Antwerpen, Brügge, Gent - Petra Sparrer - E-Book

Antwerpen, Brügge, Gent E-Book

Petra Sparrer

0,0
5,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

EINLEITUNG Willkommen in den flämischen Kunststädten Kunstliebhaber schwärmen vom Genter Altar und den alten flämischen Meistern des 15. Jahrhunderts, aber Antwerpen, Brügge und Gent haben noch viel mehr zu bieten, vor allem jedoch ergänzen sie sich wunderbar. Ihren mittelalterlichen Reichtum an Architektur und Kunstschätzen verdanken die traditionell wenig industrialisierten Städte den bedeutenden Wasserwegen und dem Handel mit Tuch, Spitze und Tapisserien. Das weltoffene, mondäne Antwerpen, Mode-Mekka, Gay City und historisches Zentrum des weltweiten Diamantenhandels, hat sich seine familiäre Atmosphäre bewahrt. Neben italienisch-barockem Lebensgefühl aus der Zeit von Peter Paul Rubens, der die Kirchen- und Museumslandschaft geprägt hat, herrscht das zeitgenössische Flair moderner Industriekultur – im auch architektonisch spektakulären Hafenviertel, dem »Place to be« der Scheldestadt. Brügge begeistert durch seine gotisch-mittelalterliche Altstadt, wo sich abends im Schein der Laternen Häuser, Kirchen und Türme märchenhaft im Wasser der Grachten spiegeln. Hier ist alles bequem zu Fuß zu erkunden und Stress ein Fremdwort, genießen ist angesagt, beispielsweise Pralinen, denn Brügge ist noch dichter mit Chocolatiers besetzt als Antwerpen. Belgiens größte Studentenstadt Gent hat ein ausgeprägtes Nightlife. Bei den Gentse Feesten im Juli ist die feierlustige Stadt bis spät in die Nacht auf den Beinen. Im Winter fasziniert alle drei Jahre ein Lichterfest mit Installationen internationaler Lichtdesigner nach dem Vorbild des französischen Lyon. Im Zentrum bezaubert am Abend eine dezentromantische Beleuchtung. Nicht weit von der St. Baafskathedraal mit dem Genter Altar steht eine moderne Markthalle. Die Ufer Graslei, Kranlei und Korenlei laden zum Sitzen und Schlemmen ein. Tipp: Unbedingt in die Feinkostgeschäfte schauen und vielleicht auch einen Genever auf Gent trinken – Wohl bekomm’s!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



ANTWERPEN · BRÜGGE · GENT
DIE AUTORIN
Petra Sparrer ist Romanistin, hat in Stuttgart-Hohenheim Journalistik studiert und begann sich für Belgien zu begeistern, als sie 1992 im Auslandsstudio des ZDF in Brüssel hospitierte. Seitdem besucht sie das Land regelmäßig. Sie arbeitet als freie Journalistin, Reisebuchautorin, Lektorin und Projektmanagerin für Buchverlage sowie als Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen im eigenen Redaktionsbüro in Köln (psvonunterwegs.de). Sie veröffentlichte weitere Reiseführer, u. a. zu Brüssel, Lyon, San Sebastian & Bilbao, Montpellier, Toulouse, Porto, Palma de Mallorca, Lissabon und London, dem Tal der Loire und dem Languedoc-Roussillon.

ANTWERPEN · BRÜGGE · GENT

Top 10 & Mein Flandern

Willkommen in den flämischen Kunststädten

Top 10: Das müssen Sie gesehen haben

Mein Flandern – Lieblingsplätze der Autorin

Antwerpen

Stadttour

Ein Rundgang durch Antwerpen

Streifzüge

Durch jüdische Wohnstraßen

Das Jugendstilviertel Zurenborg

Het Eilandje – das Hafenviertel

Vista Points Antwerpen

Museen, Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Brügge

Stadttour

Ein Rundgang durch Brügge

Streifzug

Ruhig und verträumt – Das unbekanntere Brügge

Vista Points Brügge

Museen, Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Gent

Stadttour

Ein Rundgang durch Gent

Streifzüge

Über den Kouter zur Bijlokesite

Das Kunstenkwartier

Vista Points Gent

Museen, Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Erleben & Genießen

Übernachten

Antwerpen

Brügge

Gent

Essen und Trinken – Restaurants und Cafés

Restaurants

Antwerpen:

Brügge:

Gent:

Cafés

Antwerpen:

Brügge:

Gent:

Nightlife – Bars, Szenelokale, Jazzclubs, Diskotheken

Bars und Szenelokale

Antwerpen:

Brügge:

Gent:

Jazzclubs

Antwerpen:

Brügge:

Gent:

Diskotheken/Clubs

Antwerpen:

Gent:

Kultur und Unterhaltung – Konzert, Oper, Ballett, Theater, Kino

Antwerpen

Brügge

Gent

Shopping – Patisserie, Schokolade, Schmuck, Mode, Spezialitäten, Geschenke, Spitze

Antwerpen

Patisserie, Schokolade:

Schmuck:

Mode:

Brügge

Schokolade:

Delikatessen:

Geschenke und Spitze:

Mode:

Gent

Schokolade:

Mode:

Spezialitäten:

Mit Kindern in der Stadt

Antwerpen

Brügge

Gent

Erholung und Sport – Parks, Radfahren, Schwimmen

Antwerpen

Brügge

Gent

Chronik

Daten zur Geschichte der flämischen Kunststädte

Service von A bis Z

Anreise

Antwerpen, Brügge und Gent in Zahlen und Fakten

Auskunft

Tourismusbüros:

Diplomatische Vertretungen

Feiertage, Feste, Veranstaltungen

Feste und Veranstaltungen:

Geld, Kreditkarten

Hinweise für Menschen mit Handicap

Internet

Klima

Medizinische Versorgung

Notfälle, wichtige Rufnummern

Post, Briefmarken, Öffnungszeiten

Presse

Sightseeing, Touren

Antwerpen:

Gent:

Brügge:

Telefonieren

Verkehrsmittel

Sprachführer

Bildnachweis und Impressum

Top 10 & Mein Flandern
Willkommen in den flämischen Kunststädten
Kunstliebhaber schwärmen vom Genter Altar und den alten flämischen Meistern des 15. Jahrhunderts, aber Antwerpen, Brügge und Gent haben noch viel mehr zu bieten, vor allem jedoch ergänzen sie sich wunderbar. Ihren mittelalterlichen Reichtum an Architektur und Kunstschätzen verdanken die traditionell wenig industrialisierten Städte den bedeutenden Wasserwegen und dem Handel mit Tuch, Spitze und Tapisserien.
Das weltoffene, mondäne Antwerpen, Mode-Mekka, Gay City und historisches Zentrum des weltweiten Diamantenhandels, hat sich seine familiäre Atmosphäre bewahrt. Neben italienisch-barockem Lebensgefühl aus der Zeit von Peter Paul Rubens, der die Kirchen- und Museumslandschaft geprägt hat, herrscht das zeitgenössische Flair moderner Industriekultur – im auch architektonisch spektakulären Hafenviertel, dem »Place to be« der Scheldestadt.
Brügge begeistert durch seine gotisch-mittelalterliche Altstadt, wo sich abends im Schein der Laternen Häuser, Kirchen und Türme märchenhaft im Wasser der Grachten spiegeln. Hier ist alles bequem zu Fuß zu erkunden und Stress ein Fremdwort, genießen ist angesagt, beispielsweise Pralinen, denn Brügge ist noch dichter mit Chocolatiers besetzt als Antwerpen.
Belgiens größte Studentenstadt Gent hat ein ausgeprägtes Nightlife. Bei den Gentse Feesten im Juli ist die feierlustige Stadt bis spät in die Nacht auf den Beinen. Im Winter fasziniert alle drei Jahre ein Lichterfest mit Installationen internationaler Lichtdesigner nach dem Vorbild des französischen Lyon. Im Zentrum bezaubert am Abend eine dezent-romantische Beleuchtung. Nicht weit von der St.-Baafskathedraal mit dem Genter Altar steht eine moderne Markthalle. Die Ufer Graslei, Kranlei und Korenlei laden zum Sitzen und Schlemmen ein. Tipp: Unbedingt in die Feinkostgeschäfte schauen und vielleicht auch einen Genever auf Gent trinken – Wohl bekomm’s!
© Guido Schiefer, Köln
Grote Markt mit seinen prächtigen Giebelhäusern in Brügge
Top 10: Das müssen Sie gesehen haben
A Diamantenviertel Antwerpen  E5
Vom Bahnhof Centraal aus unbedingt einen Abstecher in die Hovenierstraat machen, das Herz des Diamentenviertels.
B Onze-Lieve-Vrouwekathedraal Antwerpen
E4Die Kathedrale der Scheldestadt ist gotisches Gotteshaus und Kunsttempel zugleich. Zu ihren Kunstschätzen zählen die »Kreuzaufrichtung« und »Kreuzabnahme« von Rubens.
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
C MAS AntwerpenC4
Das Museum aan de Stroom im Hafenviertel von Antwerpen ist mit seinem innovativen Konzept und einer umfassenden Sammlung ein Publikumsmagnet auf dem Eilandje. Das Dach bietet einen tollen Rundblick über Stadt und Hafen.
D Belfort und Marktplatz Brügge aD3
Ein toller Blick auf den Marktplatz belohnt für die Mühen des Aufstiegs auf den Belfried über eine lange, sehr enge Wendeltreppe.
E Burgplatz Brügge aD3
Dicht an dicht reihen sich hier Brügges Top-Sehenswürdigkeiten wie das gotische Rathaus und die Heiligblut-Basilika.
F Rozenhoedkaai Brügge aD3
Beste Fotoperspektive: Einer der romantischsten Orte der Stadt lädt besonders bei Nacht zum Träumen ein.
© Ulrich Knaupe/iStockphoto
G Begijnhof und Minnewaterpark Brügge aE/aF3
Schwäne schwimmen im Minnewater. Romantischer kann ein Beginenhof nicht liegen. Ostern blühen die Narzissen, und die Idylle im Grünen wird noch fotogener.
© Oscar/Fotolia
H Graslei und Korenlei Gent bB/bC2
Von beiden Seiten spiegeln sich die Fassaden der Zunfthäuser im Wasser der Leie. Die Terrassencafés und die Ufer laden zum Sitzen, Sonnen und Schauen ein.
I St.-Baafskathedraal Gent bC2
Gents Kathedrale birgt eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt, den Genter Altar von 1432 mit der »Anbetung des Lamm Gottes« der Brüder Jan und Hubert van Eyck.
J STAM Gent bD1
Ein schöner Spaziergang entlang der Leie führt zu Gents spannendem Museum für Stadtgeschichte in den Gebäuden einer ehemaligen Zisterzienserabtei im Bijlokekwartier.
© Phile Deprez/STAM-Ghent City Museum
Mein Flandern
Lieblingsplätze der Autorin
Liebe Leserinnen und Leser,
dies sind einige besondere Orte in Antwerpen, Brügge und Gent, an die ich immer wieder gern zurückkehre. Eine schöne Zeit in den flämischen Kunststädten wünscht Ihnen
Petra Sparrer
~ Paleis op de Meir und Grand Café Horta E4
The Chocolate Line im einstigen Napoleonpalast in Antwerpen verführt mit Pralinen und Schoko-Kreationen von Dominique Persoone. Ein paar Schritte hinter dem Rubenshaus lädt das Jugendstilcafé Horta zum Verweilen ein.
~ Groeningemuseum Brügge aE3
Neben berühmten Gemälden von Jan van Eyck und Hieronymos Bosch faszinieren Werke unbekannterer und anonymer flämischer Altmeister.
~ Vrijdagmarkt Gent bB2
Von der Terrasse eines Cafés das Leben auf dem schönen Platz beobachten. Freitags vormittags ist Markt. Am Abend die romantisch-dezente Beleuchtung genießen. In der Kneipe De Dulle Griet ein Kwak bestellen, die Schuhe an die Decke hängen lassen und sich zu späterer Stunde hinter St.-Jakob ins Nachtleben stürzen.
~ Julie’s House Gent bB2
Bei Julie’s hausgebackenen Bilderbuch-Törtchen an der Kranlei in Gent wird wahrscheinlich jeder schwach.
~ Antwerpens Zuid F3/4
Das nette Fischrestaurant Fiskebar ist ein guter kulinarischer Auftakt, um anschließend die Bars in Antwerpens Zuid zu entdecken, allen voran das Café Hopper.
Antwerpen
Stadttour
Ein Rundgang durch Antwerpen
Vormittag
Station Centraal – Diamantenviertel – Paleis op de Meir – Rubenshuis – Bourlaschouwburg – Museum Mayer van den Bergh – Onze-Lieve-Vrouwekathedraal.
Mittag
Mittagessen am Groenplaats, am Grote Markt oder im
Grand Café Horta
Hopland 2, (03) 203 56 60
www.grandcafehorta.be
Nachmittag
Vlaeyskensgang – De Zwarte Panter – Het Steen – Vleeshuis – St.-Pauluskerk – St.-Carolus-Borromeuskerk –Snijders&Rockox Huis – St.-Jakobskerk. 
© Rys/Tourismus Flandern-Brüssel
Im Diamantenviertel kann man Diamantenschleifern bei der Arbeit zusehen
»Eisenbahnkathedrale« nennen die Antwerpener ihre 1905 eingeweihte Station Centraal E5. Das Glasdach und den prunkvollen Bau im modischen Stilgemisch der Zeit schuf der Brügger Architekt Louis Delacenserie. Hier beginnt der Rundgang. Der Zoo, das Diamantenviertel und das Pagodentor am Eingang zu Chinatown gehören zu den Attraktionen rund um den Bahnhofsplatz.
Wenige Schritte vom Bahnhof liegt die 200 Meter lange, von Plattenbauten gesäumte Hovenierstraat, das Herz des ADiamantenviertels E5. Hier stellen renommierte Juweliere ihren Schmuck aus und Besucher haben Gelegenheit, Schleifern bei der Arbeit zuzusehen und mit Experten zu sprechen, die sich mit Zertifikaten und neuen Schliffen auskennen. Die Hovenierstraat, in der sich der Diamantenhandel und die Überwachungskameras konzentrieren, wirkt optisch eher grau und funktional, ganz anders als der Gedanke an funkelnde Diamanten vermuten lässt. Achtung: Diamondland mit dem größten Showrooom musste schließen. Bei Angeboten mit bis zu 50 Prozent Rabatt ist Vorsicht geboten. Und ganz generell gilt: Wer kaufen möchte, sollte sich Zeit lassen und ausgiebig bei Juwelieren in der ganzen Stadt umschauen. Nicht alle Goldschmiede und Designer Antwerpens haben ihre Geschäfte im Diamantenviertel.
Vorbei an den Straßencafés der De Keyserlei geht es bis zum TeniersplaatsE5. David II. Teniers (1610–90) steht hier als Skulptur verewigt. Er zählte im 17. Jahrhundert zu den bekanntesten Malern der Stadt und stammte aus einer flämischen Malerfamilie. An den Platz schließt sich die lebhafte Fußgängerzone Meir an. Eins ihrer Highlights ist die prunkvoll restaurierte Einkaufspassage StadsfeestzaalE4/5. Alexis van Mechelen entwarf den neoklassizistischen Bau 1908, im Jahr 2000 brannte er ab und wurde 2007 als luxuriöses Shoppingparadies wiedereröffnet.
Ein paar Schritte vorbei an der Wapper lockt der ~Paleis op de MeirE4 mit dem verführerischen Pralinengeschäft The Chocolate Line des Schoko-Shooting-Stars Dominque Persoone und fürstlichen Räumen. Architekt Jan Pieter van Baurscheidt errichtete den Palast 1745 und griff zu französischen, wienerischen und nordniederländischen Stilelementen. Napoleon ließ ihn 1811/12 im Empirestil einrichten. Später beherbergte der Palast Staatsgäste der belgischen Könige. Erst Leopold II. ließ den Spiegelsaal bauen.
© Petra Sparrer, Köln
Das Rubenshuis ist wegen Umbau und Restaurierung bis 2027 nicht zu besichtigen
Linker Hand an der Wapper, vorbei an Brunnen, Cafés und Brasserien, steht das vom italienischen Barockstil inspirierte RubenshuisE4, ab 1611 war es Wohnhaus und Atelier des reichen Malers Peter Paul Rubens (1577–1640). Er sammelte mit der humanistischen Passion seiner Epoche Werke von Künstlern, die er bewunderte, Kabinettschränke, Skulpturen, Bücher und Pflanzen. Ob das Porträt seiner Großmutter als Mädchen, das Himmelbett oder der Rubensstuhl, den er sich fertigen ließ, als er 1633 Ehrenvorsitzender der Antwerpener Malergilde St.-Lukas wurde – alles hier zeugt von Einfluss und Reichtum.
In der einst hochproduktiven Werkstatt des Hofmalers von Erzherzog Albrecht und Erzherzogin Isabella, eines emsigen Auftragsmalers mit zahlreichen Kontakten zum Adel und den europäischen Königshäusern, hängen großformatigere, monumentalere Werke als im Wohnhaus.
Je nach Auftraggeber ließ Rubens zahlreiche Mitarbeiter für sich arbeiten und sorgte nur noch eigenhändig für den letzten Schliff des Gemäldes. So verstärkte er auf dem Ölgemälde »Das St. Martinsfest« das Weiß über den Augen, um den Figuren einen eindringlicheren Blick zu verleihen. Eine Bäuerin verwandelte er in eine feine Städterin, indem er ihre Schürze mit einem Seidenrock übermalte. Das Gemälde »Die Verkündigung« wiederum ist ein Beispiel für den Einfluss der klaren leuchtenden Farben des dynamischen italienischen Barock. Den blauen Mantel der Maria malte Rubens mit dem kostbaren Ultramarinblau aus fein gemahlenem Lapislazuli. Aus der Zeit vor der Italienreise stammt das im Vergleich statisch genaue Bild »Adam und Eva« in kühlem Grün und Blau, beeinflusst von Otto van Veen, seinem wichtigsten Lehrmeister.
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Endzeitszenario: das Gemälde »Dulle Griet« (um 1562) von Pieter Brueghel d. Ä., Museum Mayer van den Bergh
Nächste Station des Rundgangs ist die BourlaschouwburgE4am Komedieplaats. Das klassizistische Theater des Architekten Pierre Bourla von 1834 ist heute die Spielstätte des Toneelhuis (flämisches Theater) und nicht nur Theatergänger kehren gern in seine beliebte Brasserie De Foyer (1. So im Monat Brunch) ein oder essen in der Bar Pierre. Durch die Arenbergstraat geht es weiter zum Museum Mayer van den BerghE4, das noch original möbliert ist. Die Besitzerin Henriette Mayer van den Bergh errichtete das Haus eigens für die wertvolle Kunstsammlung ihres 1901 bei einem Reitunfall mit 43 Jahren verstorbenen Sohns Fritz. Sie war die Tochter eines reichen Antwerpener Brauers, Likörbrenners, Schiffsmaklers und Senators, ihr Sohn ein besessener Kunstsammler. Gemälde von Cornelis Vos, Rogier van der Weyden, Stillleben, Porträts, Retablen, aber auch die gotischen Glasfenster sind bewundernswert.
Vor allem aber besitzt das Museum einige Werke von Pieter Brueghel d. Ä. Das berühmte »Dulle Griet«, ein mysteriöses Höllenszenario nach überlieferten flämischen Possen um eine Hexe, ersteigerte der Sammler 1894 in Köln für nur 500 belgische Franc, während das Museum für Schöne Künste im selben Jahr für Brueghels »Verlorenen Sohn« 45000 Franc bezahlte.
Aufmerksam lesen sollte man die »Zwölf Sprüche auf Tellern«. Denn so erschließt sich die humorvolle Seite des tiefgründigen und in seiner Malerei erzählfreudigen flämischen Altmeisters. Frei nach dem Motto: »Was nützt ein schöner Teller, wenn nichts drauf ist«. Dieser Spruch stammt allerdings aus Brueghels »Die niederländischen Sprichwörter«, das ganze hundert Redewendungen illustriert und in der Berliner Gemäldegalerie (Kulturforum Berlin) hängt. Doch auch die vom Wahnsinn getriebene Grete, die auf dem Bild »Dulle Griet« mit verlorenem Blick einen Degen vor sich trägt, veranschaulicht eine flämische Redensart: »mit dem Degen in der Faust zur Hölle fahren«.
Wer eher auf Mode steht, kommt in den Ausstellungen im MoMuE3, dem Modemuseum in der Nationalestraat, auf seine Kosten. In dieser Straße haben renommierte Modedesigner wie Dries van Nooten ihre Flagshipstores. Wer sich für Druckkunst interessiert, macht einen Abstecher zum Plantin-Moretus-MuseumE3 am Vrijdagmarkt. Die 1555 eröffnete »Oficina Plantinia« hatte zu besten Zeiten 22 Mitarbeiter. Der Drucker Christoph Plantin kam 1549 aus Paris nach Antwerpen, wo er es bis zum Hofdrucker von PhilippII. brachte. Sein Enkel Balthasar Moretus führte die Druckerei weiter.
Sonst geht es über die Nationalestraat und den lebendigen Groenplaats mit der Statue von Rubens weiter zur BOnze-Lieve-VrouwekathedraalE4. Ursprünglich sollte sie zwei Türme bekommen, aber auch mit dem 123 Meter hohen, einzig vollendeten ist sie die größte gotische Kirche Belgiens und der Niederlande. Mit der »Kreuzaufrichtung« von 1609/1610 führte Rubens den italienischen Barock in den Niederlanden ein. Neun Henkersknechte setzen auf dem Bild alle ihre Kräfte daran, das Kreuz hochzustemmen – eine expressive, ungestüme Darstellung. 1611–14 malte Rubens die »Kreuzabnahme«, ein deutlich ruhigeres Bild, aber dennoch dramatisch und monumental. Das Triptychon »Christi Auferstehung« zeigt das Felsengrab, was für die damalige Zeit revolutionär war, denn Rubens stellte das Grab Christi als Erster nicht als Sarkopharg dar. »Mariä Himmelfahrt« ist das hellste, sanfteste und friedvollste Bild. In der Bibel ist dieses Thema nicht erwähnt und so war es zu seiner Entstehungszeit (1625/26) sehr populär. Seit rund 400 Jahren hängt das Gemälde über dem Hochaltar der Maria geweihten Kathedrale. Die Glasfenster sind aus dem 15. bis 17. Jahrhundert.
© Klaus/Wikipedia
Das Renaissance-Stadhuis von Antwerpen hat eine imposante Fassade
Draußen