Verlag: Books on Demand Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Unsere Hunde und wir - Horst Friese

In diesem Buch schildert der Autor so einige Schicksale weggeworfener oder ausgesetzter Hunde, und wie wie das hier in Spanien mit der "Hunde-Rettung" so abläuft.

Meinungen über das E-Book Unsere Hunde und wir - Horst Friese

E-Book-Leseprobe Unsere Hunde und wir - Horst Friese

Da wir ja schon fast 200 Hunde aus irgendeiner Tötungsstation, oder auch von der Straße, einfach weggeworfen, gerettet, gepflegt, aufgepäppelt und versorgt haben, sind wir, Ute und ich, der Ansicht, daß wenigstens ein paar dieser Hundeschicksale auch einmal zu Papier gebracht werden sollten. Denn was hier mit den Hunden so abgeht, glaubt ja kein Mensch, es sei denn, er war schon einmal oder des Öfteren hier, und hat seine eigenen Erfahrungen gesammelt. Die Situation der Hunde, und nicht nur hier in Spanien, hat sich zwar in den letzten Jahren etwas verbessert, aber es ist leider noch lange nicht so wie es sein sollte. Zum Glück werden es immer mehr Leute, die sich doch mehr um den Tierschutz kümmern. Das Übel liegt nicht in Händen des Staates, nein, in den Köpfen vieler muss eine Änderung stattfinden. Die Strafen für Tierquälerei sind hier zwar unvergleichlich hoch, aber leider finden zu wenige Kontrollen statt, und Misshandlungen anzeigen, das ist auch so eine Sache, man will ja nicht unbedingt in‘s „Fettnäpfchen“ treten. Allerdings ist hier jede Hilfe leider nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Eigentlich wollte ich unsere „Hundegeschichten“ ganz anders anfangen. Aber ich musste erst mal was loswerden.

Also, im Jahre 2003 haben wir, Ute und ich, unsere Zelte in Deutschland abgebrochen, und sind mit unserm Boot >ORION< und unserem Hund ARON in Richtung Süden gefahren. Unser Ziel war LOS NIETOS am Mar Menor, Südspanien, Nähe Cartagena/Murcia, und zwar der Hafen vom Club Nautico Los Nietos. Dort hatten wir für unser Boot einen Liegeplatz, den ich schon im Jahre 1995 gekauft hatte.

Damals hatten wir noch überhaupt keine Ahnung von den Schicksalen so vieler Hunde im Süden Europas. Wir haben uns hier eingelebt, und Anfang des Jahres 2004 kauften wir uns einen drei Monate jungen Yorkshire-Terrier. Der Kleine saß in einer Tierhandlung in Cabo de Palos. Dort hatte auch ein Tierarzt seine Praxis. Den Kleinen haben wir FLOH genannt, und er hat uns viele Jahre begleitet, bis er im Jahre 2018, im Alter von 14 Jahren leider gestorben ist.

Wir würden nie wieder einen Hund vom Züchter, oder aus irgendeiner Tierhandlung kaufen, es gibt ja so unendlich viele Hunde in irgendwelchen Tierheimen, in irgendeiner „Tötungsstation“ oder eben auf der Straße. Aber das wußten wir damals noch nicht. Auf unserem Schiff hatten wir ja nun zwei Hunde und auch noch eine Katze. Alles war wunderbar, und wir und unsere Hunde genossen das Leben hier in Spanien.

Irgendwann entdeckten wir ein Tierheim, außerhalb von Los Belones, und somit hat das mit den Hunden eigentlich angefangen. Alles beschrieben in meinem Buch „KURZGESCHICHTEN“. Auf unserem Boot hatten wir allerdings wenig Platz, um Hunde aufzunehmen, aber so hin und wieder hatten wir doch so eine kleine „Maus“ in Pflege. Da wir sie ja nicht behalten konnten, haben wir diese Hunde an Bekannte im Ort weitergegeben.

BENJI

Als wir noch auf unserem Boot im Hafen von Los Nietos lebten, sind wir auch sehr oft die Strandpromenade lang gelaufen. Natürlich mit unseren Hunden Aron und Floh. Eines Tages lief uns ein kleiner, hübscher Hund über den Weg. Der war irgendwo entsorgt worden, wo, wissen wir nicht. Da er ständig uns und unseren Hunden hinterherlief, haben wir ihn letztendlich mit an Bord genommen. Gechipt war er nicht, und auch in den nächsten Tagen hat sich niemand gemeldet. Zum Tierarzt sind wir auch mit ihm gegangen, aber es war keine Herkunft ausfindig zu machen. Später hat eine Bekannte aus dem Tierheim in Los Belones den Hund, den wir ZORRO genannt haben, mit nach Deutschland genommen.

Ute war damals noch sehr oft in diesem Tierheim ehrenamtlich tätig. Das ist sie zwar heute auch noch, aber nicht mehr so häufig. So richtig ging das mit den Hunden los, als wir Schiff und Liegeplatz verkauft haben, und uns eine Parzelle hier auf dem Caravaning La Manga del Mar Menor gekauft haben und auch Internet hatten. Es hat sich schnell herausgestellt, das es wenig sinnvoll ist, einen Hund privat nach Deutschland zu vermitteln. Hier vor Ort ist das etwas anderes, da wir die Leute dann persönlich kennen und somit auch wissen, wie es den Hunden in Zukunft gehen wird. Hunde nach Deutschland vermitteln wir nur über die „YORSHIRE-HILFE“. Da wird, wenn Interesse für einen Hund besteht, von der Yorkshire-Hilfe eine Vorkontrolle gemacht. Ist der Hund dann vermittelt, wird nach einer gewissen Zeit auch noch eine Nachkontrolle durchgeführt. Auch wenn mit dem Hund irgendetwas nicht in Ordnung ist, oder Probleme auftreten, nimmt die Yorkshire-Hilfe den Hund zurück und vermittelt dann erneut. Hier geht es alleine um das Wohl des Hundes. Aber auch die neuen Besitzer sollen mit ihrem Hund glücklich werden. Die Yorkshire-Hilfe bekommt für den Hund eine Schutzgebühr, und wir bekommen unsere Auslagen, wie Kaufpreis aus der Tötung, Arztkosten und sonstige Aufwendungen, wie Transport nach Deutschland per Landtransport oder per Flieger, erstattet. Auch Spenden erhalten wir, wenn Hunde operiert werden müssen und somit größere Arztrechnungen beglichen werden müssen. Wir können leider nicht immer für sämtliche Aufwendungen in Vorleistung treten. Wir wollen an diesen armen Geschöpfen nichts verdienen, wir wollen eigentlich nur helfen. Ute ist oft stundenlang im Internet damit beschäftigt, alles Erforderliche für die Vermittlung auf die Reihe zu bekommen.

Aber nun etwas über die, oftmals weggeworfenen, Hunde, und über unsere Situation hier auf dem Caravaning. Eigentlich dürfen wir nur fünf Hunde auf der Parzelle halten, aber da wir ja schon drei eigene Hunde haben, und noch ein paar Katzen dazu, kann man sich vorstellen, das es manchmal sehr eng wird. Aber wir achten immer darauf das unsere Hunde, manchmal sind es auch acht, oder sogar schon mal zehn, nicht so viel bellen. Wir gehen auch getrennt „Gassi“, damit es nicht so auffällt. Aber solange uns das Wachpersonal noch des Nachts Hunde, die sie irgendwo am Zaun angebunden finden, bringen, kann es eigentlich nicht zu schlimm werden.

Aber es macht immer recht viel Arbeit, besonders, wenn auch noch Welpen dabei sind.

Oftmals bekommen wir von irgendwoher Anfragen, ob wir noch Hunde für die Vermittlung aufnehmen können. Oft genug müssen wir einfach absagen, manchmal geht’s wirklich nicht. Es darf auch platzmäßig nicht zu viel werden. Unsere Parzelle ist leider nur 84 m2 groß, und das ist wahrlich nicht überwältigend. Auch unsere Freunde Irmi und Peter, die ja auch sehr oft Hunde in Pflege nehmen, sind platzmäßig manchmal überfordert, denn auch deren Parzelle ist nur 84m2 groß. Aber es fällt uns immer sehr schwer „nein“ zu sagen, wir haben diese armen Hunde einfach zu lieb, und wer schon einmal in diese treuen Augen geschaut hat, kann uns sicher verstehen.

So haben wir auch einmal eine kleine Yorkshire- Hündin, die an den Hinterläufen quasi gelähmt war, aufgenommen. Das war eine so tolle Maus, die wir nie im Leben vergessen werden. So etwas lebensfreudiges hatten wir bisher noch nie gesehen. Da wir wissen wollten was eigentlich ihr Problem war, haben wir ANNIE, so hieß die Kleine, in Murcia, in einer Spezialklinik untersuchen lassen. Wir haben ein MRT machen lassen, für sehr viel Geld, aber das war uns völlig egal. Da die Ergebnisse der MRT nicht eindeutig waren, haben wir ein zweites MRT veranlasst, und das hat leider ergeben, daß Annie ein undefinierbares Gewächs zwischen Rückgrat und Rückenmarkskanal hat, und daß sie deshalb nicht so richtig laufen kann. Eine Operation sei sehr risikoreich, und könnte durchaus tödlich sein. Wir haben uns dazu entschieden, Annie nicht zu operieren. Wir haben dann für sie einen Rollwagen gekauft, den umgebaut und mit, da wir ja immer unseren letzten Rundgang so ca. 02:00 Uhr mit unseren Hunden machen, mit Lichtern versehen. Mit diesem Rollwagen, der so eingestellt war, das Annie ihre Hinterbeine noch etwas benutzen konnte, lief Annie mit wachsender Begeisterung umher, und war überhaupt nicht mehr zu bremsen. Die Leute, die uns auch noch des nachts begegneten, blieben stehen und haben unserer Annie zugesehen wie sie mit dem Rollwagen umherrannte. Annie war einfach glücklich mit ihrem Leben. Wir werden diese, überaus lebensfreudige Maus nie vergessen. Sie ist jetzt in Deutschland bei einer Pflegefamilie, aber es ist leider noch etwas dazugekommen, und sie läuft nicht mehr viel, schade.

Den Rollwagen, für sie angepasst und dank der roten Räder von uns als„Annie‘s Ferrari“ bezeichnet, haben wir nach Deutschland geschickt.

Aber da war noch unser RICKY, der blind war. Wir sind mit ihm über die Felder und auch in den Bergen gelaufen, und man hätte nie geglaubt, das dieser Hund blind war. Wir wussten es, denn so hin und wieder lief er auch mal gegen Tischbeine, die er einfach nicht sehen konnte. Das war einfach ein ganz toller Hund. Jetzt ist er auch in Deutschland.

Da hatten wir auch noch unsere „WILMA“, ein Mobs-Mix-Welpe, ein ganz toller Hund. Jedes Mal wenn wir vom Spaziergang nach Hause kamen, ist Wilma in eine Wasserschüssel gestiegen, hat Pfoten und Nase gewaschen, und gut war‘s! Hunde sind eben alles „Unikate“, jeder ist anders und eigen, und jeder Hund brauch so eine gewisse Zeit, um sich einzugewöhnen und sich zurecht zu finden.

Leider ist das so, daß sich so manch ein „Adoptant“ denkt, er bekommt einen perfekten Hund. Das ist aber nicht so. Bei uns werden die Hunde erst einmal zu dem gemacht, was sie eigentlich sind, nämlich „HUNDE“. Wir lassen den aufgegriffenen Hunden erst einmal Zeit, sich wieder an ein normales Hundeleben zu gewöhnen, und wir machen wirklich keine Dressurhunde aus ihnen. Das müssen die „Adoptanten“ schon selber machen, wenn sie es für nötig halten. Wir finden, ein Hund sollte ein Hund bleiben!! Das sind alles so liebenswerte Geschöpfe, die unserer Meinung nach so bleiben sollten. Übrigens, was ich noch sagen wollte, Hunde aus irgendeiner „Tötung“, sind die besten und treuesten Hunde die es gibt. Diese Hunde haben den TOD gespürt, und gerochen (ich könnte mal wieder heulen) und sind einem ewig dankbar, das sie da rausgeholt wurden. So manche mögen das bezweifeln, aber es ist wirklich so. Wir haben schon so viele Hunde aus der “Tötung“ geholt und wir wissen genau wovon wir reden!!! Ich kann nicht weiter über so etwas schreiben, tut mir leid!!

Man hat uns Hunde aus der „Tötungsstation“ in Almeria gebracht. Unglaublich wie diese Hunde aussahen. Total verfilzt, verkommen, fürchterlich stinkend, einfach grausam. Aber schon am nächsten Tag waren diese Hunde nicht wiederzuerkennen. Gewaschen, geschoren, bzw. entfilzt und in Form gebracht, und ganz toll lieb!! Es ist manchmal kaum zu glauben, aber es ist so! Wen wundert‘s da noch, das diese Hunde sich bei uns so wohl fühlen, uns lieb haben und eigentlich für immer bei uns bleiben möchten?!?“? Aber das geht natürlich nicht, obwohl immer wieder Hunde dabei sind, die wir auch gerne behalten möchten, aber das geht einfach nicht, denn dann könnten wir keinen Hunden mehr helfen, obwohl bei vielen Hunden bei’m Abschied so manche Tränen fließen! Das supertolle bei uns ist, das unsere drei eigenen Hunde jeden „Neuankömmling“ beschnuppern, und dann diesen einfach machen lassen was er will, ihn nicht weiter beachten und ihn dann einfach akzeptieren. Der geht ja irgendwann wieder. Dafür sind wir unseren Lieblingen einfach dankbar, es ist einfach toll!! Sonst ginge das auch überhaupt nicht. Auch unsere Katzen spielen da einfach mit, super! So manches Mal denke ich, es geht nicht mehr, aber es ist einfach supertoll, immer wieder diesen armen, gequälten Geschöpfen zu helfen. So manches Mal sträube ich mich.