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Das Buch "Bad Essen - Bilder im Spiegel der Zeit" führt ein in die Geschichte des Kurortes Bad Essen und zeigt dessen Entwicklung in den vergangenen 125 Jahren anhand ausgewählter Fotografien, die zum einen die Welt des frühen Kurortes zwischen 1900 und 1925 zeigen und zum anderen den nachhaltigen Wandel im Ortsbild abbilden. Die schwarz-weißen Fotografien spannen einen zeitlichen Rahmen von 1898 bis 2010. Sie dokumentieren so einen Entwicklungsprozess, dessen Ergebnis ein malerischer Kirchplatz mit einem unverwechselbaren Flaire ist. Zusammen mit den vielen denkmalgeschützten Fachwerkbauten in seinem Zentrum verfügt der Ort so über eine Kulisse, die sich durch eine traditionsbehaftete Atmosphäre auszeichnet. Diese in ihrer historischen Entwicklung nachzuzeichnen ist Gegenstand des Buches von Dr. Wolfgang Huge, der seinen Heimatort porträtiert.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Wolfgang Huge
Bilder im Spiegel der Zeit
Books on Demand
Die Bahnhofstraße mit der ev.-luth. St. Nikolai Kirche im Hintergrund, davor die alte Essener Dorfschmiede an der Einfahrt zum Kurhotel Höger.
Vorwortt
Ortsgeschichtliches zu Bad Essen
Ortsplan Essens um 1790 (von Johann Wilhelm du Plat)
Volkszählung durch Justus Möser 1772
Zählung der Wohngebäude und Bevölkerung 1864
Vieh- und Krammärkte in Essen
Erste urkundliche Erwähnung eines Marktes
Die Essener Legge
Volkszählung von 1871
Vereinsleben in der erwachenden bürgerlichen Gesellschaft
Der Schützenverein von 1840
MGV Harmonie von 1842
Verein für gemeinnützige Zwecke von 1846
Auf dem Weg zum Kurort
Die Entwicklung vom Kurort zum Heilbad
Der „Trink- und Badeanstalts-Verein“ von 1863
Der „Marienthurm“ auf dem Sonnenbriinnkk
Die Reeder-Famlie Rickmers
Zum Wirken des „Verschönerungsvereins“
Die Anfänge des Kurorts im „Alten Berghaus“ und „Waldhotel“
Das Kurleben im 20. Jahrhundert
Waldillumination mit Lichtermeer und Feuerwerk
„Bad Essen 1958: radio-aktiv“
Ausbau des Kurorts zum Heilbad unter der „Kurbetriebe GmbH“
Neuordnung durch den „Kur- und Verkehrsverein“
Rund um das Rathaus - „An‘n Feiele“
Altes Ortszentrum mit der St. Nikolai Kirche
Bahnhofstraße - „Unnern up de Straute“
Bergstraße - „Bourden up de Straute“
Über den Ortsrand hinaus
Die Entwicklung bis in das 21. Jahrhundertt
Eine frühe Luftaufnahme von Bad Essen aus dem Jahr 1904, vermutlich von einem Heißluftballon aus aufgenommen.
Eine Ortschaft anhand von „Bildern im Spiegel der Zeit“ darzustellen ist eine echte Herausforderung. Denn die für ein solches Vorhaben notwendigen Abbildungen sollten zum einen die Entwicklung, zum anderen aber auch die Kontinuität ihres Gegenstands zeigen. Fortschritt und Bewahrung in dieser Form zusammen zu bringen heißt, das heutige Erscheinungsbild des betreffenden Ortes in seiner historischen Substanz zu erläutern. Und es bedeutet darüber hinaus auch, Untergegangenes festzuhalten und für die Nachwelt zu bewahren.
Soweit sich dies aus Postkarten, Fotografien und Dokumenten rekonstruieren lässt, hat Bad Essen in den vergangenen 125 Jahren einen langen Wandlungsprozess durchgemacht, wobei die historische Grundsubstanz des Ortes jedoch in weiten Teilen erhalten geblieben ist. Gerade die Vielzahl an historischen Fachwerkgebäuden gibt dem Ort mit seinem malerischen Kirchplatz eine unverwechselbare Atmosphäre, die bis in die Gegenwart wirkt. Die hier zusammengetragenen Ansichten zu Bad Essen „im Spiegel der Zeit“ liefern damit in gewisser Hinsicht auch eine Bilanz unter die architektonischen Trends seit dem frühen 20. Jahrhundert, die sich zum Teil noch im aktuellen Ortsbild spiegeln.
Fotografien mit Ansichten zu Bad Essen gibt es etwa seit dem Jahr 1900. Die ersten Aufnahmen auf noch erhaltenen Postkarten und Fotographien zu Bad Essen stammen aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, womit der Betrachtungszeitraum zeitlich eingegrenzt wird. Die ältere Geschichte des Ortes muss hier deshalb ausgespart bleiben, da zu ihr keine Abbildungen vorliegen. Unsere Eröffnungsbilanz beginnt folglich in jenen Jahren kurz vor 1900. Eine der ältesten Aufnahme zeigt das alte Bad Essen, wie es sich in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts präsentiert hat. Die 1904 offenbar aus einem Heißluftballon aufgenommene Luftaufnahme beinhaltet eine Ansicht des Ortes noch ohne den Weser-Ems-Kanal, mit dessen Bau erst 1906 begonnen wurde. Im Hintergrund der Aufnahme ist die 1900 eröffnete Bahnlinie der Wittlager Kreisbahn von Bohmte nach Preußisch-Oldendorf zu erkennen, die die nördlich gelegenen Felder durchtrennt. Deutlich zu erkennen sind auch die alte Post links neben dem Kirchturm, die hier angrenzende Baumreihe am Friedhof und die Wegeführung zwischen Essen und Harpenfeld. In der rechten Bildseite zu sehen ist das Gebäude des späteren Amtgerichts, das 1920 nach Bad Essen verlegt wurde. Wie die Aufnahme zeigt, bildete die Gartenstraße um diese Zeit noch die nördliche Ortsgrenze. Aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts stammen auch die beiden Aufnahmen des Kirchplatzes auf dem Umschlag. Sie zeigen das Ortszentrum mit einer farbigen Abbildung des Marktlebens um 1900 und einer schwarz-weißen Aufnahme des Kirchengebäudes aus den 1920er Jahren.
Den alten Aufnahmen, die im Bildteil des Buches als historische Dokumente in Form von Schwarzweiß-Reproduktionen wiedergegeben sind, stehen am Ende neuere Fotografien aus den letzten Jahren gegenüber als Belege für aktuelle Entwicklungen. Es wäre schön gewesen, wenn man konsequent Bilder jeweils aus den ersten Jahren beider Jahrhunderte hätte vergleichend nebeneinander präsentieren können. Doch hat das Material dies nur begrenzt zugelassen, da der Fundus bislang unpublizierter Bilder aus den frühen Tagen der Fotografie zu Bad Essen nicht so groß ist. Dennoch hoffe ich, bei der Gestaltung des Buches die beiden Aspekte Tradition und Wandel gleichermaßen berücksichtigt zu haben.
Für dieses Buch stehen erstmals Fotografien aus dem Nachlass von Wilhelm Wegmann zur Verfügung. Er war wohl der erste Essener, der über einen eigenen Fotoapparat verfügte. Und er setzte die Kamera bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts dazu ein, um Aufnahmen seines Heimatortes zu machen. Diese Fotografien fanden sich zum Teil wieder als Motive der Postkarten, die er in seinem kleinen Laden am Kirchplatz verkaufte. Besagte Aufnahmen stammen hauptsächlich aus der Zeit von 1900 bis 1930. Spätere Aufnahmen, Postkarten und Fotos aus der Zeit von 1935 bis 1975 hat das Archiv der Gemeinde Bad Essen beigesteuert, ebenso Aufnahmen aus den späten Jahren des 20.Jahrhunderts,die den Ort während der Ortskernsanierung in den 1980er Jahren zeigen. Diese Fotos wurden damals im Auftrag der Gemeinde Bad Essen zu Dokumentationszwecken gemacht und wurden nun für dieses Buch über den Wandel des Ortsbilds freigegeben. Abgerundet wird das Material mit eigenen Aufnahmen und Reproduktionen, die sich im Laufe der Zeit in meinem Archiv angesammelt haben.
Zur Einführung dienen die Kapitel „Ortsgeschichtliches zu Bad Essen“ und „Die Entwicklung vom Kurort zum Heilbad“. Im Anschluss folgt der Fototeil. Nun können Sie, liebe Leser und Leserinnen, sich ein Urteil bilden. Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre viel Spaß und hoffe, dass der eine oder andere in den Bildern noch Details entdeckt, die sich meiner Aufmerksamkeit bislang entziehen konnten.
Bad Essen im Sommer 2011
Dr. Wolfgang Huge
Wir können die Geschichte des Ortes Essen - seit 1902 Bad Essen - zurückverfolgen bis in die Jahre 1074/1075, in denen er erstmals urkundlich erwähnt wird. So befindet sich im Osnabrücker Urkundenbuch (Bd. 1, S. 138) ein Schriftstück, das die Existenz einer Ortschaft Essen vor weit mehr als 900 Jahren belegt. Die besagte Akte berichtet von einer Vereinbarung zwischen dem Edelherrn Gisilbert und der edlen Frau Cuniza mit dem Bischof Benno (II.) sowie dem Kirchenvogt Everhard. In ihr wird festgelegt, dass die Eheleute - offenbar ohne Erben - ihren Besitz, und hier wird unter anderem auch die Ansiedlung Essen erwähnt, für eine lebenslängliche Rente von 4 Pfund Silber und 4 Wildbrettstücken an die Osnabrücker Domkirche abtreten – womit ihre Besitztümer fortan in den Einflussbereich des Bistums Osnabrück fallen.
Wann der Ort selbst entstanden ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Ob Essen bereits im 7. Jahrhundert als sächsischer Edelsitz gegründet worden ist und erst im 11. Jahrhundert zum Meierhof fränkischer Prägung umgestaltet wurde, kann anhand historischer Quellen nicht mehr überprüft werden. Sicher hingegen scheint, dass die Ansiedlung seither als fränkischer Stützpunkt genutzt wurde, um die umliegenden Ländereien von einer strategisch günstig gelegenen Stelle aus politisch sichern und beherrschen zu können.Vom Meierhof, am Eingang zur Schlucht an der Gebirgsstraße nach Melle gelegen, ließen sich die wichtigsten Verkehrswege überwachen und gegen räuberische Übergriffe schützen. Zur Hofanlage gehörte auch eine an dieser Schlucht liegende Wassermühle, die, von den Franken erbaut, bereits 1359 als bischöfliches Lehen Erwähnung findet. In ihrer heutigen Gestalt um 1780 errichtet, legt die alte Mühle noch heute als Wahrzeichen Bad Essens Zeugnis ab vom fränkischen Einfluss.
Ursprünglich eher ein größeres Anwesen, entwickelte sich Essen nach dem Bau einer Kirche - auf die erstmalig 1221 in einem Dokument hingewiesen wird - mit der Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten mehr und mehr zu einer größeren Ortschaft. Weitere wichtige Daten der frühen Ortsgeschichte liefern darüber hinaus der Bau von Wittlage als Grenzfestung des Hochstifts Osnabrück im Konflikt mit den Nachbarn im Osten, den Mindenern und Ravensbergern, mit dem 1309 begonnen wurde, sowie die Ansiedlung der späteren Patronatsfamilie des Kirchspiels Essen, des Geschlechts von dem Bussche, auf den Adelssitzen Hünnefeld (1146) und Ippenburg (1345).
Wohl nicht zuletzt wegen seiner Nähe zum Verwaltungssitz auf der Burg in Wittlage wurde die Ortschaft Essen mit der Zeit zum Mittelpunkt des gesamten Amtes. Nach und nach ließen sich Gewerbe und Handel Treibende als Kirchhöfer um die Essener Kirche nieder, und es entstand der bis in die Gegenwart das Bild prägende Ortskern Bad Essens mit seinem historischen Kirchplatz.
Wie ein alter Ortsplan von Du Plat von 1790 zeigt, bildeten Ende des 18. Jahrhunderts insgesamt 24 Häuser zusammen um die Kirche eine Art Burg, die den Kirchplatz in sich einschlossen. Darüber hinaus verzeichnet Du Plat etwa 50 weitere Gebäude vor allem im Bereich der heutigen Nikolai- und Bergstraße, die sich westlich des Kirchplatzes in nordsüdlicher Richtung angliederten. Zudem ist aus dem Jahre 1772 eine vom Osnabrücker Staatsmann und Volksaufklärer Justus Möser angeregte Volkszählung erhalten, die einen tieferen Einblick in die soziale Struktur des alten Essen ermöglicht. Den Aufzeichnungen über diese im gesamten Fürstbistum Osnabrück durchgeführte Zählung können wir entnehmen, dass sich der Ort Essen bereits im späten 18. Jahrhundert von den umliegenden Ortschaften des Kirchspiels deutlich unterscheidet.
Während in Wehrendorf, Harpenfeld, Lockhausen, Hüsede oder Eielstädt die Landwirtschaft die hauptsächliche Einkommensquelle der Bevölkerung bildete, trug Essen als Zentrum des Kirchspiels bereits ausgeprägte Züge einer Handwerks- und Handelsstätte. Wie die Aufzeichnungen belegen, bildete der Essener Kirchplatz bereits damals den Mittelpunkt des gewerblichen Lebens. Nicht zuletzt deshalb führen die Aufzeichnungen die „Kirchhöfer“ in einer gesonderten Position auf. So zählten unter anderem vier Kaufleute, der Notar, ein Amtsbediensteter, die beiden Tabakspinner, der Chirurg, der Garnhändler sowie sieben Handwerker - darunter ein Buchbinder, der Sattler, ein Schlachter, der Schlosser, ein Schmied, ein Schneider sowie ein Schuster - zu seinen Anwohnern. Insgesamt wird die Bevölkerungszahl des Ortes um 1772 mit 569 Personen angegeben, die ihr Zuhause in 80 Haupt- und 22 Nebenfeuerstätten fanden.
Zudem liefern die Akten des niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück weitere interessante Informationen für ortsgeschichtliche Studien. So geben die Ergebnisse der von Justus Möser inspirierten Volkszählung 1772 erstmals einen kompletten Überblick über die Bevölkerung des gesamten Fürstbistums Osnabrück - und damit auch der Ämter Wittlage und Hunteburg. Daneben werfen sie einen Blick auf die damaligen Sozialverhältnisse. Denn in den Unterlagen finden sich nicht nur Zahlen zu den ansässigen Personen, sondern ebenso Listen mit einem Verzeichnis aller Haupt- und Nebenfeuerstätten, die zusammen mit den nur kurze Zeit später angefertigten Lageplänen des Landvermessers Du Plat eine sehr konkrete Vorstellung über die damaligen Ortsbilder schaffen. Auch über die damals lebenden Menschen, etwa über ihre berufliche Tätigkeit, berichten diese Unterlagen. So enthält die Volkszählung von 1772 Angaben zur Anzahl der Haushalte, die in der Regel höher war als die der Haupt- und Nebenfeuerstätten, woraus deutlich wird, dass einige Häuser von mehreren Familien bewohnt worden sein müssen. Weiter verzeichnet sind das Geschlecht der Haushaltsvorstände sowie die „im Haus des Haushaltsvorstands lebenden Väter und Mütter“. Auch ist die Anzahl der im Haus lebenden Kinder vermerkt, untergliedert in Söhne und Töchter jeweils unter und über 14 Jahren. Aus dem relativen Verhältnis der über 14 Jahre alter Kinder zu Jüngeren ist zu entnehmen, dass Jungen wie Mädchen damals in der Regel relativ früh - etwa zwischen 14 und 16 Jahren - das Elternhaus verließen. Erwähnt werden auch die im Haushalt lebenden Angehörigen, zumeist unverheiratete Geschwister der „Hausväter“ und „Hausmütter“ sowie die Knechte, Mägde, Gesellen und Lehrburschen. Doch es sind nicht nur die Angaben zu den einzelnen Ortschaften überliefert. Auch existieren noch die alten Originallisten der Volkszählung von 1772, auf denen sämtliche Haushalte einzeln erfasst wurden. Daher sind diese Akten auch für die Familienforschung von großem Wert, besteht hier doch die Möglichkeit, etwas über die Lebens-, Wohn- und Familienverhältnisse unserer Vorfahren im Wittlager Land ans Tageslicht zu holen. Und da die Originallisten zudem die berufliche Tätigkeit der Familienoberhäupter auflisten, eignen sie sich zudem als Quelle zur Rekonstruktion des dörflichen Gewerbelebens, da sie einen Eindruck über die Spannbreite der ländlichen Gewerbestruktur ermöglichen. Eine entsprechende Auswertung zur beruflichen Tätigkeit der Essener Haushaltsvorstände ergibt einen interessanten Überblick, der die vielfältige Berufsstruktur des damaligen Ortes widerspiegelt. So nennen die Unterlagen 31 Handwerker - einen Bäcker, zwei Buchbinder, drei Holzschuhmacher, einen Korbmacher, einen Müller, einen Sattler, drei Schlachter, einen Schlosser, drei Schmiede, zwei Schneider, sieben Schuster, zwei Tischler, einen Wagenmacher und drei Zimmerleute. Ebenso erwähnt sind 27 Ackermänner, 25 Tagelöhner, sechs Kaufleute, drei Brauer, drei Amtsbedienstete, zwei Apotheker, zwei Tabakspinner, ein Gastwirt, ein Garnhändler, ein Leinsamenhändler, ein Händler, eine Hebamme, ein Chirurg, ein Notar, ein Pastor, ein Küster sowie ein Kantor und Schulmeister. Damit war im ausgehenden 18. Jahrhundert bereits mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Personen Essens in Handwerk, Handel, Verwaltung, Dienstleistungsgewerbe oder im kirchlichen Bereich beschäftigt.
Die Akten lassen aber auch Vergleiche zwischen Essen und seinen Nachbarorten zu. Und diese zeigen bereits 1772 ein ausgeprägtes Gefälle zwischen einer landwirtschaftlich geprägten Umgebung (etwa in Eielstädt, Harpenfeld, Lockhausen, Hüsede oder Wehrendorf) und einem durch Handwerk, Gewerbe und Handel geprägten Zentrum des Kirchspiels in der Ortschaft Essen.
Die Volkszählung von 1772 sollte in ihrer Art lange Zeit einzigartig bleiben. Offensichtlich war es für die damalige Zeit noch nicht üblich, in kontinuierlichen Abständen Informationen über das Volk, seine Anzahl, Lebensgrundlage, Wohnverhältnisse etc. einzuholen. Hingegen waren eher Listen über Viehbestände von Interesse, die als Basis
