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Zwei junge Frauen leben in einer engen Beziehung, erst viel später erfahren sie, dass sie Halbschwestern sind. Sie lieben ihre aufregenden Spiele. Betti und Barbara lieben das Fesselspiel. Mal ist die eine gefesselt, mal die andere. Sie suchen aber nach einer dritten Person und dass sollte ein männliches Wesen sein. In dem Architekten Manfred Steiner glauben sie den Richtigen gefunden zu haben. Sie attackieren ihn, bis er die Flucht ergreift. Daraus entwickelt sich eine Aufregende Zeit für alle Drei.
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Seitenzahl: 556
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Michael Voss
Barbara & Betti
Ein INES-Erotikbuch
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Prolog
Kapitel: 1 Der Anruf
Kapitel: 2 Brixen
Kapitel: 3 Meck.-Pomm.
Kapitel: 4 Spiele hab ich gerne
Kapitel: 5 Starkes Klopfen
Kapitel: 6 Sie hatte einen Unfall
Kapitel: 7 Hallo ich bin Betti
Kapitel: 8 Wo seid ihr denn?
Kapitel: 9 Erzähl mal
Kapitel: 10 Wie fühlt sich das an?
Kapitel: 11 Gibt es auch dein Bier?
Kapitel: 12 Ja so ist es.
Kapitel: 13 Das find ich gut!
Kapitel: 14 Geht mich nichts an!
Kapitel: 15 nun such den Weg!
Kapitel: 16 Ja klar für dich immer!
Kapitel: 17 Wenn sie meinen…
Kapitel: 18 Was ist darin?
Kapitel: 19 So wie es aussieht
Kapitel: 20 Hast du schon?
Kapitel: 21 Tut mir leid.
Kapitel: 22 Dann geh ihn mal suchen!
Kapitel: 23 So, jetzt ist aber Ruhe!
Kapitel: 24 Ja es stimmt.
Kapitel: 25 Meinst du?
Kapitel: 26 Okay, dann nehme ich auch eine!
Impressum neobooks
Der zuverlässige Architekt Manfred Steiner erhält einen Auftrag, der eigentlich eine Nummer zu groß für ihn ist. Er gerät zwischen die Fronten zweier Frauen.
Barbara und Betti konkurrieren um seine Gunst, sie sind auch nicht zimperlich mit ihren Methoden.
Um sich ihnen zu entziehen, heiratet er Irmi, ein Mädchen aus geordneten Verhältnissen. Sie arbeitet in einem Nobelhotel und ihr Vater betreibt ein Antiquitätengeschäft. Steiner schätzt die soliden Familienverhältnisse.
Kaum verheiratet verliebt sich Irmi in einen jungen Mann, der in den Diensten einer zweifelhaften Organisation in Mailand steht. Bei einer gemeinsamen Bergtour von Irmi und Francesco, geraten sie in ein Unwetter mit schrecklichen Folgen.
Die Nachricht erreicht mich gerade in dem Moment, als ich nach Südtirol aufbrechen wollte. Auf meinem Anrufbeantworter wird um Rückruf gebeten. Es ist eine sympathische, aufgeregte Frauenstimme und es soll dringend sein, wie sie betont.
Meine Südtirol-Reise will ich allerdings nicht verschieben. Vor einigen Jahren hatte ich begonnen, mich auf alte Burgen und Schlösser zu spezialisieren.
Die Sanierung und der Wiederaufbau oder auch nur eine Renovierung sollte für mich das zukünftige Arbeitsgebiet sein.
Ein Münchner hatte sich vor etlichen Jahren eine alte Burg gekauft und benötigte fachmännischen Rat. Zuerst war es für ihn eine Geldanlage, aber dann verliebte er sich in das alte Gemäuer. Ich begleitete den Wiederaufbau und kontrollierte die Abrechnungen der Handwerker.
So verbrachte ich jede freie Minute in Brixen, meist wohnte ich in einem kleinen Hotel oder bei Anneliese, einer langjährigen Freundin, mit ihr pflegte ich ein Bratkartoffelverhältnis auf Ewigkeit. Sie hat auf einer Skitour ihre große Liebe gefunden und vor etlichen Jahren nach Brixen geheiratet.
Erneut läutete das Telefon, diesmal komme ich ihr nicht aus. „Hallo, jetzt hab ich aber Glück gehabt, hier spricht Frau von Reinertshagen, ach was, sagen Sie einfach „Barbara.“
„Wie kann ich Ihnen helfen…Barbara?“
„Ich wollte Sie bitten, mein Anwesen in Mecklenburg-Vorpommern zu besichtigen.“
„Vielleicht können Sie mir erstmal schildern, um was es eigentlich geht. Wollen Sie renovieren?“
„Vielleicht später, zuerst will ich mal ein wenig mehr über mein geerbtes Anwesen wissen. Ich bin da etwas unbeholfen und suche Rat von einem Fachmann. Ich dachte mir, ich lade Sie einfach mal ein, Sie können ja hier Urlaub machen und bei dieser Gelegenheit ließe sich ein Plan erstellen, was mit dem Anwesen geschehen könnte und was es wirklich für eine Vergangenheit hat.“
„Das klingt recht interessant, aber Sie wissen ja noch gar nicht mein Honorar, so könnte es ja sein, dass ich Ihnen viel zu teuer bin.“
„Das glaube ich eigentlich nicht, ich bin sicher wir einigen uns auf einen Tarif, der für uns beide okay ist. Haben Sie Familie?“, fragt Barbara.
„Meine Arbeit erledige ich immer alleine. Meist sind die Objekte nicht so einladend, dass man dort wirklich bequem wohnen kann. Was haben Sie denn für ein Anwesen?“
„Es ist eine Mischung aus Herrensitz und Schloss. Im Krieg diente es als Standort einer Besatzungstruppe und nach dem Krieg haben es Honeckers Leute einfach weiter genutzt. Es gibt eine Mauer, welche zu einem Schloss gehörte. Aber vom Baustil ist es ein großer Viereckhof, nur die Ausmaße sind halt gigantisch.“
„Es klingt sehr interessant, wie lange haben sie denn das Anwesen schon?“
„Da muss ich nachdenken, ich habe es nach der Wende von meinen Eltern bekommen, habe einen kleinen Teil des Gebäudes bewohnbar gemacht und nutze es für das Wochenende. Meine Mutter wohnt dort seit ein paar Jahren ständig. Über die wahre Geschichte lässt sie mich aber im Unklaren.“
„Also ist der Rest eine Ruine?“
„Nein, so darf man das nicht sehen, natürlich sind viele Zimmer nicht bewohnbar, aber eigentlich ist es sehr schön. Ach ja, ein Dach ist darauf und es ist auch ziemlich dicht. Außerdem habe ich das Gefühl, dass es Personen gibt, die ich zwar nicht sehen, jedoch besonders nachts hören kann.“
„Wo liegt denn bitte ihr Anwesen?“
„Ich möchte mich am liebsten mit Ihnen hier in Wismar treffen.“
„Also verbleiben wir doch so, dass ich Sie anrufe, wenn ich mich auf den Weg machen könnte. Ach Barbara, mein Vorname ist übrigens Manfred, oder wie wir in Bayern sagen, Fredi.“
„Also, dann bis bald...Manfred.“
Natürlich hat sie mit den wenigen Angaben, welche sie mir gegeben hat, mein Interesse geweckt. Ein altes Gebäude mit noch alten Bewohnern ist immer der Höhepunkt, solange es sich nicht um Leichen handelt.
Am liebsten würde ich nun Südtirol laufen lassen, gäbe es dort nicht auch noch ein altes Schloss. Allein die Frage des Wetters, da spricht doch erstmal alles für Brixen. Ich mache mich also weiter daran, meine Koffer zu packen. Gott sei Dank nehme ich diesmal den Wagen. Wanderschuhe, Regenjacke, da kommt einiges zusammen. Auf der Rückfahrt darf ich den Wein nicht vergessen.
Meine Südtirol-Reisen waren immer ein voller Erfolg. Brixen fasziniert mich immer wieder, besonders an den Marktagen, da tätige ich meine Einkäufe, besonders wenn es um den Wein geht, eine Ration für die nächsten Wochen.
Nach vierzehn Tagen Aufenthalt in Brixen, ist es wieder an der Zeit, den Heimweg anzutreten. Als ich in München die Haustüre aufschließe, kann ich das rot blinkende Licht des Anrufbeantworters bereits erkennen. So höre ich eine Nachricht nach der anderen ab. Natürlich ist auch Barbara darauf, sie drängt auf einen baldigen Termin.
Ich rufe sie als erstes an. Sie will zuerst von Südtirol einen Bericht hören, kommt aber dann schnell zum Kern der Sache. „Wann können Sie kommen?“
„Also ein paar Tage müssen Sie mir schon noch geben. Hier liegt ein Berg von Post, einige Anrufe muss ich abarbeiten. Also ich meine, eine Woche werde ich schon noch benötigen. Aber bitte eine Frage, wie soll ich denn am besten anreisen?“
„Mit der Bahn wird wohl am bequemsten sein.“
„Das meine ich auch, ich werde für Sie ein Zimmer im Hotel für die erste Nacht reservieren. Am nächsten Tag werden wir dann aufbrechen. Ach, im Moment haben wir strahlenden Sonnenschein, also warten Sie nicht solange!“
Ich krame einen Kalender hervor und wir einigen uns auf den 4. April, so habe ich noch gut zehn Tage für die Vorbereitungen.
Zuerst gehe ich ins Internet und befrage Google nach einem Schloss oder Herrenhaus, auf welches die Beschreibung passt. Ich bin erstaunt, wie gut hier Mecklenburg-Vorpommern vertreten ist. Aber leider ist nichts vorhanden, was mir weiterhelfen könnte.
Meine Unterlagen sind normalerweise sehr reichhaltig, da ich mich auf Meck-Pomm. ein wenig spezialisiert habe. Zu viele Objekte sind es inzwischen gewesen. Leider viele, bei denen eine Renovierung nicht mehr lohnte. Die Bausubstanz war einfach nicht mehr zu retten. Sie fallen in sich zusammen und irgendwann sind sie dann verschwunden. Es wird Gras über sie wachsen und zum Schluss ist alles was bleibt, ein Hügel Erde. Vielleicht wird in ein paar hundert Jahren mal jemand die Grundmauern finden und sie historisch als wertvoll einstufen. Bei einigen Objekten wurde mit der Renovierung begonnen und wegen Geldmangels alles wieder eingestellt. Aber die vielen inzwischen wieder hergestellten Schlösser und Herrenhäuser sind zu bewundern und die Besitzer sind zu beglückwünschen.
Nicht selten sind sie bis an den Rand des finanziell Möglichen gegangen, um ihr Werk fertig zu stellen.
Ich lege mir meine Unterlagen zurecht, um meine Reise vorzubereiten. Messgeräte, Zeichenpapier und den üblichen Kram. Bei der Wäsche gehe ich auf Nummer sicher. Auf jeden Fall warme Sachen, die alten Gemäuer sind teilweise schlimmer wie ein Kühlschrank.
Für den 3. April bestelle ich ein Bahnticket mit Schlafwagen bis Hamburg, so komme ich auf jeden Fall ausgeruht an und kann mir eine Übernachtung im Hotel ersparen.
Jedes Objekt ist eine erneute Herausforderung, selten gleicht das Eine dem Anderen.
So gehe ich also mit neugierigen Gedanken zum Bahnhof. Mein Zug steht bereits zum Einsteigen bereit. Ich mache es mir bequem, schnappe mir einen Schmöker und vertreibe mir die Zeit mit Lesen. Das gleichmäßige Ruckeln lässt mich schon bald nach der Abfahrt in den Schlaf sinken.
Die Ankunft in Hamburg ist pünktlich, so habe ich noch genug Zeit ein Frühstück einzunehmen. Auch mein Anschlusszug steht schon da, so dass ich auch in Wismar pünktlich sein werde. Ich rufe Barbara an und bestätige nochmals meine Ankunft. Sie will mich nun doch gleich am Bahnhof treffen, damit wir gleich losfahren können.
Etwas verunsichert stehe ich am Bahnhof von Wismar, sagten wir nun unter der großen Uhr oder neben der großen Uhr? Wenn ich so um mich sehe, entdecke ich gleich mehrere große Uhren. Sie muss mich wohl erkannt haben, eine junge Frau steht plötzlich vor mir und meint, „Suchen Sie mich?“
„Wenn Sie Barbara sind? Ich hatte sie mir anders vorgestellt, eher wie eine Landfrau, stämmig und kräftig.“ Barbara muss lachen, ein herzliches, fröhliches Lachen. Wie sie so vor mir steht, denke ich. Vorsicht, in die junge Dame, könntest du dich verlieben. Ihr Körperbau ist nicht zu dick, nicht zu dünn, in Bayern würde man sagen, „Genau richtig, es passt alles.“ Die nächste Überraschung die folgt alsbald. Es ist das Auto, es ist ein „Citroen Entchen“ in rot, etwas ungepflegt und mit einigen Roststellen und Schrammen versehen.
Sie steht im Halteverbot und wird gerade aufgeschrieben. Sie schimpft wie ein Rohrspatz, so dass der Polizist von weiterem Schreiben absieht.
Zuerst sage ich mal gar nichts, ich betrachte sie von der Seite, um mir ein Bild von ihr zu machen.
Sie trägt eine Jeansjacke mit verschiedenen bunten Tüchern, die sie sich um den Hals geschlungen hat. Der lange Rock hat viele Falten, so dass ich vermute, er wurde auf einer Ungarnreise erstanden.
„Sie sagen ja gar nichts“ meint Barbara.
„Ich lasse Sie gerade auf mich wirken.“
Sie lacht herzlich, „Ich lasse mich nun mal nicht gerne aufschreiben.“ Wir starten und die Straße führt uns Richtung Rostock, so vermute ich. Es könnte sich um die Gegend zwischen Rostock und Stralsund handeln. Hier liegt ja auch das Schlösschen Krönnevitz, welches ich schon von früheren Besuchen her kenne.
Wir gondeln, denn von Fahren konnte man nicht sprechen, so dahin. Sie steuert einen Parkplatz an und parkt das Entchen. Sie fängt das Gespräch so an: „Da ich nicht möchte, dass ein Fremder weiß, wie man zu meinem Anwesen kommt, werde ich Sie bitten, die Augen zu schließen. Mein Anwesen kennen nur sehr wenige, in einem Verzeichnis ist es nicht registriert. Wenn ich später weiß, dass ich Ihnen trauen kann, werden Sie erfahren, wo es ist.“
„Spätestens wenn ich es sehe, werde ich wissen, um was es sich handelt und wo es liegt.“ Ich bin etwas mürrisch und verhehle es nicht. Da ich ja nun endlich wissen will, mit was ich es zutun haben werde.
Wir steigen aus und vertreten uns die Beine, als sie auf mich zukommt, sagt sie, „Ich werde Ihnen nun die Augen verbinden.“ Ich bin so erstaunt, dass ich nur sage, „Wenn Sie meinen. Dann spielen wir eben Blindekuh.“
Sie lacht, „Da habe ich auch nichts dagegen.“ Barbara nimmt eines ihrer Tücher, legt es sorgfältig zusammen. Geschickt legt sie das Tuch über meine Augen, wickelt es noch zweimal darum und meint, „Fertig!“
„Soll ich nun das Entchen suchen oder führen sie mich hin?“
„Suchen Sie ruhig. Ich werde ein Foto mit dem Handy als Erinnerung schießen!“
So bekommt die komische Situation eine lustige Variante. Tatsächlich lässt sie mich nach dem Auto suchen. Als ich aber zu sehr vom Weg abkomme, nimmt sie meine Hand und führt mich zum Wagen. Ihre Hand fühlt sich gut an. Ein fester Griff, aber ich spüre deutlich, dass sie mich mag.
So sitze ich nun mit verbundenen Augen neben ihr im Auto. „Ich hoffe es wird Ihnen nicht schlecht“, meint sie noch mit einem spöttischen Unterton.
„Nein, ich bin selbst verwundert, wie aufregend dieses Spiel ist. Es macht sogar richtig Spaß.“
„Sie können ja raten, wo wir gerade lang fahren.“
Sie setzt die Fahrt fort und will ein wenig über mich und meine Arbeit erfahren. So beginne ich im Telegram-Stil eine Kurzfassung abzugeben.
„Soll ich langsamer fahren oder geht es so?“
„Wie lange wird es denn dauern?“
„So etwa eine Stunde, je nach Verkehr. Es gefällt mir übrigens, wie brav sie mit verbunden Augen hier sitzen. Das Tuch steht ihnen.“
„Erzählen Sie mal ein wenig von sich“, fordere ich Barbara auf. Sie will bei Adam und Eva anfangen, so unterbreche ich sie und bitte um eine verkürzte Schilderung.
„Studentin der Germanistik, sechsunddreißig Jahre, also noch unter Honecker aufgewachsen. Mein Onkel hat mir das Gebäude vermacht. Zuerst habe ich mit dem Gedanken gespielt es zu verkaufen. Lange Zeit war gar nicht klar, ob wir überhaupt einen Anspruch auf das Anwesen haben. Ein entfernter Onkel ist der eigentliche Eigentümer. Er hat aber keine Erben. So fragte er meinen Vater, ob er Interesse hat. Eines Tages stand der Postbote mit einer Urkunde vor der Türe. Wir hatten keine Ahnung was uns erwarten sollte. Mein Vater kannte das Anwesen aus Kriegszeiten, aber er hatte keine Ahnung, in welchen Zustand es sich tatsächlich befindet.“
Wir reden noch über dieses und jenes und stehen plötzlich vor dem Tor.
„Sie nehmen das Tuch erst ab, wenn ich es sage!“, erklärt Barbara.
Unter schrecklichen Geräuschen schiebt sich ein Tor zu Seite. Wir fahren hinein in den Hof, das Tor schließt sich. „Sie dürfen das Tuch jetzt abnehmen!“
Ein Gebäude im Backstein-Stil und von gewaltigen Ausmaßen liegt vor mir.
Eine riesige Mauer scheint das Anwesen zu umgeben. „Weiß man, was es früher war?“, frage ich vorsichtig.
„Nein, keine Ahnung. Vielleicht eine Art Gefängnis?“ Wir wollen einmal um das Anwesen laufen, aber überall befindet sich eine etwa sieben Meter hohe Mauer.
„Wir sollten die Besichtigung auf später verschieben“, schlage ich vor.
Barbara ist ebenfalls der Meinung, dass es an der Zeit ist, eine Kaffeepause einzulegen. Danach können wir immer noch losziehen, meint sie.
Wir begeben uns in den eigentlichen Innenhof. Man muss den Weg durch ein riesiges Portal nehmen. Eine kleine Türe befindet sich in den zwei großen Flügeln, welche früher für die Kutschen geöffnet wurden. Es braucht dringend ein wenig Öl, wie so vieles in diesem Haus eine pflegende Hand benötigt. Es gibt keine Türe die nicht ohne Knarren geöffnet werden kann.
Der Innenhof präsentiert sich fantastisch, er ist mit kleinem Blaubasalt belegt und in hervorragendem Zustand. Einige Pflanzenkübel sind bereits aufgestellt. Ein großer Brunnen befindet sich in der rechten Ecke. Mein Blick schweift über das Gebäude, ich kann es kaum einordnen. Es scheint so etwa dreihundert Jahre alt zu sein, so vermute ich. Barbara ist inzwischen zu einer der vielen Türen gegangen, welche wohl der eigentliche Hauseingang ist. Sie winkt und will mir nun das Innenleben des Gebäudes zeigen.
„Wenn Ihnen mein Tuch zu warm wird, dürfen Sie es gerne ablegen.“
„Ich habe mich inzwischen schon daran gewöhnt. Es ist so angenehm weich und warm.“
„Na dann behalten sie es doch einfach um.“
Der Eingangsbereich führt uns zu einem riesigen Saal, er ist mindestens hundert Quadratmeter groß. Von diesem Saal gehen mehrere Türen in verschiedene Richtungen. „Wissen sie schon welche Türe wohin führt?“
„Ja sicher, ich habe alle Gänge untersucht, aber viele Räume sind ohne Einrichtung, manche wiederum wirken wie Büros.“
Wir entschließen uns, die Richtung nach rechts einzuschlagen. Es folgten drei leere Räume, jeder so etwa fünfundzwanzig Quadratmeter groß. Der Zustand ist nicht so schlecht wie ich vermutet habe, ein wenig Farbe und schon könnte man sich vorstellen, darin zu wohnen. Der vierte Raum war ein Badezimmer, ebenfalls mindestens fünfundzwanzig Quadratmeter, aber die Waschbecken sind entfernt worden, genauso wie die Badewannen, nur die Anschlussstutzen sind noch vorhanden.
„Vielleicht gab es gar keine Waschbecken, vielleicht wurde hier nur geduscht. Könnte tatsächlich sein, wir finden einen Bodenablauf und einige Wasserhähne. Sehr seltsam.“ Ein unangenehmes Gefühl kriecht in mir hoch, es läuft mir kalt über den Rücken. So gehen wir einen Raum nach dem anderen durch. Alle geben uns Rätsel auf. „Unterlagen haben Sie wohl keine?“, frage ich Barbara.
„Nein, ich hatte damals das Gefühl, dass die vorigen Bewohner sehr schnell verschwunden sind. Aber es waren weder Papiere noch Unterlagen aufzufinden. Nur über eine sehr große Antenne habe ich mich gewundert, es gab auch einen Parabolspiegel. Vom Dachboden aus gingen einige Leitungen in den Hof hinunter. Diese ließ ich entfernen. Auch ein Strom Generator gibt es hinter dem Haus.
Ob er noch funktioniert, weiß ich allerdings nicht. Wir sind aber inzwischen an das offizielle Stromnetz angeschlossen. Wasser bekommen wir über einen eigenen Brunnen. Also die Räume werden wir wohl an einem Tag nicht alle besichtigen können. Es wird wohl einige Tage brauchen.“
Barbara macht den Vorschlag, erstmal an eine Brotzeit zu denken. Meine Hoffnung, nun die Umgebung kennen zu lernen, zerschlägt sich. Barbara meint, „Ich war schon vor einigen Tagen da und habe den Kühlschrank gefüllt, müssen Sie wissen.“
Wir begeben uns in eine riesige Küche, „Das ist ja eine richtige Kantinen-Küche.“ „Vielleicht war hier früher mal ein Zentrum, wo die Leute mehrere Tage nicht raus konnten.“ Kaum hatte ich diesen Satz ausgesprochen, kommt mir ein schrecklicher Gedanke.
„Wie sieht es mit einem Keller aus?“
„Ja, den haben wir hier auch. Nicht sehr angenehm, den werden wir am Schluss ansehen. Vielleicht besser erst morgen oder übermorgen.“
„Wieso, Sie machen mich neugierig?“
„Jetzt brauchen wir erstmal eine gute Brotzeit.“
Ich greife zu einer Tischdecke und beginne mit dem Tischdecken. „Sie sind aber gut erzogen“, meint Barbara und lächelt.
„Wieso, soll denn der Mann nicht mal den Tisch decken?“
„Gibt es auch ein kühles Bier?“
„Ja klar, ich lasse doch einen Bayer nicht ohne Bier.“
In wenigen Minuten zaubert Barbara einen gedeckten Tisch, sie hat wirklich an alles gedacht. Ich erkläre ihr nun, wie ich vorzugehen gedenke.
„Einmal muss ich abklären, welche Pläne sie überhaupt von dem Objekt haben. Wie viel Kapital wollen sie investieren?“
„Das sind aber viele Fragen auf einmal. Eigentlich wollte ich von ihnen Vorschläge bekommen, ihre Erfahrung nutzen.“
„Okay, das ist auch gut, so werden wir uns hinsetzen und einige Planspiele durchgehen.“
„Spiele habe ich gerne, wie Sie ja schon gemerkt haben. Sie scheinen mein Tuch ja gar nicht mehr hergeben zu wollen?“
„Wenn ich es noch ein wenig tragen darf? Wo sind hier eigentlich die Schlafräume?“ „Es gibt riesige Säle“, meint Barbara und dann hat sie wieder dieses umwerfende Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Aha, Schlafsäle, stimmt meine Vermutung also doch, dass hier eine Infanterie- Einheit untergebracht war. Sicher waren es Leute vom Geheimdienst oder von der Stasi?“
Barbara meint, „Schon möglich. Wir werden hoffentlich in den nächsten Tagen einiges aufklären können.“ Nachdem wir uns noch einen weiteren Kaffee eingeschenkt haben beginnen wir mit der Besichtigung im ersten Stock. Es sind circa sechshundert Quadratmeter, es können auch mehr sein, vermutet Barbara.
Eine Vermessung wird die Wahrheit an den Tag bringen. „Wo ist denn Ihr Zimmer?“
„Vor etwa einem Jahr habe ich einen Teil abgetrennt und diesen ausgebaut. Ich habe kurzer Hand eine Zwischenwand eingezogen und so eine Einliegerwohnung für mich geschaffen.“
„Aber fürchten sie sich denn nicht, nur mit ihrer Mutter, sonst ganz allein?“
„Wer soll schon kommen, der nicht schon da ist“, erklärt Barbara lächelnd.
Beim Vermessen der Räume entdecken wir immer mehr seltsame Dinge. Doppelte Spiegel in einem Kleiderschrank. „Hier muss wohl mal ein Raum gewesen sein, in dem Leute verhört wurden.“
„Wieso?“
„Kommen sie mal, wenn man diesen Schrank öffnet, gibt es einen weiteren Raum.“ „Lassen sie sehen. Ist mir noch nicht aufgefallen.“
„Gehen wir doch mal hinein. Hier steht noch ein Tisch mit einem seltsamen Stuhl.“
Ich bitte Barbara auf diesem Platz zu nehmen. Sie setzt sich bereitwillig nieder. Ich zeige ihr die angebrachten Ledergurte.
Für was sollen diese Gurte denn gut sein, will Barbara wissen.
Ich zögere nicht und führe es Barbara vor. Mit wenigen Handgriffen sind alle Gurte festgezogen und sie ist auf dem Stuhl fixiert.
„Dieser Stuhl ist aber nicht für Frauen sondern für Männer“, protestiert sie.
„Wie fühlen Sie sich?“, frage ich hinterhältig. Deutlich spüre ich, dass ihr dieses Spiel gefällt.
Aber sie meint nur, „Komisch, wenn ich mir vorstelle, dass hier Leute verhört wurden, da vergeht einem der Gedanke an ein Spiel ziemlich schnell.“
Ich scherze und meine, „Dann machen sie sich mal wieder los. Ich werde inzwischen die anderen Räume besichtigen.“
Ich gehe hinaus und verschließe die Türe.
Von der anderen Seite kann ich durch den Spiegel sehen, was Barbara unternimmt um sich zu befreien. Sie bleibt völlig ruhig sitzen, versucht mit den Fingern an die Gurte zu kommen. Ich will sie aber nicht länger so zurücklassen und gehe wieder zu ihr.
„Wollen sie noch ein wenig so sitzen bleiben oder wollen sie lieber frei sein, ich könnte ihnen auch noch die Augen verbinden, dass erhöht sicher den Reiz.“ „Schon seltsam, wenn man sich vorstellt, dass es kein Scherz ist.“ Prompt fragte sie mich, ob ich nicht mal Probesitzen will. Ich überzeuge sie aber davon, dass es wohl besser ist, wieder an die Arbeit zu gehen.
„Feigling.“ Mehr sagt sie nicht. „Sie werden schon noch dran kommen.“
Im nächsten Zimmer finden wir eine ehemalige Abhörstation. Es gibt aber nur noch Fragmente, die wichtigen Teile sind bereits entfernt worden. Wir kommen zu den Schlafsälen. Sie sind an den Türen mit Nummern versehen. Die Liegen bestehen aus Doppelbetten, wir nennen sie auch Stockbetten. Sogar die Matratzen sind noch da. „Naturmatratzen“ meint Barbara. Sie riechen ein wenig vergammelt. Auch Decken sind noch darauf.
„Einmal hinlegen? Vielleicht ein Mittagsschläfchen gefällig?“ meint sie.
Ich lege mich auf eine Liege und meine, „Gar nicht so unbequem“
„Sie können ja die Nacht hier verbringen.“, meint Barbara mit einem verschmitzten Lächeln.
Wir gehen in den nächsten Raum, hier fällt auf, dass nur wenige Liegen aufgestellt sind. Vielleicht der Offiziers Raum? Aber alles ist noch vorhanden, „hier könnte man auch ein Pfadfinderlager für die Ferien einrichten“, gebe ich zu bedenken.
„Sie waren mal bei den Pfadfindern?“
„Ich sehe schon, wir haben uns viel zu erzählen.“ Der nächste Raum war früher mal ein Toiletten Raum.
„Oh, dass erinnert mich an etwas, dürfte ich mal einen Moment alleine sein?“ Sie versteht und geht diskret einen Raum weiter. Ich komme ihr nach und stutze: „Was war hier untergebracht?“ Eine Holzliege, ohne Matratze, der restliche Raum ist leer. „Jetzt legen sie sich mal hier hin!“ befiehlt sie.
Ich lache und lege mich auf die Holzpritsche. „Sehr unbequem.“
„Nun passen sie mal auf. Liegen bleiben, klar?“
„Wieso?“
„Sie werden es gleich merken.“ Die Ledergurte hab ich wohl übersehen. Nun kam die Retourkutsche von Barbara, das war unschwer zu erkennen.
Sie hat richtig Freude daran mich Gurt um Gurt zu fixieren. So liege ich dann völlig unbeweglich auf der Pritsche. Sie nimmt noch eines ihrer Tücher, faltet es genüsslich zusammen, macht einen Knoten in die Mitte und bindet es über meinen Mund.
„So ist es zwecklos zu rufen“, stellt sie fest.
Ein weiteres Tuch verwendet sie für die Augen. „Also bis bald, ich mache jetzt erstmal ein Mittagsschläfchen“, sagt sie und verschwindet. Ihre Schritte höre ich noch lange im Gebäude nachhallen.
Die Zeit will nicht vergehen. Die Pritsche wird immer härter, rufen einfach zwecklos. Aber ich muss zugeben, es hat auch seinen Reiz. Ich höre Schritte, das muss Barbara sein. Die Türe geht auf. „Na wie geht es meinem Gefangenen?“ Zum Lachen ist mir in dieser Situation nicht mehr. Eine Antwort bleibe ich ihr schuldig.
Sie lacht und meint, „Hab ich mich nicht toll revanchiert? Das hätten Sie wohl nicht erwartet. Aber sie hatten ja vorhin auch ihren Spaß.“
Sie macht nicht die geringsten Anstalten mich zu befreien. „Ich glaube, es wurde früher eher ein Knebel aus Leder verwendet und nicht ein Tuch mit Knoten. Soll ich mal suchen gehen, ob ich etwas Passendes finde?“
Ich höre wie sie einen Schrank öffnet, „aha, was haben wir denn hier?“ Eine Schublade, wurde unter lautem Quietschen aufgezogen.
„Ich glaube, ich habe, was ich suche.“
Sie genießt die Situation offensichtlich. „Vielleicht reden wir mal über ihren Preis?“
„Das ist gemein“, versuche ich zwischen dem Stoffknebel hervor zu bringen. Sie scheint zu überlegen, was sie noch alles ausprobieren könnte. „Ob ich Sie heute noch befreien soll? Ich werde abzählen. Oder besser eine Münze werfen. Sind sie damit einverstanden?“ Viel kann ich nicht einwenden.
„Also Kopf, sie bleiben liegen. Zahl, ich mache sie vielleicht frei.“
Sie wirft, „Kopf, da haben Sie aber Pech gehabt. Jetzt möchte ich aber ganz ehrlich von ihnen wissen, ob sie mitspielen oder lieber nicht. Sie dürfen jetzt selbst über den heutigen Abend entscheiden.“ Ich zögere, so eine Lage ist schon verflixt komisch.
„Keine Antwort ist auch eine Antwort.“ Ehe ich mich versehe, legt sie mir ein Tuch über das Gesicht und anschließend ein Geschirr. Sie zieht es richtig fest.
Ich frage mich, was das eigentlich für ein Aufenthalt werden soll. Ich muss erkennen, dass Barbara ihre wahre Freude an diesen Spielen hat und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.
So langsam werde ich ungeduldig, es macht inzwischen keinen Spaß mehr, die Gurte schneiden ein und es tut richtig weh. Automatisch muss ich mir vorstellen, wie es wohl einem Gefangenen zu Mute war, der hier gefoltert wurde. Ich bekomme eine Gänsehaut und Panik und will dieses Spiel nur noch beenden. Da geht die Türe auf, ich werde von dem Geschirr erlöst. Barbara sagt kein Wort. Erst im Gang, meint sie,
„Ich glaube sie haben für heute genug? Jetzt stellen sie sich mal vor, sie liegen hier mehrere Tage.“
„Schrecklich, und immer das Gefühl es könnte einen jemand umbringen. Dieses Regime hat doch vor nichts zurückgeschreckt.“
„Na, wieder okay?“, fragt Barbara mit einem herzerweichenden Lächeln.
„Das war gemein, wie lange war es denn?“, frage ich.
„So wichtig ist das doch gar nicht, vielleicht eine Stunde oder länger, ich hab nicht auf die Uhr gesehen.“
„Pass auf, ich werde mich revanchieren.“
Sie grinst mich an, „Passen Sie nur auf, hier gibt es noch viele unerforschte Türen.“ Inzwischen wechseln wir immer zwischen du und Sie. „Ich selbst kenne höchstens ein Viertel der Räume. Ich hatte immer Angst, alleine hier herumzustöbern. Aber jetzt sind wir ja schon zu zweit.“
Sie nimmt ihre Tücher und schlingt sie sich um ihren Hals.
„Wollen Sie meines immer noch tragen?“
„Wenn es Ihnen nichts ausmacht, gerne.“ Wir kommen zum nächsten Raum, dieser ist leer. Ich will die Fenster öffnen, dies ist aber nicht möglich, sie sind alle mit einem Sicherheitsschloss versehen. Die Fensterläden aller Fenster sind geschlossen. Einen Blick nach Draußen gibt es nur in Richtung des Innenhofes.
„Wir sollten mal darüber nachdenken, wo ich die Nacht verbringe.“
„Aber Sie kennen doch die Schlafräume.“
„Wenn du meinst, das ich da gerne übernachte?“
„Keine Angst ich habe da noch ein schönes Zimmer, mit anschließendem Bad.“
Nun kommen wir in einen bereits renovierten Teil des Gebäudes und ich fragte, ob es ihr Reich sei.
„Nein, ich habe mein Reich gegenüber auf der anderen Seite des Gebäudes. Dieser Teil ist für Gäste bestimmt.“ Sie begleitet mich zu einem sehr ordentlich eingerichteten Zimmer mit einem neuen angrenzenden Badezimmer.
„Ich meine, du solltest dich mal frisch machen, nach all den Strapazen.“ Ich lache und trage mein Gepäck hinauf. Sogar Warmwasser gibt es. Nach dem Duschen lege ich mich entspannt auf das Bett. Ich schalte den Fernseher ein und höre Nachrichten. Es klopft an und ich rufe „Komm ruhig herein!“
Sie ist umwerfend, in einen Sari gewickelt, mit etlichen Tüchern verschlungen. „Toll! Ich hätte dir das nicht zugetraut.“
„Ich habe ein wenig für den Abend vorbereitet, wenn Sie wollen, treffen wir uns im Salon, den kennen Sie ja schon. Ich will es gleich vorweg nehmen, mein eigenes Reich bleibt für alle tabu, auch für Sie. Es sind allein meine Räume und meine Welt.“
Ich bin verwundert, warum ist sie nun wieder auf das „Sie“ umgeschwenkt?
Im Salon übergebe ich ihr das Tuch, „Ich glaube es muss in die Wäsche.“
„Da könnten sie Recht haben.“ Sie wirft es in die Ecke.
„Haben sie hier eine Waschmaschine?“ Frage ich vorsichtig.
„Natürlich gibt es so etwas.“
„Darf ich Ihnen denn meine Wäsche bringen?“
„Bringen schon, aber waschen tun Sie sie bitte selbst. Ich werde es Ihnen erklären, auch ein Bügeleisen habe ich für Sie. Sie können doch bügeln?“
„Klar, zwar nicht perfekt, aber man kann die Hemden tragen. Ich werde aber mal kurz meine Wäsche holen, so kann ich sie noch heute waschen und das Tuch wasch ich gleich mit.“
„Wie sie meinen. Darf ich ein wenig Musik auflegen, hier gibt es einen alten Plattenspieler und ein Radio aus den fünfziger Jahren.“
„Super, wollen Sie lieber Schnulze oder Klassik? Was trinken wir denn dazu?“
„Einen Roten, dann Schnulze, vielleicht etwas italienisches aus den Sechzigern.“
So wühlen wir in den Singles und lassen es uns gut gehen. Es bleibt nicht aus, dass wir uns nach drei Stunden Weingenuss nun endlich duzen. „Sag mir noch, was bist du für ein Sternbild?“, fragt Barbara.
„Stier mit Aszendent Schütze.“
„Aha gut, dann weiß ich ja nun Bescheid.“
„Was weißt du nun über mich, was ich nicht weiß?“
„Ich werde ein andermal darüber sprechen, dann, wenn du mir deine Pfadfindergeschichten erzählst.“
Ich wollte gerade vom Tisch aufstehen, als sie hinter mir steht und mir ein großes weiches Tuch umlegt. Sie verschlingt es mehrmals um meinen Hals und meinte, „es wird dir gut tun.“
Ich wünsche eine gute Nacht. Inzwischen ist es halb zwölf, ich gehe in mein Gästezimmer und schlafe erschöpft ein.
Ich höre ein lautes Geräusch, schrecke hoch und tastete nach dem Lichtschalter, springe auf und sehe in den Innenhof und erkenne eine Person. Wahrscheinlich ein Hausmeister, so denke ich.
Ich betrachtete den Innenhof und entdeckte im verlegten Blaubasalt einen Stern. Im Zentrum des Innenhofes kann ich nach längerem betrachten ein Wappen erkennen. Vor jeder Türe befindet sich ein Buchstabe. Die Einlegearbeiten sind so geschickt ausgeführt, dass man sie nur bei einem bestimmten Lichteinfall sehen kann. Ich hole meine Kamera, welche einen hochempfindlichen Film hat. Ich mache Fotos von verschiedenen Seiten, in dem ich den Gang entlang gehe und aus den Fenstern fotografiere.
„Das hatten wir nicht vereinbart“ sagt Barbaras Stimme hinter mir.
„Bitte entschuldige“, ich erzählte von einem lauten Rattern.
„Das ist die Wasserpumpe, sie füllt die Zisterne.“
„Ich wollte einfach nur Luft schnappen und beim Betrachten des Hofes entdeckte ich die Einlegearbeiten.“
Sie verstand nicht, „zeig mir was du meinst. Beim besten Willen, ich glaub du nimmst mich auf den Arm, ich kann nichts erkennen.“
„Komm wir gehen runter ich will es aus der Nähe sehen.“
„Wie spät haben wir es eigentlich?“
„Ach, dass ich es nicht gleich gesehen habe, da über dem Eingang des Hauptportals ist ja eine Uhr.“
„Die kannst du vergessen, die geht doch schon lange nicht mehr.“
„Aber sieh mal 5.35 Uhr. Das ist Zufall, sicher ist sie damals um diese Zeit stehen geblieben, außerdem wissen wir doch gar nicht ob es wirklich so spät ist.“
Ich gehe nun in mein Zimmer und sehe auf mein Handy, 5.36 Uhr. Es stimmt also. Wir sehen beide gleichzeitig auf die Uhr am Portal, 5.37 Uhr.
„Sie geht, hast du hier einen Hausmeister?“
„Wäre schön, aber kann ich mir nicht leisten.“
„Aber er ging doch über den Hof als ich runter sah.“
„Du spinnst ja wohl. Ich lege mich noch mal hin, dass war jetzt einfach zuviel.“
„Warum bist du eigentlich hierhergekommen, du konntest doch nicht wissen, dass ich fotografiere?“
„Keine Ahnung, ich ging Pipi machen und hatte das Gefühl ich müsste nach dir sehen. So sah ich dich hier fotografieren.“
„Sei es wie es wolle, ich lege mich nun noch ein Stündchen hin.“ Kaum in meinem Zimmer angekommen und mich hingelegt, klopft es. „Bitte, komm rein.“
„Ich habe für dich etwas, damit du besser schläfst.“ Sie kommt herein, drückt mir zwei Ohrenstöpsel in die Hand und eine Schlafbrille.
So ausgestattet, schlief ich nochmals tief ein.
Wir treffen uns zum Frühstück und beschließen die gegenüberliegende Seite des Gebäudes zu erkunden. Dieser Teil ist in wirklich gutem Zustand. Es scheint so, dass hier wohl bis zuletzt gearbeitet wurde. Die Wandfarbe ist noch so frisch, dass ist noch keine fünf Jahre her, als gestrichen wurde. Der Saal gleicht einem Klassenzimmer, es sind etwa 30 Tische. Ein Pult, eine Tafel. Wir fanden auch alte Landkarten von Deutschland, Polen und Russland. Diese stammen alle aus der Zeit um 1938.
„Sie mal hier ist noch ein alter Diaprojektor.“
„Eine Schachtel, lass mal sehen, was darin ist.“
„Lauter alte Dias. Die werden wir uns zum Abendessen reinziehen“ meinte Barbara. Wir gingen einen Raum weiter und fanden mehrere Clubsessel, Beistelltische und eine wunderschöne Mahagoniwand.
Als wir die Türen öffnen, staunten wir. Geschliffene Karaffen und Gläser, ein Kühlschrank, mindestens vierzig Jahre alt, leider ohne Inhalt, müssen wir feststellen.
Eine weitere Türe gibt eine Bar aus den dreißiger Jahren frei. Sogar die Flaschen waren noch darin. Wir schnappen uns zwei Gläser, waschen sie aus und probieren einen Cognac.
„Prima, den trinken wir, wenn wir uns die Dias ansehen.“
So kommen wir zu dem Ergebnis, dass hinter den Mahagoniwänden noch Hohlräume sein mussten. Es muss also einige Geheimtüren geben! „So langsam werde ich das Gefühl nicht mehr los, dass es sich hier um ein Hauptquartier handelt. Wahrscheinlich vom Geheimdienst Honeckers.“
„Da kannst du Recht haben. Ich war ja erst drei, oder viermal hier, immer mehr bekomme auch ich einen ähnlichen Eindruck.“
„Aber du bist schon sicher, dass hier außer dir niemand mehr wohnt?“
„Ich kann das ja nicht kontrollieren. Ich kenne als Eingang nur das Tor, durch welches ich immer herein komme. Aber vielleicht gibt es ja noch weitere Eingänge?“
„Diese Räume sind in einem Zustand, als wäre gestern noch jemand hier gewesen. Wann hast du denn das letzte Mal die Räume inspiziert?“
„Ach, das kann schon länger her sein. Ich bin mit Betti, kurz nach der Übergabe mal alle Räume durchgegangen, das ist sicher schon einige Jahre her. Ich habe mich damals entschieden, meinen Wohnbereich abzutrennen. Eine kleine Baufirma, hier aus der Nähe, hat dies gemacht.“
„Wie ist das mit dem Strom?“
„Ich habe hier einen eigenen Generator, du wirst ihn kaum hören, da er in einem Spezialraum untergebracht ist. Wasser kommt aus der eigenen Quelle.“
„Du bist völlig autark.“
„Ja, so sehe ich das auch.“
„Wir werden alles aufzeichnen, sonst bekommst du niemals einen Überblick über das Gelände.“
„Was steht uns denn noch bevor?“
„Wir haben noch einen Speicher, wunderschön zum Gruseln. Na das ist ja dann was für dich. Vielleicht hängen da noch ein paar Leichen. Wir haben uns das für den Baumeister aufgehoben. Da werde ich dann einen freien Tag nehmen und die Einkäufe erledigen.“
„Ach, ich soll also den Speicher alleine besichtigen.“
„Natürlich, du wirst doch keine Angst haben?“
„Nein, ein Gebäude ist vielleicht erschreckend, aber Angst muss man davor nicht haben. Eigentlich wollte ich lieber mit dir Einkaufen fahren.“
„Kommt ja gar nicht in Frage, dann weißt du ja wo wir sind. Erst wenn ich volles Vertrauen habe, wirst du es erfahren.“
„Und deine Freundin Betti? Die weiß aber wo es liegt.“
„Nein, die bekam genauso wie du eine Augenbinde, sie mag das Spiel besonders gerne.“
„Vielleicht einmal, aber dreimal? Ich glaube du warst auch mal bei den Pfadfindern?“
„Klar, ich hatte viel Spaß.“
„Und Betti, war auch dort?“
„Ja, wir waren zusammen dabei.“
„Daher also dein Spieltrieb.“
„Was habt ihr gemacht?“
„Das aufregendste, was es bei uns gab, war ein Spiel auf einer großen Wiese.“ Berichtet Barbara.
„Na, jetzt erzähl schon.“
„Aus unserer Gruppe wurde ein Mädchen heraus gewählt. Es wurden ihr die Augen verbunden, und wir führten sie auf eine große Wiese. In der Mitte angekommen, wurde sie noch gedreht. Dann musste sie zum Ausgangspunkt zurückfinden.“
„So hast du also deine Leidenschaft entdeckt.“
„Was für eine Leidenschaft meinst du denn?“ Bohrt Barbara hartnäckig nach.
„Ach, tu doch nicht so, du weißt schon, was ich meine.“
„Du hast ja Recht, ich habe immer schon gerne Blindekuh gespielt. Oder ähnliche Spiele mit Augenverbinden gemacht.“
„Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Abend?“, frage ich.
„Oh nein, das machen wir sicher nicht.“ Barbara grinst über ihr ganzes Gesicht.
„Ich schlage vor, wir treffen uns im Salon und trinken vom guten Cognac. Du bringst noch ein paar Leckereien mit, okay?“
In meinem Zimmer angekommen, hatte ich das Gefühl, als hätte jemand etwas gesucht. Die Schranktüren stehen offen, mein Koffer ist verschoben. Ich bin mir nun ganz sicher, hier muss noch jemand anderes hausen. Aber wer soll Interesse an meinen Dingen haben. Ich sehe sofort nach meinem Navigationssystem. Man hat es nicht gefunden. Mein Handy ebenfalls nicht. Wenn ich beides zusammen schalte, kann ich per E-Mail meine Peilung senden. Nach dem Duschen und Umziehen begab ich mich wieder in den Salon, wo auch schon Barbara mit den Vorbereitungen für ein Abendessen begonnen hat.
Nach zwei Stunden versuchte ich zu gehen. Mit der Ausrede, „Arbeit wartet auf mich.“ Ich wollte gerne wissen, was mich im Speicher erwartet.
Barbara ruft noch, „Du weißt ja, ich bin morgen nicht da, du wirst den Speicher alleine durchforsten.“
„Wie lange wirst du denn weg sein?“
„Ich schätze mal so drei bis vier Stunden.“
„Da werde ich dann gerade mal einen kleinen Teil besichtigt haben.“
Mein neu erstellter Plan, hatte nun den ersten Stock vollständig erfasst, bis auf den Teil, der Barbara persönlich betrifft.
Die Nacht war sehr unruhig, ich konnte das Gefühl nicht loswerden, als hätten sich die ganze Nacht Generäle gestritten und diskutiert. Truppen waren durch den Hof marschiert. Auch Schreie von Gefolterten glaubte ich zu hören. Ich schreckte immer wieder hoch. Meine Träume spielen verrückt.
Am nächsten Morgen erwachte ich wieder sehr früh. Vielleicht täuschte ich mich ja, aber in den Fenstern gegenüber im sogenannten Westteil, sah ich drei Personen hinter den Fenstern. Ich war aber zu müde, um dieser Fatamorgana nachzugehen. Ich verdrängte es kurzerhand.
Starkes Klopfen lässt mich hochschnellen. „Kommst du zum Frühstück oder willst du noch ausschlafen?“
„Oh Gott, wie spät ist es denn?“ Ich suche nach meiner Uhr.
„Wenn du deine Uhr suchst, die hast du im Salon liegen lassen. Es ist übrigens kurz vor neun.“
„Ich komme, gib mir 15 Minuten.“
„Wow, das ist ja phänomenal, woher hast du all diese Dinge?“
„Ich habe meinen Kühlschrank geleert, weil ich doch Einkaufen gehe. So haben wir zum Frühstück etwas mehr.“
„Du scheinst ja gut ausgestattet zu sein.“
„Logisch, nur vom Feinsten. Freust du dich schon auf den Speicher?“
„Na klar, ich werde allen Mut zusammennehmen.“
„Das find ich toll, du wirst also nachholen, was du früher versäumt hast.“
„Na klar. Wie viel Aufgänge gibt es denn überhaupt?“
„Ich konnte bisher nur zwei finden. Einen gleich neben dem Salon, einen weiteren im Westflügel.“
„Da werde ich wohl besser den hier nehmen, so kann ich auf unserem Wissen von diesem Stock aufbauen. Die Schlüssel stecken doch sicher an der Speichertüre, oder?“
„Nein ich werde sie dir geben, der Speicher war bis jetzt immer verschlossen.“
„Bitte sei vorsichtig, nicht das du irgendwo durchbrichst. Ich gehe mal voraus und zeige dir den Aufgang.“ Barbara sperrt eine schmale Türe auf, dahinter geht eine steile Treppe nach oben. Was mich erwartet verschlägt mir den Atem. Keine Spinnweben, alles sauber. Über einigen Möbeln hängen alte Bettlaken. Es muss noch einen größeren Aufgang geben, denn die großen Möbel können unmöglich durch die schmale Türe hier heraufgekommen sein. Ich sehe nach einem Lichtschalter und tatsächlich, hier ist einer. Ein Versuch, es geht. Eine Neonlampe beginnt zu flackern, dann ist es Taghell.
Barbara meint, „Sieh mal ein toller Ledersessel.“
„Schau mal zu mir ein wunderbarer alter Schrank. Das hättest du dir wohl nicht träumen lassen.“
„Nein ich bin platt.“
Ein alter Schreibtisch. Eigentlich wirkt dies nicht so, als müsse man hier Angst haben. „Lass uns mal in den nächsten Speicher gehen.“ Wir gehen auf die nächste Türe zu, aber sie ist versperrt. „Der Schlüssel könnte im Schreibtisch sein“, meint Barbara.
„Ja, du hast Recht, hier ist ein ganzer Schlüsselbund.“ Gleich der Erste passt. Im nächsten Abteil sieht es nicht ganz so fröhlich aus. „Noch eine Türe, dann muss ich aber fahren“, sagt Barbara.
„Hier könnte man richtige tolle Appartements bauen.“
„Du wirst dir schon was einfallen lassen, aber ich muss jetzt zum Einkaufen.“
„Lass bitte den Schlüssel an der Türe unten stecken.“
„Eigentlich hatte ich mit dir etwas anderes vor. Zu gerne hätte ich dich an einen Balken gebunden. Dann hättest du etwas zu tun gehabt.“ Barbaras Blick verrät, dass sie es tatsächlich vorhatte. So weiß ich inzwischen auch, was sie in der Tasche hat, die sie über ihrer Schulter trägt.
„Nein bitte, lass mich jetzt arbeiten, ich will das nicht.“
Sie meinte nur, „Okay, es gibt ja noch einen anderen Tag. Aber warte mal, für ein kleines Spiel hab ich noch Zeit.“ Barbara geht zurück in den Raum mit den bequemen Sesseln und meint nur, „Komm mal her, ich hab da eine Idee!“
Als ich zu ihr in den Raum komme, erkenne ich schon das Seil, welches sie in der rechten Hand hält. Ich bin verdutzt, aber irgendwie hab ich auf diesen Moment gewartet. „Lass uns das Spiel ein andermal machen, du musst Einkaufen fahren.“
Barbara meint aber mit Nachdruck, „Komm endlich, mach kein Theater, ich hab gerade Lust auf ein Spielchen. Setzt dich mal hierher, ich mach es auch nicht sehr fest. Gerade so, dass du es ein wenig genießen kannst.“
Bereitwillig setzte ich mich in einen der bequemen Stühle, die mit Leder bezogen sind. Barbara tritt auf mich zu. Nimmt mein rechtes Handgelenk und legt eine Schlaufe mit dem Seil darüber. Dann folgt die linke Hand. Sie beginnt damit an dem Seil zu ziehen. Es zieht sich unaufhörlich zusammen, bis meine Hände auf dem Rücken verknoten sind. Sie legt das Seil um den Rücken des Stuhles und dann zieht sie es erneut zusammen.
Sie führt das Seilende unter dem Stuhl hindurch und verknüpft es mit meinen Beinen. Ich gebe zu, es hat mich mächtig erregt und dann merke ich, dass ich fixiert bin. Es scheint so geschickt verknotet zu sein, dass ich keine Möglichkeit sehe, mich zu befreien. Barbara meint lächelnd, „Du hast jetzt viel Zeit, wenn ich zurück bin und du bist immer noch nicht frei, dann hab ich da noch eine weitere Idee. Also dann, viel Spaß bei deiner Befreiungsaktion. Es wird nicht leicht sein.“
Barbara ist schon auf dem Weg zur Türe, da dreht sie sich auf dem Absatz um und kommt nochmals auf mich zu. „Deine Augen hab ich vergessen, die werde ich dir noch verbinden.“ Sie greift sich eines ihrer langen großen Tücher und beginnt es geschickt über meine Augen zu wickeln. So…dann viel Spaß!“
„Bitte fahre vorsichtig, sonst bin ich hier für immer der Hausgeist.“
„Mach dir keine Sorgen. Tschüss, im Kühlschrank ist noch was zum Essen. Für den Fall, dass du dich befreien kannst.“
Ich höre wie sie die Treppe hinabsteigt.
Kurz darauf kann ich noch vernehmen, wie sie ihr Entchen startet. Das große Schiebetor wird geöffnet, „quietsch-quietsch“.
Kurz darauf höre ich einen Knall, es wird doch nicht die Speichertüre gewesen sein?
Aufgeregt beginne ich an dem Seil zu ziehen. Irgendwie wird es sich doch lösen lassen. Umso fester ich ziehe, umso mehr zieht sich das Seil an den Handgelenken zusammen. Ich versuche das Seil durch anheben der Beine etwas zu entspannen, aber das scheint nicht die Lösung zu sein. Barbara hat wohl das Seilende an der Unterseite des Stuhles verknotet.
Ein entkommen, erscheint völlig aussichtslos. Ich erinnere mich an meine Pfadfinderzeit und beginne mit verschiedenen Übungen.
Zuerst muss ich meine Aufregung zügeln, sonst mach ich noch mehr Fehler und das Seil wird sich niemals lösen lassen. Das dicke Tuch um mein Gesicht tut sein Übriges. Barbara muss es dreimal über mein Gesicht gebunden haben. Die Luft lässt sich nur schwierig ein und ausatmen. Ausgerechnet über meiner Nase und meinem Mund ist es extrem fest verschlungen. Ich muss mich entspannen, sonst droht mir eine Panikattacke. Ich rede mit mir und beruhige mich auf diese Art. „Es wird sich gleich lösen!“ Diesen Satz sag ich mir immer wieder und so taste ich nach den Seilenden.
Dann hab ich das Gefühl, dass sich etwas löst. Vorsichtig ziehe ich an einem Seilende und tatsächlich, es beginnt sich zu lockern. Nach einer weiteren halben Stunde, bin ich frei.
Ich streife das Tuch von den Augen und dann fällt mir die zugeschlagene Türe ein.
Ich laufe durch die Abteile und blicke die Treppe hinab, es war die Speichertüre.
Wo hat sie denn den Schlüssel gelassen? Ich gehe die Treppe hinunter und muss feststellen, dass von der Innenseite kein Griff angebracht ist.
Der Schlüssel steckt von außen. Frauen! Sie hätte sich doch denken können, dass ich den Schlüssel innen benötige. Jetzt bist du in einer blöden Lage, denke ich so bei mir. Ich versuche mich gegen die Türe zu werfen, aber die Qualität ist besser, als ich vermutete.
Ach was, die vier Stunden gehen im Nu vorüber. Wenigstens konnte ich mich befreien. So begebe ich mich wieder an meine Arbeit. Mein größtes Interesse weckt der Raum mit den Kisten.
Jetzt fehlt nur ein Stemmeisen. Wie soll ich die sonst aufbekommen, mit den Fingernägeln bestimmt nicht. Meine Spannung steigt ins Unermessliche.
Ich finde eine halbe Dachschindel, damit müsste es gelingen, den Deckel aufzustemmen. Ich glaub es nicht, der Inhalt ist eine alte Schreibmaschine und zwei alte Telefone. Jetzt bin ich aber enttäuscht. Nun die nächste Kiste, sie ist erheblich schwerer. Der Deckel wieder mit Nägeln gesichert. Muss das ein Idiot gewesen sein, fluche ich. Aber auch dieses Hindernis kann überwunden werden. Wieder finde ich nur technische Geräte, scheint ein Funkgerät zu sein.
Okay, packen wir es noch mal an, aber nach dieser Kiste mache ich erstmal eine Pause.
Vorsichtig taste ich mich voran. Eine Stahltüre, dahinter ist es Stockdunkel, absolute Schwärze kommt mir entgegen. Ich taste nach einem Lichtschalter, aha, da ist einer. Ein – Aus, nichts geht. Jetzt wäre eine Taschenlampe recht hilfreich.
Da breche ich in ein Brett ein. „Scheiße!“ Ich taste herum. Das könnte ein Deckel sein. Ein Vorhängeschloss am Boden. Irgendein Schlüssel wird doch wohl zu finden sein. Ich bin völlig außer mir, dass Wasser läuft nur so von meiner Stirn. Na endlich, es geht. Ich kann den Deckel anheben. Aber was wird darunter sein? Vorsichtig lege ich den Deckel oder besser die Falltüre um. „Scheiße!“, jetzt fluche ich schon wieder. Nur nicht in das Loch fallen. Ich setze mich auf den Rand und denke nebenbei an meine Jeans. Rutsche Stück für Stück am Rand entlang. Aha, dies muss eine Stufe sein. Keine Falltüre ohne Treppe. Alte Pfadfinderregel. Nach der ersten Stufe finde ich auch die zweite und dritte. Langsam komme ich voran. Dann eine Holzwand. „Scheiße!“ Dieses Wort verwende ich ab sofort öfter. Die Holzwand wird eine Türe sein. Ich taste alles ab, da ein Lichtschalter, klick, Licht an. Pah, so was Blödes, oben haben sie den Schalter wohl vergessen anzuschließen.
An der Holzwand angekommen klopfe ich die Wand ab, klingt irgendwie hohl. Ich versuche die aufgesetzten Leisten zu entfernen. Eine Leiste scheint locker zu sein, nein, es ist eine Geheimtüre, drehen der Leiste, offen. Aber was ist jetzt? Ein modriger Geruch, es riecht nach alter Wäsche. Es graust mir schon ziemlich. Alte Mäntel, Umhänge, es kann alles sein. Ich muss mich überwinden, hineinzugehen. In diesem Moment, wo mein Fuß den Boden berührt, geht eine weitere Türe auf.
Ich bin erstaunt. Eine Kapelle. Sehr gepflegt, viele Figuren sind mit weißen Tüchern abgedeckt. Eine soeben gelöschte Kerze, ich gehe sofort darauf zu, sie ist noch warm, das Wachs butterweich. Was wird hier gespielt? Mein Blick geht automatisch zur Eingangstüre, sie steht noch halb offen. Ich stürze darauf zu, aber niemand ist zu sehen. Ich betrachte mir die Kapellentüre von draußen.
Nun steh ich im Innenhof und möchte zu gerne wissen, was das alles bedeutet. Vielleicht ist ja Barbara zurück. Ich gehe zum Salon, kann aber nirgends jemand entdecken.
In meinen Gedanken taucht immer wieder die Person auf, die ich zu sehen glaubte, am ersten Morgen, im Innenhof. Die Person mit Kapuze. Ich will mir die Mäntel in der Kapelle nochmals ansehen.
Als ich zur Kapellentüre komme ist diese verschlossen. Meine klare Meinung, hier geht es nicht mit rechten Dingen zu, aber ich bin nun ganz sicher, dass eine weitere Person im Gebäude leben muss. Mein Bedürfnis mich zu duschen, kann nicht länger auf sich warten. Im Badezimmer entschließe ich mich zu einem Vollbad. Ach, ist das angenehm.
Wie spät ist es denn eigentlich schon? Ich erschrecke, sechs Uhr. Nun ist Barbara ja schon mindestens drei Stunden überfällig. Na ja, vielleicht hat sie ja ihre Freundin getroffen, dann ist eine Verspätung selbstverständlich. Ich ziehe nur noch den Bademantel über und verzichte auf großes Tamtam. Im Salon drehe ich noch eine Kurve über die kleine Küche, mal sehen, was noch zu essen und trinken da ist. Ich schnappe mir ein Bierchen und zwei Scheiben Wurst. Ich schalte den Fernseher ein. Es dauert nur wenige Minuten und ich schlafe davor ein. Irgendwann um Mitternacht, schleiche ich mich in mein Schlafzimmer. Noch einen Blick in den Hof. Ich sehe Licht in der Wohnung von Barbara. Völlig verschlafen, denke ich, sie ist aber spät gekommen.
Wie immer wache ich gegen sechs Uhr auf. Ich döse ein wenig vor mich hin.
Werfe einen Blick in den Hof und siehe da, die Kapellentüre steht offen. Ich ziehe mir meine Trainingssachen an, ab in den Hof. Vorsichtig gehe ich auf die Türe zu. Ich kann Kerzenlicht erkennen. Eine Person steht oder kniet, genau erkennen kann ich es nicht. Vorsichtig gehe ich hinein. Die Person erschreckt furchtbar. „O Gott, wie können sie mir das antun.“ Trotzdem bin ich überrascht, sie ist keineswegs erstaunt mich hier zu sehen. „Darf ich mich vorstellen?“
„Ich kenne sie schon, meine Tochter hat mir von ihnen erzählt, so konnte ich sie mehrmals im Hof beobachten.“
„Ihre Tochter hat sie mal erwähnt. Sie sind also Barbaras Mutter?“
„Ihre Tochter ist wohl noch nicht zurückgekommen?“
„Sie hatte einen Unfall.“
„Ist sie verletzt?“
„Sie hat nur am Telefon gesagt, sie wird ein paar Tage im Krankenhaus sein.“
„Sie haben hier also Telefon.“
„Ja selbstverständlich, wir sind hier doch nicht hinter dem Mond.“
„Darf ich mal telefonieren?“
„Das geht leider nicht, meine Tochter hat das Betreten ihrer Räume ausdrücklich verboten.“
„Verstehe, wie machen wir das mit dem Essen?“ „Ich werde ihnen etwas vor die Türe stellen.“ „Das ist aber sehr freundlich. Ich würde mich mit ihnen gerne mal unterhalten.“
„Nein, das will ich aber nicht. Meine Tochter wird ihnen erzählen, was sie wissen sollten, aber mehr auch nicht.“
„Bitte entschuldigen sie nochmals mein plötzliches Auftauchen, und dass ich sie so erschreckt habe.“
„Bitte lassen sie mich jetzt in Ruhe beten.“ Eine seltsame Frau. Wie alt wird sie wohl sein? Nachdem ich sie nur kniend gesehen habe, kann ich auch nicht auf ihre Statur schließen. Aber sie hatte einen dieser seltsamen Mäntel an, so wie ich sie im Kapellenschrank gesehen habe. Diese Kapelle werde ich mir noch genauer ansehen, ich glaube sie birgt mehr als sie so scheinen lässt. Ich entschließe mich erstmal zu frühstücken. Mal sehen, was es überhaupt noch zu Essen gibt. Der Kühlschrank ist so gut wie leer. Oder sagen wir es positiv, er ist nicht mehr sehr voll. Kaffeemaschine an und Milch habe ich auch noch genug. Ich richte es mir gemütlich ein und lese nebenbei die inzwischen gefertigten Pläne. Nun bin ich soweit, dass ich nun die Pläne aufeinander legen kann. Ich werde meine Arbeit auf jeden Fall im Speicher fortsetzen. Ach ja, der Speicher, wie gut, dass ich mich befreien konnte. Es wäre Fatal gewesen, jetzt wo ich weiß, dass Barbara einen Unfall hatte.
Ich stehe erneut an meiner Falltüre. Ich leuchte den Raum nun richtig aus, kann sehen, dass die Falltüre ziemlich in der Raummitte ist. Ich verschließe die Falltüre, diesmal ist mir die Technik ja bekannt. Der nächste Raum gibt mir Hoffnung, endlich mit der übrigen Welt wieder Kontakt aufnehmen zu können. Hier sind ein Funkgerät und ein Radio installiert. Die Antennen sind perfekt. Ich hole also mein Handy und mein Navigationsgerät. Endlich kann ich was von der Umgebung sehen, dieser Raum ist der erste, der eine richtige Dachgaube aufweist. Ich öffne das Fenster und ein frischer Luftzug kommt herein. Nun endlich, normale Arbeitsbedingungen.
Ich schalte das Radio ein, ein mindestens zwanzig Jahre altes Gerät, aber es funktioniert. Bei Radiomusik lässt es sich doch gleich viel angenehmer arbeiten. Ich suche mir ein Kabel, dieses zerschneide ich, die nun freigelegten Kabel verwende ich um eine Verbindung zu meinem Handy herzustellen. So gebastelt habe ich schon lange nicht mehr. Ich hoffe nur, dass ich keinen Kurzschluss baue.
Nach etwa zwei Stunden, der erste Funkversuch. Ich habe Empfang. Zuerst rufe ich meinen Freund in Berlin an. Ich erzähle ihm die ganze Story. Er lacht sich schief.
„Gib mir mal deine Peilung, dann kann ich dir sagen wo du dich befindest.“ Ich gebe ihm Längen und Breitengrad. „Also ich kann dir so viel sagen, du bist sehr nahe an der polnischen Grenze. Der nächste Ort ist in Richtung Westen etwa siebenundzwanzig Kilometer entfernt. In Richtung Osten, also in Richtung Polen, hast du nur Sumpfgebiete. Bitte bleib mir erhalten und meide diese Richtung.“ „Sag mal könntest du mich besuchen kommen?“
„Die nächsten drei Wochen völlig unmöglich, ich habe wie du weißt immer noch mein Projekt in Berlin fertig zu stellen. Wir werden am besten so verbleiben, wenn ich kurzfristig mal Zeit für ein langes Wochenende habe, sende ich dir eine SMS.“
„Super Idee. Es wäre mir lieber, wenn wir zukünftig per SMS in Verbindung bleiben. Barbara hat keine Ahnung, dass ich Kontakt zu dir habe.“
„Okay, bitte sei vorsichtig, wenn man dir die Augen verbindet, du weißt nie was anschließend folgt.“ Nach ausgiebigem Gelächter verabschieden wir uns. Ich hole noch mein Fernglas und genieße den Ausblick in die Ferne. Nur Wald und in der Ferne, flaches Land. Dieser Blick sollte nach meiner Peilung in Richtung Osten gehen.
Mein nächster Blick soll zwei Kisten gelten, welche sich unter der Dachschräge befinden. Sie sind unheimlich schwer. Trotzdem will ich sie richtig öffnen können. Ich ziehe mit aller Kraft und tatsächlich kann ich sie bewegen. Es gibt kein Vorhängeschloss, der Deckel ist mit Nägeln verschlossen. Nachdem ich nun mit Werkzeug gut ausgestattet bin, dauert es nur Minuten bis der Deckel entfernt ist. Zum Vorschein kommen Maschinenteile. Die Teile sehen nach Motorteilen aus. Ich entschließe mich sie genauer zu betrachten. Hier liegt auch ein dickes Kuvert. Nach dem Herausnehmen des Inhalts, sehe ich mehrere Zeichnungen für den Bau eines Motors. Ich vergleiche die Teile mit der Zeichnung und darf die erfreuliche Feststellung machen, dass es sich um einen zerlegten Motor der Marke Horch handelt.
Mein Forscherdrang war nicht mehr zu bremsen. Die Türe steht offen.
Meine Stablampe bestätigte meinen Verdacht, Kotflügel, Kühler, Ledersitze. Ich hatte ja schon viel darüber gehört, dass so mancher Besitzer seine wertvollen Autos einmauerte oder zerlegte um sie vor Plünderung zu schützen.
Heute fallen diese Entdeckungen unter den Namen „Scheunenfund“. Ich vermutete, dass ich hier etwas ganz Besonderes gefunden habe.
Meine Gedanken kreisten nur noch um zwei alte Karren der speziellen Art. Die Fahrgestelle, wo sind sie geblieben? Ich hob noch einige Planen auf, immer dasselbe, Blechteile. Im Lageplan verzeichnete ich „Schrott“. Völlig aufgelöst, versperrte ich die eine und anschließend die andere Türe. Ich blickte in den Hof und sehe vor meiner Eingangstüre einen Korb stehen. Sie hat mich nicht vergessen. Im Korb finde ich ein richtig leckeres Essen. Schnitzel, Bier und gutes Landbrot. Ich verziehe mich in den Salon und beschließe, den restlichen Tag um das Anwesen zu wandern. Aber zuerst mal einen ausgedehnten Mittagsschlaf absolviere. Es geht mir super, in Gedanken baue ich die Fahrzeuge bereits zusammen. Ich sehe mich schon über die Alleen Mecklenburgs gondeln, mit einem Brotzeitkorb und Barbara an meiner Seite, vielleicht mit einem großen Strohhut und einem lang wehenden weißen Schal. Kräftiges Klopfen reißt mich aus meinen Träumen. „Herr … meine Tochter lässt ihnen ausrichten, sie müssen erstmal ohne sie auskommen. Sie muss noch drei Tage im Krankenhaus bleiben. Ein Fuß scheint in Gips zu sein. Ich soll ihnen ausrichten, Unkraut vergeht nicht.“
„Vielen Dank für ihre Mühe.“
„Das hab ich doch gern gemacht.“ Ihr Ton ist nun nicht mehr so ablehnend, eher freundlich. Ich nehme es gerne zur Kenntnis. Gegen Nachmittag spaziere ich nun durch das große Tor und befinde mich in einer Art Außenring. Ich gehe soweit bis ich ein Tor in der Außenmauer ausmachen kann. Es ist total verrostet. Von innen mit einigen Eisenstangen gesichert. Hier ist sicher die letzten zwanzig Jahre keiner mehr durchgegangen. Ein wildes Gewächs rankt sich in dem reich verzierten Tor hinauf. Dann finde ich ein weiteres Tor, welches in den Innenhof führt.
Ebenfalls absolut fest verschlossen. Dies weckt mein besonderes Interesse, sofort fallen mir die zwei Fahrzeug-Fahrgestelle ein, welche mir zu meinem Puzzle fehlten. Hier muss ich rein, koste es was es wolle. Neben dem großen Tor gibt es noch eine kleinere Türe. Die müsste zu knacken sein. Nach einer halben Stunde hab ich es geschafft. Vorsichtig öffne ich die Türe.
So lange kann es nicht her sein, die Scharniere sind weder verrostet, im Gegenteil, sie sind sogar mit Öl verschmiert. Also, schließe ich daraus, dass diese Türe benutz wird. Es waren Hallen, in denen die Fahrzeuge gewartet wurden. Zwei alte Lastwagen stehen dort. Mercedes, ältere Baujahre. Für LKW-Fans sicher Juwelen. Aber ganz hinten am Ende der zweiten Halle glaube ich zwei Fahrgestelle ausmachen zu können. Hier muss ich auf jeden Fall noch mal her. In der Zweiten Halle sehe ich noch eine weitere Türe, welche aber mit Kartons zugestellt ist. Ich öffne die Türe und komme in eine kleine Garage. Hier steht etwas, mit Leinentüchern zugedeckt, könnte noch ein Auto sein? Ich lüpfe die Tücher und traue meinen Augen nicht. Ein vollständig erhaltener Mercedes SSK. Das Fahrzeug ist stark eingestaubt, hier hat sicher niemand die letzten zwanzig Jahre nachgesehen. Es fängt an zu dämmern, ich muss zusehen dass ich rechtzeitig zurückfinde. In meinem Zimmer angekommen, hole ich meine selbst gefertigten Pläne und versuche die Lage der Garagen anzumerken. So langsam wird mir klar, dass es ein Lebenswerk sein wird, hier eine klare Linie zu schaffen. Ich höre jemand rufen, ich gehe in den Gang und da steht die ältere Dame von gestern. „Guten Abend, ich habe mit meiner Tochter gesprochen, sie lässt ihnen viele Grüße ausrichten. Sie wird morgen oder übermorgen kommen. Sie wird von ihrer Freundin hergebracht. Sie hat ein Bein in Gips und diverse Kratzer und Pflaster an den Armen und im Gesicht.“
„Das tut mir aber Leid“, entgegne ich spontan. „Sie sind doch ihre Mutter?“ „Ja so ist es.“ „Wohnen Sie schon immer hier?“ „Na ja, ich soll ja nichts sagen, aber meine Tochter hat gesagt, ich könne Ihnen vertrauen. Also will ich Ihnen so viel verraten, wie sie wissen können. Ich lebe hier seit sechzig Jahren, während der Kriege war ich immer die Köchin, so hatte ich wenigstens zu essen. Die Besatzer waren nicht immer höflich, auch teilweise sehr grob, wenn Sie verstehen was ich meine. Aber jetzt bin ich in einem Alter, wo mir die Ruhe gut tut. Mein Wissensdurst hält sich in Grenzen. Aber nun muss ich wieder nach meinem Schwager sehen, es geht ihm sehr schlecht. Aber er ist ja auch schon vierundneunzig Jahre alt. Hier ist Ihr Abendessen, jetzt hätte ich es beinahe wieder mitgenommen.“
„Vielen Dank und ich hoffe, Sie können mir noch ein wenig bei meinen Nachforschungen helfen.“
„Ich darf ihnen einen Tipp geben, aber sagen Sie nicht zu meiner Tochter, dass Sie es von mir wissen. Sehen Sie mal in den Rollschrank am Speicher. Es wird ihnen helfen.“
„Vielen Dank und gute Nacht, grüßen sie bitte ihren Schwager.“
