Veggie Feeding - Anke Jobi - E-Book

Veggie Feeding E-Book

Anke Jobi

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Beschreibung

Die Mär vom Fleischfresser Hund ist längst widerlegt. Unsere Hunde sind Allesfresser und mussten beispielsweise im Mittelalter häufig mit vegetarischer Kost vorliebnehmen. Wer seinen Hund aus ökologischen oder gesundheitlichen Gründen auf fleischlose Nahrung umstellen möchte, findet in diesem Buch alle grundlegenden Informationen. Anke Jobi, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, zeigt, wie man eine teil-vegetarische Ernährung in die übliche Fütterung einbindet oder Schritt für Schritt eine komplette Umstellung vollzieht. Ein praktischer Leitfaden mit Tipps und Tricks und vielen Rezepten für gesundes Veggie-Futter

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Seitenzahl: 91

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Zu diesem Buch

Die vegetarische oder gar vegane Ernährung erlebt aktuell einen regelrechten Boom. Klimawandel, Umweltbewusstsein, Ressourcenverschwendung, die ethische Betrachtung der heute praktizierten Nutztierhaltung und nicht zuletzt der Blick auf die Gesundheit veranlassen immer mehr Menschen dazu, eine vegetarische Ernährung in Erwägung zu ziehen. Besonders das Thema Klimaschutz ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Auch an den Hunden bzw. der Hundeernährung ist dieser Trend nicht spurlos vorbeigezogen. Vor allem im letzten Jahrzehnt wurde eine fleischbasierte Ernährung von Hunden jedoch sehr forciert. Daher prallen nun zwei völlig gegensätzliche Konzepte aufeinander, die es zu sortieren gilt.

Das Buch „Ernährung des Hundes“ von Prof. Dr. Jürgen Zentek gilt als Klassiker und Standardwerk für Tierärzte und Studenten der Veterinärmedizin. Mindestens seit der 7. Auflage von 2013 bezeichnet Prof. Dr. Zentek den Hund darin als Omnivor, also Allesfresser. In der 8. Auflage wurde sogar das Kapitel „Vegetarische und vegane Fütterung“ mit aufgenommen. Wissenschaftlich gesehen scheint eine vegetarische Fütterung von Hunden also durchaus möglich zu sein.

Es gibt zudem ausreichend Gründe, die fleischbasierte Fütterung von Hunden zu überdenken. So kann eine übermäßige Fütterung von Fleisch auch bei Hunden Erkrankungen von Leber und Nieren mindestens begünstigen. Es ist auch durchaus als widersprüchlich zu bewerten, wenn man den Hund bezugnehmend auf eine artgerechte Haltung mit großen Mengen Fleisch füttert und dabei die artgerechte Haltung der Nutztiere völlig außen vor lässt. Und nicht zuletzt: sollte der Trend in der menschlichen Ernährung zu weniger Fleisch weiter anhalten, wovon wir sicherlich ausgehen können, dürfte die Versorgung von Hunden mit Fleisch früher oder später problematisch werden. Es werden für den Hund ja schließlich die Reste der menschlichen Ernährung genutzt und diese dürften bei einem Rückgang der Nutztierhaltung deutlich weniger werden.

Mit diesem Buch möchte ich Ihnen sowohl dabei helfen, zu entscheiden, ob eine (vielleicht auch nur teilweise) vegetarische Fütterung für Ihren Hund eine Option ist, sowie auch dabei, diese dann einfach in die Praxis umzusetzen.

© Anna Auerbach/Kosmos

Anke Jobi mit ihren Hunden Lucy und Leo.

WICHTIG! In diesem Buch soll es dabei vorrangig um ausgewachsene, gesunde Hunde gehen. Einen Hund im Wachstum sollten Sie nicht ohne fachliche Hilfe vegetarisch oder vegan füttern. Für diesen Fall empfehle ich Ihnen unbedingt, sich beim fachkundigen Tierarzt oder bei Ernährungsberatern einen Futterplan erstellen zu lassen. Auch bei kranken Hunden sollten Sie sich fachlichen Rat einholen, ob und wie eine pflanzliche Ernährung den kranken Hund unterstützen kann. Einen groben Einblick zur vegetarischen Fütterung im Krankheitsfall gebe ich Ihnen aber dennoch im letzten Kapitel dieses Buches.

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude und hilfreiche Erkenntnisse bei der Lektüre dieses Buches.

Ihre Anke Jobi

VEGETARISMUS UND GRUNDLAGEN DER HUNDEERNÄHRUNG

© Anna Auerbach/Kosmos

Der Trend der vegetarischen Ernährung

Als vegetarische Ernährung bezeichnet man eine Ernährung, die vorwiegend aus pflanzlichen Komponenten besteht. Je nach Ausprägung können aber auch einige Nahrungsmittel tierischen Ursprungs integriert sein.

© Anna Auerbach/Kosmos

VEGETARISMUS IM HUNDENAPF Ob und wie sich der Vegetarismus auf den Hundenapf übertragen lässt, erfahren Sie in diesem Buch.

»Eure Nahrung sei eure Medizin und eure Medizin sei eure Nahrung.«

Hippokrates

In diesem Buch geht es zwar um die vegetarische Fütterung von Hunden, trotzdem wollen wir zunächst einen Blick auf die vegetarische Ernährung bei Menschen werfen.

© Anna Auerbach/Kosmos

DER HUND ALS VEGETARIER?

EIN PAAR DATEN ZUR VEGETARISCHEN ERNÄHRUNG

Die Geschichte des Vegetarismus reicht zumindest dokumentiert über 2000 Jahre zurück und soll ihren Anfang rund 800–600 Jahre v. Chr. gehabt haben, als Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten keine Tiere mehr verzehren wollten.

Pythagoras, ein griechischer Philosoph und Mathematiker, gilt als der Begründer des „ethischen Vegetarismus“. Er prägte die Bezeichnung Pythagoreismus, mit der man längere Zeit eine Lebensweise bzw. Lebenseinstellung bezeichnete, die auch eine vegetarische Ernährung einbezog.

In so gut wie allen Religionen wird das Verhältnis von Menschen zu Tieren thematisiert, vor allem alte Religionen wie der Hinduismus und der Buddhismus vertreten den Vegetarismus. Hippokrates, der einer der bedeutendsten griechischen Ärzte der Antike war und von dem auch der Satz „Eure Nahrung sei eure Medizin und eure Medizin sei eure Nahrung“, stammen soll, behandelte Krankheiten u.a. mit einer strengen vegetarischen Kost.

Vegetarismus bezieht sich meist nicht nur auf die Ernährung, sondern steht für ein Lebenskonzept. Das ist nur logisch, da die Motive sehr häufig einen ethischen Hintergrund haben. Der Begriff Vegetarismus hat seinen Ursprung in der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde aus der englischen Bezeichnung „vegetarian“ abgeleitet. Zu dieser Zeit wurden Vegetarier noch als Sonderlinge betrachtet.

Der erste Vegetarierverein wurde im Jahr 1847 von Bibelchristen gegründet – 1860 bezeichnete man die Vegetarianer als eine Art Sekte, die in England lebte und merkwürdige Lehren und Deutungen predigen würde. 1930 wurde Vegetarismus dann als eine Lebensanschauung beschrieben, die durch die Ablehnung animalischer Nahrung dazu strebe, körperliche und geistige Gesundheit zu erlangen.

Noch vor wenigen Jahren wurden Vegetarier belächelt und galten als kränklich, schwach und mangelernährt. Mittlerweile ist vegetarische Ernährung jedoch durchaus „salonfähig“. Etwa 8 Millionen Deutsche ernähren sich inzwischen vegetarisch, das entspricht etwa 10% der deutschen Bevölkerung. Und die Tendenz ist steigend. In anderen Ländern sind es sogar noch mehr, so ernähren sich 38% der indischen Bevölkerung vegetarisch und 19% sogar vegan. In China sind es jeweils 10% zu gleichen Teilen. Definiert wird Vegetarismus heute als Ernährung, bei der nur Nahrungsmittel genutzt werden, die nicht von getöteten Tieren stammen.

Warum ernähren sich Menschen heute vegetarisch?

Nach wie vor sind ethische Überlegungen die wichtigste Motivation für vegetarische oder gar vegane Ernährung. Die meisten Vegetarier wollen sich nicht am Leid beteiligen, das Tieren (besonders) in der Nahrungsmittelproduktion zugefügt wird. Aber auch der Klimawandel sowie die Umwelt spielen eine wichtige Rolle. Immerhin zählt die Landwirtschaft – und hier besonders die Fleischproduktion – zu den wichtigsten Verursachern von Treibhausgasen. So stammten laut dem Bundesamt für Umwelt 2015 ganze 7,4% der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft, womit diese der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland wäre. Das Öko-Institut führte 2021 im Auftrag von Greenpeace eine Studie durch und gelangte zu dem Schluss, dass eine Halbierung des Tierbestandes die bestehende Klima-Lücke im Landwirtschaftssektor schließen könnte.

Auch die Gesundheit spielt für viele Vegetarier eine wichtige Rolle, was durchaus auch durch die Wissenschaft gestützt wird. In Studien hat man zumindest festgestellt, dass vegetarisch lebende Menschen im Allgemeinen eine gesündere Lebensweise praktizieren als viele Menschen. Zudem konnte der positive Einfluss einer vegetarischen Ernährung auch bei diversen Erkrankungen beobachtet werden.

Die Gründe für eine vegetarische Ernährung bzw. Lebensform sind mehr als nachvollziehbar, umso verständlicher ist es daher auch, dass Menschen, die sich selbst vegetarisch ernähren, mit einer fleischbasierten Hundeernährung hadern und nach Alternativen suchen.

© Anna Auerbach/Kosmos

Linsen sind bei einer vegetarischen Ernährung u.a. der Fleischersatz.

© Anna Auerbach/Kosmos

Die Buddha-Bowl ist ein sehr beliebtes vegetarisches Gericht (siehe hier).

VERSCHIEDENE FORMEN DER VEGETARISCHEN ERNÄHRUNG

Es gibt verschiedene Formen, sich vegetarisch zu ernähren. Gemein haben sie alle, dass sie mindestens pflanzenbasiert sind. Schauen wir uns die verschiedenen Formen kurz an.

Ovo-Lakto-Vegetarier

Der Ovo-Lakto-Vegetarier ernährt sich pflanzenbasiert und verzichtet auf Produkte, für die Tiere getötet werden mussten. Da das bei Milch (Lakto) und Eiern (Ovo) nicht der Fall ist, können diese Komponenten konsumiert werden. Auch Honig darf auf dem Speiseplan von Ovo-Lakto-Vegetariern stehen, da die Bienen für die Produktion von Honig nicht sterben müssen. Der größte Teil der Vegetarier – nämlich etwa 53% – ernährt sich so. Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln ist hierbei sehr groß ist, daher ist dies auch die ausgewogenste Form, sich vegetarisch zu ernähren. Durch die Kombination von pflanzlichen mit wenigen tierischen Nahrungsmitteln kann eine sehr gute Versorgung mit den meisten Nährstoffen und im Besonderen Proteinen erzielt werden, die eine hohe biologische Wertigkeit haben: Damit ist gemeint, inwieweit die über die Nahrung aufgenommenen Proteine über eine gute Zusammensetzung der Aminosäuren verfügen. Die tierischen Produkte, die Vegetarier zudem sehr häufig in Bio-Qualität bzw. aus artgerechter Tierhaltung konsumieren, decken auch den Bedarf an essentiellen Fettsäuren sehr gut ab. Denn Produkte von Weidetieren enthalten nachweislich mehr Omega-3-Fettsäuren.

Lakto-Vegetarier

Die lakto-vegetarische Ernährung kombiniert entsprechend pflanzliche Nahrungsmittel mit Milchprodukten, verzichtet jedoch ansonsten auf Nahrungsmittel von Tieren (Honig kann auch hier eine Ausnahme sein). Lakto-Vegetarier verzichten oft auf Eier, da sie das Ei als ungeborenes Huhn ansehen und aus ihrer Sicht somit die Tötung eines Tieres stattgefunden hat. Auch die Haltung der Hühner, die trotz der Abschaffung der Käfighaltung nach wie vor vielfach zu wünschen übrig lässt, kann eine Motivation für den Verzicht auf Eier sein.

Wie die ovo-lakto-vegetarische Ernährung bietet auch die lakto-vegetarische Ernährung eine recht große Auswahl an Nahrungsmitteln und kann daher ausgewogen gestaltet werden.

© Anna Auerbach/Kosmos

Käse ist bei Hunden sehr beliebt und ein guter Proteinlieferant.

Ovo-Vegetarier

Die Ovo-Vegetarier verzichten komplett auf Milchprodukte und konsumieren dafür Eier. Dabei achten sie jedoch sehr auf die Haltung der Hühner, konsumieren also Bio-Eier bzw. Eier von Hühnern aus artgerechter Haltung. Allerdings kann der Grund für den Verzicht auf Milchprodukte bei einigen Vegetariern auch eine Laktoseintoleranz sein. Bei einer Laktoseintoleranz kann die Laktose in Milch aufgrund eines Mangels an dem Enzym Laktase nicht oder nur in gewissem Umfang aufgespalten werden, was zu Problemen im Verdauungstrakt führt. Eine weitere Motivation dafür, auf Milchprodukte zu verzichten, kann auch die Ablehnung der Milchviehwirtschaft sein. Die Kühe, die für die Milchproduktion genutzt werden, sind ja mehr oder weniger dauerschwanger und den Kälbern wird die Muttermilch meist vorenthalten. Auch mit einer ovo-vegetarischen Ernährung kann eine ausgewogene Versorgung erreicht werden, wenn auf entsprechende Vielfalt geachtet wird.

Einige Studien zeigten: Je höher die Milchleistung einer Kuh, desto schlechter der Gesundheitszustand.

© Anna Auerbach/Kosmos

Ovo-Lakto für den Hund Eier haben eine hohe biologische Wertigkeit.

Pesco-Vegetarier

Pesco-Vegetarier sind die einzigen „Vegetarier“, die tote Tiere konsumieren. Genau genommen sind sie also gar keine Vegetarier, werden jedoch von einigen trotzdem dort einsortiert, wie der Begriff zeigt. Motivation für diese Ernährungsform kann der Wunsch sein, die Nährstoffversorgung zu verbessern, ohne gänzlich auf „Fleisch“ zu verzichten. Fische können insofern eine Ausnahme sein, da man unterstellt, dass sie als Kaltblüter weniger fühlen würden als Warmblüter (dazu zählen z.B. Tiere wie Rinder oder Schweine). In dem Standardwerk für Ernährungswissenschaftler „Vegetarische und vegane Ernährung“ von Claus Leitzmann und Markus Keller werden Pesco-Vegetarier allerdings nicht als Vegetarier definiert. Da es hier jedoch um die Ernährung von Hunden geht, soll diese Form trotzdem erwähnt werden.

© Anna Auerbach/Kosmos

Wer den Napf des Hundes vegetarisch füllen möchte, sollte wissen, wie es geht.

© Anna Auerbach/Kosmos

Fisch als Proteinquelle im fast vegetarischen Napf kann die Eiweißversorgung sichern.

Halb-Vegetarier bzw. Flexitarier

Flexitarier werden oft auch als Halbvegetarier bezeichnet. Sie essen zwar Fleisch, schränken den Konsum jedoch stark ein. Oft ist der Flexitarismus die Vorstufe für den Vegetarismus. Es besteht durchaus eine positive Einstellung zur vegetarischen Ernährung, man kann sich jedoch (noch) nicht so ganz dafür entscheiden.