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Im Mittelpunkt dieses populärwissenschaftlichen Vortrags steht die Atlantis-Erzählung des griechischen Philosophen Platon. Die Frage, ob sie auf historisch-geografischen Tatsachen beruht oder eine Fiktion ist, hat schon viele Generationen beschäftigt. Einen besonderen Reiz hat sie für die späteren Interpreten dadurch bekommen, dass die Insel in Folge einer weltweiten Katastrophe an nur einem Tag im Meer versunken sein soll. Diejenigen, die Insel und Katastrophe für historisch halten, haben natürlich die Beweislast und müssen ihre Hypothesen historisch-geografisch und naturwissenschaftlich untermauern.
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Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2017
Meiner guten Freundin Ingeborg Schudoma
Es ist fast schon eine kleine Tradition im Förderverein Stadtmuseum Quakenbrück, dass Frau Dr. Annrose Niem bei vollem Haus in die Geheimnisse der frühen Menschheitsgeschichte führt. Die im letzten Jahr ausgesprochene Hoffnung, unserem interessierten Publikum weitere Folgen anbieten zu können, wurde nicht enttäuscht. So ist es mir eine Freude, die nunmehr dritte Veröffentlichung dieser Reihe kurz präsentieren zu können.
Ein spannendes Thema, die Atlantisfrage, stand diesmal auf dem Programm. Ist die Erzählung des griechischen Philosophen Platon (427-347 v. Chr.) nur eine Legende oder steckt ein großes erdgeschichtliches und auch politisches Ereignis dahinter? Es gibt eine Unzahl von Veröffentlichungen zu diesem Thema und seit 2005 sogar „Atlantiskonferenzen“.
Dr. Annrose Niem hat es wieder geschafft, die Problematik auf den Punkt zu bringen und Interesse an diesem unerschöpflichen Thema zu wecken sowie aus der großen Zahl der Forscher einen auszuwählen, der recht schlüssige Erkenntnisse vorlegt: den Österreicher Otto Muck, Mitarbeiter Wernher von Brauns. Dieser setzt die nach der Hypothese Alfred Wegeners auseinandergedrifteten Kontinente Eurasien/Afrika und Amerika wie in einem Puzzlespiel wieder zusammen und bemerkt dabei, dass an einer Stelle, nämlich dort, wo heute die Azoren liegen, eine Lücke entsteht. Dort könnte nach seiner Ansicht die sagenhafte Insel gelegen haben.
Wir danken der Referentin, dass sie wieder den erweiterten und illustrierten Vortrag für diese Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat. Eine besondere Anerkennung gilt Frau Helke Hodde für die bildliche Darstellung der Atlantishauptstadt.
Gern springt das Regionalmuseum hin und wieder über den eigenen Zaun, um die weltweite Forschung zu unserer längst nicht geklärten Vergangenheit weiter zu durchdringen. Wir würden es begrüßen, auch in der nächsten Saison diese Reihe fortsetzen zu können.
Quakenbrück, im Februar 2012
Heinrich Böning
Leiter des Stadtmuseums
Dies ist nun schon der vierte Vortrag, den ich hier vor Ihnen im Museum halte: In den drei vorigen standen jeweils Persönlichkeiten aus dem alten Rom im Blickpunkt, die im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelebt haben: Nach dem stoischen Philosophen Seneca waren das der Schriftsteller Plinius, dem wir den einzigen Bericht über die Vesuvkatastrophe im Jahre 79 verdanken, und dann Plinius der Ältere, dessen 37-bändige Enzyklopädie mit dem gesamten Wissen seiner Zeit erhalten geblieben ist.
Diesmal führe ich Sie noch einmal ca. 500 Jahre weiter zurück in die Vergangenheit, nämlich zum griechischen Philosophen Platon (427-347 v. Chr.), dem wir den einzigen Bericht über die Insel Atlantis verdanken, die in grauer Vorzeit versunken sein soll.
Gleich nach der Verbreitung seiner Erzählung haben sich zwei Parteien gebildet: Die einen glauben, dass Platon die Geschichte von Atlantis frei erfunden hat. Die anderen meinen, dass es Atlantis wirklich gegeben hat.
Inzwischen gibt es Zigtausende von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Die Insel ist seither in allen möglichen und unmöglichen Gegenden und Zeiten verortet worden. Seit 2005 gibt es sogar sogenannte Atlantiskonferenzen, die alle zwei Jahre in Griechenland tagen. Zu all diesen Veröffentlichungen und Konferenzen kann ich hier vor Ihnen natürlich nicht Stellung nehmen, ganz abgesehen davon, dass ich sie bei dieser großen Menge auch selbst nicht alle kennen kann. So scheint es mir am sinnvollsten zu sein, Ihnen zunächst das vorzustellen, was wir bei Platon selbst über Atlantis erfahren:
