American Affairs - Michael Gruse - E-Book

American Affairs E-Book

Michael Gruse

0,0

Beschreibung

Zwei Pärchen unternehmen einen Ausflug nach Kalifornien, Nevada und Hawaii. Was Ihnen unterwegs widerfährt und welche Eindrücke sie mitbringen, dies schildert dieser Erlebnisbericht auf eindrucksvolle Weise. Lassen Sie sich unter anderem mitnehmen in das aufregende San Francisco, das funkelnde Las Vegas und an den weißen Strand von Waikiki.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2018

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Freitag, der 26.6.2015

Samstag, der 27.6.2015

Sonntag, der. 28.6.2015

Montag, der 29.6.2015

Dienstag, der 30.6.2015

Mittwoch, der 1.7.2015.

Donnerstag, der 2.7.2015

Freitag, 3.7.2015

Samstag, der 4.7.2015

Sonntag, der 5.7.2015

Montag, der 6.7.2015

Dienstag, der 7.7.2015

Mittwoch, der 8.7.2015

Donnerstag, der 9.7.2015

Freitag, der 10.7.2015

Samstag, der 11.7.2015

Sonntag, der 12.7.2015

Montag, der 13.7.2015

Dienstag, der 14.7.2015

Mittwoch, der 15.7.2015

Donnerstag, der 16.7.2015

Freitag, der 17.7.2015

Samstag der. 18.7.2015

Sonntag, der 19.7.2015

Montag, der 20.7.2015

Freitag, der 26.6.2015

11:20 Flughafen Berlin Tegel. Zwei Pärchen entdecken einander und gehen gemäßigten Schrittes, aber mit einem immer breiter werdenden Grinsen aufeinander zu. Exakt 328 Tage liegen zwischen diesem Moment und der Buchung der Flüge nach Amerika. Wenn man Freude ein Gewicht hätte, bräuchte man eine ganze Fußballmannschaft um diesen Freudeklumpen anzuheben. Wir, das sind Thommi, Katrin, Sabine und ich, Michael, der Erzähler. Thommi und Katrin sind ein Paar. Seit drei Jahren verheiratet, aber schon viel länger zusammen. Sabine und ich sind auch ein Paar, schon seit längerer Zeit verheiratet.

Was bisher geschah! Eigentlich hatte sich Thommi vor zwei Jahren zum Geburtstag von allen Geld schenken lassen, weil er eine große Tour, mit Bahn, Bus und Schiff, durch Kanada geplant hatte. Als er dann vor gut einem Jahr von meinen Plänen erfuhr, wieder einmal nach Amerika zu reisen, entwickelte er spontan die Idee mit uns zusammen zu reisen. Bine und ich dachten ein wenig darüber nach, die letzte gemeinsame Reise lag ca. 20 Jahre zurück und die gemeinsam verbrachte Zeit in den letzten Jahren liegt deutlich im unteren zweistelligen Bereich. Eigentlich wollte ich mir einen uns unbekannten Teil der neuen Welt ansehen, und nun stand plötzlich wieder Kalifornien im Fokus. Aber wir zwei waren schon interessiert wie sich alles nach 9 Jahren, unserem letzten Aufenthalt in den Staaten, verändert haben könnte, und dann kam die Idee dem bewährten „Alten“ etwas Neues hinzuzufügen. Wenn schon nochmal Kalifornien, dann zum Abschluss nach Hawaii. Das junge Paar war sofort begeistert und so nahm die Planung seinen Lauf. Kurze Zeit später wurden die Flüge gebucht, die Route geplant, Hotelzimmer gemietet und ein gescheiter Mietwagen bestellt.

Und heute ist es endlich soweit, der große Trip kann beginnen. Wir checken frohen Mutes unser Gepäck nach San Francisco durch und lassen uns die verschiedenen Bordkarten ausdrucken. Thommi und Katrin schließen sich unseren „weg-flieg-ritual“ an und nehmen einen Schluck bei Starbucks mit uns ein. Das hat sich mal so mit unseren Kindern ergeben und ist nicht mehr wegzudenken. Selbstverständlich sind die Kinder heute auch wieder dabei. Papa zahlt, auch selbstverständlich.

Der Flug nach München hat etwas Verspätung aber unser Aufenthalt auf dem „Franz-Josef-Strauß“ ist mit zwei Stunden ausreichend groß um nicht gleich in Panik zu verfallen. Da wir keine Sitzplätze auf diesem ersten Flug reserviert haben sitzen wir verteilt in der Kabine und freuen uns wie die Kinder über unser Wiedersehen in München.

München – San Francisco ist im Plan. Wir sitzen in Zweierreihen hintereinander, und die positive Stimmung dieses Quartetts scheint die Flugbegleiterinnen anzustecken. Wir trinken einen leckeren Wein zum Essen und danach verwöhnt man uns mit ein, zwei Baileys auf Eis.

Später, als ich zum Lockern der Gelenke eine kleine Spazierrunde durch den Flieger mache, kocht eine Flugbegleiterin spontan für sich und mich noch einen frischen Kaffee und wir klönen im Heck des Airbus A340 über Gott und die Welt. Pünktlich um 18:50 setzen wir in San Francisco auf. Nach 12 Stunden Flug ähneln wir Rennpferden in ihrer Start Box. Wir springen aus dem Flugzeug und machen uns, immer noch bestens gelaunt, auf zur Immigration. Glücklicherweise sind wir scheinbar das einzige Flugzeug zu dieser Stunde. In nur 10 Minuten haben wir die Einreiseformalitäten, Abdrücke vom Finger der rechten Hand, Finger der linken Hand, rechter Daumen, linker Daumen erledigt. Alles wird gescannt und dann noch ein hübsches Porträtfoto, Achtung nicht lachen, und ab zum Gepäck. Die letzte Skepsis an einen gelungenen Urlaubstart verfliegt mit dem vierten Koffer unserer Reisegruppe, der, unter dem allseits bekannten quietschenden Geräusch des Transportbandes, den Weg in unsere Hände findet.

Ich habe inzwischen die lokalen Vorrausetzungen gescannt und mache mich, die anderen drei im Schlepptau, auf den Weg zur Monorail. Diese verbindet die Einzelnen, alle in betongrau gehaltenen, Flughafengebäude und somit auch das Parkhaus mitsamt den Autovermietungen. Da uns heute scheinbar das Glück hold ist, sind wir dran bevor sich in unserem Rücken eine Schlange bildet. Zwei Mitarbeiter der Firma Alamo erklären uns den vermeintlich fehlenden Versicherungsschutz, erklären uns die Vertragsstrafe bei Verlust des Navigationsgerätes und bieten uns ein kleineres Auto an, um die Urlaubskasse zu schonen. Wir lehnen die gut gemeinten Angebote freundlich aber bestimmt ab und unterzeichnen die Erklärung zum Navi. Der ausgesuchte Cheviot Tahoe soll es unbedingt sein, egal ob Achtzylinder und somit Spritschleuder. 5 Minuten später, es ist inzwischen gegen 20:00 Uhr Ortszeit (5:00 Uhr MESZ), trifft uns der Schlag. Vor 9 Jahren war der Tahoe noch wesentlich kleiner gewesen. Jetzt schauen wir auf ein Riesenbaby zwischen verschiedenen mietbaren SUVs, der uns aus überdimensionalen Scheinwerfern anzulächeln scheint. So ganz sicher sind wir uns plötzlich nicht mehr, ob wir diesen Dino unfallfrei durch die Städte und in die Parklücken bekommen. Augen zu ( wahrscheinlich das falsche Bild in diesem Moment ) und durch. Die Koffer verschwinden mühelos im Heck des Fahrzeugs und die Mädels machen es sich im hinteren Bereich bequem. Thommi dreht den Schlüssel, der Motor blubbert wohlig vor sich her und die Zweifel hinsichtlich der Größe des Wagens gehören der Vergangenheit an. Ich lotse Thommi Richtung Downtown und trotz erheblicher Verkehrsumlenkungen, aufgrund der Gay Pride an diesem Wochenende, erreichen wir im zweiten Anlauf unser Hotel, das Embassy.

Ich springe aus dem Wagen und erkundige mich nach dem Parkplatz. Laut Hotelvoucher sind Parkplätze vorhanden, müssen nicht vorreserviert werden und kosten 17 $ pro Tag/Nacht. Der Spätschichtschiebende Mitarbeiter nuschelt mir allerdings entgegen, das sein Parkplatz leider besetzt sei, aber zwei Blocks weiter, im Opernparkhaus, können wir parken. Kostet das gleiche wie bei ihm. Also werden die Mädels an der Rezeption geparkt und auf zum Opernparkhaus. Mit eingezogenem Kopf, aufgrund der geringen Höhe bei der Einfahrt, fahren in das Untergeschoss. Hier kommt uns schon ein beflissener Valet-Boy entgegen und im Augenwinkel erblicke ich ein überklebtes Gebührenschild. Für dieses Wochenende hat man sich auf 60 $ abgesprochen. Die Gay Pride, ihr versteht. Ich verstehen nur Abzocke und ohne Grinsen wenden wir, um diesen Klüngel zu entkommen. Jetzt heißt es das Auto, zumindest bis zum nächsten Morgen, an der Straße parken. Es läuft. Nur ca. 100 m entfernt, um die Ecke des Hotels, entdecken wir eine Möglichkeit bis 9:00 morgens kostenlos zu parken. Thommi bittet mich draußen zu gucken, damit wir mit unserem Boliden nichts kaputt machen. Ich steige aus und erfahre binnen weniger Sekunde selbst Unterstützung. „Schönes Auto“ und „hier könnt ihr parken, ich passe drauf auf“ schnarrt mir der Fremde ins Ohr und sogleich wird mir auch der Preis mitgeteilt. Seine Frau wäre behindert und für 6,99 $ könnte er ihr ein Menü bei Burger King besorgen, damit sie nicht Hunger leiden muss. Vorsichtig verweigere ich die gütige Gabe, muss dies allerdings einige Male wiederholen, da mein Wächter scheinbar schwerhörig ist oder nicht verstehen will. Thommi blieb derweil im von innen verschlossenen Auto sitzen. Bei 230 $ hat das Navi bei ihm höchste Priorität.

Zurück im Hotel checken wir ein und beziehen die Zimmer. Bine und ich haben leider kein so schönes Zimmer erwischt, also ehrlich gesagt eine absolute Bruchbude. Normalerweise protestiere ich gegen den Wunsch meiner Frau nach einem anderen Zimmer, aber diesmal bin ich unterwegs bevor sie was sagen kann. „Es ist Gay Pride, wir sind komplett“ nuschelt der Employier of the night, „vielleicht morgen“.

Erste leichte Delle in der Urlaubsfreude meiner Frau. Es ist inzwischen schon fast 21:30 Uhr und er ist an der Zeit noch einen Happen essen zu gehen. Drei Hauseingänge weiter ist ein kleines Restaurant und wir finden auch noch einen Platz. Sichtlich überfordert studieren wir die kleine aber feine Karte und entscheiden uns für zwei Vorspeisenteller für vier Personen. Als die Wirtin das Essen bringt, drückt sie ihre Verwunderung aus, dass die gebrachten Speisen für uns reichen sollen. Wir erklären unser momentanes Gefühl, lange Reise, etwas müde usw. „Na da müsst ihr doch richtig Hunger haben“ flötet sie. Sie macht auf dem Absatz kehrt und ist augenblicklich mit 4 Löffeln wieder da. Minuten später bringt sie eine große Terrine mit Eintopf und stellt diese in die Mitte des Tisches. Gelebte Gastfreundschaft.

Samstag, der 27.6.2015

Die Nacht war trotz des wenig anheimelnden Zimmers ok. Wahrscheinlich hätten Sie uns auch im Schlafsack an die Wand hängen können für diese Nacht. Ich wage morgens ein Blick aus dem Fenster: Innenhof, Parkplatz. Ja Parkplatz und wie ich so gucke, sehe ich ein Pärchen Ihre Koffer im Auto verstauen. Sofort bin ich in Hemd und Hose und laufe zur Rezeption. Heute Morgen ist eine junge Dame zuständig. „Selbstverständlich können Sie auf dem Hof parken, ich mache ihnen auf“ höre ich sie rufen, da ich schon halb in den zweiten Stock gesprintet bin um den Schlüssel bei Thommi zu holen. Von der Galerie erfrage ich noch schnell den Preis, der mich dann fast ohnmächtig werden lässt. „Für Hotelgäste ist das Parken kostenlos“ erwidert sie. Jackpot. Ich hole das Auto, parke es im Innenhof und freue mich auf das Frühstück. Das nehmen wir im angrenzenden kleinen Café zu uns. Während der Kaffee abkühlt und die Bagels frisch zubereitet werden, gehe ich auf die junge Rezeptionistin zu und frage nach einem anderen Zimmer. „Einen kleinen Moment bitte“ und als nächsten kommt „ja, wir haben ein geräumtes Zimmer schon fertig, das können Sie nach dem Frühstück beziehen“. Läuft bei mir.

Gestärkt, durch einen frischzubereiteten Bagel mit Ham, Cheese and Egg, sowie einen guten Kaffee machen wir uns auf den Weg zum Wendepunkt der Cable Car an der Market Street. Es sind nur knapp 15 Minuten, mitten durch den Tenderloin District, bis Downtown erreichen wird. Der Tenderloin ist ein Stadtteil San Franciscos, dem der Ruf vorauseilt, dass in ihm überdurchschnittlich viele Homeless People leben. Also Obdachlose, wie sie bei uns genannt werden. Der Bezirk macht an diesem Morgen seinem Ruf alle Ehre. Wir schlängeln uns durch Trauben von Obdachlosen, die Luft ist wiegt schwer und riecht süßlich. Ein deutliches Zeichen für einen hemmungslosen Genuss von Cannabis.

Am Wendepunkt der Cable Car haben sich schon einige Touristen eingefunden um die atemberaubende Fahrt über die Hügel der Stadt zu erleben. Die Mädels nutzen die Wartezeit und schauen sich in den angrenzenden Beautyläden schon mal um, während Thommi in Schlange geht und ich die Karten am Kiosk besorge. Somit müssen wir diese nicht an Bord kaufen und können uns ganz auf die Fahrt konzentrieren. Wir haben das Glück die ersten beim Einsteigen zu sein. Somit ergattern wir die besten Plätze in Fahrtrichtung und ich kann, ganz wir in alten Filmen, in vorderster Front draußen hängend die rasante Fahrt genießen. Wir fahren die Route bis zum nördlichen Ende und steigen dann wenige hundert Meter vor dem berühmten Pier 39 aus. Der morgendliche Hochnebel hat sich inzwischen verzogen und ein azurblauer Himmel lässt die Stadt erstrahlen. Der Weg zum Pier ist mit verschiedenen Souvenirläden und Fahrradverleihen gespickt. Also können wir uns gleich nach den besten Tarifen für die Ausleihe von Fahrrädern erkundigen. Morgen wollen wir die Golden Gate Bridge mit dem Fahrrad überqueren. Ich habe mir im Vorfeld der Reise zum Geburtstag verschiedene Attraktionen schenken lassen. Die Fahrradtour ist eine davon, und bald wird sie eingelöst. Mit einem Rabattgutschein von „Bay City Bike“ beenden wir die Erkundungen und spazieren nun straight auf die Pier zu. An den verschiedensten Landungsbrücken für die Fähren nach Sausalito und zur Gefangeneninsel Alcatraz vorbei, lassen wir uns von unzähligen Straßenkünstlern unterhalten. Am Ende dieses Laufstegs befindet sich der weltbekannte Pier 39. Ein überdimensionaler alter Holzsteg, der seit zig Jahren nicht mehr der Schifffahrt dient. Heute, liebevoll bebaut, zieht er den Touristen das Geld aus der Tasche. Locken auf der westlichen Seite noch, auf Pontons lebende, See