Alkoholismus - Gerhard Krause - E-Book

Alkoholismus E-Book

Gerhard Krause

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Beschreibung

Dieses Buch will die Krankheit Alkoholismus nicht wissenschaftlich oder populärwissenschaftlich umfassend behandeln. Auf soziologische, medizinische und therapeutische Detailinformationen wurde deshalb weitgehend verzichtet. Das Buch ist einfach und klar geschrieben und soll Betroffenen (Alkoholikern, Gefährdeten, ihren Angehörigen, Kollegen und Freunden) als erster Ratgeber dienen. Zum Schluß beschreibt Wolfgang Weikert die Möglichkeiten und Grenzen des Selbsthilfemodells der Anonymen Alkoholiker (AA).

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EPUB

Seitenzahl: 205

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Gerhard Krause

Alkoholismus

Ein Ratgeber

Ihr Verlagsname

Mit einem Beitrag von Wolfgang Weikert

Über dieses Buch

Dieses Buch will die Krankheit Alkoholismus nicht wissenschaftlich oder populärwissenschaftlich umfassend behandeln. Auf soziologische, medizinische und therapeutische Detailinformationen wurde deshalb weitgehend verzichtet.

Das Buch ist einfach und klar geschrieben und soll Betroffenen (Alkoholikern, Gefährdeten, ihren Angehörigen, Kollegen und Freunden) als erster Ratgeber dienen.

Zum Schluß beschreibt Wolfgang Weikert die Möglichkeiten und Grenzen des Selbsthilfemodells der Anonymen Alkoholiker (AA).

Über Gerhard Krause

Gerhard Krause ist Psychologe.

Inhaltsübersicht

VorwortAlkoholUmwelt und ReaktionSelbstbefragungMotive und FallbeispieleSuchtkarriereTherapienGenesungErkenntnis (Aufhellungszeit)Wandlung (Labilitätszeit)EtablierungZukunftAlleingängerRatschläge für Alleingänger:ÄrzteJugendliche AlkoholikerGesundheitliche FolgenFamilieMit auf den WegHilfenWolfgang Weikert: Möglichkeiten und Grenzen eines Selbsthilfemodelles: Die Anonymen Alkoholiker (AA)Zum BeispielAbstinenzverbände und Selbsthilfegruppen«Bill» und «Bob» und die Geschichte der AAAl-Anon-GruppenBücher, die weiterhelfen können

Vorwort

Wußten Sie, daß wenigstens eine von zehn Familien in der Bundesrepublik Deutschland gezwungen ist, sich mit dem Problem des Alkoholismus auseinanderzusetzen? Durchschnittlich in jeder zehnten Familie (gerechnet mit drei Personen je Familie) lebt ein Mitglied, das als alkoholabhängig eingestuft werden muß. Diese Situation verlangt von den Angehörigen alles, was sie an Liebe, Verständnis, Kraft, Geduld und meist auch materiellen Einsätzen zu bieten haben.

Der steigende Verbrauch von reinem Alkohol in Getränken in der Bundesrepublik und Berlin (West) ist alarmierend. Hatten wir im Jahre 1950 noch etwa 200000 Alkoholiker, so sind es gegenwärtig fast zehnmal soviel. Eine Sucht ungeheuren Ausmaßes!

Täglich wurde und wird von Millionen Menschen eine Droge geschluckt, die in allen gesellschaftlichen Kreisen bestens eingeführt ist. Diese Flüssigdroge ist überall erhältlich. Ob Tante-Emma-Laden oder Supermarkt, ob Kneipe oder feudale Bar, ob Apotheke oder Drogerie, überall residiert König Alkohol und hält sich für seine große Anhängerschaft parat. Es gehört keine sonderliche Prädestinierung dazu, um den Alkohol in Griffnähe zu rücken. Es genügt, so zu leben, wie wir leben. Unsere eingespielten Gewohnheiten, Feste zu feiern, Gäste zu bewirten, und eine abschlaffende Art, Verantwortung für mit uns lebende Kinder und Jugendliche zu tragen, all dies ließ diese so geflissentlich übersehene Massenkatastrophe sich entwickeln.

Ob es gefällt oder nicht:

Wir sind ein Volk von Trinkern!

Dieses Buch spielt nicht mit Theorien. Es berichtet über Schicksale, die sich jederzeit neben Ihnen abspielen könnten.

Voraussetzung Nummer eins, dieses Buch verstehen zu können, ist der gute Wille, es verstehen zu wollen!

Informationen helfen besser zu begreifen und sind verständnisfördernd. Der Umgang mit anderen Menschen zwingt uns zur Beschäftigung mit ihnen. Wer es ablehnt, sich mit einem der Hauptprobleme seiner Mitmenschen zu beschäftigen, trotz aller Konfrontation, der lehnt es ab, mit der Umwelt auskommen zu wollen. Gleichgültigkeit rächt sich, und die Reflexion im Negativen träfe ihn permanent. Denn er ist Teil einer sozialen Gemeinschaft und deshalb Mitträger aller Höhen und Tiefen derselben.

Dem Leser wird Aufmerksamkeit abverlangt. Allerdings könnte als Ergebnis des Interesses die Erkenntnis stehen, selber abhängigkeitsgefährdet zu sein. Ein Test gibt darüber Auskunft, ob man sich diesem Personenkreis zuordnen muß.

Doch nicht Frustration sollte das Resultat einer Bestätigung durch den Test sein, sondern ein Aufbäumen. Vielleicht wird erstmalig die Motivation spürbar, einer drohenden Abhängigkeit rechtzeitig zu entkommen. Die Möglichkeit hierfür besteht grundsätzlich immer! Grundlegend wichtig ist die persönliche Leistung.

Wohlgemerkt: es führt der mißbräuchliche Alkoholkonsum in die Alkoholabhängigkeit. Nicht das alkoholische Getränk als Genußmittel – das eine Glas Bier oder Wein – ist gefährlich, sondern das unmäßige Trinken mit Überschreitung der Verträglichkeitsgrenze.

Dem Alkoholkranken allerdings bleibt nur die Selbstverpflichtung, ohne jedes Zugeständnis abstinent zu leben.

Wohin die weitverbreitete Selbstüberschätzung in puncto Verträglichkeit und Kontrollvermögen führen kann, versuchen Fallbeispiele in diesem Buch zu schildern. Solchen Fällen von Alkoholmißbrauch und seinen Folgen begegnet man – so erschreckend diese Tatsache auch sein mag – täglich und überall. Oft in der eigenen Familie. Immer sind Mitmenschen betroffen. Angehörige durchleben mit dem Abhängigen alle Höhen und Tiefen. Diese drücken sich in altbekannten Versprechungen, leisen Hoffnungen, befürchteten Rückfällen, verhaßten Nachlässigkeiten aus und gipfeln in persönlichen, familiären und beruflichen Abstürzen.

Menschen, die aus ihrer Zuneigung und Liebe zum Alkoholkranken nicht herausfinden wollen oder können, versuchen zu helfen. Dabei klammern sie und werden letztendlich in den Abgrund mitgerissen. Ihnen ist dieses Buch besonders gewidmet. Ihnen soll es Hilfe und Beistand sein, indem sie zu einer objektiven Einschätzung der Situation aufgefordert sind.

Die vielseitige Abtastung des Problems Alkoholabhängigkeit bietet dem Alkoholkranken etliche Chancen. Jede Information ist als Aufmunterung gedacht, den längst fälligen Gang zum Arzt oder zu qualifizierten Einrichtungen anzutreten, um die Stärke aufzubringen, seine Alkoholabhängigkeit zu offenbaren. Dieser Gang könnte lebenswichtig sein. Als Alternative steht das gewollte Schicksal, als schwerkranker Mensch sein Ende zu finden, und dies mit Sicherheit frühzeitiger, als es sein müßte. Früher oder später wird jeder uneinsichtige Alkoholiker elend zugrunde gehen. Keiner von ihnen sollte sich auch nur eine Sekunde länger der Illusion hingeben, ausgerechnet er könne die ständigen Rauschzustände schadenfrei überstehen.

Es gibt sie, diese selbstherrlichen Typen, die stets ihr Glas erhoben halten und tönen, wie ungeheuer trinkfest sie doch seien. Als Laie sieht man ihnen ihr Betrunkensein nicht an. Sie schwanken nicht, lallen kaum und behaupten, «leicht angeheitert» besonders sicher Auto fahren zu können. Auch dieser Typus wird noch genauer beschrieben. Für ihn kann es schmerzhaft sein, wenn er sich entlarvt glaubt.

Mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung könnte für Betroffene eine Aufmerksamkeit wachsen, die die angeschnittenen Therapiemöglichkeiten zu Empfehlungen werden lassen. Immer sollte man erkennen, daß keine einzige Zeile für «andere» geschrieben ist, sondern nur für mich als interessierter, betroffener oder mitbetroffener Leser! Wie sehr auch gelegentlich Kritik durchklingt: Jede Beschreibung möchte aufrütteln.

Alkohol ist eine ernstzunehmende Einstiegsdroge. Viele Abhängige stiegen von Alkohol auf «harte» Drogen um. Denn mit Abhängigkeit vom Alkohol sind bereits Hemmschwellen abgebaut. Ähnlich wie der Alkoholkonsum sukzessive gesteigert wird, so erwarten Süchtige eine Steigerung in der Wirkung der Rauschmittel. Gegen das Alkoholproblem anzutreten, beinhaltet demnach gleichzeitig eine wichtige Basisarbeit gegen das Problem «harter Drogen»!

Obwohl dieses Taschenbuch von ihm, dem Alkoholkranken spricht, sind selbstverständlich grundsätzlich ebenso die abhängigen Frauen und als separate Problemgruppen abhängige Kinder und Jugendliche gemeint. Immerhin sind 29 % der alkoholkranken Menschen in der Bundesrepublik Frauen!

Im Trinkstandard haben wir gegenwärtig das Niveau von 1973 erreicht. Die jahrelange Verharmlosung des Alkoholkonsums scheint zögernd einem veränderten Bewußtsein zu weichen. Bund und Länder bemühen sich zunehmend um Aufklärungsprogramme. Der Rauschmittelmißbrauch wird ernster genommen. Doch bevor nicht das Bewußtsein jedes einzelnen von der Gefahr durchdrungen ist, wird die Lawine weiterrollen können. Sie erhält durch natürliche Projektions- und Orientierungsprozesse neue Nahrung. Kinder und Jugendliche sind solchen Abläufen besonders ausgesetzt. Sie stellen die eigentliche Problemgruppe dar. Unsere Gesellschaft hat es bisher nur zaghaft oder überhaupt nicht verstanden, sie vor dem Alkohol zu schützen. Genau diese gedankenlose Passivität der «Vorbilder» wird verurteilt und nicht die Krankheit als solche!

Scheinbare Trinkmotive gibt es wie Sand am Meer. Jeder Alkoholiker hat «seine» Trinkmotive. Motive, die Gründe sein sollen; Gründe, die immer Ausreden sind. Bevorzugt psychische Abläufe werden in Alkohol eingebettet. Es ist immer ein Auffangen von Sorgen, die in ein(ige) Gläschen Wein gegossen werden. Das klingt sympathisch. Kummer wird ertränkt, Einsamkeitsgefühle durchtrunken, die Zweisamkeit begossen. Feste werden feucht-fröhlich gefeiert, Probleme ertränkt, und so ein «Freudenspender» scheint sogar Sexualstörungen überwinden zu können. Um – zugegebenermaßen oftmals unbewußt – dem Alkohol die Hand reichen zu dürfen, wird sogar das Gesundheitsbewußtsein bemüht. Kräuterlikörchen für den Magen, Wässerchen für die Verdauung, Tränklein für die Energie und Melissengeist für das Wohlbefinden. Wie oft wird dadurch ein Abhängigkeitsgebaren kaschiert?!

Immerhin ist der Aufklärungseffekt inzwischen soweit gediehen, daß nicht nur dem Fachmann die meisten psychischen und physischen Schäden bzw. Reduktionen als Folgen des Alkoholmißbrauchs bekannt sind. Daß die Gesundheit dabei enorm leidet, ist unbestritten. Doch das beste Argument kann für den Alkoholiker gerade soviel wert sein, daß es unwirsch vom Tisch gewischt wird. Täglich zu Alkohol zu kommen, darin sieht er seine erste (Selbst-)Verpflichtung.

Kennen Sie die typischen Erklärungen, Entschuldigungen, Ausreden und versteckten Hinweise, die für eine Alkoholabhängigkeit sprechen? Kennen Sie die makabre Karriere, die ein Alkoholiker meist bis zum totalen Zusammenbruch zu durchlaufen bereit ist? Die nachfolgenden Kapitel klären darüber auf.

Dennoch gibt es keinen aussichtslosen Fall! Rechtzeitig angesetzt, ist erfolgreiche und vor allem beständige Hilfe möglich.

Die Alkoholkrankheit ist nicht nur eine von der mitbetroffenen Familie aufzufangende Krankheit, sondern ebenso eine starke soziale Belastung!

Die Ausfälle an volkswirtschaftlicher Produktivität sind bedeutsam. Sie rechtfertigen die vom Laien als überraschend hoch empfundenen Behandlungskosten.

Wie andere Suchterkrankungen auch, durchzieht der Alkoholismus alle sozialen Schichten. Die Gründe hierfür sind in den zunehmenden Anforderungen und Belastungen einer leistungs- und konsumorientierten Gesellschaft zu finden. Der einzelne Mensch leidet unter dieser Bürde. Ungeachtet seiner Religion, seines Geschlechts, Alters, Familienstandes und Berufes. Das soziale Umfeld ist ebenso mitverantwortlich wie die individuelle Anfälligkeit und Belastungsfähigkeit. Statt aufbauende Kompensationsmöglichkeiten zu beanspruchen, bietet der Alkohol «grinsend» (Schein-)Lösungen an. Das Netz des «Problemlösers» Alkohol ist ausgelegt, und oft muß nur ein Schritt – der entscheidende – getan werden.

Jeder zehnte Alkoholabhängige ist ein Kind oder Jugendlicher! Bevor das Leben dieser jungen Menschen richtig begonnen hat, kann es durch ständigen Alkoholmißbrauch vorzeitig und immer zu früh zerstört werden. Eine rechtzeitige und unmißverständliche Aufklärung ist ein Muß. Das gruppenorientierte Verhalten dieses jungen Personenkreises bietet Chancen. Gelingt es, den formellen (oder informellen) Führer einer Gruppe contra Alkohol einzustellen, färbt dessen positives Verhalten auf den Kreis ab. Eine gezielte Arbeit unter psychologischen Gesichtspunkten mit Jugendlichen ist deshalb unbedingt notwendig.

Ein Alkoholkranker, der sich entschließt, aus dem Teufelskreis auszubrechen, ist alles andere als verachtenswert. Dieser Mensch verdient Achtung und Respekt! Häme hilft ihm nicht, sondern das aufrichtende Wort und die stützende Hand, wenn er wieder zu straucheln droht.

Friedrich von Bodelschwingh dazu:

«Wenn Du einem geretteten Trinker begegnest, dann begegnest Du einem Helden.

Es lauert in ihm schlafend der Todfeind. Er bleibt behaftet mit seiner Schwäche und setzt seinen Weg fort durch eine Welt der Trinksitten in einer Umgebung, die ihn nicht versteht, in einer Gesellschaft, die sich berechtigt hält, in jämmerlicher Unwissenheit auf ihn herabzuschauen, als auf einen Menschen zweiter Klasse, weil er es wagt, gegen den Alkoholstrom zu schwimmen.

Du sollst wissen: Er ist ein Mensch erster Klasse.»

Jede positive Wandlung des Verhaltens von uns allen ist ein Silberstreif, und diese Wandlung scheint langsam zu beginnen. Der individuelle Gesinnungswandel muß nach außen dringen, erkennbar und deshalb glaubhaft sein. Nicht nur zwingende und eher erzieherische Maßnahmen sollten zu Grundmotivationen werden, die dem Alkohol Paroli bieten. Nicht nur weil Alkohol Geld kostet, teuer ist, sollte er nicht getrunken werden. Nicht weil Polizeikontrollen den Alkoholsünder hinter dem Steuer entlarven könnten, sollte man nüchtern bleiben. Derartige Einflüsse können das Alkoholproblem nicht entscheidend eindämmen. Die persönlichen Einsichten eines jeden von uns sind es, die den Silberstreif breiter werden lassen.

Zur Förderung dieser Erkenntnis, als Abschätzungshilfe und als Aufforderung zur Missionierung anderer wurde dieses Buch geschrieben.

Alkohol

Wir können davon ausgehen, daß seit Bestehen der Menschheit das Verlangen nach Rauschmitteln besteht. Die Verherrlichung des Alkohols in jeglicher Form hat somit Geschichte. Denken wir an die Babylonier oder Römer, für die der Wein ein unentbehrlicher Bestandteil sogar kultischer Vorgänge war. Der Rausch vermochte das Gefühl zu vermitteln, den Göttern in ihrer Unwirklichkeit näher zu sein. Das Empfinden, glücklich und frei zu sein, Hemmungen abgelegt und Sorgen an die Götter abgegeben zu haben, verlieh dem «Göttertrunk» mit Alkohol ein mystisches Prädikat.

Jahrelange Beobachtungen führten zu der überraschenden Feststellung, daß das Thema Alkoholismus im Eifer der verbissenen Bekämpfung von Haschisch, Marihuana (Cannabis), Halluzinogenen, Opium, Opiaten oder Heroin und Kokain schlichtweg nicht wahrgenommen wurde. Woher diese Gleichgültigkeit? Weil Millionen Menschen unseres Volkes durch persönliche Schuldgefühle in bezug auf den Alkohol die Objektivität verloren haben.

1979 gaben die Bundesbürger annähernd 40 Milliarden DM (!) für Alkohol aus.

Pro-Kopf-Verbrauch: durchschnittlich

300 Flaschen (0,51) Bier

13 Flaschen (0,71) Branntwein

35 Flaschen (0,71) Sekt oder Wein.

Über diese Zahlen kann sich eigentlich nur «der Staat» freuen. Er zog aus diesem Jahresverbrauch fast 6 Milliarden DM Alkoholsteuer als «Einnahme» heraus.

Von abhängigen Alkoholkonsumenten abgesehen, sind nochmals 1,5 Millionen Bundesbürger unmittelbar gefährdet, alkoholabhängig zu werden.

Wer schon genießt den Alkohol wirklich? Vorsicht: Gefahr für Leib und Leben! Gerade der Ignorant, der Selbstbelüger und Verharmloser eigener Schwächen findet sich schneller, als er zu glauben gewagt hat, in den Reihen von rund 1,8 Millionen Alkoholkranken bei uns. Stellen Sie sich vor, ganz München mit näherer Umgebung würde nur von Abhängigen bewohnt werden. Von Menschen, die immer wieder bis zum totalen Kontrollverlust trinken. Sie leben aber mitten unter uns, schön verteilt und oft nicht erkennbar! Solche Mitbürger sind nicht nur Fußgänger. Sie begegnen Ihnen als narkotisierte Autofahrer. Sie vertrauen im Straßenverkehr auf funktionierende Ordnungssysteme, und Sie rechnen mit der Disziplin und dem Gewohnheitsverhalten des anderen.

Und dieser andere ist einer von rund 1,8 Millionen Abhängigen und fährt Ihnen mit Sprit im Auto und im Blut entgegen. Verkehrsunfall mit Todesfolge! Jeder zweite Verkehrsunfall wird unter Alkoholeinwirkung verursacht.

Freilich muß nicht jeder Alkoholiker zum potentiellen Mörder werden. Eher schon zum Selbstmörder. Nicht jeder, der seinen Alkoholspiegel aufgefrischt hat, schwankt gröhlend durch die Straßen oder macht Rabatz. Es gibt auch die stillen und leidenden Trinker. Sie verkriechen sich und machen «es» mit sich aus. Es sind etliche darunter, deren Wissen um die eigene Abhängigkeit jeden weiteren Schluck zur Qual werden läßt. Das permanent schlechte Gewissen läßt sich nicht herunterspülen, und je höher der Promillepegel steigt, desto stärker fällt das Selbstwertgefühl ab. Tag für Tag eine Hölle für sich und ständig der Selbstzerstörung entgegen!

Jenes schlechte Gewissen führt in eine verharschte Abwehrhaltung anderen gegenüber. Jede Verdächtigung wird weit von sich gewiesen. Dafür versucht man von sich abzulenken nach dem Motto: «Nicht ich bin der Sünder, sondern die anderen, anderen, anderen …»

In vielen Gesprächen mit Alkoholikern und Gefährdeten wird auf die besondere und übergeordnete Gefährlichkeit von harten Drogen hingewiesen. Heroin und andere Drogen wären größere Problemherde, schlimmer und aufmerksamkeitsfordernder als Alkohol. Solche Aussagen erinnern an die Geschichte eines extrem vergnügungssüchtigen jungen Mannes, der tagelang überlegte, was lohnender sei, um ein intensives Fallgefühl erleben zu können: vom 11. Stock eines Hochhauses oder vom Funkturm zu springen?! Wir sollten uns daran gewöhnen, hinter dem Begriff «Droge» auch die Flaschen und Gläser voller Alkohol zu sehen. Denn zwischen ihnen werden unzählige Menschen auf der ganzen Welt zerrieben. Eine Droge ist dann am Werk, wenn eine Substanz in die natürlichen Körperfunktionen eingreift und Einfluß nimmt auf Körper und Psyche!

Dem Genußtrinker soll sein Gläschen Wein oder Bier nicht madig gemacht werden. Doch ist der Grat vom Genuß zur Abhängigkeit und somit Zerstörung sehr schmal. Millionen Menschen mißachteten die Grenze. Kleinste Zugeständnisse werden vom Abhängigen mit offenen Armen angenommen. Er wartet direkt auf die Aussage von Ärzten, «ein Gläschen Wein» würde nicht schaden, sondern im Gegenteil gesund sein. Nach dieser mißverstandenen «Aufklärung» dem falschen Zuhörer gegenüber rangieren Einsicht und Vernunft weit nach dieser erfreulichen Information. Es ist wie mit jedem Heilmittel: Richtig dosiert und unter qualifizierter Aufsicht kann Schaden und Leid verhindert werden. Richtig dosiert, wohlgemerkt!

Die Vernichtungskraft des Giftes Alkohol wird im Kapitel «Gesundheitliche Folgen» deutlich aufgezeigt. Unmißverständlich und ohne jede Beschönigung kann der Betroffene nachlesen, in welchem Zustand sein Körper sich befindet oder befinden wird, wenn er seine Maßlosigkeit nicht zügeln lernt. Wir müssen begreifen, daß der Körper zwar geduldig ist, aber nicht mit sich auf Dauer spielen läßt. Das gesündeste Organ wird letztendlich vor ständigem Raubbau kapitulieren müssen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes todsichere Behauptung!

Alkohol ist nicht – wie gerne verkündet – heimlich zur Droge avanciert. Alkohol wird tagtäglich in unzähligen privaten und gewerblichen Räumen zur Droge hochgefeiert! Und dieser Vorgang spielt sich nicht heimlich und leise ab. Das hat man bei uns nicht nötig. Jeder darf sich und anderen schaden wie und wo er möchte.

In gut einem viertel Jahrhundert stieg der Alkoholkonsum dermaßen deutlich (fast um 300 %!), daß eine solche Steigerungsrate in wohl jedem anderen Konsumbereich größte Aufmerksamkeit – ja Aufregung hervorgerufen hätte.

Die üblichen Gründe, dem Alkohol zu frönen, können leicht ad absurdum geführt werden. So irrt beispielsweise der Ausspruch, «das wärmste Jäckchen ist ein Kognakchen». Alkohol bewirkt zwar eine Erweiterung der Gefäße, was durchaus als Wärmegefühl erlebt werden kann. In Wirklichkeit aber hindert er durch seine direkte Verbrennung andere Nahrungsmittel daran, Wärmeenergie zu produzieren. Ein Gramm Alkohol enthält 29 Joule (7 Kalorien). Ein hoher Wert, der keinen rechten Nutzen bringt. Nicht nur Stoffwechselstörungen werden durch Alkohol provoziert, sondern auch als anhaltender Energiespender ist er schlichtweg unbrauchbar. Und wenn er ein euphorisches Hochgefühl zu vermitteln vermag, so hat dies wenig mit einem effektiven Leistungsschub zu tun. Ermüdungserscheinungen werden ebenfalls nur kurzzeitig überwunden. Widersprechen wir also der Mär, Alkohol wäre von besonderer Brauchbarkeit für die Gesundheit. Der Körper stimmt eben seine Reaktionen nicht auf Einbildungen und Wunschdenken ab. Die appetitanregende Wirkung geeigneter alkoholischer Getränke sollte nicht unterschlagen werden. Besser mäßig als regelmäßig. Doch der Appetitanreger kann den Appetit auf sich selbst erhöhen. Darin liegt die Gefahr!

Die Bewegungen des Alkoholisierten wirken schlaff und ohne Spannkraft, sein Reaktionsvermögen leidet. Ähnliches geschieht mit seinem Denkvermögen, Verzögerungen treten ein. Sprechstörungen kennt man beim Betrunkenen – er lallt und hat Mühe, Gedanken zu verbalisieren. Seine Beobachtungsgabe ersäuft in undurchsichtigen Nebeln, und der Blick beschränkt sich auf das volle Glas oder die Flasche. Alle anderen Interessen sind erledigt! Der aktive Alkoholiker steuert dem Stadium völliger Hilflosigkeit entgegen. Die körperliche Selbstkontrolle entgleitet seinem Einfluß, und die Reflexe lassen enorm nach. Obwohl den betrunkenen Alkoholiker der Drang, sich zu erbrechen, quält, trinkt er weiter. Die Atmung wird unausgeglichen, die Herzrhythmik beginnt sich zu verändern. Jeder Rauschzustand vernichtet irreparabel Gehirnzellen. Mit ungefähr vier bis fünf Promille ist das lebensgefährliche Stadium erreicht. Lähmungen treten ein. Der Tod bildet den Abschluß.

«Dosis facit venenum – die Menge macht das Gift.» Dieser Spruch von Paracelsus (16. Jahrhundert) gilt!

Geschmackliche Umwege, wie z.B. «alkoholfreies» Bier, können für den Alkoholkranken gleichsam Gift sein. Es bietet genauso den Wiedereinstieg und somit Rückfall nach alkoholfreien Zeiten an wie jedes andere alkoholische Getränk. Oder vermittelt die Werbung etwa einem Alkoholkranken die 0,5 bis 1,43 % Alkoholanteil, die ein sogenanntes alkoholfreies Bier enthält! Birell, Malzbier und/oder Diätbier gehört in diese Klasse.

Jeder Genießer – nennen wir ihn Normalkonsument – sollte es zu einem wichtigen Punkt seiner Selbsterkenntnis werden lassen, sich zu fragen, ob er tatsächlich und kompromißlos ohne Alkohol auskommen könnte. Nicht ab irgendeinem selbstgewählten Zeitpunkt, sondern wenn es sein müßte ab sofort! Jedes Zögern, jeder Zweifel sollte ihn aufmerksam werden lassen.

Der Übergang vom Genuß zur Abhängigkeit ist fließend. Selten achtet der, der ihn erlebt, auf alarmierende Warnsignale. Je früher das Abhängigkeitsstadium, um so leichter ist ein Stopp zu erreichen. Ein schleichender Abhängigkeitsverlauf lockt die Menschen in die Fehleinschätzung. Erfahrungsgemäß beträgt der Zeitraum zwischen Alkoholmißbrauch und totaler körperlicher und/oder seelischer Abhängigkeit vom Alkohol elf, längstens fünfzehn Jahre. Daß sich im Einzelfall diese Zeiten nach oben oder unten verschieben können, bedarf keiner sonderlichen Erwähnung. Über die Endstufe «Delirium» wird noch zu berichten sein. Ein Alkoholiker muß als solcher während dieser Entwicklungszeit durchaus nicht zu erkennen sein. Die Merkmale nachlassender Selbstdisziplin bis hin zur erkennbaren Verwahrlosung drücken jedoch früher oder später jedem Alkoholiker, der weitertrinkt, einen Stempel auf. Visuell erkennen erfahrene Mediziner und andere Fachleute schon am Aussehen den Alkoholiker.

Der Alkoholgehalt im Blut bestimmt Funktion und Verhalten des betreffenden Menschen. Zur Abrundung dieses Kapitels werden noch die promilleabhängigen Symptome aufgezeigt.

0,3 – 0,5‰:

Das Blickfeld (Gesichtsfeld) beginnt sich einzuschränken.Empfindungen von Zufriedenheit oder konträrer Niedergeschlagenheit.

0,5 – 0,7‰:

Psychische Entkrampfung (Enthemmungseffekt).

0,8 – 1,2‰:

Größere Risikobereitschaft (bis hin zum Angstverlust).Großartigkeitsgefühl (vermindertes [Selbst-]Kritikvermögen).Euphorische Stimmung (Sorglosphase).

1,2 – 1,5‰:

Störung des Gleichgewichtssinns; Disharmonie des muskulären Zusammenspiels;Protrahierte (verzögerte) nervliche Reaktionen

Die bis 1,5‰ aufgeführten Erscheinungen bewegen sich in der Phase der Angetrunkenheit.

Als mittelschwerer Rausch gilt der Zustand bei etwa l,6–2,4‰ Alkoholgehalt im Blut. In dieser Phase sind größere Störungen bis zu totalen Ausfällen der körperlich-seelischen Funktionen erlebbar.

Der schwere Rausch (Vollrausch) beginnt ab etwa 2,5‰ und führt zu lebensbedrohlichen Vergiftungen mit Ausfallerscheinungen sämtlicher Funktionen und Reaktionen: Sinnes-/Orientierungsstörungen, narkotischer Schlaf, Atemstillstand.

Weitere möglichen Folgen sind an späterer Stelle aufgeführt.

Umwelt und Reaktion

Die Wirklichkeit in ihrer Rauheit ist nicht jedermanns Sache. Manche versuchen, vom harten Boden der Realität abzuheben, um in andere Sphären zu entfliehen. Um den bedrückenden Umständen zu entkommen, gibt es für einige nur den Schritt, sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Scheinbar zersetzt dieser Zustand jedes Problem und versetzt darüber hinaus in eine euphorische Stimmung.

Die Möglichkeiten, sich zu berauschen, sind vielfältig. Rauschende Feste fangen alle Gefühle ein und verarbeiten sie zu einer allgemeinen Heiterkeit. Selbst ansonsten zurückgezogene Menschen erliegen dieser Faszination und offenbaren ihre Gefühlsreserven.

Wir kennen den Rausch von Musik. Töne tragen uns in eine andere Welt und begleiten uns in eine Berauschtheit, die nur der kennenlernt, der sich der Musik hinzugeben vermag. Wir werden nicht satt, das Erlebnis in uns nachklingen zu lassen, und können es kaum erwarten, die nächste musikalische Verzückung zu erleben. Wie berauscht werden wir dann wieder sein. Jegliche Welten stehen uns offen, wenn wir den Eingang zu ihnen über Bücher suchen. Wir fühlen uns in Geschichten und Berichte ein, fühlen uns wie gefangen und erleben einen Leserausch. Immer tiefer nehmen wir die Zeilen in uns auf, und sie lassen uns glauben, in die beschriebenen Handlungen verstrickt zu sein. Unser Verstand illustriert das Gelesene, und unsere Gefühle geben den Bildern Leben ein. Wir brauchen dann einige Zeit, um uns in der realen Welt wieder zurechtzufinden. Wie berauscht waren wir.

Wer nicht den Rausch der Liebe kennt, vermißt das Leben. Von Zuneigung überströmt zu werden, vom Willen, die Zeit einfach für sich festzuhalten – es ist wie ein Rausch, der uns einen wahren Freudentaumel erleben läßt. Aus ihm herauszufinden, macht uns Mühe, und wir sind süchtig nach dem nächsten Mal. Grenzenlose Begeisterung kann wie ein starker Rauschzustand sein. Der Jubel füllt uns aus, sprengt fast unser Herz. Wir sind nicht nur heiter, sondern könnten schreien vor Glück! Wahre Begeisterung ist wie ein Feuer. Man «brennt» und steckt seine Mitmenschen an. Alles drängt danach, den eigenen Taumel auf andere zu übertragen. Wir wollen auch sie berauscht sehen. Begeisterung ist ansteckend. Glaube an etwas und Überzeugung zu etwas vereint die unterschiedlichsten Menschen. Ein gemeinsames Motto wird obenangestellt. Das Streben nach gemeinsamen Zielen, feste Grundsätze und gleiche Vorstellungen vermögen Massen zu bewegen.

Sich berauschen lassen, berauscht sein: der Mensch sucht dieses Erlebnis.

Sehen wir genau hin! Ist nicht der Alkohol zum festen Baustein der meisten Berauschungsbemühungen geworden? Können Sie sich ein wirklich gelungenes Fest ohne Alkohol vorstellen? Der abstinente Alkoholkranke muß seine Feste ohne Alkohol feiern. Damit lebt er – und besser denn je zuvor!

Wie gerne stoßen wir mit geliebten Menschen, mit Freunden und Bekannten auf eine gute Zukunft an. Wir prosten dem Fremden zu und beweisen ein Getränk zum Beweis unserer Aufgeschlossenheit. Weil wir nicht reden wollen?

Das Glas zu heben ist ein eingefahrenes Ritual und demonstriert Freundschaft. Ist denn gegen diese Art der Besiegelung etwas einzuwenden?

Nun, wie wäre es mit einer Party, der der Alkohol entzogen werden würde? Wahrscheinlich würden sich die meisten langweilen und die Feier als trist empfinden. Bestimmte Stunden und Situationen werden ohne Alkohol als unerträglich empfunden!

Sind Sie bereits einmal mit der Gastgeberfrage: «Darf ich Ihnen Mineralwasser, Fruchtsaft oder Milch anbieten?» konfrontiert worden?

Unüberlegtheit und Unvernunft stellen die Grundmotive für übertriebenes alkoholfreundliches Verhalten dar. Unsere Gesellschaft greift sich die Einzelperson und zwingt sie, ihre Trinksitten anzunehmen. Jede Zustimmung ist ein Schritt zur Gewöhnung. Wer trinkt schon gern alleine? Also wird die Gewohnheit parat gehalten und anderen aufgedrängt. Wer ausbricht aus diesem Verhalten, durchbricht gleichzeitig die Vorrechte eingefahrener Rituale, Sitten und Bräuche. Wehe ihm!

Alkoholika werden verherrlicht, weiterempfohlen und manchmal sogar regelrecht verschrieben. Trinkmotive finden sich genug. Werbespots legen den Konsumenten unbeirrt neue Anregungen in den Mund. Dabei konnten sich manche Trinksprüche schon in die Umgangssprache einnisten, so selbstverständlich sind sie geworden.

An Zahltagen und Wochenenden scheint es in der Bundesrepublik nur wenige Orte zu geben, die von schwankenden Betrunkenen verschont bleiben. Verachtet wird nur derjenige, der sich derart schwach unter Kontrolle hat, daß er die gesamte Straßenbreite benötigt, um voranzukommen. Spätestens dieser Punkt verdeutlicht eine Abart des schizophrenen Denkens. Dem offensichtlich Betrunkenen begegnet man voller Hohn oder – was auch ein reaktives übliches Verhalten darstellt – man übersieht ihn als ein vertrautes Erscheinungsbild. Sich selbst allerdings möchte man nicht auf dieser Stufe sehen. Man steht darüber und ist stolz darauf, gegen Alkohol besser geeicht zu sein und die Selbstkontrolle bewahren zu können. Dieser Typ wird keine Kritik ernten. Seine mit einem Kater beginnenden Tage werden nicht kleinlich registriert. Man darf doch mal einen über den Durst trinken! – oder? Dieses kleine Vergnügen sollte einem gegönnt werden …

Erfolg ist wichtig. Denn Erfolg bedeutet Wohlstand und ermöglicht, die eigene Hausbar besser auszustatten. Zu Hause trinkt es sich kultivierter – oder sollten wir nicht sagen: unauffälliger?