50 Antworten: Singleleben - Paula Deme - E-Book

50 Antworten: Singleleben E-Book

Paula Deme

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Beschreibung

Du bist gern Single, doch alle wissen es besser? Gefühlt jeder will dich verkuppeln? Nachdem du dieses Buch gelesen hast, lässt du sie sprachlos zurück und sie dich in Ruhe. Versprochen. 50 Antworten Singleleben gibt Antworten auf die gängigsten Aussagen und Fragen. Eloquent, Schlagfertig, Selbstbewusst.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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IMPRESSUM
1. Auflage
Copyright © 2024 Paula Deme
Umschlag: Paula Deme
Lektorat/Korrektorat: Sigrun Becker
Alle Rechte vorbehalten
Paula Deme, Bergstrasse 16, CH-8712 Stäfa
www.paulademe.ch
Paula Deme
50 Antworten
Singleleben
Dieses Buch widme ich meinem jüngeren Ich.
Du hast die Liebe deines Lebens gefunden.
Die böse Hexe ist Single.

VORWORT

Vor der Pandemie, im Jahre 2020, hätte ich mir so ein Leben wie ich es heute führe, beim besten Willen nicht vorstellen können. So absolut desinteressiert an der Männerwelt, ja schon fast angewidert bei dem Gedanken ich müsste jemals wieder eine Minute mit einem Mann mein Leben oder mein Bett teilen. Ich hatte sie alle  vom Arzt, über den Barkeeper, den Banker, Bäcker und Chemikanten (no joke) über den DJ bis zum Elektriker. Kein Spass, ich war wirklich eine wilde Hilde, und jeder, der mich schon seit meiner Jugend kennt, weiss, dass ich nie etwas anbrennen liess. Ich bin Bi, und wenn ich sage, ich habe nichts anbrennen lassen, dann meine ich das genau so. Heirat und Kind? Nope. Kein Interesse. Ich war zwar mit 19 verlobt und auch schwanger (trotz Pille), aber ich wollte weder das eine, noch das andere. Zugestimmt hatte ich ersterem, weil ich emotional abhängig war und ihn nicht verlieren wollte. Das zweite passiert, wenn Ärzte dich bevormunden und dir eine Sterilisation verweigern, weil du zu jung bist. Keine Verhütungsmethode ist hundertprozentig sicher.
Schon sehr früh habe ich gemerkt, dass es einen Haufen Menschen gibt, die extrem erbost sind, wenn ich mache, was ich will und mit wem ich es will. Viele fühlten sich von mir um ihre Liebe betrogen, weil sie dachten, sie würden mich zu einer Freundin, Ehefrau oder Mutter machen. Dass diese Leute einfach zu viele Disney- und Hollywoodfilme konsumierten und somit eine total falsche Idee von Liebe und Beziehungen hatten, kam keinem von ihnen in den Sinn. Ich hatte sie verarscht. Insgesamt erhielt ich vier Heiratsanträge, einen schon nach dem dritten Date, weil es Männern oft so unfassbar schwer fällt, eine Frau ernstzunehmen. Denn ich sagte allen unverblümt, dass ich nur ungezwungenen Spass haben will, doch das sahen sie leider oft als Herausforderung. Auch die offenen Beziehungen, die ich mit Männern führte, waren von Unsicherheiten des starken Geschlechts geprägt, von Männern die ihren Marktwert masslos überschätzten. Eine Frau mit grosser Oberweite, die körperlich werden will, hat nun mal bessere Karten und kommt viel schneller und einfacher dazu, ihr Verlangen zu befriedigen als ein Mann.
Sollte, während du dieses Buch liest, die Frage aufkommen, ob ich Männer hasse, kann ich dir deine Frage schon mal im Vorfeld beantworten: Nope. Das ist mir viel zu anstrengend. Solltest du dich an der Verallgemeinerung stören, weil du glaubst, dass ich mit meinen Aussagen im Buch alle Männer meine, möchte ich freundlich daran erinnern, was die Gesellschaft denkt:
Alle Frauen sind emotional. Alle Frauen können nicht Autofahren und nicht einparken. Alle Frauen haben ihre Tage, wenn sie den falschen Ton anschlagen. Alle Frauen sehnen sich nach Mann und Kind.
Ob ich glaube, dass alle Männer so sind? Das weiss ich nicht, ich habe noch nicht alle Männer kennengelernt. Ich weiss nur, dass es mir zu mühsam ist, Dates wahrzunehmen oder jemanden zu daten, der mir absolut keinen Mehrwert in meinem Leben bietet und mich nur meiner Zeit beraubt. Früher hatte ich nur den Anspruch, dass er mir optisch gefällt und gepflegt ist, ein paar Gemeinsamkeiten, ein bisschen gemeinsam lachen – zack: qualifiziert für ein wenig Zweisamkeit! Heute, ein paar Jahre später habe ich erkannt, dass mir das nicht mehr reicht und ein Mann mindestens auf Augenhöhe sein muss, weil er sonst meine kostbare Zeit verschwendet. Männer haben nämlich immer von mir profitiert, nie anders herum; darauf habe ich keine Lust mehr. Ich bin auch nicht die einzige, der es so geht. Wer die meiste emotionale Care-Arbeit und reguläre Care-Arbeit übernimmt, ist in zahlreichen Studien bereits bewiesen worden: Es sind die Frauen.
Hier bin ich also, vor ein paar Tagen gerade stolze 40 Jahre alt geworden, so Single wie frau nur Single sein kann und mit absolut keiner Intention, das zu ändern. Wie immer, wenn frau weiss was sie will und was sie vom Leben nicht will, haben eine Menge Leute etwas zu sagen. Es ist kein Zufall, dass dieses Buch kurz vor dem Valentinstag veröffentlicht wird. Denn das ist die Zeit, in der Singles am meisten bemitleidet werden  wenn man Weihnachten ausser Acht lässt. Doch sollten es wirklich die Singles sein, die sich grämen und sich beschämen lassen von Pärchen, die alle wie ferngesteuert in überteuerten Restaurants beisammensitzen, um an diesem einen Tag ihre Liebe zu beteuern? Sollten nicht wir Mitleid haben mit den Frauen, die sich mit einer Rose von der Tankstelle begnügen müssen? Sollten nicht wir diejenigen bemitleiden, die einen billigen Strauss halbvertrockneter Rosen vom Discounter bekommen, halbherzig auf dem Heimweg besorgt, um den Frieden zuhause zu wahren, während die Frauen das gesamte Jahr für selbstverständlich erachtet werden?
Denn so oft, wie uns Singles einzureden versucht wird, dass wir die Unglücklichen sind, so oft wird auch übersehen, dass nicht alle Beziehungen und Ehen glücklich sind. Dass viele in der Partnerschaft verharren, weil alles besser ist als Single zu sein  und das Meckern über den Partner oder die Partnerin gehört zum guten Ton.
Mich beschleicht oft das Gefühl, dass viele sich über ihre Partnerschaft definieren, weil sie sonst nichts haben im Leben, mit dem sie sich schmücken können. Später kommen dann die Kinder, die den Partner als Prestigeobjekt ersetzen, das man jedem ungefragt ins Gesicht drückt. Ohne Partner fühlen sich viele unvollständig. Wertlos. Deswegen denken sie dann, es gehe mir und anderen Singlefrauen so wie ihnen. Umgangssprachlich wird auch oft von der besseren Hälfte gesprochen. Doch wenn dein Partner die bessere Hälfte ist, welche Hälfte bist dann du? Genau. Die schlechtere. Also, ich bevorzuge dann doch, die grandiose, vollständige Paula zu sein, mit grandiosen Wifey-Qualitäten, aber absolut keinen Intentionen, eine zu werden. Solltest du dich fragen, was „Wifey“ bedeutet, die Definition nach Urban Dictionary lautet folgendermassen:
“A loyal female, who hasn’t slept around , cleans, cooks, funny, smart, intelligent, and loving … She is also a person you could imagine carrying your children or as a loving wife.“
Na gut, so ganz passe ich mit meinem 40 Jahren nicht mehr in diese Kategorie, denn ich hatte den Nerv, meine Sexualität auszuleben wie es mir gefiel, wenn auch die Gesellschaft mir nicht nur einmal zu verstehen gab, dass sich das nicht ziemt für eine Frau. Männern wird aber auf die Schulter geklopft für ihren Erfolg beim anderen Geschlecht.
Auch möchte ich keine Kinder, obwohl ich seit 23 Jahren, mal mehr mal weniger, mit Kindern  von Neugeboren bis Jugendlichen  gearbeitet habe. Es ist mir zu viel unbezahlte Arbeit. Zu viel Kompromisse. Zu viel für andere, zu wenig für mich. Zudem klingt mir die Beschreibung des Wifey-Seins viel zu sehr nach einer Mutterrolle, die ich aus vollster Überzeugung ablehne.
Ich will ehrlich sein: Keinen Mann in meinem Leben zu wollen, sehe ich als riesigen Flex an. Womit will mich die Gesellschaft noch unter Druck setzen? „Du wirst so nie einen Mann abbekommen!“ „Männer mögen das nicht!“ oder „So wirst du nie eine eigene Familie haben!“ „ Du wist alleine sterben!“
I don‘t care.
Es ist mir sowas von egal, und ich bin traurig, dass mir nicht schon eher gedämmert ist, wie viel Lebensenergie mich Männer kosten. Seit 2020 date ich nicht mehr  nach ca. 19 Jahren des wilden Lebens mit nur einer ernsthaften, monogamen Partnerschaft. Ich wollte sowas wie eine monogame Beziehung nicht wirklich, obwohl ich dunkle Jahre der emotionalen Abhängigkeit hatte, in denen ich dachte, ein Mann könne mich retten, jemand, der sich um mein Wohlergehen kümmert, um mein Lebensglück, weil ich das so gelernt hatte. Der Prinz rettet die Prinzessin. Doch die Prinzen waren nicht mal fähig, sich selbst zu retten, und so kam ich schnell wieder zu mir.
Ich bin eine Königin. Und Königinnen lebten bekanntlich schon immer länger ohne König an ihrer Seite. Es könnte alles so schön sein  ich lebe mein Leben und ziehe mein Ding durch , wären da nicht die anderen, die es ständig besser wissen. Als würde ihnen was entgehen, wenn ich nicht verpartnert bin. Als würden sie persönlich Schaden erleiden, wenn ich meine Ressourcen nicht mit jemanden teile. Ich kann es ihnen nicht verübeln, sie meinen es doch nur gut und kennen das auch nicht anders, weil uns in gefühlt jedem Film suggeriert wird, dass das Singlesein etwas ist, das es um jeden Preis zu vermeiden gilt. In fast jedem Märchen geht es um einen Prinzen und eine Prinzessin. Frauen wollen Männer unter die Haube bringen und sie so dingfest machen. Schliesslich ist die Ehe das Nonplusultra für die Frau, die Erfüllung. Wenn man aber hinter die Kulissen sieht, wer profitiert da wirklich von der Ehe? Frauen? Ist es nicht eher so, dass Männer auf ganzer Linie die Gewinner sind? Sie haben jederzeit Zugang zu einem Frauenkörper, zu kostenloser emotionaler Care-Arbeit und zur regulären Care-Arbeit. „Liebe ist doch keine Arbeit“, wird jetzt vielleicht die eine oder andere von euch denken, aber das ist sie. Es wird sehr viel erwartet von Frauen. Du wist ja sogar abgestraft, wenn dein Gesicht in der Öffentlichkeit oder bei der Arbeit zu entspannt ist. Das „Resting Bitch Face“ hat keinen guten Ruf. Weil es deine verdammte Pflicht ist, als Frau emotionale Care-Arbeit zu leisten in Form eines Lächelns, damit sich alle in deiner Gegenwart wohlfühlen und die Alphas dieser Erde dich nicht als Bedrohung erleben. Diese Farce aufrecht zu erhalten ist Arbeit. Ständig auf Zehenspitzen zu laufen, um ja niemandem auf die Füsse zu steigen, sich kleiner zu machen als frau ist, das ist Arbeit, und darauf habe ich keinen Bock.
Wie oft ich in meinem Leben schon von Männern gehört habe, es sei ja so schön, wenn ich krank bin, denn dann könnten sie sich um mich kümmern, dann liesse ich zu, dass sie der starke Mann sein könnten an meiner Seite. Als wäre es verkehrt, einen Mann an seiner Seite zu wollen um seinetwillen und nicht weil ich ihn brauche. Und da sind wir schon beim grössten Problem, meiner Meinung nach: Kaum ein Mann will eine Frau an seiner Seite, die ihn liebt für sein Wesen; Männer wollen gebraucht werden. Gebraucht zu werden minimiert anscheinend die Möglichkeit, verlassen zu werden. Emotionale, abhängige Frauen sind auch leichter zu manipulieren und verzeihen mehr. Been there. Done that. Wenn eine Frau den Mann nur mag wegen seines Charakters und wegen der Art, wie sie von ihm behandelt wird, nun ja, der Mann müsste sich kontinuierlich anstrengen und sich bemühen, sonst wäre die Frau weg und das völlig zurecht. Viele verstehen Letzteres auch so, dass der Mann nichts bieten muss, dabei wollen viele Frauen jemanden auf Augenhöhe, mit allem. Schon das überfordert viele, und sie meinen frau hätte zu hohe Ansprüche. Als wären wir noch in den 50ern und Frauen hätten keine Ansprüche zu stellen, weil sie auserwählt werden von Männern und sich dann mit dem zufrieden geben müssen, was sie abbekommen.
Dabei erwarten die meisten Frauen nur gerade so die Basics des Lebens, damit sie kein erwachsenes Kind durchs Leben schleifen müssen. Alles andere ist ein Downgrade. Als ich vor kurzem meine Ansprüche an die Männerwelt auf meinem TikTok-Channel teilte, bezeichneten mich andere Frauen als krankhaft und äusserten, dass das, was ich da verlange, total übertrieben sei. Dabei will ich einfach jemanden, der mir ebenbürtig ist und mir eine bessere Zeit bieten kann, als ich mir selber biete. Ansonsten: Wozu brauche ich einen Mann in meinem Leben? Ich trage mich selbst bereits auf Händen, habe mindestens einmal am Tag etwas, worauf ich mich freue, verwöhne mich regelmässig mit grösseren und kleineren Geschenken und gehe jeden Tag sorgsam und liebevoll mit mir um. Einmal im Monat ist ein kleinerer Städtetrip angesagt. Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich in Barcelona und feiere meinen 40sten Geburtstag während eines verlängerten Wochenendes. Ich bin bewusst alleine hier, weil ich absolut keine Kompromisse eingehen will. Ich möchte auch nicht Dolmetscherin für irgendwen spielen, oder Tourguide sein, sondern ausschliesslich nur das tun, worauf ich Lust habe, ohne auch nur eine Sekunde Rücksicht nehmen zu müssen. Manche empfinden das als egoistisch, andere gar als egozentrisch. Aber ich sag dir was: Es ist mein Leben. Ich schulde niemanden meine Freizeit, meine Ressourcen, meine Dienste oder meinen Körper.
Auch deine Zeit ist besser investiert, wenn du dich erstmal um dich selbst kümmerst, statt dich nach links und nach rechts umzusehen und zu verbiegen auf der Suche nach männlicher Bestätigung. Das Buch behandelt die gängigsten Aussagen der Gesellschaft auf die Tatsache, dass eine Frau Single ist. Viele lehnen sich weit aus dem Fenster, weil sie patriarchalisch so geprägt wurden, zu denken, dass jede Frau einen Mann braucht und Frauen allgemein dazu verpflichtet sind, ihre Zeit und Ressourcen mit jemanden zu teilen, um sich Respekt in der Welt zu verschaffen.
Das Ganze hat System und wird dir seit Kindertagen in dein Bewusstsein gemeisselt. Schau dich nur in Ruhe um, und dann beantworte dir diese Frage: Warum sind alle Hexen in jedem Märchen ausnahmslos Single?
Love yourself first.

Wieso ist jemand wie du noch Single?

Das musst du mir nun bitte näher erklären, was meinst du damit?
---ENDE DER LESEPROBE---