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Nur eine Woche vor der Hochzeit muss die hübsche Angermaier-Moni fassungslos erkennen, dass ihr Glück mit Benjamin auf einer einzigen großen Lüge aufgebaut ist. Um ihren untreuen Verlobten zu vergessen und über die schlimme Demütigung hinwegzukommen, zieht sie zu ihrer Großmutter auf den Berghof. Schließlich kennt die alte "Kräuter-Vroni" gegen fast jede Krankheit ein Mittel - und Monis Herz ist ganz krank vor Liebe ...
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Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2016
Cover
Impressum
Ein Kräuterl gegen die Liebe
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln
Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Michael Wolf / Bastei Verlag
Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-2894-3
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Ein Kräuterl gegen die Liebe
Bezaubernder Roman um den Herzensschmerz der schönen Moni
Von Sissi Merz
Nur eine Woche vor der Hochzeit muss die hübsche Angermaier-Moni fassungslos erkennen, dass ihr Glück mit Benjamin auf einer einzigen großen Lüge aufgebaut ist. Um ihren untreuen Verlobten zu vergessen und über die schlimme Demütigung hinwegzukommen, zieht sie zu ihrer Großmutter auf den Berghof. Schließlich kennt die alte »Kräuter-Vroni« gegen fast jede Krankheit ein Mittel – und Monis Herz ist ganz krank vor Liebe …
Mit hellem Strahlen ging die Sonne an diesem Maimorgen über dem Schliersee in Oberbayern auf. Ihr goldenes Licht zauberte unzählige schimmernde Punkte auf das klare Wasser des Sees, die sich zugleich im unendlich weiten Frühlingshimmel spiegelten.
Weit im Norden grüßten die majestätischen Gipfel des hinteren Sonnwendjochs, das an die zweitausend Meter hoch war. Der Brecherspitz war der Hausberg von Fischhausen am See.
Die kleine Gemeinde erstreckte sich vom Ufer des Schliersees bis hinüber nach Neuhaus. Die Menschen hier lebten noch traditionell von der Landwirtschaft, es gab sehr schöne und gepflegte Höfe mit einer langen Tradition. Aber auch dem Fremdenverkehr wurde schon lange Rechnung getragen. Einige Hotels und Fremdenpensionen luden die Menschen von nah und fern dazu ein, die herrliche Landschaft am See zu genießen.
Eines der schönsten Anwesen in Fischhausen war gewiss der Sonnenhof. Seit fünf Generationen im Besitz der Familie Angermaier, fand der Erbhof sich etwas außerhalb des Dorfes auf einer kleinen Anhöhe. Eine Privatstraße, gesäumt von schlanken Erlen, führte zum Sonnenhof.
Hier hatte man einen wunderbaren Blick in die Landschaft. Zwischen den himmelhohen Berggipfeln im Norden und dem See im Süden schaute man auf Suttenstein, Rotkopf und Schinder im Osten, hinter denen die Nachbardörfer Tanneck und Oberleiten zu finden waren. Und in westlicher Richtung schloss sich der kleine Weiler Oberbach an, zu Füßen von Nagelspitz und Jägerkamp. Die beiden letztgenannten Berge waren bewaldet, während sich am Südhang des Brecherspitz mehrere Berghöfe befanden, die zur Gemarkung von Oberleiten gehörten.
Der Sonnenhof war im landestypischen Stil erbaut. Das große Haupthaus bestach mit einem breiten, schindelgedeckten Dach, das sich nahtlos an die Holzvertäfelung des Obergeschosses anschmiegte. An der Brüstung des kunstvoll beschnitzten Holzbalkons blühten bereits die Geranien. Die restliche Fassade war weiß gestrichen und mit Lüftlmalerei verziert.
Fenster, Läden und die massive Haustür bestanden aus dem Holz der heimischen Eiche. Freilich fehlte auch eine Nische neben der Haustür nicht, in der der heilige Florian über das Wohl und Wehe der Bewohner wachte.
Zu beiden Seiten wurde das Haupthaus von den weitläufigen Stallungen, der Remise, dem Heustadel und dem Gesindehaus eingerahmt. Gut fünfzig Stück Vieh hatte Georg Angermaier im Stall stehen.
Seine Milchwirtschaft beruhte auf dem Prinzip der Qualität. Und da er die Tiere den Sommer über auf seine Alm trieb, konnte er die Milch zu einem angemessenen Preis verkaufen.
Daneben gab es auf dem Erbhof Schweine, Gänse, Hühner und allerlei Kleinvieh, das besonders der Hoftochter Moni am Herzen lag. Die Angermaiers betrieben aber auch Ackerbau und konnten so ihre Tiere selbst versorgen. Es war ein geschlossener Kreislauf, der Bauersleute und Gesinde auch in einer Zeit von Preisverfall und immer höheren Energiekosten ernährte.
Georg Angermaier stand heuer im dreiundfünfzigsten Lebensjahr. Mit seiner Frau Katharina hatte er vor zwei Jahren Silberne Hochzeit gefeiert, doch es traf durchaus zu, dass die Bauersleute noch immer ineinander verliebt waren.
Seinerzeit hatte der schneidige Bursch die schöne Förstertochter aus Liebe geheiratet. Und diese hatte sich in der Ehe vertieft, war gereift und hatte Früchte getragen.
Die Angermaiers, die kurz nach der Hochzeit den Hof von Georgs Onkel übernommen hatten, hatten zwei erwachsene Kinder. Tobias, den Jungbauern, der mittlerweile gleichberechtigt an der Seite des Vaters arbeitete und die Geschicke des Erbhofs lenkte, und Moni, seine zwei Jahre jüngere Schwester. Das bildhübsche Madel hatte die Hauswirtschaftsschule in Schliersee mit gutem Erfolg besucht und sich vor einem halben Jahr mit dem Hoteliersohn Benjamin Wendler verlobt. Bald sollte nun Hochzeit gefeiert werden.
Tobias hatte die Seine bereits heimgeführt. Die zauberhafte Stefanie Dengler, ein Madel aus dem Nachbarort Oberbach, hatte sein Herz erobert. Nun waren die beiden fast ein Jahr lang verheiratet, und Stefanie stand in der Hoffnung. Das junge Ehepaar freute sich bereits sehr auf das erste Kind.
An diesem sonnigen Maimorgen richtete Stefanie zusammen mit ihrer Schwiegermutter Katharina und ihrer Schwägerin Moni das Frühstück auf dem Sonnenhof.
Die Jungbäuerin war etwas behäbiger geworden. Ihre zunehmende Leibesfülle sorgte dafür, dass sie nicht mehr so flott und wendig war, wie man sie sonst kannte. Und das gefiel ihr ganz und gar nicht.
»Überleg es dir gut, bevor du dir das erste Butzerl anschaffst!«, riet sie Moni mit einem schmalen Lächeln, während sie versuchte, einige Teller von einem oberen Schrankbord zu holen. »Das Gefühl, dick wie ein Walfisch zu sein, ist wirklich net das Schönste, was man sich denken kann.«
Moni lachte. Sie war ein schlankes, gut gewachsenes Madel mit glänzendem, honigblondem Haar und klaren, tiefblauen Augen. Praktisch, wie sie veranlagt war, nahm sie Stefanie die Teller ab und versicherte ihr: »Das gibt sich wieder, wenn das Kleine auf der Welt ist. So wie ich dich kenne, hast du gewiss im Handumdrehen deine schlanke Figur zurück, net wahr, Mama?«
Die Altbäuerin nickte lächelnd. »Mir ist das damals net so schnell gelungen. Aber ich war auch ein rechtes Naschkatzerl. Vor allem, als ich mit dem Tobias in der Hoffnung war. Von morgens bis abends hat mir der Sinn nach Zuckerle gestanden. Du, Stefanie, bist da ja vernünftiger. Viele Frauen gehen während der Schwangerschaft so in die Breite, dass es ihnen später schwerfällt, wieder abzunehmen. Aber ein Naschkatzerl bist du net, oder?«
»Ich mag’s lieber herzhaft«, gab die Jungbäuerin zu. »Süßigkeiten hab ich schon als Kind net besonders gern gemocht.«
»Dann wirst du wohl heimlich Senfgurken mit Marillenkompott naschen«, scherzte Moni.
Ihre Schwägerin schüttelte sich. »Igitt, das klingt ja so richtig grauslig! Na, seltsame Gelüste hab ich noch net verspürt. Nur eines wünsch ich mir: dass mein Kreuz nimmer so wehtut. Manchmal könnt ich grad schreien.«
»Lang musst du deine ›lebende Last‹ ja nimmer schleppen«, merkte die Hoftochter an. »Wann ist’s eigentlich so weit?«
»Der Doktor hat Ende Juni ausgerechnet.« Stefanie seufzte. »Ich hoffe, es stimmt, und das Kleine lässt mich net warten.«
»So, ich deck jetzt den Tisch«, beschloss Moni, stemmte das schwer beladene Tablett und eilte hinüber ins Esszimmer, wo Bauersleute und Gesinde die Mahlzeiten am großen Tisch stets gemeinsam einnahmen, wie es von jeher Sitte war. Stefanie schickte dem Madel einen bekümmerten Blick hinterher.
»Keine Sorge, du wirst bald auch wieder so rank und schlank sein«, versicherte die Schwiegermutter ihr noch einmal. Sie wusste, dass die sportliche Stefanie, die während der Schulzeit lokale Meisterin im Skiabfahrtslauf gewesen war und sich sehr bewusst ernährte, viel auf ihre gute Figur gab.
»Ich hoffe, du hast recht, Mama«, seufzte sie. »Ich freu mich von Herzen auf unser erstes Butzerl. Aber ich werde auch sehr froh sein, wenn ich wieder so schlank und wendig bin wie die Moni. Nur dann fühl ich mich nämlich wirklich wohl …«
Wenig später saßen die Angermaiers dann beisammen am Frühstückstisch. Georgs Platz war am Kopf der Tafel, zu seiner Rechten saß Katharina. Ihr gegenüber Tobias, der Jungbauer, und seine Frau Stefanie. Moni hockte neben der Mutter. Die restlichen Plätze am Tisch wurden vom Gesinde beansprucht.
Während der Mahlzeiten herrschte hier stets eine entspannte und heitere Stimmung. Man lachte und unterhielt sich, ließ es sich schmecken und sprach über die anstehenden Arbeiten auf dem Hof. Georg hatte an diesem Morgen einiges mit Tobias zu bereden, das auch den Großknecht anging. Moni unterhielt sich mit ihrer Mutter über das anstehende Hochzeitsfest.
Ende des Monats wollte die schöne Hoftochter ihrem Liebsten nämlich das Jawort geben. Eigentlich war es Sitte, dass die Brauteltern die Hochzeit ausrichteten. Bei Stefanie war das anders gewesen, denn auf dem Sonnenhof gab es einfach mehr Platz als bei ihr daheim, deshalb hatte man sich entschlossen, hier zu feiern.
In Monis Fall gab es aber ganz bestimmte Gründe, das Fest im »Hotel Wendler« am See zu begehen.
Sepp Wendler, Monis zukünftiger Schwiegervater, war nämlich ein ausgebuffter Geschäftsmann, ein rechter Bazi, der aus allem ein Geschäft machte. Kürzlich hatte er einen neuen, verglasten Anbau an sein Hotel setzen lassen, der einen wunderbaren Blick über den See gestattete.
Nachdem Benjamin sich mit Moni verlobt hatte, war dem Hotelier die Idee gekommen, diesen Anbau »Hochzeitspavillon« zu nennen. Freilich musste nun darin geheiratet werden, um eine Tradition zu begründen, die man dann in klingende Münze umwandeln konnte. Und so hatte man sich geeinigt, das Hochzeitsfest im Hotel zu feiern statt auf dem Sonnenhof. Moni war das im Grunde einerlei, ihre Mutter aber war ein wenig enttäuscht gewesen.
Allerdings wäre der Wendler nicht der Wendler, hätte er diese kleine Unstimmigkeit nicht umgehend aus der Welt geschafft. So hatte er seine Frau Gudrun und Katharina Angermaier animiert, den schönsten Tag im Leben ihrer Kinder gemeinsam zu planen. Und dies taten die beiden nun bereits seit einer Weile mit wachsendem Eifer und großer Freude.
»Du musst den Benjamin unbedingt fragen, ob das Festmenü jetzt steht«, mahnte Katharina ihre Tochter gerade. »Die Gudrun hatte so eine ausgefallene Idee fürs Dessert. Ich weiß net, ob der Hotelkoch das hinbekommt.«
»Wir sehen uns heut Abend, dann red ich mit ihm darüber«, versprach das Madel. »Aber ich find, ihr solltet euch net zu viel Arbeit machen, Mama. Ein ganz normales Essen tät es auch. Der Ben und ich, wir mögen’s bodenständig.«
Katharina lächelte vielsagend. »Sag das deiner zukünftigen Schwiegermutter. Für sie kann’s nämlich net ausgefallen genug sein …«
***
Nach dem Frühstück räumte Moni den Tisch ab und half der Mutter dann dabei, das Mittagessen vorzubereiten. An diesem Tag sollte es einen deftigen Eintopf mit geräucherten Würsteln geben.
Als das Madel ein wenig Zeit hatte, rief es seine Großmutter im nahen Oberleiten an. Veronika Angermaier, Georgs Mutter, war in diesem Monat sechsundsiebzig Jahre alt geworden. Seit dem Tod ihres Mannes vor ein paar Jahren lebte sie allein mit dem Gesinde auf dem großen Berghof oberhalb des Dorfes.
Die »Kräuter-Vroni«, wie sie im Umkreis hieß, hatte einen tüchtigen Verwalter eingestellt, der den Berghof führte, damit sie sich ganz ihrer Leidenschaft, der Naturheilkunde, widmen konnte.
Schon als junges Madel war Veronika seinerzeit im Frühling und Sommer in die Berge gegangen, um Wildkräuter zu sammeln, die sie dann zu heilkräftigen Salben und Tinkturen verarbeitet hatte. Das Wissen hatte sie wiederum von ihrer Großmutter und diese von der ihren. Es gab also eine lange Tradition in der Familie Angermaier. Doch keine hatte es bislang zu einem so detaillierten Fachwissen gebracht wie Veronika.
Die Berghofbäuerin hatte lange mit dem hiesigen Landarzt auf Kriegsfuß gestanden, weil der stets behauptet hatte, sie würde ihm die Patienten stehlen und sei eine Gefahr für jeden Kranken. Freilich stimmte das nicht, denn Veronika wäre nie auf die Idee gekommen, dem Doktor ins Handwerk zu pfuschen. Sie hielt sich an die Beschwerden des Alltags, die mit den Mitteln der Natur besser zu kurieren waren als mit »chemischen Keulen«, wie sie das nannte.
Und sie hatte sich im Laufe ihres Lebens mit den Lehren der heiligen Hildegard von Bingen vertraut gemacht. Dass ihre Mittel halfen, zeigte schon der rege Zuspruch aus der Bevölkerung.
Und seit es in Oberleiten einen jungen Landarzt gab, war es für Veronika zudem leichter geworden. Denn Dr. Max Gruber war ihren Ideen gegenüber aufgeschlossen und griff nur zu gern auf ihr Wissen und ihre lange Erfahrung zurück.
Moni bewunderte ihre Großmutter. Sie war noch gut zu Fuß und so lebhaft und munter, dass sich manch Junger eine Scheibe von ihr hätte abschneiden können. Und sie wusste immer einen Rat, wenn es wo zwickte. Ob am Körper oder an der Seele …
»Grüß dich, Oma«, sagte das Madel nun in den Hörer. »Ich komm dich morgen besuchen, wenn’s recht ist.«
Veronika freute sich, die Stimme ihrer Enkelin zu hören.
»Freilich ist es recht«, versicherte sie. »Ich hab dich allerweil gern bei mir, Madel. Wie geht es denn bei euch? Sind alle gesund und munter?«
»Schon. Nur die Stefanie klagt über Rückenschmerzen.«
»Das denk ich mir. Das Butzerl wird ihr auf den Steiß drücken. So was kommt oft vor.« Veronika überlegte kurz. »Ich mische eine Salbe, die kannst du morgen mitnehmen. Am besten mit Beinwell. Der blüht gerade, da ist er am heilkräftigsten. Die Stefanie soll sie gut in die Haut einreiben, dann wird sie ihr gewiss rasch Linderung verschaffen.«
»Und es gefällt ihr auch net, dass sie so behäbig ist«, erzählte Moni weiter. »Du kennst sie ja. Vor der Schwangerschaft ist sie allerweil umeinand’ gehüpft wie ein junges Reh.«
Veronika lachte. »Dagegen gibt es leider kein Kräuterl. Das muss man einfach vorbeigehen lassen. Und wie geht es dir? Bist noch glücklich und zufrieden mit deinem Hallodri?«
»Der Ben ist kein Hallodri mehr«, erwiderte das Madel ernsthaft. »Die Zeiten sind vorbei.«
»Tatsächlich? Ich will net unken, Schatzerl. Aber du weißt, ich hab dich von Herzen lieb und möchte, dass du glücklich wirst. Und ich hab in meinem langen Leben die Erfahrung gemacht, dass ein Mannsbild sich nur selten ändert.«
»Der Ben hat mich lieb. Er schaut keine andere mehr an.«
Die Berghofbäuerin schwieg kurz, dann beschloss sie: »Ich will es dir glauben. Wenn du zufrieden bist, bin ich es auch. Wir sehen uns also morgen? Ich freu mich.«
»Ich mich auch, Oma. Pfüat di!«
Die Hoftochter musste noch eine ganze Weile über die Worte ihrer Großmutter nachdenken, auch wenn sie Benjamin Wendler vor Veronika in Schutz genommen hatte. Ganz grundlos waren ihre Bedenken ja schließlich nicht. Benjamin hatte tatsächlich einen Ruf als Schürzenjäger. Bis vor Kurzem war kein schönes Madel vor ihm sicher gewesen. Er hatte die Freundinnen sozusagen wöchentlich gewechselt und seine Rolle als Platzhirsch von Fischhausen ausgiebig genossen.
Dann waren er und Moni sich auf einem Tanzfest näher gekommen. Das schöne Madel hatte diesen Flirt zunächst nicht ernst genommen. Auch als Benjamin angefangen hatte, ihr intensiv den Hof zu machen. Irgendwann aber hatten seine ernsthaften Bemühungen und seine Hartnäckigkeit sie überzeugt. Und nachdem aus ihnen ein Paar geworden war, hatte Moni angefangen, an Liebe zu glauben.
Seither hatte der fesche Bursche nur Augen für sie. Noch hatte sie es nicht bereut, ihm vertraut zu haben.
Ein leiser Zweifel war freilich in ihrem Herzen geblieben. Und die mahnenden Worte der Großmutter hatten diesen nun wieder wachgerufen. Doch Moni war fest entschlossen, ihrer Liebe zu Benjamin eine Chance zu geben. Sie wusste, dass seine Gefühle für sie aufrichtig waren. Und sie war sicher, dass allein dies zählte.
Sie gehörten zusammen, und schon bald würde sie seinen Ring tragen …
***
»Hast du heut noch was vor?« Sepp Wendler maß seinen Sohn fragend, der gerade im Sturmschritt sein Büro im Hotel verließ. »Bist vielleicht mit der Moni verabredet?«
Der fesche Bursche lächelte seinem Vater vielsagend zu.
