypophysenstiel verbunden. Vielleicht kennst du sie auch unter dem Namen »Hirnanhangsdrüse«. Sie wird direkt vom Hypothalamus gesteuert und ist sozusagen sein Sprachrohr. Durch seine Hormone regt er die Hypophyse an, ihre organspezifischen Hormone zu bilden und somit Arbeitsaufträge an weiter unten im Körper gelegene Hormondrüsen weiterzuleiten.

Die Hypophyse ist so groß wie eine Bohne und wiegt nur etwa ein Gramm. Sie hat zwei Teile: die Adenohypophyse und die Neurohypophyse.

Hormone, die in der Adenohypophyse gebildet werden und andere Drüsen stimulieren, sind:

FSH, das follikelstimulierende Hormon: regt die Follikel an, Östrogen zu bilden, und stimuliert den Follikel (die Eihülle), vollständig auszureifen.

LH, das luteinisierende Hormon: stimuliert die Eierstöcke und löst das Springen der Eihülle, also den Eisprung, aus.

TSH: ist das die Schilddrüse (Thyroidea) stimulierende Hormon.

Außerdem produziert sie:

Somatotropin: stimuliert das Knochenwachstum und den Stoffwechsel.

Prolactin: ist verantwortlich für die Milchbildung.

ACTH: stimuliert die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Cortisol.

LPH (Lipotropin): regt den Fettstoffwechsel an.

Endorphine (Glückshormone): beeinflussen unsere Schmerzrezeptoren.

In der Neurohypophyse wird u. a. das Oxytocin gebildet, das als Bindungshormon gilt. Während der Geburt eines Kindes werden große Mengen dieses Hormons freigesetzt und leisten einen wichtigen Beitrag zur unendlichen Mutterliebe, die wir Frauen empfinden. Abgesehen von der Bindung zu anderen Lebewesen stärkt das Hormon allgemein unsere »Anbindungsfähigkeit«. Es stärkt unser Selbstvertrauen und unser »Gottvertrauen«, sozusagen die Anbindung an »oben«. Hypothalamus und Hypophyse werden nicht umsonst als das Dritte Auge bezeichnet.

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist das wichtigste Ausdruckszentrum des Menschen. Mit ihrem Sitz im Vishuddi Chakra bzw. Kehlchakra können wir sie auch als das »Sprachrohr« des Menschen bezeichnen. Sie wird ebenfalls in zwei Teile gegliedert: die Schilddrüse und die Nebenschilddrüsen. Beide produzieren Hormone mit vielfältigen Funktionen.

Die Schilddrüse schüttet die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) aus. Diese jodhaltigen Hormone regulieren unseren Energiehaushalt. Dieser Regelkreis, das Ansteigen und Absinken der Hormone, wird eng von Hypothalamus und Hypophyse überwacht und durch deren Hormone wiederum kontrolliert.

Damit verbundene Fragen sind: Wie viel Energie verbrauchen wir wofür? Fühlen wir uns müde und ausgelaugt? Können wir das auch zum Ausdruck bringen? Haben wir eine gute Balance von Aktion und Entspannung in unserem Leben?

Als Nebenschilddrüsen werden vier linsengroße Drüsen bezeichnet, die an der Oberfläche der Schilddrüse liegen. Hier werden Calcitonin und das Parathormon gebildet. Calcitonin verringert den Kalziumanteil im Blut, das Parathormon dagegen erhöht ihn, indem es vermehrt Kalzium aus unserer Nahrung im Darm löst. Ein gutes Zusammenspiel dieser beiden beeinflusst die Dichte unserer Knochen und Zähne, unsere Muskelfunktion und unsere Herztätigkeit.

Hier wird die energetische Schnittstelle zwischen unserem spirituellen Sein und unserem Körper deutlich, zeigt sich doch in unserer Knochendichte unsere eigene Struktur sowie in unserer Muskulatur unsere Lebenskraft.

Schilddrüsenhormone stehen in enger Kommunikation mit unseren Keimdrüsen und unserem Darm. Generell kann man ihre Funktion folgendermaßen umschreiben:

Sie haben einen großen Einfluss auf unseren gesamten Stoffwechsel und unseren Grundumsatz.

Sie erhöhen unsere Herzfrequenz.

Sie fördern unser Wachstum sowie unsere geistige Entwicklung.

Sie kommunizieren eng mit unserem Nervensystem und haben Einfluss auf unsere Erregungsleitung.

Sie erhöhen unseren Kalzium- und Phosphatumsatz.

Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion?

Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion können sein:

starke Gewichtsabnahme trotz guten Appetits

Unruhe, Rastlosigkeit, Irritierbarkeit, starke Emotionen

unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation

Nachtschweiß

schneller Pulsschlag

zitternde Augenlider

Muskelschwäche und -verlust, besonders in den Beinen

fettige Haut und fettige Haare

Durchfall

Folgen einer Schilddrüsenunterfunktion können sein:

aufgedunsenes Gesicht (Myxödeme)

Gedächtnisprobleme, schlechte Konzentrationsfähigkeit

Haarausfall oder Haarausdünnung

Kälteempfindlichkeit

langsame Verdauung, Verstopfung

Müdigkeit

Probleme mit der Zeugungsfähigkeit, Fehlgeburten

starke und schnelle Gewichtszunahme trotz geringen Appetits

trockene Haut

verminderter Sexualtrieb

verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck

Zyklusunregelmäßigkeiten

Die Thymusdrüse

Die Thymusdrüse ist die Drüse, die das Anahata Chakra oder Herzchakra symbolisiert. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Immunabwehr und damit unserer Stärke. Nach der Geburt werden die Abwehrzellen des Körpers, die Lymphozyten, im Knochenmark gebildet. Ein Teil der Abwehrzellen reift zu B-Lymphozyten heran und ein anderer Teil zu T-Lymphozyten. Diese T-Lymphozyten werden in der Thymusdrüse aktiviert, bevor sie in ihre weiteren »Trainingslager« ausgesendet werden: in die Mandeln, die Milz, die Lymphknoten und alle weiteren lymphatischen Gewebe im Körper.

Auf der spirituellen Ebene repräsentiert die Thymusdrüse den Sitz des Ichs. Ohne Ich kein Du – das Du steht hier für die Außenwelt. In der Immunabwehr wird entschieden, was körpereigen und was fremd, also von außen, ist.

Im Hinblick auf die immer häufiger auftretenden Autoimmunkrankheiten bedarf die Thymusdrüse also durchaus unserer liebevollen Beachtung, denn bei den sogenannten Autoimmunkrankheiten ist unsere Immunabwehr derart irritiert, dass sie Körpereigenes als fremd wahrnimmt und attackiert. Beispiele hierfür sind Hashimoto, rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn.

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse sitzt im Oberbauch und wird dem Manipura Chakra oder Solarplexuschakra zugeordnet. Streng genommen können wir sie nicht als einzelnes Organ betrachten, denn ihre Funktion ist eng mit weiteren an der Verdauung beteiligten Organen verbunden. Ihre engen Mitspieler sind die Gallenblase, die Leber, der Magen und der Dünndarm.

Stress, aber vor allem minderwertige Nahrung machen ihr gehörig zu schaffen. Dabei ist die Informationsflut, der ein moderner Mensch ausgesetzt ist, nicht zu vergessen – denn jegliche Form der Information möchte verdaut werden.

Vereinfacht erklärt ist die Bauchspeicheldrüse an folgenden Prozessen beteiligt:

Sie produziert die Verdauungsenzyme für unseren Kohlehydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.

Eine kleine, aber enorm wichtige Gruppe von Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die sogenannten Langerhans-Inselzellen, sind für die Hormonproduktion zuständig. Sie schütten zwei Hormone aus, die im besten Fall als Team fantastisch zusammenarbeiten: das Insulin, das den Blutzucker senkt, und das Glucagon, das blutzuckersteigernd wirkt.

Eine nicht funktionierende Bauchspeicheldrüse hat verschiedene Erkrankungen zur Folge. Die wohl bekannteste und zu Recht sehr gefürchtete Erkrankung heißt Diabetes mellitus. Sie entwickelt sich seit Jahren zur Volkskrankheit. Es gibt zwei Typen von Diabetes:

den angeborenen Diabetes mellitus Typ 1; hier ist die Insulinproduktion gestört.

den Diabetes mellitus Typ 2, der sich verhindern ließe.

Beim Diabetes Typ 2 haben wir es mit den Folgen von »jahrelangem Schindluder« zu tun: Schlechte Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil minderwertiger Kohlenhydrate sowie mangelnde Bewegung sind an erster Stelle zu nennen. Leider wird die Nahrung oft auch regelrecht hinuntergeschlungen statt gut gekaut (wir lieben das altmodische Wort »Mahlzeit«: »Zeit zu mahlen«). Oft genug belasten wir unsere Verdauung zusätzlich mit »schweren Themen«, die bei Tisch besprochen werden – und auch die wollen verdaut werden.

Dabei ist eine gesunde Lebensweise gar nicht schwer: Gute biologische Nahrungsmittel mit vollwertigen Bestandteilen, gut gekaut, in Ruhe verdaut. Dazu ein gesundes Maß an Bewegung – und schon hast du deinem Körper ohne großen Aufwand viel Gutes getan!

Die Eierstöcke

Das Swadhistana Chakra oder Sakralchakra – der »heilige« Ort – ist der Sitz der Eierstöcke, die auch Ovarien genannt werden. Sie sind buchstäblich die körperliche Quelle der Schöpfung. Die Eierstöcke sind Hormondrüsen, in denen die befruchtungsfähigen Eizellen und auch die weiblichen Sexualhormone hergestellt werden. Zum Zeitpunkt der Geburt eines Mädchens sind in ihnen etwa 200 000 Primärfollikel angelegt, potenzielle Kandidaten für ein neues Menschenleben. Im Laufe des Lebens werden sie nach und nach zum Reifen und Wachsen angeregt. In diesen Eizellen wird Östrogen und anteilig auch Progesteron gebildet.

Östrogen stimuliert einerseits die Eireifung, andererseits sendet es Signale an die bereits betrachtete ▶ Hypophyse im Gehirn. Diese wird angeregt, das luteinisierende Hormon (LH) auszuschütten, das für den Eisprung sorgt. Weitere Aufgaben des Östrogens liegen im Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und dem Eitransport in den Eierstöcken. Auch unser Knochenwachstum wird vom Östrogen beeinflusst.

»Östrogen« ist der Oberbegriff für drei Unterarten der Östrogene. Alle drei Arten üben eine endokrine Funktion aus und wirken auf den Zellkern jener Zellen, die die Proteinsynthese regulieren:

Östron stammt aus den Eierstöcken und indirekt aus der Nebenniere. Es gewinnt insbesondere ab der Menopause an Bedeutung.