Down Under - Michael Gruse - E-Book

Down Under E-Book

Michael Gruse

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Beschreibung

Nach der erlebnisreichen Reise durch die Weststaaten der USA inklusive Hawaii, beschrieben im Buch "American Affairs", treibt sich die Viererbande diesmal auf der anderen Seite der Erde herum. Begleiten Sie die Vier auf Ihrem Roadtrip durch Australien. Eine Reise voller Überraschungen und Erlebnissen, die erzählt wird als säße man jede Minute dieses Abenteuers auf der Schulter des Autors.

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Seitenzahl: 167

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhaltsverzeichnis

Dienstag, der 7.2.2017

Donnerstag, der 9.2.2017

Freitag, der 10.2.2017

Samstag 11.2.2017

Sonntag 12.2.2017

Montag 13.2.2017

Dienstag 14.2.2017

Mittwoch 15.2.2017

Donnerstag 16.2.2017

Freitag 17.2.2017

Samstag 18.2.2017

Sonntag 19.2.2017

Montag 20.2.2017

Dienstag 21.2.2017

Mittwoch 22.2.2017

Donnerstag 23.2.2017

Freitag, der 24.2.2017

Samstag, der 25.2.2017

Sonntag, der 26.2.2017

Montag, der 27.2.2017

Dienstag, der 28.2.2017

Mittwoch, der 1.3.2017

Donnerstag. 2.3.2017

Freitag 3.3.2017

Samstag 4.3.2017

Sonntag 5.3.2018

Montag 6.3.2017

Dienstag, 7.3.2017

So, nun also die Reise an das andere Ende der Welt. Wir treffen uns wieder am Flughafen Tegel und fiebern unserem kommenden Abenteuer entgegen. Wir, für alle die meine Erzählungen über den Roadtrip in Amerika nicht gelesen haben, das sind Katrin, Thommi, Bine und Micha, der Erzähler. Vor 562 Tagen stand ich mit Thommi im warmen Wasser des Pazifischen Ozeans und fabulierte über eine Reise nach Australien. Dieser Moment am Strand von Waikiki Beach in Honolulu war die Geburtsstunde des nun anstehenden Urlaubs.

Bereits kurz nach unserem harmonischen Ausflug nach Amerika und den tollen Erlebnissen in Kalifornien, Nevada, Arizona und Hawaii, konkretisierte sich die Reise und es gab keinen Zweifel, dass wir auch dieses Unternehmen zu viert antreten werden. Unser überaus dynamisches Quartett wollte auch in „Down Under“ gemeinsam Neues erleben.

Und wir hatten uns Großes vorgenommen. Ich habe den Anderen noch jeweils einen Zwischenstopp auf den Flugrouten vorgeschlagen und so stehen Singapur auf dem Hinflug und Hongkong auf dem Rückflug zusätzlich auf dem Programm. In Australien selbst geht es mit dem Auto von New South Wales über Victoria und South Australia in den Northern Territory bevor es mit dem Flieger nach Perth in West Australia geht. Aber der Reihe nach.

Dienstag, der 7.2.2017

Treffpunkt in der Nähe von Gate 5 in Tegel, unserem Abfluggate, gegen 14:00 Uhr, zwei Stunden vor unserem Start. Da man in Berlin den Verkehr nie so richtig vorhersehen kann, treffen wir eine Viertelstunde früher ein und sind nicht besonders erstaunt von Katrin und Thommi in Empfang genommen zu werden. In den letzten 100 Tagen vor diesem Urlaub habe ich den 10 Tages Countdown ablaufen lassen und die Beiden mit immer frischen Informationen zur Reise versorgt. Da will man nicht wegen eines Staus das rechtzeitige einchecken verpassen. Außerdem freuen sich scheinbar alle auf den traditionellen Starbucks Besuch mit den Kindern. Unsere Kinder lieben diese Tradition und setzen alles dafür in Bewegung um uns zum Flughafen zu bringen. Es muss definitiv der Kaffee sein, denn inzwischen wohnen sie nicht mehr zu Hause und die Theorie, sie wollen nur sicher sein, dass wir auch wirklich weg sind, ist somit obsolet.

Gegen 16:00 hebt endlich der Flieger in Berlin ab und es fühlt sich ein wenig an als ob man mit dem Bus zum eigentlichen Treffpunkt fährt. In London wartet nämlich ein A380 von British Airways auf uns. Wir haben im Vorfeld die Sitzplätze für den 13 stündigen Flug reserviert und nehmen, nach unserem kurzen Zwischenstopp in Heathrow, im hinteren Teil des Oberdecks unsere Plätze ein. Zweierreihe hintereinander, das ist uns wichtig. Dann muss man nicht immer auf den Fluggast am Gang Rücksicht nehmen, falls mal die Blase drückt oder der Mund trocken wird. Ich habe mir das Platzangebot in diesem Superflugzeug allerdings etwas großzügiger vorgestellt. Meine Beine brauchen einige Übung um unter dem Vordersitz ihre Rast zu finden und den Touchscreen kann ich gefühlt mit meiner Nasenspitze bedienen. Trotzdem ist es ein angenehmer Flug. Dieses Monster von Flugzeug fliegt sehr leise und man kommt sich wie ein Wattebausch liegt wie ein Brett in der Luft vor.

Aufgrund der Zeitverschiebung, wir fliegen diesmal der Zeit entgegen, ist es bereits früher Abend des 8.2. als wir Singapur erreichen. Viel sehen wir aus der Luft noch nicht. Das liegt allerdings nicht an der Abenddämmerung, sondern vielmehr an der tiefen dichten Bewölkung. Man hat mir im Vorfeld eine Luftfeuchtigkeit von 80% versprochen, jetzt bekommen wir 100%. Während des Anflugs streift der Regen gegen die Fenster des Airbus und auf die Glaskuppel der Einreisehalle in Singapur prasselt lautstark ein tropischer Regenguss. In der angenehm temperierten Halle stellen wir uns in die Schlange der Einreisenden und es dauert auch gar nicht lange, dann haben wir einen schönen Stempel im Pass und dürfen zu unserem Kofferband weitergehen. Zur großen Freude aller sind auch diesmal alle Koffer mitgekommen und das unversehrt. Im Nieselregen gleiten wir dann im Großraumtaxi, vier Personen mit vier großen Koffern und den üblichen Reisebegleiter Rucksack, Richtung Innenstadt. Der freundliche Taxifahrer verspricht mir sodann einen dauerhaften Regen, schließlich befänden wir uns in der Regenzeit. Gott sei Dank stellt sich heraus, dass die überaus freundlichen Menschen in Singapur nicht immer Recht behalten sollen.

Um nicht wieder ein Fiasko wie in San Francisco zu erleben, habe ich diesmal die Hotels zum Auftakt und Ende dieses Urlaubs mit Bedacht und einem kleinen Tüpfelchen an Exklusivität ausgesucht. Das „Conrad Centennial“ in Singapur übertrifft aber meine Erwartungen bei Weitem.

Das freundliche Empfangspersonal beglückt uns mit der Bestätigung eines Upgrades, aufgrund der frühen Entscheidung und Buchung des Hauses, und weist uns zwei Zimmer im 28.ten Stock zu. Über uns befinden sich nur noch der Konferenzbereich, Dachpappe und die Blitzabweiser. Katrin und Thommi schauen auf die 5 Gebäude des „Sun Tec City“ Ensembles mit dem Springbrunnen in der Mitte, während wir einen ebenso herrlichen Ausblick auf die Skyline und den alten Hafen haben. Und wenn wir nicht unseren „europäischen Langnasen“ alle Ehre machen würden, dann könnten wir sogar noch ein Stück vom bezaubernden Marina Bay Sands sehen. Diesem dreibeinigen Hotel mit dem Surfbrett on Top.

Trotz des Regens ist es immer noch angenehm warm und so machen wir uns im T-Shirt mit den hoteleigenen Regenschirmen auf die erste Erkundungstour. Es wird bereits dunkel, aber ich möchte noch in Erfahrung bringen, wo der Sightseeing Bus seine Haltestelle am Sun Tec City Komplex hat. Danach entführe ich alle in Richtung des Raffles Hotel. Hier gibt es die Long Bar, in welcher der Singapur Sling erfunden wurde. Ein Cocktail aus Gin, Brandy und Cointreau.

Das Raffles Hotel ist eines der ältesten Häuser in der Stadt und der viktorianische Baustil verzaubert uns. Im ersten Stock befindet sich die Bar, die immer noch in ihrem Ursprung erhalten geblieben ist. Unter der Decke sorgt, statt einer Klimaanlage, ein aufwendiges Spindelgetriebe für die Bewegung von Fächern, die die Luft nur schwach in Bewegung halten und auf dem Boden liegen Schalen von Erdnüssen herum. Die Gäste dürfen sich aus Jutesäcken bedienen und fröhlich vor sich hin knabbern. Der Cocktail ist erheblich überteuert, dafür stimmt aber das Ambiente und sowieso sind wir an diesem Abend alle glücklich.

Beschwingt vom gelungenen Einstieg in diesen Urlaub und dem alkoholhaltigen Drink auf nüchternen Magen, machen wir uns auf den Weg in Richtung Hotel. Wir kehren noch kurz in ein, uns am gemütlichsten scheinende, asiatisches Restaurant im Foodbereich der Sun Tec Mall ein. Eine rein vorbeugende Maßnahme um die Nacht nicht durch Magenknurren frühzeitig zu beenden. Danach schlendern wir wieder, satt und immer noch beseelt von den ersten Eindrücken, Richtung Hotel. Für heute ist Schluss.

Donnerstag, der 9.2.2017

Ausgeruht treffen wir uns wie gewohnt um 8:00 Uhr morgens zum Frühstück. Wir stärken uns an einem ausgewogenen Frühstücksbuffet, welches keine Wünsche offenlässt. Neben dem uns bekannten internationalen Buffet gibt es hier selbstverständlich auch asiatische Speisen, die ich sofort probiere. Allerdings ist der morgendliche Genuss von Dumplings in Miso Suppe oder Dim Sums dann doch nichts für meinen europäischen Gaumen.

Singapur verfügt über drei unterschiedliche Busrouten, die einem die Stadt näherbringen sollen. Wir nehmen den ersten Bus, die rote Linie, und lassen uns mit diesem einmal durch die Stadt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeifahren. Damit bekommen wir ein tolles Gefühl für die Entfernungen in der Stadt und unseren Prioritäten. Zudem werde ich in meiner Entscheidung der Hotellage gestärkt. Ich habe mich bewusst gegen die Schickimicki Gegend der Orchand Road entschieden. Als unsere erste Tour zu Ende ist, versorgen wir uns schnell noch mit frischen Wasserflaschen und steigen sofort in den nächsten Bus. Dieser Bus, die „grüne“ Linie, bringt uns unter anderem nach „Little India“ und „Chinatown“. Hier wollen wir aussteigen und ein wenig zu Fuß die Stadt erkunden. In „Indien“ findet an diesen Tagen ein Fest statt. Auf der Suche nach einem besonderen Tempel begeben wir uns auch in kleine Querstraßen und haben sofort das Gefühl in Indien zu sein. Die Hauptstraße ist zum Fest sehr hübsch geschmückt, Gläubige laufen mit Körper umhüllenden Schmuck durch die Straßen und versetzen sich tanzend in Ekstase. Der größte und wohlmöglich prunkvollste Tempel hat seine Türen geöffnet. Hunderte von Besuchern strömen durch den Tempel und besichtigen die vielen verschiedenen, bunten Altare. Auch wir entledigen uns unserer Schuhe und wandern staunend durch den Tempel. Danach gehen wir zurück zur Bushaltestelle und fahren weiter nach Chinatown. Während „Indien“ sehr authentisch wirkte und die Menschen, nicht nur wegen des Fests, den Eindruck erweckten, sich selbst zu leben, wirkt Chinatown doch sehr touristisch. Viele Stände verkaufen vorallen Dingen Souvenirs. Aber es mangelt auch nicht an Speisen und Getränken. Wir durchlaufen das gesamte Viertel und treffen am Ende tatsächlich noch auf einen Markt auf dem es authentischer zugeht. Die Alten sitzen an Tischen und Spielen Mahjong. An den Seiten des kleinen überdachten Platzes gibt es Speisen aus der Straßenküche. Alles offen, alles ehrlich.

Uns verschlägt es dann doch in eine kleine offene Kneipe, einen touristischen Eckladen der mit seinem Angebot an chinesischen Bier den Zuschlag bekommt. Wir bestellen uns ein eiskaltes Tiger Bier und genießen die für uns ungewohnte 700 ml Größe. Nachdem der Durst gelöscht ist, nehmen wir die nächste Buslinie (braun) und fahren zurück zum Hotel. Bevor es abends in das Marina Bay Sands geht, legen wir uns noch kurz an unseren Hotelpool und springen natürlich zur Erfrischung auch mal hinein. Das badewarme Wasser passt ausgezeichnet zu dem heutigen Tag. Es ist sonnig mit ein paar kleinen Wolken und angenehm warm. Nix Regenzeit. Am Abend wollen wir dem Marina Bay Sands auf das Dach steigen und im Anschluss noch die Licht- und Musikshow im „Garden by the Sea“ besuchen. Wir nehmen die MTR, das ist die U-Bahn in Singapur, und fahren zwei Stationen. Tatsächlich fahren wir drei, da ich mich falsch orientiert habe, aber das freundliche Personal zeigt uns den Weg zurück.

Bis auf die hilfsbereiten Scouts rund um die Bahnhöfe ist hier alles automatisiert. Die Metro ist führerlos und rast computergesteuert durch das Tunnelsystem. Wir erreichen das Marina Bay Sands und wandeln durch die Ebene 1. Diese beherbergt mehrere Rezeptionen. Das Gebäude besteht aus drei Türmen, kleineren Shops und eine Menge Kunstobjekte. Am Ende des Gebäudes befindet sich die Kasse und der Lift für den Dachbereich, wenn man nicht in diesem Hotel wohnt. Eine freundliche und durchaus attraktive Mitarbeiterin macht uns darauf aufmerksam, dass am heutigen Abend die „Aussichtsplattform“, das ist die vordere Spitze des Surfbretts, wegen möglicher Gewitter geschlossen bleiben muss. Sie bietet uns an, mit dem Lift in den Club auf dem Dach zu fahren, und von dort die Aussicht zu genießen. Den durchaus erschwinglichen Eintritt von 22€ wird man uns im Club auf die dort verzehrten Getränke und Snacks anrechnen. Wir lösen die Tickets und begeben uns auf das Dach in den „Ce la Vie“ Club. Wir fahren in das 57. Stockwerk und in 200 Metern Höhe verschlägt es uns fast den Atem. Obwohl noch genug Sitzplätze auf gemütlichen Chillcouches im inneren vorhanden sind, ergattern wir lieber ein paar Plätze an den Stehtischen direkt an der Balustrade und genießen den wunderschönen Ausblick. Hinter dem Club befindet sich der Infinitypool der bei weitem voller ist als in jedem Bericht, den ich bisher gesehen habe. Tatsächlich verdunkelt sich der Himmel nun ein wenig. Gut, dass es auch eine Menge Plätze hier oben gibt, die überdacht sind. Falls es tatsächlich noch regnen sollte bleiben wir hier erst einmal trocken. Jeder von uns macht auf dem Dach mal eine kleine Runde, fotografiert oder saugt einfach nur die Atmosphäre auf. Wir entdecken auf der anderen Seite des Clubs eine kleine Plattform von der man direkt auf den „Garden by the Sea“ schauen kann.

Spontan entscheiden wir uns die Show von oben anzusehen. Eine gute Entscheidung, denn die Show begeistert uns nur wenig. Vielleicht liegt es an der schlecht zu hörenden Musik, immerhin liegen ein paar Höhenmeter zwischen uns und dem Park. Aber Lichtshows haben wir schon viele gesehen und revolutionär würde ich die Illumination nicht gerade nennen. Beseelt von diesem wunderschönen Abend über Singapur fahren wir mit der MRT zurück Richtung Hotel und essen noch eine Kleinigkeit beim Japaner um die Ecke unseres Hotels.

Freitag, der 10.2.2017

Zwischen Frühstück und Abflug liegen noch gut 12 Stunden. Nach dem Frühstück checken wir aus und lassen unsere Koffer im Hotel. Ortskundig geht es zur MRT, wo wir routiniert unsere Tickets kaufen und zum „Garden by the Sea“ fahren. Auch heute ist von Regen nichts zu sehen. Es ist heiß und die Luftfeuchtigkeit nähert sich den im Vorfeld versprochenen 80%. Da ist es ganz praktisch, dass man den „Tree Top Walk“ des Gartens mit dem Lift erreicht.

Wir wandeln in schwindelnder Höhe von einem künstlichen Baum zum nächsten und bewundern die eingeflochtene Flora der Stahlkolosse. Da die Lauffläche nicht durchsichtig ist, kann Bine das Ganze auch in vollen Zügen erfahren. Danach gönnen wir uns ein Käffchen und streunen durch die restlichen Teile des Gartens, der vollkommen autark ist. Ein bemerkenswertes Umweltprojekt. Vom Garten gelangen wir dann wieder in das Marina Bay Sands. Diesmal die Ebene „0“. Diese Ebene beherbergt eine Ansammlung der feinsten Boutiquen, passend zum Klientel des Hotels. Ein wenig erinnert diese Hotelmall an das Hotel Venetian in Las Vegas. Auch hier hat man einen kleinen Wasserlauf eingebaut, auf dem man mit einer Gondel gleiten kann.

Während der Stadtrundfahrt am gestrigen Tag hatten wir ein paar kleine witzige Restaurants am Singapur River entdeckt. Das ist also unser nächstes Ziel und wir rauschen mit der MRT durch die Unterwelt Singapurs. Hatte das Viertel aus dem Bus noch nett ausgesehen, so vermittelt es am frühen Nachmittag keine anheimelnde Atmosphäre. Wir müssen erkennen, dass dieses Viertel eher etwas für die Abendstunden ist. Wir machen noch ein paar Fotos für das Album zuhause und entscheiden nach etwas Essbaren zu suchen. Leider gibt es diesmal keine so einfache Lösung. Wir, besser gesagt ich, nöle ein wenig und wir bummeln unentschlossen ein wenig im Kreis. Letztlich einigen wir uns dann auf eine chinesische Noodlebar im Kantinenoutfit. Diese befindet sich in dem Untergeschoß der kleinen Mall und wirkt nicht gerade gemütlich und das Essen schmeckt ebenso – unterirdisch.

Auf dem Rückweg zur MRT merkt dann Bine auch noch, dass sie Ihre Ray Ban Sonnenbrille auf dem Kantinentisch vergessen hat. Ich sprinte einen gefühlten Kilometer durch die verwinkelten Gänge im Tiefparterre der Mall und der MRT zurück zur Noodlebar. Der fetthaarige unterhemdbekleidete Tischabräumer strahlt mich bei meiner Frage nach der Brille an und führt mich zur Kasse. Dort hat er das teure Stück hinterlegt. Und die Moral von der Geschichte?! Urteile nie nach dem Aussehen eines Menschen.

Im Hotel zurück, lassen wir uns unsere Koffer bringen und ziehen uns zum Kleiderwechsel kurz zurück. Dann bitten wir den Pagen uns ein Taxi zu bestellen. Ein Großraumtaxi bitte. Doch die sind um diese Zeit nicht so einfach zu bekommen und so fahren mehrere normale Taxis vor. Entweder wir oder die Taxifahrer schütteln mit dem Kopf und wir warten weiter. Der nächste ältere Toyota wartet geduldig an der Schranke vor dem Hotel und wir bedauern schon die, für unseren Part, unnütze Geduld des Fahrers. Dieser hat sich jedoch eine Fahrt zum Flughafen zum Ziel gesetzt und verstaut tatsächlich unsere 4 großen Gepäckstücke in seinem Kofferraum. Während wir noch mit offenen Mund staunen, pfercht er drei von uns in den Fond und presst unsere zusätzlichen Rucksäcke hinterher. Thommi steigt gemütlich vorne ein, während wir drei im hinteren Teil die Flachatmung üben. In einem Affenzahn rast unser Pilot, stetig die Spur wechselnd und immer in unmittelbarere Reichweite der Stoßstange unseres Vordermannes, zum Flughafen. In Rekordzeit und zu einem Drittel des Preises, den wir für die Hinfahrt bezahlt haben, erreichen wir den Airport. Nun warten wir aufgeregt auf unseren Flug nach Sydney, unserem ersten Ziel in Australien.

Samstag 11.2.2017

Nachtflüge mit Zeitgewinn sind kein wirkliches Vergnügen. Nach einer kurzen Nacht mit wenig bis keinem Schlaf landen wir gegen 7:00 in Sydney. Die Einreiseformalitäten gehen sehr schnell und unsere Koffer trödeln auch schon über das Gummiband. Wir nehmen ein Taxi zum Hotel und überraschen den Concierge mit unserer sehr frühen Ankunft. Natürlich sind unsere Zimmer noch nicht fertig. Wir nutzen den angebotenen Umkleideraum neben dem Pool zum Frischmachen und verstauen danach unsere Koffer im Gepäckraum hinter der Anmeldung. Wir wohnen, wie in Singapur, sehr zentral. Die „Rocks“ sind ein wiederbelebtes altes, ehemals anrüchiges, Stadtviertel direkt an der Harbour Bridge und dem Hafen von Sydney. Genau gegenüber der Oper, nur durch den Hafenbereich getrennt, erlebt das Szeneviertel seinen zweiten Frühling. In wenigen Minuten haben wir den Ticketschalter am Circular Quay für den Sightseeing Bus erreicht, lösen unsere Tickets und sitzen im ersten Bus. Erwartungsvoll und schlaftrunken passieren wir die ersten sehenswerten Gebäude der Stadt. Wir wollen auch in Sydney die erste Runde nutzen, um uns zu orientieren. Auch in Sydney ist es sehr warm und Bine kämpft Zusehens mit der Müdigkeit und Erschöpfung. Da trifft es sich gut, dass nach der ersten Runde unsere Zimmer fertig sind und wir eine erfrischende Dusche nehmen können.

Ich habe mir einige markante Punkte gemerkt und mache einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise an diesem Tag. Kritiklos, und vielleicht der Müdigkeit geschuldet, wird mein Vorschlag angenommen und so setzen wir uns wieder in den Bus und fahren bis zum Martin Place. Der Martin Place ist der geometrische Mittelpunkt der Stadt und sehr beliebt bei den Einheimischen und den Touristen. Er wird auch als das Herz Sydneys bezeichnet und beherbergt die wichtigsten Banken Australiens. Von hier laufen wir Richtung Queen Victoria Building, einem ehrwürdigen viktorianischen Gebäude. Unter dem Motto „Geschichte trifft Moderne“ zieren etliche Geschäfte dieses mit seinen drei riesigen zeitgenössischen Uhren im Mittelgang ehrwürdige Gebäude. Beim Käffchen regenerieren sich unsere Körper und wir brechen zum Darling Harbour auf. Das ist der zweite Hafen von Sydney, den nur Schiffe erreichen können, die unter der Harbour Bridge durchpassen. Eine schöne Fußgängerbrücke überspannt im Osten den Hafen und wir wandern einmal rund um das Hafenbecken. An diesem Wochenende finden hier Drachenbootrennen statt und das gesamte Hafengelände ist sehr gut gefüllt. Fast hätten wir das Hard Rock Café übersehen. Aber ich glaube das passiert unseren T-Shirt Jäger Thommi nie. Wir lassen ihm die gewohnte Zeit um sich aus dem Angebot der Shirts den schönsten Sydney Aufdruck auszusuchen und erstehen fast nebenbei ein hübsches Shirt für unsere Tochter. Die Wärme und die fortgeschrittene Zeit drängen uns förmlich im Anschluss ein Bier auf, welches wir bei einem kleinen Italiener am Hafenbecken zu uns nehmen. Danach begeben wir uns zur nächsten Bushaltestelle und setzen die Sightseeingtour fort. Eine Station vor unserem Hotel findet ein kleiner Straßenmarkt statt. Wir steigen spontan aus und wandeln durch die gemütlichen kleinen Gassen zu unserem Hotel. Nicht unbemerkt bleibt beim Aussteigen aus dem Bus ein sehr leckerer Grillgeruch.

Am Hotel setzen wir die Mädels ab und machen uns alleine auf den Weg um eine Lokalität für das Abendessen auszusuchen. Außerdem will ich noch nach dem Fahrradverleih Ausschau halten, der sich unweit von unserem Hotel befinden soll. Wir werden schnell in beiden Fällen fündig. Sowohl der Verleih als auch das Restaurant sind schnell gefunden. Da reicht es noch für ein gemeinsames Bier im irischen Pub. Da können wir uns auch gleich mit den Bestellverfahren in den australischen Restaurants vertraut machen. Wie auch in englischen Pubs üblich, wird am Tresen bestellt. Getränke gibt es sofort auf die Hand und für das an den Tisch gelieferte Essen gibt es einen Tischaufsteller mit Zahl. Bezahlt wird auch sofort, damit erledigt sich das Warten auf den Kellner nach dem Essen.