Bootstechnik Pur - Horst Friese - E-Book
Beschreibung

In diesem Buch schildert der Autor den ständigen Umbau eines Sportbootes mit immer wieder Fahrerlebnissen. Außerdem wird noch der Bau eines etwas größeren Sportbootes geschildert.

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Seitenzahl:80

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Inhaltsverzeichnis

Kleines Vorwort

Wie alles begann

Die ersten Versuche ein Boot zu beherrschen

Vorwort

Suchen, Finden und der Kauf eines Sportbootes

DER UM-, bzw. NEUBAU

ORION

Kleines Vorwort

Also, eigentlich hätte die nachfolgende Geschichte schon viel früher geschrieben werden sollen, aber damals hatte ich noch nicht die „Eingebung“ Geschichten zu schreiben. Diese Idee ist mir erst mit dem „Abenteuer Polen“ gekommen. Aber da wollte ich auch nur schreiben, wie das alles so gekommen ist, mit Ute, mir und >ORION<, und daraus sind dann die Geschichten „Reiseabenteuer mit >ORION< und >WOTAN<“ entstanden. Und da ich schon so viele begeisterte Leser meiner Geschichte gefunden habe, habe ich mich entschlossen, die Geschichten mit meiner ersten >ORION< ebenfalls zu Papier zu bringen.

Es geht in dieser Geschichte um ein kleineres Boot, und um alles, was man mit so einem „Gerät“ erleben kann.

Wie alles begann

Nach so einigen Jahren „See-Erfahrung“ habe ich im Februar 1974 einen Job an „Land“ angenommen. War eine gewaltige Umstellung, aber das Kapitel „Seefahrt“ war für mich abgeschlossen, dachte ich wenigstens. Aber wie das Leben eben so spielt, kam alles nun doch ein wenig anders. Da ich die Wochenenden, und den Urlaub irgendwie sinnvoll verbringen wollte, kam mir die Idee, mir ein Wohnmobil aus einem alten Bus zu bauen. Aber bei dem Gedanken, an den Wochenenden und im Urlaub doch viel Zeit in irgendwelchen Staus zu verbringen, habe ich diese Glorreiche Idee schnell wieder verworfen, und kam zu der Erkenntnis, das die „Freiheit“ wohl doch auf dem Wasser liegt. Also musste ein Boot her!! Aber zu klein sollte das ja auch nicht sein, ich wollte ja an den vielen schönen Wochenenden und ja auch im Urlaub diese Freiheit genießen. Alles gut und schön, ein größeres Boot hat ja auch meistens eine etwas größere Maschine. Ein Segelboot kam für mich, als „Maschinenmensch“, nicht in Frage, Segeln ist nun mal nicht mein Ding. Also musste ein „Bootsführerschein“ her. In ELSFLETH, beim SWE, lief gerade so ein „Führerscheinkurs“. Ich konnte mich noch anmelden, und vierzehn Tage später hatte ich den Amtlichen Bootsführerschein für Binnengewässer und für die See.

Als nächstes kam nun der „Bootskauf“. Na, mal sehen!!! Ich hatte noch nie ein Sportboot von innen gesehen, also Ahnung null!! Von außen hatte ich ja schon viele im Fischereihafen , als ich mal kurzzeitig als Inspektor der „Hochseefischerei NORDSTERN“ tätig war, am Fenster vorbeifahren sehen. Diese Boote kamen meistens von der Marina „Kuhlmann“ oder vom Yachthafen Bremerhaven - Wulsdorf. Aber, wie gesagt, ich hatte keine Ahnung von „Einhebelschaltung“, „Zweihebelschaltung“, „Borg-Warner-Getriebe“, „Z-Drive“, und vieles mehr.

Das erste Boot, welches mir angeboten wurde (ein neues Boot war für mich viel zu teuer), lag beim Yachthändler „Gieschen“ in Bremen-Burg. Das Schiff stand aufgebockt in der Halle, hatte ein offenes „Cockpit“ (ich wusste inzwischen was das ist), hatte eine Dieselmaschine, war neun Meter lang und ca. dreimeterdreißig breit, und aus Holz gebaut. Obwohl ich auf einem neun Meter langem Motorboot die praktische Bootsführerscheinprüfung gemacht hatte, schien mir das aufgebockte Boot viel zu groß!!! War also nix für mich. Dann wurde mir ein Boot, welches im Yachthafen Bremen Grohn lag, angeboten. Lag also im Wasser, und schien mir auch recht handig zu sein. Hatte auch einen Dieselmotor und ein offenes Cockpit. Nur was mir absolut nicht gefiel, war eine Chemietoilette, die vorne zwischen den Kojen stand. War also auch nix für mich!!!

Aber dann wurde mir ein Boot angeboten, was später meine „Ewige Baustelle“ sein sollte. Das Schiffchen lag im „Oldenburger Yachtclub“, war 7,80 Meter lang, 2,70 Meter breit, und hatte 0,80 Meter Tiefgang, hatte ein „riesig großes“ Cockpit, einen 50 PS Benzinmotor von VOLVO, ein mechanisches Wendegetriebe mit einem unendlich langem Schalthebel, und hatte einen „Salon“ und einen separaten Waschraum mit Seetoilette. Das Boot gefiel mir sofort, und nach einer Probefahrt nach ELSFLETH und zurück nach Oldenburg, habe ich das Schiff gekauft.

Nun hatte ich einen Bootsführerschein und auch noch ein Boot, ganz toll. Aber, wohin mit dem Schiff????? Da ich ja schon für den Führerscheinkurs in den SWE (Segelclub Weswestrand Elsfleth) eingetreten war, konnte ich in unserem „Nebenhafen“ in Elsfleth-Lienen, an einer Boje festmachen. War etwas umständlich, da ich immer mit dem Gummikreuzer zum Boot, und zurück fahren musste, aber was soll’s, die „Freiheit“ hatte begonnen!!!

Nach ein paar Wochen haben wir (meine Clubkameraden und ich) einen provisorischen Steg an die vorhandene Steganlage angebaut, und somit hatte ich für mein Boot, welches ich auf den Namen >ORION< getauft hatte, einen doch einigermaßen vernünftigen Liegeplatz.

Tja, nun hatte die „Seefahrt“ mich doch wieder in ihren „Bann“ gezogen!!!

Die ersten Versuche ein Boot zu beherrschen

Da ich ja nun mit dem Boot zurecht kommen musste, meine damalige Bekannte hatte auch keine Ahnung vom „Bootfahren“, war „Üben, üben, üben“ angesagt. Wenn der Motor erst lief, und die Leinen los waren, konnte keiner mehr helfen. Hat aber alles so leidlich geklappt.

Vorausfahrt war ja noch ganz einfach, Getriebehebel nach vorne, den kleinen Gashebel auch nach vorne, wunderbar!! Das Schiff hatte einen sehr schlanken Bug, und lief sehr gut. Beim Anlegen passierte es dann des öfteren, das die Maschine einfach stehen blieb. Getriebehebel zum abstoppen nach hinten, Gashebel instinktmäßig auch nach hinten, dadurch zu wenig Gas, und Maschine stopp, Sch……!! Bedurfte also längerer Übung!! Gefiel mir überhaupt nicht!!! Habe mir bei Freunden auf ihren Schiffen die Sache mal angesehen, und siehe da, es gibt ja auch „Einhebelschaltungen“. Also musste ich die gesamte Gashebel- und Getriebeschaltung umbauen. War Arbeit für den nächsten Winter, wenn das Boot an Land steht. Was mir als nächstes nicht gefiel war, das Boot hatte keinen Wassertank. Da ich ja mittlerweile so langsam dahinter kam, was es so alles im Sektor „Sportboot“ gibt, taten sich natürlich so allerhand Wünsche und Vorstellungen auf. Auf meiner >ORION< war jedenfalls lediglich ein 35 Liter Wasserkanister mit Wasserhahn im Waschraum an die Wand aufgehängt. Wie gesagt, ich hatte von Sportbooten keine Ahnung, damals!!!! Also, Arbeit für`s Winterlager!!! Im Cockpit waren lose aufgelegte Bretter verlegt, musste auch geändert werden. Der Vorbesitzer ist nur auf Weser und Hunte gefahren, auf See war der mit Sicherheit nicht.

Na ja, nun kam der Herbst, und meine >ORION< musste ja auch an Land. Der SWE hatte damals noch den Hauptanleger beim Elsflether Bahnhof, und auch Winterlagerflächen, aber da war kein Platz mehr. Ich habe dann bei einem Bauern in Elsfleth-Lienen, in einer leeren Scheune, einen wundeschönen, praktischen Liegeplatz bekommen, mit Strom und Wasser. Einen Bootswagen hatte ich für das Boot. Ich habe das Boot in den Industriehafen von Elsfleth gefahren. Dort mit einem Hafenkran das 4 Tonnen schwere Boot auf den Bootswagen gesetzt, und mit einem Unimog 3 Km weiter nach Elsfleth-Lienen gefahren, und in die Scheune geschoben, und die Änderungs- und Überholungsarbeiten konnten beginnen. Inzwischen hatte ich mich auf den Schiffen meiner Freunde umgesehen, und mir jede Menge Tipps geholt. Ich konnte mein Wissen über Sportboote gewaltig ausbauen, und meine Phantasie fing auch schon an „Blasen“ zu schlagen.

Das größte Problem war, die Getriebeschaltung mit dem gewaltigen Schalthebel auf Einhebelschaltung umzubauen. Die Bowdenzüge für die Schaltung haben ja nur einen Schaltweg von ca. 6 cm. Der Gaszug war kein Problem. Der Getriebehebel musste also soweit gekürzt werden, das ich auf einen Schaltweg von Voraus, über Null bis Zurück auf ca. 6 cm kam. Das Problem war nun, das sich dieses mechanische Getriebe mit einem dermaßen eingekürzten Schalthebel mit einem normalen Bowdenzug nicht mehr bewegen lässt. Außerdem macht eine normale Einhebelschaltung diesen Kraftaufwand nicht mit. Die erforderliche Einhebelschaltung habe ich dann selbst angefertigt, natürlich aus Edelstahl. Als Bowdenzug musste ein Kugelgelagerter Zug aus einem P&H-Bagger herhalten. Hat funktioniert!! Nun hatte meine >ORION< auch eine Einhebelschaltung.

Einen größeren Wassertank konnte ich im Vorschiff einbauen, mit Füllstutzen an Deck, und einer Pumpe, die mit dem Wasserhahn bedient wurde.

Der Cockpitboden wurde mit Wasserfesten dicken Sperrholzplatten ausgelegt, mit entsprechenden Luken für die erforderlichen Bedienungselemente, die unter den Flurplatten lagen.

Im laufe der Winterlagerarbeiten hatte ich festgestellt, das im Kielbereich, vom Vorbesitzer, durch Rechnungen nachgewiesen, von einer Werft gepflegt, diverse Durchrostungen waren. Neue Stahlplatten wurden im Kielbereich aufgeschweißt, und das Schiff war wider dicht. Die neue Saison konnte beginnen.

Meine >ORION< schwamm wieder und alles war OK. Die ganze Arbeit war „Schnee von gestern“, und alles funktionierte. Konnte ich ja nun vernünftige Manöver fahren!!!

Im laufe der Saison fuhren wir des öfteren nach Bremen und ankerten vor dem Weserwehr, oder wir fuhren nach Oldenburg zum Oldenburger Yachtclub. Auch nach Bremerhaven haben wir uns getraut, und haben an der Geeste festgemacht, oder auch durch die Schleuse in den Fischereihafen.

Aber wie das bei mir so ist, im laufe der Saison habe ich dann doch so einige Mängel festgestellt, die, der Bequemlichkeit zu dienen, doch sicherlich geändert werden können. Da war zum Beispiel die sehr bequeme Sitzecke, die zum Schlafen in eine „Liegewiese“ umgebaut werden musste. Da ließ sich doch sicher was ändern. Das nächste Winterlager kommt bestimmt!!!