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INSPIRATION GEFRAGT? Wer gerade mit der Planung und Umgestaltung seiner eigenen vier Wände beschäftigt ist oder einfach gern in anderen Wohnwelten abtaucht wird in diesem unverzichtbaren Jahrbuch des Interiors garantiert auf seine Kosten kommen. Von einer fachkundigen Jury ausgewählt, präsentieren sich in großformatigen Fotos und informativen Texten 50 prämierte Projekte aus Expert:innenhand. Gestaltet von Inneneinrichter:innen und Interior Designer:innen liefern die Konzepte Einblicke in private Häuser und Wohnungen, kreative Anregungen und innovative Gestaltungsideen für Neu- und Altbau, Stadt und Land. Dazu bieten die Produktauswahl der Architekt:innen hilfreiche und praktische Lösungen für unterschiedliche Stile, Räume und Orte.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 177
Veröffentlichungsjahr: 2024
CAROLIN SANGHAUTE LAATZ
„POSITIVE ENERGIE KANN VERBAUT WERDEN UND STRAHLT EWIG ZURÜCK!“
MEIEREI INNENARCHITEKTUR / DESIGN
Trend-Report
Einleitung
CAROLIN SANGHA
Die Jury
Unsere Partner
1. PREIS
Zur Ruhe gekommen
AADA ATELIER FOR ARCHITECTURE, DESIGN AND ATMOSPHERE
ANERKENNUNGEN
Perfektes Baukastenprinzip
DEMO WORKING GROUP
Wandelbarer Lebensraum
ELISABETH MÜLLER INNEN-ARCHITEKTUR
Herzensangelegenheit
THATENHORST INTERIOR
Symbiose der Epochen
PUNTOFILIPINO
Geschlossener Kreislauf
JAN ULMER ARCHITECTS
FOTOGRAFIEPREIS
Marie Kreibich
SPIEL DER SINNE
AUSGEZEICHNETE PROJEKTE
Ferienhaus der Extraklasse
JVW DESIGN
Veränderte Ausgangslage
STUDIO ALEXANDER FEHRE
Das Leben feiern
IPPOLITO FLEITZ GROUP
Nur vom Feinsten
STEPHANIE GEHRINGER
Spagat zwischen Nostalgie und Technik
SCHMIDT HOLZINGER INNENARCHITEKTEN
Abenteuerspielplatz
JULIA RAFFLENBEUL INTERIOR ARCHITECTURE
Glamour Forever
MALLUVIA INNENARCHITEKTUR
Ein Zuhause für die Kunst
SEBASTIAN ZENKER INTERIOR DESIGN
Filigraner Rahmen
09A
Made to measure
HOLZRAUSCH
Unsentimental nostalgisch
ATELIER ST
Gelungene Bestandsaufnahme
MEIEREI INNENARCHITEKTUR / DESIGN
Willkommen in der Gegenwart
STUDIO STUHLEMMER
Zen an der Außenalster
REIMANN ARCHITECTURE
Die Kunst des Wohnens
ARNOLD / WERNER ARCHITEKTUR & INNENARCHITEKTUR
Neue Akzente in historischem Kontext
NAEMAS ARCHITEKTURKONZEPTE
Staycation
CARLO
Bewahrung zum Besseren
SEITZ ARCHITEKTUR
We-time-Oase
JUNG & KLEMKE
Memphis lässt grüßen
ARNOLD / WERNER ARCHITEKTUR & INNENARCHITEKTUR
Raum für Urlaubsträume
LANDAU KINDELBACHER ARCHITEKTEN
Barrierefrei durchdacht
STUDIO WOLF INTERIOR
Vier-Jahreszeiten-Chalet
STUDIO HINTON
Open space
REIMANN ARCHITECTURE
Tabula rasa
FUNDBÜRO DESIGN
Ein halbes Ganzes
BAUSTUDIO ROSTOCK
Pragmatisch gelöst
DITTLIDESIGN
In Farbe baden
UTA VON MALTZAN ARCHITEKTUR
Gebaute Resilienz
TAKEHIKO SUZUKI ARCHITECTS
Für Sternstunden
ROOOM.BIZ
Kreativ-Mekka
MAISON WIDMER & WOHNBEDARF
Natürliche Highlights
BENJAMIN VON PIDOLL
Idylle pur
INTERIORBYGINI
Erholung unterm Reetdach
BETTER.INTERIORS
New York an der Elbe
GIORGIO GULLOTTA ARCHITEKTEN
Einfach bildschön
RAINI PETERS INTERIOR DESIGN + STYLING
Jede Menge Freiraum
BUCHBERGER DESIGN
Der Luxus des Einfachen
ABOUTLAMA
Neu gedacht
MARTINA HAUSEL INTERIORS
Ein Teil wird zum Ganzen
ÆNSEMBLE ARCHITEKTEN
Total geerdet
EHAM
Neuausrichtung
MALLUVIA INNENARCHITEKTUR
Homebase
MM STUDIO | BERLIN
Wie umgewandelt
ANDREA BUSCH INNENEINRICHTUNG
ARCHITECTS' CHOICE
Nyta UG
LE KLINT
THG Paris
Josef Deisl GmbH
KLAFS GmbH
SCHRAMM GmbH
Christian Fischbacher GmbH
Longlist
Planer- und Fotografenverzeichnis
Impressum
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Natürlich: Jede Einrichtung eines Raumes ist so individuell wie seine Bewohner. Und Interior-Designer werden zumeist aufgrund ihrer persönlichen Handschrift ausgewählt. Was trotzdem alle eint, verrät unsere Befragung der 50 ausgezeichneten Experten.
Ute Laatz
Moden kommen und gehen. Stil bleibt. Was schon die legendäre Coco Chanel so präzise formuliert hat, trifft auf die Gestaltung des persönlichen Umfelds nicht weniger zu. Aber wie finden Profis den stilistischen Schlüssel zur Kreation eines maßgeschneiderten Zuhauses für ihre Klienten? Klar ist, ohne das direkte Gespräch und das Kennenlernen von liebgewonnenen Gewohnheiten der zukünftigen Bewohner lässt sich kein individuelles Umfeld, das dem Alltag gewachsen ist, schaffen. Aber um die Informationen, die sich aus den Antworten ergeben, in ein stimmiges Konzept einfließen zu lassen, ist analytisches Vorgehen gefragt. Denn ja – schön einzurichten ist (auch) eine Kunst. Aber eben zuallererst präzises Handwerk. Und da formieren sich bei allen Alleinstellungsmerkmalen, die unsere prämierten Inneneinrichter und Interior-Designer ausmachen, viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Herangehensweisen.
Das beginnt bereits bei der Auftragsakquise. Das Ergebnis ist nebenbei auch ein gutes für die zukünftigen Kunden. Denn Zufriedenheit ist die beste Visitenkarte. Für fast alle Gestalter bedeutet die Mund-zu-Mund-Propaganda das wichtigste Werbemittel für ihre Arbeit. Und in anderen Fragen ist sich die Expertenwelt ebenfalls erstaunlich einig. So findet eine Mehrheit nicht, dass das Innenleben der Außenhülle oder gar dem Standort unbedingt entsprechen muss. Die Tatsache liefert Freiheit und vergrößert den Rahmen der Möglichkeiten. Ein Stück sonniges Mittelmeerflair im hohen Norden. Oder urbane Coolness inmitten idyllischer Berglandschaft. Why not? Die eigenen vier Wände sollen schließlich ein ganz und gar persönliches Lebensgefühl schaffen. Und das ist nun mal ortsunabhängig. Nur die Authentizität der Architektur muss gewahrt bleiben. Denn zwischen Interpretationsspielraum und „Fake“ verläuft die Grenze, die keinesfalls überschritten werden darf. Darauf haben die Profis immer ein waches Auge.
Sogenannte Megatrends, die globale Phänomene beschreiben und über beispielsweise stilistischen Strömungen stehen, werden von den Inneneinrichtern ganz selbstverständlich eingebunden, ohne dabei dogmatisch vorzugehen. So differenzieren die Experten, wo „smarte Technik“ hilft, Komfort, Sicherheitsaspekte sowie Energieeffizienz zu steigern. Reiner Fortschrittsglaube genügt nicht, um Einzug in die Wohnwelt zu halten. Das bewahrt Auftraggeber vor unnötigen Kosten und zwingt ihnen nichts auf. Dem zweiten Megathema „Nachhaltigkeit“ begegnen die Planer auf unterschiedlichen Ebenen – wohlwissend, dass die Materie buchstäblich vielschichtig ist. Überragend ist die Übereinstimmung aller Einrichter, dass die nachhaltigste Wahl diejenige ist, die für quasi immer währt. Was man nicht mehr hergeben möchte, woran man sich nicht sattsieht und was mit der Zeit nicht Mängel, sondern Patina entwickelt, erweist sich ganz natürlich als die ressourcenschonendste Anschaffung.
Und auch wenn das einzurichtende Objekt nicht die Idealvoraussetzungen bietet, spornt doch gerade dieser Umstand die Profis an. Fast alle Befragten sehen in der Ertüchtigung des Bestands nämlich die reizvollere Herausforderung gegenüber der Neuerschaffung von idealem Raum. Was nicht gegen Neubau spricht, aber Bauherren eben Mut macht, Häuser und Wohnungen in Betracht zu ziehen, die vielleicht aufgrund von (korrigierbaren) Unzulänglichkeiten nicht die Liebe auf den ersten Blick hervorrufen.
Wünsche, welche Aspekte noch mehr in den Fokus von Auftraggebern, Architekten und Bauträgern geraten sollten, haben die Innenarchitekten ebenfalls formuliert. Mit ihnen wird einmal mehr deutlich: Die Entstehung von Wohnraum zum Wohlfühlen ist ein komplexer Prozess, der nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die Raumgestalter setzen dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf. Getreu dem Motto: Ende gut, alles gut.
Bei den Antworten war eine Mehrfachauswahl möglich.
SONSTIGE ANGABEN:
•Eine Bezugnahme auf das Gebäude sollte in subtiler Weise schon da sein.
•Zum Standort nicht unbedingt, aber es muss zum Objekt passen (z. B. Stuck einer Neubauwohnung mit niedriger Raumhöhe macht keinen Sinn).
•Nein, aber schöner ist es!
•Es kommt auf den Kontext an. Ein Laden oder eine Gastronomie wollen vielleicht sogar herausstechen und erlebnisorientiert sein. Wohnen hingegen oder ein Hotel sollten stimmig sein zu der Umgebung. Sonst kannes unauthentisch oder gar kitschig wirken.
•Das ist sehr abhängig vom Objekt.
Bei den Antworten war eine Mehrfachauswahl möglich.
Bei den Antworten war eine Mehrfachauswahl möglich.
Ich habe meine Kindheit in Indien verbracht. In einem Land, das so vielfältig ist, gefüllt mit den schönsten Farben und Formen. Hier liegen die Wurzeln für mein „kreatives“ Leben. Ich erinnere mich an unser Haus in Bangalore, einen schlichten Bungalow umgeben von einem tropischen Garten. Innen ein kühler Terrazzoboden und minimalistisch geformte Möbel aus Teakholz im Chandigarh-Stil, chinesische Kunst an den Wänden (mein Vater ist in China aufgewachsen), englisches Tafelsilber auf dem Tisch und dazwischen meine Mutter in ihren farbenprächtigen Seidenkleidern und mit opulentem Schmuck. Dieses Bild hat mich stark geprägt. Es war nicht ein wilder Mix von unterschiedlichen Stilen, sondern pure Ästhetik und Authentizität. Das wurde in der Gestaltung zu meinen wichtigsten Prinzipien. Und Indien ist und bleibt meine Inspirationsquelle – sei es das Feuerwerk der Farben, das mir dort überall begegnet, oder die unendliche Vielfältigkeit der Architektur, die Tradition und Moderne verkörpert. Mich fasziniert und inspiriert Chandigarh, die Traumstadt des ersten indischen Premierministers Nehru, die von dem französischen Architekten Le Corbusier geplant wurde und als eines der besten Experimente im Bereich der Stadtplanung und der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts in Indien gilt. Die Möbel für die Verwaltungsgebäude, die Le Corbusiers Cousin Pierre Jeanneret kreierte, gaben die Leitlinie für zeitgenössisches indisches Möbeldesign. Der Bürostuhl, längst ein Klassiker, ist heute in vielen Wohnungen zu finden, wie beispielsweise in einem Loft in Hamburg oder New York, zu sehen auf Seite 159 und 220.
Als Beobachterin meines Umfelds verlasse ich mich auf meine Intuition, sie leitet mich. Meine Augen sind immer in Bewegung und meine Kamera oder Pinsel ist stets griffbereit. Ich lege mich ungern fest. Meine Art zu arbeiten entwickelt sich ständig weiter, manchmal entscheide ich heute anders als morgen. Ich werde oft gefragt, wie meine überraschenden Farbkonzepte entstehen. Meistens spontan auf einer meiner Reisen. Vieles inspiriert mich und gibt mir Ideen. Das können beispielsweise die verschiedenen Pinkoder Rottöne der verwaschenen Hauswände in Lissabon sein, das Azurblau des Mittelmeers an der Côte d’Azur oder das intensive Gelborange der Marigoldblüte in Indischen Gärten. „I find inspiration in everything.“
Farben dienen für mich als Vorlagen für meine Gestaltung. Im Produktdesign ist es der Einklang von Farbe mit der Form, im Interiordesign die Korrespondenz von Farbe mit Licht, dabei setze ich Materialen und Details ein, die dem Raum eine Bekleidung geben. Die Räume sollen lebendig sein, eine Seele und Charakter haben und die Persönlichkeit ihres Bewohners tragen. So gehe ich auch bei der Gestaltung von Mode vor, da mache ich keinen Unterschied. Authentizität und Ästhetik sind meine Leitgedanken. Mut und Leichtigkeit gehören für mich zum Designprozess. Ich finde, dass gutes Design, ob beim Interieur, beim Produkt oder der Mode, die Aufgabe hat, selbstverständlich und funktional zu sein. Ansonsten ist es für mich Kunst oder eine Inszenierung.
Friedensreich Hundertwasser – bekannt als ein mit der Natur verbundener achtsamer Architekt und Maler – hat in den 1960er-Jahren von der „dritten Haut“ gesprochen und er meint damit die Wohnung, die den Menschen umgibt. Die „erste Haut“ des Menschen ist seine natürliche Haut, ein lebenswichtiges Organ und gleichzeitig das größte Sinnesorgan. Die „zweite Haut“ ist unsere Kleidung. Kleider machen Leute, so sagt man. Auch in seiner „dritten Haut“ – damit ist die Wohnung gemeint – soll sich der Mensch wohlfühlen. Jeder richtet sich nach seinem Geschmack ein und sucht sich die Farbe für die Wände und die Formen der Möbel entsprechend aus. Es gibt dabei keine Regeln. Es ist gut so, wie es ist. Jedes Haus, jede Wohnung ist einzigartig, jedes Interieur trägt seine eigene Handschrift.
Die Welt entwickelt sich weiter, die Berufe verändern sich und die Technologie zieht die Grenzen neu zwischen Arbeit und Familie. Es fällt mir immer mehr auf, dass Gestalter Innenräume angepasst haben, um die neue Realität widerzuspiegeln. Einige verwandeln den Wohnort in einen Inkubator für Ideen oder in eine „wonder wall“ der Sammlungen und Erinnerungen, andere verwischen die Grenzen nicht zwischen Arbeits- und Privatleben. Aber die Sehnsucht bleibt, dass das Zuhause der Rückzugsort und eine Energiequelle ist. Diese Entwicklung hat sich auch auf die Gestaltung der privaten Wohnräume ausgewirkt. In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts war eine Gegenbewegung zum Minimalismus der 1990er zu erleben. So kehrten nicht nur Muster und Tapeten zurück, es waren eine gewisse neue Überschwänglichkeit und eine Abkehr vom stilistischen „Einheitslook“ zu beobachten. Es wurden stattdessen verschiedene Perioden und Traditionen kombiniert und nebeneinander gestellt – individuell und mutig. Perfekt eingerichtete Wohnungen, wo aufgeschüttelte Kissen auf unberührten Sofas sitzen, und leer gefegte, glänzende Küchen sucht man heute nahezu vergebens. Es sind die Lebensräume mit einer persönlichen Handschrift, die dem Zeitgeist entsprechen.
Was macht ein gelungenes Interieur aus? Ich finde, dass es in erster Linie einen persönlichen Lebensraum für den Bewohner schaffen, nicht gezwungen oder unbelebt inszeniert sein sollte, sondern ein Ort zum Wohlfühlen, zum Leben, der nicht einfach nur schön ist, sondern auch praktisch und Bedürfnisse erfüllt. Es ist mehr als ein Raum, in dem funktionstüchtiges Mobiliar verteilt wird. Das Interieur hat Charakter und einen eigenen Look. Es bildet die „Bekleidung“ des Raums. Ob Eklektizismus, ein Feuerwerk an Farben, ein wilder Mix von Mustern, die minimalistisch pure Zurückhaltung oder die Kombination von Alt und Neu. Jedes Haus, jede Wohnung, die ich betreten habe, hat mir etwas gegeben, sei es neue Wandfarbe, ein neuer Künstler, eine besondere Teemarke oder ein interessantes Buch. Es wird mir einfach klar, dass die Innenräume das Skelett eines Hauses sind, aber die Menschen, ihre Gegenstände und Sammlungen die Seelen sind. Und die Gestaltung des Raums spiegelt ohne Zweifel die Persönlichkeit des Bewohners wider. Es kommt dabei nicht auf das perfekte Styling an, ob Möbel und Gegenstände ihren festen Platz haben. Ist es nicht gerade schön, Dinge zu bewegen, Wände anders zu streichen, Vorhänge zu verändern oder Lichteinflüsse neu zu erleben? In Bewegung zu bleiben und etwas neu zu gestalten?
Bewegung gibt es auch bei den Trends, in der Mode schneller als im Interieur. Ich bin in beiden Bereichen unterwegs und spüre die unterschiedlichen Wellen und die gegenseitige Beeinflussung in meinem Arbeiten, sei es bei den Farben, den Formen oder Materialien. Mode und Interieur laufen immer Hand in Hand.
Eine Wohnung ist das Abbild des Zeitgeists und auch eine Reaktion auf die Umgebung, in der sie sich befindet. Ob es der 60er-Jahre Bungalow, die herrschaftliche Wohnung in einem Jugendstilhaus, das Loft in einer stillgelegten Fabrik oder die Hinterhof Werkstatt ist – es wird neuer Wohnraum geschaffen, individuell und urban. Mit Kreativität, Mut, Feinfühligkeit und dem „gewissen Etwas“ bei der Gestaltung des Innenraums wird das Gebäude zu neuem Leben erweckt. Eines meiner Projekte, unsere private Wohnung, ein ehemaliges Künstleratelier in einem denkmalgeschützten Haus aus dem späten 19. Jahrhundert, habe ich sehr frei und radikal in einen lichtdurchfluteten „Bungalow“ umgewandelt. Er thront über den Dächern von München und ist die Hommage an mein Familienhaus in Indien.
Dieses Buch zeigt viele spannende Wohnkonzepte, die stilistisch sehr unterschiedlich und äußerst individuell sind, kreativ umgesetzt von Interior Designern, die entweder nach Vorgaben und Wünschen des Bauherren vorgegangen sind oder ganz frei und grenzenlos gestaltet haben. Mit viel Freude und einem „modischen“ Blick bin ich von Projekt zu Projekt gewandert, habe jedes Detail betrachtet und mir vorgestellt, wer die Bewohner sind und ob sie sich auch im Stil ihres Interieurs kleiden. Ob minimalistisch oder opulent, verspielt oder streng, mondän oder zurückhaltend, radikal oder verspielt, jedes dieser Objekte hat seinen eigenen Einrichtungsstil, seine eigene „Bekleidung“, mit klarer Handschrift des Gestalters. Das Gemeinsame: Es wird ein Lebensraum geschaffen, der die Persönlichkeit des Bewohners widerspiegelt. Es ist ein Ort, der lebenswert ist, Atmosphäre ausstrahlt, funktioniert und glücklich macht. Es werden Geschichten erzählt und Wünsche, ja vielleicht sogar Träume erfüllt. Keines der Interieurs ist wie das andere. Sie sind immer verschieden. Überraschend und schön. Das Beste vom Guten. The best of interior!
About
CAROLIN SANGHA
Carolin Sangha ist eine deutsch indisch stämmige Designerin und Kreativ direktorin. In Indien aufgewachsen, lebt und arbeitet sie in Deutschland. Nach ihrem Mode- und Grafikdesign Studium sammelte sie erste berufliche Erfahrungen als Modejournalistin, bevor sie für verschiedene Werbeagenturen ls freie Artdirektoriatätig war. 2006 gründete sie das Studio casa57 für Produkt-, Interior- und Kommunikationsdesign. 2016 folgt die Gründung ihres Modelabels casa nata. Carolin ist eine multidisziplinäre Gestalterin mit einer starken Handschrift, dem „maximalen Minimalismus“. Der Einsatz von Farbe spielt dabei immer eine wichtige Rolle.
Gabriela Hauser
Vizepräsidentin bdia
„Die Einreichungen zeigen uns ein Potpourri an Eindrücken, was Innenräume zu leisten vermögen.“
Johannes Hünig
Leitung Haus & Bauen Schöner Wohnen
„Die Vielfalt und Qualität der Projekte hat mich begeistert.“
Fabian Freytag
Interior Designer, Vorjahressieger
„Dieser Award beweist, dass Innenarchitektur eine Frage der Kreativität und nicht des Budgets ist.“
Ute Laatz
Freie Redakteurin, Autorin
„Man stellt sich immer auch die Frage: Welches Wohngefühl strahlt ein Projekt aus? Die individuellen Ansichten machen die Diskussion unter uns so bereichernd.“
May-Britt Frank-Grosse
Chefredakteurin baunetz interior | design
„Schön zu sehen, dass die Qualität der eingereichten Projekte steigt. In diesem Jahr waren wieder einige Überraschungen dabei.“
Johanna Neves Pimenta
Chefredakteurin md
„Das Highlight der Jurysitzung? Die intensive Debatte über die Preisträger. Jeder Juror bringt Fachkenntnis und eine eigene Perspektive an den Tisch.“
SECHS KÖPFE, SECHS MEINUNGEN? TATSÄCHLICH WURDE BEI DER SICHTUNG UND BEURTEILUNG ALLER EINGEREICHTEN PROJEKTE UNTER DEN INTERIOR-PROFIS LEBHAFT DISKUTIERT. UND FÜR ALLE IST IMMER WIEDER ERSTAUNLICH, WIE UNTERSCHIEDLICH DIE BLICKWINKEL, AUS DENEN KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN AUF DIE GEBOTENEN INSZENIERUNGEN SCHAUEN, SEIN KÖNNEN. ABER AM ENDE EINES SPANNENDEN JURY-TAGES WAREN SIE SICH EINIG: DAS SIND DIE 50 BESTEN DER BESTEN DES JAHRES 2024! BESONDERE AUSZEICHNUNGEN INKLUSIVE.
WIR BEDANKEN UNS BEI DIESEN WICHTIGEN BRANCHEN-AKTEUREN GANZ HERZLICH FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG
baunetz interior|design – das Magazin für Interior und Design ist Schnittstelle zwischen den Disziplinen, vereint journalistischen Content aus Innenarchitektur und Design und vermittelt zwischen den Protagonisten: Gestaltende wie herstellende AkteurInnen finden auf baunetz-id.de eine Plattform, die relevante Professionals vorstellt, listet und vernetzt. Die Redaktion widmet sich den spannendsten Interiorprojekten und Designfunden in zahlreichen Dossiers und Storys und stellt Menschen und ihre Inspiration in den Mittelpunkt.
BOLD heißt kühn, mutig und tapfer, wild, frech und gewagt. An diese Vision hält sich BOLD bei der Verwirklichung eines Designhotels, das die Hotelszene im günstigen Preissegment ein wenig aufmischen soll.
Der bdia bund deutscher innenarchitektinnen und innenarchitekten e. V. ist der größte und wichtigste Innenarchitektur-Verband in Deutschland. Seit über 60 Jahren fördert und festigt er den Berufsstand und die Berufsausübung der deutschen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten.
md INTERIOR | DESIGN | ARCHITECTURE ist die multimediale Plattform für hochwertige Innenarchitektur und anspruchsvolle Objekteinrichtung. Seit 1955 berichtet die Redaktion über Produkte, Projekte und Persönlichkeiten, die die Branche prägen.
SCHÖNER WOHNEN ist die führende deutsche Wohnzeitschrift mit Themen rund ums Wohnen, Einrichten, Bauen mit einer verkauften Auflage von rund 200.000 Exemplaren. Die Erstausgabe erschien im Januar 1960 im Verlag Gruner + Jahr.
NEUHOFF NATURSTEINWERK gehört zu den ersten Adressen in Deutschland, wenn es um hochwertigen Innenausbau und stilvolle Außenanlagen mit Naturstein im In- und Ausland geht. Ob in den Werkstätten im unterfränkischen Schwanfeld oder im Showroom STEINSALON in München: Neuhoff zeichnet große Kompetenz, Fachwissen und Liebe zum Handwerk aus.
BEST OF INTERIOR AWARD 2024
EINE LAUDATIO VON
Fabian Freytag
DAS URTEIL DER JURY
Die Casa Muttabella von Olivia Sommer und David Gössler erhält den 1. Preis für die herausragende innenarchitektonische Leistung. Das Projekt überzeugt durch sein sensibles Design und die raffinierte Umsetzung, die geschickt auf zeitgenössische Herausforderungen reagiert, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben.
Die Renovierung dieser Ferienwohnung aus dem Jahr 1968 stellt eine beeindruckende Interpretation des Bestands dar. Durch die gekonnte Verschmelzung von Vintagemöbeln und eigenen Entwürfen entsteht eine fesselnde Harmonie, die den Charme der Vergangenheit mit einem zeitgemäßen Narrativ verbindet.
Die Sanierung war geprägt von einer behutsamen Erneuerung und deutlichen Modernisierung, die durch neue Grundrissorganisationen und die geschickte Inszenierung bestehender Objekte eine einzigartige Dynamik schafft. Trotz Umbau wurde die Atmosphäre der 70er-Jahre bewahrt und um zeitgemäße Akzente ergänzt, um einen Ort zu kreieren, der sich der zeitlichen Zuordnung elegant entzieht. Die Balance zwischen Ski-Chalet und Berghütte ist perfekt getroffen.
Insgesamt präsentiert sich die Casa Muttabella als ein präzises und ganzheitliches Kunstwerk, das durch die Integration diverser Familien-Möbelstücke und Bilder mit emotionalem Wert eine außergewöhnliche Atmosphäre schafft. Diese Wohnung ist nicht nur ein Ort zum Verweilen, sondern auch ein Platz für Kopfkino und einen Blick in die Zukunft im Hinblick auf den Umgang mit Bestand.
Es ist ein Ort entstanden, der bereits auf den Fotos als Sehnsuchtsort fungiert und einen in eine verträumte Parallelwelt entführen möchte. Diesem Ruf ist die Jury gerne nachgekommen. Die Räume offenbaren eine Geschichte des guten Lebens und respektieren den Genius Loci durch einen ebenbürtigen Dialog zwischen innen und außen.
Das Team hinter diesem herausragenden Projekt verdient unseren Glückwunsch zu dieser wohlverdienten Auszeichnung. Seine inspirierende Gestaltung zeigt die Kraft der Innenarchitektur, Geschichten zu erzählen und Emotionen zu wecken.
AADA ATELIER FOR ARCHITECTURE, DESIGN AND ATMOSPHEREFLIMS, SCHWEIZ
