Clean Feeding - Anke Jobi - E-Book
SONDERANGEBOT

Clean Feeding E-Book

Anke Jobi

0,0
8,99 €
Niedrigster Preis in 30 Tagen: 8,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Bei unseren Hunden werden Fitness und Gesundheit zu 80 Prozent durch das Futter bestimmt. Optimal für das Wohlbefinden der Tiere ist Clean Feeding. Diese Ernährungsform ist ausgewogen und natürlich, verwendet nur frische regionale und saisonale Produkte und berücksichtigt auch ökologische Kriterien. Anke Jobi, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, erklärt die Grundlagen des Clean Feeding, macht die Risiken von Fertigfutter bewusst und zeigt, wie man seinen Hund Schritt für Schritt auf gesunde, frische Kost umstellt. Mit vielen Rezepten zum Nachmachen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 92

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Dieses E-Book ist die digitale Umsetzung der Printausgabe, die unter demselben Titel bei KOSMOS erschienen ist. Da es bei E-Books aufgrund der variablen Leseeinstellungen keine Seitenzahlen gibt, können Seitenverweise der Printausgabe hier nicht verwendet werden. Stattdessen können Sie über die integrierte Volltextsuche alle Querverweise und inhaltlichen Bezüge schnell komfortabel herstellen.

Zu diesem Buch

Die Beschäftigung mit dem Thema Hundeernährung begann vor Jahren, wie bei so vielen auch bei mir, mit einem kranken Hund. Damals war es für mich – wie für viele Hundehalter meiner Generation – eine ganz normale Sache: Hunde bekommen ein Hundefutter. Wir hatten schon eine wahre Futter-Odyssee hinter uns, denn unserem an einer Allergie leidenden Parson Russel Terrier Leo wollte einfach keines der Fertigfutter schmecken. Bei einem gemeinsamen Spaziergang schlug mir eine Freundin, ebenfalls Hundehalterin, vor, es doch mal mit Barfen zu probieren. Meine erste Reaktion war Ablehnung: „Was für ein Quatsch!“, dachte ich mir. Sollte ich jetzt auch noch Theater um das Hundefutter machen? Wenige Tage später stand ich das erste Mal in meinem Leben in einem Barfshop. Der Barfshop-Betreiber wies mich in einem kurzen Gespräch in die Fertigbarf-Fütterung ein und schon am nächsten Tag legten wir los. Unser kleiner Terrier zeigte mäßige Begeisterung, war aber zumindest überzeugter als von „normalem“ Hundefutter.

Mein Interesse an der Ernährung allgemein war geweckt und es dauerte nicht lange, da fing ich auch an, mich näher mit der eigenen Ernährung auseinanderzusetzen. Es ging mir zu diesem Zeitpunkt wie vielen meiner Generation: Fleisch war das, was man im Supermarkt in der Kühltheke finden konnte. Mehr nicht. Doch das änderte sich bald.

Mit der Erkenntnis, dass für meinen zu dieser Zeit noch durchschnittlich hohen Fleischkonsum Tieren Leid zugefügt wird, geriet ich zunächst in eine Art Schockzustand. Was da in der Massentierhaltung mit den Tieren passierte, das wollte ich nicht. Der Gedanke, dass ich daran eine Mitschuld trage, war für mich unerträglich. Was aber war die Lösung? Vegetarierin oder gar Veganerin werden? Für meine Familie konnte ich nicht entscheiden und für Mann und Kinder weiter täglich das Fleisch zuzubereiten, während ich mich selber fleischlos ernähre, erschien mir nicht wirklich sinnvoll. Die Lösung für dieses Dilemma lag für mich in der Vergangenheit. Ich beschloss, es wieder so zu machen wie unsere Großeltern: wenig Fleisch essen, dafür auf die Herkunft achten. Ganz in unserer Nähe fand ich einen Bauernhof mit Hofladen und der gute alte Sonntagsbraten hielt bei uns wieder Einzug.

Mit dem Barfen hatte es angefangen und zunächst glaubte auch ich, da man es mich so lehrte, dass für den Hund große Mengen Fleisch wichtig und richtig sind. Der Hund war ja schließlich als Abkömmling vom Wolf ein Fleischfresser, oder? Allerdings wurden die Fragezeichen in meinem Kopf immer größer. Wie war das gewesen, bevor es die Massentierhaltung gab? Hatte man für die Hunde trotzdem immer viel Fleisch zur Verfügung? Aber wie sollte das funktioniert haben? Der Sonntagsbraten für die Menschen, während im Hundenapf sieben Tage die Woche Unmengen Fleisch landeten? Irgendwie passte das für mich nicht zusammen. Und wie war das in anderen Ländern? Wurden Hunde da auch mit großen Mengen Fleisch gefüttert? Wie konnten all die unzähligen Straßenhunde überleben, wenn sie kaum Fleisch fraßen? Und warum gingen sie nicht einfach jagen wie Wölfe, wenn Fleisch für sie so wichtig war? Im Laufe der letzten Jahre habe ich Antworten auf diese und noch zahllose weitere Fragen gesucht und viele auch gefunden. Diese Antworten bilden die Grundlage für das Clean Feeding, das ich Ihnen in diesem Buch vorstellen möchte. Eine „saubere“ Ernährung und auch Fütterung unserer Hunde ist für mich die logische Antwort auf viele Missstände, mit denen wir es heute in vielen Bereichen zu tun haben: Leid in der Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, ein immer höheres Aufkommen sogenannter Zivilisationskrankheiten bei Menschen und ihren Haustieren, die Entfernung von der Natur, Ausbeutung von Ressourcen und vieles mehr haben nicht nur mit unserer eigenen, sondern auch der Ernährung unserer Haustiere zu tun. Mit einem „Clean Feeding“ können wir also nicht nur die Gesundheit unserer Hunde unterstützen, sondern noch sehr viel mehr tun.

Ich freue mich, dass auch Sie Ihren Hund „sauber“ füttern möchten und wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Buches!

Ihre

Anke Jobi

© Anna Auerbach/Kosmos

Mit Parson Russel Terrier Leo hat Anke Jobi eine wahre Futter-Odyssee erlebt, bevor sie zum Clean Feeding kam.

CLEAN FEEDING – DER SAUBERE FUTTERNAPF

© Anna Auerbach/Kosmos

Ernährung früher und heute

Meine Mutter wurde gegen Ende des letzten Krieges geboren und wuchs in der Nachkriegszeit auf. Sie kannte noch viele Gerichte, die aus der Not entstanden waren, denn auch in den ersten Jahren nach dem Krieg herrschte Knappheit an Nahrungsmitteln und Hunger.

Manchmal kochte sie uns Kindern leckere „Mehlsuppe“, ein einfaches Gericht aus Mehl, Wasser, etwas Zucker und guter Butter. „Die gute Butter“ ist ein Begriff, der auch in der Zeit nach dem Krieg geprägt wurde. Butter gehörte zur Mangelware, wie viele tierische Nahrungsmittel.

NUTZTIERHALTUNG

In den 50er-Jahren nahm die deutsche Wirtschaft so richtig Fahrt auf, die Industrialisierung der Nahrungsmittel boomte, alle waren bestrebt, den Mangel des Krieges weit hinter sich zu lassen. Jeder sollte sich täglich Fleisch und Wurst leisten können – aus Mangel wurde Masse. Durch die Massentierhaltung wurde es möglich, dass der Fleischkonsum stetig zunahm. Seinen Höchststand erreichte er in den 80er- bis 90er-Jahren; der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr hatte sich innerhalb von 40 Jahren auf etwa 65 kg beinahe verdreifacht. Fleisch war nun in riesigen Mengen vorhanden und billig wie niemals zuvor.

© Anna Auerbach/Kosmos

ARTGERECHTE HALTUNG Rinder gehören auf die Weide.

© Anna Auerbach/Kosmos

DÜNGEMITTEL UND PESTIZIDE

Nicht nur die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln musste effizienter werden, auch die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln wurde immer mehr industrialisiert. Mithilfe von immer besseren Maschinen und Düngemitteln wurde die Produktivität mehr und mehr gesteigert. Ihre Ausrichtung änderte sich teilweise, die Produktion von Futter für die Tiere in der Massentierhaltung wurde immer wichtiger. Im Zuge der Globalisierung wurden zudem immer mehr pflanzliche Nahrungsmittel importiert. Viele pflanzliche Nahrungsmittel büßten wegen weiter Transportwege und mangelnder Reife Nährstoffe und Geschmack ein und sind mit Pestiziden belastet.

FERTIGFUTTER UND FAST FOOD

Die Industrialisierung im 20. Jahrhundert brachte etwas Neues mit sich – Fertigfutter für Hunde. Anfangs als Diätfuttermittel bei Erkrankungen gedacht, entwickelte sich daraus relativ schnell ein Angebot für alle Hunde. Mit großen Werbekampagnen sorgte die Futtermittelindustrie dafür, dass Fertigfutter sich etablierte. 80 bis 90 % aller Hundehalter in Deutschland finden es heute selbstverständlich, dass Hunde ein Fertigfutter bekommen.

Auch für Menschen wurden Fertiggerichte kreiert und Fast-Food-Restaurants hielten Einzug. Immer mehr Frauen wurden berufstätig und Zeit zum Kochen blieb nur noch wenig. Da war es praktisch, am Abend für die Familie eine Dose aufzumachen und den Eintopf nur noch aufzuwärmen, statt in stundenlanger Arbeit selber einen herzustellen.

Die Zusammensetzung der Mahlzeiten änderte sich ebenfalls. Der tierische Anteil erhöhte sich, der pflanzliche Anteil wurde kleiner und die komplexen Kohlenhydrate wurden zu einem Großteil vom Teller verdrängt. Statt Vollkornmehl wurde immer mehr Auszugsmehl verarbeitet, der Ballaststoffgehalt in der Ernährung ging zurück. Weil die Tiere in der Massentierhaltung nicht mehr artgerecht gefüttert wurden, veränderte sich auch die Zusammensetzung des Nährstoffgehaltes im Fleisch dieser Tiere.

Zivilisationserkrankungen – Erkrankungen aus ungesunder Lebensweise – nahmen bei Menschen, aber auch bei Hunden zu. Auch wenn die Hunde mit Futter ernährt wurden, das speziell für ihre Bedürfnisse kreiert wurde, enthielten diese Futtermittel die gleichen Nahrungsmittel (bzw. Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung) wie die für Menschen. Die starken Verarbeitungsprozesse führten dazu, dass viele der natürlichen Nährstoffe im Endprodukt nicht mehr vorhanden waren, sodass sie durch synthetische Nährstoffe ersetzt werden mussten, denen viele natürliche Begleitstoffe fehlen.

Die Zunahme der Erkrankungen blieb nicht ohne Folgen. Ein Nahrungsmittel, das viele tausende Jahre sowohl für uns als auch unsere Hunde ein Grundnahrungsmittel dargestellt hatte, geriet in Verruf – das Getreide. Getreide sollte auf einmal an vielen Erkrankungen schuld sein, obwohl sein Anteil in der menschlichen Ernährung in den letzten 100 Jahren sogar zurückgegangen ist. Die „low carb“-Ernährung wurde modern und der Werbeslogan „Getreidefrei“ hielt auf den Futtermittelverpackungen Einzug. Im gleichen Zug wurde ein hoher Fleischanteil im Hundefutter Trend. Man erinnerte sich daran, dass der Hund vom Wolf abstammt und wollte ihn wieder „artgerecht“ füttern. Dabei wurde außer Acht gelassen, dass diese Fleischberge nur zur Verfügung stehen, weil wir eine Intensivtierhaltung haben.

© Anna Auerbach/Kosmos

Mitte des letzten Jahrhunderts hielt das Fastfood Einzug – für Mensch und Hund.

Die Clean-Feeding-Grundsätze

Mit der heute praktizierten Form der Ernährung schaden wir nicht nur uns, sondern u. a. auch der Umwelt und den Nutztieren. Doch immer mehr Menschen denken um und wollen für sich selber und ihre Haustiere eine Ernährung, die die Gesundheit fördert, nachhaltig ist, die Umwelt unterstützt und eine artgerechte Haltung der Nutztiere zulässt.

Bewusste Ernährung ist Trend, was sich mittlerweile sogar bei den Discountern und vielen Futtermittelherstellern bemerkbar macht. Die Clean-Feeding-Grundsätze können Ihnen helfen, den Futternapf Ihres Hundes wieder „sauberer“ zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, diesen Grundsätzen dogmatisch zu folgen, schon kleine Schritte können viel Veränderung bringen. Vielleicht ist Ihre Motivation, dieses Buch zu lesen, darauf begründet, dass Sie Ihre eigene Ernährung schon sehr verändert haben. Wer sich selber bewusst ernährt und z. B. kein Fleisch oder nur wenig Fleisch aus artgerechter Haltung isst, dem widerstrebt es irgendwann, seinen Hund mit Fleischbergen aus Massentierhaltung zu füttern. Vielleicht ist es aber auch genau anders herum und Sie fangen beim Hund an. So oder so können die folgenden Möglichkeiten der Veränderung Ihnen helfen, sowohl Ihren Hund als auch sich selbst wieder bewusster, gesünder und mehr im Einklang mit der Natur zu ernähren.

© Anna Auerbach/Kosmos

Naturbelassene Nahrungsmittel sind die besten Nährstofflieferanten.

SCHONENDE VERARBEITUNG

Naturbelassene Nahrungsmitteln enthalten die natürliche Form der Nährstoffe inklusive all ihrer Begleitstoffe, jede Verarbeitung wirkt sich darauf aus. Manche Nahrungsmittel müssen aber einen bestimmten Verarbeitungsprozess durchlaufen, damit sie für uns Menschen und unsere Hunde überhaupt genießbar sind. Kartoffeln beispielsweise müssen gekocht werden. Sie enthalten unverdauliche Stärke, die erst durch den Kochvorgang verdaulich wird. Gemüse muss für den Hund, der nicht kaut, zerkleinert oder gegart werden, damit er die Nährstoffe verwerten kann. Getreideprodukte müssen ebenfalls zerkleinert und manche auch erhitzt werden, damit sie verdaulich werden. Beim Fleisch entscheidet man sich oft für eine Erhitzung, um den möglichen Keimgehalt zu senken, zudem wird es so leichter verdaulich.

Darüber hinaus sollte man jedoch darauf achten, die Nahrungsmittel so wenig wie möglich zu verarbeiten, bzw. Nahrungsmittel einzukaufen, die möglichst wenig verarbeitet wurden. Die weiteren Verarbeitungsvorgänge sollte man schonend gestalten. Nicht alle Nährstoffe reagieren empfindlich auf Erhitzung, manche Nährstoffe profitieren auch davon oder lösen sich lediglich aus dem Nahrungsmittel und gehen ins Kochwasser über. Diesen Faktor macht man sich z. B. beim Kochen von Knochensuppe zunutze. Verarbeitung ist also nicht immer schlecht, es kommt auf die Verarbeitung und die Nahrungsmittel an.

© Anna Auerbach/Kosmos

Gemüse und Obst liefern auch dem Hund viele gute Nährstoffe mitsamt den Begleitstoffen.

NACHHALTIGE HERKUNFT