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Aus dem Käfig: Wenn ein Wandler keinen Erfolg hat, schafft ein Vampir es vielleicht. Sebastian „Seb“ Russo muss zu seinem nächsten Einsatz einen Linienflug nehmen, da der Vampirrat keine Privatflugzeuge zur Verfügung hat. Seine Anführer haben ihn beauftragt, den Alpha der Wolfswandler in Stone Ridge, Colorado, bei der Kommunikation zwischen Paranormalen und der menschlichen Regierung zu unterstützten. Doch dann geschieht das Einzige, was ihn aufhalten könnte: Er trifft seinen Geliebten, seinen Seelenverwandten, in diesem Flugzeug. Nun befindet sich Seb in Las Vegas und folgt dem Menschen Dirk Lemans. Seine Versuche, den Menschen zu umwerben, sind erfolgreich, bis er einen verbalen Ausrutscher zu viel hat und eine folgenreiche Wahrheit entdeckt. Dirk hält Seb für einen Wandler … und vor nicht allzu langer Zeit haben Wandler ihn gefangen gehalten. Kann Seb Dirk überzeugen, dass nicht alle paranormalen Wesen gleich sind? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.500 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Chaos auf der Comicon
Aus dem Käfig: Wenn ein Wandler keinen Erfolg hat, schafft ein Vampir es vielleicht.
Sebastian „Seb“ Russo muss zu seinem nächsten Einsatz einen Linienflug nehmen, da der Vampirrat keine Privatflugzeuge zur Verfügung hat. Seine Anführer haben ihn beauftragt, den Alpha der Wolfswandler in Stone Ridge, Colorado, bei der Kommunikation zwischen Paranormalen und der menschlichen Regierung zu unterstützten. Doch dann geschieht das Einzige, was ihn aufhalten könnte: Er trifft seinen Geliebten, seinen Seelenverwandten, in diesem Flugzeug. Nun befindet sich Seb in Las Vegas und folgt dem Menschen Dirk Lemans. Seine Versuche, den Menschen zu umwerben, sind erfolgreich, bis er einen verbalen Ausrutscher zu viel hat und eine folgenreiche Wahrheit entdeckt. Dirk hält Seb für einen Wandler … und vor nicht allzu langer Zeit haben Wandler ihn gefangen gehalten. Kann Seb Dirk überzeugen, dass nicht alle paranormalen Wesen gleich sind?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 33.500 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Chaos auf der Comicon
Die Wölfe von Stone Ridge 21
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Crashing the Comicon“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Für Monsterfilme und ihre Autoren …, weil sie eine großartige Hintergrundunterhaltung sind bei dem Versuch, Änderungen an dem Geschriebenen vorzunehmen. Verdammt, ja!
Sebastian Russo, Seb für seine Freunde, schob seine Reisetasche unter den Sitz vor ihm und ließ sich dann auf seinen Platz fallen. Er seufzte und beäugte seinen Reisebegleiter Lex – Lexington Paistro – der ebenfalls ein Vampir war.
Nachdem sich sein Kumpel auf dem Sitz in der Business Class neben ihm entspannt hatte, grummelte Seb: „Ich kann nicht glauben, dass der Rat den Jet Zack statt uns gegeben hat.“
„Entspann dich, Seb“, mahnte Lex und tätschelte seinen Oberschenkel. „Zumindest zahlen sie für die Business Class und wir mussten das Upgrade nicht aus eigener Tasche bezahlen.“
Seb schnaubte und grinste seinen Freund an. „Als ob einer von uns es sich nicht leisten könnte. Vielleicht sollten wir unsere Gelder zusammenlegen und unseren eigenen verdammten Jet kaufen.“
Lex lachte und nickte. „Ja, das würde ihnen eine Lektion erteilen, nicht wahr?“
„Ja, wir werden …“ Ein würziger Geruch nach Lebkuchen erregte seine Aufmerksamkeit und es bedurfte Sebs gesamter Selbstbeherrschung, um zu verhindern, dass seine Augen rot wurden und seine Krallen sich verlängerten. Er sog noch etwas Luft ein und wusste nicht, ob er erleichtert oder frustriert war, dass der erregende Geruch nachgelassen hatte.
„Bist du okay, Seb?“, fragte Lex.
Seb reckte den Hals und schaute sich in der Business Class-Kabine um. „Ich bin nicht sicher“, murmelte er. „Ich dachte, ich …“ Er konzentrierte sich auf seinen Freund, als eine Erkenntnis dessen, was seine starke Reaktion auf den schwachen Geruch bedeutete, einsetzte. „Ich glaube, mein Geliebter könnte sich auf diesem Flug befinden“, zischte er und hielt seine Stimme gesenkt.
„Was?“, murmelte Lex und hielt seinen Ton ebenso ruhig. „Bist du sicher?“
Stirnrunzelnd hielt Seb sich geradeso davon ab, seinem Freund die Zähne zu zeigen. Keine Notwendigkeit, die Menschen auf dem Flug durch blitzende Fangzähne zu verschrecken. „So sehr ich sicher sein kann, ohne eine Kostprobe von seinem …“ Er machte eine Pause, sah sich um und beugte sich dann vor. „Das weißt du ja.“
„Scheiße, richtig“, murmelte Lex.
Er sah sich ebenfalls um, obwohl er Seb nicht helfen konnte herauszufinden, wer sein Geliebter sein könnte, der eine, den das Schicksal als seine andere Hälfte ausgewählt hatte. Nur der Vampir, der mit diesem gewissen Jemand verbunden war, würde ihn riechen können.
„Also, gehst du eine Runde durch das Flugzeug oder so?“
Seb nickte, schaute sich noch einmal in der Kabine um und betrachtete die Leute, die sich durch den Gang schoben und ihre Plätze suchten. „Jep.“
Der Geruch schwebte wieder in seine Nase. Sebs Nasenflügel bebten, und ein Schauer lief über seinen Rücken. Scheiße! Wann war das letzte Mal gewesen, dass er sich bemühte, seine niederen Instinkte zu kontrollieren? Er war ein einhundertneunzigjähriger Vampir. Er verlornicht die Kontrolle.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf riss Seb die Augenlider wieder auf.
Er tippte unruhig auf sein Bein, als sich die übrigen Passagiere auf ihren Sitzen niederließen. Er praktizierte tiefe Atemübungen, als die Flugbegleiter auftauchten und die Sicherheitsgurte erklärten – weil einige dieser Menschen in den letzten vierzig Jahren vielleicht nicht in einem Auto gewesen waren. Als das Flugzeug endlich die Rollbahn hinunterrollte, war Seb bereit, Lex zu erwürgen, dessen Augen fröhlich funkelten, als er hinter seiner Hand kicherte.
„Warte du nur, Arschloch“, knurrte Seb leise, als er das Anschnall-Zeichen anstarrte und ungeduldig darauf wartete, dass es verschwand. „Du wirst deinen auch noch bekommen.“
Lex beugte sich zu ihm, und sein Gesichtsausdruck wurde plötzlich ernst. „Also, was machst du in Bezug auf Declans Bitte? Du solltest …“ Lex wedelt mit einer Hand, nicht gewillt, den Rest seines Denkens auf einem Flugzeug voller Menschen auszusprechen.
Seb verzog das Gesicht, denn er wusste immer noch genau, was sein Kumpel meinte. „Das hängt alles von meinem Geliebten ab“, murmelte er.
Sein Gefährte nickte. „Was auch immer du brauchst, Mann. Das weißt du“, sagte er und tätschelte sein Knie.
„Danke, Lex.“ Seb schätzte die Bereitschaft seines Freundes, ihn zu unterstützen, auch wenn es bedeutete, die Bitte abzuschlagen, die Declan McIntire – ein Alpha-Wolfswandler – beim Vampirrat eingereicht hatte, um Sebs Hilfe bei Beziehungen zu den Behörden zu erhalten. Er war nicht umsonst dafür bekannt, eine Zunge aus Silber zu haben. Doch so wichtig das auch war, Seb wusste, dass dies eine einmalige Gelegenheit war. Sein Geliebter war mit ihm im Flugzeug. Er musste herausfinden, wer er war.
Götter oben im Himmel, ich hoffe, es ist ein Er.
Mit Frauen Liebe zu machen war von Zeit zu Zeit in Ordnung, aber tatsächlich bei einer bleiben? Auf keinen verdammten Fall.Keine Kinder und keine verdammten Babys.Ich will verdammt noch mal nicht Windeln wechseln.Pfui!
Seb schob seinen Sicherheitsgurt beiseite und stand auf. Zum Glück zog Lex die Knie zur Seite und murmelte viel Glück.
Sofort erschien eine blonde Flugbegleiterin im Gang. „Kann ich Ihnen mit etwas helfen?“ Ihr fröhliches Lächeln wurde abschätzend, als sie seinen Armani-Anzug und seinen teuren Haarschnitt bemerkte.
Ja, ich mag schöne Dinge.Verklagen Sie mich.
„Nein, ich bin bestens versorgt“, versicherte Seb. „Ich mag es nicht zu fliegen. Ich muss nur meine Beine etwas ausstrecken.“ Er zwinkerte und lächelte gewinnend.
Die blonde Frau kicherte und lächelte ihn schüchtern an. „Nun, wenn Sie irgendetwas brauchen, lassen Sie es mich wissen.“
Seb lächelte wieder. „Natürlich, Schätzchen.“
Er wandte sich ab, nicht daran interessiert, was die Flugbegleiterin sonst noch sagen könnte. Stattdessen atmete er tief ein und suchte nach der Ursache dieses Duftes … der moschusartige, sexy … Lebkuchen-Leckerbissen, den er unbedingt lecken, anknabbern und trinken wollte. Seb machte eine Pause und nahm sich einen Moment Zeit, um die Kabine zu durchsuchen.
Seb nahm den Hauch dieses Duftes wahr und blickte über die kleine Fläche. Seine vampirischen Sinne erlaubten es ihm, schnell die Gerüche zu unterscheiden, die die kleine Kabine durchströmten. Die Business-Klasse war nicht groß, sie hatte nur vier Reihen und zwei Sitze auf jeder Seite des Gangs. Er konzentrierte sich schnell auf die letzten beiden Reihen der rechten Seite. Drei der vier Sitze waren besetzt, einer war leer.
Perfekt.
Seb ging langsam an ihnen vorbei. Er sah sie nicht an, sondern atmete tief ein. Ja, sein Geliebter war definitiv ein Mann. Es gab zwei Männer in diesem Bereich und eine Frau. Einer der Männer und die Frau saßen in der ersten Reihe und schienen ein Paar zu sein. Der zweite Mann besetzte die nächste Business-Class-Reihe.
Er hoffte, dass der letzte Kerl – der mit den zerzausten roten Haaren, den weiten Jeans, dem T-Shirt und den abgenutzten Turnschuhen tatsächlich ein bisschen geeky wirkte – seine besondere Person war. Da der Mensch den Kopf weg gedreht hatte und gegen das Fenster lehnte, konnte Seb nicht viel ausmachen, aber er wollte lieber einen Geek nehmen als … na ja, das adrette blonde Arschloch in der nächsten Reihe, das selbst jetzt seine Barbie-ähnliche Freundin anschnauzte. Wen interessierte es, wie heiß der Kerl war.Arschloch!Kein Wunder, dass der Geek vortäuschte zu schlafen.
Seb zermarterte sich das Hirn auf der Suche nach einem Plan und ging zur Toilette. Er atmete ein paar Mal tief durch und brachte seine rasende Lust dazu, etwas abzuebben. Verdammte Paarungsinstinkte – Segen und Fluch zugleich.
Sobald Seb sich fühlte, als hätte er sich unter Kontrolle, ging er zurück zu seinem Platz. Er musterte wieder das Trio und bemerkte, wie der Geek seine Schläfe mit den beiden vorderen Fingern rieb. Er nutzte die Gelegenheit, stoppte eine Flugbegleiterin und bat um Aspirin. Nachdem sie ihm welches gebracht hatte, dankte er ihr und ging auf den Mann zu. Selbst wenn der Geek doch nicht sein Geliebter sein sollte, konnte er dem Kerl trotzdem helfen.
„Abend“, grüßte Seb. Er ließ sich ohne Einladung auf dem Sitz am Gang nieder und lächelte den Menschen an.
Die Augen des Fremden wurden auf fast komische Art rund, als sich sein Mund wie ein Fisch öffnete und schloss, während er Seb von oben bis unten ansah. Sebs Lächeln wurde breiter, obwohl er darauf achtete, die Lippen zusammenzuhalten, um seine Reißzähne zu verbergen.
Seb wartete nicht darauf, dass der Mensch seine Absichten zu erraten versuchte, und lehnte sich zu ihm. Er atmete dabei unwillkürlich den Geruch des Menschen ein, während er die Einzelpackung Aspirin hochhielt. Er hielt seine Stimme gesenkt, beruhigend und fast schnurrend. „Ich habe bemerkt, dass Sie Kopfschmerzen haben könnten. Kann ich Ihnen ein Aspirin anbieten?“
Sebs Herz hämmerte wild in seiner Brust, als der Mann die Hand ausstreckte und das Päckchen nahm. Er wusste nicht, wie der Fremde es nicht hören konnte. Von den drei Menschen war dieser derjenige, dessen Blut ihn lockte. Er wollte, musste auf diesem achtzigminütigen Flug zwischen Sacramento und Las Vegas alles über diesen Menschen erfahren.
„Danke“, murmelte der Kerl.
Er riss das Päckchen auf, gab die beiden weißen Tabletten auf seine Handfläche und nahm dann einen Plastikbecher mit leicht sprudelnder Flüssigkeit. Nachdem er die Pillen in den Mund genommen hatte, nippte er an seinem Getränk.
Seb beobachtete, wie der Mensch eine Grimasse schnitt, als seine Kehle arbeitete, und sein Adamsapfel hüpfte. Er unterdrückte ein Stöhnen, als die Sehnsucht mit voller Kraft zurückkehrte. Offensichtlich hatte Seb nicht alle seine Gedanken für sich behalten, denn als er sich wieder auf das Gesicht des Menschen konzentrierte, sah der Mann, von dem er überzeugt war, dass es sich bei ihm um seinen Geliebten handelte, ihn mit angezogenen Brauen an.
Seb zog einen Mundwinkel hoch, lehnte sich in seinem konfiszierten Sitz zurück und fragte: „Ist Vegas Ihr endgültiges Ziel? Oder müssen Sie in eine weitere dieser fliegenden Stahlkisten steigen?“
Seb hatte eigentlich nichts dagegen zu fliegen … im Jet des Rates. Er fand Linienflüge jedoch langweilig und nervig. Zum Glück schien es dieses Mal, dass das Schicksal Pläne für ihn hatte.
Zur Hölle, ja!
„Vegas.“
„Ja? Ich auch“, log Seb. Er streckte die Hand aus: „Sebastian Russo. Meine Freunde nennen mich Seb.“
Für mehrere Herzschläge starrte der Mensch Sebs Hand an, als wäre sie eine Schlange. Schließlich streckte er die Hand aus und nahm Sebs, während er „Dirk Lemans“ murmelte.
Lächelnd und in dem Wissen, dass er die Situation total ausnutzte, aber nicht imstande, sich davon abzuhalten, hob Seb Dirks schlanke Hand an die Lippen und drückte einen sanften Kuss darauf. „Sehr erfreut, dich kennenzulernen, Dirk“, gurrte Seb. „Darf ich dich überzeugen, heute Abend mit mir zu Abend zu essen?“
Dirk starrte ihn einige Sekunden lang wie ein Fisch an. „Ich k-kann nicht“, stotterte er schließlich.
Enttäuschung durchfuhr Seb, aber es gelang ihm, sein Lächeln beizubehalten. Er blätterte geistig Optionen durch, um herauszufinden, ob sein Mensch bereits verbunden war oder ob es einen anderen Grund gab, aus dem er ablehnte. Seb konnte keinen Duft einer anderen Person auf der Haut seines Geliebten erkennen, und er trug auch keinen Ring.
Dann zog Dirk an seiner Hand und Seb löste seinen Griff. Dirk blickte sich nervös um und murmelte: „Warum denkst du überhaupt, dass ich schwul bin?“
Oh, zu süß!
„Weil, Süßer“, sagte Seb und beugte sich zu ihm, „wenn du es nicht wärst, hättest du, egal, wie viel größer ich bin, irgendein Zeichen von Unwillen oder Verwirrung gezeigt. Du zeigst aber nichts davon.“ Er hob eine Hand, aber als er sah, wie Dirk sich anspannte, legte er sie auf sein anderes Handgelenk, das auf der Armlehne ruhte. „Also bitte brich mir nicht mein Herz und leugne meine Intuition“, beendete er und bedachte den Mann mit einem lasziven Blick.
Seb mochte die Röte, die in Dirks Wangen stieg, vor allem, da sie das Blut des Mannes dazu brachte, zu singen, wo es nahe unter der Oberfläche floss.
„Ähm, ich, na ja …“ Er klappte kurz den Mund zu und konzentrierte sich auf seine Hände, die sich in seinem Schoß befanden. „Ich nehme an der Comicon Convention teil und habe keine Zeit zum Abendessen. Es tut mir leid.“
Nun, verdammt, was zum Teufel? Sicherlich würde ein Geliebter die Verbindung zwischen ihnen spüren und Zeit mit ihm verbringen wollen? Langsam einatmend, sammelte Seb seine Gedanken, und Dirks Angst, Verwirrung und, ja, Lust, schlugen ihm hart ins Gesicht.
Verdammt, ich muss dieser Reaktion auf den Grund gehen!
„Eine Comicon“, antwortete Seb leise und richtete sich auf seinem Sitz auf. „Ich habe gehört, dass das eine ganz schön wilde Veranstaltung ist.“
„Ja, ja, das ist es“, murmelte Dirk. Er blickte immer wieder zu Sebs Kinn auf, konnte seinen Blick jedoch nicht treffen.
Seb schenkte ihm ein warmes Lächeln. „In diesem Fall hoffe ich, dass du eine tolle Zeit haben wirst“, sagte er zu ihm. Dirks Brauen schossen überrascht auf und er sah Seb endlich in die Augen. Der Unglaube, den der Mensch ausströmte, war unverkennbar, also hielt Seb seinen Blick weich und tat sein Bestes, um Aufrichtigkeit auszudrücken. Vor allem, als er sagte: „Und ich hoffe, wir treffen uns wieder, Dirk. Bis demnächst. Ich hoffe, dass deine Kopfschmerzen nachlassen.“
Mit diesem Abschied stand Seb auf und – nicht imstande, zu widerstehen – drückte sanft die Schulter des sexy Geeks, bevor er zu seinem eigenen Platz zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt war Lex auf den Fensterplatz gerutscht und hatte ihm den Sitz am Gang überlassen, sodass er nicht wieder über ihn hinwegsteigen musste.
Seb warf einen Blick auf seine Uhr und stellte fest, dass er noch vierzig Minuten Zeit hatte, um herauszufinden, wie er seinen Gefährten am besten knacken konnte. Nach Dirks Reaktionen auf sein offenkundiges Flirten wurde ihm klar, dass sein Geliebter unerfahren war, vielleicht war er sogar in der Vergangenheit verletzt worden. Die Vorstellung, wie ein anderer Dirk berührte, führte dazu, dass ihn unvernünftige Eifersucht erfüllte.
„Hey, hör auf damit“, knurrte Lex leise.
Erst dann bemerkte er, dass seine Augen getrübt waren und seine Nägel danach juckten, sich in seine zentimeterlangen Krallen zu verwandeln. Bei seiner lächerlichen Reaktion schüttelte er den Kopf, schließlich war Seb selbst in keinster Weise jungfräulich. Sobald er die Kontrolle über sich erlangt hatte, sah er Lex an und schnitt eine Grimasse.
Sein Freund grinste zurück und sagte: „Ich schätze, ich muss wohl einen unangenehmen Anruf machen, sobald wir aus dem Flugzeug steigen?“
Seb nickte. „Ja.“ Er zwinkerte. „Ich bin zu beschäftigt damit, diese Comicon zu finden, von der Dirk gesprochen hat.“
„Also, was ist dein Plan, sobald du sie gefunden hast?“
Grinsend lehnte Seb sich an seinen Freund heran, sodass andere ihn nicht sehen konnten, als er zischte: „Ich werde hingehen.“
Lex runzelte die Stirn. „Ich weiß nicht, wie einfach das sein wird, Seb“, warnte er. „Muss man für diese Veranstaltungen nicht ein Ticket kaufen oder sich Wochen oder Monate im Voraus anmelden?“
„Ich habe keine Ahnung“, gab er zu. Dann ließ er seine Augen für eine Sekunde rot werden, bevor er sich beherrschte. „Aber ich bin sicher, ich kann sie davon überzeugen, dass ich ein Ticket habe.“
„Sei vorsichtig, dass du dich nicht überanstrengst“, warnte Lex leise.
Seb wusste, was seinen Freund beunruhigte. Wenn er zu müde wurde, konnte das Blut seines Geliebten seinen gesunden Menschenverstand überwältigen, und er wollte seinen scheuen Menschen nicht mit aggressiven Handlungen verschrecken.
„Ich brauche nicht viel Zeit.“ Seb brauchte keine Augen in seinem Hinterkopf zu haben, um zu wissen, dass Dirk ihn anstarrte … Die Art, wie die Haare in seinem Nacken kribbelten, sagte es ihm schon. Er würde die Zuneigung seines Geliebten gewinnen, dann würde er herausfinden, wie zum Teufel er ihm sagen sollte, dass er ein Vampir war.
Dirk Lemans bemühte sich, seine Atmung gleichmäßig zu halten, und konzentrierte sich darauf, den Anti-Stress-Ball in seiner linken Hand rhythmisch zu drücken. Er hasste das Fliegen, hasste das Reden in der Öffentlichkeit und hasste es, sich überlegen zu müssen, wie er richtig mit anderen interagieren sollte. Diese Woche musste er alle drei Dinge tun.
Verdammte Comicon.
So sehr er die Comic-Branche liebte, die ihm mit seinen Zeichnungen so viel kreative Freiheit erlaubte, hasste Dirk den Marketing- und Werbe-Aspekt des Geschäfts. Sein Chef, Drew Herschal, hatte die Daumenschrauben angezogen und drohte, die Designarbeit für Adventures of Lady Gilroy neu zu vergeben.
