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Reine Wohnungskatzen können ihr Jagdverhalten nicht auf natürliche Weise ausleben. Deswegen brauchen sie ihre täglichen Spieleinheiten. Katzenspielzeug muss aber nicht teuer sein und für unsere Stubentiger ist es auch nicht wichtig, ob wir es in einem Zoofachhandel gekauft haben oder nicht. Durch ausgiebiges Spielen kann Problemverhalten vermieden werden, das häufig durch Unterforderung und Langeweile entsteht. Bereits bestehende Verhaltensauffälligkeiten werden sehr oft einfach durch tägliches Spielen aus der Welt geschafft. Dieses Buch soll Katzenbesitzern, die das Leben ihrer Samtpfoten durch selbst gemachte bzw. einfach umfunktionierte Dinge aufregender und abwechslungsreicher gestalten wollen, einige Anregungen bieten.
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2015
Über die Autorin
Spielen ist wichtig
Verhaltensprobleme durch Spielen eliminieren
Geduld ist angesagt
Katzenspielzeug muss nicht teuer sein
Tüten und Taschen
Stinkesocke
Leckerli-Flasche
Leckerli-Ball
Katzenhaar-Ball
Plansch-Vergnügen
Fummel-Schachtel
Krepp-Sackerl
Katzen-Frisbee
Fransen-Ball
„Maus unter der Decke“
Strickschnur
Bommel
Filzball
Muffinspaß
Spiel-Angel
Feder-Ball
Handschuh-Raupe
Leckerli-Suchmatte
Strick-Ü-Bonbon
Spielkissen
Handschuh-Katze
Das Rollenspiel
Wühlkarton
Sockenkrake
Sockenschlange
Fummelbrett
Flaschendrehen
Pullibettchen
Jeans-Couch
Fransenkissen
Gestricktes Katzendeckchen
Noch einige Anregungen zum Schluss
Clickertraining
Spieltunnel
Katzenschaukel
Die wichtigsten „Spiel“-Regeln noch einmal zusammengefasst
Birgit Panzer lebt mit ihren zwei Katzen in München. Seit mehreren Jahren betreibt sie erfolgreich eine mobile Katzenbetreuung. Zudem hat sie beim Schulungszentrum für Tierverhaltens- und Erziehungsberatung TVT e.U. in Wien den Lehrgang zur Verhaltensberaterin für Katzen absolviert. Um sich fortzubilden nimmt sie regelmäßig an Seminaren, Workshops und Vorträgen zu den Themen Katzenverhalten, Katzengesundheit, Haltung und Ernährung teil.
Alle Katzen brauchen ausreichend Beschäftigung und Abwechslung.
Insbesondere Wohnungskatzen und Katzen, die ohne Katzenpartner leben, brauchen ihre täglichen Spieleinheiten. Aber auch Freigängerkatzen sollten neben ihren Jagdausflügen auch noch mit Spielen im Haus beschäftigt werden.
Wichtig beim Spielen ist es, dass die Katze Erfolgserlebnisse verzeichnen kann, das heißt, dass die gejagte Beute auch gefangen wird oder ein Leckerli dabei herausspringt. Hat eine Katze keinerlei Erfolgserlebnisse beim Spielen bzw. Jagen einer Beute, so wird sie unsicher und frustriert.
Viele Katzenbesitzer spielen mit einem so genannten Laserpointer, und die meisten Katzen sind total verrückt danach. Das „Erfolgserlebnis“ bleibt jedoch hier aus. Die Katze schafft es einfach nicht die „Beute“, also den roten Punkt zu fangen. Ich persönlich rate davon ab, ausschließlich mit einem Laserpointer zu spielen. Dies mag zwar für den Menschen bequem sein, da er auch von der Couch aus spielen kann, aber die Katze wird von Mal zu Mal frustrierter. Wenn ich zwischendurch einmal mit einem Laserpointer spiele, dann schließe ich die Spieleinheit immer mit einem anderen Spielzeug ab, so dass meine Katze sich über die gefangene Beute freuen kann und die Spieleinheit positiv endet.
In meiner mehrjährigen Laufbahn als mobile Katzenbetreuerin in München kam es immer häufiger vor, dass meine Kunden mich zu einem bestimmten Verhalten ihrer Katzen befragten. Da mich die Thematik sehr interessierte und ich nicht immer eine Antwort auf die vielen Fragen hatte, habe ich einen Fernlehrgang zur Verhaltensund Erziehungsberaterin für Katzen begonnen, den ich mit Erfolg abgeschlossen habe. In diesem Lehrgang habe ich sehr viel über das Spielverhalten und Problemverhalten von Katzen gelernt.
Reine Wohnungskatzen können ihr Jagdverhalten nicht auf natürliche Weise ausleben und lenken diese häufig auf „bewegte Objekte“ um, da ihr Beutetiere in ihrer Umgebung fehlen. Nicht selten kommt es vor, dass Katzen die Waden oder Füße ihrer Besitzer angreifen. Das ist nicht angenehm und kann durch ausgiebiges Spielen behoben werden. Die überschüssige Energie, die man in Fachkreisen auch „umgelenkte Jagdaggression“ nennt, wird durch das Ventil Spielen abgebaut.
Katzen fühlen sich schnell unterfordert, langweilen sich und nicht selten zeigt sich das durch plötzlich auftretende Aggressivität gegenüber dem Menschen oder einer Mitkatze. Auch Verhaltensprobleme wie Markierverhalten, ständiges Miauen, Zerstörungswut usw. sind häufig das Ergebnis einer unterforderten, gelangweilten Katze. Jede Katze muss ihren angestauten Jagdtrieb „entladen“ können. Freigänger tun dies auch durch das Jagen von Mäusen und Vögeln. Aber reine Wohnungskatzen entladen ihren aufgestauten Jagdtrieb durch das Spielen.
Katzen sind so genannte Ansitz- oder Lauerjäger. Bevor bei einer Katze der „Zugriff“ auf die Beute erfolgt, kann einige Zeit ins Land gehen. Sie belauert und beobachtet die Beute und erst wenn der Zeitpunkt des Angriffs für sie optimal ist, wird sie angreifen.
