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Ratgeber für Unternehmer:innen und Gründer:innen sind oft unverständlich geschrieben und unübersichtlich aufgebaut. Es werden überflüssige Fachbegriffe verwendet, die für viele Menschen eine unnötige Einstiegshürde darstellen. Das vorliegende Buch vermittelt einen grundlegenden Überblick über Steuerfragen, Finanzierungsmöglichkeiten, Geschäftskonten, Businesspläne, die Wahl der richtigen Rechtsform und weitere für Unternehmen und Gründungen relevante Themen wie Website, Social-Media-Präsenzen und Marketing in einer leicht verständlichen Sprache. Herausgegeben wird das Buch von der odacer finanzsoftware GmbH, die mit dem Buchhaltungstool papierkram.de eine leicht zu bedienende Buchhaltungssoftware für Selbstständige, Freiberufler:innen und kleine Unternehmen entwickelt hat, das die täglichen Buchhaltungsaufgaben deutlich vereinfacht und weniger zeitintensiv gestaltet. Viele Fragen, die in den letzten Jahren von den Nutzer:innen an den Papierkram.de-Support herangetragen wurden, werden hier zusammenfassend geklärt. Es handelt sich also um einen Ratgeber aus der Praxis, der konkrete Fragen, die viele Selbstständige und Unternehmer:innen umtreiben, beantwortet.
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Seitenzahl: 100
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Mit Papierkram entwickeln wir bei der odacer finanzsoftware GmbH ein Tool für Selbstständige, Freiberufler:innen und kleine Unternehmen, das die täglichen Buchhaltungsaufgaben deutlich vereinfacht und weniger zeitintensiv gestaltet. Somit senkt Papierkram eine von Gründerinnen und Gründern oft als sehr hoch empfundene Hürde beim Start eines eigenen Unternehmens.
Mit diesem Paper möchten wir neben Buchhaltungsthemen weitere Punkte ansprechen, die bei der Gründung eines eigenen Unternehmens beachtet werden müssen oder sollten. Es gibt einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, Geschäftskonto, Businesspläne, die Wahl der richtigen Rechtsform und weitere für Gründungen relevante Themen wie Website, Social-Media-Präsenzen und Marketing.
Diese Übersicht soll Menschen motivieren, ihre Ideen umzusetzen und das Wagnis Unternehmensgründung einzugehen, sei es neben- oder hauptberuflich. Und wir möchten zeigen, dass viele Hürden bei genauerer Betrachtung in den meisten Fällen nicht so hoch sind, wie sie zunächst scheinen und dass es sich lohnt, zum Sprung anzusetzen.
Spring!
Vor jeder Unternehmung steht die Frage, was genau denn unternommen werden soll. Handelt es sich um eine gewerbliche Unternehmung, dann sollte idealerweise gewährleistet sein, dass die Unternehmung langfristig finanziell ertragreich ist und Profit abwirft.
Viele Unternehmensgründungen werden nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Die Gründe dafür sind vielfältig, laut Statista war das Hauptdefizit der Gründer in der IHK-Gründungsberatung in 2010 „kaufmännische Defizite“, direkt gefolgt von „zu wenig Gedanken über Alleinstellungsmerkmal der Geschäftsidee gemacht“.1
Damit also nach der Gründung nicht direkt die Geschäftsaufgabe folgt, sollte die Gründung wohlüberlegt angegangen werden, das betrifft insbesondere die Ideenfindung. Es kommt sehr selten vor, dass eine einzelne Idee allein ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg ist, es ist vielmehr die Ausgestaltung, also die Art und Weise, wie die Idee umgesetzt wird. Das eine angemeldete Patent, das zu einem erfolgreichen Unternehmen führt, ist sehr selten, zudem eine einfache Idee in den meisten Fällen noch nicht patentfähig ist. Erst die praxistaugliche Umsetzung macht aus einer Idee eine patentierbare Innovation.
Aber auch, wenn keine technische Innovation der Gründung vorangehen soll, ist eine gute Idee allein noch kein Garant für eine erfolgreiche Unternehmung. Erst die Transformation der Idee in ein ausgearbeitetes, tragfähiges Geschäftskonzept macht eine funktionierende Unternehmung möglich.
Bei den meisten Unternehmensgründungen geht es nicht darum, eine völlig neue Idee umzusetzen, sondern eine bestehende, vielleicht schon viele Jahre existierende Idee, anders und besser auszugestalten und in konsumierbare Produkte zu verwandeln.
Trotzdem ist es selbstverständlich ein guter Ausgangspunkt, eine Geschäftsidee umzusetzen, die noch nicht oder nur sehr vereinzelt am Markt anzutreffen ist. Eine umfassende Recherche sollte also am Anfang stehen, um verifizieren zu können, wie viele Konkurrentinnen und Konkurrenten bereits in demselben Gebiet arbeiten. Dabei kann die Recherche auch dazu genutzt werden, zu schauen, wie andere diese Idee bisher umgesetzt haben.
Die Recherche unterscheidet sich selbstverständlich enorm dahingehend, welche Geschäftsidee umgesetzt werden soll. Wer eine neue Softwarelösung entwickelt hat und diese potenziellen Kundinnen und Kunden zugänglich machen möchte, muss intensiver recherchieren, ob und inwieweit dieses Problem bereits gelöst wurde, als jemand, der einen Smoothie-Laden eröffnen möchte, weil er bemerkt hat, dass es in seiner Stadt noch keinen gibt.
Generell sollten zwei Fragen vor einer Gründung beantwortet werden können:
Welche Probleme der potenziellen Kundinnen und Kunden soll meine Geschäftsidee lösen?
Wie kann die Problemlösung in ein finanziell tragfähiges Geschäftsmodell umgesetzt werden?
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201896/umfrage/defizite-bei-der-untenehmensgruendung/
Am Anfang jeder gewerblichen Unternehmung sollte eine möglichst umfassende Analyse des Marktes stehen, auf dem man mit seinem zu gründenden Unternehmen tätig sein möchte.
Die zentrale Frage, die mit einer Marktanalyse beantwortet werden soll, ist die Frage nach der Wettbewerbssituation. Es soll also eine Antwort auf die Frage gefunden werden, welche anderen Akteurinnen und Akteure bereits auf dem angestrebten Markt mit ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen tätig sind.
Dabei sollte nicht nur der Status quo bedacht werden. Zukünftige Änderungen auf dem Markt, auf dem man sich tummeln möchte, sind hinsichtlich der Wachstumsprognosen der Unternehmung ebenfalls enorm wichtig, wenn das Unternehmen nicht nur kurze Zeit bestehen soll.
Die zu stellenden Fragen variieren selbstverständlich dahingehend, welche Art von Unternehmen gegründet werden soll, daher können wir an dieser Stelle keinen allgemeingültigen Fragenkatalog präsentieren. Die folgende Liste soll aber als eine Art Leitfaden dienen und die wichtigsten Fragen aufzählen, die in jedem Fall abgearbeitet werden sollten:
Wie groß ist der Anteil der Zielgruppe an der Gesamtbevölkerung oder an der Bevölkerung Deines Einzugsgebietes?
Wie groß ist die Kaufkraft der Zielgruppe?
Welches Problem der Zielgruppe löst mein Produkt bzw. meine Dienstleistung?
Wer sind die Konkurrentinnen und Konkurrenten, wer bietet das Produkt bzw. die Dienstleistung bereits an?
Welche Stärken und Schwächen haben die Konkurrentinnen und Konkurrenten?
Wie sieht die gegenwärtige Preissituation für die Leistung aus?
Wie sieht die Wachstumsprognose des Marktes für das Produkt bzw. die Dienstleistung aus?
Wie stabil ist der Markt? Ist es zu erwarten, dass es sich nur um einen kurzfristigen Trend handelt?
Wichtig ist also, sich einen möglichst umfassenden Überblick über die Marktsituation zu verschaffen – nicht nur, was die potenzielle Kundschaft betrifft, sondern insbesondere auch, wer die Akteurinnen und Akteure sind, die das Produkt oder die Dienstleistung bereits anbieten und was diese besonders gut oder besonders schlecht machen.
Viele Fragen lassen sich mit einer Online-Recherche beantworten. Soll zum Beispiel ein Friseurladen gegründet werden, kann eine Online-Recherche die Frage nach der Anzahl der bereits bestehenden Friseurläden in der Stadt sehr gut beantworten. Bei vielen Online-Portalen können Kundinnen und Kunden das Unternehmen bewerten, diese Bewertungen können ein erster Anhaltspunkt für die generelle Zufriedenheit darstellen. Soll der Friseurladen eine bestimmte Zielgruppe bedienen, beispielsweise Menschen unter 25 Jahren, kann die Recherche verfeinert werden, indem man die einzelnen Läden dahingehend kategorisiert.
Ausschließlich aus den Bewertungen in Online-Portalen können natürlich keine abschließenden Rückschlüsse zur Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden gezogen werden. Vermutlich werden sich viel mehr Menschen die Mühe machen, eine Bewertung abzugeben, wenn sie unzufrieden sind und mit einer schlechten Bewertung dem Unternehmen eins auswischen möchten.
Daher ist es eine sehr gute Idee, die potenziellen Kundinnen und Kunden selbst danach zu fragen, ob sie mit der gegenwärtigen Angebotssituation zufrieden sind und was sie sich an Verbesserungen wünschen würden. Die Art der Befragung richtet sich dabei selbstverständlich danach, wo die Menschen am ehesten zu erreichen sind.
Wenn wir den oben angesprochenen Friseurladen als Beispiel nehmen, der in einer Fußgängerzone eröffnet werden soll, dann erhält man sicher die relevantesten Antworten, wenn man die Leute anspricht und befragt, die dort unterwegs sind. Bietet man Produkte oder Dienstleistungen im Internet an, ist eine Online-Befragung der erfolgversprechendere Weg.
Für Online-Befragungen gibt es eine Reihe von Diensten, mit deren Tools Du Befragungen ganz einfach nach einer Anmeldung erstellen, durchführen und auswerten kannst. Bei vielen Anbietern gibt es kostenlose Versionen, die einen eingeschränkten Funktionsumfang haben, aber für viele Anwendungsbereiche genügen dürften.
Tools, die Du nach einer Anmeldung direkt verwenden kannst, wären zum Beispiel Limesurvey, Surveymonkey und Crowdsignal.
Daneben gibt es auch Open-Source-Software, mit der Du die Befragung und die erfassten Daten auf einem eigenen Server hosten kannst.
Die Software, die hinter Limesurvey steckt, ist beispielsweise quelloffen und kann kostenlos heruntergeladen und auf einem eigenen Server betrieben werden. Falls also das Knowhow vorhanden ist, wäre das eine kostengünstige Möglichkeit, um den vollen Funktionsumfang gebührenfrei nutzen zu können.
Auch bei Face-to-Face-Befragungen ist es sinnvoll, ein solches Tool zu verwenden, weil die Daten direkt in auswertbarer Form gespeichert werden. Die Antworten der Befragten können während der Befragung über ein Smartphone oder Tablet mit Internetverbindung direkt in den Fragebogen eingegeben werden.
Um ein Bild der Konkurrenz- und Bedarfssituation zu bekommen, müssen üblicherweise keine großen statistischen Auswertungen vorgenommen werden. Einfache Häufigkeitsanalysen reichen in der Regel völlig aus, um ein Bild der gegenwärtigen Kundenmeinung zu erhalten. Die meisten Tools bringen eine solche Auswertungsmöglichkeit bereits mit, das heißt, mit einem Klick bekommst Du eine übersichtliche Darstellung der Befragungsdaten und Diagrammansichten angezeigt.
In Kürze — „Konkurrenzsituation ermitteln“
Durch eine Marktanalyse erhältst Du wichtige Informationen zu konkurrierenden Unternehmen und deren Stärken und Schwächen, zu Deiner Zielgruppe und zur Preisgestaltung. Mittels sorgfältiger Recherche, Datenerhebungen und deren Auswertung kannst Du die Marktsituation besser einschätzen.