Caladons Schuppen - Charlie Richards - E-Book

Caladons Schuppen E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

In der paranormalen Welt: Manchmal führt die Ablehnung der Familie zu besseren Verhältnissen als das Festhalten an ihr. Nach fast siebzehnjähriger Gefangenschaft wird Caladon O’Hara von Gargoyles aus seinem Käfig befreit. Seine Retter bringen ihn in ihr Herrenhaus, geben ihm einen sicheren Ort, an dem er sich erholen kann, und versorgen ihn mit einer neuen Identität, Caladon Wykert. Sie helfen Caladon auch bei der Suche nach Informationen über seinen Sohn, Taolma. Als Caladon nach so langer Zeit ein Bild vom Gesicht seines Sohnes sieht, bekommt er einen Schock und ist überwältigt davon, ihn zum ersten Mal als Erwachsenen zu sehen. Pfleger Leroy Wilde arbeitet in Teilzeit in der Villa der Gargoyles. Er übernimmt die Tagschichten, da Perseus, der Arzt des Schwarms, noch nicht verpaart ist und sich bei Tageslicht zu Stein verwandelt. Als er Caladon durch eine Tür erblickt, ist er schnell von dem großen, gutaussehenden Wandler hingerissen. Trotzdem hält Leroy Abstand. Er hatte schon einmal versucht, mit einem Afroamerikaner zusammen zu sein, doch wegen der Bigotterie seiner Familie lief es nicht so gut. Als Caladon einen Schock erleidet, wird Leroy gerufen, um zu helfen. Seine bloße Anwesenheit reißt Caladon aus seiner Starre, woraufhin der Wandler erklärt, dass sie Gefährten sind. Leroy kann dem Lockruf der Gefährtenbindung nicht widerstehen und stimmt einem Date zu. Er stellt schnell fest, dass seine Familie nicht die einzige Komplikation ist. Zum Zeitpunkt von Caladons Entführung war er immer noch verheiratet, und Gefährten oder nicht, Leroy ist nicht bereit, sich mit einem verheirateten Mann einzulassen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 35.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Caladons Schuppen

In der paranormalen Welt: Manchmal führt die Ablehnung der Familie zu besseren Verhältnissen als das Festhalten an ihr.

Nach fast siebzehnjähriger Gefangenschaft wird Caladon O’Hara von Gargoyles aus seinem Käfig befreit. Seine Retter bringen ihn in ihr Herrenhaus, geben ihm einen sicheren Ort, an dem er sich erholen kann, und versorgen ihn mit einer neuen Identität, Caladon Wykert. Sie helfen Caladon auch bei der Suche nach Informationen über seinen Sohn, Taolma. Als Caladon nach so langer Zeit ein Bild vom Gesicht seines Sohnes sieht, bekommt er einen Schock und ist überwältigt davon, ihn zum ersten Mal als Erwachsenen zu sehen.

Pfleger Leroy Wilde arbeitet in Teilzeit in der Villa der Gargoyles. Er übernimmt die Tagschichten, da Perseus, der Arzt des Schwarms, noch nicht verpaart ist und sich bei Tageslicht zu Stein verwandelt. Als er Caladon durch eine Tür erblickt, ist er schnell von dem großen, gutaussehenden Wandler hingerissen. Trotzdem hält Leroy Abstand. Er hatte schon einmal versucht, mit einem Afroamerikaner zusammen zu sein, doch wegen der Bigotterie seiner Familie lief es nicht so gut.

Als Caladon einen Schock erleidet, wird Leroy gerufen, um zu helfen. Seine bloße Anwesenheit reißt Caladon aus seiner Starre, woraufhin der Wandler erklärt, dass sie Gefährten sind. Leroy kann dem Lockruf der Gefährtenbindung nicht widerstehen und stimmt einem Date zu. Er stellt schnell fest, dass seine Familie nicht die einzige Komplikation ist. Zum Zeitpunkt von Caladons Entführung war er immer noch verheiratet, und Gefährten oder nicht, Leroy ist nicht bereit, sich mit einem verheirateten Mann einzulassen.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.

Länge: rund 35.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Caladons Schuppen

Paranormal verliebt 9

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Accepting Caladon’s Scales“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für meine geduldigen Leser … möge die Muse immer mit euren Wünschen Schritt halten können.

Kapitel 1

Caladon Wykert schwelgte in der Wärme der Sonne, die in seine Schuppen drang. Nachdem er fast siebzehn Jahre lang in der einen oder anderen Zelle eingesperrt gewesen war, die fast alle entweder schwach beleuchtet oder von künstlichen Wärmelampen erhitzt wurden, fühlte sich dies wunderbar an. Das gewaltige Arboretum mit seinen dreistöckigen Fenstern und dem gebogenen Glas fing das Sonnenlicht genau richtig ein. Das machte es zu einem fantastischen Rückzugsort für einen Wandler wie ihn, der seinen Geist mit einer Boa Constrictor teilte.

Wenn man dazu noch die Tatsache bedachte, dass sich dieser Bereich hinter einer gewaltigen Gargoylevilla befand, konnte Caladon nicht sicherer untergebracht sein. Trotzdem erklärte das nicht das seltsame Summen in seinem Hinterkopf, als ob er woanders sein sollte … oder vielleicht verstand er das doch auch. Seine Entführer hatten ihn fast zwei Jahrzehnte lang als Besuchermagneten in einer Kuriositätenschau nach der anderen ausgestellt. Dann, nach all der Zeit, hatte ihn eine Gruppe Gargoyles gerettet, die über ihn gestolpert war, als sie nach einem anderen vermissten Wandler suchten.

Wo zum Teufel ist meine Familie?

Caladon dachte an seine menschliche Frau und seinen kleinen Sohn. Nun, Taolma war zum Zeitpunkt seiner Entführung noch klein gewesen. Sein kleiner Junge war gerade mal zwei Jahre alt gewesen, als Fremde Caladon gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten verschifft hatten. In den ersten Jahren hatte Caladon nach einer Fluchtmöglichkeit gesucht und gleichzeitig die Hoffnung gehegt, dass ihn jemand aus seiner Heimat retten kommen würde.

Schlangen kannten keine Rudel wie andere Wandler. Sie bildeten eine lockere Gruppe von Freunden und Familie, die sich gegenseitig schützte und in Notzeiten half. Was sagte das also über seine Freunde und Familie? War ihnen etwas zugestoßen?

Auch wenn Caladon Gloria nie geliebt hatte, wusste er, dass sie ihm nicht absichtlich den Rücken gekehrt hätte. Er hatte eine tiefe Freundschaft mit der menschlichen Frau geschlossen. Sie war über ihn gestolpert, als sie fünfzehn war und er sich in Schlangengestalt befand. Wegen seiner Größe war sie völlig ausgeflippt und schreiend davongerannt. Caladon hatte sich schnell bewegen müssen, um sich zu verwandeln, sie einzuholen und zu beruhigen.

Nachdem Gloria akzeptiert hatte, dass Caladon sie nicht verletzen oder auffressen würde, hatte sie ihn für faszinierend gehalten. Er hatte Stunden damit verbracht, ihre Fragen zu beantworten, und sie waren seitdem Freunde. Im Laufe der Jahre hatte Gloria eine Menge mieser Partner gehabt, und als ihre biologische Uhr im Alter von achtunddreißig Jahren laut und durchdringend zu ticken begann, hatte sie um seine Hilfe gebeten. Caladon war lange Zeit allein gewesen, und die Vorstellung, ein Kind zu haben, hatte ihm gefallen. Er hatte sie gewarnt, dass das Kind ein Wandler sein würde und dass sie nicht seine wahre Gefährtin war, aber sie hatte nichts dagegen gehabt.

Sie hatten geheiratet und Taolma bekommen. Es war der glücklichste Tag seines Lebens gewesen, seinen Sohn auf die Welt kommen zu sehen. Caladons Erinnerungen an seine Tage mit Gloria, ihre Zeit als bloße Freunde sowie die kurzen Jahre, die sie als Paar verbracht hatten, zusammen mit denen an seinen Sohn, waren die meiste Zeit über die einzigen Dinge, die ihn bei Verstand hielten.

Das Nichtwissen war das Schwierigste. Obwohl er Maelgwns Angebot angenommen hatte, die Computer des Gargoyle-Schwarms zu benutzen, war es ihm nicht gelungen, seine Familie zu finden. Stattdessen hatte er eine Sterbeurkunde für Dewain Qadri entdeckt, seinen langjährigen besten Freund. Er wusste, dass es möglich war, dass der Mann nicht gestorben war, sondern nur an einem Punkt angekommen, an dem er eine neue Identität entwickeln musste, aber so oder so hatte Caladon das Problem, nicht zu wissen, wo er als nächstes suchen sollte.

Leichte Vibrationen tanzten über Caladons empfindliche Haut. Caladon hob den Kopf und schnippte ein paarmal mit der Zunge, um die Luft zu prüfen. Er erkannte den milden Moschus, der auf den leichten Luftströmen schwebte. Nachdem er sich auf dem dicken Ast gedreht hatte, glitt er auf den Baumstamm zu. Als er diesen erreichte, wand er sich zum nächsten Ast hinunter, rollte sich um ihn herum und dann zum nächsten.

Bald erreichte Caladon einen dicken Ast, etwa drei Meter über dem Boden. Er kroch daran entlang und hielt dann inne, als er einen kleinen, schluchtartigen Bereich mit einem zweistufigen Brunnen und ein paar Steinbänken erreicht hatte.

Der Gargoyle Sapian stand auf der Lichtung. Er drehte sich langsam um und sah zu ihm auf, wobei sein Lächeln breiter wurde. Der grinsende Mann zeigte lange Eckzähne in seiner fleckigen goldenen Haut. Als verpaarter Gargoyle hatte der Vollstrecker des Schwarms die Wahl, welche Form er tagsüber annehmen wollte, seine natürliche oder menschliche Gestalt. Gargoyles, die noch nicht das Glück gehabt hatten, ihren Gefährten zu finden, verwandelten sich tagsüber in Stein. Das machte das gewaltige Herrenhaus bei Tageslicht zu einem ruhigen Ort.

„Guten Tag, Caladon“, grüßte Sapian. „Wie ich sehe, bist du hier, um die Sonne zu genießen.“

Wenn Caladon in Schlangenform hätte lächeln können, hätte er es getan. Die Fröhlichkeit des Gargoyles schien fast ansteckend. Da er jedoch als Schlange nicht kommunizieren konnte, leitete Caladon seine Verwandlung ein. Seine lange Gestalt verkürzte und verdickte sich. Arme und Beine wuchsen, und sein Kopf veränderte sich.

Caladons Haut kratzte an der rauen Rinde des Baumes, als sie nicht länger von seinen Schuppen geschützt war. In einer Bewegung, die er vor Jahrzehnten perfektioniert hatte, drehte er sich auf dem Ast, ergriff ihn mit den Händen und schwang sich vorwärts. Caladon wirbelte herum, weg von dem Ast, und landete leicht auf seinen Fußballen wippend auf dem Boden am Rand der Lichtung.

Langsam richtete sich Caladon zu seiner Größe von fast zwei Metern auf. Seine Art war oft groß und schlank, da sie ihren Geist mit etwas so Langem und Dünnem teilte. Er war nicht anders. In den letzten Wochen, während er mit den Gargoyles zusammenlebte, hatte Caladon die Bäume als sein persönliches Klettergerüst benutzt, um den Muskeltonus wiederherzustellen, den er in Gefangenschaft verloren hatte.

Caladons Muskeln schienen nun in seinen Armen und Beinen gut ausgeprägt zu sein und seine Brust- und Bauchmuskeln fühlten sich bei Berührung hart wie Stein an. Er musste es wissen. Nachdem er so lange in Schlangengestalt festgesteckt hatte, berührte er sich seither oft selbst. Es half, dass sich kaum jemand darum kümmerte, dass er das Arboretum tatsächlich nicht sehr oft verließ. Er konnte tun, was zum Teufel er wollte, und körperliches Training half beim Stress abbauen, während er sich bemühte, zu entscheiden, was er mit seinem Leben anfangen wollte.

„Was kann ich für dich tun, Sapian?“, fragte Caladon langsam und stellte sicher, dass die Wörter klar und präzise klangen. Er besaß Grundkenntnisse in dieser Sprache aus dem Handel mit Urlaubern, die seine Insel besuchten. Den Leuten um ihn herum zuhören zu können, während er in Gefangenschaft war, hatte es ihm ermöglicht, seinen Wortschatz erheblich zu erweitern. Aber selbst zu sprechen erforderte etwas mehr Konzentration.

Sapian hob die Hände und zeigte eine Jogginghose in der einen und einen Lendenschurz in der anderen Hand. „Raymond hat gestern Abend einen Treffer zu deinem alten Namen gelandet. Es hat eine Weile gedauert, aber er hat herausgefunden, dass jemand in den Florida Keys Zugriff auf deine Konten hat.“ Er hob und senkte jede Hand und deutete damit offensichtlich an, dass Caladon wählen sollte. „Triff eine Wahl, und ich bringe dich in sein Büro.“

Sapian ließ seinen Blick langsam über Caladons Gestalt wandern und schenkte ihm ein freches Lächeln. „Nicht, dass es nicht viele Gargoyles gibt, die den Anblick genießen würden“, fügte er grinsend hinzu.

Caladon schnaubte über die Neckerei des Gargoyles und fuhr sich mit der Hand über die nackte Brust. „Nicht schlecht, nachdem ich siebzehn Jahre von Ratten und Fröschen gelebt habe, hmm?“

Sapian warf den Kopf zurück und lachte. „Verdammt, das ist schrecklich, Mann.“

Sein Gelächter ertönte dröhnend und angenehm durch das Arboretum und hallte in dem großen Raum wider. Caladon hätte sein Grinsen nicht stoppen können, wenn er es versucht hätte, und er winkte Sapian zu, als er sich abwandte. „So hatte ich nicht geplant, meine Zeit zu verbringen, das ist sicher“, gab er zu. „Steck die weg“, fügte er hinzu. „Ich habe meine eigenen Sachen.“

Caladon schritt zwischen die Bäumen und durch Laub. Sobald er den gesuchten Baum gefunden hatte, griff er in das ausgehöhlte Loch. Er tastete ein wenig mit der Hand, fand dann den Stoff und zog seine Jogginghose heraus. Nachdem Caladon sie ausgeschüttelt hatte, zog er sie an und ließ sie tief auf seinen schmalen Hüften hängen.

Als Caladon zur Lichtung zurückkehrte, fand er Sapian an einen Baum gelehnt. Sapian hatte die Arme über seiner fleckigen Brust verschränkt, seine weißen Flügel hingen wie ein Umhang über seinen Schultern und er zeigte einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. Er hatte die Jogginghose über die Schulter geworfen, mit der er nicht gegen den Baum lehnte, und hielt den mitgebrachten Lendenschurz in der Hand, die seiner Brust am nächsten lag.

Sapian beäugte Caladon abschätzend und hatte seine Stirnkämme zusammengezogen. Caladon hob seine eigenen Brauen, neugierig, was dem Gargoyle im Kopf herumging. Sapian ließ ihn nicht lange warten. „Du bist ein Rätsel für uns, Caladon“, gab Sapian zu. „Du bleibst den ganzen Tag hier drin.“ Er runzelte die Stirn und deutete dann auf Caladons schlanke Gestalt. „Bei dem, was man dir im Laufe der Jahre zu essen gegeben hat, würde ich denken, dass du praktisch im Speisesaal leben würdest. Du wirst doch satt, oder?“, fragte er, und seine Besorgnis war offensichtlich.

Caladon zuckte mit den Achseln, plötzlich verlegen. „Ich verstecke mich nicht den ganzen Tag hier.“ Er versteckte sein Unbehagen und zwinkerte, als er sich abwandte und über die Schulter rief: „Nur den größten Teil des Tages. Lass uns sehen, was Raymond gefunden hat.“

Sapian trat neben ihn und sah ihn an. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und sagte dann: „Ich entschuldige mich dafür, dass ich dich in Verlegenheit gebracht habe, Caladon.“ Er sah in seine Richtung und fügte hinzu: „Wir Gargoyles sind merkwürdige Leute. Du würdest nicht glauben, in welche Schwierigkeiten einige von uns während des dunklen Zeitalters geraten sind.“

Caladon schätzte die Fähigkeit des Gargoyle-Vollstreckers, sich zu entschuldigen und gleichzeitig die Stimmung zu verbessern, und grinste. „Das kann ich mir gut vorstellen. Wir Schlangen verstecken uns lieber. Deshalb hört man nur Gerüchte über gewaltige Schlangen aus dem Amazonas sickern, und es ist so schwer, Beweise dafür zu finden.“ Seine Worte riefen ihm seine eigene Misere in Erinnerung. „Meistens.“

Sapian drückte seine Schulter und schüttelte ihn leicht, bevor er ihn losließ und sagte: „Wir werden es hinbiegen, Caladon. Hab keine Angst. Wir haben hier einige großartige Hacker. Mit Raymond und Vane finden wir dein …“ Er hielt inne und runzelte die Stirn. „Wie nennt man eine Gruppe Schlangen?“ Schnell verzog sich sein Gesichtsausdruck zu einem breiten Lächeln. „Ein Paarungsknäuel?“

Caladon verzog das Gesicht. „Das war schrecklich“, murmelte er kopfschüttelnd. In der Wildnis setzten weibliche Schlangen, wenn sie zur Paarung bereit waren, Pheromone frei, die männliche Schlangen anzogen. Die Männchen schlängelten sich dann um das Weibchen und bildeten eine große Kugel aus Körperschlingen, während sie darum kämpften, dasjenige Männchen zu sein, das sich mit dem Weibchen paarte. „Und nein“, fügte er hinzu, wahrscheinlich ein bisschen zu nachdrücklich, basierend auf dem Lachen, das seinem Begleiter entschlüpfte.

„Ach, ich konnte nicht anders“, antwortete Sapian amüsiert. „Also, wie bezeichnest du deine Gruppe?“

„Einfach als Gruppe“, enthüllte Caladon. „Wir haben eigentlich keine Rudel oder Schwärme, wie du sie kennst.“

„Nein?“

Caladon zuckte die Achseln. „Unsere Schlangen machen uns etwas territorial“, gab er zu. Nur die Tatsache, dass kein anderer Schlangenwandler mit ihm das Arboretum bewohnte, machte seine Schlange in dem großen Raum glücklich.

Verdammt, welche Schlange wäre in einem dreistöckigen Dschungel mit im Grunde unbegrenztem Nahrungsangebot nicht glücklich? Alles, was Caladon tun musste, war die Eichhörnchen zu genießen, die in den Bäumen nisteten. Er hatte herausgefunden, dass sie durch ein zerbrochenes Fenster am Fuße der Südwand ein- und ausgingen. Caladon hatte sogar eines der leckeren Tierchen verzehrt, aber meistens verwandelte er sich in die menschliche Form und machte sich auf den Weg zum Speisesaal. Die umfangreiche Speisekarte der Gargoyles mit Rippchen, Steaks, Kartoffelaufläufen und Nudelgerichten war schwer zu verachten, besonders wenn man bedachte, was er in der Vergangenheit gegessen hatte.

Caladon schüttelte bei seinen Überlegungen den Kopf, als könne dies allein seine Gedanken zerstreuen. Er erklärte: „Wir unternehmen Dinge mit unserer unmittelbaren Familie und einigen guten Freunden.“ Er ging hinter Sapian durch die Tür des Arboretums und folgte ihm einen Gang nach dem anderen entlang, während er sprach. „In der Regel gibt es ein paar dominante Wandler in einer Region, die sich zusammenfinden und als eine Art Minirat fungieren. Sie diskutieren Probleme, wenn Freunde das Problem nicht untereinander lösen können. Sie kommen auch zusammen und haben Meetings, wenn die Gefahr besteht, dass das Geheimnis der Existenz von Wandlern gelüftet wird.“

Sapian blieb im Flur stehen, streckte die Hand aus und legte sie auf einen Türknauf. Seine Stirnkämme waren wieder zusammengezogen, und als er sprach, klang sein Ton besorgt. „Ich hätte gedacht, die Nachricht, dass Wilderer im Dschungel große Schlangen fangen, wäre etwas, das die Ratsmitglieder an alle weitergegeben haben.“

„Das sollte man meinen“, grummelte Caladon. Dieser Gedanke war ihm mehr als einmal in den Sinn gekommen. Sie hatten zwei Brüder in ihre Gegend ziehen lassen, die wegen irgendetwas Asyl suchten, aber Caladon hatte nicht gehört, was es war. Nachdem sie sich mit Azacca und Talin getroffen hatten, hatten diese einen kleinen Teil des Dschungels zum Bewohnen zugeteilt bekommen, und Caladon – der sich um seinen kleinen Sohn kümmerte – hatte sich nicht weiter Gedanken um sie gemacht. Das war sechs Monate vor seiner Gefangennahme gewesen.

Könnten sie etwas damit zu tun haben?

„Komm, weiter“, drängte Sapian.

Caladon riss sich aus seinen Gedanken und folgte ihm in ein kleines Büro. Er nahm an, er sollte sich daran gewöhnen, wieder mit anderen zu interagieren, nachdem er viel zu lange in seinem Kopf festgesteckt hatte. Caladon konzentrierte sich auf den schlanken schwarzen Mann hinter dem Schreibtisch.

Raymond lächelte ihn an. „Hey, Caladon. Schön, dich wiederzusehen. Ich hoffe, Sapian und ich haben dich nicht bei irgendwas unterbrochen.“

Caladon erwiderte das Lächeln des Gargoyles und setzte sich auf den Stuhl, auf den Sapian deutete. „Überhaupt nicht, Raymond“, antwortete er. „Ich hatte ohnehin geplant, herauszufinden, ob du heute Zeit hast, dich mit mir zu treffen, also passt das gut.“

Nachdem er Raymond schon einmal getroffen hatte, als der Gargoyle ihm die Grundlagen ihrer Computersysteme beibrachte, die sich in siebzehn Jahren drastisch verändert hatten, wusste Caladon, dass dies der Gargoyle in menschlicher Form war. Dieser verpaarte Gargoyle war recht klein und hatte in seiner wahren Form eine schwarz melierte Haut.

Anstelle von Flügeln, die aus seinem Rücken wuchsen und sich mit den Schulterblättern eines Gargoyles verbanden wie die der größeren Kreaturen, waren Raymonds von den Unterseiten seiner Arme aus mit seinen Seiten verbunden. Raymond hatte erklärt, dass er die Knochen, die aus seinen Seiten ragten – und die er als Knochensporne bezeichnete –, kontrollieren konnte, um seine Flughäute von seinem Körper wegzuhalten, wenn er fliegen wollte.

Als bodengebundener Wandler fand Caladon das faszinierend. Natürlich fand er, da er nach so langer Zeit aus seinem Käfig herausgekommen war, jede Gelegenheit, etwas Neues zu lernen, interessant.

„Ach, hattest du das?“ Raymond schien erfreut. „Womit kann ich dir helfen?“

Caladon lächelte. Das schien der Lebenszweck des Gargoyles zu sein, anderen Freude zu bereiten. Er öffnete den Mund, um zu antworten, aber Sapian hob die Hand und sagte: „Lasst uns das Problem, dass jemand Caladons Konten überprüft, zuerst aus dem Weg räumen, okay?“ Er schenkte Caladon ein Lächeln. „Entschuldigung, ich muss dies Maelgwn melden, wenn wir fertig sind.

---ENDE DER LESEPROBE---