Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

Charlottes Traumpferd 6: Durch dick und dünn E-Book

Nele Neuhaus  

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E-Book-Beschreibung Charlottes Traumpferd 6: Durch dick und dünn - Nele Neuhaus

Ein neues Pferde-Abenteuer von Spiegel-Besteller-Autorin Nele Neuhaus!

Die Sommerferien sind vorüber – endlich kann Charlotte wieder Won Da Pie reiten! Auf den Süddeutschen Meisterschaften tragen die beiden entscheidend zum Sieg ihrer Mannschaft bei, doch Charlottes Freude ist getrübt. Jemand scheint ihr den Erfolg nicht zu gönnen. Auch der bevorstehende Umzug auf die neue Reitanlage macht ihr zu schaffen, und der kommt schneller als erwartet: Eines Nachts geht bei einem Gewitter ihr geliebter Reitstall in Flammen auf und die Pferde geraten in Panik. Charlotte und ihre Freundin Katie müssen rasch handeln. Wird es ihnen gelingen, alle Pferde zu retten und in Sicherheit zu bringen?

Meinungen über das E-Book Charlottes Traumpferd 6: Durch dick und dünn - Nele Neuhaus

E-Book-Leseprobe Charlottes Traumpferd 6: Durch dick und dünn - Nele Neuhaus

Das Buch

Die Sommerferien sind vorüber – endlich kann Charlotte wieder Won Da Pie reiten! Auf den Süddeutschen Meisterschaften tragen die beiden entscheidend zum Sieg ihrer Mannschaft bei, doch Charlottes Freude ist getrübt. Jemand scheint ihr den Erfolg nicht zu gönnen. Auch der bevorstehende Umzug auf die neue Reitanlage macht ihr zu schaffen, und der kommt schneller als erwartet: Eines Nachts geht bei einem Gewitter ihr geliebter Reitstall in Flammen auf und die Pferde geraten in Panik. Charlotte und ihre Freundin Katie müssen rasch handeln. Wird es ihnen gelingen, alle Pferde zu retten und in Sicherheit zu bringen?

Die Autorin

© Felix Bruegemann

Nele Neuhaus, geboren in Münster/Westfalen, lebt heute im Taunus. Sie reitet seit ihrer Kindheit und schreibt bereits ebenso lange. Nach ihrem Jurastudium arbeitete sie zunächst in einer Werbeagentur, bevor sie begann, Erwachsenenkrimis zu schreiben. Mit diesen schaffte sie es auf die Bestsellerlisten und verbindet nun ihre zwei größten Leidenschaften: Schreiben und Pferde. Ihre eigenen Pferde Fritzi und Won Da Pie standen dabei Pate für die gleichnamigen vierbeinigen Romanfiguren.

Mehr über Nele Neuhaus: www.neleneuhaus.de

Nele Neuhaus auf Facebook: www.facebook.com/​nele.neuhaus

Der Verlag

Du liebst Geschichten? Wir bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH auch!

Wir wählen unsere Geschichten sorgfältig aus, überarbeiten sie gründlich mit Autoren und Übersetzern, gestalten sie gemeinsam mit Illustratoren und produzieren sie als Bücher in bester Qualität für euch.

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Mehr über unsere Bücher, Autoren und Illustratoren: www.planet-verlag.de

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Viel Spaß beim Lesen!

Mein Herz klopfte bis zum Hals, als ich im Schritt unter dem Richterturm hindurchritt und Won Da Pie vor der rot-weißen Schranke durchparierte. Mein Pferd kaute aufgeregt am Gebiss und spitzte erwartungsvoll die Ohren. Die Reiterin, die vor uns an der Reihe war, war bisher noch fehlerfrei und ritt nun mit ihrem hochbeinigen Braunen auf die zweifache Kombination zu, die letzten beiden Sprünge in diesem ziemlich anspruchsvollen Parcours.

»Oh, oh«, sagte meine Freundin Katie, die neben mir stand, und es klang ein wenig schadenfroh. »Das passt nicht! Jetzt gibt’s einen Fehler!«

Johanna Messner war eine gute Reiterin und Aquino, ihr Pferd, hatte schon mit Johannas Vater S-Springen gewonnen. Doch tatsächlich kam der erfahrene braune Wallach ein wenig zu dicht an den Einsprung der Kombination und schaffte es nicht mehr, seine Vorderbeine hoch genug zu ziehen. Seine Hufe streiften zwar nur ganz leicht die oberste Stange, aber sie rollte aus der Halterung und plumpste ins Gras.

Katie ballte die Faust und konnte sich ein triumphierendes »Ja!« nicht verkneifen. Daraufhin drehte sich die Mutter von Johanna, die direkt vor uns im Einritt stand und bei jedem Sprung, den Aquino gemacht hatte, hochgehüpft war, zu ihr um und warf ihr einen bösen Blick zu, den meine Freundin jedoch ignorierte.

»Nach dem gelben Oxer musst du einen etwas größeren Bogen auf die Zweifache reiten«, sagte Katie mit gesenkter Stimme zu mir. »Und pass auf, dass Wondy dir nicht zu doll abgeht! Die Zweifache steht Richtung Ausgang und der Platz ist an der Stelle etwas abschüssig, da kommen die meisten Pferde zu sehr ins Laufen.«

»Okay.« Ich nickte. »Meinst du, ich soll versuchen, vorne um den Baum rum auf die 8 zu reiten?«

»Wenn du das Gefühl hast, dass es geht – unbedingt!«, erwiderte Katie. »Da kannst du mindestens fünf Sekunden gutmachen! Und sollten wir punktgleich mit anderen Mannschaften sein, entscheidet am Ende nur, wer die schnellste Zeit hat!«

Die Schranke ging hoch und Won Da Pie begann zu tänzeln. Er liebte es zu springen und konnte es kaum noch abwarten, endlich in den Parcours zu dürfen. Unser Reitlehrer Herr Weyer, der Katies letzte Worte nicht gehört hatte, tauchte an meiner anderen Seite auf.

»Du musst vor allem fehlerfrei bleiben, Charlotte«, sagte er eindringlich. »Won Da Pie galoppiert ohnehin schnell genug, also riskiere besser nichts, okay?«

Ich sah, wie Katie mir hinter seinem Rücken verschwörerisch zublinzelte, nickte nur, fasste die Zügel kürzer und ließ Won Da Pie in den Parcours traben.

»Das waren vier Strafpunkte in 68,7 Sekunden für die Startnummer 86 und damit Platz 14 in der laufenden Wertung«, tönte es aus den Lautsprechern. Johanna Messner kam mir im Schritt am langen Zügel entgegengeritten. Sie kaute auf ihrer Unterlippe, die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben.

»Viel Glück!«, wünschte sie mir.

»Danke«, erwiderte ich.

Genau wie ich war Johanna die letzte Starterin ihrer Mannschaft im entscheidenden Springen um die Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften. Sie hätte null reiten müssen, damit ihr Team vom Platanenhof in Bad Homburg noch eine Chance auf den Sieg gehabt hätte.

»Am Start begrüßen wir nun die Nummer 411, Won Da Pie, geritten von Charlotte Steinberg als letzte Reiterin für die Mannschaft des Reit- und Fahrvereins Bad Soden, die momentan auf Rang fünf in der Meisterschaftswertung liegt!«, schallte die Stimme des Turniersprechers durch den Wiesbadener Schlosspark.

In den beiden ersten Wertungsprüfungen gestern war ich die Einzige gewesen, die fehlerfrei geblieben war. Dörte mit Vicky hatte je zwei Abwürfe gehabt und damit beide Male das Streichergebnis geliefert, Doro hatte mit Cornado im zweiten Springen drei Zeitfehler kassiert, und ausgerechnet Katie mit ihrem routinierten Asset hatte einen blöden Springfehler gehabt – deshalb lagen wir mit insgesamt sieben Strafpunkten nur auf Platz fünf der Wertung. Heute waren Katie und Doro ohne Fehler geblieben, aber Dörte hatte sogar zwölf Strafpunkte mit aus dem Parcours nach Hause gebracht. Blieben Won Da Pie und ich strafpunktfrei, dann würden die sieben Fehler von gestern unser Endergebnis sein.

Ich parierte Won Da Pie durch und blickte mich um. Als ich gestern zum ersten Mal auf den weitläufigen Rasenplatz geritten war, auf dem jedes Jahr im Frühsommer ein internationales Turnier stattfand, war ich komplett überwältigt gewesen. Natürlich fehlten die großen Tribünen ringsum, auf denen an Pfingsten Tausende von Menschen saßen und den großen Stars und ihren Pferden zujubelten. Es gab jetzt, bei diesem kleinen Turnier im Spätsommer, keine Fernsehkameras und keine Verkaufsstände, aber auch ohne das alles war der riesige Platz einfach kolossal: der sattgrüne Rasen mit mächtigen, alten Bäumen, zwischen denen die bunten Hindernisse aufgebaut waren, und die vielen Zuschauer, die an der Umzäunung standen, hatten mir für einen Moment den Atem verschlagen. Katie hatte uns schon vorher erzählt, wie absolut besonders es sei, im Schlosspark zu reiten. Abgesehen von dem herrlichen Ambiente waren die Parcours immer schwer zu reiten, denn der Platz war sehr viel größer als alle anderen Turnierplätze, auf denen man normalerweise ritt. Pferde und Reiter brauchten eine enorme Kondition, deshalb hatten wir in den letzten zwei Wochen, seit unserer Rückkehr aus Noirmoutier, hart trainiert. Glücklicherweise hatte Won Da Pie in den vier Wochen meiner Abwesenheit nicht nur auf der Koppel mit Gento herumgefaulenzt, sondern war von Jens Wagner, Gentos Besitzer, regelmäßig geritten worden. Ich blickte zum Richterturm hoch und grüßte, einer der Richter hob seinen Hut und dann ertönte schon die Glocke – der Start war frei! Im Einritt an der Schranke standen meine Mannschaftskolleginnen Katie, Doro und Dörte, neben ihnen mein Freund Simon und Herr Weyer, an der langen Seite, auf der an Pfingsten immer die große Tribüne aufgebaut war, erblickte ich den »Fanklub« unseres Vereins, außerdem meine und Doros Eltern, Herrn Schäfer vom Vorstand, seinen Sohn Alex und unseren Jugendwart Gunther. Selbst Katies Vater, der seine Wochenenden sonst lieber auf Golfplätzen verbrachte, war in den Schlosspark gekommen und sogar ihr Bruder Sven, dem wir früher den Spitznamen »Draco Malfoy« gegeben hatten, war dabei. Sie alle hatten bereits mit Katie, Dörte und Doro mitgefiebert und drückten nun Wondy und mir die Daumen, damit wir ein drittes Mal fehlerfrei blieben. Und ganz plötzlich fiel alle Nervosität von mir ab. Ich vergaß die auf mir lastende Verantwortung als letzte Reiterin ebenso wie die vielen Zuschauer und konzentrierte mich auf mein Pferd und die Hindernisse, die wir überwinden mussten.

»Los geht’s!«, murmelte ich und ließ Won Da Pie angaloppieren.

Obwohl er heute Vormittag schon ein Springen gegangen war, war der braune Wallach frisch und voller Ehrgeiz. In flottem Tempo ritt ich durch die Lichtschranke des Zeitmessgeräts und auf das erste Hindernis, einen blau-weißen Oxer, zu. Als wir darüber hinwegflogen, hielt ich schon Ausschau nach dem nächsten Sprung, dem naturfarbenen Steilsprung, der sich im Laufe der Prüfung als tückisch erwiesen hatte, weil er zwischen zwei Bäumen stand und nicht leicht anzureiten war. Ich hielt Won Da Pie ein wenig zurück, damit er nicht zu dicht an das Hindernis herankam, und wir meisterten den Sprung ohne Probleme. Weiter ging es auf der linken Hand zu einem Doppelrick, danach folgten eine breite Triplebarre und auf sechs Galoppsprünge ein Steilsprung mit roten Stangen zwischen zwei riesigen grellbunten Papageien aus Pappmaschee, die gestern und heute manches Pferd irritiert hatten. Nicht so Won Da Pie! Ihm war es glücklicherweise völlig egal, wie bunt oder seltsam ein Hindernis aussah. Verweigern kannte er nicht! Nach dem Papageien-Sprung ging es rechts herum über einen Birkenoxer auf den überbauten Wassergraben zu, für den man ziemlich viel Schwung benötigte. Vorhin, beim Parcoursabgehen, hatte Katie Dörte, Doro und mir erklärt, wie man an dieser Stelle abkürzen konnte. Sie selbst hatte es dann später nicht gemacht, denn sie war mit zu viel Fahrt über den Wassergraben gekommen. Alle Reiter, die versucht hatten, vorne um den Baum herumzureiten, um ein paar Sekunden einzusparen, waren bisher an dem schwarz-rot-goldenen Oxer gescheitert. Ich wollte es trotzdem wagen. Es gelang mir, Won Da Pie den überbauten Wassergraben ziemlich weit rechts springen zu lassen. Über dem Sprung verlagerte ich mein Gewicht bereits nach links, indem ich den linken Steigbügel austrat, und mein Pferd reagierte so schnell, als ob es meine Gedanken gelesen hätte. Damit hatte ich nicht gerechnet! Vor Schreck jagte mir ein Adrenalinstoß durch den Körper. Ich verlor den rechten Steigbügel und merkte, dass ich ins Rutschen geriet.

Verdammt!, schoss es mir durch den Kopf. Jetzt bloß nicht stürzen! Sonst ist alles aus!

Ein erschrockenes Luftholen ging durch das Publikum. Ich presste mit aller Kraft meine Knie zusammen, stemmte mich gegen die Fliehkraft und versuchte gar nicht erst, nach dem Steigbügel zu angeln. Won Da Pie schien meine Not nicht zu bemerken: mit gespitzten Ohren donnerte er auf den Deutschland-Oxer zu, und bevor ich mich versah, waren wir drüber, ohne dass seine Hufe eine Stange berührt hatten!

»Ja! Juhu!«, hörte ich jemanden rufen, aber es war noch nicht geschafft, denn zwischen mir und der Ziellinie wartete die zweifache Kombination, die es zu meistern galt. Der Steigbügel schlug Won Da Pie gegen die Flanke, er keilte in vollem Galopp aus und plötzlich hatte ich alle Hände voll damit zu tun, ihn zurückzuhalten, denn er stürmte los wie ein Wilder und legte sich mächtig aufs Gebiss.

Katies Worte kamen mir in den Sinn: Die Zweifache steht Richtung Ausgang und der Platz ist an der Stelle etwas abschüssig, da kommen die meisten Pferde zu sehr ins Laufen!

»Hoho, Wondy, hoho! Brrrrr!«, rief ich, aber er reagierte nicht. Seine Ohren drehten sich nicht ein einziges Mal nach hinten, er wollte mich einfach nicht hören. Meine Hände schmerzten, mir ging die Kraft aus. Wenn ich Won Da Pie jetzt eine harte Parade gab, dann würde ich seinen Rhythmus stören und es könnte in der Kombination womöglich zu weit werden. Noch vier Galoppsprünge, noch drei – im Bruchteil einer Sekunde entschied ich mich dafür, gar nichts zu tun und auf das Springvermögen und die Vorsicht meines Pferdes zu vertrauen.

»Pass auf«, flüsterte ich Won Da Pie nur zu, als er zum Sprung ansetzte, und das tat er! Mühelos überwand er den Einsprung, landete, streckte sich und flog in einem herrlichen weiten Satz über den letzten Oxer!

Der Jubel meiner Vereinskameraden ging in der lauten Musik, die immer nach einem Führungswechsel gespielt wurde, unter. Ich parierte durch zum Schritt, ließ die Zügel lang, angelte nach dem Steigbügel und klopfte meinem Pferd strahlend mit beiden Händen den Hals. Geschafft! Won Da Pie schnaubte und es klang irgendwie so, als ob er stolz auf sich wäre.

»Mit einem fehlerfreien Ritt in der bisher schnellsten Zeit von 51,8 Sekunden übernimmt die Startnummer 411 die Führung im laufenden Wettbewerb!«, verkündete der Turniersprecher. »Die Mannschaft des Reit- und Fahrvereins Bad Soden liegt damit auf Platz drei.«

Ich trabte mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht zum Ausritt, dort erwarteten mich meine Mannschaftskameradinnen mit Simon und Herrn Weyer.

»Super, super, super!«, jubelte Katie und klatschte mich ab, als ich neben ihr anhielt. »Was für eine Zeit!«

»Mega! Echt mega!« Doro schob Won Da Pie ein Zuckerstückchen ins Maul und Simon klopfte ihm begeistert auf die Kruppe.

»Gut geritten, Charlotte! Aber hatte ich vorhin nicht etwas von ›riskiere nichts‹ gesagt?« Herr Weyer schaute mich streng an.

»Äh, na ja … Ich dachte, ich versuch es mal«, erwiderte ich atemlos. »Ich bin so gut über das Wasser gekommen und es passte irgendwie …«

»Ist ja glücklicherweise gut gegangen.« Er zwinkerte mir zu und lächelte anerkennend. »Obwohl ich für einen Moment dachte, du fliegst im hohen Bogen vom Pferd.«

»Bin ich auch fast! Ich hab den Steigbügel verloren und dann konnte ich Wondy kaum noch halten!«

»Los, los, Mädchen, Einritt frei machen!«, schnauzte der dicke Mann, der die Schranke bediente, deshalb ritt ich weiter Richtung Abreiteplatz. Auf dem Weg dahin lockerte ich den Sattelgurt und knöpfte mein Jackett auf.

»Glückwunsch!«, riefen mir ein paar andere Reiter zu.

»Es kommen noch die Schlussreiter aus Alzey, Miltenberg und Biblis«, sagte Katie. »Aber die Bombenzeit holt keiner mehr!«

Da war ich mir nicht so sicher. Alle drei Reiter, die noch nach mir kamen, waren erheblich älter und erfahrener als ich und ritten normalerweise M- und S-Springen. Katie, Doro und Herr Weyer kehrten um, um sich unsere letzten und schärfsten Konkurrenten anzusehen.

»Lass Wondy bei mir«, sagte Simon, der bei mir geblieben war. »Ich führe ihn etwas herum, dann kannst du dir den Rest des Springens angucken.«

»Oh danke! Du bist so ein Schatz!« Ich ließ mich aus dem Sattel gleiten. Meine Beine waren ganz weich und meine Hände zitterten von der Anstrengung. Ich reichte Simon Won Da Pies Zügel und gab ihm einen Kuss auf die Wange, dann folgte ich eilig meinen Freundinnen. Just in dem Moment, als ich an die Umzäunung des Turnierplatzes trat, verweigerte das Pferd des Reiters aus Alzey am Papageien-Oxer.

»Geil!«, murmelte Doro und stieß mich mit dem Ellbogen an. »Damit sind die schon mal hinter uns!«

»Jetzt kann uns niemand mehr Platz drei nehmen«, jubelte Katie. »Nur noch die Mannschaften aus Miltenberg und Biblis sind vor uns!«

Gespannt erwarteten wir den vorletzten Starter. Ich war noch immer ganz zittrig vor Aufregung. Auch wenn es unfair war, so wünschte ich mir, dass die beiden Reiter Fehler machen oder wenigstens langsamer sein würden als ich. Allerdings sah es bei dem Miltenberger Reiter Daniel König mit seinem Pferd Livingstone nicht danach aus, als ob er uns diesen Gefallen tun würde.

»Mist, ist der schnell!«, stieß Katie hervor, als er quasi im Renngalopp durch den Parcours raste.

»Das kann ich nicht mit ansehen!« Ich drehte mich um, denn die Spannung wurde schier unerträglich, und sah Dörte, die sich mit einem dunkelblonden Jungen in Turnierklamotten und einem blonden Mädchen in einem ärmellosen froschgrünen Top und einer weißen Hotpant unterhielt. Kurz wunderte ich mich, dass Dörte sich gar nicht für die alles entscheidenden letzten Ritte dieser Springprüfung zu interessieren schien.

»Oh nein! Er hat dieselbe Abkürzung geritten wie du und es hat geklappt«, kommentierte Doro. »Jetzt kommt nur noch die Zweifache!«

»Na los, tritt einen runter!«, beschwor Katie das Pferd von Daniel König. Da machte es auch prompt BONG! – und ich hörte zu meiner Erleichterung die Stange poltern. Die Silbermedaillen für Platz zwei waren uns jetzt sicher! Daniel König verließ mit einem langen Gesicht den Parcours, trotzdem klopfte er seinem Fuchswallach ausgiebig den Hals als Dankeschön für eine ansonsten tolle Runde.

»An den Start kommt der letzte Reiter in dieser Prüfung, die Nummer 43, Bisbee, geritten von Marius Weissgerber vom Reitverein Biblis und Umgebung!«, hörte ich den Turniersprecher sagen. »Er hat es nun in der Hand, dieses Springen und die Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften für sich und sein Team zu entscheiden!«

Von der anderen Seite des Turnierplatzes erschollen Applaus und anfeuernde Pfiffe vom Fanklub des RV Biblis und Umgebung.

»Auf, Mädels!« Katie hakte sich bei Doro und mir unter. »Wir gucken ihm jetzt mindestens eine Stange runter!«

War es die Bürde der Verantwortung, die seine Nerven zittern ließ, oder war es einfach Unkonzentriertheit, dass Marius Weissgerber trotz seiner Erfahrung den Parcours vergaß? Nach dem vierten Sprung blickte er sich nämlich ratlos um und auch die Schreie und Gesten seiner Fans und Kollegen, die ihn schließlich wieder auf den richtigen Kurs brachten, konnten nicht verhindern, dass er am Ende einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung kassierte und uns damit zu Süddeutschen Mannschaftsmeistern und mich zur Siegerin dieses L-Springens machte. Überglücklich umarmten wir uns und tanzten ausgelassen herum. Marius Weissgerber hielt sein Pferd neben uns an und zeigte sich als fairer Verlierer, als er uns nun gratulierte.

»Des einen Leid, des anderen Freud’«, sagte er und grinste, wenn auch etwas mühsam. »Herzlichen Glückwunsch zum Sieg!«

Ein paar Minuten später waren wir umringt von Gratulanten. Meine Eltern und mein kleiner Bruder Florian beglückwünschten mich und strahlten vor Stolz. Katies sonst so beherrschte Mutter herzte erst ihre Tochter, dann mich, Doro und Dörte, die plötzlich auch wieder da war. Herr Schäfer, der erste Vorsitzende, war knallrot im Gesicht vor Freude, schüttelte uns so heftig die Hand, als ob er uns die Arme herausreißen wollte, und brabbelte: »Das ist das erste Mal, dass eine Mannschaft von unserem Verein an dieser Meisterschaft teilgenommen hat. Und dann haben wir sogar gewonnen! Unglaublich! Fantastisch! Toll gemacht, ihr Mädchen! Großartig, Herr Weyer!«

Der zweite Vorsitzende, Herr Stark, der auf dem Turnier als Richter fungierte, kam die Treppe vom Richterturm herunter. Auch er strahlte vor Stolz und gratulierte uns und unserem Trainer ebenfalls.

»Das muss unbedingt gefeiert werden!«, rief er fröhlich. »Frau von Richter! Wie sieht’s aus, sind wir für eine spontane Grillparty heute Abend gerüstet?«

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