Anfänge - Markus Hebgen - E-Book

Anfänge E-Book

Markus Hebgen

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Beschreibung

Ein Buch voller Inspiration: Philosophische Impulse, die zum Nachdenken und Weiterdenken anregen. "Anfänge" von Markus Hebgen ist ein inspirierendes Buch für alle, die philosophische Reflexionen und gesellschaftliche Analysen schätzen. Mit hintergründigem Scharfsinn und gelegentlicher Ironie betrachtet der Autor zentrale Fragen des Lebens: Was prägt unsere Gesellschaft? Welche Herausforderungen begegnen uns im Alltag? Und was macht uns als Menschen wirklich aus? Die kurzen, pointierten Beiträge laden zum Nachdenken und Diskutieren ein. Sie sind keine abschließenden Antworten, sondern Anfänge – Denkanstöße, die Raum für Ihre eigenen Perspektiven lassen. Dabei verbindet Hebgen persönliche Einblicke mit einer kritischen Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. "Anfänge" ist ein Buch für alle, die zeitkritische Betrachtungen schätzen, neue Denkwege erkunden und sich inspirieren lassen möchten. Ein anregender Begleiter für philosophische Gespräche und individuelle Reflexionen.

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Seitenzahl: 72

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Gewidmet all jenen, die mich begleiten; mehr noch jenen, die mich ertragen.

 

Dieses bescheidene Werk verdankt seine Existenz dem ehrwürdigen Finanzamt. Zum einen als Beweis für die geistige Auseinandersetzung mit der Vielfalt meiner Bücherkäufe. Zum anderen las ich kürzlich im Zusammenhang mit der Verleihung des Deutschen Buchpreises, dass die Preisgelder gelegentlich zur Begleichung von Steuerschulden herangezogen würden. Ich bin bereit.

Markus Hebgen

Inhaltsverzeichnis

EXORDIUM – ANFANG

ANFÄNGE

COGITATIO

PAUL UND EDGAR

EXORDIUM I

EXORDIUM II

L’CHAIM – AUF DAS LEBEN!

NIL ADMIRARI – NICHTS BEWUNDERN!

KLADDERADATSCH – COGITA - TIA ZUM 08 . MÄRZ

JOHANN ADAM VON ITZSTEIN (1775 – 1855) – DER VERGESSENE VORKÄMPFER DEUTSCHER EINHEIT UND FREIHEIT

„DUMM WIE EIN MALER!“

DIE GESELLSCHAFT DER MASKEN

DER VERSUCH EINER ENTKLEISTERUNG

Nochmal Paulus

Die Schlacht, die Europa formte

Glauben und Zweifel

JETZT MAL EHRLICH: WER HAT LUTHERS HAMMER?

VONTERRASSEN-UNDSOM-MERWEINENFÜRHINZUNDKUNZ

MITTAGS IN DER STADT

FRÜHER WAR ALLES NOCH SCHLECHTER – KEIN APFELBAUM IM PARADIES

Jeden Tag Haferbrei

Kein Mord bei Tisch

Die Medici und die französische Esskultur

Symbol des Teufels: Die Gabel

Industrialisierung und die Individualisierung des Essens

Monet und die Provokation des Alltäglichen

Ein Appell an Genuss und Achtsamkeit

Was ist jetzt mit dem Apfelbaum im Paradies?

DAS BENEHMEN BEI TISCH

ZUM SCHLUSS

EXORDIUM – ANFANG

Irgendwann ist jedes Spiel vorbei. Auch das Spiel des Lebens? Vielleicht. Aber was, wenn das Leben gar kein Spiel ist. Was, wenn mehr dahintersteckt als Alpha und Omega, Anfang und Ende? Vielleicht steht am Ende doch eine Waage, mit der alle unsere Sünden mit unseren guten Taten aufgewogen werden. Oder wir kommen wieder in anderer Gestalt mit anderen Aufgaben, ein immerwährender Kreislauf von Leben und Tod – der Mensch im Hamsterrad.

Die Religionen dieser Erde geben uns viele Möglichkeiten, alles nur halb so schlimm zu nehmen und nicht ständig in Angst vor dem Ende zu leben. Aus dem Unvermeidlichen wird die Verheißung. Es ist beruhigend zu wissen, dass das hier noch nicht alles ist. Zumal das Sterben heute auch nicht mehr das ist, was es einmal war. Es ist verdammt teuer geworden. Wer kann sich das schon leisten? Da wird das eigene Siechtum zur Kostenfrage.

Möglicherweise erklärt dies den ungebrochenen Boom von Lebensratgebern und Krisenbewältigungsstrategien. Es muss alles optimiert werden – der Arbeitstag, das Familienleben, die Spieleabende und auch die spontane Begegnung. Es ist alles im Fluss, aber begradigt. Helden und Heilige sind uns suspekt, Idole prägen das Leben. Deren Biografien über Scheitern und Neubeginn werden wie göttliche Nahrung verschlungen; da unterscheiden sich Veganer und Fleischfresser nicht.

In einer Welt, in der Künstler und Sportler oft schon mit 30 Jahren ihre erste Autobiografie veröffentlichen und ausführlich erklären, wie sie den „inneren Schweinehund“ überwunden haben, scheint alles gesagt und geschrieben. Nur halt noch nicht in den sozialen Medien oder im Fernsehen aufgearbeitet. Im Großen wie im Kleinen labt der Mensch sich am Scheitern anderer. Dies wusste schon der römische Komödiendichter Titus Maccius Plautus - Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen. Persönliche Schicksale ziehen uns an und bescheren Rundfunkanstalten hohe Einschaltquoten. Natürlich gibt es auch die, die das Beklagen – in Talkshows und in neuen Büchern. Die werden dann wieder von denen gelesen, die zuvor diese öffentlichen Demütigungen gesehen und durch die Einschaltquoten erst ermöglicht haben. Man glaubt fast, man befindet sich auf einem immer fahrenden Karussell. Ist das Leben oder spielen wir nur Leben?

Ich habe in meinem Leben großartige Projekte anstoßen und durchführen dürfen, bin interessanten und spannenden Menschen begegnet und habe schwierige Grenzerfahrungen gemacht. Mehrfach bin ich gescheitert. Schmerzhaft und manchmal ausweglos. Und doch bin ich noch da. Anders als vorher – ich bin nicht mehr der Alte, aber auch nicht der Neue. Ich bin die Summe meiner Erfahrungen und meines Lebens. Manches hätte ich gerne leichter gelernt. Durch mein hartnäckiges Weigern musste ich eben manch steinige und schmale Piste überqueren.

Spätestens jetzt denken Sie, schon wieder so ein Ratgeber, eine Lebenshilfe, eine Biografie. Nein! Vom Alter her wäre es möglich, manch einer erwartet auch das eine oder andere Lebensgeheimnis von mir. Ich muss jene enttäuschen.

Damit wir uns richtig verstehen: Jeder, der einen Ratgeber oder Ähnliches geschrieben hat, möchte andere an seinen Erfahrungen teilhaben lassen und die Möglichkeit geben, Fehler zu vermeiden. Das ist sehr ehrenwert und liebenswert. Und doch lässt sich aus dem Leben anderer keine Allgemeingültigkeit für mein Leben übertragen. Selbst in der Herde bleibt jeder Mensch einzigartig, genauso wie jeder Augenblick einmalig und unwiederbringlich ist. Keine Begegnung in diesem Leben ist wiederholbar; es grüßt eben nicht täglich das Murmeltier. Wir müssen unsere Erfahrungen selbst immer wieder für uns machen.

Gerne wird immer wieder erzählt, dass Kinder erst verstehen, dass eine Herdplatte heiß ist, wenn sie selbst daran gefasst haben. Jetzt fassen Generationen von kleinen Kindern an heiße Herdplatten oder in heiße Kamine, und die Evolution hat es nicht geschafft, uns dieses Wissen zu implantieren, damit wir es nicht mehr tun?

Natürlich braucht jede Gesellschaft Leitplanken, Rahmen, an die wir uns halten müssen. Wir nennen sie Recht und Gesetz, Religion, Moral, Sitte und Anstand. Die Geschichte der Menschheit zeigt uns aber auch, dass diese Leitplanken wandelbar sind und oft von herrschenden Meinungen – ob richtig oder falsch – abhängen. All das entlässt uns nicht aus der Verantwortung, für uns selbst den Mittelpunkt unseres eigenen Ichs zu bestimmen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Moralvorstellungen oft variieren. Heinrich Himmler hatte eine völlig andere Vorstellung von Anstand als ich.

Manche sprechen davon, unsere Erdung zu finden, im Einklang mit der Natur zu leben oder eine andere Form der inneren Balance zu erreichen. Kurz und gut: Es geht immer um die Würde eines Menschen. Darum geht es im Kern jeder Religion oder jeder esoterischen Strömung. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch – sei es in seiner Beziehung zu einem Gott oder als Werkzeug irgendeiner Macht.

Warum gibt es dann so viele Kriege und Auseinandersetzungen auf dieser Welt? Vielleicht, weil Menschen Macht ausüben wollen und Religionen dafür missbrauchen.

Möglicherweise liegt es auch daran, dass sie sich selbst noch nicht gefunden haben und ihre Unsicherheit hinter Aggression und Machtausübung verbergen. Doch zurück: Wenn es tatsächlich so ist, dass der einzelne Mensch im Mittelpunkt steht – wie es uns die Medien, Konsumangebote, die Politik und viele andere suggerieren –, dann kann es keine allgemeingültigen Lebensentwürfe geben. Jedes Leben ist einzigartig und unverwechselbar. Dies ist der Gedanke, den ich Ihnen anvertrauen möchte.

Die Texte in diesem Buch sind kurze Beiträge, die verschiedene Themen aufgreifen und zum Nachdenken, zum Gespräch und zum Austausch einladen möchten. Sie verstehen sich als Anfänge – Gedanken, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern vielmehr Raum für Ihre eigenen Überlegungen, Fragen und Perspektiven lassen.

Da ich keinen Anspruch auf die Vorlage einer wissenschaftlichen Arbeit erhebe, fehlen hier die Zitierhinweise. Ich hoffe dennoch, dass Sie in den Texten Anregungen finden, die Sie inspirieren und bereichern.

Vielleicht ist das Leben kein Spiel, bestimmt aber eine Bühne auf der wir lernen zu leben. Oder, wie Seneca es treffend so formulierte: „Wie lange ich lebe, liegt nicht in meiner Macht; dass ich aber, solange ich lebe, wirklich lebe, das hängt von mir ab.“

Viel Freude beim Lesen!

Markus Hebgen

im Dezember 2024

ANFÄNGE

COGITATIO

Ich mag Sex! Alkohol und gutes Essen vervollständigen die Liste meiner Lebensfreuden; leider allerdings in einer anderen Reihenfolge. Jedoch klingt das mit dem Sex auffälliger; da sind Puritaner auf den Bäumen und Hedonisten, insbesondere alte, weiße Männer applaudieren begeistert. Mit Sex erregt ein Autor die Gemüter; immer noch.

Eros verführt und begeistert; der geneigte Leser schaue nur in die Werbung – es sind junge, sportliche Models, die für Luxusgüter werben, welche sich der leicht sabbernde Betrachter gar nicht leisten kann. Diese Bilder suggerieren eine Welt, in der Lust und Genuss untrennbar mit Erfolg und Schönheit verbunden sind. Es ist eine verzehrende Welt; der Druck, ständig nach dem nächsten großen Vergnügen zu streben, kann sowohl berauschend als auch erdrückend sein. Der Genuss wird als Ziel, nicht als Mittel zum Zweck betrachtet – eine Flucht vor der Realität, die uns gleichzeitig bindet und befreit. In dieser Spannung zwischen Lust und gesellschaftlichem Druck finden wir uns wieder.

Zurück zum Sex. Jetzt ist es wichtig, Sie bei Laune zu halten; Sie dürfen den Faden nicht verlieren, bitte weiterlesen. Dabei hatte ich mir das Schreiben so einfach vorgestellt. Da suche ich mir ein Thema und schreibe drauf los. Macht doch jeder, so scheint es. Die flackernde Kerze am Schreibtisch schenkt dem Rotwein eine aufreizende Farbe, während die Rauchwolken der Zigarre wie eine Hommage an die Ewigkeit den Raum umhüllen.