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Der alte Schiffskapitän Hansen fristet im Altenheim sein Dasein. Er wollte dort nie hin, hat sich aber von seinem Sohn überreden lassen. Er träumt davon, noch einmal an Bord zu gehen und die Schiffsplanken unter seinen Stiefeln zu spüren. Da ergibt sich die Gelegenheit, als er Frieda kennenlernt, die ein heruntergekommenes Ausflugsschiff besitzt. Sie überredet ihn, den Kahn wieder flottzumachen und in See zu stechen. Hansen kann nicht widerstehen. Er setzt alles auf eine Karte und riskiert, seinen Heimplatz zu verlieren, da er gegen die geltenden Regeln des Heims verstößt.
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Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2024
Ralf Leprich
Alte Liebe rostet nicht
Erzählung
Zu dieser Erzählung
Diese Erzählung entstand Anfang der 90-er Jahre. Nach seinem Dienst bei der Marine lernte der Autor in einer Hafenkneipe zufällig einen abgetakelten Seemann kennen. Dessen skurrile Erzählungen inspirierten den Autor zu dieser teils amüsanten Geschichte, die 2024 überarbeitetund schließlich veröffentlicht wurde.
Inhalt
Der alte Schiffskapitän Hansen fristet im Altenheim sein Dasein. Er wollte dort nie hin, hat sich aber von seinem Sohn überreden lassen. Er träumt davon, noch einmal an Bord zu gehen und die Schiffsplanken unter seinen Stiefeln zu spüren. Da ergibt sich die Gelegenheit, als er Frieda kennenlernt, die ein heruntergekommenes Ausflugsschiff besitzt. Sie überredet ihn, den Kahn wieder flottzumachen und in See zu stechen. Hansen kann nicht widerstehen. Er setzt alles auf eine Karte und riskiert, seinen Heimplatz zu verlieren, da er gegen die geltenden Regeln des Heims verstößt.
Ralf Leprichwurde in Zeven geboren. Nach der Schule trat er in die Marine ein. Der Autor arbeitete anschließend im sozialen Bereich und unterstützte junge Menschen sowie Langzeitarbeitslose bei der Suche nach einem Platz in der Gesellschaft. Er veröffentlichte die Jugendgeschichten „Der Leuchtturm von Lohfleth“, sowie „Im Nebel über dem Fluss“. Aktuell arbeitet der Autor an der Kinderbuchreihe „Greete vom Deich“. Das kleine Schaf Greete erlebt an der Nordseeküste viele Abenteuer mit Hindernissen und lernt neue Freunde kennen. Der erste Band „Greete trifft Max“ ist 2024 als E-Book und in einer Print-Ausgabe im e-publi-Verlag erschienen. 2021 stellte er den Jugendroman „Der Schrottvogel“ fertig, der ebenfalls als E-Book und als Print-Ausgabe im e-publi-Verlag veröffentlicht wurde.
Ralf Leprich
Alte Liebe rostet nicht
Erzählung
Impressum
Texte: © 2024 Copyright by Ralf Leprich
Umschlag: © 2024 Copyright by Carolin „Eli“ Leprich
Verantwortlich für den Inhalt:
Ralf Leprich
Focko-Ukena-Str. 53
26506 Norden
www.ralfleprich-autor.de
E-Mail: [email protected]
Autorenfoto: Fotostudio Sauter, München
Druck:epubli – ein Service der Neopubli GmbH, Berlin
Hinweis
Manche Schauplätze dieser Erzählung, Landschaften, Städte und Gebäude, existieren wirklich. Obgleich diese Geschichte in einer real existierenden Kulisse erzählt wird, sind sowohl die Handlung als auch die darin agierenden Personen sowie Orte frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen oder Organisationen wären zufälliger Natur und nicht von mir beabsichtigt.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Der alte Mann schlurfte den Bürgersteig entlang, und seine Hände waren bis zu den Ellenbogen in den Manteltaschen vergraben. Das Gesicht des Mannes war runzlig; tiefe Falten zogen sich wie ausgetrocknete Gräben durch die Haut, und die müden Augen starrten hinüber zu dem kleinen Park. Hansen liebte diesen ruhigen Platz unter den großen Buchen. Hier konnte er in Ruhe nachdenken. Immer, wenn Mütter mit ihren Kindern oder Paare durch den Park spazierten, dachte Hansen an sein vergangenes Leben. Die Erinnerung an seine Frau Gertrud, die vor fünf Jahren gestorben war, und die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges standen in seinem Gesicht geschrieben. Und manchmal murmelte Hansen etwas vor sich hin, wenn Matrosen seinen Weg kreuzten.
Bis zum Umzug ins Altenheim hatte Hansen für kleines Geld das Laub im Park zusammengekehrt. Der alte Mann erinnerte sich bitter: Zwei Jahre waren das schon her, seit Wolfgang mir beim Umzug ins Heim geholfen hat.
„Ich kann nicht immer wieder von Köln nach Hamburg fahren, um nach dir zu sehen, Vater“, hatte Wolfgang immer wieder betont. Hansen gab schließlich dem Druck nach und verließ seine kleine Wohnung in Altona, in der er Jahrzehnte gelebt hatte. Gabi, Wolfgangs Frau, zeigte wenig Verständnis, dass ihr Schwiegervater mit 83 Jahren allein in seiner kleinen Wohnung bleiben wollte.
„Wenn dir mal was passiert, du rutschst aus und stürzt …“, beklagte sie sich, „wer soll dir dann helfen?“ Im Altenheim hast du es doch viel besser, Peter. Jeden Tag warmes Essen, und du brauchst dich um nichts zu kümmern …“
So war das monatelang gegangen, und Wolfgang und Gabi waren ihm jede Woche mit ihren Anrufen auf die Nerven gegangen. Sie versicherten ihm immer wieder, dass sie nur in seinem eigenen Interesse handelten, doch was wussten die jungen Leute denn von den Bedürfnissen eines alten Mannes? Hansens einzige sinnvolle Aufgabe, den Park zu säubern, hatten sie ihm schließlich vehement ausgeredet, und das nahm er ihnen bis zum heutigen Tage übel. Nur weil er sich beim Bücken einen Nerv im Rücken eingeklemmt hatte und einen Nachbarn bemühen musste, hieß es sofort, er setze leichtsinnig seine Gesundheit aufs Spiel. Für Wolfgang und Gabi stand nun endgültig fest: Es gab nur die eine Option, ins Altenheim umzusiedeln.
Doch was sollte Hansen dort anfangen? Er sah es ja jeden Tag: Die Alten langweilten sich Tag für Tag regelrecht zu Tode. Das Freizeitangebot der letzten beiden Jahre sprach ihn nicht wirklich an. Die einzige Abwechselung waren das Weihnachtsfest und Ostern, welche er regelmäßig im Kreis der Familie verbrachte. Und einmal machten sie sogar einen Tagesausflug an die Kieler Förde, was ihm in guter Erinnerung geblieben war.
